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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Samson Raphael Hirsch (FL12173324).crop.jpg|miniatur|Samson Raphael Hirsch, Porträt]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Samson &amp;#039;&amp;#039;[[Patronym#Semitische Sprachen|ben]]&amp;#039;&amp;#039; Raphael Hirsch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;z. B Simha Katz, Yehoyada Amir: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.encyclopedia.com/article-1G2-2587508997/hirsch-samson-ben-raphael.html Hirsch, Samson (ben) Raphael.]&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Encyclopedia Judaica]].&amp;#039;&amp;#039; 2007; Yizhak Ahren: [https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/2904 &amp;#039;&amp;#039;Wegweiser durch die Moderne.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Jüdische Allgemeine]].&amp;#039;&amp;#039; 19. Juni 2008; so auch auf seinem Grabstein.&amp;lt;/ref&amp;gt; ({{heS|שמשון בן רפאל הירש}}, &amp;#039;&amp;#039;Schimschon (ben) Raphael Hirsch&amp;#039;&amp;#039;, hebräisch abgekürzt &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Raschar Hirsch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, geboren am [[20. Juni]] [[1808]]  in [[Hamburg]]; gestorben am [[31. Dezember]] [[1888]] / 27. [[Tewet]] 5649 in [[Frankfurt am Main]]) war ein [[Deutsche|deutscher]] [[Rabbiner]]. Er gilt als führender Vertreter des [[Orthodoxes Judentum|orthodoxen Judentums]] im Deutschland des 19. Jahrhunderts und als Begründer der [[Neo-Orthodoxie]], einer Denkrichtung, die u.&amp;amp;nbsp;a. zur Gründung unabhängiger [[Israelitische Religionsgesellschaft|„Austrittsgemeinden“]] führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Werdegang ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Samson Raphael Hirsch (ZR002).jpg|mini|Samson Raphael Hirsch als Oldenburger Landesrabbiner, um 1830–1840.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samson Raphael Hirsch wurde im Jahr 1808 als einziges Kind von Raphael Mendel Hirsch und Gelle Hatz geboren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://gedbas.de/person/show/1260366318 |titel=GEDBAS: Raphael Mendel HIRSCH |abruf=2024-10-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der dem Hamburger Kaufmannsstand angehörende Vater wurde 1777 in Hamburg geboren. Dort lebte die Familie seit acht Generationen. Später wandte sich sein Vater dem Geld- und Wechselgeschäft zu und betrieb ein [[Lotterie]]geschäft.&amp;lt;ref&amp;gt;Roland Tasch: &amp;#039;&amp;#039;Samson Raphael Hirsch - Jüdische Erfahrungswelten im Historischen Kontext&amp;#039;&amp;#039;, Walter de Gruyter, 2011, ISBN 978-3-11-025109-8, S. 29 und 31&amp;lt;/ref&amp;gt; Samson Hirsch studierte zunächst den [[Talmud]] bei seinem Vater Raphael Hirsch (der seinen Familiennamen Frankfurter zu Hirsch abgeändert hatte), bei seinem Großvater, dem Rabbiner Mendel Frankfurter sowie bei [[Isaak Bernays|Chacham Bernays]] und später bei [[Oberrabbiner]] [[Jakob Ettlinger]] in [[Mannheim]]. Seit 1829 studierte er an der [[Universität Bonn]] klassische Sprachen, Geschichte und Philosophie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dort befreundete er sich unter anderem mit [[Abraham Geiger]], dem späteren Leiter der [[Reformjudentum|Reformbewegung]], und gründete mit ihm eine Vereinigung jüdischer Studenten, in der zunächst das Studium der [[Homiletik]] vorgesehen war, deren tieferer Zweck jedoch in der Annäherung an jüdische Werte bestand. Diese Jugendfreundschaft der künftigen führenden Persönlichkeiten der beiden entgegengesetzten Richtungen des [[Juden in Deutschland|deutschen Judentums]] kam zu einem Ende, nachdem Geiger den Inhalt der &amp;#039;&amp;#039;Neunzehn Briefe über das Judentum&amp;#039;&amp;#039; (אגרות צפון), eines der Hauptwerke Hirschs, in den 1830er Jahren scharf, jedoch respektvoll kritisiert hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1830 bis 1841 amtierte Hirsch als [[Landesrabbiner]] von [[Oldenburg (Land)|Oldenburg]]. Dort heiratete er zunächst Hannchen FUEDEL, mit der ihn eine Tochter verband. 