<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Schattenbank</id>
	<title>Schattenbank - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Schattenbank"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schattenbank&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-23T18:48:23Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schattenbank&amp;diff=1989729&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-13030-52: Schattenbanken ist nicht die korrekte Übersetzung von Shadow Banking. Hier geht es bei &quot;Banking&quot; um die Tätigkeit, also das Bankwesen. Somit lautet die korrekte Übersetzung Schattenbankwesen!</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schattenbank&amp;diff=1989729&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-02-27T18:48:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Schattenbanken ist nicht die korrekte Übersetzung von Shadow Banking. Hier geht es bei &amp;quot;Banking&amp;quot; um die Tätigkeit, also das Bankwesen. Somit lautet die korrekte Übersetzung Schattenbankwesen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schattenbank&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|shadow bank}}) ist ein [[Finanzunternehmen]], das außerhalb des regulären [[Bankensystem]]s im Rahmen der [[Finanzintermediär|Finanzintermediation]] tätig ist. Ein solches Unternehmen übt bankenähnliche Tätigkeiten aus, ohne dass auf seine Tätigkeiten das Bankaufsichtsrecht (insbesondere das [[Kreditwesengesetz|KWG]] und die [[Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (Kapitaladäquanzverordnung)|CRR]]) unmittelbare Anwendung findet. Dem Schattenbankenwesen ({{enS|shadow banking, parallel banking, market-based finance}}) werden neben den Unternehmen auch Aktivitäten wie Verbriefungstransaktionen und Wertpapierfinanzierungsgeschäfte zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schattenbanken rückten in den Fokus der [[Finanzmarktaufsicht|Regulierungsbehörden]] (unter anderem [[Europäisches Finanzaufsichtssystem|ESFS]], [[Europäische Bankenaufsichtsbehörde|EBA]], [[Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde|ESMA]], [[Basler Ausschuss|BCBS]], [[Financial Stability Board|FSB]] und die [[Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht|BaFin]]), nachdem die Banken in Reaktion auf die [[Weltfinanzkrise 2007–2008|Finanzkrise 2007/2008]] strengeren Regelungen unterworfen wurden, die jedoch nur für klassische Kreditinstitute galten. Auf europäischer Ebene reagierte die EU-Kommission mit dem &amp;#039;&amp;#039;Grünbuch Schattenbanken&amp;#039;&amp;#039; auf das befürchtete Ungleichgewicht zwischen der [[Bankenregulierung|Regulierung von Banken]] und anderen [[Finanzintermediär]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsbestimmung und Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
=== Begriff der „Schattenbank“ und Kritik aus Fachkreisen ===&lt;br /&gt;
Das [[Komposition (Grammatik)|Kompositum]] &amp;#039;&amp;#039;Schattenbank&amp;#039;&amp;#039; erklärt bildhaft, dass sich die Tätigkeit von Schattenbanken weitgehend staatlicher [[Marktregulierung|Regulierung]] und [[Empirie|statistischer]] Erfassung entzieht. [[Andreas Dombret]] hält den Begriff für unglücklich gewählt, da er durch negativ [[Konnotation|konnotierte]] ähnliche Begriffe wie [[Schattenwirtschaft]] und [[Schattenverschuldung]] ebenfalls negativ konnotiert sei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dombret-SZ&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Sammelwerk=Süddeutsche Zeitung |Datum=2013-09-16 |Autor=Andreas Dombret |Titel=Gipfel-Nachlese: Schattenbanken und mehr}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der ehemalige Präsident des [[Federal Reserve System|Federal Reserve Board]] [[Ben Bernanke]] hat Schattenbanken im April 2014 neutral definiert:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Übersetzung=Das Schattenbankwesen besteht aus einem vielfältigen Anteil von Institutionen und Märkten, die insgesamt traditionelle Bankfunktionen übernehmen.&lt;br /&gt;
 |Text=Shadow banking, as usually defined, comprises a diverse set of institutions and markets that, collectively, carry out traditional banking functions[…]&lt;br /&gt;
 |Sprache=en&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Vermehrt wird daher der Begriff des „Alternativen Kreditgebers“ oder des „Alternativen Finanzintermediärs“ verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Definition anhand der Tätigkeiten ===&lt;br /&gt;
