<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Schamotte</id>
	<title>Schamotte - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Schamotte"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schamotte&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-25T11:19:43Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schamotte&amp;diff=73622&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;HolgerFiedler: /* Geschichte */ Wikipedia-Link zum Ort Rollhofen eingefügt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Schamotte&amp;diff=73622&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-05-25T06:41:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte: &lt;/span&gt; Wikipedia-Link zum Ort Rollhofen eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Nachtspeicherheizung 1.jpg|mini|Schamotte in einer [[Nachtspeicherheizung|Nachtspeicher&amp;amp;shy;heizung]]]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schamotte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;f.&amp;#039;&amp;#039; (regional und in Österreich &amp;#039;&amp;#039;der&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schamott&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, umgangssprachlich häufig auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schamottstein&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) werden im allgemeinen Sprachgebrauch [[Feuerfester Werkstoff|feuerfeste]] [[Stein]]e und Ausmauerungen bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Fachsprache|Fachsprachlich]] wird mit &amp;#039;&amp;#039;Schamotte&amp;#039;&amp;#039; nur ein gesteinsähnliches, künstlich hergestelltes, feuerfestes Material mit einem Anteil von 10 bis 45&amp;amp;nbsp;Prozent [[Aluminiumoxid]] (Al&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;) bezeichnet, nicht aber andere feuerfeste Baustoffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Schamotte&amp;#039;&amp;#039; ist angeblich im 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert von italienischen Porzellanarbeitern in Thüringen gebildet worden (&amp;#039;&amp;#039;sciarmotti&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;scarmotti&amp;#039;&amp;#039;) mit Anlehnung an „Schärm“ oder „Scharm“, die thüringische Aussprache für „[[Scherben]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Schamotte &amp;#039;&amp;#039;Meyers Großes Konversations-Lexikon&amp;#039;&amp;#039; 1905]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Al&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Gehalt werden unterschieden:&lt;br /&gt;
* saure Schamotte: 10 bis 30 %&lt;br /&gt;
* Normalschamotte: 30 bis 45 %.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schamottsteine, die in Öfen (z.&amp;amp;nbsp;B. Nachtspeicheröfen) vor dem Jahr 1980 verbaut wurden, zählen nicht als Bauschutt. Sie müssen als Baustellen-Restabfälle entsorgt werden, da ihnen je nach Verwendung [[Asbestfaser]]n anhaften können, bei Öfen etwa im Zementrest der Ausfugung. Die Steine selbst enthalten kein Asbest.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.schadstoff-kompass.de/bauteile-schadstoffe/schornsteine/?cat=bauteile |titel=Asbest, PAK, KMF |titelerg=Katalog typische Schadstoffe in Schornsteinen |hrsg=RM Rudolf Müller Medien GmbH &amp;amp; Co. KG |werk=www.schadstoff-kompass.de |sprache=de-DE |abruf=2023-11-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://polludoc.ch/de/material/cheminees-oefen-und-kamine-mit-asbest |titel=Cheminées, Öfen und Kamine mit Asbest |werk=polludoc.ch |abruf=2023-11-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eigenschaften ==&lt;br /&gt;
