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	<title>Schauprozess - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-23T03:45:26Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schauprozess&amp;diff=99265&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Tohma: Revert, WP:INTRO beachten</title>
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		<updated>2026-03-05T17:48:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Revert, WP:INTRO beachten&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schauprozesse&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden im Allgemeinen öffentliche [[Gerichtsverfahren]] bezeichnet, bei denen die Verurteilung des Beklagten bereits im Voraus feststeht. Der Prozess wird somit nur zur Wahrung des Anscheins einer gewissen [[Rechtsstaat]]lichkeit oder auch aus politischen Gründen durchgeführt, zu denen [[Propaganda|propagandistische Zwecke]] oder die öffentliche Herabwürdigung und [[Demütigung]] eines Angeklagten gehören können. Schauprozesse werden unter anderem als Mittel zur [[Politische Verfolgung|Verfolgung]] [[Dissident|politischer Gegner]] oder anderer unerwünschter Personen eingesetzt und sind ein Merkmal undemokratischer Regierungsformen. Ein verwandtes Phänomen ist der [[Geheimprozess]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition ==&lt;br /&gt;
Schauprozesse werden besonders häufig in [[Diktatur|diktatorischen]] Systemen verwendet, um missliebige Personen auszuschalten. Sie finden dann oft unter Missachtung aller [[rechtsstaat]]lichen Prinzipien statt und dienen der Eliminierung, [[Menschenwürde|Entwürdigung]] und Zurschaustellung der Beklagten in der Öffentlichkeit. Daher werden sie oft als große [[Spektakel|Medienspektakel]] inszeniert und dienen der Abschreckung und [[Disziplinierung]] Andersdenkender.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Wesen dieser Prozesse liegt die Aufbauschung vermeintlicher oder unwesentlicher Vergehen zu staats- oder gesellschaftszersetzenden Verbrechen. So wird zum Beispiel Kritik an der gegenwärtigen [[Regierung]] zu [[Hochverrat]], [[Spionage]] oder ähnlichem hochstilisiert. Die andere Variante ist die Erfindung irgendwelcher [[Delikt (Kriminologie)|Delikte]], die die [[Angeklagter|Angeklagten]] begangen haben sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Angeklagten haben praktisch keine Möglichkeit der Verteidigung und die [[Geständnis]]se werden meist im Prozessvorfeld [[Erpressung|erpresst]] oder unter [[Folter]] abgegeben. Die [[Urteil (Recht)|Urteile]] stehen in den meisten Fällen schon vorher fest. Die [[Anklage]] wird in [[Polemik|polemischer]] Form vorgetragen und das Urteil ist unverhältnismäßig hart.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berühmte Beispiele ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bekanntesten historischen Schauprozesse sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der [[Ingelheimer Prozess]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ingelheimer-geschichte.de/index.php?id=82/ Ingelheimer Prozess]&amp;lt;/ref&amp;gt; von 788 gegen Herzog [[Tassilo III.]] von [[Bayern|Baiern]], den der Frankenkönig [[Karl der Große]] dazu nutzte, um die vollumfängliche Einverleibung des bis dato noch relativ unabhängigen [[Bayern#Älteres Stammesherzogtum|Stammesherzogtums Baiern]] ins [[Fränkisches Reich|Frankenreich]] politisch zu rechtfertigen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Rosamond McKitterick]]: &amp;#039;&amp;#039;Karl der Große.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Englischen von Susanne Fischer. Primus, Darmstadt 2008, S. 117.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der [[Schachty-Prozess]] in Moskau von 1928 war der erste politische Schauprozess in der Sowjetunion nach 1922 und richtete sich gegen nichtkommunistische Fachleute. Er stand in Zusammenhang mit dem Übergang zur [[Industrialisierung der Sowjetunion|forcierten Industrialisierung]].&lt;br /&gt;
* Der „[[Rote Marine]]-Prozess“ oder „Adlerhotelprozess“ war ein 1934 vor dem [[Sondergericht]] Hamburg geführter Prozess gegen 53 des Terrorismus Angeklagte, darunter der sowjetische Geheimagent [[Jan Valtin]]. Der Prozess endete mit neun Todesurteilen, sieben lebenslangen Zuchthausstrafen und weiteren insgesamt 350 Jahren Zuchthaus&amp;lt;ref&amp;gt;Hanseatisches Sondergericht vom 2. Mai 1934, Gerichtsakte im Staatsarchiv Hamburg, Signatur der Archivguteinheit 213-11_72049.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Er gilt als [[Nationalsozialismus|nationalsozialistischer]] Vorläufer der Moskauer Prozesse.&amp;lt;ref&amp;gt;„The Russian show trials, prior to which, for the sake of the record, the accused are broken by torture, are very similar to the first trials (the &amp;#039;&amp;#039;Rote Marine Prozess&amp;#039;&amp;#039;) staged under the Nazis …“ – American Jewish Committee, &amp;#039;&amp;#039;Commentary&amp;#039;&amp;#039;, Band 54, 1972.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Prozess wurde 1941 von Jan Valtin in seinem US-Bestseller „Out of the Night“ verarbeitet. Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt, Deutsch als „Tagebuch der Hölle“. (Vgl. auch [[Das Beil von Wandsbek]])&lt;br /&gt;
