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	<title>Sarabande - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Tomlinson-sarabande.jpg|mini|Sarabande aus Kellom Tomlinsons &amp;#039;&amp;#039;The Art of Dancing&amp;#039;&amp;#039;, 1735]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sarabande&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (französisch und spanisch &amp;#039;&amp;#039;zarabanda&amp;#039;&amp;#039;, italienisch &amp;#039;&amp;#039;sarabanda&amp;#039;&amp;#039;, englisch &amp;#039;&amp;#039;saraband&amp;#039;&amp;#039;) ist der Name einer beliebten Tanzform des [[Barock]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Britannica | id=art/sarabande | titel=sarabande | abruf=2024-09-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie entstand als gesungener Tanz im 16. Jahrhundert in Lateinamerika und gelangte früh nach Spanien. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts entwickelten sich in Italien und Frankreich unterschiedliche Instrumentalmusikformen, zunächst basiert auf bestimmten Harmonieschemata, später auf charakteristischen Rhythmen und Tempounterschieden. In Italien, Spanien und England bevorzugte man schnellere Varianten, in Frankreich und Deutschland deutlich langsamere&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Richard Hudson, Meredith Ellis Little |Titel=Sarabande |Sammelwerk=Oxford Music Online |Verlag=Oxford University Press |Datum=2001 |DOI=10.1093/gmo/9781561592630.article.24574 |Online=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zusammen mit [[Allemande]], [[Courante]] und [[Gigue]] war die Sarabande auch ein Bestandteil der barocken [[Suite (Musik)|Instrumentalsuite]]. Im späten 18. Jahrhundert kam die Sarabande aus der Mode, wurde allerdings von einigen Komponisten im 19. und 20. Jahrhundert wieder aufgegriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die [[Etymologie]] des Namens &amp;#039;&amp;#039;Sarabande&amp;#039;&amp;#039; ist ebenso umstritten wie die Herkunft des Tanzes. Die frühesten schriftlichen Quellen stammen aus Panama, wo ein Gedicht von [[Fernando Guzmán Mexía]] 1539 einen Tanz namens &amp;#039;&amp;#039;Zarabanda&amp;#039;&amp;#039; erwähnt. Von 1562 stammt der Text einer &amp;#039;&amp;#039;çaravanda a lo divino&amp;#039;&amp;#039; des Spaniers Pedro de Trejo, die 1556 bei den Fronleichnamsfeiern im mexikanischen Pátzcuaro getanzt und gesungen wurde&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hanna Walsdorf |Titel=Die Domestizierung der Sarabande&lt;br /&gt;
Ursprungsnarrative eines höfischen Tanzes in der Frühen&lt;br /&gt;
Neuzeit |Sammelwerk=troja. Jahrbuch für Renaissancemusik, 2020 |Band=14 |Nummer=10 |Datum=2020 |ISSN=2513-1028 |Seiten=69 - 93}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Während eine Reihe von Autoren ihren Ursprung in Lateinamerika, andere in Spanien vermuteten, deuten aktuelle Forschungen darauf hin, dass die Zarabanda in der Musik- und Tanzkultur afrikanischer Sklaven in Lateinamerika wurzelte, sich mit spanischen und indigenen Elementen mischte und schließlich als „Singtanz mit Gitarrenbegleitung, Kastagnetten und Trommeln, der Text bestehend aus obszönen Versen“ nach Europa gelangte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; 1583 wurde die Sarabanda in Spanien durch [[Phillip II. (Spanien)|Phillip II.]] aufgrund ihres wilden und skandalösen Charakters verboten, dennoch wurde sie rasch sehr populär und verbreitete sich noch im 16. Jahrhundert über die Grenzen Spaniens hinaus. In der Literatur des spanischen „[[Siglo de Oro|Goldenen Zeitalters]]“, z.&amp;amp;nbsp;B. bei [[Miguel de Cervantes|Cervantes]] und [[Lope de Vega]], ist sie in verschiedensten Formen erwähnt. Sie wurde bei religiösen Prozessionen durch die Straßen getanzt, auf Stadtplätzen oder Ballsälen, als Gruppen-, Paar- oder Solotanz&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ingrid Brainard |Titel=Sarabande |Hrsg=Selma Cohen |Sammelwerk=The International Encyclopedia of Dance |Band=5 |Verlag=Oxford University Press |Datum=1998 |Seiten=519-521}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Musik ==&lt;br /&gt;
