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	<title>Satyrspiel - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T14:41:09Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Satyrspiel&amp;diff=46982&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bavarese: /* Nachwirken */ Wilder, The Drunken Sisters</title>
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		<updated>2026-01-23T16:58:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Nachwirken: &lt;/span&gt; Wilder, The Drunken Sisters&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Actor as Papposilen Antikensammlung Berlin.jpg|miniatur|[[Statue eines Schauspielers als Papposilen|Schauspieler im Kostüm des &amp;#039;&amp;#039;Papposilen&amp;#039;&amp;#039;]] (Antikensammlung Berlin)]]&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Satyrspiel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine Gattung des antiken [[Drama]]s, die von [[Pratinas von Phleius|Pratinas]] wahrscheinlich 502/501 v. Chr. in [[Athen]] eingeführt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am tragischen [[Agon (Wettstreit)|Agon]] der [[Dionysien|Großen Dionysien]] führte jeder Tragiker jeweils drei [[Tragödie]]n und ein Satyrspiel auf. Das Satyrspiel ist ein heiteres, befreiendes [[Nachspiel]], das den drei Tragödien folgte. Tragödien und Satyrspiel bilden eine [[Tetralogie]]. Formal gliedert sich das Satyrspiel gleich der Tragödie in [[Griechische Tragödie#Aufbau|Prolog]], [[Griechische Tragödie#Aufbau|Parodos]], [[Stasimon]] und [[Epeisodion|Epeisodia]] sowie [[Exodos]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt und Funktion ==&lt;br /&gt;
In den athenischen Satyrspielen kommentierte eine Gruppe Satyrn, geführt von einem auch als Schauspieler in den [[Epeisodion|Epeisodien]] auftretenden [[Silenos|Silen]], das Geschehen. „Gestaltet werden … aus dem reichen Reservoir des Mythos heitere oder doch unproblematische, oft märchenhafte Stoffe.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Manfred Brauneck]], Gérard Schneilin: &amp;#039;&amp;#039;Theaterlexikon. Begriffe und Epochen, Bühnen und Ensembles&amp;#039;&amp;#039;. 3. vollständig überarbeitete und erweiterte Neuausgabe. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1992, S. 817.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei den namengebenden [[Satyr]]n handelt es sich um [[Mythos|mythologische]] Figuren, halb Mensch, halb Tier. Es sind Walddämonen, die sich gern um [[Dionysos]] scharen, dessen Schwäche für Sinnesgenüsse sie teilen. Konfrontiert werden die Satyrn mit Situationen und Umgebungen, die nicht ihrem „natürlichen“ Umfeld entsprechen. Sie müssen Aufgaben lösen, die nicht in ihrem Wesen liegen, und Göttern dienen, die so ganz andere Eigenschaften aufweisen als der von ihnen verehrte Dionysos. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der sich ergebende Spannungsbogen führt zu heiteren Situationen und ermöglicht den verschiedenen Funktionen des Satyrspiels, ihre Wirkung entfalten zu lassen. Es dient als spannungslösender Kontrast zur zuvor aufgeführten Tragödientrilogie. Neben dem psychologischen Moment war ein wichtiger Aspekt des Spiels, Dionysos, dem die Feste gewidmet waren, oder das dionysische Element noch einmal in den Mittelpunkt zu rücken. In den vorausgehenden Tragödien spielte Dionysos eine immer geringere Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überlieferung ==&lt;br /&gt;
Von etwa 75 Satyrspielen sind Autor und Titel bekannt. Das einzige vollständig überlieferte Satyrspiel von etwa 300, die während der Großen Dionysien im 5. Jahrhundert v. Chr. zur Aufführung gelangt sein müssten, ist der &amp;#039;&amp;#039;[[Kyklops]]&amp;#039;&amp;#039; (ca. 408 v. Chr.) von [[Euripides]].&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. auch Nikolaus Pechstein: &amp;#039;&amp;#039;Euripides Satyrographos – Ein Kommentar zu den Euripideischen Satyrspielfragmenten.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart/Leipzig 1998.&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem sind von einigen Stücken mehr oder minder kurze Fragmente erhalten. Größere Partien wurden im ägyptischen [[Oxyrhynchos]] von [[Sophokles]]’ &amp;#039;&amp;#039;[[Ichneutai]]&amp;#039;&amp;#039; mit etwa 450 Versen und den &amp;#039;&amp;#039;Diktyulkoi&amp;#039;&amp;#039; des [[Aischylos]] mit etwa 830 Versen gefunden. Von diesem sind auch größere Fragmente der &amp;#039;&amp;#039;Isthmiastai oder Theoroi&amp;#039;&amp;#039; bekannt. Da oftmals Titel der Satyrspiele zugleich Titel bekannter [[Griechische Komödie|Komödien]] waren, wurden die Titel mit dem Zusatz &amp;#039;&amp;#039;satyrikos&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;satyrikon drama&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;satyroi&amp;#039;&amp;#039; näher bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die Tragödie erfreute sich auch das Satyrspiel in [[Hellenismus|hellenistischer]] Zeit großer Beliebtheit. Inschriftlich gesichert ist die Aufführung von Satyrspielen bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. Ein einzig dastehendes Zeugnis belegt für [[Thespiai]] gar ein Satyrspiel im 2. Jahrhundert n. Chr. Von den Römern wurde die Gattung kaum aufgegriffen. Gleichwohl merkt der römische Architekt [[Vitruv]] an, dass das Satyrspiel eine eigene Szenerie mit Bäumen, Höhlen und Bergen in einer offenen Landschaft verlange.