Schamotte ist preiswerter als andere [[Feuerfester Werkstoff|feuerfeste Steine]]. Sie ist mechanisch meist nur gering belastbar und wird auf der vom Feuer abgewandten Seite in der Regel durch Blech, Fliesen, Klinker oder andere widerstandsfähige Materialien vor mechanischer Beschädigung geschützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beim Abbrand von Kohle und Holz herrscht oft eine [[Kohlenstoffmonooxid|CO]]-haltige, reduzierende Atmosphäre bei Temperaturen unterhalb von 800&amp;amp;nbsp;°C, bei der das [[Boudouard-Gleichgewicht]] zur Bildung von elementarem Kohlenstoff neigt (2 CO ⇌ CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; + C). Dieser Kohlenstoff setzt sich in den Poren der Steine ab und führt zur Zermürbung des Gefüges. Allerdings ist die Aktivierungsenergie für diese Reaktion normalerweise unter 800&amp;amp;nbsp;°C nicht ausreichend. Freies [[Eisen#Oxide|Eisenoxid]] oder [[Eisen]] wirkt jedoch [[Katalysator|katalytisch]], daher ist der Eisengehalt niedrig zu halten. Dadurch ist Schamotte als Ausmauerung zur Verhüttung von Eisenerz nicht gut geeignet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[spezifische Wärmekapazität]] (Fähigkeit zur Speicherung von Wärme) liegt mit 1,00 kJ/(kg·K) für Mauerwerk recht hoch, ungefähr gleichauf mit Beton oder Gips, während die [[Wärmeleitfähigkeit]] mit 0,8 W/(m·K) bei 100 °C und 1 W/(m·K) bei 1000 °C eher niedrig ist. Der [[Schmelzpunkt]] liegt bei einem Aluminiumoxid-Gehalt von 30 % bei etwa 1.780 °C. Der [[Siedepunkt]] wird gelegentlich mit über 9.000 °C angegeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Funke97&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Titel=Temperatur- und Spannungsberechnungen zur Analyse und Optimierung der Aufheiz- und Abkühlphase beim Brand von Schamottesteinen |Autor=Thomas Hermann Funke |Ort=Meerbusch |Datum=2007-12 |Seiten=86 ff. |Online=https://d-nb.info/987360248/34#page=90}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Wert ist jedoch fraglich, da höchstsiedende Verbindungen wie [[Wolframcarbid|Wolfram(IV)-carbid]] bei rund 6000 °C und Al&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; schon bei 3000 °C sieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wasseraufnahme sollte weniger als 7 % betragen. Der lineare [[Wärmeausdehnungskoeffizient]] ist temperaturabhängig und beträgt bei Raumtemperatur etwa 10&amp;lt;sup&amp;gt;−5&amp;lt;/sup&amp;gt; /[[Kelvin|K]] und sinkt bei 1000 [[Grad Celsius|°C]] auf etwa 10&amp;lt;sup&amp;gt;−6&amp;lt;/sup&amp;gt; /[[Kelvin|K]] ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Hermann Funke: [https://d-nb.info/987360248/34#page=100 &amp;#039;&amp;#039;Temperatur- und Spannungsberechnungen zur Analyse und Optimierung der Aufheiz- und Abkühlphase beim Brand von Schamottesteinen&amp;#039;&amp;#039;]. S. 96. Dissertation, Meerbusch Dezember 2007, {{urn|nbn:de:hbz:464-20080117-153630-3}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweistoffsystem SiO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; – Al&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; ===&lt;br /&gt;
Die waagerechte Linie bei knapp 1600 °C liegt auf Höhe des [[Eutektischer Punkt|eutektischen Punkts]]. Unterhalb dieser Temperatur ist die ganze Schmelze erstarrt. Zwischen dieser Linie und der darüberliegenden Kurve liegt eine Mischung aus flüssiger und fester Phase vor, da bei einem Al&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Gehalt oberhalb des eutektischen Punktes zuerst Al&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt; auskristallisiert. Hierdurch reduziert sich der Al&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Gehalt in der Schmelze, so dass sich diese der Zusammensetzung am eutektischen Punkt annähert. Bei weiterer Wärmeabgabe kristallisiert diese eutektische Zusammensetzung bei konstanter Temperatur aus, bis die Schmelze komplett erstarrt ist. Die obere Kurve markiert den Punkt, an dem die Masse komplett aufgeschmolzen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Gehalt an Aluminiumoxid&lt;br /&gt;
* steigt der Schmelzpunkt des Gemisches,&lt;br /&gt;
* nimmt die Festigkeit zu,&lt;br /&gt;
* sinkt das Porenvolumen und&lt;br /&gt;
* die Temperaturwechselbeständigkeit steigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mineralphasen ===&lt;br /&gt;
