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	<title>Sauerkirsche - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sauerkirsche&amp;diff=203081&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler: /* Beschreibung */</title>
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		<updated>2026-03-31T03:57:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Beschreibung&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel| behandelt das als &amp;#039;&amp;#039;Weichsel&amp;#039;&amp;#039; bekannte Obst. Für andere Bedeutungen siehe [[Weichsel (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = Sauerkirsche&lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Prunus cerasus&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Carl von Linné|L.]]&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Prunus&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Steinobstgewächse&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Amygdaleae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Tribus&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Spiraeoideae&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Unterfamilie&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Rosengewächse&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Rosaceae&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Rosenartige&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = Rosales&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Bild             = Illustration Prunus cerasus0.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = Sauerkirsche (&amp;#039;&amp;#039;Prunus cerasus&amp;#039;&amp;#039;), Illustration&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Prunus cerasus blossom 1.jpg|mini|Blüten]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sauerkirschenfrucht Prunus cerasus 2.JPG|mini|Früchte]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sauerkirsche&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Weichselkirsche&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Prunus cerasus&amp;#039;&amp;#039;) ist eine [[Art (Biologie)|Pflanzenart]] aus der [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Rosengewächse]] (&amp;#039;&amp;#039;Rosaceae&amp;#039;&amp;#039;). Sie wird als [[Obst]]baum genutzt.&lt;br /&gt;
In [[Altbayern]], [[Österreich]] und der [[Schweiz]] wird sie oft kurz &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Weichsel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, was im engeren Sinne allerdings speziell die Sortengruppe der [[Morelle]]n bezeichnen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Beschreibung==&lt;br /&gt;
Die Sauerkirsche kann als [[Strauch]] oder [[Baum]] wachsen und erreicht Wuchshöhen von 1 bis zu 10 Metern. Sie wurzelt sehr flach.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vanicek1956&amp;quot;&amp;gt;https://archive.org/details/obstbauimgartene00vani/page/40/&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Baum weist sie eine lockere, rundliche Krone auf. Ihre Äste sind abstehend und hängen oft über. Bei hellfrüchtigen Typen (Amarellen) finden sich nur strauchartige, leicht überhängende Wuchsformen, bei anderen kommen auch straff aufrechte Formen vor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vanicek1956&amp;quot;/&amp;gt; Die [[Rinde]] ist rötlichbraun, glänzend und hat große [[Lentizelle]]n. Später entwickelt sich eine Ringelborke. Junge Zweige sind dünn und kahl. Die Langtriebe besitzen eine Endknospe. Kurztriebe entspringen gehäuft an den Enden der Langtriebe. Die Laub[[Blatt (Pflanze)|blätter]] sind 5 bis 12&amp;amp;nbsp;cm lang, 4 bis 6&amp;amp;nbsp;cm breit, elliptisch-eiförmig und meist zugespitzt; ihre Oberfläche ist glänzend und etwas lederig. Die Unterseite weist lediglich an den Nerven eine schwache Behaarung auf, der Blattrand ist fein und oft doppelt gesägt. In der Knospenlage sind die Blätter gefaltet. Der [[Blattstiel]] ist 1–3&amp;amp;nbsp;cm lang und kann Drüsen aufweisen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hegi&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Blüte]]n der Sauerkirsche sind zu zweien bis vieren in sitzenden [[Dolde]]n angeordnet. Die relativ späte Blütezeit bewirkt eine geringe Spätfrost-Gefährdung und Ertragssicherheit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vanicek1956&amp;quot;/&amp;gt; Die Knospenschuppen bleiben bis nach dem Verblühen an den Dolden vorhanden. Die inneren Knospenschuppen sind aufrecht. Am Grund der Dolden befinden sich wenige, kleine Laubblätter. Die Blüten erscheinen zeitgleich mit den Blättern. Der [[Blütenstiel]] ist 2–4&amp;amp;nbsp;cm lang, kahl und abstehend. Die Blüten haben einen Durchmesser von 2–2,5&amp;amp;nbsp;cm. Der [[Blütenbecher]] ist breit glockenförmig und kahl. Die [[Kelchblätter]] sind kahl, bräunlich und in der Regel fein gezähnt. Die [[Kronblätter]] sind weiß, 10–13&amp;amp;nbsp;mm lang, ganzrandig und fast kreisrund. Die ungefähr 20 gelben [[Staubblätter]] sind ein bisschen kürzer als die Kronblätter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hegi&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Steinfrucht]] der Sauerkirsche hat einen Durchmesser von 15 bis 20&amp;amp;nbsp;mm und ist mehr oder weniger kugelig, geringfügig höher als breit, kahl, unbereift und hell- bis schwarzrot. Das Fruchtfleisch schmeckt säuerlich und ist rot gefärbt oder ungefärbt. Der Säuregehalt besteht hauptsächlich aus [[Apfelsäure]] und einem kleineren Anteil [[Weinsäure]].