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	<title>Satellite Laser Ranging - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T19:23:25Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Satellite_Laser_Ranging&amp;diff=179696&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Durchkopplung</title>
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		<updated>2025-11-24T22:43:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php/Durchkopplung&quot; title=&quot;Durchkopplung&quot;&gt;Durchkopplung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Wettzell Laser Ranging System.jpg|mini|rechts|Laser Ranging System des [[Geodätisches Observatorium Wettzell|Geodätischen Observatoriums Wettzell]] in Bayern]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lustbühel Satellite Laser Tacking.jpg|mini|Satellite Laser Ranging der [[Satellitenstation Graz-Lustbühel]] in Betrieb]]&lt;br /&gt;
{{lang|en|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Satellite Laser Ranging&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;}} (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;SLR&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; deutsch etwa: &amp;#039;&amp;#039;Satelliten-Laserentfernungsmessung&amp;#039;&amp;#039;) ist eine hochpräzise Methode der [[Satellitengeodäsie]], bei der mit Hilfe der Laufzeit eines Laserimpulses die Entfernung zwischen einer Bodenstation und einem [[Satellit (Raumfahrt)|Satelliten]] gemessen wird. Hierbei handelt es sich um ein Zweiwegemessverfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Satellite Laser Ranging dient einerseits zur genauen [[Bahnbestimmung]] der [[Umlaufbahn]] von geodätischen Satelliten, andererseits zur Punktbestimmung in der [[Erdmessung]] und [[Geodynamik]]. Daraus können Veränderungen des [[Erdfigur|Erdkörpers]] und der [[Erdrotation]] abgeleitet werden – zusammen mit anderen Verfahren der [[Höhere Geodäsie|höheren Geodäsie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Grundprinzip ==&lt;br /&gt;
In der Sendeeinrichtung der Bodenstation wird ein kurzer [[Laserimpuls]] erzeugt und über ein optisches System zum Satelliten gesendet. Gleichzeitig wird ein elektronischer Zeitintervall-Zähler gestartet. Der vom Satelliten reflektierte Impuls wird über eine Empfangsoptik in der Empfangseinrichtung der Bodenstation registriert, verstärkt, analysiert und dem Zähler als Stoppimpuls zugeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der gemessenen Laufzeit Δt des Laserimpulses für den Weg zum Satelliten und zurück ergibt sich mit Hilfe der Ausbreitungsgeschwindigkeit &amp;lt;math&amp;gt;c&amp;lt;/math&amp;gt; die Entfernung d:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;d = \frac{\Delta t}{2}\cdot c&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wesentliche Komponenten des Entfernungsmesssystems am Boden sind dementsprechend:&lt;br /&gt;
# Generator und Sender der Laserimpulse einschließlich optischem System und Montierung&lt;br /&gt;
# [[Strahlungsdetektor|Detektor]] und Analysator für zurückkehrende Impulse einschließlich des Empfangssystems&lt;br /&gt;
# Zeitmesseinrichtung für die Laufzeitbestimmung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Steuerung und Überwachung des Systems sowie zur Festlegung der [[Epoche (Astronomie)|Beobachtungsepochen]] sind noch weitere Sub-Systeme erforderlich ([[Computer|Rechner]], [[Atomuhr]]en).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Weltraumsegment werden Satelliten mit geeigneten Reflektoren benötigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Entwicklung von gepulsten Lasern für die Bahnverfolgung von Satelliten begann in den USA bereits um 1961/62 innerhalb des amerikanischen [[Explorer-Programm|Explorer]]-Programms. 