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	<title>Scheidebrief - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-27T09:45:28Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Scheidebrief&amp;diff=981712&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Altsprachenfreund: /* Einleitung */</title>
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		<updated>2026-01-21T12:08:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einleitung&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Scheidebrief&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (hebräisch גט &amp;#039;&amp;#039;Get&amp;#039;&amp;#039;; auch: &amp;#039;&amp;#039;Sefer keritut&amp;#039;&amp;#039;) ist im [[Judentum]] das Dokument, das der Ehemann der Ehefrau überreicht, womit er die [[Scheidung#Judentum|Scheidung]] vollzieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Religiöse Grundlage ist {{B|5 Mos|24|1}}. In [[Mischna]] und [[Talmud]] werden die Ehescheidung und ihre Formalien im [[Gittin (Mischnatraktat)|Traktat Gittin]] (&amp;#039;&amp;#039;Gittin&amp;#039;&amp;#039; ist der Plural von &amp;#039;&amp;#039;Get&amp;#039;&amp;#039;) behandelt. Bereits im Jahr 1869 wurde von Reformgemeinden in den USA ([[Liberales Judentum]]), und dies gilt seit 1912 in Deutschland, der Scheidebrief für überflüssig erklärt. Die zivilrechtliche Scheidung ist als ausreichend anerkannt. In Israel gelten bezüglich der Ehescheidung die Regeln des [[Orthodoxes Judentum|Orthodoxen Judentums]]. Somit ist ein Scheidebrief für die Trennung erforderlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Israel ==&lt;br /&gt;
Das jüdische Recht schließt Eheschließung zwischen Juden und Nichtjuden kategorisch aus und bewertet diese als von Anfang an nichtig. Es gibt in Israel keine [[Zivilehe]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Gil Yaron]] |url=https://www.welt.de/politik/ausland/article154204735/Warum-im-modernen-Israel-Frauen-angekettet-werden.html |titel=Warum im modernen Israel Frauen „angekettet“ werden |werk=[[Welt (Fernsehsender)|Welt]] |datum=2016-04-11 |abruf=2025-01-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst Ehen, die im Ausland geschlossen wurden, können nicht zivilrechtlich geschieden werden.&amp;lt;ref&amp;gt; Jürgen Rieck: &amp;#039;&amp;#039;Ausländisches Familienrecht: Eine Auswahl Von Länderdarstellungen. Israel.&amp;#039;&amp;#039; München: Beck-Online, 2010. Rn 15.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hingegen können (Stand 2013) Zivilgerichte Fragen von Unterhalt, Sorge- und Besuchsrecht klären, jedoch nur, wenn sich zuvor nicht bereits ein [[Beth Din|Rabbinatsgericht]] des Scheidungsbegehrens angenommen hat. Da zivile Gerichte liberaler urteilen, gibt es die Tendenz, möglichst rasch an ein solches zu gelangen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aguna ===&lt;br /&gt;
Die Aguna (hebräisch) (&amp;#039;&amp;#039;Verankerte&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Angekettete&amp;#039;&amp;#039;, Mehrzahl Agunot) ist eine Jüdin in Scheidung ohne Get. Bei etwa jedem dritten Scheidungsantrag instrumentalisiert der Mann bei Eigentums- und Sorgerechtsstreitigkeiten den Get als Druckmittel gegen seine Ex-Frau.