&amp;lt;ref&amp;gt;https://biozac.de/biozac/capvil/Cvcerasu.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; Die wichtigsten Aromakomponenten sind [[Benzaldehyd]], [[Benzylalkohol]], [[Eugenol]] und [[Vanillin]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Poll et al 2003&amp;quot;&amp;gt;DOI 10.1007/s00217-002-0641-8&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Obst ist eine gute Quelle von [[Polyphenole]]n (viel [[Rutin]] und [[Chlorogensäure]], einschließlich [[Flavonoide]]n wie [[Anthocyane]]n, [[Flavan-3-ole]]n und [[Flavonole]]n), [[Hydroxyzimtsäuren]] und [[Hydroxybenzoesäure]]n.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Gao, G. Mazza: Characterization, quantification, and distribution of anthocyanins and colorless phenolics in sweet cherries. J Agric Food Chem 43: 343–346 (1995).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;DOI: 10.1002/jsfa.7212&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese tragen zu Bitterkeit, Adstringenz, Farbe, Geschmack/Geruch bei.&amp;lt;ref&amp;gt;K.B. Pandey, S.I. Rizvi: Plant polyphenols as dietary antioxidants in human health and disease. Oxid Med Cell Longev 2: 270–278 (2009).&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Weichselkern, ein [[Steinfrucht|Steinkern]], ist bis zu 10&amp;amp;nbsp;mm lang, kugelig bis eiförmig, stumpf und glatt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hegi&amp;quot;/&amp;gt; Der Ertrag setzt recht früh ein und fällt sehr regelmäßig aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vanicek1956&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Blütezeit reicht von April bis Mai.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hegi&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu den meisten Süßkirschensorten sind Sauerkirschen in der Regel selbstfruchtbar oder selbstbestäubend. Dadurch sind die Samen in der Regel sortenecht und weniger Bestäuberinsekten nötig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sauerkirsche ist durch ihren hybridogenen Ursprung allopolyploid mit 2n&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;4x&amp;amp;nbsp;=&amp;amp;nbsp;32 [[Chromosom]]en.&amp;lt;ref&amp;gt;Yan Wang, Han-Mei Du, Jing Zhang, Tao Chen, Qing Chen, Hao-Ru Tang, Xiao-rong Wang, 2018: Ploidy level of Chinese cherry (Cerasus pseudocerasus Lindl.) and comparative study on karyotypes with four Cerasus species, [[DOI:10.1016/j.scienta.2017.12.065]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Verbreitung und Standort==&lt;br /&gt;
[[Datei:Albalou.jpg|mini|Ein kleiner Sauerkirschenbaum in [[Karadsch]], Iran]]&lt;br /&gt;
Die Sauerkirsche wird fast in der gesamten [[Nordhalbkugel]] als [[Obst]]baum kultiviert. Im Norden wird sie in Finnland bis zum 63. und in Norwegen bis zum 68. [[Geographische Breite|Breitengrad]] angebaut. In den Südalpen ist sie bis in [[Höhenstufe (Ökologie)|Höhenlagen]] von 1600, in den Zentralalpen bis 1800 Metern zu finden. Die Art verwildert häufig, besonders die Unterart &amp;#039;&amp;#039;acida&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;https://biozac.de/biozac/capvil/Cvcerasu.htm&amp;lt;/ref&amp;gt; Es sind jedoch bisher keine echten Wildvorkommen bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wächst wie Birnen bevorzugt auf lockeren, leichten, nährstoff- und basenreichen, sandigen Lehmböden, wobei sie gegenüber Süßkirschen mehr Stickstoff und Wasser benötigen. Staunässe wird schlecht vertragen, allerdings immer noch besser als von Süßkirschen. Gegenüber anderem Obst hat sie vergleichsweise niedrigste Standortansprüche, ggf. aber mit Ertragseinbußen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vanicek1956&amp;quot;/&amp;gt; Verwildert ist sie in Hecken (vor allem in [[Schlehe]]n-[[Liguster]]-Gebüschen) und Weinbergen, seltener auch in lichten Eichenwäldern zu finden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hegi&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur ==&lt;br /&gt;
