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	<title>Sarasm - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Siebenschläferchen: richtige Flaggenkürzel + Kleinkrams, replaced: {{TgS → {{TgS-Cyrl mit AWB</title>
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		<updated>2024-01-09T20:13:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;richtige Flaggenkürzel + Kleinkrams, replaced: {{TgS → {{TgS-Cyrl mit &lt;a href=&quot;/index.php/Wikipedia:AWB&quot; class=&quot;mw-redirect&quot; title=&quot;Wikipedia:AWB&quot;&gt;AWB&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Welterbe&lt;br /&gt;
|Name          = Proto-urbane Stätte von Sarazm&lt;br /&gt;
|Bild          = Sarazm,area12-W.jpg&lt;br /&gt;
|Beschriftung  = Zwei der fünf überdachten Grabungsareale: Areal XII (Mitte) und Areal XIII Richtung Westen. Im Hintergrund das Dorf Sohibnazar.&lt;br /&gt;
|Staats-Gebiet = {{Tadschikistan}}&lt;br /&gt;
|Typ           = Kultur&lt;br /&gt;
|Kriterien     = (ii)(iii)&lt;br /&gt;
|Fläche        = {{0}}15,93&lt;br /&gt;
|Puffer        = 141,90&lt;br /&gt;
|Referenz-Nr   = 1141rev&lt;br /&gt;
|Region        = Asien und Pazifik&lt;br /&gt;
|Jahr          = 2010&lt;br /&gt;
|Erweiterung   = &lt;br /&gt;
|Gefährdung    = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sarasm&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{TgS-Cyrl|Саразм}}) andere Umschrift &amp;#039;&amp;#039;Sarazm&amp;#039;&amp;#039; („wo das Land beginnt“), war eine [[Kupfersteinzeit|chalkolithisch]]-[[frühbronzezeit]]liche, proto-urbane Siedlung (etwa 3500 v. Chr. bis 2000 v. Chr.) im südlichen [[Zentralasien]], deren kontinuierliche Existenz über eine lange Zeit auf Viehzucht, der Entwicklung einer Landwirtschaft und später auf der Gewinnung von Bodenschätzen zur Metallverarbeitung basierte. Gegründet wurde Sarasm von Kolonisten aus [[Namazgadepe]] und benachbarten Oasen im Süden [[Turkmenistan]]s nahe der iranischen Grenze. Anfangs bestand die Bedeutung des Ortes im Güteraustausch zwischen einer sesshaften und einer nomadischen Bevölkerung im Umland. In der Frühbronzezeit, ab der Wende vom 4. zum 3. Jahrtausend v. Chr., fungierte Sarasm als Bindeglied in einem Netzwerk von Handelsbeziehungen, die bis ins [[Indus-Kultur|Indus-Tal]] reichten. Die beiden ältesten der für die Herstellung von [[Bronze]] notwendigen [[Zinn]]-Lagerstätten in Zentralasien lagen nahe Sarasm und boten die Voraussetzung für den Fernhandel mit Metallen. Mit einer erkannten Fläche von 35 Hektar und einer geschätzten Fläche von 100 Hektar war Sarasm die größte Siedlung einer frühen Ackerbaukultur in Zentralasien zu einer Zeit, als die Hochkulturen in [[Altes Ägypten|Ägypten]] und [[Mesopotamien]] entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Fundort liegt in der heutigen Provinz [[Sughd]] im Nordwesten [[Tadschikistan]]s westlich von [[Pandschakent]]. Er wurde 2010 als erste archäologische Stätte in Tadschikistan von der [[UNESCO]] zum [[Weltkulturerbe]] erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
{{Coordinate |map=right |article=/ |NS=39/30/28.4|EW=67/27/31.4|type=landmark |pop= |elevation= |dim= |region=TJ-SU }}&lt;br /&gt;
Sarasm liegt 15 Kilometer westlich der Stadt Pandschakent am linken, südlichen Ufer des [[Serafschan]], der hier das in Ost-West-Richtung verlaufende Tal zwischen der [[Serafschankette]] im Süden und der [[Turkestankette]] im Norden verlässt und zur weiten ebenen Bewässerungsoase von [[Samarqand]] in [[Usbekistan]] fließt. Die Entfernung zur usbekischen Grenze beträgt zehn Kilometer und nach Samarqand knapp 50 Kilometer. Der Ortsname steht außerdem für den Subdistrikt (&amp;#039;&amp;#039;dschamoat&amp;#039;&amp;#039;) Sarasm innerhalb des Distrikts (&amp;#039;&amp;#039;nohija&amp;#039;&amp;#039;) Pandschakent.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ausgrabungsstätte ist von der Fernstraße A377 Richtung usbekischer Grenze über einen 500 Meter nach Norden führenden Fahrweg zu erreichen und von fern an den großen Überdachungen aus einer mit Wellblech gedeckten Stahlrohrkonstruktion zu erkennen, welche fünf für den Besucher präparierte Areale der Ausgrabungen schützen. Zwischen der Straße und dem Grabungsgelände liegen kleinparzellige Weizenfelder, die übrigen Seiten werden von zwei der Dörfer eingerahmt, die sich in Abständen von einem halben bis einem Kilometer flussabwärts von Pandschakent am Flussufer reihen. Das östlich angrenzende Dorf Avazali hat rund 500 Einwohner,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://tajwss.tj/site/db/dben/dbsughd/sughd_panjakent_sarazm_avazali.pdf|wayback=20141129094849|text=&amp;#039;&amp;#039;Avazali&amp;#039;&amp;#039;.