1832 folgte dann die Eheschließung mit Johanna Jüdel, mit der zehn Kinder hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/sn/bio/id/18414#heading3 |titel=Hessische Biografie : LAGIS Hessen |werk=https://www.lagis-hessen.de |abruf=2024-10-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;JüFr&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Die jüdischen Friedhöfe in Frankfurt&amp;#039;&amp;#039;. Mit Fotos von Klaus Meier-Ude und Texten von Valentin Senger. Waldemar Kramer, Frankfurt am Main 1985, S. 61.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier schrieb er seine zwei wichtigsten Werke, die erwähnten &amp;#039;&amp;#039;Neunzehn Briefe&amp;#039;&amp;#039;, die erstmals in Altona 1836 unter dem Pseudonym „Ben Usiel“ erschienen, sowie &amp;#039;&amp;#039;Choreb, oder Versuche über Jissroels Pflichten in der Zerstreuung&amp;#039;&amp;#039; (1837). [[Heinrich Graetz]] war von den &amp;#039;&amp;#039;Neunzehn Briefen&amp;#039;&amp;#039; so beeindruckt, dass er 1837 nach Oldenburg zu einem Besuch kam und drei Jahre bei Hirsch verbrachte, um seine jüdische Erziehung zu vervollständigen. Später widmete er sein Buch &amp;#039;&amp;#039;Gnosticismus und Judentum&amp;#039;&amp;#039; (1846) dem „unvergesslichen Lehrer“ Hirsch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Samson Raphael Hirsch And Wife Grave Frankfurt.jpeg|miniatur|[[Mazewa|Grabsteine]] von Samson Raphael Hirsch und seiner Frau Johanna]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1841 zog Hirsch nach [[Emden]], wo er Rabbiner der [[Jüdische Gemeinde Aurich|jüdischen Gemeinde Aurich]] und zweiter Landesrabbiner des [[Landrabbinat Emden|Landrabbinates Emden]] ([[Landdrostei Aurich|Landdrosteien Aurich]] und [[Landdrostei Osnabrück|Osnabrück]] umfassend) war, und vom 30.&amp;amp;nbsp;Juni 1847 bis 1851 lebte er in [[Nikolsburg]] als Oberlandesrabbiner von Österreichisch-Schlesien und [[Mähren]]. Hier beteiligte sich Hirsch während der [[Deutsche Revolution 1848/1849|Märzrevolution]]. 1848/1849 war er gewählter Vertreter im Kremsierer Landtag von Mähren und setzte sich tatkräftig für die [[Jüdische Emanzipation|Emanzipation]] der österreichischen und mährischen Juden ein. Nachdem Hirsch einstimmig zum Vorsitzenden des Ausschusses für bürgerliche und politische Rechte der Juden in Mähren gewählt wurde, entwarf er eine Verfassung für eine zentrale jüdische Behörde für ganz Mähren. Seine Mittelstellung zwischen der orthodoxen Richtung und der Reformbewegung führte jedoch zu Konflikten mit den dortigen extremen Vertretern der Orthodoxie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1851 erhielt Hirsch einen Ruf als Rabbiner der orthodoxen [[Israelitische Religionsgesellschaft|Israelitischen Religionsgesellschaft]] in Frankfurt am Main,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Fritz Backhaus]], Sabine Kößling: &amp;#039;&amp;#039;Jüdisches Frankfurt in der Moderne&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Mirjam Wenzel]], Sabine Kößling, Fritz Backhaus (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Jüdisches Frankfurt. Von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Katalog zur Dauerausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt&amp;#039;&amp;#039;. C.H. Beck, München 2020, ISBN 978-3-406-74134-0, S. 26–47, hier S. 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; die sich als „Austrittsgemeinde“ von der sowohl die Liberalen als auch die Orthodoxen umfassenden [[Einheitsgemeinde (Judentum)|Einheitsgemeinde]] trennte. Dieses Amt übte er 37 Jahre bis zu seinem Tode 1888 aus. 1853 gründete und leitete er die [[Samson-Raphael-Hirsch-Schule|separate Realschule der Israelitischen Gesellschaft]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An seiner Beerdigung auf dem [[Alter jüdischer Friedhof Rat-Beil-Straße|jüdischen Friedhof Rat-Beil-Straße]] am 1.&amp;amp;nbsp;Januar 1889 nahmen 12.000 bis 15.000 Menschen teil, darunter [[Markus Horovitz]], der Rabbiner der Frankfurter Einheitsgemeinde, und [[Rudolf Plaut]] (liberal).&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Ansberg, S. 202.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein ältester Sohn [[Mendel Hirsch]] (1833–1900) war nach ihm als Schulleiter der Realschule tätig und verfasste Bibelkommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Haltung zum orthodoxen Judentum ==&lt;br /&gt;