Die Regulierungsbehörden prüfen die Schattenbankeigenschaft anhand der jeweiligen Tätigkeit, die an das Kerngeschäft des Bankensektors angelehnt ist. Hierunter zählen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Entgegennahme von Geldern mit [[Passivgeschäft|einlageähnlichen Merkmalen]]&lt;br /&gt;
* die Durchführung von [[Fristentransformation|Fristen- und/oder Liquiditätstransformationen]]&lt;br /&gt;
* die Vornahme von [[Risikoüberwälzung|Kreditrisikotransfers]] und/oder&lt;br /&gt;
* der Einsatz [[Leverage-Effekt|finanzieller Hebeleffekte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nimmt ein Unternehmen solche Tätigkeiten vor, ohne dass es der Bankenregulierung unterfällt, handelt es sich um eine Schattenbank.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einzelne Schattenbankinstitute ===&lt;br /&gt;
Zu den Schattenbanken gehören, der [[Deutsche Bundesbank|Deutschen Bundesbank]] zufolge, die folgenden Unternehmensarten:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Deutsche Bundesbank |Titel=Finanzstabilitätsbericht 2015 |Datum=2015-11 |Fundstelle=Schaubild 1.4.1 |Seiten=59 |ISSN=1861-8979 |Online=https://www.bundesbank.de/resource/blob/664712/7cac3666367cdc01657742b15c7ce2bf/mL/2015-finanzstabilitaetsbericht-data.pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Geldmarktfonds]]&lt;br /&gt;
* Investmentfonds&lt;br /&gt;
** [[Offener Investmentfonds|offene Investmentfonds]] ([[Aktienfonds|Aktien-]], [[Rentenfonds|Renten-]], gemischte Wertpapierfonds und [[Hedgefonds]]),&lt;br /&gt;
** [[Geschlossener Fonds|geschlossene Investmentfonds]];&lt;br /&gt;
* sonstige Finanzinstitute&lt;br /&gt;
** sonstige [[Finanzinstitut]]e im engeren Sinne:&lt;br /&gt;
*** [[Zweckgesellschaft|Verbriefungszweckgesellschaften]], [[Conduit (Kapitalmarkt)|Conduits]], Structured Investment Vehicles,&lt;br /&gt;
*** [[Wertpapierhändler]],&lt;br /&gt;
*** kreditgewährende finanzielle Kapitalgesellschaften (insbesondere [[Finanzierungsleasing]]- und [[Factoring]]gesellschaften);&lt;br /&gt;
** sonstige Finanzinstitute im weiteren Sinne:&lt;br /&gt;
*** Unternehmen mit Kredit- und Versicherungshilfstätigkeiten (u.&amp;amp;nbsp;a. [[Briefkastenbank]]en),&lt;br /&gt;
*** firmeneigene Finanzierungseinrichtungen und Kapitalgeber (insbesondere [[Holding]]s).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Investmentfonds-Sektor ist mit etwa zwei Dritteln der Finanzaktiva der größte Schattenbanksektor in Deutschland, den kleinsten Sektor bilden mit etwa 0,15 % [[Marktanteil]] die Geldmarktfonds.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regulierungsrahmen vor der Finanzkrise 2007/2008 ===&lt;br /&gt;
Nahezu sämtliche Unternehmen, die als Schattenbanken eingeordnet werden, standen bereits vor der Finanzkrise unter einem Regulierungsrahmen. Die Regulierungsansätze aus 2012 und den Folgejahren fokussierten sich jedoch darauf, dass Schattenbanken nicht der &amp;#039;&amp;#039;Banken&amp;#039;&amp;#039;regulierung unterfielen und damit wesentliche Mechanismen zur Verhinderung von systemischen Risiken für das Finanzsystem nicht griffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesem Grund nahm die Regulierung des Schattenbankwesens seit dem Jahr 2012, beflügelt durch das Grünbuch Schattenbanken der EU-Kommission Gestalt an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aktivitäten und Instrumente ==&lt;br /&gt;
Schattenbanken nehmen im Finanzsystem wichtige Funktionen wahr. So stellen sie eine zusätzliche Finanzierungsquelle dar und bieten Anlegern Alternativen zu [[Bankeinlage]]n. Für die langfristige Finanzstabilität bergen sie Risiken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grünbuch-S2&amp;quot;&amp;gt;EU-Kommission: {{CELEX|52012DC0102|&amp;#039;&amp;#039;Grünbuch Schattenbankwesen&amp;#039;&amp;#039;}}. März 2012, S. 2.