}} Tajikistan Water Supply &amp;amp; Sanitation Network&amp;lt;/ref&amp;gt; das Nachbardorf Sohibnazar im Westen rund 1250 Einwohner.&amp;lt;!--&amp;lt;ref&amp;gt;[http://tajwss.tj/site/db/dben/dbsughd/sughd_panjakent_sarazm_sohibnazar.pdf &amp;#039;&amp;#039;Sohibnazar.&amp;#039;&amp;#039;] Tajikistan Water Supply &amp;amp; Sanitation Network&amp;lt;/ref&amp;gt;--&amp;gt; Auf den bewässerten Feldern zwischen den Dörfern und dem breit und träge fließenden Serafschan wird hauptsächlich Reis, daneben Mais und Gemüse angebaut. Die Feldbewässerung erfolgt über Kanäle aus dem Fluss, mancherort mit Hilfe von Pumpen oder kleinen Wasserrädern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage am Grenzbereich zwischen den Bergen, deren Gipfel Höhen zwischen 3000 und 4500 Metern erreichen und der bei Sarasm rund 900 Meter hohen Talebene ließ den Ort neben seiner landwirtschaftlichen Produktion zu einem Handelszentrum für nomadische Schafhirten aus den Bergen werden. Die Umgebung von Sarasm bot gute [[Alluvialboden|alluviale]] Böden zum Ackerbau in der Ebene, Weideland an den Berghängen und Jagdgebiete in der [[Tugai]]vegetation entlang des Flusses. In den dichten Tugaiwäldern und Sümpfen am Serafschan hielten sich Wildschweine, [[Asiatischer Esel#Onager|Onager]], [[Gazellen]], [[Bison]]s und [[Sibirischer Tiger|Sibirische Tiger]] auf.&amp;lt;ref&amp;gt;David W. Anthony: [https://ia801009.us.archive.org/28/items/horsewheelandlanguage/horsewheelandlanguage.pdf &amp;#039;&amp;#039;How Bronze Age Riders from the Eurasian Steppes Shaped the Modern World.&amp;#039;&amp;#039;] Princeton University Press, Princeton/Oxford 2007, S. 388&amp;lt;/ref&amp;gt; Es existierte ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem. Ein Kanal von einem Kilometer Länge sollte die Felder vor periodischen Überschwemmungen schützen, ein schmaler Bewässerungskanal (in Zentralasien &amp;#039;&amp;#039;arik&amp;#039;&amp;#039;) versorgte den nördlichen Teil der höher gelegenen Felder mit Wasser. Archäologisch untersucht wurde ein 16 Meter breiter Kanal, der damals 1,5 Meter tief gewesen sein muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Austausch von Waren über große Entfernungen gab es Verbindungen entlang des Serafschan nach Westen in die Ebene von [[Turkmenistan]] und zum [[Aralsee]]. Die Strecke nach Westen traf mit der nördlich der Turkestankette verlaufenden Handelsstraße von Ustruschana (Gebiet im westlichen Ferghanatal) zusammen. Nach Norden führte eine andere Route am Serafschan flussaufwärts bis [[Aini (Tadschikistan)|Aini]] und von dort über den 3500 Meter hohen Schahriston-Pass ins westliche Ferghanatal. Der Schahriston-Pass stellte die direkteste Verbindung zwischen dem nördlichen Zentralasien und Indien dar. Wege führten nach Südosten von Sarasm über das Hochland von [[Belutschistan]] bis ins [[Indus-Kultur|Indus-Tal]] in Nordwestindien, ferner in die nordostasiatischen Steppengebiete und in südwestlicher Richtung bis [[Mesopotamien]]. Die Bergpässe waren in den Sommermonaten begehbar. Der Warenaustausch mit den entfernten Regionen, der vor allem den Export von Metallwaren beinhaltete, fand wahrscheinlich über Zwischenhändler statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine der für die Herstellung von Bronze benötigten Lagerstätten mit [[Zinn]] und [[Kupfer]] befand sich in Muschiston, 35 Kilometer südlich von Pandschakent auf 3000 Metern Höhe,&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Tadschikistan/Sughd%20%28Sogd%3B%20Leninabad%29%2C%20Provinz/Zeravshan-R%FCcken/Kaznok-Tal/Pendzhikent/Mushiston &amp;#039;&amp;#039;Mushiston&amp;#039;&amp;#039;.] Mineralienatlas&amp;lt;/ref&amp;gt; ein weiteres Zinndepot auf knapp 500 Metern Höhe am Unterlauf des Serafschan in Karnab, das heute halbwegs zwischen Samarqand und Buchara in Usbekistan liegt. Dort wurde zwischen etwa 1700 und 800 v. Chr. Erz abgebaut.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Usbekistan/Samarkand%20%28Samarqand%29%2C%20Provinz/Navoi/Karnab &amp;#039;&amp;#039;Karnab&amp;#039;&amp;#039;.] Mineralienatlas&amp;lt;/ref&amp;gt; Da Zinn in [[Mesopotamien]] fehlt, könnte es bereits im 3. Jahrtausend v. Chr. nach verbreiteter Ansicht aus diesen Lagerstätten bis dorthin gebracht worden sein&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Cierny: [http://www.archaeologie-online.de/magazin/thema/montanarchaeologie/bergbau-mittelasien/seite-2/ &amp;#039;&amp;#039;Der Alte Orient und die Zinnbronze.