Sein erzieherisches Ideal bezog Hirsch aus den [[Sprüche der Väter|Sprüchen der Väter]], mit dem Zitat von Rabbi [[Gamaliel I.]]: „Schön ist das Studium der [[Tora]] zusammen mit ‚Derech Erez‘“, d. h. weltlicher Beschäftigung bzw. weltlichen Studien. Der ideale Jude, der „Jissroel-Mensch“, ein von ihm geprägter Begriff, war seiner Meinung nach „ein aufgeklärter Jude, welcher die [[Mizwa|Gebote]] beachtet“. Dieses Ideal suchte Hirsch in den drei von ihm gegründeten Schulen zu verwirklichen: einer Primarschule, einer Sekundarschule und einer Mittelschule für Mädchen. Hier wurden neben der hebräischen Sprache und jüdischen Fächern auch beispielsweise Deutsch, Mathematik und Geografie unterrichtet. Dieser Plan einer erweiterten Schulbildung brachte Hirsch in Konflikt mit dem orthodoxen Rabbiner [[Seligmann Bär Bamberger]], war aber auch eine Reaktion auf die von Vertretern der Reformbewegung geleitete [[Philanthropin (Frankfurt am Main)|Philanthropin]] in Frankfurt. S. R. Hirsch war somit der Begründer der Neo-Orthodoxie, die auch „Frankfurter Orthodoxie“ genannt wird und vom britischen Oberrabbiner [[Nathan Marcus Adler]] und dessen Sohn [[Hermann Adler (Oberrabbiner)|Hermann Adler]] im England des 19. Jahrhunderts eingeführt wurde. Die simultane Existenz in zwei Welt-Räumen, in einer sakral durchdrungenen und einer profanen Welt, erlaubte den Anhängern der Neo-Orthodoxie, sich neben der Einhaltung der Gebote auch mit Fragen von Philosophie, Ethik, Literatur und Musik zu befassen. Dabei mussten sie nicht fürchten, sich dem Glauben zu entfremden. Die Auseinandersetzung zwischen Vernunft und Glauben hat im Judentum eine jahrhundertelange Tradition und geht im Prinzip auf den mittelalterlichen [[Maimonidesstreit]] zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1854 veröffentlichte Hirsch eine Schrift &amp;#039;&amp;#039;Die Religion im Bunde mit dem Fortschritt&amp;#039;&amp;#039;, in welcher er das Argument der Reformbewegung bestritt, wonach die Verbindung von traditionellem Judentum und einer weltlichen Erziehung unmöglich sei. Er selbst erkannte das Bedürfnis einer äußerlichen Anpassung des Judentums an die Bedürfnisse der Zeit an, widersetzte sich jedoch einem grundsätzlichen Wandel jüdischer Glaubensgrundsätze oder Änderungen bezüglich der Einhaltung der jüdischen Gesetze. Nach seiner Ansicht brauchte nicht das Judentum eine Reform, sondern die Juden selbst. Die Juden benötigten keinen „Fortschritt“ (das Schlagwort der Reformer), sondern „Erhöhung“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Samson Raphael Hirsch führte einige Änderungen in der [[Liturgie]] ein, wie zum Beispiel einen Männerchor unter der Leitung eines professionellen Dirigenten, die Teilnahme der Gemeinde an den Gesängen und zweimal monatlich eine Predigt in der „nationalen Kultursprache“, d. h. Deutsch. Gleichzeitig verteidigte er jedoch die [[hebräische Sprache]] als einzig angemessene Sprache für das Gebet und den Unterricht in jüdischen Fächern. Hätten unsere Vorfahren, so argumentierte er, ihre Gebete in der Sprache der umliegenden Völker geschrieben, wären sie uns jetzt unverständlich; so war für ihn die hebräische Sprache ein wichtiges Verbindungsglied unter den Juden in der [[Jüdische Diaspora|Diaspora]]. Obwohl er zugab, dass die mittelalterlichen [[Pijjut]]im nur schwer verständlich und dem modernen Geist fremd seien, schien es ihm nicht angebracht, sie aus dem [[Siddur|Gebetbuch]] zu entfernen. Andererseits, gemäß dem Zeugnis von Graetz&amp;amp;nbsp;– und auf dessen Anraten hin&amp;amp;nbsp;– nahm er das Gebet [[Kol Nidre]] mit der Begründung heraus, es sei leicht missverständlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