Als hybridogene Art entstand sie wahrscheinlich innerhalb der letzten 1,6 Millionen Jahre&amp;lt;ref name=&amp;quot;Goeckeritz et al 2023&amp;quot;&amp;gt;DOI 10.1093/hr/uhad097&amp;lt;/ref&amp;gt; in der Hybridzone der Elternarten &amp;#039;&amp;#039;P. avium&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;P. fruticosa&amp;#039;&amp;#039;. Die Kultur geht auf die Gegend um das Kaspische und das Schwarze Meer zurück. Sie war im antiken Griechenland bereits 300 vor unserer Zeitrechnung bekannt und wurde auch von den Persern genutzt. Die Römer führten sie lange vor dem 1. Jahrhundert unserer Zeit nach Britannien ein. In England wurde die Kultur im 16. Jahrhundert bekannter gemacht. 1640 waren dann in Kent über zwei Dutzend Kultursorten im Anbau, in England vor dem Zweiten Weltkrieg über 50. Heutezutage beschränkt sich der kommerzielle Anbau allgemein auf sehr wenige&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jayasankar-Kappel2011&amp;quot;&amp;gt;https://www.academia.edu/download/114611472/FVCSB_5_SI1_63_67o.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; Sorten und Baumschulen führen dort oft nur noch die Schattenmorelle.&lt;br /&gt;
Weltweit wurden in den ersten beiden Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts jährlich 1,1 bis 1,3&amp;amp;nbsp;Millionen Tonnen Früchte produziert. Bei der modernen kommerziellen Produktion führen Russland&amp;lt;ref name=&amp;quot;Blando-Oomah2019&amp;quot;&amp;gt;https://www.academia.edu/download/115797857/j.tifs.2019.02.05220240608-1-li2cwc.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und die Türkei.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.fao.org/faostat/de/#data/QCL&amp;lt;/ref&amp;gt; In Amerika konzentriert sich die Produktion größtenteils auf Michigan.&lt;br /&gt;
Systematische Zuchtprogramme gab es zuerst in Russland, Deutschland, Ungarn und Rumänien. Sie wurden später auch in den USA etabliert, allerdings verantworten die dortigen seit den 1990er Jahren nur etwa 8 % der Neuerscheinungen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Blando-Oomah2019&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Früchte bei vielen Sorten nicht trocken vom Stiel lösen, sollten sie in dem Fall vom Baum abgeschnitten werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
In [[Deutschland]] konzentriert sich der kommerzielle Anbau von Sauerkirschen auf die drei Bundesländer [[Rheinland-Pfalz]], [[Baden-Württemberg]] und [[Sachsen]]. Laut den Angaben des statistischen Bundesamtes (destatis)  wurden 2019 15.439 Tonnen Sauerkirschen geerntet. Der Spitzenreiter Rheinland-Pfalz kommt dabei auf 5.731 Tonnen. Es folgt Baden-Württemberg mit 3.880 Tonnen und Sachsen mit 2.372 Tonnen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/06/PD20_243_412.html &amp;#039;&amp;#039;Kirschenernte 2020 – Vorläufige Ernteschätzung (Juni) für Süß- und Sauerkirschen im Marktobstbau&amp;#039;&amp;#039;], Angaben des Statistischen Bundesamtes, abgerufen am 20. Januar 2021&amp;lt;/ref&amp;gt; In der [[Imkerei]] sind Sauerkirschen aufgrund des Zuckergehalts ihres [[Nektar (Botanik)|Nektars]] (9,7–15 %) und seines hohen Zuckerwerts (bis zu 1,31&amp;amp;nbsp;mg Zucker je Tag je Blüte) eine geschätzte [[Bienentrachtpflanze|Trachtpflanze]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Horn-Lüllmann2006&amp;quot;&amp;gt;Helmut Horn, Cord Lüllmann: &amp;#039;&amp;#039;Das große Honigbuch.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. Kosmos, Stuttgart 2006, ISBN 3-440-10838-4, S.&amp;amp;nbsp;30f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Krankheiten und Schädlinge ==&lt;br /&gt;
Sauerkirschen sind weniger anfällig für Schädlinge und Krankheiten als Süßkirschen, allerdings kann die Beliebtheit bei Vögeln&amp;lt;ref&amp;gt;https://plants.ces.ncsu.edu/plants/prunus-cerasus/&amp;lt;/ref&amp;gt; (ohne Schutznetze) zu starken Ernteeinbußen führen.&lt;br /&gt;
Folgende Krankheiten und Schädlinge können an Sauerkirschen wirtschaftliche Schäden verursachen:&lt;br /&gt;
* [[Stecklenberger Krankheit]]&lt;br /&gt;
* [[Monilinia#Spitzendürre|Monilinia-Spitzendürre]]&lt;br /&gt;
* [[Bakterienbrand]]&lt;br /&gt;
* [[Pseudomonas]]&lt;br /&gt;
* [[Monilinia#Fruchtfäule|Fruchtfäule]]&lt;br /&gt;
* [[Gummifluss]]&lt;br /&gt;
* [[Schrotschusskrankheit]]&lt;br /&gt;
* [[Sprühfleckenkrankheit]]&lt;br /&gt;
* [[Kleiner Frostspanner]]&lt;br /&gt;
* [[Kirschfruchtfliege]]&lt;br /&gt;
* [[Schwarze Kirschenblattlaus]] (&amp;#039;&amp;#039;Myzus cerasi&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.kob-bavendorf.de/sauerkirsche.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*Kirschenschorf (&amp;#039;&amp;#039;[[Venturia]] cerasi&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
*[[Kirschenblattwespe]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vanicek1956&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
Für &amp;#039;&amp;#039;Prunus cerasus&amp;#039;&amp;#039; werden mindestens seit dem 17. Jahrhundert&amp;lt;ref&amp;gt;[[Adam Lonitzer]]: &amp;#039;&amp;#039;Kreuterbuch. Künstliche Conterfeytunge der Baeume, Stauden, Hecken, Krauter, Getreyd, Gewuertze [...].&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Peter Uffenbach, (Frankfurt am Maion 1557, weitere Ausgabe ebenda 1630; letzte Ausgabe Augsburg 1783) Ulm an der Donau 1679; Neudruck (Leipzig 1934 und bei) Konrad Kölbl, (Grünwald bei) München 1962, S. 52.&amp;lt;/ref&amp;gt; meist zwei [[Unterart]]en der Sauerkirsche unterschieden:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hegi&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Baum-Sauer-Kirsche (&amp;#039;&amp;#039;Prunus cerasus&amp;#039;&amp;#039; subsp. &amp;#039;&amp;#039;cerasus&amp;#039;&amp;#039;) ist ein Baum mit aufrechten Zweigen. Die Blätter sind lebhaft grün und oval. Die Steinkerne sind rundlich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hegi&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
