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	<title>Samson-Schule - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;EnkelEhrenberg: /* Gründung 1807 */</title>
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		<updated>2026-03-28T10:45:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Gründung 1807&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Schule&lt;br /&gt;
| Bild              = [[Datei:Samson Schule abends.JPG|250px|Samson-Schule]]&lt;br /&gt;
| Bildbeschriftung  = Das frühere, 1896 eingeweihte Schulgebäude an der [[Bundesstraße 79|B 79]]&lt;br /&gt;
| Schultyp          = [[Freischule]]&lt;br /&gt;
| Schulnummer       = &lt;br /&gt;
| Anschrift         = &lt;br /&gt;
| Ort               = [[Wolfenbüttel]]&lt;br /&gt;
| Breitengrad       = 52/10/52/N&lt;br /&gt;
| Längengrad        = 10/32/9/E&lt;br /&gt;
| Region-ISO        = DE-NI&lt;br /&gt;
| Schulträger       = &lt;br /&gt;
| Gründungsjahr     = 1786&lt;br /&gt;
| Schließungsjahr   = 1928&lt;br /&gt;
| Schülerzahl       = &lt;br /&gt;
| Lehrerzahl        = &lt;br /&gt;
| Leitung           = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Samson-Schule&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in [[Wolfenbüttel]] war eine überregional bedeutende [[Juden|jüdische]] [[Freischule]], die auf das Jahr 1786 zurückgeht und bis 1928 bestand. Sie gilt als Wiege des [[Liberales Judentum|Liberalen Judentums]]. Seit 1881 hatte sie den Status einer überkonfessionellen [[Simultanschule]], in der auch christliche Schüler unterrichtet wurden. Mit dem Neubau von 1896 war sie eine [[Internat]]sschule. Viele Schüler wurden später als Wissenschaftler, Politiker und Erfinder bekannt. Berühmt gewordene Absolventen waren [[Leopold Zunz]] als Begründer der [[Wissenschaft des Judentums]] und der Erfinder der Schallplatte [[Emil Berliner]]. Heute ist das frühere Schulgebäude ein Wohnheim sowie ein Lern- und Gedenkort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Vorläufereinrichtungen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Religionsschule, Synagoge Wolfenbüttel 2 (Wolfenbüttel).jpg|mini|hochkant|Früherer Sitz der von Philipp Samson 1786 gegründeten Religionsschule in der Harzstraße 12]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1786 gründete der Wolfenbütteler Hofbankier [[Philipp Samson]] aus dem 20.000 Reichstaler betragenden Stiftungskapital seines Vaters in der Harzstraße 12 eine Talmud-Tora-Freischule (&amp;#039;&amp;#039;Beth-hamidrasch&amp;#039;&amp;#039;), der er selbst vorstand. Diese zunächst [[Orthodoxes Judentum|orthodoxe]] Religionsschule befand sich in Nachbarschaft zu der 1781 durch Samson eingerichteten [[Synagoge]]. Im Jahre 1796 gründete die Witwe seines Bruders [[Herz Samson]] eine weitere Lehranstalt in Wolfenbüttel, die 1807 in der Samsonschen Freischule aufging. Der achtjährige Leopold Zunz besuchte die Schule von 1803 bis 1809 und schildert die unzureichenden Zustände vor 1807 in seinen Erinnerungen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Es gab keine Schulgesetze, kein Protokoll, gewissermaßen keine Pädagogik. Freitag nachmittag lasen wir die Bohnen und Erbsen aus; in unseren Spielen und Raufereien waren wir uns selber überlassen. […] Lektüre und dergleichen gab es nicht; es kümmerte sich auch niemand um uns.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Jürgen Derda: &amp;#039;&amp;#039;Im Geiste der Emanzipation. Leopold Zunz – Begründer der Wissenschaft des Judentums.&amp;#039;&amp;#039; In: Braunschweigisches Landesmuseum, Informationen und Berichte 3–4/1996, S. 27–28&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründung 1807 ===&lt;br /&gt;