&amp;#039;&amp;#039;] Archäologie Online, 1. März 2001&amp;lt;/ref&amp;gt;, nach Ansicht von Kai Kaniuth kommen jedoch die Zinnlagerstätten am Serafschan als Quelle für das in Mesopotamien verwendete Zinn nicht in Frage, weil am Serafschan in dieser Zeit kein Zinn abgebaut wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Kai Kaniuth: &amp;#039;&amp;#039;The Metallurgy of the Late Bronze Age Sapalli Culture (Sputhern Uzbekistan) and its Implikations for the Tin Question.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Iranica Antiqua.&amp;#039;&amp;#039; Band 52, 2007, S. 23–40, hier S. 34&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gilt als wahrscheinlich, dass noch Anfang des 2. Jahrtausends v. Chr. Zinn vom Serafschan nach Mesopotamien, Syrien (Tontafelarchiv von [[Mari (Stadt)|Mari]]) und [[Anatolien]] (Keilschrifttafeln von [[Kültepe]]) gelangte.&amp;lt;ref&amp;gt;Abdurauf Razzokov: &amp;#039;&amp;#039;Nomination to the World Heritage List of Sarazm, 2008&amp;#039;&amp;#039;, S. 4&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtliches Umfeld ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Sarazm,area9-1.jpg|mini|Areal IX Richtung Osten]]&lt;br /&gt;
In Tadschikistan wurden mehrere isolierte Funde südlich von [[Istarawschan]] und südlich von [[Duschanbe]] dem [[Mittelpaläolithikum]] zugeordnet, weitere Funde aus der Umgebung von Pandschakent und aus dem südwestlichen Tadschikistan gehören den [[Jungpaläolithikum]] an. Vor der Entdeckung von Sarasm 1976 waren in Tadschikistan Stätten aus der Bronzezeit in der Region [[Berg-Badachschan]], ferner um den [[Kairakkum-Stausee]] im Norden und am Fluss [[Kofarnihon]] bei [[Schahritus]] im Südwesten bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Grégoire Frumkin: &amp;#039;&amp;#039;Archaeology in Soviet Central Asia.&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Orientalistik,&amp;#039;&amp;#039; 7. Abteilung: &amp;#039;&amp;#039;Kunst und Archäologie,&amp;#039;&amp;#039; 3. Band: &amp;#039;&amp;#039;Innerasien,&amp;#039;&amp;#039; 1. Abschnitt) E.J. Brill, Leiden/Köln 1970, S. 58, 61&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 6. bis zum 4. Jahrtausend war in einem großen Teil des südlichen Zentralasien die [[Kelteminar-Kultur]] verbreitet. Die Menschen gingen auf die Jagd, fingen Fische und sammelten Wildpflanzen, ihre Werkzeuge bestanden hauptsächlich aus [[Feuerstein]] und Knochen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Viktor Sarianidi]]: &amp;#039;&amp;#039;Food producing and other Neolithic communities in Khorasan and Transoxania: eastern Iran, Soviet Central Asia and Afghanistan.&amp;#039;&amp;#039; In: A. H. Dani, V. M. Masson (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;History of civilizations of Central Asia. Volume 1.: The dawn of civilization: earliest times to 700 B. C.&amp;#039;&amp;#039; UNESCO Publishing, Paris 1992, S. 121f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ältester bekannter Ort einer Ackerbau treibenden Kultur in Zentralasien gilt [[Dscheitun]] in der Sandwüste [[Karakum]] im Süden Turkmenistans, 30 Kilometer nordwestlich von [[Aşgabat]]. Die jungsteinzeitlichen Funde (einschließlich Keramik) des kleinen [[Tell (Archäologie)|Tepe]] von Dscheitun am Nordrand des [[Kopet-Dag]] ab dem 6./5. Jahrtausend v. Chr. belegen den Wechsel einer nomadischen Jäger- und Sammlerkultur zu Ackerbau und Haustierhaltung. Die nachfolgende Monjukli-Periode wird als proto-chalkolithisch bezeichnet&amp;lt;ref&amp;gt;George F. Dales: &amp;#039;&amp;#039;Turkmenistan, Afghanistan und Pakistan.&amp;#039;&amp;#039; In: Machteld J. Mellink, Jan Filip: &amp;#039;&amp;#039;Frühe Stufen der Kunst.&amp;#039;&amp;#039; ([[Propyläen Kunstgeschichte]], Band 14) Propyläen, Berlin 1985, S. 168&amp;lt;/ref&amp;gt; und ist nach dem Fundort [[Monjukli Depe]] benannt, der in der Nähe der zur gleichen Zeit existierenden Dörfer Chakmakli und Chagylly südöstlich von Aşgabat lag. Eine spätere Entwicklungsstufe, die [[Kupfersteinzeit]] am Übergang zur Bronzezeit im 5. und am Anfang des 4. Jahrtausends v. Chr., ist am Kopet-Dag durch eine Bevölkerungszunahme gekennzeichnet. Ihr gehören [[Namazgadepe]] und Kara-Depe südöstlich von Aşgabat und die Oase Geoksjur an der Mündung des Tejen-Flusses im südöstlichen Turkmenistan an.