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	<title>Sarazenen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Enyavar: /* Schweizer Ortsnamen */</title>
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		<updated>2026-04-15T13:53:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Schweizer Ortsnamen&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der [[Begriff]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sarazenen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von [[Latein|lateinisch]] &amp;#039;&amp;#039;sar[r]acenus;&amp;#039;&amp;#039; wahrscheinlich über {{arS|شرقيون|d=šarqīyūn|b=Menschen des Ostens}} in Bezug auf die Bewohner der [[Arabische Halbinsel|arabischen Halbinsel]], von {{arS|شرقي|d=šarqī|b=östlich}})&amp;lt;ref&amp;gt;Nabil Osman (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kleines Lexikon deutscher Wörter arabischer Herkunft.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. C.H.Beck, München 1992, S. 108.&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet ursprünglich einen im Nordwesten der arabischen Halbinsel siedelnden [[Volksstamm]]. Infolge der [[Islamische Expansion|islamischen Expansion]] wurde der Begriff in lateinischen Quellen und im christlichen Europa als [[Kollektivum|Sammelbezeichnung]] für die islamisierten Völker verwendet, die ab etwa 700 n. Chr. den östlichen und südlichen [[Mittelmeerraum]] beherrschten, auch unter dem Eindruck der von ihnen ausgehenden [[Piraterie]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Das Islambild des Mittelalters&amp;quot;&amp;gt;R. Southern: &amp;#039;&amp;#039;Das Islambild des Mittelalters.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1981.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu ihren Vertretern zählen z.&amp;amp;nbsp;B. die Herrscherdynastien der [[Abbasiden]], [[Fatimiden]] und [[Ziriden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Erhard Reuwich Sarazenen 1486.png|mini|hochkant=1.3|Weibliche und männliche Tracht der Sarazenen in einer Darstellung von 1486]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
[[Altgriechische Sprache|Griechisch]] &amp;#039;&amp;#039;Sarakenoí&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|grc|Σαρακηνοί}}), [[Syrische Sprache|syrisch]] &amp;#039;&amp;#039;Sarkaye&amp;#039;&amp;#039; und [[latein]]isch &amp;#039;&amp;#039;Saraceni&amp;#039;&amp;#039; bezeichneten in der [[Spätantike]] zunächst einen oder mehrere [[Nomade]]nstämme im Nordwesten Arabiens und auf der [[Sinai (Halbinsel)|Sinai-Halbinsel]], und zwar nach der Darstellung des [[Ptolemäus]] im Gebiet von [[Nabatäer|Nabatäa]]. Die Herkunft und Bedeutung des Begriffs &amp;#039;&amp;#039;Sarazenen&amp;#039;&amp;#039; wurde früher unterschiedlich gesehen. Ptolemäus verband den Begriff mit dem Toponym &amp;#039;&amp;#039;Sáraka&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|grc|Σάρακα}}), das einerseits eine Stadt in [[Arabia Felix]], zum anderen eine Wüste auf der Sinai-Halbinsel (auch &amp;#039;&amp;#039;Sarakēnḗ&amp;#039;&amp;#039;, {{lang|grc|Σαρακηνή}}) bezeichnete.&amp;lt;ref name=Pauly&amp;gt;Isabel Toral-Niehoff: „Saraka“. In: &amp;#039;&amp;#039;Der Neue Pauly&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. von Hubert Cancik, Helmuth Schneider, and Manfred Landfester, Brill Reference Online [[doi:10.1163/1574-9347 dnp e1101160]], abgerufen am 8. Juni 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit dem dritten Jahrhundert wurde die Bezeichnung synonym mit &amp;#039;&amp;#039;Arabes Scenitae&amp;#039;&amp;#039; (gr. {{lang|grc|Σκηνῖται}}) verwendet, die sich ihrerseits als „Zelt-Araber“ verstehen lässt, aber wohl in keinem etymologischen Zusammenhang mit &amp;#039;&amp;#039;Sarakēnoí&amp;#039;&amp;#039; steht. Seit dem sechsten Jahrhundert bezeichnete &amp;#039;&amp;#039;Sarakēnoí&amp;#039;&amp;#039; in [[Byzantinisches Reich|Byzanz]] alle arabisch sprechenden Völker.