Im Jahre 1807 wurde [[Samuel Meyer Ehrenberg]], der die Anstalt zwischen 1789 und 1794 als Schüler besucht hatte, Direktor der Samson-Schule. Der durch die jüdische Aufklärung geprägte Ehrenberg gestaltete die Schule im Sinne des [[Reformjudentum]]s in Anlehnung an die [[Jacobsonschule]] in [[Seesen]] um. Ziel Ehrenbergs war die Vorbereitung auf den Besuch des Gymnasiums oder auf Tätigkeiten in Handel und Handwerk. Bereits 1807 wurde die [[jüdische Konfirmation]] eingeführt, seit 1827 für Mädchen. Der plötzliche Wechsel im pädagogischen Programm wird durch einen Mitschüler Leopold Zunz’ beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Wir sind buchstäblich aus einer mittelalterlichen Zeit in eine neue an &amp;gt;einem&amp;lt; Tage übergegangen. Alles, was ich bis dahin entbehrt hatte, Eltern, Liebe, Unterweisung, Bildungsmittel, war mir plötzlich gegeben.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Jürgen Derda: &amp;#039;&amp;#039;Im Geiste der Emanzipation. Leopold Zunz – Begründer der Wissenschaft des Judentums.&amp;#039;&amp;#039; In: Braunschweigisches Landesmuseum, Informationen und Berichte 3–4/1996, S. 28&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1840 erfolgte die Umwandlung in eine dreiklassige Bürgerschule. Ehrenberg blieb bis 1846 Leiter der Schule. Das Amt übernahm bis 1871 sein Sohn [[Philipp Ehrenberg]] (1811–1883). Die Samson-Schule erhielt 1888 den Status einer sechsklassigen Realschule, die seit 1892 „[[Einjährig-Freiwilliger|Einjährigen]]-Zeugnisse“ ausstellen durfte. Seit 1881 wurden auch christliche Schüler unterrichtet. Nach ihm folgte Moritz Rosenstock als Leiter der Schule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schüler kamen in der Mehrzahl von außerhalb. Die Schule zählte 201 Absolventen zwischen 1807 und 1843; im Zeitraum 1844 bis 1886 waren es 452 Schüler.&amp;lt;ref&amp;gt;Simone Lässig: &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Wege ins Bürgertum: Kulturelles Kapital und sozialer Aufstieg im 19. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;, 2004, S. 173&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schulneubau 1896 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Samson-Schule Wolfenbüttel 1895.JPG|mini|Zeitgenössische Darstellung des Neubaus der Samson-Schule am Neuen Weg von 1896]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Samson Schule Rückseite Nordflügel.jpg|mini|Rückseite mit dem Nordflügel und Mitteltrakt, im Vordergrund der Leopold Zunz-Platz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Samson Schule Rückseite Südflügel.jpg|mini|Rückseite mit Mitteltrakt und Südflügel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen der Zunahme der Schülerzahlen und der Enge der Räumlichkeiten in der Innenstadt beschloss die Samson-Familie den Bau eines modernen Schulgebäudes am nördlichen Ortsrand von Wolfenbüttel an der Straße nach [[Braunschweig]]. Es entstand nach einem Entwurf des Wolfenbütteler Kreisbaumeisters Carl Müller. Am 3. September 1896 wurde am Neuen Weg der zwei- bis dreigeschossige Neubau eingeweiht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BSMagazin-1-1897&amp;quot;&amp;gt;[[Paul Zimmermann (Historiker)|Paul Zimmermann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Braunschweigische Chronik für d. J. 1896.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Braunschweigisches Magazin]].&amp;#039;&amp;#039; Nro. 1. 3. Januar 1897. Seite 7. In: &amp;#039;&amp;#039;Braunschweigisches Magazin.&amp;#039;&amp;#039; Dritter Band. Jahrgang 1897. Braunschweig. 1897. Seite 7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Baubeschreibung ===&lt;br /&gt;