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Ansatz der Kommission im Hinblick auf Schattenbanken besteht in der Ermöglichung einer transparenten und widerstandsfähigen marktbasierten Kredittätigkeit und zeitgleicher Adressierung wesentlicher Risiken. Es soll gesichert werden, dass der Nutzen, der durch die Stärkung der Widerstandsfähigkeit bestimmter Akteure und Märkte erreicht wird, nicht durch die Verlagerung finanzieller Risiken in weniger regulierte Sektoren verringert wird. Möglichkeiten zur Aufsichtsarbitrage würden die Wirkung der Reformen stark untergraben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Finanzmanagement]] von Schattenbanken nutzt Strategien, [[Finanzierungsinstrument]]e und [[Finanzprodukt]]e wie Geschäftsbanken. Deshalb besteht die Strategie der Schattenbanken je nach Marktlage aus [[Spekulation (Wirtschaft)|Spekulation]], [[Arbitrage]] oder [[Hedging]]. Sie sind [[Marktteilnehmer]] auf dem [[Geldmarkt|Geld-]] und [[Kapitalmarkt]] und dort und außerhalb durch [[Interaktion]] mit [[Geschäftsbank]]en verbunden. Typische Akteure im Schattenbankensystem sind Geldmarkt- und Hedgefonds sowie [[Private-Equity-Fonds]];&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Laura E. Kodres |Titel=What Is Shadow Banking? Many financial institutions that act like banks are not supervised like banks |Sammelwerk=Finance and Development |Band=50 |Nummer=2 |Verlag=[[Internationaler Währungsfonds]] |Datum=2013-06 |Sprache=en |ISSN=0015-1947 |Seiten=42–43 |Online=https://www.imf.org/external/pubs/ft/fandd/2013/06/pdf/fd0613.pdf#page=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt; sie sind formal keine [[Kreditinstitut]]e, auch wenn sie funktional viele Gemeinsamkeiten mit den [[Investmentbank]]en aufweisen. Diese [[Nichtbank]]en können bankähnliche Geschäfte betreiben, also zum Beispiel Kredit gewähren. So kann ein Geldmarktfonds in kurzfristige [[Schuldverschreibung]]en von [[Unternehmen]] investieren. Verkauft ein Unternehmen [[Wertpapier]]e aus seinem Bestand und kauft sie [[Zug um Zug (Recht)|Zug um Zug]] mit einem [[Termingeschäft]] zurück, erhält es für die Laufzeit dieses [[Rückkaufvereinbarung|Repogeschäfts]] faktisch einen besicherten Kredit. Solche [[Transaktion (Wirtschaft)|Transaktionen]] erweitern die Finanzierungsmöglichkeiten und stellen somit einen Weg dar, die Abhängigkeit der Unternehmen von Banken zu reduzieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dombret-SZ&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Monatsbericht vom März 2014 erläuterte die Deutsche Bundesbank das Schattenbankensystem und deren Unterschiede zu Geschäftsbanken.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Monatsbericht-2014-03-S17&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Titel=Das Schattenbankensystem im Euro-Raum: Darstellung und geldpolitische Implikationen |Sammelwerk=Monatsbericht |Band=66 |Nummer=3 |Verlag=Deutsche Bundesbank |Datum=2014-03 |ISSN=1861-5872 |Seiten=15–31 |Fundstelle=hier S. 17 |Online=https://www.bundesbank.de/resource/blob/663920/56a8466fe18f46d39f7b88e07735d84a/mL/2014-03-monatsbericht-data.pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt; So betreiben sie, im Gegensatz zu Geschäftsbanken, keine [[Giralgeldschöpfung]]. Ihnen fehlt der direkte Zugang zu [[Zentralbank]]liquidität. Daher sind sie in stärkerem Maße der Gefahr kurzfristiger [[Liquidität]]sschwankungen ausgesetzt. Auch sind [[Passiva]] der Schattenbanken anders als Einlagen der Geschäftsbanken nicht im gleichen Maß von der staatlichen [[Einlagensicherung]] geschützt. Zudem ist die Regulierung der Schattenbanken weit weniger ausgeprägt als für Geschäftsbanken, obwohl es für einzelne Akteure und Aktivitäten einschlägige länderspezifische und supranationale Vorgaben gibt und diese weiterentwickelt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Monatsbericht-2014-03-S17&amp;quot; /&amp;gt; Die Bundesbank stellt die enge Verflechtung der Schattenbanken mit Geschäftsbanken heraus. So kaufen Geschäftsbanken von Zweckgesellschaften emittierte Schuldverschreibungen an, gewähren [[Kreditlinie]]n an Akteure des Schattenbankensystems oder sind über die eigene [[Refinanzierung]] mit Akteuren im Schattenbankensystem verbunden, insbesondere mit Geldmarktfonds und anderen institutionellen Anlegern.