&amp;lt;ref&amp;gt;Vitruv 5, 6, 9.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Horaz]] widmet sich in seiner &amp;#039;&amp;#039;Ars poetica&amp;#039;&amp;#039; ausführlich dem Satyrspiel, seinem Aufbau und seinem Stil, woraus eine gewisse Bedeutung der Gattung zu seiner Zeit zu erschließen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Horaz, &amp;#039;&amp;#039;Ars poetica&amp;#039;&amp;#039; 220–250.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Römische Kaiserzeit|kaiserzeitliche]] Horazkommentator [[Pomponius Porphyrio]] nennt bei Erörterung der Stelle den älteren Zeitgenossen [[Marcus Tullius Cicero|Ciceros]] [[Lucius Pomponius]] – sonst als Verfasser von &amp;#039;&amp;#039;[[Atellane|atellanae fabulae]]&amp;#039;&amp;#039; bekannt – als Dichter von Satyrspielen.&amp;lt;ref&amp;gt;Pomponius Porphyrio zu Horaz, &amp;#039;&amp;#039;Ars poetica&amp;#039;&amp;#039; 221 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von Ciceros Bruder [[Quintus Tullius Cicero|Quintus]] ist bekannt, dass er ein Stück namens &amp;#039;&amp;#039;Syndeipnoi&amp;#039;&amp;#039; verfasste.&amp;lt;ref&amp;gt;Cicero, &amp;#039;&amp;#039;Epistulae ad Quintum fratrem&amp;#039;&amp;#039; 2, 16, 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ob es sich dabei wie bei dem gleichnamigen Drama des Sophokles um ein Satyrspiel handelte, ist ungewiss.&amp;lt;ref&amp;gt;Zum Satyrspiel in Rom siehe [[Timothy Peter Wiseman]]: &amp;#039;&amp;#039;Satyrs in Rome.&amp;#039;&amp;#039; In: ders.: &amp;#039;&amp;#039;Historiography and Imagination: Eight Essays on Roman Culture.&amp;#039;&amp;#039; University of Exeter Press, Exeter 1994, S. 68–85.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachwirken ==&lt;br /&gt;
* Ein Satyrspiel im antiken Sinne, das auf seine &amp;#039;&amp;#039;[[Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg|Tannhäuser]]&amp;#039;&amp;#039;-Tragödie folgen sollte, schuf [[Richard Wagner]] mit seiner musikalischen Komödie &amp;#039;&amp;#039;[[Die Meistersinger von Nürnberg]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* [[Thornton Wilder]] erweiterte sein 1955 erschienenes Schauspiel &amp;#039;&amp;#039;The Alcestiad&amp;#039;&amp;#039; drei Jahre später um das angehängte Satyrspiel &amp;#039;&amp;#039;The Drunken Sisters&amp;#039;&amp;#039;, das die Vorgeschichte des Ganzen bringt und mit dem Ausblick auf den Anfang endet: „APOLLO &amp;#039;&amp;#039;das Gesicht mit den Händen bedeckend&amp;#039;&amp;#039;: Oh! Oh! - Jetzt sehe ich, wie es kommen wird. &amp;#039;&amp;#039;Aufschreiend:&amp;#039;&amp;#039; Alkestis! Alkestis!“&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Dürrenmatt]] bezeichnete seine Komödie &amp;#039;&amp;#039;[[Die Physiker]]&amp;#039;&amp;#039; (1961) als Satyrspiel. &lt;br /&gt;
* Im Jahr 2014 erschien das Satyrspiel &amp;#039;&amp;#039;Die Visite&amp;#039;&amp;#039; von [[Karl F. Masuhr]].&amp;lt;ref&amp;gt;Karl F. Masuhr: &amp;#039;&amp;#039;Die Visite, ein Satyrspiel.&amp;#039;&amp;#039; Hoof-Verlag, Berlin 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; Beide Stücke sind burleske Kriminalkomödien, die in der „klinischen“ Wirklichkeit spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Mark Griffith (Altphilologe)|Mark Griffith]]: &amp;#039;&amp;#039;Greek Satyr Play: Five Studies&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;California Classical Studies.&amp;#039;&amp;#039; Band 3). Berkeley 2015. ([https://escholarship.org/uc/item/05z6b1b1 E-Publikation])&lt;br /&gt;
* [[Ralf Krumeich]], Nicolaus Pechstein, [[Bernd Seidensticker]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das griechische Satyrspiel.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1999, ISBN 3-534-14593-3.&lt;br /&gt;
* Rebecca Lämmle: &amp;#039;&amp;#039;Das Satyrspiel.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Bernhard Zimmermann (Philologe)|Bernhard Zimmermann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der griechischen Literatur der Antike.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Die Literatur der archaischen und klassischen Zeit.&amp;#039;&amp;#039; C. H. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-57673-7, S. 611–663.&lt;br /&gt;
* Rebecca Lämmle: &amp;#039;&amp;#039;Poetik des Satyrspiels.&amp;#039;&amp;#039; Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2013, ISBN 978-3-8253-6064-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4179175-7|LCCN=gf2014026526}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Drama]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antikes Theater]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Humor der Antike]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bavarese</name></author>
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