* [[Mullit]] 25–50 %&lt;br /&gt;
* Glas 25–50 %&lt;br /&gt;
* [[Quarz]] bzw. [[Cristobalit]] bis 30 %&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ziel ist es in der Regel, den Anteil an Mullit zu maximieren. Bei geringen Al&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Gehalten ist dies schwer zu erreichen. Daraus resultieren bei minderwertigen Qualitäten hohe Anteile an SiO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; (saure Schamotte).&lt;br /&gt;
Ein qualitativ hochwertiger Schamottestein (höhere Anwendungstemperatur) zeichnet sich durch einen möglichst hohen Al&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Anteil aus, um möglichst viel Mullit 3 Al&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;·2 SiO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; zu bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Bevor Schamotte beim [[Ofenbau]] zum Einsatz kam, wurden Öfen mit [[Backofenstein]]en natürlichen Ursprungs ausgekleidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der älteste Hersteller feuerfester Erzeugnisse in Deutschland sind die [[Wolfshöher Tonwerke]]; gegründet 1856 von Lorenz Wolf. Als [[Ziegelei]]-Besitzer belieferte er Mitte des 19. Jahrhunderts unter anderem das Gaswerk in Nürnberg. Hier lernte er erstmals feuerfeste Steine kennen. Diese wurden in großem Umfang zum Bau von Feuerungen benötigt, mussten bis dahin aber noch zu sehr hohen Preisen aus England bezogen werden. Da er auf seinem Weg nach Nürnberg schon des Öfteren auf Spuren feuerfesten Tons gestoßen war, den man zur Herstellung [[Feuerfester Werkstoff|feuerfester Materialien]] (sogenannter Schamotte oder Chamotte) benötigt, erkannte er seine Chance und gründete auf der [[Rollhofen]]er Höhe eine Schamotte-Produktion.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://wolfshoehe.de/geschichte/ |titel=Geschichte |werk=Wolfshöher Tonwerke |abruf=2019-10-23 |sprache=de-DE}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herstellung ==&lt;br /&gt;
=== Rohstoffe ===&lt;br /&gt;
Der Rohstoff für den Schamottestein sind [[Tonminerale]]. Man spricht von Schamotte, solange ausschließlich Ton im Versatz verwendet wurde. Die [[Grünkörper]] können jedoch nicht aus reinem Ton geformt werden, da sonst eine enorme Brennschwindung einträte, die zu Rissen und Verformungen beim Brennen der Steine führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird daher zunächst &amp;#039;&amp;#039;Schamottekörnung&amp;#039;&amp;#039; hergestellt. Dazu wird Rohton plastisch aufbereitet, grob zerkleinert und getrocknet. Danach wird er bis zur maximalen [[Mullit]]bildung gebrannt, danach gebrochen oder gemahlen und das Zwischenprodukt wird durch Sieben in Grob-, Mittel- und Feinkorn fraktioniert. Diese Schamottekörnung wird nun wieder mit einem gewissen Anteil ungebrannten Rohtons gemischt, der zur Bindung der Schamottekörnung und zur Ergänzung des Gefüges dient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der verwendete Ton sollte möglichst rein sein. Einfacher [[Lehm]] enthält in der Regel einen relativ großen [[Quarz]]anteil, der eine qualitativ minderwertige saure Schamotte ergibt. Ein möglichst hoher [[Kaolinit]]anteil im Ton ist von Vorteil, da dieser keine [[Alkalie]]n mitbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätze von [[Periklas]] ([[Magnesiumoxid|MgO]]) bewirken eine [[Cordierit]]-Bildung, welche die Temperaturwechselbeständigkeit (TWB) auf Grund des kleineren [[Wärmeausdehnungskoeffizient|WAK]] stärkt, aber die Temperaturbeständigkeit leicht senkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Formgebung ===&lt;br /&gt;
