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	<title>Sax (Waffe) - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T04:03:14Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sax_(Waffe)&amp;diff=238485&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bullenwächter am 9. September 2025 um 07:52 Uhr</title>
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		<updated>2025-09-09T07:52:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Hieb- und Stichwaffen&lt;br /&gt;
|Bild = [[Datei:Seax with replica.jpg|200px]]&lt;br /&gt;
|Bildbeschreibung = Die Reste eines Saxes und ein Rekonstruktionsversuch&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Abschnitt allgemeine Angaben --&amp;gt;&lt;br /&gt;
|Waffenart = Schwert, Messer&lt;br /&gt;
|Bezeichnungen = Saxe, Scramasax (Skramasax), Langsax, Breitsax, Fränkisches Kurzschwert&lt;br /&gt;
|Verwendung = Jagd- und militärische Waffe&lt;br /&gt;
|Entstehungszeit = 4. Jahrhundert v. Chr.&lt;br /&gt;
|Einsatzzeit = bis etwa 10. Jahrhundert n. Chr.&lt;br /&gt;
|Ursprungsregion/Urheber = [[Germanen|Germanien]], Stammeskrieger&lt;br /&gt;
|Verbreitung = [[Mitteleuropa]], Nordwesteuropa&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Abschnitt Maße und Material --&amp;gt;&lt;br /&gt;
|Gesamtlänge = etwa 50–100 cm, variierend&lt;br /&gt;
|Klingenlänge = etwa 40–76 cm, variierend&lt;br /&gt;
|Klingenbreite = etwa 3,5–6,5 cm, variierend&lt;br /&gt;
|Klingenstärke = etwa 6–8 mm, variierend&lt;br /&gt;
|Gewicht = &lt;br /&gt;
|Griffstück = Holz, Horn&lt;br /&gt;
|Besonderheiten = je nach Ausführung (siehe Bezeichnungen) verschiedene Klingenformen und Maße&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Merowingian seaxes Württembergisches Landesmuseum Stuttgart.jpg|mini|180px|Verschiedene merowingerzeitliche Saxe]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Scramasaxe et fourreau - Man - Saint-Germain-en-Laye - 27 mars 2017.jpg 05.jpg|mini|Schwerer Breitsax mit teilrekonstruierter Lederscheide, 7. Jh. aus einer Bestattung in der [[Kathedrale von Saint-Denis]]]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sax&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Scramasax&amp;#039;&amp;#039;) war eine einschneidige [[Hiebwaffe]], die in verschiedenen Varianten von der vorrömischen [[Eisenzeit]] bis ins [[Hochmittelalter]] in Mitteleuropa und Nordwesteuropa verbreitet war.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heiko Steuer]]: &amp;#039;&amp;#039;Historische Phasen der Bewaffnung nach Aussagen der archäologischen Quellen Mittel- und Nordeuropas im ersten Jahrtausend n. Chr.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Frühmittelalterliche Studien 4.&amp;#039;&amp;#039; 1970, S. 348–383 ([https://www.freidok.uni-freiburg.de/dnb/download/4018 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die früheste Verbreitung fanden Saxe ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. in [[Skandinavien]]. Kontinental verbreiteten sie sich ab der frühen [[Römische Kaiserzeit|Römischen Kaiserzeit]] vom [[Baltikum]] und der [[Unterelbe]] ausgehend. Mit Aufgabe der [[Beigabensitte]] im 9.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert kam der Sax im kontinentalen Raum allmählich aus der Mode und wurde durch andere Waffen abgelöst. Im Gegensatz dazu blieben Saxe auf den britischen Inseln und in Skandinavien noch einige Zeit im Gebrauch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprachliches ==&lt;br /&gt;