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Das Schattenbankensystem im Euro-Raum: Darstellung und geldpolitische Implikationen |Sammelwerk=Monatsbericht |Band=66 |Nummer=3 |Verlag=Deutsche Bundesbank |Datum=2014-03 |ISSN=1861-5872 |Seiten=15–31 |Fundstelle=hier S. 20 |Online=https://www.bundesbank.de/resource/blob/663920/56a8466fe18f46d39f7b88e07735d84a/mL/2014-03-monatsbericht-data.pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Analyse des &amp;#039;&amp;#039;Office of Financial Research&amp;#039;&amp;#039; im [[US-Finanzministerium]] kam 2014 zu dem Schluss,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Zoltan Poznar |Titel=Shadow Banking: The Money View |Datum=2014-07-02 |Sprache=en |Reihe=OFR Working Paper |BandReihe=14-04 |Online=https://www.financialresearch.gov/working-papers/files/OFRwp2014-04_Pozsar_ShadowBankingTheMoneyView.pdf |Abruf=2023-02-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; dass in der durch Liquidität getriebenen Finanzsituation sehr wenige, sehr große institutionelle Marktteilnehmer mit hervorragenden Informationsstrukturen gezwungen sind, große Mengen an sehr liquiden Mitteln risikolos anzulegen. Zum Jahresende 2013 hielten sie zusammen rund 6 Billionen USD. Aus strukturellen Gründen haben diese Akteure keinen Zugriff auf [[Zentralbankgeld]] der Typen [[Geldmenge|M0, M1, M2]]. Sie sind gezwungen, die Mittel in Form von [[Rückkaufvereinbarung|Repos]] im Schattenbanksektor anzulegen. Sie begeben sich in einen Markt, auf dem ihnen immer ein risikogetriebener Anleger gegenübersteht.&lt;br /&gt;
Darin sehen die Autoren ein wesentliches Risiko für Finanzmarktinstabilitäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 2014 betonte die Präsidentin der [[Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht]] (BaFin) [[Elke König (Ökonomin)|Elke König]], dass in der jüngeren Zeit Banken große Bestände an Risikopapieren an Schattenbanken verkauften oder auslagerten. Das erfordere eine stärkere Regulierung der Schattenbanken, {{&amp;quot;|weil das Risiko ja nicht einfach verschwindet, sondern nur woanders ist, und zwar dort, wo wir als Aufsicht nichts ausrichten können.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/schattenbanken-bafin-chefin-koenig-will-mehr-kontrolle-a-972807.html |werk=spiegel.de |titel=Milliarden-Risiken: BaFin-Chefin fordert mehr Kontrolle der Schattenbanken |datum=2014-06-02 |abruf=2023-02-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chefin des [[Internationaler Währungsfonds|Internationalen Währungsfonds]] (IWF), [[Christine Lagarde]], warnte zu einem Bericht des IWF im Herbst 2014 vor der Gefahr, die von dem immer weiter wachsenden, weitgehend unregulierten Schattenbanksektor auf die Weltwirtschaft ausgehe. Vermutlich würden dort mittlerweile Anlagen und Verbindlichkeiten im Wert von über 70 Billionen US-Dollar (als Vergleich dazu über 55 Billionen Euro)&amp;lt;!-- sic! tatsächlich Billionen für die Weltwirtschaft!! --&amp;gt; verwaltet. In den USA sei der Bereich doppelt so groß wie der ganze Rest des Bankenbereichs und in Europa mache er gut die Hälfte aus. In China entspreche die Bilanzsumme der Schattenbanken vermutlich mehr als einem Drittel der chinesischen Wirtschaftsleistung. Damit stellten Schattenbanken eine undurchsichtige [[Black Box (Systemtheorie)|Blackbox]] von riesigem Ausmaß dar. Nach einer Meldung der &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit|Zeit]]&amp;#039;&amp;#039; von Anfang Februar 2015 kamen in den USA mittlerweile die Hälfte aller Kredite von Schattenbanken.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Konrad Putzier |url=https://www.zeit.de/wirtschaft/geldanlage/2015-02/schattenbanken-wall-street-finanz-krise |titel=Der rasante Aufstieg der Schattenbanken |werk=zeit.de |datum=2015-02-05 |abruf=2023-02-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Risiken ==&lt;br /&gt;
Die [[Weltfinanzkrise 2007–2008|Finanzkrise ab 2007]] bewies, wie auch außerhalb des Bankensystems Risiken für die Stabilität des gesamten Finanzsystems entstehen können. Zu &amp;#039;&amp;#039;dieser&amp;#039;&amp;#039; [[Finanzkrise]] trugen einerseits Probleme bei Schattenbankenaktivitäten wie die [[Verbriefung]] von Krediten bei. Andererseits gab es Schieflagen der dem Schattenbankensystem zuzurechnenden Akteure, vor allem Geldmarktfonds.