&amp;lt;ref&amp;gt;Jeffrey Miller: [http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4400770,00.html &amp;#039;&amp;#039;Off the Record. New video helps Jewish women seeking divorce&amp;#039;&amp;#039;]. In: The Lawyers Weekly, 1998, Vol. 17, No. 43. Farkash, Tali: &amp;#039;&amp;#039;1 in 3 women extorted by ex-husband&amp;#039;&amp;#039;. Stand: 15. Juli 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Tamar Rotem |url=https://www.haaretz.com/2006-02-14/ty-article/the-19-year-divorce/0000017f-f504-d318-afff-f7675daf0000 |titel=19-year Divorce |werk=[[Haʾaretz]] |datum=2006-02-14 |abruf=2025-01-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schätzungen gehen von Tausenden von Agunot aus. Eine Aguna kann nicht heiraten und ihre weiteren Kinder gelten als [[Mamser]], eine Form des Bastards, selbst wenn die Ehe im Ausland zivilrechtlich geschieden wurde. Ein Mamser hat nach jüdischem Recht einen minderen Status und darf nur einen anderen Mamser heiraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Staat Israel anerkannt ist nur die [[Orthodoxes Judentum|Orthodoxe Gemeinde]], die Konservative und die Liberale Gemeinde sind es nicht. Dies bedeutet, dass [[Rabbinatsgericht]]e ausschließlich von orthodoxen [[Rabbiner]]n besetzt werden und auch nur diese gültige Eheschließungen und -scheidungen vollziehen können.&amp;lt;ref&amp;gt;Benyamin Neuberger: [https://www.bpb.de/internationales/asien/israel/45108/staat-und-religion &amp;#039;&amp;#039;Die Bedeutung der Religion im Staat Israel&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Informationen zur politischen Bildung]]&amp;#039;&amp;#039;, 2008, Heft 278. Stand: 15. Juli 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ansgar Marx: {{Webarchiv|url=http://www.ostfalia.de/export/sites/default/de/afb/download/berichtmarx-judentum-2005.pdf |wayback=20151204102808 |text=&amp;#039;&amp;#039;Familie und Recht im Judentum&amp;#039;&amp;#039; |archiv-bot=2024-05-05 00:23:43 InternetArchiveBot }} [[Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften|FH Braunschweig]], 2005&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; Nicole Herbert: [http://www.kas.de/wf/doc/kas_35093-1522-1-30.pdf?130731151136 &amp;#039;&amp;#039;Aktuelle Probleme im Ehe- und Scheidungsrecht Israels&amp;#039;&amp;#039;]. [[Konrad-Adenauer-Stiftung]], Jerusalem Juli 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Probleme sind entstanden, da nach dem [[Rückkehrgesetz]] von 1950 nicht nur jeder Jude, sondern auch dessen Kinder, Enkelkinder und Ehepartner (auch Nichtjuden) das Recht auf [[Alija]] haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Israel haben die Rabbinatsgerichte zwar folgende staatliche Druckmittel gegen einen scheidungsunwilligen Partner (gewöhnlich Männer, aber manchmal auch Frauen) zur Verfügung:&lt;br /&gt;
* Entzug des [[Reisepass]]es&lt;br /&gt;
* Limitierung des Zugriffs auf das eigene Bankkonto&lt;br /&gt;
* Abnahme des Führerscheins&lt;br /&gt;
* [[Beugehaft]]&lt;br /&gt;
Erzwingen können sie aber auch dort eine Scheidung nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Tomer Zarchin |url=https://www.haaretz.com/news/national/rabbinical-court-wants-woman-jailed-for-refusing-to-accept-divorce-1.375294 |titel=Rabbinical court wants woman jailed for refusing to accept divorce |werk=[[Haʾaretz]] |datum=2011-07-26 |abruf=2011-07-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2012 wurde allerdings ein Gesetz erlassen, das die Gerichte zwingt, regelmäßig Termine zu setzen und neue Sanktionen zu verhängen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Yair Ettinger |url=https://www.haaretz.com/print-edition/news/israeli-rabbinical-courts-now-must-track-men-who-won-t-grant-gets-1.419847 |titel=Israeli rabbinical courts now must track men who won&amp;#039;t grant gets |werk=Haʾaretz|datum=2012-03-21 |abruf=2012-03-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschärfte Haftbedingungen sind seit 2014 erlaubt, wenn Beugehaft nicht hilft, z.&amp;amp;nbsp;B. bei [[Ultraorthodoxes Judentum|streng orthodoxen]] Männern, die nur ihren religiösen Studien nachgehen, aber keiner Erwerbstätigkeit.&lt;br /&gt;
