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	<title>Sanacja - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T17:40:30Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Sanacja&amp;diff=774375&amp;oldid=prev</id>
		<title>89.247.168.220: /* Charakterisierung */</title>
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		<updated>2024-04-08T12:22:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Charakterisierung&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Rzad Skladkowskiego 1936.jpg|mini|Minister der Sanacja-Regierung mit Marschall [[Edward Rydz-Śmigły]] (1936)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Jozef Pilsudski.jpg|mini|hochkant|Anführer der Sanacja, der polnische Marschall [[Józef Piłsudski]] (1930)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:FSSkladkowski (HistoriaPolski str.247).jpg|mini|hochkant|Der letzte Ministerpräsident der Sanacja, General [[Felicjan Sławoj Składkowski|Felicjan Składkowski]] (1938)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sanacja&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von [[Latein|lateinisch]] &amp;#039;&amp;#039;sanatio&amp;#039;&amp;#039; für &amp;#039;&amp;#039;Heilung&amp;#039;&amp;#039;) war die Eigenbezeichnung des [[autoritär]]en [[Regime]]s in der [[Zweite Polnische Republik|Zweiten Polnischen Republik]] unter [[Józef Piłsudski]] und [[Edward Rydz-Śmigły]] zwischen 1926 und 1939.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Der Begriff wurde von Piłsudskis Parolen während des [[Maiputsch]]es 1926 abgeleitet, in denen zur „[[moral]]ischen Heilung“ (poln. „sanacja moralna“) des öffentlichen Lebens der Gesellschaft in [[Polen]] aufgerufen wurde. Die Sanacja wurde zwischen 1928 und 1935 vor allem durch den überparteilichen Block &amp;#039;&amp;#039;[[Bezpartyjny Blok Współpracy z Rządem]]&amp;#039;&amp;#039; (BBWR) und die von ihm aufgestellten Regierungen mit zumeist Ministern und Ministerpräsidenten aus den Reihen des [[Polnisches Heer vor dem Zweiten Weltkrieg|polnischen Militärs]] verkörpert. Sie propagierte einen [[Autoritarismus|autoritären Regierungsstil]] und schwächte die [[Opposition (Politik)|Opposition]], indem sie eigene Anhänger dort zur Aufsplitterung der oppositionellen [[Politische Partei|Parteien]] in konkurrierende Blöcke anstiftete. Dagegen wehrte sich das Mitte-Links-Bündnis [[Centrolew]] unter Führung von [[Wincenty Witos]], das 1931 unter dem Vorwand, einen [[Putsch]] geplant zu haben, zerschlagen wurde. In der 1936 im Schweizer Exil von [[Ignacy Jan Paderewski]] gegründeten [[Front von Morges]] organisierten sich darüber hinaus auch hohe Militärs gegen die Sanacja, wie [[Władysław Sikorski]] und [[Józef Haller]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Piłsudskis Tod 1935 entstanden innerhalb der Sanacja zwei Machtzentren – die Gruppe „Schloss“ (um [[Ignacy Mościcki]], benannt nach der Residenz des von Piłsudski installierten Präsidenten, dem [[Warschauer Königsschloss]]) sowie die Gruppe der „Obristen“ um den neuen Marschall [[Edward Rydz-Śmigły]], vorwiegend bestehend aus ehemaligen Mitgliedern der [[Blaue Armee|Blauen Armee]] und der [[Polnische Legionen (1914–1918)|polnischen Legion]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung ==&lt;br /&gt;
Die Charakterisierung des Sanacja-Regimes ist umstritten und kann allenfalls als eine frühe Form des [[Militärregierung|Militärregimes]] bezeichnet werden. Laut den Historikern [[Wolfgang Benz]] und Feliks Tych wies die Sanacja mit ihrem Nationalismus, Antikommunismus und teilweise Antisemitismus [[Faschismus|faschistische]] Züge auf, wenn es ihr auch nicht gelang, sich eine so breite Massenbasis zu verschaffen wie der [[Italienischer Faschismus|italienische Faschismus]] oder der deutsche [[Nationalsozialismus]].&amp;lt;ref&amp;gt;Feliks Tych: &amp;#039;&amp;#039;Legitimationsideologien der Pilsudski-Herrschaft.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Richard Saage]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Das Scheitern diktatorischer Legitimationsmuster und die Zukunftsfähigkeit der Demokratie. Festschrift für Walter Euchner.&amp;#039;&amp;#039; Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 1995, S. 185–188; [[Wolfgang Benz]]: &amp;#039;&amp;#039;Faschismus&amp;#039;&amp;#039;. In: derselbe (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Handbuch des Antisemitismus]], Band 3: Begriffe, Theorien, Ideologien.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, 2010, ISBN 978-3-11-023379-7, S. 86 (abgerufen über [[Verlag Walter de Gruyter|De Gruyter]] Online).&amp;lt;/ref&amp;gt; Der britische Soziologe [[Michael Mann (Soziologe)|Michael Mann]] rechnet die Sanacja dagegen zu den europäischen Regierungssystemen, die auf die Herausforderung durch die [[Weltwirtschaftskrise]] der 1930er-Jahre nicht mit Faschismus, sondern mit [[Korporatismus]] und Autoritarismus reagierten.