&amp;lt;ref name=Pauly /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den [[Etymologie]]n, die in moderner Zeit vorgeschlagen wurden, begegnet am häufigsten eine im 18.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert aufgekommene Herleitung von &amp;#039;&amp;#039;Scharqiyun&amp;#039;&amp;#039; („Morgenländer“) aus {{arS|شرقي|d=šarqī|w=scharqi|b=östlich, orientalisch, Orientale}}, von dem sich auch die arabische Bezeichnung für den [[Orient]], [[Maschrek|al-Mašriq]], herleitet. Daneben wurde auch eine Herleitung aus der [[Semitische Sprachen|semitischen]] Wurzel &amp;#039;&amp;#039;šrkt&amp;#039;&amp;#039; „Stamm, Konföderation“ vorgeschlagen.&amp;lt;ref name=Pauly /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Theologe und Arabist [[Günter Lüling]] hat die [[Mittelalter|mittelalterliche]]&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. das Zitat aus Ranulf Higdons &amp;#039;&amp;#039;Polychronicon&amp;#039;&amp;#039; (1387) im [http://www.etymonline.com/index.php?term=Saracen&amp;amp;allowed_in_frame=0 Eintrag „Saracen“]. In: &amp;#039;&amp;#039;Online Etymology Dictionary&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 8. Juni 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verbindung mit der alttestamentlichen [[Sara (Erzmutter)|Sara]], der Ehefrau Abrahams und Erzmutter Israels, wiederaufgenommen und eine Bedeutung „Bekämpfer Sarahs“ vermutet, indem er den Wortbestandteil &amp;#039;&amp;#039;-kenós&amp;#039;&amp;#039; zu gr. &amp;#039;&amp;#039;kónein&amp;#039;&amp;#039; (κόνειν) „bekämpfen“ stellte und das Wort für ein Synonym von [[Hagar]]ener (&amp;#039;&amp;#039;Hagarenoi&amp;#039;&amp;#039;) hielt, einer weiteren aus der [[Bibel]] abgeleiteten Bezeichnung für die arabischen Stämme.&amp;lt;ref&amp;gt;Günter Lüling: &amp;#039;&amp;#039;Ein neues Paradigma für die Entstehung des Islam und seine Konsequenzen für ein neues Paradigma der Geschichte Israels&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Sprache und Archaisches Denken. Neun Aufsätze zur Geistes- und Religionsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. Verlagsbuchhandlung Hannelore Lüling, Erlangen 1985 ([http://www.ilya.it/chrono/pages/islamisraeldt.htm#70 Textausschnitt]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutungsentwicklung ==&lt;br /&gt;
Die Bedeutung wurde seit der Spätantike sukzessive erweitert, zuerst auf die übrigen arabischen Stämme der [[Vorislamisches Arabien|vorislamischen Zeit]] ([[Eusebius von Caesarea|Eusebius]], [[Hieronymus (Kirchenvater)|Hieronymus]]), dann im Laufe der kriegerischen Auseinandersetzungen mit [[Mauren|maurischen]] und arabischen Armeen in Europa auf die islamischen Völkerschaften schlechthin. In dieser erweiterten Bedeutung wurde das Wort seit der Zeit der [[Kreuzzüge]] aus dem Griechischen und Lateinischen auch in die europäischen Volkssprachen übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gebrauch im christlichen Schrifttum war hierbei von einer die bezeichneten Völker abwertenden, gelehrten [[Volksetymologie]] geprägt. Bereits bei Hieronymus und [[Sozomenos]], also in vorislamischer Zeit, erscheint die Worterklärung, dass die Agarener (oder Hagarener), die Nachfahren der [[Hagar]], der verstoßenen Sklavin und Nebenfrau [[Abraham]]s, sich fälschlich als „Sarazenen“ bezeichnet hätten, um sich als Abkömmlinge der [[Sarah (Erzmutter)|Sarah]], der Freien und Ehefrau Abrahams auszugeben und sich dadurch aufzuwerten. Diese Worterklärung, die die Sarazenen als verkappte Agarener, und damit in Anknüpfung an die paulinische Deutung des alttestamentlichen Themas {{Bibel|Gal|4|21–31}} als Angehörige eines von Gott heilsgeschichtlich verstoßenen Volkes deutete, wurde bei den christlichen Autoren des Mittelalters seit dem Aufkommen des Islams zu einem anti-islamischen [[Topos (Geisteswissenschaft)|Topos]], der in der europäischen Literatur über die Kreuzzüge und den Islam weitere Verbreitung erlangte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der römische Terminus &amp;#039;&amp;#039;Saracenus&amp;#039;&amp;#039; für die arabischen Eroberer Spaniens fand als &amp;#039;&amp;#039;Sarqy&amp;#039;&amp;#039; auch Eingang ins [[Hebräische Sprache|Hebräische]].&amp;lt;ref&amp;gt;Norman Roth: &amp;#039;&amp;#039;Jews, Visigoths, and Muslims in Medieval Spain – Cooperation and Conflicts&amp;#039;&amp;#039;, E. J. Brill, 1994, ISBN 90 04 09971 9, S. 49&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Jean-Léon Gérôme - The Pelt Merchant, Cairo, 1869.jpg|mini|hochkant=1.1|Sarazenischer &amp;#039;&amp;#039;Pelzhändler in Kairo&amp;#039;&amp;#039;, Ölgemälde von [[Jean-Léon Gérôme]] (1869)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;#039;&amp;#039;saracenus&amp;#039;&amp;#039; und seine volkssprachlichen Entsprechungen haben im Verlauf ihrer mittelalterlichen Bedeutungsentwicklung neben der primären ethnischen oder religiösen Bedeutung „islamischen Völkern zugehörig“ zum Teil auch die weitere Bedeutung „[[Heidentum|heidnisch]]“ oder allgemein „fremdartig, alt“ angenommen (so in Bezeichnungen von Bauwerken oder Ruinen der römischen Antike als „sarazenisch“, daher auch englisch &amp;#039;&amp;#039;sarsen (stone)&amp;#039;&amp;#039; für [[Megalith]]en in [[Urgeschichte|prähistorischen]] Monumenten), außerdem in bestimmten Zusammenhängen die übertragene Bedeutung „schwarz, dunkel“. Sprach- und sachgeschichtlich ist deshalb oft schwer oder nur anhand des jeweiligen Kontextes zu entscheiden, ob gegebene Verwendungsweisen auf der primären oder einer der sekundären Bedeutungen beruhen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als zu Beginn des 15. Jahrhunderts in romanischen und deutschsprachigen Ländern erstmals Gruppen der ursprünglich aus Indien stammenden, über Byzanz und den [[Balkanhalbinsel|Balkan]] zugewanderten [[Roma]] auftauchten und von der einheimischen Bevölkerung als Angehörige eines fremden, dunkelhäutigen und aus dem Osten stammenden Volkes wahrgenommen wurden, wurde neben anderen Bezeichnungen wie „Ägypter“, „[[Zigeuner]]“ (beides schon im byzantinischen Sprachgebrauch vorgebildet), „Heiden“ und „[[Tataren]]“ zuweilen auch die Bezeichnung „Sarazenen“ für Roma verwendet, so hauptsächlich in romanischen Sprachen, und unter deren Einfluss dann im 15. Jahrhundert vereinzelt auch im Deutschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgeleitete Namen ==&lt;br /&gt;
=== Personennamen ===&lt;br /&gt;