: Die kultivierten Sorten dieser Unterart lassen sich in zwei Varietäten einteilen:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hegi&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:* Glas-Kirsche, Wasser-Kirsche, Amarelle (&amp;#039;&amp;#039;Prunus cerasus&amp;#039;&amp;#039; var. &amp;#039;&amp;#039;cerasus&amp;#039;&amp;#039;): Die Blütenstiele sind kurz und meistens doppelt bis dreimal so lang wie der Blütenbecher. Die Früchte sind hellrot, glasig und sauer. Der Saft ist ungefärbt. Der Steinkern löst sich nicht vom Stiel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hegi&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
:* Süßweichsel, Morelle (&amp;#039;&amp;#039;Prunus cerasus&amp;#039;&amp;#039; var. &amp;#039;&amp;#039;austera&amp;#039;&amp;#039; {{Person|L.}}): Die Blütenstiele sind lang. Die Frucht ist rot und süßsauer. Der Saft ist gefärbt. Der Steinkern löst sich leicht vom Stiel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hegi&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die Strauch-Sauer-Kirsche oder Schattenmorelle (&amp;#039;&amp;#039;Prunus cerasus&amp;#039;&amp;#039; subsp. &amp;#039;&amp;#039;acida&amp;#039;&amp;#039; {{Person|(Ehrh.) Schübl. &amp;amp; G. Martens}}) ist ein Strauch oder ein kleiner Baum. Die Zweige sind überhängend und es werden Wurzelausläufer gebildet. Die Blätter sind dunkelgrün und länglich bis verkehrt eiförmig. Die Früchte sind dunkelrot, sauer und haben einen gefärbten Saft. Die Steinkerne sind eiförmig. &amp;#039;&amp;#039;acida&amp;#039;&amp;#039; leitet sich vom lateinischen acidus ab, was sauer bedeutet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hegi&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sauerkirsche ist aus einer Kreuzung von [[Vogel-Kirsche]] (&amp;#039;&amp;#039;Prunus avium&amp;#039;&amp;#039;) und [[Steppen-Kirsche]] (&amp;#039;&amp;#039;Prunus fruticosa&amp;#039;&amp;#039;) hervorgegangen.&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas W. Wöhner et al.: &amp;#039;&amp;#039;The draft chromosome-level genome assembly of tetraploid ground cherry (Prunus fruticosa Pall.) from long reads.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Genomics.&amp;#039;&amp;#039; Band 113, Nr. 6, 2021, S. 4173–4183, [[doi:10.1016/j.ygeno.2021.11.002]].&amp;lt;br /&amp;gt; [https://idw-online.de/de/news784722 &amp;#039;&amp;#039;Die Mutter der Schattenmorelle – Genomsequenz der Steppenkirsche entschlüsselt.&amp;#039;&amp;#039;] Auf: &amp;#039;&amp;#039;idw-online.de&amp;#039;&amp;#039; vom 15. Dezember 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Goeckeritz et al 2023&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Botanischer Name ==&lt;br /&gt;
Die Sauerkirsche, in alten botanischen und pharmazeutischen Texten als &amp;#039;&amp;#039;cerasa&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Otto Zekert (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 138 (&amp;#039;&amp;#039;Cerasa&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;#039;&amp;#039;cerasus&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Ute Obhof: &amp;#039;&amp;#039;Rezeptionszeugnisse des „Gart der Gesundheit“ von Johann Wonnecke in der Martinus-Bibliothek in Mainz – ein wegweisender Druck von Peter Schöffer.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung.&amp;#039;&amp;#039; Band 36/37, 2017/2018, S. 25–38, hier: S. 33 (&amp;#039;&amp;#039;Cerasus&amp;#039;&amp;#039; „kirsch baum“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch [[Otto Beßler]]: &amp;#039;&amp;#039;Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart.&amp;#039;&amp;#039; Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 170 („Cerasus – kyrßbaum, cerasum, cerasie, cerasa […], granum regium“).&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet, wurde 1753 von Linné als &amp;#039;&amp;#039;Prunus cerasus&amp;#039;&amp;#039; erstbeschrieben. Synonyme sind &amp;#039;&amp;#039;Cerasus vulgaris&amp;#039;&amp;#039; {{Person|Miller}}, &amp;#039;&amp;#039;Cerasus acida&amp;#039;&amp;#039; {{Person|(Ehrh.) Borkh.}}, &amp;#039;&amp;#039;Druparia cerasus&amp;#039;&amp;#039; {{Person|(L.) Clairv.}}, &amp;#039;&amp;#039;Cerasus caproniana&amp;#039;&amp;#039; {{Person|(L.) Ser. ex DC.}}, &amp;#039;&amp;#039;Prunus caproniana&amp;#039;&amp;#039; {{Person|(L.) Gaudin}} und &amp;#039;&amp;#039;Prunus recta&amp;#039;&amp;#039; {{Person|K. Koch}}.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hegi&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Epitheton ===&lt;br /&gt;