Der Neubau ist eine Dreiflügelanlage als [[Mauerziegel|Backsteinbau]] mit der dreigeschossigen Hauptfassade nach Osten zum Neuen Weg. Der seitliche Gebäudeflügel im Norden ist dreigeschossig und der kürzere südliche Seitenflügel ist zweigeschossig. Außerdem gibt es auf der Gebäuderückseite einen dreigeschossigen Mitteltrakt. An der Straßenfassade springen rechts und links vom Haupteingang zwei übergiebelte [[Risalit]]e vor. Der Haupteingang ist rundbogig und die Fensterrahmungen im darüber liegenden Geschoss sind in [[Sandstein]] ausgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Erdgeschoss des neuen Gebäudes befanden sich die Schulräume und im ersten Stockwerk die Arbeits- und Aufenthaltsräume, Bibliothek, Speisesaal und Aula. Der zweite Stock war für die Schlaf- und Waschräume und für eine gesonderte Krankenabteilung gebaut worden. Die Lehrerzimmer waren so über die Stockwerke verteilt, so dass eine permanente Aufsicht möglich wurde. Es gab auf dem Schulgelände eine Turnhalle.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst A. Boas: &amp;#039;&amp;#039;Die Wolfenbütteler Samson-Schule&amp;#039;&amp;#039;. S. 35–38. In: Heimatbuch für den Landkreis Wolfenbüttel 1992, hrsg. v. Landkreis Wolfenbüttel.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schließung 1928 ===&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] wurde das Schulwesen umgestellt. Diesem Wandel konnte die Schule nicht folgen und die Schülerzahl sank ständig. Die Schließung der Schule erfolgte 1928 infolge wirtschaftlicher Probleme. Hildegard Feidel-Mertz sieht aber tieferliegende Gründe: „1928 war gerade die traditionsreiche Samson-Schule in Wolfenbüttel daran gescheitert, ein modernes jüdisches Landerziehungsheim nach dem Vorbild von [[Wickersdorf (Saalfeld)#Geschichte|Wickersdorf]] oder der [[Odenwaldschule]] zu werden, weil das assimilierte jüdische Bürgertum seine Kinder lieber von vornherein in diese durch Toleranz und Weltoffenheit ausgezeichneten liberalen Landerziehungsheime schickte.“&amp;lt;ref&amp;gt;Hildegard Feidel-Mertz: &amp;#039;&amp;#039;„Mit dem Blick fürs Ganze“. Die Sozialpädagogin Gertrud Feiertag (1890–1943)&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Inge Hansen-Schaberg]] und Christian Ritzi (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Wege von Pädagoginnen vor und nach 1933&amp;#039;&amp;#039;, Schneider Verlag Hohengehren GmbH, Baltmannsweiler, 2004, ISBN 3-89676-768-2, S. 24&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachfolgende Gebäudenutzung ===&lt;br /&gt;
In der [[Zeit des Nationalsozialismus]] diente das Gebäude bis 1945 zahlreichen Zwecken, wie der Unterbringung von Wohnungslosen und Bauarbeitern, Sitz des [[Freiwilliger Arbeitsdienst|Freiwilligen Arbeitsdienstes]], Sportschule der [[Schutzstaffel|SS]], Luftwaffenfachschule, Kaserne der motorisierten Gendarmerie sowie Standort einer Marineeinheit. Bereits 1936 war die Schule unter Wert an den [[Freistaat Braunschweig]] verkauft worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] befand sich ab 1945 bis 1971 ein Krankenhaus im Gebäude.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst A. Boas: &amp;#039;&amp;#039;Die Wolfenbütteler Samson-Schule&amp;#039;&amp;#039;. S. 38. In: Heimatbuch für den Landkreis Wolfenbüttel 1992, hrsg. v. Landkreis Wolfenbüttel.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von 1973 bis 1983 wurde es von der [[Polizei Niedersachsen]] als Dienststelle der Kriminalpolizei und Zweigstelle der [[Landespolizeischule Niedersachsen]] genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1984 übernahm die [[Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade|Handwerkskammer Braunschweig]] das Gebäude und baute es zu einem Berufsbildungszentrum mit Internat um. Gleichzeitig wurde es als Schulungsstätte und Gästehaus der benachbarten [[Bundesfachschule für das Konditorenhandwerk]] genutzt. Nachdem die Auslastung der Konditorenschule mit Lehrlingen und Meisterschülern erheblich sank, musste diese 2003 aufgegeben werden und die Nutzung der Samsonschule entfiel. Von 2002 bis 2020 wurden Gebäudeteile von der Moreno-Schule der Braunschweiger [[Mansfeld-Löbbecke-Stiftung von 1833|Mansfeld-Löbbecke-Stiftung]] genutzt. Der langjährige Leerstand führte zu baulichem Verfall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 2007 erwarb die Stadt Wolfenbüttel das denkmalgeschützte