S. R. Hirschs Bedeutung als religiöser geistiger Führer, sein weit reichender Einfluss als Prediger und Lehrer, Organisator und Schriftsteller machten ihn zum Vordenker der Neo-Orthodoxie in deren Auseinandersetzung mit dem reform-liberalen Judentum. Obwohl er die [[Halacha|halachischen]] Grundsätze strikt befürwortete, war Hirsch stets bestrebt, die politischen und kulturellen Gegebenheiten des modernen Lebens mit dem Judentum in Einklang zu bringen. Seine Sicht des Judentums war für ihn keine philosophische Spekulation, sondern eine Erklärung der [[Offenbarung]] am [[Sinai (Berg)|Sinai]]. Obwohl seine Ideen von vielen Vertretern des deutschen Judentums bekämpft wurden, gewann er durch seine persönlichen Qualitäten Respekt und Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachleben ==&lt;br /&gt;
An der Gründung der [[Agudat Jisra’el]] waren neben den deutschen neo-orthodoxen Anhängern von Hirsch auch ungarische Orthodoxe und Orthodoxe aus den polnisch-litauischen Provinzen des Russischen Reiches beteiligt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Редакция |url=https://eleven.co.il/diaspora/public-organizations/10073/ |titel=Агуддат Исраэль |werk=https://eleven.co.il |sprache=ru |abruf=2024-10-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 1939 zunächst geschlossene und nach dem Zweiten Weltkrieg durch das Engagement des [[Promotion (Doktor)|promovierten]] [[Rabbiner]]s [[Leon Thorn]] (1906–1978) wieder in Betrieb genommene [[Samson-Raphael-Hirsch-Schule|separate Realschule der Israelitischen Reformgesellschaft]] wurde 1928 nach ihm benannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JüFr&amp;quot; /&amp;gt; Im Jahr 1960 wurde das Schulgebäude abgerissen. Seit 1963 steht der Erweiterungsbau des [[Heinrich-von-Gagern-Gymnasium]]s an dessen Stelle. 1989 wurde im Lichthof des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums eine erste Bronze-Gedenktafel für die früher dort stehende Samson-Raphael-Hirsch-Schule enthüllt. Eine weitere Bronze-Gedenktafel wurde am 6. Juni 2001 enthüllt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik ==&lt;br /&gt;
Im Oktober 1844 wurde er von den Gemeindevorstehern zum Oberrabbiner von Nikolsburg (heute Mikulov, Tschechien) gewählt, aber für die Ernennung zum Rabbiner der Region Mähren brauchte er die Zustimmung der Rabbiner der Gemeinden. Sie suchten einen Kandidaten, der modern genug war, um das Judentum in die neue Zeit zu führen, aber traditionell genug, um die Mehrheit der Gemeinden hinter sich zu vereinen. Seine Kandidatur stieß auf heftigen Widerstand auf beiden Seiten: Der Rabbiner Shlomo Kvetch aus Leipnik, einer der führenden Köpfe des strenggläubigen Lagers, lehnte es ab, jemanden zu akzeptieren, den er als Am-HaAretz (wörtlich „Volk des Landes“, im talmudischen Sinne ein ungebildeter Laie) bezeichnete. Auf der progressiven Seite protestierte Rabbi Zvi Hirsch Fasel, ein langjähriger Rivale Hirschs, und bot sich selbst für das Amt an. Letztendlich blieb Hirsch aufgrund der Unfähigkeit, einen lokalen Kandidaten zu finden, auf den sich alle einigen konnten, und aufgrund des Drucks der Gemeindevorsteher und der Behörden die einzige realistische Wahl. Am 30. Dezember 1846 wurde er einstimmig von einem sechsköpfigen Rabbinerkomitee gewählt, das alle Strömungen in Moravia repräsentierte, vom liberalen Rabbi Abraham Neuda bis hin zu Kvetch selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Neunzehn Briefe über Judenthum. Als Voranfrage wegen Herausgabe von „Versuchen“ desselben Verfassers „uͤber Israel und seine Pflichten“&amp;#039;&amp;#039;. Herausgegeben von Ben Usiel. ([[Pseudonym]] von S. R. Hirsch) Johann Friedrich Hammerich, Altona 1836 [https://books.google.com/books?id=19MXAAAAIAAJ Digitalisat].&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;{{he|חורב&amp;amp;lrm;}}. Versuche über Jissroéls Pflichten in der Zerstreuung. Zunächst für Jissroéls denkende Jünglinge und Jungfrauen.&amp;#039;&amp;#039; Johann Friedrich Hammerich, Altona 1837 ([https://books.google.com/books?id=BUdMAAAAIAAJ Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Religion im Bunde mit dem Fortschritt von einem Schwarzen&amp;#039;&amp;#039;. Reinhold Beist, Frankfurt a. M. 1854.