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Mann: &amp;#039;&amp;#039;Fascists.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge 2004, S. 363.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch der britische Historiker [[Norman Davies]] bestreitet, dass das Regime faschistisch genannt werden kann, da die polnischen Sympathisanten des Faschismus, die es etwa innerhalb der &amp;#039;&amp;#039;[[Narodowa Demokracja]]&amp;#039;&amp;#039; gab, in Opposition zu ihm standen und es formal keine Diktatur darstellte.&amp;lt;ref&amp;gt;Norman Davies: &amp;#039;&amp;#039;Im Herzen Europas. Geschichte Polens.&amp;#039;&amp;#039; Vierte, durchgesehene Auflage. C.H. Beck, München 2006, S. 114.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1934 verbot die Sanacja-Regierung darüber hinaus als eindeutig faschistisch geltende Organisationen und Parteien, wie etwa die [[Nationalradikales Lager|Falanga]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der polnische Historiker [[Jerzy Holzer]] sieht zwar Tendenzen zur Errichtung eines faschistischen Regimes in Polen Ende der 1930er-Jahre, die durch den [[Überfall auf Polen|deutschen Überfall]] abgebrochen wurden. Sie seien aber keineswegs unumkehrbar gewesen, da es von kommunistischer, sozialistischer und demokratischer Seite sowie aus der Sanacja-Bewegung selbst stets starken Widerstand dagegen gegeben habe. Piłsudski selbst habe Polen als Vielvölkerstaat akzeptiert, weshalb Holzer stattdessen vorschlägt, für die Zeit vor dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] von einem starken, aber unabgeschlossenen [[Polarisierung (Politik)|Polarisierungsprozess]] innerhalb der polnischen Gesellschaft zu sprechen.&amp;lt;ref&amp;gt;Jerzy Holzer: &amp;#039;&amp;#039;The Political Right in Poland, 1918-39.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Journal of Contemporary History]]&amp;#039;&amp;#039; 12, No. 3 (1977), S. 395–412, hier S. 410 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch der Historiker Stephen Lee hält die [[Kontrafaktische Geschichte|kontrafaktische]] Frage, ob Polen unter anderen Umständen einen vollausgebildeten Faschismus entwickelt hätte, für offen, betont aber, dass die Tendenzen in diese Richtung in Polen nicht Resultat eines [[Personenkult]]s oder des [[Charisma#Sozialwissenschaftlicher Begriff|Charismas]] eines Führers gewesen seien, sondern im Gegenteil Ergebnis von deren Fehlen: „Polish ‘fascism’ therefore served to conceal mediocrity rather than to project personal power.“&amp;lt;ref&amp;gt;Stephen J. Lee: &amp;#039;&amp;#039;European Dictatorships, 1918-1945&amp;#039;&amp;#039;. Routledge, London/New York 2000, S. 270.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Führungspersönlichkeiten der Sanacja ==&lt;br /&gt;
* [[Józef Beck]]&lt;br /&gt;
* [[Kazimierz Bartel]]&lt;br /&gt;
* [[Janusz Jędrzejewicz]]&lt;br /&gt;
* [[Eugeniusz Kwiatkowski]]&lt;br /&gt;
* [[Ignacy Mościcki]]&lt;br /&gt;
* [[Józef Piłsudski]]&lt;br /&gt;
* [[Aleksander Prystor]]&lt;br /&gt;
* [[Edward Rydz-Śmigły]]&lt;br /&gt;
* [[Walery Sławek]]&lt;br /&gt;
* [[Kazimierz Świtalski]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Włodzimierz Borodziej]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte Polens im 20. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;, München 2010, ISBN 978-3-406-60648-9&lt;br /&gt;
* [[Norman Davies]]: &amp;#039;&amp;#039;Im Herzen Europas. Geschichte Polens&amp;#039;&amp;#039;, München 2006, ISBN 978-3-406-46709-7&lt;br /&gt;
* Jerzy Gaul: &amp;#039;&amp;#039;Pokój czy Wojna? Polityka Józefa Piłsudskiego wobec Związku Sowieckiego w świetle raportów dyplomatów austriackich 1926–1935&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Studia Humanistyczno-Społeczne&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;!--red Wojciecha Saletry, Radosława Kubickiego--&amp;gt; 6/2012, S. 31–51 ([https://shs.ujk.edu.pl/pdf/tom6/SHS_t.%206_2012_5_J.Gaul_Pok%C3%B3j%20czy%20wojna%20Polityka%20J%C3%B3zefa%20Pi%C5%82sudskiego%20wobec%20Zwi%C4%85zku%20Sowieckiego.pdf pdf], shs.ujk.edu.pl)&lt;br /&gt;
* Christoph Kotowski: &amp;#039;&amp;#039;Die „moralische Diktatur“ in Polen 1926 bis 1939. Faschismus oder autoritäres Militärregime?&amp;#039;&amp;#039;, München 2012, ISBN 978-3-656-13544-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik (Zweite Polnische Republik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ignacy Mościcki]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Józef Piłsudski]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Faschismus]]&lt;/div&gt;</summary>
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