&amp;lt;ref&amp;gt;Aleksandr Belenickij: &amp;#039;&amp;#039;Zentralasien.&amp;#039;&amp;#039; (Archaeologia Mundi. Die großen Kulturen der Welt) Heyne, München 1978, S. 38–41&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Orte am Nordrand des [[Iranisches Hochland|Iranischen Hochlands]] bildeten eine Reihe von Oasen mit bronzezeitlichen Ackerbausiedlungen in einem Gebiet, das in der Forschung als [[Oasenkultur|Baktrisch-Margianischer Archäologischer Komplex]] (&amp;#039;&amp;#039;Bactria-Margiana Archaeological Complex&amp;#039;&amp;#039;, BMAC) bekannt ist. Die Blütezeit dieser „Oasenkultur“ (auch Oxus-Kultur) dauerte vom Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. bis zum 18. Jahrhundert v. Chr. Weshalb danach der Niedergang erfolgte, ist unklar. Einer der wenigen, nach 1700 v. Chr. noch besiedelten Orte des Gebiets war [[Jarqoʻton]]. Das weiter südlich gelegene [[Baktrien|baktrische]] Bergland im heutigen [[Afghanistan]] ist dagegen frühestens seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. bewohnt. Vermutlich waren die Menschen vor der Bronzezeit technisch noch nicht in der Lage, die dortigen reißenden Bergflüsse für die Bewässerung der Felder zu nutzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Viktor Sarianidi: &amp;#039;&amp;#039;Die Kunst des alten Afghanistan.&amp;#039;&amp;#039; E. A. Seemann, Leipzig 1986, S. 44&amp;lt;/ref&amp;gt; Dzharkutan schafft eine zeitliche Brücke zwischen der turkmenischen Oasenkultur und den südtadschikischen und nordafghanischen Kulturen der Bronzezeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Sarazm,area12-N.jpg|mini|Areal&amp;amp;nbsp;XII. In der Mitte eine von mehreren runden Feuerstellen dieses Areals, die seit der Phase&amp;amp;nbsp;III außerhalb des Wohnbereichs angelegt wurden.]]&lt;br /&gt;
Die Ackerbau betreibenden kupfersteinzeitlichen Gesellschaften des Kopet-Dag-Gebiets standen Ende des 4. und Anfang des 3. Jahrtausends v. Chr. in einer kulturellen Verbindung mit anderen Gruppen in einem weiten Gebiet vom Iran über Afghanistan bis Nordwestindien. Es ist in dieser Zeit (Namazga-I-II-Periode) eine Ausbreitung der Gruppen vom Kopet-Dag nach Osten feststellbar: von ihrem Ausgangspunkt, der Geoksjur-Oase, zu weit verstreuten kleinen Siedlungen im Binnendelta des [[Murgab (Karakum)|Murgab]] bis nach Sarasm, wo eine neue, hoch entwickelte Kultur entstand. Eine [[Polychromie|polychrom]] mit kreuzförmigen und halbkreuzförmigen Ornamenten bemalte [[Keramik]] taucht in Geoksjur und identisch in Sarasm auf. Ferner stellt ein Schneckenarmband, das in einem Grab von Sarasm gefunden wurde, eine Verbindung zu Belutschistan mit ebensolchen Armbändern her, die jedoch in Südturkmenistan nicht vorkommen. Auf eine kulturelle Beziehung zwischen Belutschistan und Zentralasien verweist auch eine mit der Töpferscheibe hergestellte verzierte Keramik, die zunächst in Belutschistan und wenig später in Sarasm auftaucht. Knapp ein Drittel der bekannten Keramik aus den ältesten Schichten von [[Schahr-e Suchte]] in [[Sistan]] gehört zum selben Typ wie diejenige weiter nördlich in Turkmenistan. Demnach könnte auch ein Teil der ursprünglichen Bewohner dieses Ortes aus dem Gebiet um Geoksjur eingewandert sein.&amp;lt;ref&amp;gt;V. M. Masson: [https://en.unesco.org/silkroad/sites/silkroad/files/knowledge-bank-article/vol_I%20silk%20road_the%20bronze%20age%20in%20khorasan%20and%20transoxania.pdf &amp;#039;&amp;#039;The Bronze Age in Khorasan und Transoxania.&amp;#039;&amp;#039;] In: A. H. Dani, V. M. Masson (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;History of civilizations of Central Asia. Volume 1.: The dawn of civilization: earliest times to 700 B. C.&amp;#039;&amp;#039; UNESCO Publishing, Paris 1992, S. 229, 232f&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus [[Mehrgarh]] im pakistanischen [[Belutschistan (Pakistan)|Belutschistan]] stammen sitzende und stehende puppenartige Tonfigurinen, die auf etwa 3000 v. Chr. datiert werden und zur selben Zeit auch aus Sarasm bekannt sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Catherine Jarrige: [http://archaeology.up.nic.in/doc/tffm_cj.pdf &amp;#039;&amp;#039;The figurines of the first farmers at Mehrgarh and their offshoots&amp;#039;&amp;#039;.] Paper presented in the International seminar on the &amp;quot;First Farmers in Global Perspective&amp;#039;. Lucknow (Indien) 18.