Die Formgebung erfolgt durch Herstellung von Gießschlicker, plastischer Masse oder [[Granulare Materie|Pressgranulat]]. Das Verhältnis von Schamottekörnung zu Ton variiert. Die vorgebrannte Schamottekörnung ist nicht formbar. Die Herstellung komplexer Formen erfordert daher einen höheren Tonanteil.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Formgebung erfolgt durch [[Schlickerguss]], Extrusion mittels [[Strangpresse]] oder Trockenpressen. Je trockener die Masse bei der Formgebung ist, desto besser werden die feuerfesten Eigenschaften des fertigen Steins.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je geringer der Wassergehalt der Rohmasse, desto&lt;br /&gt;
* höher die Rohdichte,&lt;br /&gt;
* geringer die [[Porosität]] (das Optimum liegt bei ca. 20 %),&lt;br /&gt;
* höher die KDF (Kaltdruckfestigkeit),&lt;br /&gt;
* höher das Druck-Erweichen &amp;#039;&amp;#039;T&amp;lt;sub&amp;gt;05&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039; (höhere Anwendungstemperatur),&lt;br /&gt;
* höher die Temperaturwechselbeständigkeit &amp;#039;&amp;#039;TWB&amp;#039;&amp;#039;,&lt;br /&gt;
* höher die Maßhaltigkeit und&lt;br /&gt;
* geringer die Brenn- und Trockenschwindung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein trockengepresster Stein ist plastisch geformten oder schlickergegossenen Steinen in Hinsicht auf die feuerfesten Eigenschaften überlegen. Letztere Herstellungsverfahren werden daher nur angewendet, wenn die gewünschte Form nicht durch Trockenpressen zu erreichen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sintern von Schamotten ===&lt;br /&gt;
Angestrebt wird eine maximale Mullitbildung unter der Annahme, dass das gesamte Aluminiumoxid im Rohstoff an der Mullitbildung teilnimmt. Dies geschieht bei Temperaturen zwischen 1000 und 1400&amp;amp;nbsp;°C. Zuerst bildet sich Schuppenmullit, aus dem sich bei höheren Temperaturen Nadelmullit bildet. Die nadelige Form erlaubt es den Mullitkristallen, sich ineinander zu verstricken, wodurch sich der Stein verfestigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist abzuwägen zwischen&lt;br /&gt;
* langer Brennzeit und maximaler Mullitbildung zum Erreichen einer maximalen Hitzebeständigkeit, sowie&lt;br /&gt;
* kurzer Brennzeit und der Einsparung von Energiekosten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hohe Quarzgehalte erfordern ein vorsichtiges Aufheizen (wegen Modifikationswechseln).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Schamottestein.jpg|mini|Ein bei einer Feuerbestattung verwendeter Schamottestein]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schamottesteine werden zur Auskleidung des Brennraums von [[Kachelofen|Kachelöfen]], [[Kamin]]en und technischen [[Ofen|Öfen]] verwendet.&lt;br /&gt;
Als preiswerter Ersatz kommen heute auch Platten aus [[Vermiculit]] zur Anwendung. Diese besitzen eine geringere Wärmeleitfähigkeit als Schamotte, so dass höhere Verbrennungstemperaturen erreicht werden können. Vermiculit ist jedoch weniger abriebfest als Schamotte und speichert die Wärme schlechter.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kaminofen.info/schamotte-oder-vermiculite-was-ist-besser/ Schamotte oder Vermiculite: Was ist besser?], Cerberus Kaminhaus Gmbh, 2020. In: Kaminofen.de. Abgerufen im September 2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Anwendungen:&lt;br /&gt;
* Herstellung von [[Pizza#Zubereitung|Pizzasteine]]n zum Unterlegen im häuslichen Backofen.&lt;br /&gt;
* Wärmespeichermasse in [[Elektrogebäudeheizung]]en&lt;br /&gt;
* Schamottesteine mit eingepressten Nummer zur Kennzeichnung der Asche eines Verstorbenen bei einer [[Feuerbestattung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Technische Anwendungen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Innenbeschichtung von Behältern, in denen Metall geschmolzen oder flüssiges Metall transportiert wird&lt;br /&gt;
* Auskleidung von Öfen (unter Umständen auch zur Hintermauerungen von hochwertigerem [[Feuerfester Werkstoff|Feuerfest-Material]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einteilung der Schamottesteine ==&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bezeichnung&lt;br /&gt;
! Al&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
