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	<title>Schellenbaum - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schellenbaum&amp;diff=493613&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bernardoni am 24. Oktober 2025 um 00:17 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschäftigt sich mit dem &amp;#039;&amp;#039;Schellenbaum&amp;#039;&amp;#039; als Standarte. Zu anderen Bedeutungen siehe [[Schellenbaum (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Schellenbaum Bundeswehr.JPG|mini|Schellenbaum der Bundeswehr]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schellenbaum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, englisch &amp;#039;&amp;#039;Turkish crescent&amp;#039;&amp;#039; („türkischer Halbmond“) oder &amp;#039;&amp;#039;jingling Johnny&amp;#039;&amp;#039; („klingelnder Johnny“), französisch &amp;#039;&amp;#039;chapeau chinois&amp;#039;&amp;#039; („Chinesenhut“), ist eine reich verzierte, repräsentative [[Standarte]] der Militärmusik und dadurch auch der [[Karneval]]smusikvereine und [[Spielmannszug|Spielmannszüge]]. In den militärischen [[Blasorchester|Musikkorps]] wird er für feierliche Anlässe getragen. Musikalisch wirksam ist er lediglich beim Marsch durch die rhythmisch mitschwingenden Glöckchen und Schellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aussehen ==&lt;br /&gt;
Der Schellenbaum, der nicht nur wegen seiner Herkunft, sondern auch wegen seines Aussehens auch „[[Mondsichel|Halbmond]]“ oder „Mohammedsfahne“ genannt wurde, ist ein zur Zeit der [[Türkenkriege]] in die deutschen Regimentsmusiken gekommenes türkisches [[Rassel]]- oder [[Klingel]]&amp;amp;shy;instrument. An einer Tragestange mit Querhölzern und Querbügeln sind [[Schelle (Musikinstrument)|Schellen]] und [[Glocke]]n befestigt, die beim Tragen während eines Umzuges und/oder rhythmischem Auf- und Abbewegen klingen. Am oberen Ende befindet sich eine Art [[Feldzeichen]], darunter sind am liegenden Halbmondbügel meist bunte Pferdehaare (Rossschweif) befestigt und darunter wiederum eine Anzahl Querstreben mit den angehängten Klangkörpern über einer gleichartigen Kugel. An Gewicht erreicht ein üppiger Schellenbaum, wie er in Musikvereinen mitgeführt wird, über zehn Kilogramm und eine Größe oft von über zwei Metern, sodass der Träger während eines mehrstündigen Parademarsches über eine ausreichende Konstitution verfügen sollte. Oft stehen ihm Helfer zur Seite, mit denen er sich abwechselt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft ==&lt;br /&gt;
In England heißt der Schellenbaum &amp;#039;&amp;#039;Turkish crescent&amp;#039;&amp;#039;, die Soldaten nannten ihn auch &amp;#039;&amp;#039;jingling Johnnie&amp;#039;&amp;#039;. Der halbmondförmige Teil am oberen Teil der Tragestange weist als Herkunftsland auf das [[Osmanisches Reich|Osmanische Reich]] hin. Der osmanische Reiseschriftsteller [[Evliya Çelebi]] (1611–1683) erwähnte ein zu seiner Zeit im europäischen Teil des Osmanisches Reichs beliebtes Instrument mit dem Namen &amp;#039;&amp;#039;çaǧana&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;chaghana&amp;#039;&amp;#039;) und schrieb ihm einen persischen Ursprung zu. [[Henry George Farmer]] (1937) interpretierte Çelebis &amp;#039;&amp;#039;çaǧana&amp;#039;&amp;#039; als Schellenbaum,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Henry George Farmer]] (Hrsg. und übers.): &amp;#039;&amp;#039;Turkish Instruments of Music in the Seventeenth Century. As described in the Siyāḥat nāma of Ewliyā Chelebī.&amp;#039;&amp;#039; Civic Press, Glasgow 1937, S. 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; was Çelebi darunter verstand, ist jedoch unklar. Deborah M. Olsen (1991) vermutete, der Schellenbaum könne seinen Ursprung in [[Zentralasien]] oder China gehabt haben, worauf der französische Name &amp;#039;&amp;#039;chapeau chinois&amp;#039;&amp;#039; („chinesischer Hut“) anspiele.&amp;lt;ref&amp;gt;Deborah M. Olsen: &amp;#039;&amp;#039;The Schellenbaum: A Communal Society’s Symbol of Allegiance.