1964 wurde ein erster Satellit mit Laserreflektoren ausgestattet (BEACON – Explorer – B (BE–B) = Explorer 22). Dieser wurde am 9. Oktober 1964 in eine [[Umlaufbahn]] von 1000&amp;amp;nbsp;km Höhe und 80° [[Bahnneigung]] gebracht. Die ersten Laserentfernungsmessungen gelangen 1965 mit einer Genauigkeit von wenigen Metern. Auch Explorer 27 (= BE-C) sowie die beiden [[GEOS (NASA)|GEOS]]-Satelliten Explorer 29 und Explorer 36 waren mit Laserreflektoren ausgestattet.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://nssdc.gsfc.nasa.gov/multi/explorer.html Übersicht über die Explorer-Missionen (National Space Science Data Center der NASA)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst die GEOS-Satelliten konnten für die [[Satellitengeodäsie]] genutzt werden: einerseits konnte man vorher die [[Satellitenbahn]]en nur unzureichend vorherberechnen, andererseits waren die [[Intervallzähler]] für die [[Zeitmessung]] noch nicht präzise genug und die Zahl der reflektierten [[Lichtquant]]en für hohe Satelliten zu gering. Niedrigere Bahnen wiederum bedeuten, dass der Satellit zu rasch über den Himmel läuft (Durchgänge von nur wenigen Minuten) und seine Bahn für eine verlässliche [[Ephemeride]] nicht stabil genug ist. Den Durchbruch brachte erst eine verbesserte Steuerungs- und [[Lasertechnik]], kombiniert mit einer genau eingegrenzten und programmierten [[Torzeit]] des Empfänger-Teleskops.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den nachfolgenden Jahren wurden sehr rasche Fortschritte gemacht.&lt;br /&gt;
Die Genauigkeit erreichte Mitte der 1970er Jahre etwa einen Meter, heute (2015) ist sie im Millimeter-Bereich angelangt, so dass die Form des Satelliten bereits eine große Rolle spielt. Wenn das Laser[[echo]] stark genug ist, misst die Apparatur nur die ersten der zurückkommenden Photonen. Bei [[Tagbeobachtung]]en – die seit etwa 1995 möglich sind – wird auch eine größere Zahl der Reflexe analysiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An vielen Orten der Welt wurden Laserentfernungsmesssysteme zu Satelliten entwickelt und installiert. Oft handelte es sich dabei um Eigenentwicklungen in Arbeitsgruppen von Observatorien. 1986 waren weltweit etwa 50 leistungsfähige Systeme im Einsatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einteilung der Lasersysteme ==&lt;br /&gt;
Die erzielbare Entfernungsmessgenauigkeit hängt eng mit der zeitlichen Dauer und [[Auflösung (Physik)|Auflösung]] der Laserimpulse zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Dabei gilt: 1 [[Nanosekunde]] (ns) entspricht bei Ausbreitung des Laserimpulses mit Vakuum-Lichtgeschwindigkeit einer Entfernung von 15&amp;amp;nbsp;cm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist üblich, die verwendeten Lasersysteme je nach Konzept und Leistungsfähigkeit in Gruppen (Generationen) einzuteilen, wobei die Übergänge fließend sind.&lt;br /&gt;
# Generation: Eine Impulsdauer von 10 bis 40&amp;amp;nbsp;ns entspricht 1,5 bis 6&amp;amp;nbsp;m Entfernungsmessgenauigkeit; meist [[Rubinlaser|Rubin-Laser]]&lt;br /&gt;
# Generation: Verkürzung der Impulsdauer auf 2–5&amp;amp;nbsp;ns entsprechend 30–120&amp;amp;nbsp;cm&lt;br /&gt;
# Generation: Eine Impulsdauer im Subnanosekundenbereich von 0,1 bis 0,2&amp;amp;nbsp;ns entsprechend 1,5–3&amp;amp;nbsp;cm; häufig [[Nd:YAG-Laser]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Genauigkeitssteigerung der Messsysteme ergeben sich weitere Anwendungsgebiete. Insbesondere bei Messgenauigkeiten um 1–3&amp;amp;nbsp;cm können Satellitenbahnen genauer bestimmt und Beiträge zu geodynamischen Fragestellungen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Krustenbewegung]]en) geleistet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die vom Boden ausgesandten Lichtblitze haben eine kurzzeitige Leistung im Bereich von [[Gigawatt]]. Um eine Beeinträchtigung des Flugverkehrs zu vermeiden, muss der Einsatz mit der [[Flugsicherung]] koordiniert werden. Zusätzlich gibt es aber eine Abschaltautomatik, sollte ein Flugzeug dennoch in Strahlnähe geraten.