In Italien finden sich erste Sammlungen von instrumentalen Sarabanden für Laute oder Gitarre, z.&amp;amp;nbsp;B. in Francesco Palumbis &amp;#039;&amp;#039;Libro di villanelle spagnuole et italiane&amp;#039;&amp;#039; (um 1600) und Girolamo Montesardos &amp;#039;&amp;#039;Nuova inventione d’intavolatura&amp;#039;&amp;#039; (1606)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:02&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hanna Walsdorf |Titel=Die Domestizierung der Sarabande&lt;br /&gt;
Ursprungsnarrative eines höfischen Tanzes in der Frühen&lt;br /&gt;
Neuzeit |Sammelwerk=troja. Jahrbuch für Renaissancemusik, 2020 |Band=14 |Nummer=10 |Datum=2020 |ISSN=2513-1028 |Seiten=69 - 93}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eine typische Eigenheit der frühen Sarabanda war das Harmonieschema I – IV – I – V.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:12&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Richard Hudson, Meredith Ellis Little |Titel=Sarabande |Sammelwerk=Oxford Music Online |Verlag=Oxford University Press |Datum=2001 |DOI=10.1093/gmo/9781561592630.article.24574 |Online=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im frühen 17. Jahrhundert bildeten sich mehrere Typen heraus: In Spanien und Italien war die Zarabanda&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa Jerry Willard (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The complete works of [[Gaspar Sanz]].&amp;#039;&amp;#039; 2 Bände (Band 1: &amp;#039;&amp;#039;The complete musical contents of Gaspar Sanz’s masterwork, Instrucción de Música sobre la Guitarra Española. […].&amp;#039;&amp;#039; Band 2: &amp;#039;&amp;#039;A selection of over forty-five musical gems from Gaspar Sanz’s masterwork, Instrucción de Música sobre la Guitarre Española, presented in arrangements for the modern classical guitar.&amp;#039;&amp;#039; Amsco Publications, New York 2006 (Übersetzung des Originaltextes ins Englische durch Marko Miletich), ISBN 978-0-8256-1695-2, Band 1, S. 48–49, 67, 75 und 98 (dort jeweils &amp;#039;&amp;#039;Zarabanda Francesa&amp;#039;&amp;#039; „Französische Sarabande“) sowie S. 117 (&amp;#039;&amp;#039;Zarabanda&amp;#039;&amp;#039;)).&amp;lt;/ref&amp;gt; als lebhafter Singtanz mit ostinatem Bass üblich. In Italien existierte ferner eine etwas weniger schnelle Instrumentalform, bei der um die Mitte des 17. Jahrhunderts der [[Basso ostinato|ostinate Bass]] aufgegeben wurde bei gleichzeitig stärkerer Betonung des Rhythmus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:02&amp;quot; /&amp;gt; In Frankreich etablierte sich hingegen eine textlose Sarabandenform mit zwei oder mehr wiederholten Teilen unterschiedlicher Länge.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:12&amp;quot; /&amp;gt; Im Laufe des Jahrhunderts verlangsamte sich ihr Tempo dabei deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die, im Gegensatz zu dem von Phillip II. verbotenen gleichnamigen Tanz des späten 16. Jahrhunderts, getragene und würdevolle Sarabande im Dreier-Takt wurde im späten 17. Jahrhundert eine Komponente der barocken Suite.&amp;lt;ref&amp;gt;Frederick Noad: &amp;#039;&amp;#039;The Baroque Guitar&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;The Frederick Noad Guitar Anthology.&amp;#039;&amp;#039; Band 2). Ariel Publications, New York 1974; Neudruck (mit CD): Amsco Publications, New York / Sydney, ISBN 978-0-8256-1811-6, S. 19 (&amp;#039;&amp;#039;Sarabande&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Rainer Gstrein lässt sich die musikalische Charakteristik der Sarabande ab der Mitte des 17. Jahrhunderts im Wesentlichen über den Rhythmus definieren: In den französischen Quellen finden sich mehrere verschiedene rhythmische Grundmuster, insbesondere (Typ I) eine durchgehende Betonung des 1. Taktteils, (Typ II) eine Betonung des 2. Taktteils und (Typ III) eine alternierende Betonung des ersten und zweiten Taktteils. Daneben konstatiert er einen Typ (Typ IV) im Rhythmus Viertel – Achtel – Achtel – Viertel sowie (Typ V) einem im &amp;#039;&amp;#039;style brisé&amp;#039;&amp;#039;. Auch [[Ludovico Roncalli]] verwendete in seinen Suiten für die [[Barockgitarre|fünfchörige Gitarre]] die Sarabande.