&amp;#039;&amp;#039; S. 361&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Instrumentarium der osmanischen Musikkapellen &amp;#039;&amp;#039;[[Mehterhâne]]&amp;#039;&amp;#039;, die im Militär und bei repräsentativen Anlässen eingesetzt wurden, hat Parallelen bei mittelalterlichen Orchestern in Zentralasien und Nordchina.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der europäische Schellenbaum könnte im 17. Jahrhundert aus dem Rangabzeichen &amp;#039;&amp;#039;[[Tugh]]&amp;#039;&amp;#039; der [[Osmanisches Reich|osmanischen]] Militärführer hervorgegangen und in die [[Janitscharenmusik]], ein orientalisierender europäischer Militärmusikstil, der später mit westlichen Instrumenten gespielt wurde, eingegangen sein. Von dort übernahmen ihn im 19. Jahrhundert die osmanischen Militärkapellen,&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Pirker: &amp;#039;&amp;#039;Janissary music.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Grove Music Online.&amp;#039;&amp;#039; 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt; in denen der Schellenbaum (&amp;#039;&amp;#039;çaǧana&amp;#039;&amp;#039;) zusammen mit den [[Schlaginstrument]]en – den Rahmentrommeln &amp;#039;&amp;#039;[[davul]]&amp;#039;&amp;#039;, den Kesseltrommeln &amp;#039;&amp;#039;[[Naqqara|nakkare]]&amp;#039;&amp;#039; und den Paarbecken &amp;#039;&amp;#039;[[Zil (Instrument)|zil]]&amp;#039;&amp;#039; durch rhythmisches Schütteln zur [[Takt (Musik)|taktbestimmenden]] und auch charakteristischen Begleitung der melodieführenden [[Blasinstrument]]e eingesetzt wurde. Die angebrachten Pferdeschweife waren oft gefärbt und je nach Rang des Befehlshabers in der Anzahl unterschiedlich. Einem [[Sultan]] standen sechs, einem [[Wesir]] vier und einem [[Pascha (Titel)|Pascha]] zwei davon zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Ausgestaltung des europäischen Schellenbaums im 18. Jahrhundert war vielleicht ein anderes, nicht vom Militär verwendetes türkischen Musikinstrument Vorbild, das &amp;#039;&amp;#039;cewhan&amp;#039;&amp;#039; genannt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;James Blades: &amp;#039;&amp;#039;Turkish crescent.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Grove Music Online,&amp;#039;&amp;#039; 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das &amp;#039;&amp;#039;cewhan&amp;#039;&amp;#039; war eine in der Hand gehaltene sichelförmige Stabrassel mit Glöckchen und entsprach wohl dem von Çelebi erwähnten &amp;#039;&amp;#039;çaǧana&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Harrison Powley: &amp;#039;&amp;#039;Janissary Music (Turkish Music).&amp;#039;&amp;#039; In: John H. Beck (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Encyclopedia of Percussion.&amp;#039;&amp;#039; Taylor &amp;amp; Francis, New York 2013, S. 186.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;150&amp;quot; heights=&amp;quot;190&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Osmanischer Schellenbaum.jpg|Osmanischer Schellenbaum&lt;br /&gt;
Mehter commander of the band.jpg|Schellenbäume in einer osmanischen Kapelle&lt;br /&gt;
Bundesarchiv B 145 Bild-F010402-0004, Lübeck, Jubiläum BGS, Zapfenstreich.jpg|Schellenbäume bei einem [[Großer Zapfenstreich|Großen Zapfenstreich]] des [[Bundesgrenzschutz|BGS]], 1961&lt;br /&gt;
Alter Schellenbaum.JPG|Alter Schellenbaum&lt;br /&gt;
Musik Verein von Calcar Schellenbaum.jpg|Schellenbaum des &amp;#039;&amp;#039;[[Musik Verein von Calcar]]&amp;#039;&amp;#039; (vermutlich 19. Jahrhundert)&lt;br /&gt;
ʻIolani-Barracks- Schellenbaum a0002479.jpg|Schellenbaum, der König David Kalākaua anlässlich seines Besuchs in Berlin 1881 geschenkt wurde (Nachbildung)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung in europäischen Truppen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Royal Hawaiian Band in 1889 (PPWD-1-3-012).jpg|mini|Die &amp;#039;&amp;#039;Royal Hawaiian Band&amp;#039;&amp;#039; unter [[Heinrich Berger (Musiker)|Heinrich Berger]] mit dem preußischen Schellenbaum (ganz links)]]&lt;br /&gt;