* Die [[Moskauer Prozesse]] 1936–1938 gegen die politischen Gegner [[Josef Stalin|Stalins]] während des [[Großer Terror (Sowjetunion)|Großen Terrors]] in der [[Sowjetunion]] der 1930er-Jahre sind ein typisches Beispiel für Schauprozesse. Dabei wurden fast alle vorherigen Kampfgenossen, insbesondere die Verbündeten Lenins, große Teile der Parteiprominenz sowie meist ohne Prozess ca. zwei Millionen Menschen entweder hingerichtet oder in den Straflagern des [[Gulag]] zugrunde gerichtet.&lt;br /&gt;
* In Italien ließ der Diktator [[Benito Mussolini]] im [[Prozess von Verona]] (8. bis 10. Januar 1944) fünf prominente Parteigenossen, darunter seinen eigenen Schwiegersohn [[Galeazzo Ciano]], zum Tode verurteilen und dies sofort durch Erschießung vollstrecken (11. Januar 1944), weil sie zuvor in einer Sitzung des [[Großer Faschistischer Rat|Großen Faschistischen Rates]] am 24./25. Juli 1943 in Rom mit großer Mehrheit (19:8) seine Absetzung und die Übergabe der Macht an den König erzwungen hatten. (Durch Intervention der Deutschen war Mussolini nach einem Vierteljahr in Norditalien wieder an die Macht gekommen und hatte einen Teil der „aufsässigen“ Mitglieder des ehemaligen Faschistischen Großrats in seine Gewalt gebracht.)&lt;br /&gt;
* Die Verfahren gegen die [[Attentat vom 20. Juli 1944|Hitler-Attentäter und Verschwörer]] des 20. Juli 1944. Sie fanden vor dem [[Volksgerichtshof]] unter dessen Präsidenten [[Roland Freisler]] statt. Die Prozesse wurden für Hitler und die [[Die Deutsche Wochenschau|Wochenschau]] heimlich mit versteckter Kamera gefilmt, kamen jedoch nicht in die Kinos, weil der unter wütendem Geschrei Freislers geführte Prozess von der [[Nationalsozialistische Propaganda|NS-Propaganda]] als nicht öffentlichkeitstauglich empfunden wurde. Ohnehin war die Aufzeichnung der Stimme Freislers durch sein extremes Gebrüll stark verzerrt und daher nur schwer verständlich.&amp;lt;ref&amp;gt;Katharina Werz: &amp;#039;&amp;#039;Der Schauprozess im 20. Jahrhundert in Deutschland. Begriff, Funktion und Struktur anhand ausgewählter Beispiele.&amp;#039;&amp;#039; Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-8305-3611-6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Nach dem Vorbild der Moskauer Schauprozesse ließ Stalin später ähnliche Prozesse in den Satellitenstaaten inszenieren. Diese Prozesse dienten vor allem als Kampf- und Propagandainstrument in der Auseinandersetzung mit [[Josip Broz Tito|Tito]], aber auch zur allgemeinen [[Gehorsam|Disziplinierung]], vor allem in der Außenpolitik. Die Angeklagten wurden meist des Hochverrats und der Spionage im Dienste Jugoslawiens bzw. der USA beschuldigt. Auch diese Prozesse endeten teilweise mit Todesurteilen oder langjährigen Zuchthausstrafen. Diese Prozesse fanden gerade auf dem Höhepunkt des [[Kalter Krieg|Kalten Krieges]] Ende der 1940er und in den 1950er Jahren statt, zum Beispiel: in [[Ungarn]] ([[József Mindszenty]], [[László Rajk]]), in der [[Tschechoslowakei]] ([[Slánský-Prozess]]) und in [[Bulgarien]] ([[Trajtscho Kostow]]). Ähnlich [[drakonisch]]e Strafen wurden in den Schau- und [[Geheimprozess]]en der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] verhängt, so zum Beispiel im Schauprozess gegen den Außenminister [[Georg Dertinger]], den [[Waldheimer Prozesse]]n oder dem [[Solvay GmbH#Schauprozess in der DDR|Solvay-Prozess]].&lt;br /&gt;
* Das einstündige Schnellverfahren gegen das Diktatorenehepaar [[Nicolae Ceaușescu|Nicolae]] und [[Elena Ceaușescu]] am 25. Dezember 1989, bei dem beide zum Tode verurteilt wurden, wird auch als Schauprozess bezeichnet. Das Todesurteil wurde noch am selben Tag vollstreckt.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/301988/vor-30-jahren-revolution-in-rumaenien/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In der [[Volksrepublik China]] finden bis heute noch solche Prozesse statt, meist gegen [[Schmuggel|Schmuggler]], [[Drogenhandel|Drogenhändler]] und andere Kleinkriminelle, aber auch gegen Schwerverbrecher, um der Bevölkerung zu demonstrieren, dass die Staatsführung im Land für „[[öffentliche Ordnung]]“ sorge. In diesen Prozessen wurden dann gleich mehrere Angeklagte im [[Kurzer Prozess (Urteil)|Schnellverfahren]] wegen verhältnismäßig kleiner Vergehen oder sogar, obwohl die [[Unschuldsvermutung|Schuldfrage]] strittig war, zum [[Todesstrafe|Tode]] oder zu langen [[Haft]]strafen verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.kas.de/wf/de/33.6766/ Der DDR-Schauprozess gegen den RIAS] ([[Portable Document Format|PDF]]; 144&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
* [[Roger Engelmann]]: [https://web.archive.org/web/20140529051653/http://www.horch-und-guck.info/hug/archiv/2008/heft-59/05903/ Blutjustiz als politisches Lehrstück, Todesurteile in DDR-Schauprozessen der fünfziger Jahre]&lt;br /&gt;
* [[Franz-Josef Kos]]: [http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1996_3_4_kos.pdf Politische Justiz in der DDR, der Dessauer Schauprozess vom April 1950]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise und Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4179438-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strafrechtsgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Diktaturen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Propaganda]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Tohma</name></author>
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