&amp;lt;!--Detektionsverfahren unklar. Über den Messstrahl (seinen weniger intensiven Randbereich) selbst?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lasermesssysteme und Komponenten ==&lt;br /&gt;
=== Laseroszillatoren ===&lt;br /&gt;
Herzstück eines Laserentfernungsmesssystems ist der [[Oszillator|Laseroszillator]] selbst. Das Kunstwort [[Laser|LASER]] (Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation) bezeichnet Anordnungen zu [[Kohärenz (Physik)|kohärenten]] Verstärkung elektromagnetischer Schwingungen im (optischen) [[Elektromagnetisches Spektrum|Spektralgebiet]] durch [[stimulierte Emission]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Satellitengeodäsie nutzt man neben der [[Kohärenz (Physik)|Kohärenz]], d.&amp;amp;nbsp;h. der festen Phasenbeziehung zwischen den einzelnen Teilstrahlen, noch zwei weitere Eigenschaften der Laserstrahlung aus, nämlich die hohe Bündelungsschärfe und die hohe [[Energiedichte]]. Auf diese Weise gelingt es, extrem kurze Impulse hoher Energiedichte über große Entfernungen zu transportieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Satellitengeodäsie haben zwei Lasertypen weite Verbreitung gefunden, der [[Rubinlaser]] und der [[Nd:YAG-Laser|Neodymium-YAG(=Yttrium-Aluminium-Granat)-Laser]]. Die Systeme der 1. und 2. Generation sind fast ausschließlich mit Rubinlasern bestückt, die der 3. Generation weitgehend mit Nd:YAG-Lasern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Systemkomponenten ===&lt;br /&gt;
==== (a) Montierung ====&lt;br /&gt;
Um die Entfernung zu veränderlichen Zielen messen zu können, muss der Lasersendeteil beweglich aufgestellt werden. Dies kann auf einer in [[Azimut]] und Höhe verstellbaren Montierung geschehen. Es bietet sich an, den Empfangsteil auf derselben Montierung zu installieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Geräten der 1. Generation ist es üblich, den [[Oszillator|Laseroszillator]] mit auf der Montierung zu befestigen, Laser der 3. Generation sind sehr empfindlich und müssen in klimatisierter, staubfreier Umgebung aufgebaut sein.&lt;br /&gt;
Bei stationären Lasern wird dazu ein gesonderter Raum ([[Reinraum]]) genutzt. Die Laserimpulse werden über optische Leiter in das Sendeteleskop geleitet. Die Montierung muss mit genügender Genauigkeit auf das bewegliche Ziel ausgerichtet sein, damit der Laserimpuls den Satelliten trifft.&lt;br /&gt;
Bei geringeren Genauigkeitsansprüchen (1. Generation) kann die Nachführung durch visuelle Kontrolle manuell erfolgen. Bei Lasern der 3. Generation, die auch im Tagbetrieb arbeiten, geschieht die Nachführung automatisch aufgrund vorausberechneter [[Ephemeriden|Satellitenephemeriden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== (b) Lichtempfänger ====&lt;br /&gt;
