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	<title>Sardinischer Krieg - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Otberg: /* Literatur */ Format</title>
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		<updated>2026-04-15T08:13:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; Format&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
{{Infobox Militärischer Konflikt&lt;br /&gt;
|KONFLIKT        = Sardinischer Krieg&lt;br /&gt;
|TEILVON         = [[Italienische Unabhängigkeitskriege]]&lt;br /&gt;
|BILD            = Napoléon III à la bataille de Solférino..jpg&lt;br /&gt;
|BILDBREITE      = 300px&lt;br /&gt;
|BESCHREIBUNG    = Napoleon III. in der Schlacht von Solferino&lt;br /&gt;
|DATUM           = 17. April&lt;br /&gt;
|DATUMBIS        = 12. Juli 1859&lt;br /&gt;
|ORT             = [[Italien]]&lt;br /&gt;
|CASUS           = &lt;br /&gt;
|GEBIETE         = &lt;br /&gt;
|AUSGANG         = Französisch-sardinischer Sieg&lt;br /&gt;
|FOLGEN          = [[Risorgimento|Einigung Italiens]]&lt;br /&gt;
|FRIEDENSSCHLUSS = [[Vorfrieden von Villafranca]], [[Frieden von Zürich]]&lt;br /&gt;
|KONTRAHENT1     = {{IT-88-1851}}&amp;lt;br /&amp;gt;{{FRA-1852}}&lt;br /&gt;
|KONTRAHENT2     = {{AUT-1804}}&lt;br /&gt;
|BEFEHLSHABER1   = {{FRA-1852|#}} [[Napoléon III.]]&amp;lt;br /&amp;gt;{{IT-88-1851|#}} [[Alfonso La Marmora]]&amp;lt;br /&amp;gt;{{IT-88-1851|#}} [[Giuseppe Garibaldi]]&lt;br /&gt;
|BEFEHLSHABER2   = {{AUT-1804|#}} [[Ferencz József Gyulay|Ferencz Gyulay]]&amp;lt;br /&amp;gt;{{AUT-1804|#}} [[Heinrich von Heß]]&lt;br /&gt;
|TRUPPENSTÄRKE1  = Franzosen: etwa 170.000&amp;lt;br /&amp;gt;Sarden: etwa 65.000&lt;br /&gt;
|TRUPPENSTÄRKE2  = Österreicher: etwa 220.000&lt;br /&gt;
|VERLUSTE1       = &lt;br /&gt;
|VERLUSTE2       = &lt;br /&gt;
|NOTIZEN         = &lt;br /&gt;
|ÜBERBLICK       = {{Linkbox Sardischer Krieg}}&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sardinische Krieg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zweiter Italienischer Unabhängigkeitskrieg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, war einer der drei [[Italienische Unabhängigkeitskriege|Italienischen Unabhängigkeitskriege]]. Er wurde 1859 zwischen dem [[Kaisertum Österreich]] einerseits und [[Königreich Sardinien|Sardinien-Piemont]] und dem [[Zweites Kaiserreich|französischen Kaiserreich]] unter [[Napoleon III.]] andererseits geführt. Napoleon III. hatte Sardinien zum Krieg ermutigt und sich für seine Hilfe die [[Grafschaft Nizza]] und [[Savoyen]] versprechen lassen. Sardinien-Piemont wollte das [[Königreich Lombardo-Venetien]] von österreichischer Herrschaft befreien und sich selbst einverleiben. Napoleons Plan war es, ein [[Risorgimento|geeintes Italien]] unter französischer Vorherrschaft zu errichten. Im Ergebnis trat Österreich den westlichen Teil Lombardo-Venetiens (die [[Lombardei]]) an Frankreich ab, während es den östlichen Teil ([[Venetien]]) behielt. Frankreich übertrug die Lombardei an Sardinien-Piemont. Durch die Erschütterung der österreichischen Herrschaft in Norditalien schlossen sich noch weitere Staaten Sardinien-Piemont an, woraus schließlich 1861 das [[Königreich Italien (1861–1946)|Königreich Italien]] entstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kladderadatsch 1859 0080 - napoleon vision.jpg|mini|Karikatur im &amp;#039;&amp;#039;[[Kladderadatsch]]&amp;#039;&amp;#039;, 1859: Napoleon III. hat vor sich den Feldzug in Italien liegen und auch schon eine Rhein-Kampagne, da erscheint ihm dank der [[Laterna magica]] das warnende Bild seines Onkels [[Napoleon Bonaparte|Napoleons I]].]]&lt;br /&gt;