&amp;lt;ref&amp;gt;Frederick Noad: &amp;#039;&amp;#039;The Baroque Guitar&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;The Frederick Noad Guitar Anthology.&amp;#039;&amp;#039; Band 2). Ariel Publications, New York 1974; Neudruck (mit CD): Amsco Publications, New York / Sydney, ISBN 978-0-8256-1811-6, S. 29–30 (zur &amp;#039;&amp;#039;Sarabande In E Minor&amp;#039;&amp;#039; aus &amp;#039;&amp;#039;Capricci armonici sopra la guitarra Spagnola&amp;#039;&amp;#039; von 1692) und (&amp;#039;&amp;#039;Saraband In G&amp;#039;&amp;#039; aus gleicher Quelle) 47(–49).&amp;lt;/ref&amp;gt; Im späten 17. Jahrhundert kam in Italien, z.&amp;amp;nbsp;B. bei [[Arcangelo Corelli|Corelli]], noch ein Typ mit Läufen zumeist im Bass dazu (Typ VI)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Rainer Gstrein |Titel=Die Sarabande. Tanzgattung und musikalischer Topos |Sammelwerk=Bibliotheca Musicologica |Band=2 |Verlag=Studien Verlag |Ort=Innsbruck |Datum=1997 |ISBN=887096-216-4 |Seiten=142ff}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter [[Johann Sebastian Bach]] erlebte die Sarabande einen Höhepunkt. Bach komponierte etwa 40 Sarabanden unter anderem im Rahmen seiner Suiten für [[Tasteninstrument]]e wie z.&amp;amp;nbsp;B. der [[Französische Suiten|Französischen]] und [[Englische Suiten|Englischen Suiten]] und der [[Clavierübung#Clavierübung Teil I: Partiten|Partiten]],&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hans Heinrich Eggebrecht |Hrsg=Hans Heinrich Eggebrecht |Titel=Riemann Musik-Lexikon |Band=Sachteil|Ort=Mainz |Datum=1967}}&amp;lt;/ref&amp;gt; aber auch für Solo-Violine ([[Sonaten und Partiten für Violine solo#Partita I h-Moll, BWV 1002|Partita in h-Moll, BWV 1002]]) und Solo-Violoncello ([[Suiten für Violoncello solo (Bach)#Suite Nr. V c-Moll, BWV 1011|Suite in c-moll, BWV 1011]], von Bach auch für [[Barocklaute|Laute]] verfasst&amp;lt;ref&amp;gt;Frederick Noad: &amp;#039;&amp;#039;The Baroque Guitar&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;The Frederick Noad Guitar Anthology.&amp;#039;&amp;#039; Band 2). Ariel Publications, New York 1974; Neudruck (mit CD): Amsco Publications, New York / Sydney, ISBN 978-0-8256-1811-6, S. 70 (etwa zu &amp;#039;&amp;#039;Pieces pour la Luth a Monsieur Schouster par J. S. Bach&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;). Ein weiterer deutschsprachiger Komponist dieser Zeit, der Sarabanden in seine Suiten (für Laute) integrierte, war [[Silvius Leopold Weiss]].&amp;lt;ref&amp;gt;Frederick Noad: &amp;#039;&amp;#039;The Baroque Guitar&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;The Frederick Noad Guitar Anthology.&amp;#039;&amp;#039; Band 2). Ariel Publications, New York 1974; Neudruck (mit CD): Amsco Publications, New York / Sydney, ISBN 978-0-8256-1811-6, S. 105–123 (&amp;#039;&amp;#039;Sonata&amp;#039;&amp;#039;), hier: S. 112 (&amp;#039;&amp;#039;Sarabande&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach geriet die Sarabande zunächst in Vergessenheit, bis sie im 19. und 20. Jahrhundert, wie andere barocke Tanzformen, wieder an Popularität gewann; so zum Beispiel durch [[Erik Satie]] (3&amp;amp;nbsp;Sarabanden, 1887) und [[Claude Debussy]] (in &amp;#039;&amp;#039;Pour le piano&amp;#039;&amp;#039;, 1901, und &amp;#039;&amp;#039;[[Images (Klavierstücke)|Images]]&amp;#039;&amp;#039;, 1905).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tanz ==&lt;br /&gt;