! [[Segerkegel]]nummer&lt;br /&gt;
! Max. Anwendungstemperatur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| A0&lt;br /&gt;
| &amp;gt;42 %&lt;br /&gt;
| 34&lt;br /&gt;
| 1400&amp;amp;nbsp;°C&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| AIS&lt;br /&gt;
| 40–42 %&lt;br /&gt;
| 33–34&lt;br /&gt;
| 1350–1400&amp;amp;nbsp;°C&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| AI&lt;br /&gt;
| 37–40 %&lt;br /&gt;
| 33&lt;br /&gt;
| 1300–1350&amp;amp;nbsp;°C&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| AII&lt;br /&gt;
| 33–37 %&lt;br /&gt;
| 32&lt;br /&gt;
| 1250–1300&amp;amp;nbsp;°C&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| AIII&lt;br /&gt;
| 30–33 %&lt;br /&gt;
| 30&lt;br /&gt;
| 1200–1250&amp;amp;nbsp;°C&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Bezeichnung&lt;br /&gt;
! SiO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
! Segerkegelnummer&lt;br /&gt;
! Max. Anwendungstemperatur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| BI&lt;br /&gt;
| ca. 78 %&lt;br /&gt;
| 32–33&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| BII&lt;br /&gt;
| ca. 72 %&lt;br /&gt;
| 30–31&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| BIII&lt;br /&gt;
| ca. 67 %&lt;br /&gt;
| 28–29&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Einteilung aus dem Jahr 1962 (veraltet, aber noch gebräuchlich)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier wird die chemische Zusammensetzung als Klassifizierungsmerkmal verwendet, ungeachtet der Eigenschaftmerkmale, welche unabhängig von der chemischen Zusammensetzung sein können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Stahl-Eisen-Werkstoffblatt 917 ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Sorte&lt;br /&gt;
! Al&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Gehalt&lt;br /&gt;
! Fe&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Gehalt&lt;br /&gt;
!colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Rohdichte&lt;br /&gt;
!colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| Offene Porosität&lt;br /&gt;
!colspan=&amp;quot;3&amp;quot;| KDF&lt;br /&gt;
!colspan=&amp;quot;2&amp;quot;| [[Druckfeuerbeständigkeit|Druck&amp;amp;shy;feuer&amp;amp;shy;beständig&amp;amp;shy;keit]] DFB &amp;lt;sub&amp;gt;a&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! [%]&lt;br /&gt;
! [%]&lt;br /&gt;
! [g cm&amp;lt;sup&amp;gt;−3&amp;lt;/sup&amp;gt;]&lt;br /&gt;
! Standardabw.&lt;br /&gt;
! [%]&lt;br /&gt;
! Standardabw.&lt;br /&gt;
! N mm&amp;lt;sup&amp;gt;−2&amp;lt;/sup&amp;gt;&lt;br /&gt;
! Standardabw.&lt;br /&gt;
! x&amp;lt;sub&amp;gt;min&amp;lt;/sub&amp;gt;&lt;br /&gt;
! [°C]&lt;br /&gt;
! Standardabw.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| A40t&lt;br /&gt;
| &amp;gt;40&lt;br /&gt;
| &amp;lt;2,5&lt;br /&gt;
| &amp;gt;2,15&lt;br /&gt;
| 0,05&lt;br /&gt;
| &amp;lt;20&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
| &amp;gt;30&lt;br /&gt;
| 15&lt;br /&gt;
| 20&lt;br /&gt;
| &amp;gt;1450&lt;br /&gt;
| 40&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| A40h&lt;br /&gt;
| &amp;gt;40&lt;br /&gt;
| &amp;lt;2,5&lt;br /&gt;
| &amp;gt;2,10&lt;br /&gt;
| 0,05&lt;br /&gt;
| &amp;lt;21&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
| &amp;gt;25&lt;br /&gt;
| 15&lt;br /&gt;
| 15&lt;br /&gt;
| &amp;gt;1420&lt;br /&gt;
| 40&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| A40p&lt;br /&gt;
| &amp;gt;40&lt;br /&gt;
| &amp;lt;2,5&lt;br /&gt;
| &amp;gt;1,90&lt;br /&gt;
| 0,06&lt;br /&gt;
| &amp;lt;26&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
| &amp;gt;15&lt;br /&gt;
| 10&lt;br /&gt;
| 10&lt;br /&gt;
| &amp;gt;1380&lt;br /&gt;
| 40&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| A35t&lt;br /&gt;
| 35–40&lt;br /&gt;
| &amp;lt;2,5&lt;br /&gt;
| &amp;gt;2,10&lt;br /&gt;
| 0,05&lt;br /&gt;
| &amp;lt;19&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
| &amp;gt;30&lt;br /&gt;
| 15&lt;br /&gt;
| 20&lt;br /&gt;
| &amp;gt;1400&lt;br /&gt;