Besonders in [[Frankreich]] und der [[Schweiz]] ist noch heute der Familienname &amp;#039;&amp;#039;Sarasin&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Sarrasin&amp;#039;&amp;#039; bzw. [[Sarrazin|&amp;#039;&amp;#039;Sarazin, Sarrazin&amp;#039;&amp;#039;]] (von mittelhochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;Sarrazîn&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Matthias Lexer]]: &amp;#039;&amp;#039;Mittelhochdeutsches Handwörterbuch. Zugleich als Supplement und alphabetischer Index zum Mittelhochdeutschen Wörterbuche von Benecke-Müller-Zarncke.&amp;#039;&amp;#039; I–III und Nachträge, Leipzig 1872–1878, Band II, 609.&amp;lt;/ref&amp;gt;) verbreitet, in der [[Deutschsprachige Schweiz|deutschsprachigen Schweiz]] auch &amp;#039;&amp;#039;Saratz&amp;#039;&amp;#039;, in [[Italien]] und der [[Italienischsprachige Schweiz|italienischsprachigen Schweiz]] &amp;#039;&amp;#039;[[Saraceno]], Sarraceno, Saracino, Sarracino&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Saraceni]], Sarraceni&amp;#039;&amp;#039;, im [[Englische Sprache|Englischen]] die aus dem [[Französische Sprache|Französischen]] bzw. [[Anglonormannisch]]en noch weiter entwickelte Form &amp;#039;&amp;#039;Sarson&amp;#039;&amp;#039;. Vorläufer solcher Namen ist im Mittelalter ein in den lateinischen Quellen seit dem elften Jahrhundert vielfach dokumentierter Name oder Beiname &amp;#039;&amp;#039;Saracenus&amp;#039;&amp;#039;, der in vielen Fällen wegen einer „sarazenischen“ Herkunft des Trägers, in anderen Fällen aber auch nur wegen eines zeitweiligen Aufenthaltes bei den „Sarazenen“ oder, wie lat. &amp;#039;&amp;#039;Maurus&amp;#039;&amp;#039;, nordfrz. &amp;#039;&amp;#039;Moreau&amp;#039;&amp;#039;, engl. &amp;#039;&amp;#039;Moore&amp;#039;&amp;#039;, zur Hervorhebung einer besonders dunklen Haut- oder Haarfarbe entstand. Sofern der Name erst im Spätmittelalter in Gebrauch kam, ist auch mit der Möglichkeit zu rechnen, dass er im Hinblick auf die mögliche Bedeutung „Zigeuner“ gewählt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch namhafte mittelalterliche Träger waren unter anderem:&lt;br /&gt;
* [[Johannes Afflacius]] Saracenus, Arzt und Autor, Schüler von [[Constantinus Africanus]]&lt;br /&gt;
* Sarrasine, Ehefrau des Kreuzfahrers [[Hugo&amp;amp;nbsp;VII. von Lusignan]] († 1151), deren in den Quellen nicht dokumentierte Herkunft man als arabisch, armenisch oder französisch zu deuten versucht hat&lt;br /&gt;
* [[Johannes Sarracenus|Johannes Sar(r)acenus]], übersetzte 1166/67 die Werke des [[Pseudo-Dionysius Areopagita|Pseudo-Dionysius]] aus dem Griechischen ins Lateinische&lt;br /&gt;
* [[Jean Sarrasin]], Pariser Kammerherr [[Ludwig IX. (Frankreich)|Ludwigs&amp;amp;nbsp;IX.]] und 1248 Teilnehmer des [[Sechster Kreuzzug|sechsten Kreuzzuges]], zu dem er einen Brief verfasste&lt;br /&gt;
* [[Petrus Saracenus de Andreocta]], Angehöriger des römischen Adelsgeschlechts der &amp;#039;&amp;#039;Saraceni&amp;#039;&amp;#039;, im ersten Drittel des 13. Jh. als Diplomat in Diensten [[Heinrich III. (England)|Heinrichs&amp;amp;nbsp;III.]] von England an der päpstlichen Kurie und in Frankreich tätig. Weitere Mitglieder der Familie, die mit den Papareschi, dem Geschlecht des Papstes [[Innozenz&amp;amp;nbsp;II.]] verwandt war, sind als päpstliche Kapläne oder Bischöfe nachweisbar: [[Johannes Saracenus de Urbe]] war von 1259 bis 1280 Erzbischof von [[Bari]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenwärtig bekanntester Namensträger in Deutschland ist [[Thilo Sarrazin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schweizer Ortsnamen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Fraxinetum DE.svg|mini|Karte von Fraxinetum mit bekannten Raubzügen (in grün).]]&lt;br /&gt;