Die Energie des Laserimpulses pro Flächeneinheit nimmt auf dem Weg zum Satelliten und zurück jeweils mit dem Quadrat der Entfernung ab. Weiterhin wird das Signal durch die [[Erdatmosphäre]] geschwächt. Trotz der sehr hohen Ausgangsenergie und starken Bündelung kommt folglich sehr wenig Energie zurück, so dass für größere Satellitenentfernungen eine sehr leistungsfähige Empfangseinrichtung benötigt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Empfangsteil besteht aus einem optischen System und einem elektronischen Lichtempfänger. Als &amp;#039;&amp;#039;optische Systeme&amp;#039;&amp;#039; kommen [[Spiegelteleskop]]e oder [[Fernrohr]]e in Betracht, welche die [[Photon]]en des reflektierten Laserimpulses auf den Lichtempfänger [[fokus]]sieren. Wegen des größeren [[Öffnungsverhältnis]] werden Spiegelteleskope großer [[Apertur]] bevorzugt, zumal es auf die Messung schwacher Helligkeiten und nicht auf geometrische Qualität ankommt. Zur Vermeidung von Störlicht, wird ein Filter geringer [[Bandbreite]] (Δλ&amp;amp;nbsp;~&amp;amp;nbsp;1&amp;amp;nbsp;nm) für den [[Elektromagnetisches Spektrum|Frequenzbereich]] des Laserlichts verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;elektronische Lichtempfänger&amp;#039;&amp;#039; werden [[Photodetektor]]en mit sehr kurzer [[Anstiegs- und Abfallzeit|Anstiegszeit]] wie [[Photomultiplier]] (PMT), [[Mikrokanalplatte]]n-Photomultiplier (MCP-PMT) oder [[Avalanche-Photodiode]]n (APD) verwendet. Zur Reduktion von [[Störsignal]]en wird der Photodetektor nur für eine kurze vorausberechnete Zeitspanne von Δt von 1 bis 10&amp;amp;nbsp;µs ([[Mikrosekunde]]n) aktiviert. Die Anstiegszeit sollte 100 bis 300&amp;amp;nbsp;ps ([[Pikosekunde]]n) nicht übersteigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== (c) Impulsanalyse ====&lt;br /&gt;
Das zurückgesendete Signal ist aufgrund zahlreicher Störeinflüsse deformiert. Ursachen sind u.&amp;amp;nbsp;a. atmosphärische Störungen, Überlagerung durch [[Reflexion (Physik)|Reflexion]] an mehreren Reflektoren, Relativbewegung von Sender und Reflektor. Zur Festlegung der Impulsmitte ist eine sorgfältige Impulsanalyse erforderlich. Mehrere Verfahren sind möglich. Bewährt hat sich die Festlegung des [[Geometrischer Schwerpunkt|Schwerpunktes]] durch Ausmessen der Fläche unter dem Signalverlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sofern auf der Basis von [[Photon|Einzelphotonen]] gearbeitet wird (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Lunar Laser Ranging]], LLR) entfällt die Pulsanalyse. Es müssen dann Verfahren verwendet werden, die ein Erkennen und Verarbeiten einzelner Photonen erlauben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== (d) Zeitbasis ====&lt;br /&gt;
Zur [[Laufzeitmessung]] werden elektronische Zähler verwendet, deren [[Auflösung (Physik)|Auflösung]] 10&amp;amp;nbsp;ps betragen kann. Die Zähler werden von [[Atomuhr|Atomfrequenznormalen]] gesteuert, die sich durch hohe Kurz- und Langzeitstabilität auszeichnen. Für so eine [[Zeitbasis]] kommen [[Rubidium-Oszillator|Rubidium-]] und Cäsiumnormale sowie [[Wasserstoffmaser]] in Betracht. Die Atomfrequenznormale definieren auch die Stationszeit zur Epochenfestlegung und müssen dann regelmäßig mit übergeordneten Zeitdiensten verglichen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== (e) Prozessrechner ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Lasermess.Jason1+Noise,SLR Wettzell.jpg|mini|200px|Rauschen bei Tagbeobachtung des [[Jason 1|Jason-1]]-Satelliten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Vorausberechnung der Einstellwerte, [[Nachführung]] der Montierung, Systemüberwachung, [[Eichung]] und Überprüfung der Systemparameter sowie zur Datenaufbereitung und Kontrolle ist ein leistungsfähiger Prozessrechner sowie umfassende Systemsoftware erforderlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== (f) Flugzeugdetektor ====&lt;br /&gt;
In dicht besiedelten Gebieten und in der Nähe von Flughäfen werden gelegentlich Vorkehrungen verlangt, um das Durchfliegen eines Flugzeugs durch den Laserstrahl zu vermeiden. Hierzu kann ein optisches System zur Flugzeugortung eingebaut werden, das automatisch den Laserbetrieb abschaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== (g) Torzeit und Noise-Analyse ====&lt;br /&gt;