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Jeschurun. Ein Monatsblatt zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens, in Haus, Gemeinde und Schule herausgegeben von Samson Raphael Hirsch&amp;#039;&amp;#039;. Reinhold Beist, Frankfurt a. M. 1854–1870 [https://books.google.com/books?id=_StBAQAAIAAJ Jg. 1859/60 als Digitalisat] [https://books.google.com/books?id=_StBAQAAIAAJ Jg. 1863/64 als Digitalisat]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Pentateuch übersetzt und erläutert&amp;#039;&amp;#039;. 5 Bände. [[J. Kauffmann Jüdischer Buchverlag und Buchvertrieb|J. Kauffmann]], Frankfurt a. M. 1867–1873 [http://archive.org/search.php?query=creator%3A%22Hirsch%2C%20Samson%20Raphael%2C%201808-1888%20%22%20pentateuch Online].&lt;br /&gt;
* Übersetzung und Kommentar der Psalmen. J. Kauffmann, Frankfurt am Main 1882. [https://archive.org/details/Psalmen_416 Digitalisat].&lt;br /&gt;
* Naphtali Hirsch (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Gesammelte Schriften.&amp;#039;&amp;#039; Bd. I – VII, J. Kauffmann, Frankfurt a. M. 1902–1912 [http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/freimann/content/titleinfo/885462 Digitalisat].&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Siddûr tefillôt Yiśrāʾēl / Israels Gebete&amp;#039;&amp;#039; übersetzt und erläutert. J. Kauffmann, Frankfurt a. M. 1895 [https://archive.org/details/IsraelsGebete_73 Digitalisat] (3. Aufl. 1921).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{ADB|50|363|364|Hirsch, Samson Raphael|[[Adolf Brüll]]|ADB:Hirsch, Samson Raphael}}&lt;br /&gt;
* {{NDB|9|210|211|Hirsch, Samson Raphael|Pinchas Grünewald|118774522}}&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl=https://web.archive.org/web/20070629230232/http://www.bautz.de/bbkl/h/hirsch_s_r.shtml |autor=[[Friedrich Wilhelm Bautz]]|artikel=HIRSCH, Samson Raphael|band=2|spalten=893-896}}&lt;br /&gt;
* [[Encyclopedia Judaica]]. Bd. 8, S. 508–515.&lt;br /&gt;
* Eliyahu Meir Klugmann: &amp;#039;&amp;#039;Rabbi Samson Raphael Hirsch. Architect of Torah Judaism for the Modern World&amp;#039;&amp;#039;. Art Scroll History Series, Brooklyn, N.Y. 1996, ISBN 0-89906-632-1.&lt;br /&gt;
* Edward W. Jelenko: &amp;#039;&amp;#039;Samson Raphael Hirsch&amp;#039;&amp;#039;. In: Simon Noweck: &amp;#039;&amp;#039;Große Gestalten des Judentums&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 2, 1972, S. 33–60.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Hirsch, Samson Raphael&amp;#039;&amp;#039;. In: {{BibISBN|3782904443}} S. 335.&lt;br /&gt;
* [[Ármin Langer]]: &amp;#039;&amp;#039;Vergeblich integriert? Rabbiner Samson Raphael Hirsch und die jüdische Akkulturation im 19. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Berliner jüdische Studien, Bd. 1. Gans Verlag 2019, ISBN 978-3-946392-14-9.&lt;br /&gt;
*[[Matthias Morgenstern]]: &amp;#039;&amp;#039;Von Frankfurt nach Jerusalem. Isaac Breuer und die Geschichte des Austrittsstreits in der deutsch-jüdischen Orthodoxie.&amp;#039;&amp;#039; Tübingen 1995, ISBN 3-16-146510-5, S. 101–204.&lt;br /&gt;
* Meir Hildesheimer, Matthias Morgenstern: &amp;#039;&amp;#039;Rabbiner Samson Raphael Hirsch in der deutschsprachigen jüdischen Presse.&amp;#039;&amp;#039; Materialien zu einer bibliographischen Übersicht (Texte und Studien zur Deutsch-jüdischen Orthodoxie 1), Münster 2013.&lt;br /&gt;
* [[Paul Arnsberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte der Frankfurter Juden seit der Französischen Revolution.&amp;#039;&amp;#039; Bd. III, Darmstadt 1983, ISBN 3-7929-0130-7, S. 199–202.&lt;br /&gt;
* Peter Guttkuhn: &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Neo-Orthodoxie 1870 bis 1919 in Lübeck.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Schriften der [[Erich-Mühsam-Gesellschaft]].&amp;#039;&amp;#039; Heft 21. Lübeck 2002, ISBN 3-931079-28-7, S. 30–35.&lt;br /&gt;