Nach den Erfahrungen der Revolutionen und Kämpfe der Jahre 1848 und 1849 leitete die Regierung des Königreichs Sardinien eine Phase der Reformen und der politischen und militärischen Vorbereitungen für einen erneuten italienischen Freiheitskampf ein. Diese Politik wurde maßgeblich vom neuen [[Ministerpräsident]]en [[Camillo Benso von Cavour]] gestaltet. Durch die Beteiligung am [[Krimkrieg]] gelang es ihm, die italienische Frage auf die politische Agenda der Regierungen Frankreichs und [[Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland|Großbritanniens]] zu bringen, die er als Verbündete im Kampf gegen die europäische Großmacht Österreich als unverzichtbar erachtete. Im Juli 1858 schloss er mit Napoleon III. in [[Plombières-les-Bains]] einen [[Geheimvertrag]]. Dieser sah für den Fall eines österreichischen Angriffs die französische Unterstützung für Sardinien vor. Cavour beanspruchte [[Oberitalien]] für Sardinien und ging auf Napoleons Idee einer Konföderation Italiens unter Berücksichtigung des [[Kirchenstaat]]es ein. Im Gegenzug sollte das Königreich Sardinien auf sein Stammland Savoyen und die Grafschaft Nizza zugunsten Frankreichs verzichten. Zusätzlich wurde die Allianz durch die Vermählung der ältesten Tochter des Königs von Sardinien, des späteren italienischen Königs [[Viktor Emanuel II.]], der [[Marie Clotilde von Savoyen|Prinzessin Marie Clotilde von Savoyen]], mit dem Cousin Napoléons III., [[Napoléon Joseph Charles Paul Bonaparte]] („Plon-Plon“), besiegelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch seine Neujahrsrede am 1. Januar 1859 vor dem diplomatischen Korps und seine Worte an den österreichischen Gesandten provozierte Napoleon III. Österreich.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinz Rieder: &amp;#039;&amp;#039;Napoleon III. Abenteuer und Imperator.&amp;#039;&amp;#039; S. 231.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einer ähnlichen Rede König Viktor Emanuels begann auf Seiten Österreichs die militärische Aufrüstung. Sie konnte Frankreich den passenden Vorwand abgeben, um das bedrohte Sardinien gegen die Angriffspläne Österreichs zu schützen. Die Politik Cavours zielte darauf, Österreich zum faktischen Angriff zu provozieren, was ihm auch gelang, nachdem die Friedensmission des britischen Gesandten [[Henry Wellesley, 1. Earl Cowley|Lord Cowley]] im März 1859 in [[Wien]] gescheitert und der Antrag [[Russisches Kaiserreich|Russlands]] auf einen Kongress von Österreich nur unter der unmöglichen Bedingung angenommen worden war, dass Sardinien einseitig abrüste und zudem vom Kongress ausgeschlossen bliebe. Der nach Berlin entsandte Erzherzog [[Albrecht von Österreich-Teschen]] erfuhr von Prinzregent [[Wilhelm I. (Deutsches Reich)|Wilhelm]] unter Berufung auf die Artikel 46 und 47 der [[Wiener Schlussakte]], dass mit Preußens Unterstützung nur dann zu rechnen sei, wenn Österreich von Frankreich angegriffen werde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die irrtümliche Annahme, dass Frankreich der Urheber der Spannungen war, um seine Aufrüstung zu begründen, versuchte die österreichische Regierung durch rasches Losschlagen einen Vorsprung zu gewinnen und wurde dadurch wirklich zum Friedensbrecher, indem sie am 19. April 1859 in [[Turin]] ein Ultimatum überreichte. Sardinien habe sich binnen drei Tagen zu entwaffnen oder es werde ein Angriff seitens Österreichs erfolgen. Da die Antwort ablehnend lautete, marschierten die Österreicher am 29. April unter dem Oberbefehl des [[Ferencz József Gyulay|Grafen Ferencz József Gyulay]] an drei Stellen im [[Piemont]] ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verlauf des Krieges ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hess-heinrich von Lithographie-von-kriehuber-1854.jpg|mini|125px|Heinrich von Hess, Lithographie von [[Joseph Kriehuber]], 1854]]&lt;br /&gt;