* keine Unterbringung in der speziellen Abteilung für Religiöse&lt;br /&gt;
* kein [[Hechscher#Besonderheiten|mehadrin-koscheres]] Essen&lt;br /&gt;
* keine privaten Telefonate&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jonathan Lis |url=https://www.haaretz.com/news/national/.premium-1.573956 |titel=Chief rabbi backs bill penalizing men jailed for refusing divorce |werk=Haʾaretz|datum=2018-04-10 |abruf=2014-02-13}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Seit 2016 sind auch Gefängnisstrafen möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Redaktion/[[Agence France-Presse]] |url=https://www.timesofisrael.com/israeli-men-who-refuse-divorce-could-face-jail/ |titel=Israeli men could be jailed for refusing divorce |werk=[[The Times of Israel]] |datum=2016-11-15 |abruf=2024-10-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Januar 2017 bestätigte Israels Höchstgericht sogar die Zulässigkeit der mittelalterlichen Strafen von [[Ächtung]] und [[Verbannung]] für Männer, die eine Scheidung nicht akzeptieren wollen. Solche Personen dürfen weder eingeladen, bewirtet noch gegrüßt werden. Geschäftliche Kontakte mit ihnen sind verboten.&amp;lt;ref&amp;gt;Yair Ettinger: [https://www.haaretz.com/israel-news/.premium-1.774684 &amp;#039;&amp;#039;Israel&amp;#039;s High Court Invokes Medieval Punishment for Husbands Who Refuse Jewish Ritual Divorce&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;Haʾaretz&amp;#039;&amp;#039;, 1. März 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Angehörige von scheidungsunwilligen Männern können belangt werden, wenn Gerichte sie als Ursache dafür ansehen, dass die jeweiligen Männer die Scheidung nicht akzeptieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Associated Press |Titel=Israeli court punishes US man over son&amp;#039;s refusal to divorce wife |Sammelwerk=The Guardian |Datum=2016-11-07 |ISSN=0261-3077 |Online=https://www.theguardian.com/world/2016/nov/07/israeli-court-punishes-us-man-over-sons-refusal-to-divorce-wife |Abruf=2024-10-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf der anderen Seite können auch Frauen dafür bestraft werden, wenn sie ein Scheidungsgesuch des Mannes verweigern.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.fokus-jerusalem.tv/2022/09/12/praezedenzfall-rabbiner-schicken-scheidungsverweigerin-ins-gefaengnis/ |titel=Präzedenzfall: Rabbiner schicken Scheidungsverweigerin ins Gefängnis |werk=Fokus Jerusalem |datum=2022-09-12 |abruf=2024-10-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Formale Erfordernisse ==&lt;br /&gt;
Für die Gültigkeit von Scheidung und Scheidebrief gelten die folgenden formalen Erfordernisse:&lt;br /&gt;
* Die Ausstellung des Scheidebriefs muss vor einem aus drei [[Rabbiner]]n bestehenden [[Beth Din|Rabbinatsgericht]] erfolgen.&lt;br /&gt;
* Die Ausstellung muss durch einen Schreiber (&amp;#039;&amp;#039;[[sofer]]&amp;#039;&amp;#039;) erfolgen.&lt;br /&gt;
* Außerdem sollen zwei Zeugen anwesend sein, im Notfall können auch Mitglieder des Rabbinatsgerichts als Zeugen fungieren.&lt;br /&gt;
* Es darf kein fertiges Formular benutzt werden, sondern der Get muss speziell geschrieben werden.&lt;br /&gt;
* Das Papier oder Pergament, die Tinte und die Schreibfeder müssen Eigentum des Mannes sein.&lt;br /&gt;