Da „Sarazenen“ (d.&amp;amp;nbsp;h. [[Mauren]] überwiegend [[berber]]ischer Herkunft, sie lagerten zwischen ca. 890 und 970 in der Gegend um [[Fraxinetum]]) während des neunten und zehnten Jahrhunderts vereinzelt auch Züge über die Westalpen in die Schweiz unternahmen, wo sie&amp;amp;nbsp;– über das [[Hospiz auf dem Grossen St. Bernhard]]&amp;amp;nbsp;– unter anderem bis nach [[Chur]] und [[St.&amp;amp;nbsp;Gallen]] kamen, hat man in späterer Zeit einige Schweizer Ortsnamen mit solchen „Eindringlingen“ in Verbindung bringen wollen. Auch in denjenigen Fällen, in denen sich ein solches Toponym sprachlich tatsächlich aus dem Namen der Sarazenen herleiten lässt&amp;amp;nbsp;– wie speziell im Fall von [[Pontresina]] (1137–1139 als &amp;#039;&amp;#039;pons sarasina&amp;#039;&amp;#039;, 1303 als &amp;#039;&amp;#039;ponte sarracino&amp;#039;&amp;#039; belegt) und der Wasserleitung &amp;#039;&amp;#039;Bisse de Sarrazin&amp;#039;&amp;#039; im Walliser [[Vercorin]]&amp;amp;nbsp;– ist jedoch zu bedenken, dass im Hintergrund auch ein nicht oder nicht mehr ethnisch bedingter Personenname des namengebenden Erbauers oder Besitzers stehen kann oder eine allgemeinere Bedeutung wie „fremdartig, alt“. So schreibt das Historische Lexikon der Schweiz: „Der immer wieder postulierten arabischen Etymologie einiger Walliser Orts- und Bergnamen steht die linguistische Forschung ablehnend gegenüber.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{HLS|8723|Sarazenen|Autor=Hannes Steiner|Datum=2012-01-11|Zugriff=2019-06-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Buchweizen ===&lt;br /&gt;
Als „sarazenisches Korn“ wird in den romanischen Sprachen der [[Echter Buchweizen|Buchweizen]] bezeichnet (frz. &amp;#039;&amp;#039;blé sarrasin&amp;#039;&amp;#039;, ital. &amp;#039;&amp;#039;grano saraceno&amp;#039;&amp;#039;, span. &amp;#039;&amp;#039;trigo sarraceno&amp;#039;&amp;#039;), der ursprünglich aus [[Kaiserreich China|China]] stammt und den Europäern als [[Kulturpflanze]] von den Tataren vermittelt wurde (in Deutschland erstmals 1396 urkundlich bezeugt).&amp;lt;ref&amp;gt;Ohmi Ohnishi: &amp;#039;&amp;#039;Search for the wild ancestor of buckwheat. III. The wild ancestor of cultivated common buckwheat, and of tatary buckwheat&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Economic Botany&amp;#039;&amp;#039;. Band 52, 1998, S.&amp;amp;nbsp;123–133. {{ISSN|0013-0001}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich J. Zeller: [https://diebodenkultur.boku.ac.at/volltexte/band-52/heft-3/zeller.pdf &amp;#039;&amp;#039;Buchweizen (Fagopyrum esculentum Moench) – Nutzung, Genetik, Züchtung&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 3,4&amp;amp;nbsp;MB). In: &amp;#039;&amp;#039;Die Bodenkultur.&amp;#039;&amp;#039; Band 52, Nr. 3, 2001, {{ISSN|0006-5471}}, S.&amp;amp;nbsp;259–276.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dass der Name primär im Sinne „Korn der Sarazenen“ (vgl. lat. &amp;#039;&amp;#039;frumenta sarracenorum&amp;#039;&amp;#039;, 1460) zu verstehen ist und hiermit auf die Herkunft aus einem fremden, heidnischen Volk hinweist, wird durch vergleichbare Bezeichnungen im Deutschen (mittelhochd. &amp;#039;&amp;#039;heidenkorn&amp;#039;&amp;#039;, südl. Österreich: &amp;#039;&amp;#039;Haid, Heid, Hoad&amp;#039;&amp;#039; und [[Sterz#Heidensterz|&amp;#039;&amp;#039;Heidensterz&amp;#039;&amp;#039;]]) und in ost- und nordeuropäischen Sprachen ([[Tschechische Sprache|böhm.]] &amp;#039;&amp;#039;tatarka&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;pohanka&amp;#039;&amp;#039; von lat. &amp;#039;&amp;#039;paganus&amp;#039;&amp;#039;, [[Slowakische Sprache|slk.]] &amp;#039;&amp;#039;tatárka, pohánka&amp;#039;&amp;#039;, [[Estnische Sprache|estn.]] &amp;#039;&amp;#039;tatar&amp;#039;&amp;#039;, [[Finnische Sprache|finn.]] &amp;#039;&amp;#039;tattari&amp;#039;&amp;#039;) nahegelegt. Lediglich sekundär könnte der romanische Name dann zusätzlich auch durch die dunkle Farbe der Früchte des Buchweizens motiviert sein (vgl. frz. &amp;#039;&amp;#039;blé noir&amp;#039;&amp;#039;, ital. &amp;#039;&amp;#039;grano nero&amp;#039;&amp;#039;, deutsch &amp;#039;&amp;#039;Schwarzes Welschkorn&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Pflanzennamen ===&lt;br /&gt;