Bauwerk. Von der Stadt erhielt die [[Moses Mendelssohn Stiftung]] 2019 den Zuschlag zur Entwicklung des Gebäudes, dessen denkmalgerechte Sanierung 2022 begann. Die Eröffnung als Wohnheim mit Lern- und [[Gedenkstätte|Gedenkort]] erfolgte 2025. Im Gebäude gibt es rund 150 neu geschaffene Apartments für Auszubildende und Studierende. Die frühere [[Aula|Schulaula]], benannt als Emil Berliner Saal, dient als kultureller Veranstaltungsort in Wolfenbüttel. Der Lern- und Gedenkort besteht aus einem öffentlich zugänglichen Ausstellungsraum zur Schulgeschichte, zur Samson-Familie und zur jüdischen Geschichte in Wolfenbüttel.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wolfenbuettel.de/index.php?ModID=7&amp;amp;FID=3413.30094.1&amp;amp;object=tx%7C3413.30094.1 &amp;#039;&amp;#039;Samsonschule - Wiege des liberalen Judentums&amp;#039;&amp;#039;] bei wolfenbuettel.de vom 22. November 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitte der 2020er Jahre entstand im rückwärtigen Bereich der früheren Schule eine neue Wohnbebauung unter der Bezeichnung „Quartier Samson Schule“. 2026 wurde die Freifläche zwischen Schule und Wohngebäude am 140. Todestag des früheren Schülers [[Leopold Zunz]] in &amp;#039;&amp;#039;Leopold Zunz-Platz&amp;#039;&amp;#039; benannt. Dadurch änderte sich die Anschrift des früheren Schulgebäudes von Neuer Weg 50 in Leopold Zunz-Platz 1.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://regionalheute.de/wolfenbuettel/neue-adresse-dieser-platz-hat-jetzt-einen-namen-wolfenbuettel-1773830284/ &amp;#039;&amp;#039;Neue Adresse: Dieser Platz hat jetzt einen Namen&amp;#039;&amp;#039;] bei regionalheute.de vom 18. März 2026&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;180&amp;quot; heights=&amp;quot;150&amp;quot; perrow=&amp;quot;4&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
File:Samson Schule Südseite.jpg|Straßenansicht aus Richtung Ortszentrum&lt;br /&gt;
File:Samson Schule Fassade Mittelteil Risalite.jpg|Haupteingang zur Straße mit den beiden vorspringenden Risaliten&lt;br /&gt;
File:Samson Schule Wolfenbüttel Gedenktafel.jpg|Gedenktafel am Eingang&lt;br /&gt;
File:Samson Schule Wolfenbüttel Emil Berliner Saal.jpg|Veranstaltung im Emil Berliner Saal, der früheren Schulaula&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schulbetrieb ==&lt;br /&gt;
Philipp Samson konnte nach Erhalt der herzoglichen Genehmigung den Schulbetrieb am 4. Juni 1786 eröffnen. Die Schulleitung übernahm er selbst. Damals waren es 10 Schüler, die nach Alter in zwei Klassen eingeteilt wurden. Die Teilnahme am Schulbetrieb, die Kleidung und das Essen waren kostenlos. Der Schulbetrieb begann um 8.00 Uhr mit einem [[Schacharit|Morgengebet]] mit Philipp Samson. Zwei Lehrer erteilten Unterricht ohne Lehrplan, meistens aus der Bibel oder aus dem [[Talmud]], für Deutsch und Rechnen waren wenige Stunden vorgesehen. Spiele, Abwechslung und Freizeitunterhaltung gab es nicht. Die Schulabgänger galten als „moralisch gefestigt“, waren aber wenig auf einen Beruf vorbereitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Philipp Samson führte die Samson-Familie die Schule weiter. Samuel Meyer Ehrenberg wurde mit der Schulleitung beauftragt, ein ehemaliger Schüler. Dieser kannte die Mängel aus eigener Erfahrung und leitete Veränderungen ein. Er teilte den Unterricht in zwei Stufen nach einem festen Stundenplan, der religiöse Unterricht wurde zu Gunsten von [[Grammatik]], [[Schönschreiben]] und richtiger Aussprache eingeschränkt. Damit sich Schüler anschließend an Wolfenbütteler Gymnasien weiterbilden konnten, wurde für Begabte auch Griechisch, Latein und Mathematik unterrichtet. Hierfür wurden auch christliche Lehrer engagiert. Die Schülerzahl entwickelte sich, und es wurden nicht nur Freischüler unterrichtet, sondern auch zahlende. Der Unterricht erfolgte in mehreren Stufen; die Baulichkeiten reichten nicht mehr aus. Auf Weisung des Braunschweigischen Staatsministeriums wurde die Schule in eine mehrstufige Realschule umgestaltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 1886 von Mitgliedern der Familie Samson und ehemaligen Schülern ins Leben gerufene „Säkularstiftung“ förderte abgehende Schüler während ihrer anschließenden Lehrzeit in Handwerk, Kunstgewerbe, Landwirtschaft und Gartenbau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bekannte ehemalige Lehrer ==&lt;br /&gt;