Übernommen wurde zunächst die Blasmusik aus den Auseinandersetzungen der europäischen Staaten mit der Türkei. Den Schellenbaum übernahmen die [[Preußen|preußischen]] Truppenteile erst, nachdem sie einen solchen in den [[Befreiungskriege|Kriegen 1813/15]] erbeutet hatten. Der Schellenbaum erlangte damit eher den Status eines Sieges- oder Ehreninstrumentes und diente als [[Feldzeichen]]. Hinzugefügt wurde dem preußischen Schellenbaum ein achtstrahliger Stern, der in seiner Form an den [[Bruststern|Ordensstern]] des 1701 gestifteten [[Schwarzer Adlerorden|Schwarzen Adlerordens]] angelehnt ist. Diese Zeichen wurden bei [[Militärparade|Paraden]] den Befehlshabern vorangetragen und/oder anschließend vor ihren Zelten oder Unterkünften aufgestellt. Nach den [[Koalitionskriege|Befreiungskriegen]] stifteten viele Städte den bei ihnen stationierten Einheiten Schellenbäume, welche später auf einen Erlass [[Kaiser]] [[Wilhelm II. (Deutsches Reich)|Wilhelm II.]] in den für Neuanschaffungen geltenden Bestimmungen vom 27. Januar 1902 hin vereinheitlicht wurden. Der Schellenbaum galt deswegen auch nicht als [[Musikinstrument]], sondern als [[Trophäe|Siegestrophäe]]. Belegt ist außerdem die Verwendung als Geschenk Kaiser [[Wilhelm I. (Deutsches Reich)|Wilhelms I.]] an König [[David Kalakaua|Kalākaua]] von [[Hawaii|Hawaiʻi]] anlässlich seines Besuchs in Berlin und Essen 1881.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.alternatehistory.com/shwi/British%20Hawaii.txt &amp;#039;&amp;#039;Influence of Prussia&amp;#039;&amp;#039;], [https://archives.starbulletin.com/2005/01/23/features/story1.html &amp;#039;&amp;#039;Honolulu Star-Bulletin Features&amp;#039;&amp;#039;] starbulletin.com vom 23. Januar 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als die [[Streitkräfte Chiles]] vor dem Ersten Weltkrieg nach preußisch-deutschem Vorbild reformiert wurden („prusianización“), führten deutsche Ausbilder dort auch den Schellenbaum ein.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Ejército de Chile. Un recorrido por su historia.&amp;#039;&amp;#039; Academia de Historia Militar de Chile, Santiago de Chile 2020, ISBN 978-9-5689-8922-4, S. 119 ([https://books.google.de/books?id=mIcbEAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA119&amp;amp;dq=Schellenbaum+Chile&amp;amp;hl=de&amp;amp;newbks=1&amp;amp;newbks_redir=0&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwiamOerg-COAxUOg_0HHT80BHoQuwV6BAgLEAo#v=onepage&amp;amp;q=Schellenbaum%20Chile&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Google Books&amp;#039;&amp;#039;])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Reichswehr]] wurden seitens der einzelnen Truppenteile die Tradition der vorangetragenen Schellenbäume bei Präsentationen weitergeführt. Einheitliche Bestimmungen über Aussehen und Verwendung gab es auch bei der [[Wehrmacht]]. Auch in der [[Bundeswehr]] gehört der Schellenbaum mit schwarz-rot-goldenen &amp;#039;&amp;#039;Pferdehaaren&amp;#039;&amp;#039; aus Kunststoff und dem [[Bundesadler (Bundesrepublik Deutschland)|Bundesadler]] auf der Spitze zur Ausstattung eines Musikkorps. Ebenso verzichtete man auch in der [[Nationale Volksarmee|Nationalen Volksarmee]] nicht auf dieses Symbol. Allerdings setzte man anstatt des Bundesadlers &amp;#039;&amp;#039;Hammer und Zirkel&amp;#039;&amp;#039; im Ährenkranz als Emblem obenauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Deborah M. Olsen: &amp;#039;&amp;#039;The Schellenbaum: A Communal Society’s Symbol of Allegiance.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Oregon Historical Quarterly.&amp;#039;&amp;#039; Band 92, Nr. 4: &amp;#039;&amp;#039;The Aurora Colony.&amp;#039;&amp;#039; Winter 1991/1992, S. 360–376.&lt;br /&gt;
* {{OeML|Schellenbaum|Schellenbaum|MScha}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Turkish crescents (musical instruments)|Schellenbaum}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Glocke]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Symbol]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schüttelidiophon]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärmusik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militär (Osmanisches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Osmanisches Reich)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bernardoni</name></author>
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