* Eintrag &amp;#039;&amp;#039;HIRSCH, Samson Raphael.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Michael Brocke]] und [[Julius Carlebach (Soziologe)|Julius Carlebach]] (Herausgeber), bearbeitet von [[Carsten L. Wilke|Carsten Wilke]]: &amp;#039;&amp;#039;Biographisches Handbuch der Rabbiner.&amp;#039;&amp;#039; Teil 1: &amp;#039;&amp;#039;Die Rabbiner der Emanzipationszeit in den deutschen, böhmischen und großpolnischen Ländern 1781–1871.&amp;#039;&amp;#039; K·G·Saur, München 2004, No. 0734, S.&amp;amp;nbsp;439 ff.&lt;br /&gt;
* Roland Tasch: &amp;#039;&amp;#039;Samson Raphael Hirsch. Jüdische Erfahrungswelten im historischen Kontext.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin / New York 2011, ISBN 978-3-11-025109-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/judaica/search/quick?query=Hirsch%2C+Samson+Raphael Werke von und über Samson Raphael Hirsch in der Universitätsbibliothek JCS Frankfurt am Main: Digitale Sammlungen Judaica]&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118774522}}&lt;br /&gt;
* [http://www.morascha.ch/detail.php?category=6 Neuherausgabe einiger seiner Schriften]&lt;br /&gt;
* [https://www.hagalil.com/judentum/samson-hirsch/hirsch.htm &amp;#039;&amp;#039;Gedenktafel für die Samson-Rafael-Hirsch-Schule in Frankfurt/M (1853–1939)&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [http://www.judengasse.de/dhtml/P134.htm Judengasse. Hirsch, Samson Raphael]&lt;br /&gt;
*{{LBI Collection Links|pid=3848662|title=Jeschurun|callNumber=B138| type=Digitalisierte Zeitschrift}}&lt;br /&gt;
* [https://search.cjh.org/primo-explore/search?query=creator,contains,Samson%20Raphael%20Hirsch,AND&amp;amp;tab=default_tab&amp;amp;search_scope=LBI&amp;amp;vid=lbi&amp;amp;facet=tlevel,include,online_resources&amp;amp;facet=creator,include,Hirsch,%20S&amp;amp;mode=advanced&amp;amp;offset=0 Digitalisierte Werke von Samson Raphael Hirsch] in der Bibliothek des [[Leo Baeck Institut]]s&lt;br /&gt;
* {{LAGIS|ref=nein|DB=HBN|ID=118774522|titel=Hirsch, Samson Raphael|datum=2023-06-20}}&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20120716191112/http://www.tzemachdovid.org/gedolim/breuer.gif Genealogie-Stammbaum Hirsch/Breuer] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118774522|LCCN=n80056735|VIAF=32014787}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Hirsch, Samson Raphael}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Orthodoxes Judentum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rabbiner (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rabbiner (Mähren)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jüdischer Philosoph]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bibelübersetzer ins Deutsche]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landtagsabgeordneter (Mähren)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landtagsabgeordneter (Kaisertum Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des Judentums (Oldenburg (Oldb))]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des Judentums (Frankfurt am Main)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des Judentums (Niedersachsen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sachbuchautor (Theologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sachliteratur (Theologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Judentum in Ostfriesland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Judentum in Mikulov]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1808]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1888]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Hirsch, Samson Raphael&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Hirsch, Samson ben Raphael&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Rabbiner und Schriftsteller&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=20. Juni 1808&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Hamburg]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=31. Dezember 1888&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Frankfurt am Main]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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