Duden und Brockhaus geben an: der &amp;#039;&amp;#039;Sachs&amp;#039;&amp;#039;, Plural &amp;#039;&amp;#039;Sachse&amp;#039;&amp;#039;; andere Schreibweise &amp;#039;&amp;#039;Sax&amp;#039;&amp;#039;. Bei [[Johann Christoph Adelung|Adelung]] (†&amp;amp;nbsp;1806) und anderen heißt es 1811 noch &amp;#039;&amp;#039;das Sachs&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Johann Christoph Adelung, Dietrich Wilhelm Soltau |Hrsg=Franz Xaveristoph Schönberger |Titel=Das Sachs |Sammelwerk=Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der Oberdeutschen |Band=Dritter Theil, von M—Scr. |Verlag=B. Ph. Bauer |Ort=Wien |Datum=1811 |Online= [https://lexika.digitale-sammlungen.de/adelung/lemma/bsb00009133_7_0_40 lexika.digitale-sammlungen.de]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Althochdeutsch]] &amp;#039;&amp;#039;sahs&amp;#039;&amp;#039; bedeutete so viel wie [[Schwert]] oder [[Messer]].&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Saterfriesische Sprache|saterfriesisch]] &amp;#039;&amp;#039;Saaks&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Soaks&amp;#039;&amp;#039; für „Messer“.&amp;lt;/ref&amp;gt; In den skandinavischen Sprachen wird mit dem Begriff ([[Schwedische Sprache|schwedisch]] &amp;#039;&amp;#039;sax&amp;#039;&amp;#039;, [[Norwegische Sprache|norwegisch]] und [[Dänische Sprache|dänisch]] &amp;#039;&amp;#039;saks&amp;#039;&amp;#039;, [[Finnische Sprache|finnisch]] &amp;#039;&amp;#039;sakset&amp;#039;&amp;#039;) auch die [[Schere]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Albert Genrich|Genrich]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor= [[Albert Genrich]] |Hrsg= [[Hans-Jürgen Häßler]], Ulla Lund Hansen |Titel=Der Name der Sachsen – Mythos und Realität |Sammelwerk=Studien zur Sachsenforschung |Nummer=7 |Verlag=Lax |Ort=Hildesheim |Datum=1991 |ISBN=3-7848-1619-3 |Seiten=137–144}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und Rech&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor= [[Manfred Rech]] |Hrsg=Manfred Rech |Titel=Chauken und Sachsen in der schriftlichen Überlieferung |Sammelwerk=Siedler, Söldner und Piraten: Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung im Focke-Museum/Bremer Landesmuseum vom 8.3. bis 14.5.2000 |Verlag=Landesarchäologe |Ort=Bremen |Datum=2000 |Seiten=119–134}}&amp;lt;/ref&amp;gt; geht der Name der [[Sachsen (Volk)|Sachsen]] möglicherweise auf Krieger der [[Chauken]] zurück, die nach ihrer Hauptwaffe, dem Sax, benannt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konstruktion und Entwicklung ==&lt;br /&gt;
Grundsätzlich werden Saxe anhand ihrer Griffkonstruktion in zwei Baugruppen eingeteilt:&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vor-merowingerzeitliche Saxe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; mit rückenständiger [[Erl (Klinge)|Angel]] und aufgenieteten Griffschalen. Bei diesen Saxen läuft der Klingenrücken in einer Linie, ohne Absatz, in die Griffangel über.&lt;br /&gt;
# &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Merowingerzeitliche Saxe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; mit mittelständiger Angel mit aufgeschobener [[Heft (Griffstück)|Hilze]], einem auf die Angel geschobenen hölzernen Griffstück. Hier ist die Angel schmaler als die Klinge und besitzt Absätze zu Klingenrücken und Schneide.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RGA&amp;quot;&amp;gt;{{RGA|26|538|546|Sax|Herbert Westphal}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schmaler Langsax ===&lt;br /&gt;
Wird auch als „Langer Schmalsax“ bezeichnet. Dies sind die ältesten merowingerzeitlichen Saxe aus dem 5.–6. Jahrhundert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RGA&amp;quot; /&amp;gt; Sie stammen hauptsächlich aus dem mittleren Donauraum und dem heutigen südwestlichen Deutschland. Vereinzelt waren sie auch bei den [[Franken (Volk)|Franken]] und in [[Gallien]] anzutreffen. Die ursprünglich reiternomadischen Schwerter wurden wohl vom [[Byzantinisches Reich|Byzantinischen Reich]] übernommen und gelangten so zu den [[Alamannen]]. Die Klinge war über 30 cm lang, und die Klingenbreite lag deutlich unter 10 % der Klingenlänge.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Quast: &amp;#039;&amp;#039;Auf der Suche nach fremden Männern – Die Herleitung der schmalen Langsaxe vor dem Hintergrund der alamannisch-donauländischen Kontakte der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; In: Th. Fischer, G. Precht, J. Tejral (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Germanen beiderseits des spätantiken Limes.&amp;#039;&amp;#039; Spisy Archeologického Ústavu AV ČR Brno 14, Köln/Brünn 1999, S. 115–128.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu den besonderen Fundstücken zählt ein Scheidenbeschlag eines Saxes aus dem [[Childerichgrab]] sowie eine goldene Grifftülle eines Saxes aus dem [[Fürstengrab vom Ailenberg]]. Der schmale Langsax wird nicht als ursprünglicher Impulsgeber für die nachfolgenden Saxe gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung [[merowinger]]zeitlicher Saxe erfolgte in folgenden Schritten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kurzsax ===&lt;br /&gt;