Als Lehrer wirkten seit 1863 [[Jakob Freudenthal]], seit 1864 [[Samuel Spier]] und seit 1874 der Rabbiner [[Emanuel Schreiber]]. [[Salo Adler]] unterrichtete von 1879 bis 1882 an der Schule.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://samson-schule.de/lern-und-gedenkort/person/Salo-Adler-1857 Salo Adler] bei samson-schule.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Von 1920 bis 1924 arbeitete [[Hugo Rosenthal (Pädagoge)|Hugo Rosenthal]] als Mittelschullehrer an der Samson-Schule. Um 1928 verbrachte [[Fridolin Friedmann]] einen Teil seines Referendariats an der Samson-Schule.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bekannte ehemalige Schüler ==&lt;br /&gt;
Der in [[Detmold]] geborene und spätere Lehrer Leopold Zunz besuchte die Schule von 1803 bis 1810.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://samson-schule.de/lern-und-gedenkort/person/Leopold-Zunz-1794 Leopold Emanuel Zunz] bei samson-schule.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Er begründete später die [[Wissenschaft des Judentums]]. Zunz’ Jugendfreund [[Isaak Markus Jost]], der die Schule von 1803 bis 1809 besuchte,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://samson-schule.de/lern-und-gedenkort/person/Isaak-Jost-1793 Isaak Markus Jost] bei samson-schule.de&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde jüdischer Historiker. Der aus [[Hannover]] stammende [[Emil Berliner]] war von 1861 bis 1865 Schüler&amp;lt;ref&amp;gt;[https://samson-schule.de/lern-und-gedenkort/person/Emil-Berliner-1851 Emil Berliner] bei samson-schule.de&amp;lt;/ref&amp;gt; und wanderte 1870 in die USA aus, wo er Grammophon und Schallplatte erfand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der spätere Mediziner [[Theodor Schott (Mediziner)|Theodor Schott]] war 1865 und 1866 Schüler.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://samson-schule.de/lern-und-gedenkort/person/Theodor-Schott-1852 Prof. Dr. Theodor Schott] bei samson-schule.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Portugiese [[Alfredo Bensaúde]] war 1872 und 1873 Schüler.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://samson-schule.de/lern-und-gedenkort/person/Alfredo-Bensa%C3%BAde-1856 Alfredo Bensaúde] bei samson-schule.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Der spätere Theaterleiter [[Gustav Lindemann]] besuchte die Schule von 1885 bis 1888.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://samson-schule.de/lern-und-gedenkort/person/Gustav-Lindemann-1872 Gustav Lindemann] bei samson-schule.de&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Erich Gompertz]] war von 1890 bis 1894 Schüler.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://samson-schule.de/lern-und-gedenkort/person/Erich-Gompertz-1877 Erich Gompertz] bei samson-schule.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Der spätere Rabbiner [[Bruno Italiener]] war ab 1893 für drei Jahre die Schule.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://samson-schule.de/lern-und-gedenkort/person/Bruno-Italiener-1881 Bruno Italiener] bei samson-schule.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Der spätere Schauspieler [[Paul Graetz (Kabarettist)|Paul Graetz]] besuchte die Schule von 1903 bis 1905.