–20. Januar 2006, S. 155–166, hier S. 162&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl auch im Gebiet der weit im Norden, in Südsibirien, verbreiteten [[Afanassjewo-Kultur]] (Mitte 4. bis Mitte 3. Jahrtausend v. Chr.) Topfscherben vom Sarasm-Typ gefunden wurden, gilt diese Verbindung – bis weitere Gemeinsamkeiten bekannt werden – als ungesichert.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Frachetti: {{Webarchiv|url=http://www.saie.wustl.edu/PDFs/20_Frachetti_2002a.pdf|wayback=20141129015445|text=&amp;#039;&amp;#039;Bronze Age Exploitation and Political Dynamics of the Eastern Eurasian Steppe Zone&amp;#039;&amp;#039;.}} In: Katie Boyle, Colin Renfrew, Marsha Levine (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ancient interactions: east and west in Eurasia.&amp;#039;&amp;#039; McDonald Institute for Archaeological Research, Cambridge 2002, S. 164&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Hinblick auf einen möglichen Austausch mit den Steppennomaden Sibiriens gilt Sarasm als nördlichster Handelsposten der zentralasiatischen Zivilisation.&amp;lt;ref&amp;gt;David W. Anthony: [https://ia801009.us.archive.org/28/items/horsewheelandlanguage/horsewheelandlanguage.pdf &amp;#039;&amp;#039;How Bronze Age Riders from the Eurasian Steppes Shaped the Modern World.&amp;#039;&amp;#039;] Princeton University Press, Princeton/Oxford 2007, S. 393&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Ende des 3. Jahrtausends wurden die lange existierenden Siedlungen im südlichen Turkmenistan aufgegeben. An deren Stelle traten anscheinend geplante und befestigte Siedlungen mit städtischem Charakter, deren materielle Kultur als sogenannte „[[Baktrien|baktrische]] Bronzezeit“ kategorisiert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Philip L. Kohl: &amp;#039;&amp;#039;The Northern &amp;quot;Frontier&amp;quot; of the Ancient Near East: Transcaucasia and Central Asia Compared.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;American Journal of Archaeology, Vol. 92, No. 4,&amp;#039;&amp;#039; Oktober 1988, S. 591–596, hier S. 595f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sarasm steht beispielhaft für einen einschneidenden kulturellen Übergang. In der zweiten Hälfte des 4. Jahrtausends zogen die Ackerbau treibenden Bewohner von Sarasm in ihrer Umgebung nomadisch lebende Jäger und Fischer an. Ein Jahrtausend später hatten diese Gruppen ihre Wirtschaftsform geändert und zu einer Haustierhaltung gefunden. Gegenstände aus Bronze und Silber gelangten um diese Zeit von Namazgadepe bis ins nördlich gelegene [[Ferghanatal]]. Die zentral innerhalb dieses Gebiets Ende des 3. und Anfang des 2. Jahrtausends v. Chr. existierende Zaman-Baba-Kultur verkörpert das Resultat des kulturellen Wandels. Sie ist nach dem gleichnamigen See westlich von [[Buchara]] benannt, wo viele kleine Kanäle und Seen einen Bewässerungsfeldbau ermöglichten.&amp;lt;ref&amp;gt;V. M. Masson: &amp;#039;&amp;#039;The Bronze Age in Khorasan und Transoxania&amp;#039;&amp;#039;, S. 244&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siedlung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Sarazm,area11-2.jpg|mini|Areal&amp;amp;nbsp;XI nach Westen. Dahinter Areale XII und XIII.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sarazm,area11-1.jpg|mini|Kultstätte in Areal&amp;amp;nbsp;XI. Zentraler Raum mit einem runden Feueraltar, auf dem Brandopfer stattfanden. Von einem Korridor umgeben.]]&lt;br /&gt;
Das Siedlungsgebiet hatte nach unterschiedlichen Schätzungen eine Fläche von etwa 90 Hektar, 100 Hektar,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Baipakov&amp;quot;&amp;gt;K. Baipakov: &amp;#039;&amp;#039;Prominent archaeological sites of Central Asia on the Great Silk Road.&amp;#039;&amp;#039; UNESCO Library, 2011, S. 50f (Kapitel: [http://icaren.org/files/e-culture_Tajikistan.pdf &amp;#039;&amp;#039;Tajikistan&amp;#039;&amp;#039;], S. 49–69)&amp;lt;/ref&amp;gt; oder 100–150 Hektar. Davon waren etwa 35 Hektar erkennbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ReferenceA&amp;quot;&amp;gt;Robert N. Spengler, George Willcox: &amp;#039;&amp;#039;Archaeobotanical results from Sarazm,&amp;#039;&amp;#039; S. 213&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst wenn das Siedlungsgebiet nicht über die sichtbaren 35 Hektar hinausgereicht hätte, wäre Sarasm die größte proto-urbane Siedlung im südlichen Zentralasien gewesen. [[Gonur Depe]], der Hauptort des Gebiets [[Merw|Margiana]] in Südturkmenistan, war 22 Hektar groß.