Bei einer Breite von 28 bis 30&amp;amp;nbsp;mm betrug die durchschnittliche Blattlänge 200 bis 250&amp;amp;nbsp;mm. Die einfach gestaltete, messerähnliche Klinge hatte ihren [[Ort (Waffe)|Ort]] (Klingenspitze) zwischen der Mittel- und Rückenlinie. Die kurze [[Erl (Klinge)|Angel]] war mittig angesetzt und trug selten Bunt- oder Edelmetallbeschläge an der hölzernen [[Heft (Griffstück)|Griffhilze]] (Griffstück). Diese Klingen waren Weiterentwicklungen aus spätantiken [[Messer]]formen. Um die Mitte des 5. Jahrhunderts fanden Kurzsaxe im [[Franken (Volk)|fränkischen]] Bereich ihre größte Verbreitung, allerdings fehlten sie in Niederdeutschland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RGA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schmalsax I ===&lt;br /&gt;
Ab Mitte des [[6. Jahrhundert]]s wiesen die Klingen eine durchschnittliche Länge von 300&amp;amp;nbsp;mm und eine Breite von 30&amp;amp;nbsp;mm auf. Der Ort war weiterhin zwischen Mittel- und Rückenlinie. Die lange Angel war am Ansatz schmaler als die Klinge und saß auf Klingenschultern. Die Hilze trug häufig eine Hilzenplatte, ein mit dem Griff bündiges [[Stichblatt]] und einen [[Knauf]]. Die Klingen waren aufwendiger gestaltet und die Waffe erreichte Gesamtlängen von bis zu 400&amp;amp;nbsp;mm. Allmählich traten Schmalsaxe auch in Niederdeutschland auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RGA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schmalsax II ===&lt;br /&gt;
Ab dem letzten Viertel des 6. Jahrhunderts waren die Klingen einfacher gestaltet als die des Schmalsax I. Die durchschnittliche Blattlänge betrug etwa 290&amp;amp;nbsp;mm bei einer Breite von ungefähr 33&amp;amp;nbsp;mm. Der Ort lag auf der Mittellinie, und die kürzeren Angelstümpfe befanden sich mittig an der Klinge. Die Klingen waren einfach gestaltet und ohne Verzierung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RGA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leichter Breitsax ===&lt;br /&gt;
Ab Ende des 6. Jahrhunderts wuchsen die Klingenlängen auf durchschnittlich 305&amp;amp;nbsp;mm bei Breiten von 43&amp;amp;nbsp;mm. Der Ort lag auf der Mittenlinie und die mittenständigen Angeln erreichten häufig die Länge des Blatts. Die Klingen waren vereinzelt mit Rillen dekoriert und trugen im Querschnitt rechteckige [[Hohlkehle]]n, die der Rückenlinie des Blattes folgten. Schmiedetechnische Besonderheiten waren nicht zu beobachten. An einigen Breitsaxen fanden sich jedoch Inschriften in Form von [[Runen]] oder Buchstaben. Die hölzernen Hilzen trugen gelegentlich metallene Griffzwingen zur Verstärkung und teilweise auch aufgenietete Knäufe. Sehr aufwendige Verzierungen erfuhren die [[Scheide (Behälter)|Scheiden]] der Saxe mit Nieten, Knöpfen, [[Scheidenmundblech]]en, [[Ortband|Ortbändern]] und Lederverzierungen. Breitsaxe wurden häufig auch als Zweitwaffe neben der [[Spatha (Schwert)|Spatha]] getragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RGA&amp;quot; /&amp;gt; Ab dieser Phase tragen die Knäufe der Saxe häufig sehr ausgeprägte, plastische Verzierungen. Oftmals in Tiergestalt, bärtige Gesichter kommen vor, selten auch Phallusdarstellungen – letztere scheinen auf spätrömische Vorbilder zurückzugehen, wie sie vornehmlich in Gallien tradiert wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jo Wernard |Titel=Hic scramasaxi loquuntur |TitelErg=Typologisch-chronologische Studie zum einschneidigen Schwert der Merowingerzeit in Süddeutschland |Sammelwerk=Germania |Nummer=76 |Datum=1998}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schwerer Breitsax ===&lt;br /&gt;