=== Die Streitkräfte ===&lt;br /&gt;
Die französische Armee in Italien war etwa 170.000 Mann stark. Sie war gegliedert in sechs [[Korps]] und wurde von Kaiser Napoleon III. selbst geführt.&lt;br /&gt;
* Französische Armee in Italien (Napoleon III.)&lt;br /&gt;
** I. Korps ([[Achille Baraguey d’Hilliers]])&lt;br /&gt;
** II. Korps ([[Patrice de Mac-Mahon]])&lt;br /&gt;
** III. Korps ([[François Certain de Canrobert]])&lt;br /&gt;
** IV. Korps ([[Adolphe Niel]])&lt;br /&gt;
** V. Korps ([[Napoléon Joseph Charles Paul Bonaparte|Prinz Napoléon]])&lt;br /&gt;
** Kaisergarde ([[Auguste Regnaud de Saint-Jean d’Angely]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Armee Sardiniens umfasste etwa 60.000 Mann und 90 Geschütze, gegliedert in fünf [[Division (Militär)|Divisionen]]. Sie wurde angeführt von König Viktor Emanuel, der von [[Alfonso La Marmora]] unterstützt wurde. Die Divisionskommandeure waren die Generale [[Angelo Bongiovanni di Castelborgo|Castelborgo]], [[Manfredo Fanti]], [[Giovanni Durando]], [[Enrico Cialdini]] und [[Domenico Cucchiari]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Kaiserlich-Königliche Armee (1806–1867)|Österreicher]] unter [[Feldzeugmeister]] [[Ferenc József Gyulay|Ferencz József Gyulay]] hatten zu Beginn des Krieges etwa 120.000 Mann und 364 Geschütze zur Verfügung. Diese Stärke hätte ausgereicht, um die piemontesische Armee zu schlagen, noch bevor sie sich mit dem französischen Heer, das großteils bei Genua gelandet war, vereinigen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* I. Korps (FML [[Eduard Clam-Gallas]]) mit Division FML [[Wilhelm Albrecht von Montenuovo|Graf Montenuovo]] und FML Cordon&lt;br /&gt;
* II. Korps (FML [[Eduard Franz von Liechtenstein]]) mit Division [[Anton Jelačić von Bužim|Jelačić]] und Division Herdy&lt;br /&gt;
* III. Korps (Fürst [[Edmund zu Schwarzenberg]]) mit Division FML Schönberger und Division FML Martini&lt;br /&gt;
* V. Korps (FML [[Philipp von Stadion und Thannhausen]]) mit Division FML Sternberg und Division FML [[Franz Xaver von Paumgartten|Paumgartten]]&lt;br /&gt;
* VII. Korps (FML [[Thomas Friedrich von Zobel]]) mit Division FML [[Sigmund von Reischach|Reischach]] und Division FML Lilia&lt;br /&gt;
* VIII. Korps (FML [[Ludwig von Benedek]]) mit Division FML Berger und Division FML Lang&lt;br /&gt;
* Kavallerie-Division FML [[Alexander von Mensdorff-Pouilly]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der weiteren Phase des Krieges wurden die Österreicher durch das IX. Korps auf etwa 150.000 Mann verstärkt. Nach der Befehlsübernahme durch den jungen Kaiser wurde die Hauptarmee Mitte Juni nach der Ankunft des X. und XI. Korps auf über 200.000 Mann verstärkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verlauf ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Places of the 1859 Austro-Sardinian war.png|mini|350px|Schauplätze des Sardinischen Krieges, von Norden laufen die Flüsse [[Ticino (Fluss)|Ticino]], [[Adda (Fluss)|Adda]] und [[Mincio]] in den [[Po (Fluss)|Po]] ein]]&lt;br /&gt;
Der Aufmarsch der österreichischen Hauptarmee gegen Frankreich am [[Rhein]] zusammen mit Truppen des [[Deutscher Bund|Deutschen Bundes]] unterblieb, weil Preußen und der Deutsche Bund nicht für Österreichs Herrschaft in Oberitalien kämpfen wollten. Damit wurde Norditalien der Hauptkriegsschauplatz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die österreichischen Truppen setzten sich auf einer langen Linie von [[Biella]] bis [[Pavia]] fest und blieben hier stehen. Statt sogleich auf [[Turin]] loszugehen, um die kleine sardische Armee zu schlagen, bevor die französische Armee heranmarschiert war, oder sich gegen [[Novi Ligure|Novi]] zu wenden, um die einzige Straße zu sperren, auf welcher die Franzosen unter Umgehung der Alpen Hilfe bringen konnten, war Gyulay untätig. Währenddessen verstärkte Viktor Emanuel sein Heer durch die zahlreichen aus ganz Italien zuströmenden Freiwilligen und Napoleon III. traf mit seiner Armee auf dem Kriegsschauplatz ein.&lt;br /&gt;