Moderne SLR-Teleskope verwenden dieselbe Optik für Senden und Empfang des Lasers. Die Umschaltung erfolgt mittels &amp;#039;&amp;#039;[[Torzeit]]&amp;#039;&amp;#039;, jener kurzen Zeitspanne, nach der frühestens mit dem reflektierten Signal zu rechnen ist. Sie dient auch zur Erleichterung der Rausch-Analyse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letztere ist bei [[Tagbeobachtung]]en wesentlich, wo vom Tageslicht an die tausendmal mehr Photonen eintreffen als vom Satellitenecho. Ein Beispiel der Noise-Analyse zeigt nebenstehendes Bild, wo die Software der Satellitenstation [[Wettzell]] aus dem [[Rauschen (Physik)|Empfangsrauschen]] nur jene Photonen durchlässt, die von der Torzeit um höchstens 5 Nanosekunden abweichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Satelliten mit Laserreflektoren ==&lt;br /&gt;
[[Datei:LAGEOS-NASA.jpg|mini|rechts|LAGEOS (1975), der bis heute wichtigste Lasersatellit. Gewicht 411&amp;amp;nbsp;kg bei nur 60&amp;amp;nbsp;cm Durchmesser, Bahnhöhe 5.000&amp;amp;nbsp;km]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laserentfernungsmessungen können nur zu Satelliten durchgeführt werden, die mit geeigneten [[Laserreflektor]]en ausgerüstet sind. Die Reflektoren haben die Aufgabe, das Licht in dieselbe Richtung zurückzustrahlen, aus der es einfällt. Solche Reflektoren werden auch [[Retroreflektor]]en genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die gewünschte Messgenauigkeit zu erzielen, müssen Reflektoren für jede Satellitenform und Bahnhöhe sehr sorgfältig entworfen werden. Der Reflektor muss eine ausreichende Größe haben, um genügend Licht zu reflektieren. Hierzu werden zumeist mehrere Einzelreflektoren von 2–4&amp;amp;nbsp;cm Durchmesser zu bestimmten Anordnungen (Arrays) zusammengefasst. An die korrekte gegenseitige Zuordnung der Einzelreflektoren werden sehr hohe Anforderungen gestellt, um Impulsverformungen durch Signalüberlagerung möglichst gering zu halten. Außerdem muss der Lichtweg im Reflektor bekannt sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da es sich bei Retroreflektoren um passive Systeme handelt, die sich verhältnismäßig einfach als zusätzliche Komponenten an Satelliten installieren lassen, sind heute eine größere Zahl von Raumflugkörpern damit ausgestattet. Bei den meisten so ausgestatteten Satelliten geht es darum, mit Hilfe von Laserentfernungsmessungen genaue Bahninformationen für die eigentlichen Satellitenmissionen zu erhalten. Da diese Satelliten jedoch weitere Aufgaben erfüllen, können die Reflektoren nicht konzentrisch zum Massenzentrum angeordnet werden. Deshalb muss eine eindeutige Beziehung zwischen dem jeweils angemessenen Reflektor und dem Satellitenzentrum aufgestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei so genannten &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lasersatelliten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; steht die Aufgabe des Laser Ranging im Vordergrund. Dafür muss die [[Satellitenbahn]] sehr stabil sein. Daher baut man Lasersatelliten mit einem Kern aus massivem Metall (teilweise sogar besonders [[dichte]]m Material wie [[Uran]]), so dass bereits ein [[Fußball (Sportgerät)|fußballgroßer]] Satellit wie [[Starlette]] fast 50&amp;amp;nbsp;kg wiegt. Er erleidet dadurch nur geringe [[Bahnstörung]]en durch [[nicht-gravitativ]]e Kräfte (Hochatmosphäre, Lichtdruck, Sonnenwind etc.), und die Bahn kann genauestens bestimmt werden – zum Beispiel für [[Satellitentriangulation]] oder zur Berechnung des [[Erdschwerefeld]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den etwa 20 seit 1970 gestarteten Lasersatelliten sind die wichtigsten:&lt;br /&gt;