Ebenfalls ab Ende des 6. Jahrhunderts traten schwere Breitsaxe auf, deren Klingenlängen jedoch durchschnittlich bei 355&amp;amp;nbsp;mm und Breiten um 49&amp;amp;nbsp;mm lagen. Ansonsten wiesen die schweren Breitsaxe die gleichen Merkmale wie die leichten Breitsaxe auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RGA&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Langsax ===&lt;br /&gt;
Ab dem letzten Viertel des 7. Jahrhunderts wurden die Klingen der Breitsaxe zunächst mit durchschnittlichen Längen von 490&amp;amp;nbsp;mm schlanker bei Breiten um 42&amp;amp;nbsp;mm. In der Endphase erreichten die Längen durchschnittlich 520&amp;amp;nbsp;mm. Der [[Massenmittelpunkt|Schwerpunkt]] der Waffe rückte in die Nähe der Klingenschulter. Verfeinerte Schmiedetechniken und [[Damaszener Stahl|Damaszierung]] ermöglichten es, die Klingen leichter zu gestalten. Der Ort lag anfangs mittig und rückte in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts in Richtung Schneidenlinie. Die Klingen waren mit Zierrillen und Hohlkehlen verziert. Die Angeln verkürzten sich wieder zu Stümpfen und die aufgeschobenen Hilzen waren bis zu einem Drittel länger als die Angel. Die Scheiden waren im Vergleich zu den Breitsaxen wieder sehr einfach gestaltet und beschränkten sich lediglich auf kleine eiserne Ösenbügel auf der Rückseite. Langsaxe traten besonders in den sächsisch geprägten Territorien wie [[Westfalen]] und [[Niedersachsen]] als Hauptwaffe alleine und nicht in Kombination mit Spatha auf. In den friesisch aber auch fränkisch geprägten Regionen in Süddeutschland waren die Langsaxe dagegen fertigungstechnisch einfacher aufgebaut und traten als Beiwaffe neben der Spatha auf. Während der Kurzsax als dolchartiges Stoßmesser gehandhabt wurde, waren Schmalsax und Breitsax wie [[Machete]]n eher für hiebartigen Einsatz geeignet. Der Langsax wurde schwertähnlich geführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RGA&amp;quot; /&amp;gt; Ein besonders prunkvolles Exemplar dieses Types ist der [[Angelsachsen|angelsächsische]] [[Sax von Beagnoth]], ein Fund aus der [[Themse]] in [[London]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skandinavische Typen ===&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu den kontinentalen Sax weisen die skandinavischen Saxe kürzere Handhaben auf. In fast allen Fällen rückt die Schneide im 2. Drittel in einer flachen Bahn gegen den Schneiderücken. Vereinzelt finden sich Verzierungen auf der Klingen in Form von Rillen oder Kreisen. [[Gotland|Gotländische]] Funde des 5.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts belegen häufig reich verzierte hölzerne Scheiden (Bjärs). Diese künstlerisch anspruchsvollen Arbeiten zeigen in Metall gravierte [[Germanischer Tierstil|Tiermotive]] und aufwendige Holzarbeiten im [[Vendelstil]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Pär Olsén |Titel=Die Saxe von Valsgärde |Verlag=Almqvist &amp;amp; Wiksell |Ort=Uppsala |Datum=1945 |Kommentar=Dissertation}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Anne Nørgård Jørgensen |Titel=Waffen und Gräber, typologische und chronologische Studien zu skandinavischen Waffengräbern 520/30 bis 900 n.Chr |Verlag=Kongelige Nordiske oldskriftselskab |Ort=Kopenhagen |Datum=1999 |ISBN=87-87483-43-2}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Archäometallurgischer Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Im Rahmen eines Projekts von Stefan Mäder wurden 1999 ein Sax und ein Sax-Fragment vom japanischen Spezialisten Sasaki Takushi poliert und vom ranghohen Schwertschmied Amada Akitsugu eingeschätzt. Insgesamt wurden drei Objekte poliert und untersucht, wobei die angesprochenen Spezialisten ihnen einen hohen handwerklichen Wert bescheinigten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stefan Mäder |Titel=Stähle, Steine und Schlangen: Zur Kultur- und Technikgeschichte von Schwertklingen des frühen Mittelalters |Verlag=Humboldt-Universität zu Berlin |Ort=Berlin |Datum=2001 |Seiten= |Kommentar=Dissertation |Online=http://www.schwertbruecken.de/pdf/staehle.pdf |Format=PDF |KBytes=30000 |Abruf=2012-10-25}} {{Webarchiv |url=http://www.schwertbruecken.de/pdf/staehle.pdf |text=PDF, 30 MB |wayback=20200925233607}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Beispiel können folgende Befunde einer der beiden Saxklingen (Fundort: Bad Krozingen, Datierung: zwischen 550 und 650) herangezogen werden. Es handelt sich um eine Kompositklinge bestehend aus Kernstahl und Mantelstahl mit unterschiedlichem Kohlenstoffgehalt,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stefan Mäder |Titel=Stähle, Steine und Schlangen: Zur Kultur- und Technikgeschichte von Schwertklingen des frühen Mittelalters |Verlag=Humboldt-Universität zu Berlin |Ort=Berlin |Datum=2001 |Seiten=139, 145 |Kommentar=Dissertation |Online=http://www.schwertbruecken.de/pdf/staehle.pdf |Format=PDF |KBytes=30000 |Abruf=2012-10-25}} {{Webarchiv |url=http://www.schwertbruecken.de/pdf/staehle.pdf |text=PDF, 30 MB |wayback=20200925233607}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei eine separat angeschweißte Schneide nicht ausgeschlossen werden konnte. Für den Kernstahl konnte anhand der Oberflächentextur ein etwa 10-facher [[Gärbstahl|Gärbvorgang]] ermittelt werden. Der Mantelstahl wies eine sehr homogene Stahltextur auf, wobei ein durchgehend gleicher Kohlenstoffgehalt von etwa 0,5 % angenommen wird. Es wurden gleichzeitig keine Hinweise auf separate Aufkohlung der Schneide gefunden. Die Klinge ist selektiv gehärtet worden (vermutlich mithilfe einer thermisch widerstandsfähigen Isolierschicht), was durch Martensitkristalle im Schneidenbereich erkennbar ist. Es gibt Hinweise darauf, dass die Klinge danach einem [[Anlassen|Anlassvorgang]] unterzogen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ergebnisse dieser Untersuchung belegen ein hohes handwerkliches Können der frühmittelalterlichen Schmiede und widerlegen das lang währende Vorurteil, frühmittelalterliche Hiebmesser seien hauptsächlich grobe Werkzeuge aus kaum gefaltetem, schlechtem Stahl gewesen. Durch neuere Untersuchungen und verbesserte Verfahren wurden Gärbstahl und entsprechende Schweißverbundstähle seit der [[Hallstattzeit]] nachgewiesen, was die alte Lehrmeinung, Schweißverbundstahl sei erst im 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert nach Europa gekommen, unzutreffend erscheinen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stefan Mäder |Titel=Stähle, Steine und Schlangen: Zur Kultur- und Technikgeschichte von Schwertklingen des frühen Mittelalters |Verlag=Humboldt-Universität zu Berlin |Ort=Berlin |Datum=2001 |Seiten=169 |Kommentar=Dissertation |Online=http://www.schwertbruecken.de/pdf/staehle.pdf |Format=PDF |KBytes=30000 |Abruf=2012-10-25}} {{Webarchiv |url=http://www.schwertbruecken.de/pdf/staehle.pdf |text=PDF, 30 MB |wayback=20200925233607}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Es finden sich im Endeffekt eindeutige Parallelen zu traditionellen Schmiedeverfahren anderer Kulturen (z.&amp;amp;nbsp;B. Japan), welche sich durchaus in historischen Quellen widerspiegeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Ulfberht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
Schriftliche Erwähnung findet der Sax u.&amp;amp;nbsp;a. bei:&lt;br /&gt;