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Finanzstabilitätsbericht 2015 |Hrsg=Deutsche Bundesbank |Datum=2015-11 |ISSN=1861-8979 |Seiten=58 |Online=https://www.bundesbank.de/resource/blob/664712/7cac3666367cdc01657742b15c7ce2bf/mL/2015-finanzstabilitaetsbericht-data.pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem ist ihre Verbindung zu [[Systemrelevanz|systemrelevanten]] Banken ein großer Risikofaktor für das weltweite Finanzsystem. Durch Verflechtungen zwischen Banken und Institutionen außerhalb des [[bankenaufsicht]]lichen Regulierungsrahmens können Risiken übertragen werden – in direkter Form (etwa über Kredit- und Refinanzierungsbeziehungen oder Haftungsmechanismen und [[Garantie]]gewährungen) oder indirekt durch gemeinsame [[Gegenpartei]]en oder [[Investition]]en in Vermögenswerte derselben Art. In Deutschland stieg der Anteil des Schattenbankensektors an den [[Aktiva]] des gesamten Finanzsektors von Januar 1999 bis zum zweiten Quartal 2015 von 9 % auf 18 %.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Finanzstabilitätsbericht 2015 |Hrsg=Deutsche Bundesbank |Datum=2015-11 |ISSN=1861-8979 |Seiten=59 |Online=https://www.bundesbank.de/resource/blob/664712/7cac3666367cdc01657742b15c7ce2bf/mL/2015-finanzstabilitaetsbericht-data.pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[EU-Kommission]] kategorisierte die Risiken des Schattenbankwesens im März 2012 wie folgt:&amp;lt;ref&amp;gt;EU-Kommission: {{CELEX|52012DC0102|&amp;#039;&amp;#039;Grünbuch Schattenbankwesen&amp;#039;&amp;#039;}}. März 2012, S. 5 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bei [[Passivgeschäft|einlagenähnlichen]] Finanzierungsstrukturen kann es zum massiven Mittelabzug (im Bankwesen [[Bank Run]] genannt) kommen: Schattenbanken sind ähnlichen finanziellen Risiken ausgesetzt wie Banken, ohne vergleichbaren, durch Regulierung und Regulierungsaufsicht bedingten Zwängen und Gesetzen zu unterliegen.&lt;br /&gt;
* Akkumulierung eines hohen versteckten [[Fremdkapitalquote|Fremdkapitalanteils]]: Tätigkeiten von Schattenbanken können in hohem Maße fremdfinanziert sein ([[Leverage Ratio]]), wobei [[Kreditsicherheiten]] mehrfach umgewälzt werden, ohne den von Regulierung und Aufsicht verhängten Limits zu unterliegen.&lt;br /&gt;
* Umgehung von Vorschriften und Regulierungsarbitrage: Schattenbankgeschäfte können missbraucht werden, um die Regulierung oder Aufsicht, denen reguläre Banken unterliegen, zu umgehen, indem die traditionelle [[Kreditvermittlung]] in rechtlich voneinander unabhängige, aber miteinander in Beziehung stehende rechtliche Strukturen aufgebrochen wird.&lt;br /&gt;
* Ungeordnete [[Insolvenz]]en mit Auswirkungen auf das Bankensystem: Jede Insolvenz einer Schattenbank kann enorme Ansteckungs- und [[Spillover-Effekt]]e nach sich ziehen. In Krisen oder bei äußerst unsicheren Rahmenbedingungen können die von Schattenbanken eingegangenen Risiken leicht auf den Bankensektor übertragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vielfältige Verflochtenheit (Heterogenität) des Schattenbanksystems erschwert seine statistische Erfassung, macht sie aber nicht unmöglich. Die Bundesbank fokussiert sich bei Schattenbanken auf das [[Aggregation (Wirtschaft)|Aggregat]] der sonstigen Finanzintermediäre einschließlich Geldmarktfonds (SFI) und ermittelte, dass – gemessen an der [[Bilanzsumme]] – im 3. Quartal 2013 insgesamt 32 % der SFI in [[Luxemburg]] und 18 % in den [[Niederlande]]n ihren Sitz hatten, in Deutschland waren 10 % beheimatet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Das Schattenbankensystem im Euro-Raum: Darstellung und geldpolitische Implikationen |Sammelwerk=Monatsbericht |Band=66 |Nummer=3 |Verlag=Deutsche Bundesbank |Datum=2014-03 |ISSN=1861-5872 |Seiten=15–31 |Fundstelle=hier S. 22 |Online=https://www.bundesbank.de/resource/blob/663920/56a8466fe18f46d39f7b88e07735d84a/mL/2014-03-monatsbericht-data.pdf}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Den größten Anteil machen in Luxemburg die Investmentfonds (35 %) aus, fast das gesamte Geldmarktfondsvermögen liegt in [[Frankreich]] (39 %), [[Irland]] (33 %) und Luxemburg (24 %).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte und fortschreitende Regulierung ==&lt;br /&gt;
=== Entstehung der ersten Schattenbankinstitute ===&lt;br /&gt;