* Das Dokument muss in [[Quadratschrift]] geschrieben sein, es darf keine [[Hebräische Schreibschrift|Kursivschrift]] verwendet werden und es dürfen keine Korrekturen vorgenommen werden. Das Dokument muss genau zwölf Zeilen umfassen, in der 13. Zeile erscheinen die Namen der Zeugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Illustration of a Jewish divorce.jpg|mini|hochkant=1.5|Postkarte zum Thema Scheidung, [[Jüdisches Museum der Schweiz]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Aschkenasim|aschkenasischen]] Judentum ist seit dem 10. Jahrhundert die Zustimmung der Frau notwendig, wobei die Frau dadurch, dass sie den Scheidebrief berührt, ihr Einverständnis bekundet. Bei der Ausstellung ist die Anwesenheit der Frau nicht erforderlich. Der Get kann ihr auch durch Dritte zugestellt werden. Wenn die Frau den Get annimmt, ist die Scheidung rechtskräftig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Trennung des Familienrechts vom Zivilrecht geht in Israel auf die Herrschaft des [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reichs]] in [[Palästina (Region)|Palästina]] zurück und wurde bei der Gründung des Staates Israel 1948 übernommen, um orthodox-jüdische Gruppierungen für die Unterstützung des neuen Staates zu gewinnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dokument wird zum Zeichen seiner Gültigkeit mit einem Riss oder Einschnitt versehen und beim Rabbinatsgericht archiviert. Der Mann überreicht in der vom Rabbinat abgehaltenen Scheidungszeremonie der Frau den Get. Will die Frau den Get im Fall einer Verstossung annehmen, muss sie einige Schritte zurückweichen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Isabelle Neulinger |Titel=Meinen Sohn bekommt ihr nie – Flucht aus dem gelobten Land |TitelErg=Nancy Ferroni (Koautorin), übersetzt von Ulrike Frank |Verlag=Nagel &amp;amp; Kimche im Carl Hanser Verlag |Ort=München |Datum=2013 |ISBN=978-3-312-00560-4 |Seiten=115 f., 130 f. |Kommentar=Originalausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Jamais vous n’aurez mon fils!&amp;#039;&amp;#039;, Éditions La boîte à Pandore, Brüssel/Paris 2012}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Mann und die Frau erhalten jeweils ein Dokument, in dem bezeugt wird, dass sie geschieden sind und wieder heiraten dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein berühmter historischer Streitfall des späten 18. Jahrhunderts war der &amp;#039;&amp;#039;Get von Kleve&amp;#039;&amp;#039; (1767 f.). Ein Mann hatte seiner Frau gegen deren Willen einen Scheidebrief ausgestellt, es bestanden jedoch Zweifel hinsichtlich seines Geisteszustands. Über diese Entscheidung entzweiten sich die Rabbinatsgerichte Westeuropas. Der Mann kann unfähig sein, seinen Willen zur Scheidung bei klarem Verstand zu bekunden. Das ist jedoch die Voraussetzung für eine Scheidung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Scheidungsverlangen der Ehefrau ==&lt;br /&gt;
Obwohl die Scheidungsinitiative nur vom Mann ausgehen kann, kann dieser unter bestimmten Voraussetzungen von einem Rabbinatsgericht dazu verurteilt werden, sich von seiner Frau zu scheiden. Diese Voraussetzungen liegen etwa dann vor, wenn&lt;br /&gt;
* der Mann seiner Frau den [[Beischlaf]] verweigert,&lt;br /&gt;
* er seiner [[Unterhaltspflicht]] nicht nachkommt,&lt;br /&gt;
* er seine Frau betrügt oder misshandelt oder&lt;br /&gt;
* an einer „abstoßenden Krankheit“ leidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings sind die Sanktionen (etwa der Ausschluss aus der Gemeinde), die ein Rabbinatsgericht heute verhängen kann, in manchen Fällen nicht ausreichend, einen unwilligen Ehemann zur Ausstellung eines Scheidebriefes zu zwingen. Daher sind das böswillige Verweigern des Get und die Erpressung von Ehefrau und Rabbinat durch den Mann ein ungelöstes Problem in Israel sowie weltweit in orthodoxen Gemeinden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Scheidungshindernisse ==&lt;br /&gt;