* [[LAGEOS]] (&amp;#039;&amp;#039;Laser Geodynamics Satellite&amp;#039;&amp;#039;, USA 1975), ca. 5.000&amp;amp;nbsp;km hohe [[Polarbahn]], daher eine Lebensdauer von mehreren Millionen Jahren, Durchmesser 60&amp;amp;nbsp;cm, Masse 411&amp;amp;nbsp;kg (siehe obiges Bild)&lt;br /&gt;
* [[Starlette]] (Frankreich, 1975), Bahnhöhe derzeit ca. 900–1100&amp;amp;nbsp;km, Größe ≈20&amp;amp;nbsp;cm, 50&amp;amp;nbsp;kg&lt;br /&gt;
* [[LAGEOS|LAGEOS 2]] (Italien, 1992), identisch mit dem originalen LAGEOS, Start im Zuge der [[Space Shuttle|Space-Shuttle]]-Mission [[STS-52]]&lt;br /&gt;
* [[Stella (Satellit)|Stella]] (identisch mit Starlette), Start 1993 mit der europäischen Trägerrakete [[Ariane (Rakete)|Ariane]]&lt;br /&gt;
* ein bulgarischer Satellit (um 1985) und zwei japanische Lasersatelliten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Globales SLR-Netz ==&lt;br /&gt;
Zur internationalen Abstimmung der Lasermessungen zu Satelliten wurde in den 1990ern der [[ILRS|International Laser Ranging Service]] (abgek. ILRS) gegründet. Der ILRS organisiert und koordiniert die Laserentfernungsmessungen, um [[Weltweit|globale]] geodätische Projekte und Satellitenmissionen zu unterstützen. Er entwickelt auch geeignete Standards und Strategien zur [[Messung]] und [[Analyse]], um eine hohe, gleich bleibende Qualität der Daten zu sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Messungen der SLR-Stationen, von denen es weltweit einige Dutzend gibt, werden rechnerisch zu präzisen [[Vermessungsnetz]]en zusammengeschlossen, woraus Koordinaten und [[Erdrotation]] im Millimeter-Bereich abgeleitet werden können. Zu den fundamentalen Produkten des ILRS zählen genaue [[Ephemeriden]] (Bahnen) der LASER-Satelliten, die Koordinaten und [[Plattentektonik|plattentektonischen]] Änderungen der Observatorien, Variationen des [[Geozentrum]]s und des [[Erdschwerefeld]]es, sowie [[Fundamentalkonstante]]n der Physik, des [[Mond|Erdmondes]] und der [[Mondbahn]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Bestimmung der letzteren dient das sog. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lunar Laser Ranging&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[LLR]]), also die [[Entfernungsmessung]] von terrestrischen Stationen zur Mondoberfläche. Dafür werden einige [[Laserreflektor]]en verwendet, die bei [[Apollo-Mission]]en und jenen der [[UdSSR]] auf dem Mond platziert wurden. Pro ausgesendetem starken Laserpuls werden bei diesen Messungen über die 2-fache Mondentfernung (ca. 750.000&amp;amp;nbsp;km) nur noch einzelne [[Lichtquant]]en empfangen, so dass die Methode insgesamt sehr aufwendig ist. Die Messungen zeigten, dass sich der [[Radius]] der Mondbahn jährlich um etwa 40&amp;amp;nbsp;mm vergrößert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Internationaler Erdrotations-Dienst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sich alle Laser-Observatorien mit der [[Erdrotation]] in 23,9345 Stunden um die Erdachse drehen, kann die Raumlage der Erde aus den Messungen genau bestimmt werden. Dazu dient eine spezielle Dienststelle des [[IERS]] (Internationaler Erdrotationsdienst, International Earth Rotation Service).