Schattenbanken entstanden in den USA, wo sie außerhalb der Aufsicht der [[Securities and Exchange Commission]] (SEC) und des [[Aktiengesetz (Vereinigte Staaten)|Aktiengesetzes der Vereinigten Staaten (Securities Act)]] operierten, ohne dass staatliche Stellen dagegen einschritten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=aKw0GlaSsgoC |SeitenID=PT129}} |Autor=Florian Pressler |Titel=Die erste Weltwirtschaftskrise |Datum=2013 |Seiten=o. S.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine der ersten Schattenbanken war der im Oktober 1928 gegründete – und heute noch existierende – [[Pioneer Investments|Pioneer Fund]], der in keine Unternehmen investierte, die Waffen, Alkohol oder Tabak herstellten. Die [[Hypothekenbank]] [[Fannie Mae]] entstand 1938, als Wettbewerber folgte im Jahre 1970 [[Freddie Mac]]. Zu jener Zeit gab es auch die ersten Geldmarktfonds. Im September 1998 geriet der amerikanische Hedgefonds [[Long-Term Capital Management]] (LTCM) als Folge von Verlusten in Milliardenhöhe in eine bedrohliche Krise. Weil LTCM sich bei Banken hohe Summen geliehen hatte, deren Rückzahlung fraglich wurde, organisierte die [[Federal Reserve System|New Yorker National Federal Reserve Bank]] eine Rettungsaktion.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Bankregulierung lässt Schattenbanken im Dunkeln |Sammelwerk=FAZ |Datum=2013-12-13 |Seiten=23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den USA gelten auch die öffentlichen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac als Schattenbanken.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Gerhard Merk]] |url=https://www.wiwi.uni-siegen.de/merk/downloads/finanzbegriffe/finanzbegriffe.pdf |titel=Finanzlexikon |hrsg=Universität Siegen |datum=1995 |seiten=1605 |format=PDF; 10&amp;amp;nbsp;MB |abruf=2023-02-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch dadurch ist das Schattenbankensystem fast doppelt so groß wie das reguläre Bankensystem. Die Aktiva des Schattenbankensystems belaufen sich dort auf rund 175 %, in Deutschland hingegen nur auf rund 25 % derjenigen regulärer Banken. Diese Ausmaße sind von großer Bedeutung, da eine Krise im Schattenbanksystem der USA wegen starker Verflechtungen zum Geschäftsbankensystem zu [[Contagion-Effekt|Ansteckungseffekten]] im Geschäftsbanksystem führen kann. 2015 betrug das Kreditvolumen chinesischer Schattenbanken laut dem [[McKinsey Global Institute]] (MGI) 6,5 Billionen Dollar. Sie stehen für rund 30 % aller chinesischen Schulden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Marc Friedrich, Matthias Weik |url=https://www.focus.de/finanzen/experten/weik_und_friedrich/krisenstimmung-im-reich-der-mitte-china-ein-boersencrash-laesst-die-welt-erzittern_id_4858180.html |titel=Planwirtschaft vom Allerfeinsten: Warum der China-Crash so gefährlich ist |werk=Focus Online |datum=2015-08-06 |abruf=2023-02-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung bei der Entstehung der Finanzkrise 2007/2008 ===&lt;br /&gt;
Seit der [[Subprime-Krise]] hat sich „shadow banking“ in den USA zu einem bedeutenden Finanzkonzept entwickelt, das eine Möglichkeit zur Ausweitung von [[Kredit]]en außerhalb des Bankensystems bot.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=sEFACwAAQBAJ |Seite=1}} |Autor=Qingmin Yan, Jianhua Li |Titel=Regulating China&amp;#039;s Shadow Banks |Datum=2016 |Seiten=1 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der von Paul McCulley ([[Pimco]]) zu Beginn der [[Weltfinanzkrise 2007–2008|Finanzkrise ab 2007]] im August 2007 geprägte Begriff &amp;#039;&amp;#039;Schattenbank&amp;#039;&amp;#039; verdeutlicht einerseits den Bankencharakter, andererseits die durchaus problematischen Aspekte eines nicht integrierten Systems, das abseits der staatlichen Aufsicht operiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=39wXyCJS8qsC |SeitenID=RA3-PA388}} |Autor=Jochen Felsenheimer |Titel=Kreditmärkte im Wandel |Datum=2011 |Seiten=388}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Oft wird die Zunahme des Schattenbankwesens als Folge der strengeren Regulierung der Kreditinstitute angesehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Online={{Google Buch |BuchID=pVQlAAAAQBAJ |Seite=122}} |Autor=Manfred Weber |Titel=So funktioniert der Geldmarkt |Datum=2013 |Seiten=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die weltweit ab 2007 verstärkt begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Untersuchungen ===&lt;br /&gt;