Die in der [[Botanik]] gebräuchliche Fachbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Prunus cerasus&amp;#039;&amp;#039; kann mit „[[Pflaume]] aus Cerasus“ übersetzt werden. Das [[Epitheton]] verweist über [[latein]]isch &amp;#039;&amp;#039;cerasus&amp;#039;&amp;#039; auf {{grcS|κερασὀς|kerasos}} ‚Kirschbaum‘&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[A Greek-English Lexicon|Liddell-Scott]], Eintrag [https://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A1999.04.0057%3Aalphabetic+letter%3D*k%3Aentry+group%3D104%3Aentry%3Dkeraso%2Fs κερασὀς (kerasos)].&amp;lt;/ref&amp;gt; beziehungsweise auch auf die Stadt {{lang|grc|Κερασοῦς|Kerasous}} an der Südküste des [[Schwarzes Meer|Schwarzen Meeres]], die im [[Römisches Reich|Römischen Reich]] &amp;#039;&amp;#039;Cerasus&amp;#039;&amp;#039; hieß, das heutige [[Giresun]]. Sie gehörte in der Antike zum [[Königreich Pontos]] und wurde im [[Mithridatische Kriege#Dritter Mithridatischer Krieg (73–63 v. Chr.)|Dritten Mithridatischen Krieg]] um 70 v. Chr. unter dem Feldherrn [[Lucius Licinius Lucullus]] erobert. Laut [[Plinius der Ältere|Plinius dem Älteren]] ließ Lucullus damals die Kirsche von Cerasus nach Rom importieren und die ersten Kirschbäume in Italien pflanzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Plinius: &amp;#039;&amp;#039;Naturalis historia&amp;#039;&amp;#039;, XV, 30&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf das lateinische [[Lehnwort]] &amp;#039;&amp;#039;cerasus&amp;#039;&amp;#039; für den Baum beziehungsweise &amp;#039;&amp;#039;cerasum&amp;#039;&amp;#039; für die Frucht, altgriechisch {{lang|grc|κεράσιον|kerasion}}, geht das deutsche Wort &amp;#039;&amp;#039;Kirsche&amp;#039;&amp;#039; ([[mittelhochdeutsch]] &amp;#039;&amp;#039;kirse&amp;#039;&amp;#039;, [[althochdeutsch]] &amp;#039;&amp;#039;kirsa&amp;#039;&amp;#039;) zurück,&amp;lt;ref&amp;gt;Kluge: &amp;#039;&amp;#039;[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]]&amp;#039;&amp;#039;. 23. Auflage, Berlin 1995, S.&amp;amp;nbsp;443.&amp;lt;/ref&amp;gt; wie ebenso [[französische Sprache|französisch]] &amp;#039;&amp;#039;cérise,&amp;#039;&amp;#039; [[englische Sprache|englisch]] &amp;#039;&amp;#039;cherry,&amp;#039;&amp;#039; [[spanische Sprache|spanisch]] &amp;#039;&amp;#039;cereza&amp;#039;&amp;#039; oder [[russische Sprache|russisch]] Чере́шня (čerešnja). Im heutigen [[Römischer Dialekt|römischen Dialekt]] heißt die Kirsche &amp;#039;&amp;#039;cerasa&amp;#039;&amp;#039;, [[Sizilianische Sprache|sizilianisch]] &amp;#039;&amp;#039;cirasa,&amp;#039;&amp;#039; [[Piemontesische Sprache|piemontesisch]] &amp;#039;&amp;#039;ciresa&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sorten ==&lt;br /&gt;
werden teils eingeteilt in Morellen, Weichseln, Amarellen, Bastardkirschen, Glaskirschen und Süßweichseln. Manche dieser Begriffe werden teils korrelierend oder gleichgesetzt mit Unterarten und teils synonym verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zahlreiche Sorten (Auswahl):&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hegi&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Glaskirschen&lt;br /&gt;
** ‚Diemitzer Amarelle‘, die früheste Sauerkirsche&lt;br /&gt;
** ‚[[Große Montmorency]]‘, bedeutendste Sorte in Nordamerika&lt;br /&gt;
** ‚Königliche Amarelle‘&lt;br /&gt;
** ‚Ludwigs Frühe‘, eine sehr anpassungsfähige Sorte&lt;br /&gt;
** ‚Werdersche Glaskirsche‘&lt;br /&gt;
* Süßweichseln&lt;br /&gt;
** ‚[[Köröser Weichsel|Köröser]]‘ (syn. ‚Ungarische Weichsel‘), eine vorwiegend in Österreich angebaute Sorte mit überragender Beliebtheit in der modernen Sortenzüchtung&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schuster2019&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Mirko Schuster |Titel=Sour cherries for fresh consumption |Sammelwerk=Acta Horticulturae |Nummer=1235 |Datum=2019-02 |ISSN=0567-7572 |DOI=10.17660/ActaHortic.2019.1235.15 |Seiten=113–118 |Online=https://www.researchgate.net/publication/331679801 |Abruf=2025-03-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
** ‚Rote Maikirsche‘ (syn. ‚Maiammer‘), eine alte mitteldeutsche Gartensorte&lt;br /&gt;
** ‚Rote Muskateller‘&lt;br /&gt;
** ‚Süße Frühweichsel‘&lt;br /&gt;
* Schattenmorellen&lt;br /&gt;
** Heimanns-Sortengruppe (syn. ‚[[Leopoldskirsche]]‘, ‚Heimanns Konserven-Weichsel‘, ‚Fanal‘, ‚Beutelspacher Rexelle‘, ‚Heimanns Rubin‘)&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.deutsche-genbank-obst.de/uploads/-gyG3kfrU1lJgF2uJOir-ojt4CQa0YN_.