[[Datei:Battle of Solferino MKL Bd. 15 1890 (128660287).jpg|mini|links|Plan der Schlacht von Solferino]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Palestro1859.jpg|250px|mini|Plan der Schlacht von Palestro]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 29. Mai 1859 griffen schließlich die Armeen Sardiniens und Frankreichs an. Nach der [[Schlacht von Palestro]] und [[Vinzaglio]] (31. Mai) war der Weg für die Verbündeten nach [[Mailand]] frei. Feldmarschall Gyulay ließ daraufhin die Österreicher in Eilmärschen zum [[Ticino (Fluss)|Ticino]] zurückgehen. Am 3. Juni traf [[Feldzeugmeister]] [[Heinrich von Heß]] bei der Armee ein, ließ Gyulays Befehle rückgängig machen und befahl, den Gegner bei [[Magenta (Lombardei)|Magenta]] durch einen Gegenschlag aufzuhalten. Am 4. Juni 1859 kam es zur [[Schlacht von Magenta]], in der die Österreicher unterlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischenzeitlich traf Kaiser [[Franz Joseph I. (Österreich-Ungarn)|Franz Joseph]] auf dem Kriegsschauplatz ein, Gyulay wurde abberufen und er selbst übernahm gemeinsam mit Heß den Oberbefehl. Die angeschlagene Armee wurde mit neu herangeführten Verbänden neu organisiert. Es wurden zwei Armeen gebildet, eine kommandierte [[Franz von Schlick|Schlick]], die andere [[Feldzeugmeister|FZM]] [[Franz von Wimpffen|Wimpffen]]. Am 23. Juni überschritten diese Armeen den [[Mincio]] und trafen erneut auf den Feind. Am 24. Juni wurden sie durch das sardisch-französische Heer in der [[Schlacht von Solferino]] und bei [[Medole]] geschlagen. Eine französisch-sardische Koalition mit 151.000 Soldaten kämpfte dabei gegen etwa 133.000 Österreicher. Während die Österreicher unter dem Kommando ihres jungen Kaisers die blutige Schlacht von Solferino verloren, hielt ein Corps unter [[Ludwig von Benedek]] zeitgleich die gesamte piemontesische Armee unter König Viktor Emanuel II. wenige Kilometer nördlich von Solferino in der [[Schlacht von San Martino]] auf. Auch dort mussten sich die Österreicher unter dem Eindruck der Lage bei Solferino nach schweren Kämpfen wieder hinter den Mincio zurückziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ende ===&lt;br /&gt;
Wie große Teile der deutschen Öffentlichkeit befürchtete Preußen angesichts des für Österreich unglücklichen Kriegsverlaufs, dass Frankreichs Kaiser wie einst [[Napoleon I.]] nach seinen Siegen in Italien Deutschland angreifen könnte, um seine Grenze an den Rhein vorzuschieben. Es war an einem schnellen Kriegsende unter Vermittlung von Großbritannien und Russland interessiert. Um öffentlichen Forderungen zum Eingreifen nachzugeben und zugleich den Druck auf Frankreich zu erhöhen, beschloss der [[Preußisches Staatsministerium|Kronrat]] am 11. Juni, einige Armeekorps zum Rhein zu entsenden und im [[Deutscher Bund|Deutschen Bund]] die Aufstellung von [[Bundesheer|Bundestruppen]] unter preußischen Oberbefehl zu beantragen. Nach der auch für Frankreich verlustreichen Schlacht bei Solferino sah Prinzregent Wilhelm die Chance, in Deutschland durch einen Angriff auf Frankreich einen so großen Prestigegewinn für Preußen zu erzielen, dass es Österreich aus der Vormachtstellung im Deutschen Bund verdrängen könnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Zum Krieg und den wechselnden Lagebeurteilungen der preußischen Staatsspitze siehe [[Robert-Tarek Fischer]]: &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm I. Vom preußischen König zum ersten Deutschen Kaiser.