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der o.a. [[ILRS]]-Dienst (ILRS: International Laser Ranging Service) stellt die gemessenen und in ein einheitliches Modell reduzierten SLR-Daten dem IERS zur Verfügung. Dieser berechnet daraus in kurzen Zeitabständen die drei wichtigsten [[Erdrotationsparameter]] (ERP), nämlich die [[Polkoordinaten]] x, y (Durchstoßpunkt der Erd(dreh)achse in der Arktis) und die Weltzeitkorrektur [[dUT1]] (Unregelmäßigkeit der [[Erdrotation]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wertepaar (x, y) variiert örtlich spiralförmig im Rhythmus der [[Chandler-Periode]] (etwa 430 Tage, überlagert von einer 365-Tage-Periode), bleiben aber innerhalb eines 20 Meter großen Kreises. Der Wert von dUT1 ändert sich meist monoton (immer in einer Richtung) und ist die Ursache für die sog. [[Schaltsekunde]]n, um welche die [[Weltzeit]] [[Koordinierte Weltzeit|UTC]] alle 1–3 Jahre zum 31. Dezember oder zum 30. Juni der mittleren Erdrotation nachgeregelt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kombination mit verwandten Verfahren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die Wetterabhängigkeit des SLR zu überbrücken und die Genauigkeit zu steigern, werden die Laser-Messungen mit anderen Methoden kombiniert. Diese Methoden sind insbesondere&lt;br /&gt;
* die [[VLBI]]-Radiointerferometrie zu fernen Radioquellen (einigen hundert fast punktförmigen [[Quasar]]en)&lt;br /&gt;
* das [[Global Positioning System]] (GPS) und die verwandten Systeme [[GLONASS]] und künftig [[Galileo (Satellitennavigation)|Galileo]],&lt;br /&gt;
* das Doppler-Funksystem [[Doppler Orbitography and Radiopositioning Integrated by Satellite|DORIS]] und&lt;br /&gt;
* das [[Mikrowellen]]-System [[PRARE]], das klein genug ist, um damit auch andere Satelliten auszustatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese verschiedenen Systeme bilden ein ununterbrochenes [[Monitoring]] der Erde und werden im Abstand mehrerer Jahre zu einem neuen terrestrischen [[Bezugssystem]] vereinigt. Diese [[Erdmodell]]e (siehe [[IERS Terrestrial Reference System|ITRS]] und [[ITRF|ITRF 2000]]) haben derzeit weltumspannende Genauigkeiten von wenigen Zentimetern. In einigen Jahren wird das nächste Globalmodell als [[ITRF 2005]] noch genauer sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle diese Fundamentalsysteme sind neben der [[Geodäsie]] auch für andere Disziplinen grundlegend, insbesondere für die [[Astronomie]], die [[Physik]] und die [[Raumfahrt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Abbildungsfehler]] des Messstrahls, [[Zeitmessung]], [[Zeitzeichensender]]&lt;br /&gt;
* [[Hochziel]], [[Stellartriangulation]], [[Pseudoranging]], [[Geoidbestimmung|Geoid-]] und [[Bahnbestimmung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Günter Seeber]]: &amp;#039;&amp;#039;Satellitengeodäsie. Grundlagen, Methoden und Anwendungen.&amp;#039;&amp;#039; de Gruyter, Berlin u.&amp;amp;nbsp;a. 1989, ISBN 3-11-010082-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.fs.wettzell.de/ Fundamentalstationen in Wettzell (Bayern) und in Chile (Menü=TIGO)]&lt;br /&gt;
* [https://www.swisstopo.admin.ch/de/wissen-fakten/geodaesie-vermessung/zimmerwald.html swisstopo-Laserstation Zimmerwald und Bild eines Lasersatelliten]&lt;br /&gt;
* [http://ilrs.gsfc.nasa.gov/ International Laser Ranging Service]&lt;br /&gt;
* [http://tau.fesg.tu-muenchen.de/~fesg/web/forschung/llr/llr.php#zusfas Lunar Laser Ranging-Die Hochpräzisionsvermessung der Mondbewegung, TU München]&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Satellitengeodäsie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Satellitenbeobachtung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bodengebundene Raumfahrttechnik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Laseranwendung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erdmessung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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