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt;, eine relativ früh reifende, für warme Lage geeignete Sorte mit großen Früchten&lt;br /&gt;
** ‚Kelleriis 14‘, eine Weiterzüchung der Sorte ‚Schattenmorelle‘&lt;br /&gt;
** ‚Morellenfeuer‘ (syn. ‚Kelleriis 16‘), eine beliebte Gartensorte&lt;br /&gt;
** ‚[[Ostheimer Weichsel]]‘ (syn. ‚Preßsauerkirsche‘), eine anspruchslose Sorte mit kleinen, aromatischen Früchten&lt;br /&gt;
** ‚[[Schattenmorelle]]‘, die wichtigste Sorte&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hegi&amp;quot; /&amp;gt; in Mitteleuropa (syn. ‚Große Lange Lotkirsche‘, ‚Nordkirsche‘, ‚Schwarze Kirsche von Montreux‘, ‚Späte Morelle‘)&lt;br /&gt;
*** ‚Scharo‘, eine sehr triebfreudige Bestträgerselektion von dieser&lt;br /&gt;
*** ‚Boscha‘&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sorte ‚[[Maraska-Kirsche|Maraschka]]‘ ist vermutlich ebenfalls der Gruppe der Schattenmorellen zuzuordnen. Sie ist eine Süßmostkirsche mit bittersauren Früchten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hegi&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für weitere Sorten, siehe [[Liste von Kirschsorten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die moderne kommerzielle Produktion dominiert in den großen Anbaugebieten oft jeweils eine alte Lokalsorte bzw. einzelne daraus ausgelesene Hochleistungsklone:&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hanke-Flachowsky2017&amp;quot;&amp;gt;Magda-Viola Hanke, Henryk Flachowsky: Obstzüchtung und wissenschaftliche Grundlagen, Springer 2017, ISBN 978-3-662-54085-5, [[DOI:10.1007/978-3-662-54085-5]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*im Hauptproduktionsland Türkei die Sorte [[Kütahya (Kirsche)|Kütahya]],&amp;lt;ref&amp;gt;DOI: 10.1007/s10341-016-0270-1&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*in Mitteleuropa die Schattenmorelle,&lt;br /&gt;
*in Nordamerika (also außerhalb des Verbreitungsgebietes der Art) die ursprünglich französische Montmorency.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Quero-García et al 2019&amp;quot;&amp;gt;José Quero-García, Amy Iezzoni, Gregorio López-Ortega, Cameron Peace, Mathieu Fouché, Elisabeth Dirlewanger, Mirko Schuster, 2019: Advances and challenges in cherry breeding, [[DOI:10.19103/AS.2018.0040.17]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
*In Kroatien und Ungarn führen Maraschka und [[Ungarische Traubige]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Blando-Oomah2019&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
*in Dänemark die [[Stevnsbær]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Christensen1976&amp;quot;&amp;gt;https://dcapub.au.dk/pub/planteavl_80_911.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; und&lt;br /&gt;
*in Serbien die [[Oblačinska]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bujdosó-Hrotko2017&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Géza Bujdosó, Karoly Hrotko |Titel=Cherries: botany, production and uses |Verlag=CABI |Ort=Oxfordshire Boston, MA |Datum=2017 |ISBN=978-1-78064-839-2 |Kapitel=Cherry production |Online=https://www.researchgate.net/profile/Geza-Bujdoso/publication/318828080}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitlicher Nutzen ==&lt;br /&gt;
Im Altertum galten Kirschen als nützlich bei Störungen der Darmfunktion.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;C. Plinii Secundi Naturalis historia.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von [[Detlef Detlefsen|D. Detlefsen]], Berlin 1866–1882, IV, S. 29 (XXIII, 141: „Cerasia alvum molliunt, stomacho inutilia, eadem siccata alvum sistunt, urinam cient […]“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Petrus Uffenbach (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Pedacii Dioscoridis Anazarbaei Kraeuterbuch …&amp;#039;&amp;#039; (ins Deutsche übersetzt von Johannes Danzius), Frankfurt am Main (bei Johann Bringern) 1610, S. 73 („Der Kirschbaum heyst […] zu Latein Cerasus, die Frucht aber Cerasum. Die Kirschen sind dem Bauch gut, denn sie sänfftigen den stulgang, wenn sie frisch sindt“).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sauerkirschen enthalten die Vitamine A, B₁, B₂, C und E sowie nennenswerte Mengen an Kalium und Folsäure.&lt;br /&gt;
Darüber hinaus sind Sauerkirschen eine reichhaltige Quelle für [[Anthocyane]] 1 und 2.&lt;br /&gt;
Diese rot-violetten Pflanzenfarbstoffe können dazu beitragen die Enzyme [[Cyclooxygenase-1]] und [[Cyclooxygenase-2|2]] im menschlichen Körper zu hemmen, welche mit dem Auftreten von Entzündungen und Schmerzen in Verbindung gebracht werden. Außerdem sollen Sauerkirschen in der Lage sein, den Harnsäurewert im Körper zu senken, indem sie die Ausscheidung ankurbeln.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Phillip G. Bell, David C. Gaze, Gareth W. Davison, Trevor W. George, Michael J. Scotter |Titel=Montmorency tart cherry (Prunus cerasus L.) concentrate lowers uric acid, independent of plasma cyanidin-3-O-glucosiderutinoside |Sammelwerk=Journal of Functional Foods |Band=11 |Datum=2014-11-01 |Seiten=82–90 |Online=http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1756464614002886 |DOI=10.1016/j.jff.2014.09.004 |Abruf=2017-04-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dadurch und dank der entzündungshemmenden Wirkung können Sauerkirschen in der Gichttherapie und bei Hyperurikämie eingesetzt werden. Auch bei Arthritis und anderen entzündungsbedingten Erkrankungen haben sich Sauerkirschen als wirksam erwiesen.&lt;br /&gt;