Bereits 1608 tauchte die Sarabande als choreographierter Schautanz im französischen Hofballet &amp;#039;&amp;#039;Ballet de Dieux Marins&amp;#039;&amp;#039; auf. In den nächsten Jahrzehnten diente sie häufig der satirischen Darstellung eines negativen Spanienbilds und spiegelte dabei nach Hannelore Unfried die politischen Konflikte beider Nationen wider.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hannelore Unfried |Titel=Die Sarabande. Wortlos, aber nicht sinnlos |Hrsg=Uwe Schlottermüller, Maria Richter |Sammelwerk=1. Rothenfelser Tanzsymposium &amp;quot;Morgenröte des Barock - Tanz im 17. Jahrhundert&amp;quot;, 9.–13. Juni 2004, Tagungsband |Verlag=&amp;quot;fa-gisis&amp;quot; Musik- und Tanzedition |Ort=Freiburg |Datum=2004 |Seiten=217-243}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst um 1670 erfuhr die Sarabande eine allgemeine Aufwertung und wurde nun als „&amp;#039;&amp;#039;grave“, „lente“&amp;#039;&amp;#039; und „&amp;#039;&amp;#039;serieuse“&amp;#039;&amp;#039; charakterisiert. Der Jesuitenpater [[François-Antoine Pomey]] gibt in seinem weit verbreiteten &amp;#039;&amp;#039;Dictionnaire Royal Augmenté&amp;#039;&amp;#039; (1671) eine ausführliche und viel zitierte Beschreibung einer Sarabande für einen Tänzer,&amp;lt;ref name=&amp;quot;:03&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hanna Walsdorf |Titel=Die Domestizierung der Sarabande&lt;br /&gt;
Ursprungsnarrative eines höfischen Tanzes in der Frühen&lt;br /&gt;
Neuzeit |Sammelwerk=troja. Jahrbuch für Renaissancemusik, 2020 |Band=14 |Nummer=10 |Datum=2020 |ISSN=2513-1028 |Seiten=69–93}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die allerdings, wie Rose A. Pruiksma nachwies, auf dem Roman &amp;#039;&amp;#039;Almahide, ou l&amp;#039;esclave reine&amp;#039;&amp;#039; von George de Scudery (1661) beruht. Im Roman wird die Sarabande von einer maurischen Frau getanzt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Rose A. Pruiksma |Titel=Pomey rewrites Scudéry: the novel source for Pomey&amp;#039;s rhetorical sarabande description |Sammelwerk=Early Music |Band=43 |Nummer=3 |Verlag=Oxford University Press |Datum=2015 |Seiten=383 - 395}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste schemenhafte Instruktionen zur tänzerischen Ausführung der Sarabande enthält ein kurzes Traktat zur Ausführung des neu in Deutschland aufgekommenen französischen Tanzstils von 1659&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Johann Georg Pasch |Titel=Anleitung sich bei grossen Herren Höfen und anderen beliebt zu machen |Hrsg=Uwe Schlottermüller |Verlag=&amp;quot;fa-gisis&amp;quot; Musik- und Tanzedition |Ort=Freiburg |Datum=2000 |ISBN=3-931344-03-7}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Autor, Johann Georg Pasch, vermittelt hier mit drei Sarabanden, zwei Couranten und einer [[Branle]], die er nur in kurzen, wohl den Takten entsprechenden verbalen Schrittauflistungen beschreibt, den neuen Tanzstil. Hubert Hazebroucq sieht hier Parallelen zu den nach 1700 überlieferten&amp;#039;&amp;#039;vielles danses&amp;#039;&amp;#039; (französisch für „alten Tänze“), wie dem Tanz &amp;#039;&amp;#039;la Duchesse&amp;#039;&amp;#039;, der sich in den 1660er Jahren in französischen und englischen Quellen findet und als Tanzsuite auch eine Sarabande an zweiter Stelle enthält.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hubert Hazebroucq |Titel=La technique de la danse de bal vers 1660 : nouvelles&lt;br /&gt;
perspectives |Sammelwerk=Musique, musicologie et arts de la scène |Datum=2013 |Seiten=18–23 und 83 |Online=https://dumas.ccsd.cnrs.fr/dumas-00994362}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1697 fand die Sarabande Eingang in die Tanzsuite &amp;#039;&amp;#039;La Bourgogne&amp;#039;&amp;#039; von [[Louis-Guillaume Pécour]], die 1700 von [[Raoul-Auger Feuillet]] veröffentlicht wurde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Louis-Guillaume Pecour |Titel=Recueil de danses composées par M. Pecour |Hrsg=Raoul Auger Feuillet |Ort=Paris |Datum=1700 |Seiten=43–53}}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Hazebroucq sieht hier eine Bezugnahme auf das Vorbild der &amp;#039;&amp;#039;Duchesse&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt;. Die Sarabande wurde auch häufig in Balletten und Opern u.