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ReferenceA&amp;quot;/&amp;gt; Freigelegt wurde an 13 Stellen eine Gesamtfläche von 2,5 Hektar. Alle [[Stratum (Archäologie)|Schichten]] lagen dicht unter der Oberfläche, die geringe [[Stratigraphie (Archäologie)|stratigraphische]] Tiefe, die nirgends mehr als zwei Meter betrug, wird mit Bodenerosion während Zwischenphasen erklärt, als die Siedlung aufgegeben war. Die Siedlungsreste waren weitgehend unversehrt bis auf einige Bewässerungskanäle, welche die seit den 1950er Jahren an der Stelle angelegten Felder durchzogen. Vorher war das auf 910 Metern Höhe – also etwa zehn Meter höher als die Felder weiter nördlich – gelegene archäologische Gelände unbebaut. Die für den Ackerbau umgearbeitete Erdschicht war nur 20 Zentimeter dick. In dieser Schicht kamen die ersten Zufallsfunde zum Vorschein. Fünf der Grabungsbereiche, die Areale V, IX, XI, XII und XIII, wurden für Besucher hergerichtet und zum Schutz vor der Witterung überdacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ort wurde 1976 zufällig von einem Einwohner des Dorfes Avazali entdeckt, dem beim Umpflügen eines neuen Feldes eine Bronzeaxt in die Hände fiel. 1977 begannen tadschikische Forscher mit einer Probegrabung, zwei Jahre später mit systematischen Grabungen. Ab 1984 nahmen auch französische und amerikanische Archäologen an den Grabungen teil. Einige Funde stammen von Dorfbewohnern, die sie beim Grabungsteam abgaben. Von 1977 bis 1994 standen die Ausgrabungen unter der Leitung von Abdullojon Isakov, dabei wurden elf Flächengrabungen durchgeführt und 20 Sondierungsgräben gezogen. 1984 bis 1991 unternahm ein französisches Team unter Roland Besenval Ausgrabungen im 16&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;20 Meter großen Areal&amp;amp;nbsp;VII. Ihnen schlossen sich 1985 die Amerikaner Clifford Charles Lamberg-Karlovsky und Philip L. Kohl an. Im Jahr 2000 entstand das archäologische Schutzgebiet Sarasm, das 2010 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde. Von 2002 bis 2005 fanden kleinere Ausgrabungen statt, die nach Beendigung wieder aufgefüllt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die proto-urbane Siedlung wurde Anfang des 4. Jahrtausends v. Chr. gegründet, möglicherweise an der Stelle eines älteren steinzeitlichen Wohnortes. Nach der [[Radiokarbonmethode]] erfolgt die chronologische Einteilung in die Phasen Sarasm&amp;amp;nbsp;I (3500–3200 v. Chr.), Sarasm&amp;amp;nbsp;II (3200–2900 v. Chr.), Sarasm&amp;amp;nbsp;III (2900–2700 v. Chr.) und Sarasm&amp;amp;nbsp;IV (2700–2400 v. Chr.).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Baipakov&amp;quot; /&amp;gt; Abdurauf Razzokov legte 2008 die vier Siedlungsperioden etwas später mit Sarasm&amp;amp;nbsp;I (3500–2900 v. Chr.), Sarasm&amp;amp;nbsp;II (2900–2600 v. Chr.), Sarasm&amp;amp;nbsp;III (2600–2300 v. Chr.) und Sarasm&amp;amp;nbsp;IV (2300–2000 v. Chr.) fest. Die sichtbaren Reste stammen überwiegend aus den Phasen II und III.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erhaltenen Gebäudestrukturen gehörten zu Wohnhäusern, Werkstätten, Lagerräumen für Getreide sowie zu Palast- und Kultbauten. In Phase&amp;amp;nbsp;II kamen alle Gebäudetypen vor. Die Wände bestanden aus [[Lehmziegel]]n, die mit Lehm verputzt und bemalt waren, lediglich in der jüngsten Siedlungsschicht wurden einige Fundamente mit Steinen aus dem Fluss ausgeführt. Die Dächer waren flach aus einer Balkenlage konstruiert, die mit Schilfgras und Zweigen überdeckt und mit einer Lehmschicht abgedichtet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In allen vier Phasen gab es Wohnhäuser mit mehreren Räumen, die als Wohnbereich, Abstellraum und Küche dienten. Die meisten besaßen einen ummauerten Innenhof. Zwischen den Häusern führten enge oder weitere Gassen hindurch, Freiflächen waren als Standplätze für die Rinder vorgesehen. In Phase&amp;amp;nbsp;II standen in den Wohngebäuden kleine runde Kultstätten mit Feuerstellen. In Phase&amp;amp;nbsp;III wurden diese Ritualplätze größer, teilweise waren neben runden zusätzlich quadratische Feuerheiligtümer vorhanden. In den Arealen IV und IX lagen sie außerhalb der Häuser. Die Feuerstellen wurden vermutlich auch im Alltag verwendet. Die unterschiedlichen Gebäudegrößen verweisen auf Ansätze einer sozialen Differenzierung und die Kultstätten lassen eine Verehrung von Sonne und Feuer erkennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Areal IV wurde ein 128 Quadratmeter