In der Entstehung ungeklärt ist die Verwendung &amp;#039;&amp;#039;(aristolochia) sarracenica&amp;#039;&amp;#039; (16. Jh.?, [[Tabernaemontanus]]), französisch &amp;#039;&amp;#039;sarrasine&amp;#039;&amp;#039; (1611 mit der engl. Übersetzung „Heatwort, or Birthwort“), eingedeutscht &amp;#039;&amp;#039;Saracenkraut&amp;#039;&amp;#039; (18. Jh., [[Johann Leonard Frisch]]) für Pflanzen aus der Familie der [[Osterluzeigewächse]]. &amp;#039;&amp;#039;Senecio sarracenicus&amp;#039;&amp;#039; ist der botanische Name des [[Fluss-Greiskraut]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der wissenschaftliche lateinische Name der in Amerika verbreiteten [[Familie (Biologie)|Familie]] der [[Schlauchpflanzengewächse]], &amp;#039;&amp;#039;Sarraceniaceae&amp;#039;&amp;#039;, und ebenso derjenige der zu dieser Familie gehörenden [[Gattung (Biologie)|Gattung]] der [[Schlauchpflanzen]] oder Trompetenpflanzen, &amp;#039;&amp;#039;Sarracenia&amp;#039;&amp;#039; bzw. im Plural &amp;#039;&amp;#039;Sarraceniae&amp;#039;&amp;#039;, sind jeweils abgeleitet von dem Namen des [[Französische Kanadier|französisch-kanadischen]] Botanikers [[Michel Sarrazin]] (1659–1734).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Sven Dörper: &amp;#039;&amp;#039;Zum Problem der Herkunft des Völkernamens Saraceni.&amp;#039;&amp;#039; In: Christian Foltys, Thomas Kotschi (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Berliner Romanistische Studien. Für Horst Ochse.&amp;#039;&amp;#039; Neue Romania. Sonderheft (14), Berlin 1993, S.&amp;amp;nbsp;91–107. {{ISSN|0177-7750}}&lt;br /&gt;
* John S. Moore: [http://users.ox.ac.uk/~prosop/prosopon/issue11-1.pdf &amp;#039;&amp;#039;Who was „Mahumet“? Arabs in Angevin England&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 94&amp;amp;nbsp;kB). In: &amp;#039;&amp;#039;Prosopon newsletter&amp;#039;&amp;#039; 11 (July), Bristol 2000.&lt;br /&gt;
* [[Richard William Southern]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Islambild des Mittelalters.&amp;#039;&amp;#039; Kohlhammer, Stuttgart 1981, ISBN 3-17-007120-3.&lt;br /&gt;
* John Victor Tolan: &amp;#039;&amp;#039;Saracens. Islam in the Medieval European Imagination.&amp;#039;&amp;#039; New York 2002, ISBN 0-231-12332-9.&lt;br /&gt;
* {{HLS|8723|Sarazenen|Autor=Hannes Steiner|Datum=2012}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Saracens|Sarazenen}}&lt;br /&gt;
* [https://saraceni.uni-koeln.de/wiki/Repertorium_Saracenorum Repertorium Saracenorum]&lt;br /&gt;
* James Blake Wiener: [https://blog.nationalmuseum.ch/2024/10/die-sarazenischen-pluenderungszuege-in-die-mittelalterliche-schweiz/ &amp;#039;&amp;#039;Die sarazenischen Plünderungszüge in die mittelalterliche Schweiz.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Blog des [[Schweizerisches Nationalmuseum|Schweizerischen Nationalmuseums]].&amp;#039;&amp;#039; 10. Oktober 2024&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4118436-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Islamische Expansion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militär (Arabische Welt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnophaulismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christlich-islamische Beziehungen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Enyavar</name></author>
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