Nach dem Auftrag des [[Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer|G20-Gipfels]] vom November 2010 in Seoul legte das [[Financial Stability Board]] (FSB) ({{enS}} für ‚Finanzstabilitätsaufsicht‘) am 27. Oktober 2011 einen Bericht über die Verstärkung und Regulierung des Schattenbanksektors vor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |hrsg=FSB |url=https://www.fsb.org/2011/04/shadow-banking-scoping-the-issues/ |titel=Shadow Banking: Scoping the Issues |datum=2011-04-12 |abruf=2023-02-08 |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;bafin&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=BaFin |Online={{Webarchiv |url=http://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/BaFinJournal/2011/bj_1111-12.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=5 |text=Online |wayback=20131017233843}} |Titel=G20: Bessere Überwachung von Schattenbanken |Sammelwerk=[[BaFin-Journal]] |Nummer=11/12 |Datum=2011 |Seiten=16–20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesem Bericht definiert das FSB das Schattenbanksystem als ein „System der [[Kreditvermittlung]], an dem Unternehmen und Aktivitäten außerhalb des regulären Bankensystems beteiligt sind.“ Für 2010 hat das FSB das Volumen des globalen Schattenbanksystems grob auf etwa 46 Billionen [[Euro]] geschätzt, während es 2002 noch 21 Billionen Euro betragen hatte. Dies entspricht 25–30 % des gesamten [[Finanzsystem]]s und der Hälfte aller Bankaktiva. In den Vereinigten Staaten ist dieser Anteil höher und liegt, Schätzungen zufolge, zwischen 35 und 40 %. Der Bericht stellte systemische Risiken und eine Neigung zur Verschiebung von Risiken hinein in &amp;#039;&amp;#039;[[Volkswirtschaft]]en mit geringeren Auflagen&amp;#039;&amp;#039; (Regulierungs[[arbitrage]]) fest. Daraus leitete das FSB Empfehlungen zur Regulierung des Systems ab. Seit 2012 wird jährlich über die Entwicklung berichtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bafin&amp;quot; /&amp;gt; Bis 2011 wurde ein weiterer Anstieg auf 67 Billionen [[US-Dollar]] registriert, was einem Viertel der Gesamtumsätze auf dem globalen Kapitalmarkt entspricht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |werk=Spiegel Online |url=https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/fsb-schattenbanken-gewinnen-an-macht-im-finanzsystem-a-867967.html |titel=Schattenbanken breiten sich im Finanzsystem aus |datum=2012-11-19 |abruf=2023-02-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Den Schätzungen des FSB zufolge stieg der prozentuale Anteil der Vermögenswerte von Finanzintermediären mit Sitz in Europa, die keine Banken sind, am weltweiten Volumen des Schattenbanksystems zwischen 2005 und 2010 stark an, während der Anteil der in den USA gelegenen Vermögenswerte sank.&amp;lt;ref&amp;gt;EU-Kommission: {{CELEX|52012DC0102|&amp;#039;&amp;#039;Grünbuch Schattenbankwesen&amp;#039;&amp;#039;}}. März 2012, S. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Europäische Regulierungsbemühungen ==&lt;br /&gt;
=== Beginn der Regulierung ===&lt;br /&gt;
Mit Fortschreiten der Bankenregulierung als Reaktion auf die Finanzkrise der Jahre 2007/2008 trat ein Ungleichgewicht zutage: Da die klassische Bankenregulierung auf Schattenbanken keine unmittelbare Anwendung findet, wurden Schattenbanken aufgrund der weniger komplexen Regeln zu einer flexibleren Finanzierungsalternative.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kommission veranstaltete am 27. April 2012 in Brüssel eine Konferenz zum Thema Schattenbankwesen. Nach der Konsultation zum vorlegislativen [[Grünbuch (Europäische Kommission)|Grünbuch]] im März 2012 nahm die EU-Kommission am 4. September 2013 eine Mitteilung an, in der sie ihren Fahrplan vorlegte, Risiken zu begrenzen, insbesondere jene systemischer Art, im ungeregelten oder weniger regulierten Bereichen des Finanzsystems. Im November 2012 folgte das [[Europäisches Parlament|Europäische Parlament]] mit einer Resolution, welche die Kommission zum Handeln aufforderte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/TA-7-2012-0427_DE.html |titel=Entschließung des Europäischen Parlaments zu Schattenbanken |werk=europarl.europa.eu |datum=2012-11-20 |abruf=2023-02-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ende Januar 2014 legte die EU-Kommission in Zusammenhang mit der Regulierung von Finanzrisiken einen Vorschlag bezüglich der Schattenbanken vor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=European Commission |url=https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/MEMO_14_64 |titel=Reporting and transparency of securities financing transactions – frequently asked questions |titelerg=MEMO/14/64 |werk=ec.europa.eu |datum=2014-01-29 |sprache=en |abruf=2023-02-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Darin schlägt sie eine Registrierungspflicht für [[Wertpapierleihe|Wertpapierleih-Geschäfte]] vor, um Transparenz an dieser Schnittstelle zwischen „normalen“ Banken und Schattenbanken zu schaffen. Dies soll die Risikobewertung der Papiere erleichtern und Kunden Zugang zu wesentlichen Informationen über die Geschäfte involvierter Investmentfonds ermöglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Januar 2016 registrierte der wissenschaftliche Dienst des Bundestages in einem Bericht über Schattenbanken in Deutschland&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bundestag.de/resource/blob/409400/e2c84e6e3d53f3e0d758584990833169/wd-4-006-16-pdf-data.pdf |titel=Schattenbankenaktivitäten in Deutschland |titelerg=WD 4 – 006/16 |hrsg=Wissenschaftliche Dienste des Bundestages |datum=2016-01-21 |abruf=2023-02-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; eine Zunahme des Volumens von Anfang 1999 bis zum zweiten Quartal 2015 von nominal mehr als dem Dreifachen auf rund 2,6 Billionen Euro durch gestiegene Schattenbanken-Aktivitäten sowie geringe Vermögenswerte im Bankensektor („Deleveraging“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regulierungsansätze ===&lt;br /&gt;
Weil von Schattenbanken sehr leicht systemische Risiken ausgehen können, forderten Aufsichtsbehörden deren Überwachung. Die Arbeiten des FSB ergaben, dass die ungeordnete Insolvenz einer Schattenbank direkt als auch indirekt über ihre Verknüpfung(en) mit regulären Banken mit Systemrisiken verbunden sein kann. Das FSB betonte, dass – solange derartige Geschäfte und Unternehmen geringerer Regulierung und Aufsicht unterliegen als der restliche Finanzsektor – eine verstärkte Bankenregulierung große Teile der [[Bankgeschäft]]e vom traditionellen Bankensystem in das Schattenbanksystem treiben kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grünbuch-S2&amp;quot; /&amp;gt; Dabei ist zu bedenken, dass die [[Finanzwesen|Finanzwirtschaft]] inzwischen die [[Realwirtschaft]] dominiert. War noch um 1980 die weltweite Realwirtschaft der Finanzwirtschaft quantitativ mit 2:1 überlegen, so ist sie heute mit 1:3,5 deutlich unterlegen. Da das Schattenbankwesen zur Finanzwirtschaft gehört, stärkt es deren Dominanz, so dass die Gefahr einer Übertragung von etwaigen Turbulenzen im Finanzsystem auf die Realwirtschaft weiter zunehmen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stand der Regulierung im europäischen Finanzmarkt ===&lt;br /&gt;
Auf Grundlage des Grünbuchs der EU-Kommission wurden weitgehende Regelungen erlassen in Bezug auf&lt;br /&gt;
* [[Geldmarktfonds]] ([[Verordnung (EU) 2017/1131]]),&amp;lt;ref&amp;gt;{{EU-Verordnung|2017|1131|titel=des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. Juni 2017 über Geldmarktfonds |abruf=2023-04-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Kreditfonds]],&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Fachartikel/2016/fa_bj_1610_Kreditfonds.html |titel=Kreditfonds: Darlehensvergabe durch alternative Investmentfonds |sprache=de |abruf=2023-04-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Verbriefung]]en ([[Verordnung (EU) 2017/2402]])&amp;lt;ref&amp;gt;{{EU-Verordnung|2017|2402|titel=des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Dezember 2017 zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens für Verbriefungen und zur Schaffung eines spezifischen Rahmens für einfache, transparente und standardisierte Verbriefung und zur Änderung der Richtlinien 2009/65/EG, 2009/138/EG, 2011/61/EU und der Verordnungen (EG) Nr. 1060/2009 und (EU) Nr. 648/2012 |abruf=2023-04-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und&lt;br /&gt;
* [[Wertpapierfinanzierungsgeschäft]]e ([[Verordnung (EU) 2015/2365]]).&amp;lt;ref&amp;gt;{{EU-Verordnung|2015|2365|titel=des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. November 2015 über die Transparenz von Wertpapierfinanzierungsgeschäften und der Weiterverwendung sowie zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 648/2012 |abruf=2023-04-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=123336913X}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bankwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzwissenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2026-13030-52</name></author>
	</entry>
</feed>