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Verlag, Wien-Köln-Weimar 2020, ISBN 978-3-412-51926-1, S. 157–162.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es [[Mobilmachung|mobilisierte]] eine [[Feldarmee]] von über 300.000 Mann und setzte sie zur französischen Grenze in Bewegung.&amp;lt;ref&amp;gt;Zu Mobilmachung und Aufmarsch siehe [[Curt Jany]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Preußischen Armee vom 15. Jahrhundert bis 1914.&amp;#039;&amp;#039; Band 4: &amp;#039;&amp;#039;Die königlich preussische Armee und das deutsche Reichsheer 1807–1914&amp;#039;&amp;#039;, 2., erg. Auflage., hrsg. von Eberhard Jany. Biblio, Osnabrück 1967, ISBN 3-7648-1475-6, S. 217 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Angesichts dieser Bedrohung und wegen der erlittenen hohen Verluste an Menschen und an Geld beendete Napoleon III. den Krieg. Seine Verluste wären wohl noch beträchtlich höher geworden, hätte er versucht, noch das [[Festungsviereck]] von [[Mantua]], [[Peschiera del Garda]], [[Legnago]] und [[Verona]] zu erobern. Österreich musste nach einer Serie von Niederlagen mit Russland rechnen, das wiederum seine möglichen Unterstützer bedrohte. So schlossen die beiden Kaiser Frankreichs und Österreichs am 11. Juli 1859 den [[Vorfrieden von Villafranca]] (so genannter Präliminarfriede von Villafranca).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Frieden von Zürich]] beendete am 10. November 1859 endgültig den Sardinischen Krieg. Österreich trat die [[Lombardei]] mit Ausnahme der Festungen Mantua und Peschiera del Garda am [[Mincio]], dem Grenzfluss zu Venetien, an Napoleon III. ab, der die Lombardei dann an das Königreich Sardinien übergab. Das Haus [[Habsburg]] musste in der Folge auch hinnehmen, dass weitere italienische Besitzungen verloren gingen, indem Großherzog [[Leopold II. (Toskana)|Leopold II.]] von Toskana und Herzog [[Franz V. (Modena)|Franz V.]] von [[Modena]] im folgenden Jahr durch Volksabstimmungen abgesetzt wurden und Italien zu einem Nationalstaat geeint wurde. [[Venetien]] mit dem strategisch wichtigen oberitalienischen [[Festungsviereck]] Mantua, Peschiera, [[Legnago]] und [[Verona]] verblieb aber, zur Enttäuschung des Premierministers von Sardinien, Cavour, bei Österreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen ==&lt;br /&gt;
Die Herrschaft der Habsburger brach nach der Niederlage Österreichs auch in den Herzogtümern [[Herzogtum Modena|Modena]] und [[Herzogtum Toskana|Toskana]] zusammen, die sich nach revolutionären Umstürzen Sardinien anschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Dritter Italienischer Unabhängigkeitskrieg|dritten italienischen Unabhängigkeitskrieg]] 1866, in dem Italien auf der Seite Preußens stand, fiel dann auch Venetien an Italien, obwohl die italienische Seite nur [[Schlacht bei Bezzecca|bei Bezzecca]] siegreich war. [[Südtirol]] wurde erst infolge des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] bis zur [[Brennerpass|Brennergrenze]] Teil Italiens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Niederlage im Sardinischen Krieg erschütterte den österreichischen [[Neoabsolutismus]] und war eine der Ursachen für die [[Konstitutionalisierung]] Österreichs durch das &amp;#039;&amp;#039;[[Oktoberdiplom]]&amp;#039;&amp;#039; 1860 und das &amp;#039;&amp;#039;[[Februarpatent]]&amp;#039;&amp;#039; 1861. In der Folge der Niederlage bei [[Solferino]] wurden 60 Generäle in den Ruhestand geschickt und [[Ludwig von Benedek|Ludwig Ritter von Benedek]] zum neuen Feldzeugmeister ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die blutige Schlacht von Solferino gab den Anstoß zur Gründung des [[Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung|Roten Kreuzes]]. Der Schweizer Geschäftsmann [[Henry Dunant]] wurde zufällig Zeuge der Schlacht. Die völlig unzureichende medizinische Versorgung und Betreuung sowie das Leid der verwundeten Soldaten entsetzten ihn so sehr, dass er den ursprünglichen Zweck seiner Reise völlig vergaß und sich mehrere Tage lang der Versorgung der Verwundeten sowie der Organisation von Hilfsmaßnahmen widmete. Später schrieb Henry Dunant &amp;#039;&amp;#039;[[Eine Erinnerung an Solferino]]&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Un souvenir de Solférino&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Folgen des Konflikts gehörte im September 1859 die Gründung des [[Deutscher Nationalverein|Deutschen Nationalvereins]], der die Einigung Deutschlands unter Führung Preußens bei Ausschluss Österreichs forderte. In Preußen fühlte sich der Prinzregent und spätere König Wilhelm I. in seinen Aufrüstungsplänen bestätigt. Er nutzte die Lage zur Ablösung des Kriegsministers [[Eduard von Bonin]] durch [[Albrecht von Roon]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Robert-Tarek Fischer]]: &amp;#039;&amp;#039;Wilhelm I. Vom preußischen König zum ersten Deutschen Kaiser.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau Verlag, Wien-Köln-Weimar 2020, ISBN 978-3-412-51926-1, S. 163–165.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die schließlich von beiden und dem Ministerpräsidenten [[Otto von Bismarck]] im [[Preußischer Verfassungskonflikt|Verfassungskonflikt]] durchgesetzte Heeresreform bildete die Grundlage für die schnellen und umfassenden preußischen Siege gegen Österreich 1866 und Frankreich 1870/71 – mithin Basis der kleindeutschen Reichseinigung unter preußischer Vorherrschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Johann Christoph Allmayer-Beck|Allmayer-Beck]]/[[Erich Lessing|Lessing]]: &amp;#039;&amp;#039;Die K.(u.)K. Armee 1848–1914&amp;#039;&amp;#039;, Gütersloh 1980, ISBN 3-570-07287-8.&lt;br /&gt;
* [[Klaus-Jürgen Bremm]]: &amp;#039;&amp;#039;Risorgimento! Italiens Kampf um die Einheit im 19. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; WBG Theiss im Verlag Herder, Freiburg 2025, ISBN 978-3-534-61075-4.&lt;br /&gt;
* Martin Prieschl: &amp;#039;&amp;#039;Der Weg nach Solferino – Die politischen Ursachen von 1859&amp;#039;&amp;#039;, in: Österreichische Militärische Zeitschrift ÖMZ 2/2010, Wien 2010, S. 189–207.&lt;br /&gt;
* Heinz Rieder: &amp;#039;&amp;#039;Napoleon III. Abenteurer und Imperator.&amp;#039;&amp;#039; Casimir Katz Verlag, Gernsbach 2006, ISBN 3-938047-16-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Second Italian War of Independence|Sardinischer Krieg}}&lt;br /&gt;
* [http://www.mlwerke.de/me/me13/me13_225.htm Friedrich Engels 1859: &amp;#039;&amp;#039;Po und Rhein&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4179119-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sardinischer Krieg| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krieg (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krieg in der italienischen Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krieg in der österreichischen Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krieg (Frankreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Französisch-italienische Beziehungen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krieg (Europa)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1859]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Otberg</name></author>
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