großes Gebäude mit offensichtlich religiöser Funktion freigelegt, das aus vier Räumen bestand, von denen zwei eine quadratische Kultstätte besaßen. Als Palast wird ein 16&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;16,5 Meter großes Gebäude mit sechs unterschiedlich großen Räumen in Areal V interpretiert. In Areal III kam ein öffentliches Gebäude auf einer 15&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;15 Meter großen und 0,7 Meter hohen Plattform zum Vorschein, das in der Mitte aus acht rechteckigen Räumen in zwei Reihen bestand. Diese waren an der West- und der Ostseite von jeweils zwei Korridoren flankiert. Die Räume innen werden als Wohn- oder Verwaltungsbereich und die Korridore als Getreidespeicher interpretiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Schicht des Areals&amp;amp;nbsp;V fand man eine kreisförmige Struktur aus zwei Ringen mit einem Durchmesser des äußeren Rings von 7,7 Metern und einem Durchmesser des inneren Rings von 4,25 Metern. Die Maße der Lehmziegel betrugen 52&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;25&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;10–11 Zentimeter. Zwischen beiden Ringen blieb ein 75 Zentimeter breiter Gang frei. Abdullojon Isakov hält die Struktur für ein [[Sonnensymbol]]. In der dritten Schicht waren die Ringe zerstört und an ihrer Stelle stand ein 5&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;7 Meter großes Kultgebäude mit einem runden Feueraltar in der Mitte. Im Areal&amp;amp;nbsp;XI befand sich in der dritten Schicht ein ähnlicher Tempel. Sein zentraler Raum war von einem Korridor umgeben, in dem [[Opfer (Religion)|Brandopfer]] stattfanden. Knochenreste an der Südwestecke stammen von einer geopferten kaukasischen Ziege. An einigen Heiligtümern blieben um den Altar Malereireste erhalten, die ein [[Malteserkreuz]] zeigen. Auf die Phase&amp;amp;nbsp;III mit monumentalen Gebäuden folgte Phase&amp;amp;nbsp;IV, in der ein allmähliches Schrumpfen der Siedlung einsetzte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Baipakov&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Funde ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Sarazm,Dushanbe1.jpg|mini|Topfscherben, Knochen und Speerspitzen aus Bronze im Archäologischen Nationalmuseum in [[Duschanbe]].]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Cylinder seal, Sarazm, Tajikistan, end of the 4th millenium BCE.jpg|mini|Siegel und Abrollung aus Sarasm]]&lt;br /&gt;
Die bisherigen Ausgrabungen haben keine größere [[Nekropole]] zutage gefördert, lediglich im Areal&amp;amp;nbsp;IV wurde ein Grab entdeckt, das von einer Steinmauer von 15 Metern Durchmesser umschlossen war. Die in seitlicher [[Hockergrab|Hockstellung]] mit dem Gesicht nach Osten Bestatteten waren eine 19- bis 20-jährige Frau, ein 20- bis 21-jähriger Mann und ein Mädchen sowie etwas entfernt vier weitere Personen. Zu den reichen Grabbeigaben um die Frau gehörten mehrere tausend Perlen aus [[Lapislazuli]], [[Speckstein]], [[Karneol]], [[Türkis (Mineral)|Türkis]] und Silber. Weitere 49 Perlen aus Gold zierten ihre Haare und Schneckenarmbänder ihre Handgelenke. Die Schnecken der Art [[Echte Birnschnecke]] (&amp;#039;&amp;#039;Turbinella pyrum&amp;#039;&amp;#039;) sind ein Beleg für Handelsbeziehungen mit Indien, wo sie seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. bekannt sind. Große Exemplare werden in Indien und Tibet als [[Schneckenhorn|Schneckenhörner]] bei religiösen Ritualen geblasen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Fund, der Fernhandelbeziehungen nach Süden bestätigt, ist ein einzelnes proto-[[Elam (Altertum)|elamitisches]], zylindrisches [[Rollsiegel]] aus Areal&amp;amp;nbsp;IV mit einer Stierabbildung, wie es auch in Ackerbaukulturen von Mesopotamien über das iranische Hochland bis nach Indien vorkam. Die für die Perlen verwendeten Mineralien haben ihren Ursprung in Afghanistan und teilweise in Nordasien. Ende des 3. Jahrtausends v. Chr. wurde Sarasm zu einem Zentrum für die Verarbeitung und den Export von Zinn und Bronze. In den Arealen II, IV, V und VI wurden Mauerreste von Schmiedeöfen, Reste von Gussformen und Schlackenabfälle gefunden. Die Methoden der Kupferverarbeitung in Schicht III ähnelten jenen von Mesopotamien bis zum Indus-Tal. Die Kupferverarbeitung und die sonstige materielle Kultur wurde auch mit dem Ausgrabungsort Tugai mehrere Kilometer flussabwärts am Serafschan in Usbekistan in Verbindung gebracht. Beim 1992 ausgegrabenen Tugai erkannte Bertille Lyonnet und Abdullojon Isakov (1996) Gemeinsamkeiten mit der [[Andronowo-Kultur]]. Andere Handwerke in Sarasm waren Töpferei, Steinverarbeitung, Schmuckfertigung und die Textilverarbeitung.