Allgemein scheint das entzündungshemmende Potential der Sauerkirsche für einen positiven Nutzen im Rahmen der Bekämpfung von Gefäßerkrankungen zu sorgen. Speziell im Falle des sogenannten metabolischen Syndroms und damit bei abdomineller [[Adipositas]], [[Arterielle Hypertonie|Bluthochdruck]], niedrigem [[High Density Lipoprotein|HDL-Cholesterin]], Fettstoffwechselstörungen und Typ-2 [[Diabetes mellitus]] konnten vielversprechende Ergebnisse erzielt werden. Weitere Studien deuten auf ein allgemein hohes Potential von Sauerkirschen zur Senkung von oxidativem Stress hin.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bell829&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Phillip G. Bell, Ian H. Walshe, Gareth W. Davison, Emma Stevenson, Glyn Howatson |Titel=Montmorency Cherries Reduce the Oxidative Stress and Inflammatory Responses to Repeated Days High-Intensity Stochastic Cycling |Sammelwerk=Nutrients |Band=6 |Nummer=2 |Datum=2014-02-21 |Seiten=829–843 |DOI=10.3390/nu6020829 |PMC=3942735 |PMID=24566440}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Tinna Traustadóttir, Sean S. Davies, Anthoney A. Stock, Yali Su, Christopher B. Heward |Titel=Tart Cherry Juice Decreases Oxidative Stress in Healthy Older Men and Women |Sammelwerk=The Journal of Nutrition |Band=139 |Nummer=10 |Datum=2009-10-01 |ISSN=0022-3166 |Seiten=1896–1900 |DOI=10.3945/jn.109.111716 |PMC=3151016 |PMID=19692530}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Des Weiteren stellen Sauerkirschen eine der wenigen Quellen von natürlichem [[Melatonin]] dar. Melatonin wird im menschlichen Körper in der [[Zirbeldrüse]] produziert und reguliert den Schlaf-Wachrhythmus. Ein Mangel kann dementsprechend zu Schlafstörungen führen. Sauerkirschen können bis zu 13,5&amp;amp;nbsp;ng Melatonin pro Gramm enthalten.&lt;br /&gt;
Besonders die Sorte Montmorency zeichnet sich zum Beispiel gegenüber der Sorte [[Ungarische Traubige]] (aka. Balaton) durch einen etwa sechsfachen Melatoningehalt aus. Daraus resultierend wird der Sauerkirsche eine positive Wirkung bei Schlafstörungen nachgesagt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Glyn Howatson, Phillip G. Bell, Jamie Tallent, Benita Middleton, Malachy P. McHugh |Titel=Effect of tart cherry juice (Prunus cerasus) on melatonin levels and enhanced sleep quality |Sammelwerk=European Journal of Nutrition |Band=51 |Nummer=8 |Datum=2012-12-01 |ISSN=1436-6215 |Seiten=909–916 |DOI=10.1007/s00394-011-0263-7 |PMID=22038497}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Yu Zhao, Dun-Xian Tan, Qiong Lei, Hao Chen, Lin Wang |Titel=Melatonin and its potential biological functions in the fruits of sweet cherry |Sammelwerk=Journal of Pineal Research |Band=55 |Nummer=1 |Datum=2013-08-01 |ISSN=1600-079X |Seiten=79–88 |DOI=10.1111/jpi.12044 |PMID=23480341}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=S. Burkhardt, D. X. Tan, L. C. Manchester, R. Hardeland, R. J. Reiter |Titel=Detection and quantification of the antioxidant melatonin in Montmorency and Balaton tart cherries (Prunus cerasus) |Sammelwerk=Journal of Agricultural and Food Chemistry |Band=49 |Nummer=10 |Datum=2001-10-01 |ISSN=0021-8561 |Seiten=4898–4902 |PMID=11600041}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sauerkirschsaft kann bei regelmäßigem Verzehr durch ungewohnte sportliche Belastung entstandenen Muskelkater und Muskelerschöpfung reduzieren und helfen, belastungsinduzierte Entzündungen im Respirationstrakt zu vermeiden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bell829&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Joanna L. Bowtell, David Paul Sumners, Amy Dyer, Patrick Fox, Katya N. Mileva |Titel=Montmorency cherry juice reduces muscle damage caused by intensive strength exercise |Sammelwerk=Medicine and Science in Sports and Exercise |Band=43 |Nummer=8 |Datum=2011-08-01 |ISSN=1530-0315 |Seiten=1544–1551 |DOI=10.1249/MSS.0b013e31820e5adc |PMID=21233776}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Darüber hinaus scheinen Sauerkirschen einen positiven Einfluss auf die [[Knochendichte]] und damit auf die Osteoporose-Prävention zu haben.&lt;br /&gt;
Auch im Rahmen der Schlaganfall-Prävention konnten in Studien vielversprechende Ergebnisse im Zusammenhang mit Sauerkirschen und den in ihnen enthaltenen Anthozyanen erzielt werden.&lt;br /&gt;