&amp;amp;nbsp;a. von [[Jean-Baptiste Lully|Lully]], [[André Campra|Campra]], [[André Cardinal Destouches|Destouches]] und [[Jean-Philippe Rameau|Rameau]], eingesetzt. In der [[Beauchamp-Feuillet-Notation]] sind uns etwa zwei dutzend Sarabande-Choreographien für eine Person oder ein Paar erhalten geblieben&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Meredith Ellis Little, Carol G. Marsh |Titel=La Danse Noble |Verlag=Broude Brothers Limited |Ort=Williamstown/New York/Nabburg |Datum=1992 |ISBN=0-8450-0092-6}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts geriet die Sarabande außer Gebrauch. [[Gennaro Magri]] beschreibt 1779 zwar noch einen &amp;#039;&amp;#039;Passo in Sarabonda&amp;#039;&amp;#039;, den er als einen &amp;#039;&amp;#039;Pas de Gaillarde&amp;#039;&amp;#039; im langsamen Dreiertakt charakterisiert,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Gennaro Magri |Titel=Trattato teorica-prattico di Ballo |Ort=Neapel |Datum=1779 |Seiten=72 |Online=https://www.loc.gov/resource/music.musdi-115/?sp=80&amp;amp;st=image}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sarabande-Choreographien sind aus dieser Zeit aber nicht mehr überliefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuzeitliche Verwendung ==&lt;br /&gt;
* [[Ingmar Bergman]]s letzter Film &amp;#039;&amp;#039;[[Sarabande (Film)|Saraband]]&amp;#039;&amp;#039; (2003) verwendet eine Sarabande aus Johann Sebastian Bachs [[Suiten für Violoncello solo (Bach)#Suite Nr. V c-Moll, BWV 1011|fünfter Cello-Suite]] als Titelmusik; der gleiche Satz war zuvor bereits in &amp;#039;&amp;#039;[[Schreie und Flüstern]]&amp;#039;&amp;#039; (1972) verwendet worden. Auch die Titelmusik zu seinem Film &amp;#039;&amp;#039;Wie in einem Spiegel&amp;#039;&amp;#039; (1960/61) ist eine Sarabande, hier aus Bachs [[Suiten für Violoncello solo (Bach)#Suite Nr. II d-Moll, BWV 1008|zweiter Cello-Suite]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ingmarbergman.se/en/production/saraband &amp;#039;&amp;#039;Ingmar Bergman Saraband – Sources of inspiration&amp;#039;&amp;#039;.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Cellist [[Yo-Yo Ma]] und der kanadisch-armenische Regisseur [[Atom Egoyan]] benannten 1997 einen Fernsehbeitrag zu Bachs [[Suiten für Violoncello solo (Bach)#Suite Nr. IV Es-Dur, BWV 1010|vierter Cello-Suite]] (im Rahmen der sechsteiligen Reihe &amp;#039;&amp;#039;Inspired by Bach&amp;#039;&amp;#039;) &amp;#039;&amp;#039;Sarabande&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* Die [[Sarabande (Händel)|Sarabande]] aus der [[Cembalo]]-Suite Nr.&amp;amp;nbsp;4 in d-moll von [[Georg Friedrich Händel]] ([[Händel-Werke-Verzeichnis|HWV]] 437) aus dem Jahr 1733 ist mehrfach als Filmmusik verwendet worden, unter anderem in [[Barry Lyndon]] von [[Stanley Kubrick]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.imdb.com/title/tt0072684/soundtrack Beschreibung des Films &amp;#039;&amp;#039;Barry Lyndon&amp;#039;&amp;#039;.] IMDB-Datenbank; abgerufen am 18. Januar 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Musiker [[Jon Lord]] hat 1975 unter diesem Namen [[Sarabande (Album)|ein Album]] aufgenommen.&amp;lt;!-- Bitte keine weiteren Beispiele einstellen; der Artikel verliert sonst den Fokus! - Danke fürs Verständnis! --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{OeML|Sarabande|Sarabande|DG}}&lt;br /&gt;
* Rainer Gstrein: Die Sarabande. Tanzgattung und musikalischer Topos. In: Bibliotheca Musicologica, Bd. 2, Studien Verlag, Innsbruck 1997, ISBN 88-7096-216-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Sarabande}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* YouTube: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.youtube.com/watch?v=DwqPWQCux_k&amp;amp;list=RDDwqPWQCux_k&amp;amp;start_radio=1 Zarabanda al ayre español].&amp;#039;&amp;#039; (nach [[Gaspar Sanz]], 17. Jahrhundert)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4391901-7}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tanz des westlichen Kulturkreises]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historischer Tanz]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2026-13653-55</name></author>
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