&amp;lt;ref&amp;gt;Abdurauf Razzokov: &amp;#039;&amp;#039;Management Plan (2002–2006),&amp;#039;&amp;#039; S. 20f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei runde Tonbrennöfen wurden in den Arealen II und VI (Phase II und III) freigelegt. Der Boden eines 2,4&amp;amp;nbsp;×&amp;amp;nbsp;1,9 Meter großen Brennofens war mit einer dicken Schicht von grauem Steinmehl unter der Asche belegt, das als Beimischung zum Ton diente.&amp;lt;ref&amp;gt;Abdurauf Razzokov: &amp;#039;&amp;#039;Nomination to the World Heritage List of Sarazm,&amp;#039;&amp;#039; 2008, S. 11&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Keramik von Sarasm wird in zwei Gruppen eingeteilt: Die einfarbige Keramik aus Phase&amp;amp;nbsp;I ist mit dunkelbraunen Mustern auf einem helleren Untergrund dekoriert. Die polychrome Keramik ab Phase&amp;amp;nbsp;II besitzt dunkelbraune und dunkle rötliche Muster auf einem rot und hellgelb engobierten Untergrund. Diese Gruppe ist mit den Funden aus Namazgadepe (Namazga&amp;amp;nbsp;IV) vergleichbar. Manche dreieckigen Formen entsprechen Funden aus späteren Schichten von Geoksyur and Kara-depe. In Phase&amp;amp;nbsp;IV kommt eine graue Keramik hinzu, wie sie von [[Tepe Hissar]] im Iran in Periode IIIA (zeitlich ungenau) und Anfang IIIB (um 2400–2170) bekannt ist. Die Schmucksteine lassen sich ebenfalls mit denen aus Fundorten im südlichen Turkmenistan vergleichen.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert N. Spengler, George Willcox: &amp;#039;&amp;#039;Archaeobotanical results from Sarazm,&amp;#039;&amp;#039; S. 213f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* A. I. Isakov: &amp;#039;&amp;#039;Sarazm: An Agricultural Center of Ancient Sogdiana.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Bulletin of the Asia Institute, New Series,&amp;#039;&amp;#039; Bd. 8 (The Archaeology and Art of Central Asia Studies From the Former Soviet Union) 1994, S. 1–12&lt;br /&gt;
* Bertille Lyonnet: &amp;#039;&amp;#039;Sarazm (Tadjikistan): Céramiques (Chalcolithique et Bronze Ancien).&amp;#039;&amp;#039; (Memoires de la Mission Archeologique Francaise en Asie Centrale, VII) De Boccard, Paris 1996&lt;br /&gt;
* Robert N. Spengler, George Willcox: &amp;#039;&amp;#039;Archaeobotanical results from Sarazm, Tajikistan, an Early Bronze Age Settlement on the edge: Agriculture and exchange.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Environmental Archaeology.&amp;#039;&amp;#039; Band 18, Nr. 3, 2013, S. 211–22&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Sarazm|Sarasm}}&lt;br /&gt;
* [http://whc.unesco.org/en/list/1141 &amp;#039;&amp;#039;Proto-Urban Site of Serazm.&amp;#039;&amp;#039;] UNESCO&lt;br /&gt;
* Abdurauf Razzokov: [http://whc.unesco.org/uploads/nominations/1141rev.pdf &amp;#039;&amp;#039;Nomination to the World Heritage List of Sarazm.&amp;#039;&amp;#039;] UNESCO, November 2008&lt;br /&gt;
* Abdurauf Razzokov: [http://whc.unesco.org/document/105347 &amp;#039;&amp;#039;Management Plan (2006-2010).&amp;#039;&amp;#039;] Penjikent Archaeological Base. Historical and Archaeological Reserve of Sarazm. November 2005&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Welterbe Tadschikistan}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:3. Jahrtausend v. Chr.]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:4. Jahrtausend v. Chr.]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz (Alter Orient)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Asien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Tadschikistan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bronzezeitliche Siedlung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kupfersteinzeit (Zentralasien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kupfersteinzeitlicher Fundplatz in Asien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Provinz Sughd]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Welterbestätte in Asien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Welterbestätte in Tadschikistan]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weltkulturerbestätte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Siebenschläferchen</name></author>
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