* [[Gregor von Tours]]: &amp;#039;&amp;#039;Historia Francorum&amp;#039;&amp;#039;, um 591. Kapitel 4.51: „Tunc duo pueri cum cultris validis, quos vulgo &amp;#039;&amp;#039;scramasaxos&amp;#039;&amp;#039; vocant, infectis vinino, malificati a Fredegundae regina, cum aliam causam suggerire simularent, utraque ei latera feriunt“&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Leges Visigothorum]]&amp;#039;&amp;#039;, um 654&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Liber Historiae Francorum]]&amp;#039;&amp;#039;, um 727. Kapitel 35: „dum rex de equo discenderet, euntibus reliquis personis ad mansiones suas, ibi gladiatores percusserunt regem in ventrem suum duobus &amp;#039;&amp;#039;scramsaxiis&amp;#039;&amp;#039;“&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--* &amp;#039;&amp;#039;Ademari Cabanensis Historia Francorum&amp;#039;&amp;#039;, um 1028. „Ad eum venientes cum aliam causam suggere simularent, abstractis &amp;#039;&amp;#039;scramsaxis&amp;#039;&amp;#039; utraque ei latera feriunt“&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Hofmanni Lexicon Universale&amp;#039;&amp;#039;, 1698. „SCRAMA, … spathæ latioris species, quâ cæsim infligebatur vulnus, quod schramme hodieque dicitur Germanis. Unde, qui hâc ratione vulnera infligunt, escrimer Gallis dicuntur.“ (s.v. SCRAMA) --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{RGA|26|538|546|Sax|Herbert Westphal|}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor= [[Herbert Westphal]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Franken oder Sachsen? Untersuchungen an frühmittelalterlichen Waffen&lt;br /&gt;
   |Verlag=Isensee&lt;br /&gt;
   |Ort=Oldenburg&lt;br /&gt;
   |Datum=2002&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-89598-875-8&lt;br /&gt;
   |Seiten=174-214, 266&amp;amp;nbsp;ff}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor= [[Wilfried Menghin]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Das Schwert im frühen Mittelalter&lt;br /&gt;
   |Verlag=Theiss&lt;br /&gt;
   |Ort=Stuttgart&lt;br /&gt;
   |Datum=1983&lt;br /&gt;
   |ISBN=3-8062-0362-8&lt;br /&gt;
   |Kommentar= befasst sich primär mit frühmittelalterlichen [[Spatha (Schwert)|Spathen]]}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Stefan Mäder&lt;br /&gt;
   |Hrsg=Universität Berlin, Humboldt-Universität, Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte&lt;br /&gt;
   |Titel=Mado wo akeru – Ein Fenster öffnen: Untersuchungen an Alamannenschwertern in Japan&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Ethnographisch-archäologische Zeitschrift: EAZ&lt;br /&gt;
   |Nummer=41&lt;br /&gt;
   |Datum=2000&lt;br /&gt;
   |ISSN=0012-7477&lt;br /&gt;
   |Seiten=17–27&lt;br /&gt;
   |Online=https://www.archaeologie-online.de/magazin/thema/die-alamannen/mado-wo-akeru-ein-fenster-oeffnen/seite-1/&lt;br /&gt;
   |Abruf=2012-10-25}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Stefan Mäder&lt;br /&gt;
   |Titel=Stähle, Steine, Schlangen: Ein neuer Blick auf alte Schwerter&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Karfunkel Combat: das jährliche Special zur Militärgeschichte&lt;br /&gt;
   |Nummer=1&lt;br /&gt;
   |Verlag=Karfunkel&lt;br /&gt;
   |Ort=Wald-Michelbach&lt;br /&gt;
   |Datum=2005&lt;br /&gt;
   |ISSN=0944-2677}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Philipp Sulzer&lt;br /&gt;
   |Hrsg=[[Babette Ludowici]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Der Sax – tödlicher Allrounder des Frühen Mittelalters&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Saxones&lt;br /&gt;
   |Verlag=Theiss&lt;br /&gt;
   |Ort=Darmstadt&lt;br /&gt;
   |Datum=2019&lt;br /&gt;
   |Seiten=36–37}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Seaxes|Sax}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Stefan Mäder |url=https://www.archaeologie-online.de/magazin/thema/die-alamannen/mado-wo-akeru-ein-fenster-oeffnen/seite-1/ |titel=Mado wo akeru – Ein Fenster öffnen: Untersuchungen an Alamannenschwertern in Japan |werk=Archäologie Online |abruf=2009-10-03}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Sax #Waffe}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologische Fundgattung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schwert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Messer (Waffe)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Waffe (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kriegswesen (Germanen)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bullenwächter</name></author>
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