In zwei unabhängigen Studien wurden außerdem durch einen kombinierten Einsatz von Sauerkirschen und essentiellen Fettsäuren, bzw. durch extrahierte Sauerkirsch-Anthozyane (Cyanidin-3-O-glucosid) positive Resultate in Bezug auf Alzheimer und eine allgemein neuroprotektive Wirkung erzielt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jessica J. Matchynski, Steven A. Lowrance, Colleen Pappas, Julien Rossignol, Nicole Puckett |Titel=Combinatorial Treatment of Tart Cherry Extract and Essential Fatty Acids Reduces Cognitive Impairments and Inflammation in the mu-p75 Saporin-Induced Mouse Model of Alzheimer&amp;#039;s Disease |Sammelwerk=Journal of Medicinal Food |Band=16 |Nummer=4 |Datum=2013-04-01 |ISSN=1096-620X |Seiten=288–295 |DOI=10.1089/jmf.2012.0131 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jiangyong Min, Seong-Woon Yu, Seung-Hoon Baek, Kavitha M. Nair, Ok-Nam Bae |Titel=Neuroprotective effect of cyanidin-3-O-glucoside anthocyanin in mice with focal cerebral ischemia |Sammelwerk=Neuroscience Letters |Band=500 |Nummer=3 |Datum=2011-08-18 |Seiten=157–161 |DOI=10.1016/j.neulet.2011.05.048 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hildemar Scholz, Ilse Scholz: &amp;#039;&amp;#039;Prunus.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans. J. Conert u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Gustav Hegi. Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&amp;#039;&amp;#039; Band 4 Teil 2B: &amp;#039;&amp;#039;Spermatophyta: Angiospermae: Dicotyledones 2 (3). Rosaceae 2.&amp;#039;&amp;#039; Blackwell 1995, ISBN 3-8263-2533-8.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Tart cherry juice decreases oxidative stress in healthy older men and women.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;J Nutr.&amp;#039;&amp;#039; 139(10), 2009 Oct, S. 1896–1900. [[doi:10.3945/jn.109.111716]]. Epub 19. Aug 2009 (englisch)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Combinatorial treatment of tart cherry extract and essential fatty acids reduces cognitive impairments and inflammation in the mu-p75 saporin-induced mouse model of Alzheimer&amp;#039;s disease.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Medicinal Food.&amp;#039;&amp;#039; 16(4), Apr 2013, S. 288–295. [[doi:10.1089/jmf.2012.0131]]. (englisch)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Neuroprotective effect of cyanidin-3-O-glucoside anthocyanin in mice with focal cerebral ischemia.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Neuroscience Letters.&amp;#039;&amp;#039; 500(3), 18 Aug 2011, S. 157–161. [[doi:10.1016/j.neulet.2011.05.048]]. Epub 2011 May 27. (englisch)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Regular tart cherry intake alters abdominal adiposity, adipose gene transcription, and inflammation in obesity-prone rats fed a high fat diet.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Medicinal Food.&amp;#039;&amp;#039; 12(5), Okt 2009, S. 935–942. [[doi:10.1089/jmf.2008.0270]]. (englisch)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Altered hyperlipidemia, hepatic steatosis, and hepatic peroxisome proliferator-activated receptors in rats with intake of tart cherry.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Medicinal Food.&amp;#039;&amp;#039; 11(2), Juni 2008, S. 252–259. [[doi:10.1089/jmf.2007.658]]. (englisch)&lt;br /&gt;
* P. G. Bell, I. H. Walshe, G. W. Davison, E. J. Stevenson, G. Howatson: &amp;#039;&amp;#039;Recovery facilitation with Montmorency cherries following high-intensity, metabolically challenging exercise.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Appl Physiol Nutr Metab.&amp;#039;&amp;#039; 40(4), Apr 2015, S. 414–423. [[doi:10.1139/apnm-2014-0244]]. PMID 25794236 (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hegi&amp;quot;&amp;gt;Hildemar Scholz, Ilse Scholz: &amp;#039;&amp;#039;Prunus.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans. J. Conert u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Gustav Hegi]]. Illustrierte Flora von Mitteleuropa.&amp;#039;&amp;#039; Band&amp;amp;nbsp;4 Teil&amp;amp;nbsp;2B: &amp;#039;&amp;#039;Spermatophyta: Angiospermae: Dicotyledones 2 (3). Rosaceae 2.&amp;#039;&amp;#039; Blackwell 1995, ISBN 3-8263-2533-8.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Prunus cerasus|Sauerkirsche|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{FloraWeb|4586}}&lt;br /&gt;
* {{BIB|4586}}&lt;br /&gt;
* {{InfoFlora|ID=1107|WissName=Prunus cerasus L. s.&amp;amp;nbsp;l.|Abruf=2015-11-10}}&lt;br /&gt;
* Thomas Meyer: [http://www.blumeninschwaben.de/Zweikeimblaettrige/Rosengewaechse/kirsch_heim.htm#Sauerkirsche Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei &amp;#039;&amp;#039;Flora-de: Flora von Deutschland&amp;#039;&amp;#039; (alter Name der Webseite: &amp;#039;&amp;#039;Blumen in Schwaben&amp;#039;&amp;#039;)]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url= http://www.obstbau.org/content/service/wissenswertes/inhaltsstoffe_sauerkirschen.php | wayback= 20090210194817| text=Die Inhaltsstoffe der Sauerkirsche (Fachgruppe Obstanbau)}}&lt;br /&gt;
* [https://www.food-compare.com/directcompare/?item=5;0;300_138;10;6;0;300_138;10;vitamindata;075035175031000;01000001 Vergleich von Nährwertangaben für Süß- und Sauerkirsche] (auf [https://www.food-compare.com/contact/ food-compare.com]; abgerufen am 24. August 2021)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4132266-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Prunus (Rosengewächse)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Steinobst]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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