Ein weiteres Problem ergibt sich, wenn der Mann verschollen oder verschwunden ist. Hier ist der unbekannte Aufenthaltsort bzw. der ungewisse Tod ein Scheidungshindernis genau wie im deutschen Recht, mit dem Unterschied, dass der Ehepartner nicht nach Ablauf einer (etwa siebenjährigen) Frist für tot erklärt werden kann. Eine solche verlassene Frau ([[Rolle der Frau im Judentum#Agunot|&amp;#039;&amp;#039;Aguna&amp;#039;&amp;#039;]]) kann nach jüdischem Religionsgesetz nicht wieder heiraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis heute gilt: Ein Geisteskranker (&amp;#039;&amp;#039;Schoteh&amp;#039;&amp;#039;) kann keinen Get ausstellen lassen, daher kann seine Frau auch nicht wieder heiraten. Als besondere Erschwernis kommt hinzu, dass die [[Halacha]] keine Heilung von [[Geisteskrankheit]] kennt (Gittin 70b: &amp;#039;&amp;#039;schoteh lo samei be-yadan&amp;#039;&amp;#039;, etwa: „einmal irre, immer irre“). Daher kann beispielsweise die Frau eines Mannes, bei dem [[Schizophrenie]] diagnostiziert und erfolgreich behandelt wurde, keine religiöse Scheidung erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Film ==&lt;br /&gt;
Im israelisch-französisches Filmdrama [[Get – Der Prozess der Viviane Amsalem]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{LdiF|545113|Get – Der Prozess der Viviane Amsalem|Abruf=2021-11-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; (hebräisch גט – המשפט של ויויאן אמסלם) wird der lange, verzweifelte Kampf der Israelin Viviane Amsalem um ihre Ehescheidung erzählt.&amp;lt;ref&amp;gt;Alice Lanzke: [https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-frau-im-judentum-zwischen-prinzessin-und-priesterin.1079.de.html?dram:article_id=424032 &amp;#039;&amp;#039;Die Frau im Judentum, Zwischen Prinzessin und Priesterin&amp;#039;&amp;#039;]. [[Deutschlandfunk Kultur]], abgerufen am 7. Sept. 2021. &amp;lt;/ref&amp;gt; Der Film hat in Israel für breite Kontroversen gesorgt, von erschrocken bis geschockt reichte die Bandbreite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Blau]]: &amp;#039;&amp;#039;Die jüdische Ehescheidung und der jüdische Scheidebrief. Eine historische Untersuchung&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest.&amp;#039;&amp;#039; Jg. 34–35, {{ZDB|305730-6}}). 2 Bände. s. n., Budapest 1911–1912.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* Alois Payer: [https://www.payer.de/judentum/jud502.htm &amp;#039;&amp;#039;Heirat und Scheidung&amp;#039;&amp;#039;] Materialien zur Religionswissenschaft, Judentum als Lebensform. Fassung vom 21. Februar 1998&lt;br /&gt;
* [https://www.zentralratderjuden.de/judentum/riten-und-gebraeuche/scheidung/ Zentralrat der Juden in Deutschland – Scheidung]&lt;br /&gt;
* [http://de.chabad.org/library/article_cdo/aid/1025219/jewish/Der-Scheidungsablauf.htm &amp;#039;&amp;#039;Der Scheidungsablauf&amp;#039;&amp;#039;] Jüdische.INFO/Chabad-Lubawitsch Media Center, abgerufen am 2. Dezember 2016&lt;br /&gt;
* Tanja Kröni: [https://www.hagalil.com/2012/03/scheidungsverweigerung/ &amp;#039;&amp;#039;Männliche Scheidungsverweigerung im Judentum und ihre Folgen&amp;#039;&amp;#039;] [[haGalil]], 21. März 2012 – 27 Adar 5772&lt;br /&gt;
* [http://www.yutorah.org/_shiurim/TUJ%2012%20Strous%20158-178%20QX.pdf The Shoteh and Psychosis in Halakhah with Contemporary Clinical Application] von Rael Strous (engl., PDF; 224 kB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehe im Judentum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienrecht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Scheidung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Altsprachenfreund</name></author>
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