| 40&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| A35h&lt;br /&gt;
| 35–40&lt;br /&gt;
| &amp;lt;2,5&lt;br /&gt;
| &amp;gt;2,05&lt;br /&gt;
| 0,05&lt;br /&gt;
| &amp;lt;20&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
| &amp;gt;25&lt;br /&gt;
| 15&lt;br /&gt;
| 15&lt;br /&gt;
| &amp;gt;1380&lt;br /&gt;
| 40&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| A35p&lt;br /&gt;
| 35–40&lt;br /&gt;
| &amp;lt;2,5&lt;br /&gt;
| &amp;gt;1,90&lt;br /&gt;
| 0,06&lt;br /&gt;
| &amp;lt;25&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
| &amp;gt;15&lt;br /&gt;
| 10&lt;br /&gt;
| 10&lt;br /&gt;
| &amp;gt;1350&lt;br /&gt;
| 40&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| A30t&lt;br /&gt;
| 30–35&lt;br /&gt;
| &amp;lt;3&lt;br /&gt;
| &amp;gt;2,05&lt;br /&gt;
| 0,05&lt;br /&gt;
| &amp;lt;19&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
| &amp;gt;30&lt;br /&gt;
| 15&lt;br /&gt;
| 20&lt;br /&gt;
| &amp;gt;1370&lt;br /&gt;
| 40&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| A30h&lt;br /&gt;
| 30–35&lt;br /&gt;
| &amp;lt;3&lt;br /&gt;
| &amp;gt;2,05&lt;br /&gt;
| 0,05&lt;br /&gt;
| &amp;lt;20&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
| &amp;gt;25&lt;br /&gt;
| 15&lt;br /&gt;
| 15&lt;br /&gt;
| &amp;gt;1350&lt;br /&gt;
| 40&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| A30p&lt;br /&gt;
| 30–35&lt;br /&gt;
| &amp;lt;3&lt;br /&gt;
| &amp;gt;1,90&lt;br /&gt;
| 0,06&lt;br /&gt;
| &amp;lt;24&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
| &amp;gt;15&lt;br /&gt;
| 10&lt;br /&gt;
| 10&lt;br /&gt;
| &amp;gt;1320&lt;br /&gt;
| 40&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| A25t&lt;br /&gt;
| &amp;lt;30&lt;br /&gt;
| &amp;lt;3&lt;br /&gt;
| &amp;gt;2,05&lt;br /&gt;
| 0,05&lt;br /&gt;
| &amp;lt;18&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
| &amp;gt;35&lt;br /&gt;
| 15&lt;br /&gt;
| 25&lt;br /&gt;
| &amp;gt;1340&lt;br /&gt;
| 40&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| A25h&lt;br /&gt;
| &amp;lt;30&lt;br /&gt;
| &amp;lt;3&lt;br /&gt;
| &amp;gt;2,05&lt;br /&gt;
| 0,05&lt;br /&gt;
| &amp;lt;19&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
| &amp;gt;30&lt;br /&gt;
| 15&lt;br /&gt;
| 20&lt;br /&gt;
| &amp;gt;1320&lt;br /&gt;
| 40&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| A25p&lt;br /&gt;
| &amp;lt;30&lt;br /&gt;
| &amp;lt;3&lt;br /&gt;
| &amp;gt;1,90&lt;br /&gt;
| 0,06&lt;br /&gt;
| &amp;lt;22&lt;br /&gt;
| 2&lt;br /&gt;
| &amp;gt;20&lt;br /&gt;
| 10&lt;br /&gt;
| 15&lt;br /&gt;
| &amp;gt;1300&lt;br /&gt;
| 40&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Der Al&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;-Gehalt ist nur als Richtwert zu betrachten, vorrangig für die Klassifizierung ist die Einhaltung der minimalen/maximalen Eigenschaftswerte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Paul Werner: &amp;#039;&amp;#039;Die Feuerfeste Industrie.&amp;#039;&amp;#039; Hartleben, Wien 1911 (&amp;#039;&amp;#039;[[Chemisch-technische Bibliothek]].&amp;#039;&amp;#039; Band 334).&lt;br /&gt;
* Gerald Routschka, Hartmut Wuthnow (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Feuerfeste Werkstoffe.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Vulkan, Essen 2007, ISBN 3-8027-3157-3.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Keramische feuerfeste Werkstoffe.&amp;#039;&amp;#039; Stahleisen, Düsseldorf 1984 (&amp;#039;&amp;#039;Stahl-Eisen-Werkstoffblätter des Vereins Deutscher Eisenhüttenleute.&amp;#039;&amp;#039; 917).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4179397-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Metallurgie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Keramischer Werkstoff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wärmespeicher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feuerfestwerkstoff]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;HolgerFiedler</name></author>
	</entry>
</feed>