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://samson-schule.de/lern-und-gedenkort/person/Paul-Gr%C3%A4tz-1889 Paul Grätz] bei samson-schule.de&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der in Berlin geborene [[Werner Scholem]] wurde von seinem Vater 1909 für drei Jahre an die Samsonschule geschickt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://samson-schule.de/lern-und-gedenkort/person/Werner-Scholem-1895 Werner Scholem] bei samson-schule.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Scholem wurde in der Weimarer Republik Reichstagsabgeordneter für die [[Kommunistische Partei Deutschlands|KPD]], 1933 wurde er verhaftet und 1940 von den [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] ermordet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Ralf Hoffrogge, Werner Scholem – eine politische Biographie (1895–1940), Konstanz 2014, S. 30–35.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von 1917 bis 1920 war [[Siegfried Höxter]] Schüler der Samson-Schule. [[Werner Jackson]], der später am [[Bauhaus]] studierte, war Schüler bis 1921.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://samson-schule.de/lern-und-gedenkort/person/Werner-Isaacsohn-1904 Werner Isaacsohn] bei samson-schule.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste der Baudenkmale in Wolfenbüttel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Samsonsschule [!] in Wolfenbüttel&amp;#039;&amp;#039;. in: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Zeitung des Judenthums&amp;#039;&amp;#039; 23 (1859), H. 23, S. 336–339.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Festschrift zur hundertjährigen Jubelfeier der Samsonschule zu Wolfenbüttel am 4. Juni 1886&amp;#039;&amp;#039; ([https://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/freimann/content/search/177656?query=samson%20schule Online])&lt;br /&gt;
* Meike Berg: &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Schulen in Niedersachsen Tradition – Emanzipation – Assimilation. Die Jacobson-Schule in Seesen (1801–1922). Die Samsonschule in Wolfenbüttel (1807–1928)&amp;#039;&amp;#039;, Böhlau. Köln, Weimar, Wien, 2003, ISBN 3-412-05703-7 (= &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur historischen Bildungsforschung&amp;#039;&amp;#039;, Band 28, zugleich [[Dissertation]] an der [[Universität Hildesheim]]).&lt;br /&gt;
* [[Reinhard Bein]]: &amp;#039;&amp;#039;Ewiges Haus Jüdische Friedhöfe in Stadt und Land Braunschweig&amp;#039;&amp;#039;, Döring, Braunschweig 2004, ISBN 3-925268-24-3.&lt;br /&gt;
* Herbert Obenaus (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Band II&amp;#039;&amp;#039;, S. 1573–1583, Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-753-5.&lt;br /&gt;
* Sarah Jaglitz: &amp;#039;&amp;#039;Die Samsonschule Wolfenbüttel. Samuel Meyer Ehrenberg und der Einzug der Aufklärung in das jüdische Schulwesen&amp;#039;&amp;#039;. In: Elke-Vera Kotowski (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dynamiken des Erinnerns, der Zukunft ein Gedächtnis geben: Festschrift zum 80. Geburtstag von Julius H. Schoeps&amp;#039;&amp;#039;. Hentrich &amp;amp; Hentrich, Leipzig 2022, ISBN 978-3-95565-541-9, S. 31–38.&lt;br /&gt;
* Sarah Jaglitz: &amp;#039;&amp;#039;Die Samsonschule: Ein jüdisches Internat in Wolfenbüttel (1786–1928)&amp;#039;&amp;#039;, 2026&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Samson-Schule}}&lt;br /&gt;
* [https://samson-schule.de/ Website der Schule]&lt;br /&gt;
* [https://denkmalatlas.niedersachsen.de/viewer/metadata/33886043/1/-/ &amp;#039;&amp;#039;Samson-Schule&amp;#039;&amp;#039;] im [[Denkmalatlas Niedersachsen]]&lt;br /&gt;
* [https://www.moses-mendelssohn-stiftung.de/detailansicht/news/samsonschule-die-wechselvolle-geschichte-einer-juedischen-schule-in-wolfenbuettel/ &amp;#039;&amp;#039;Samsonschule - die wechselvolle Geschichte einer jüdischen Schule in Wolfenbüttel&amp;#039;&amp;#039;] bei moses-mendelssohn-stiftung.de&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=076bcrLb_7E Drohnenflug über die Samson-Schule und das neue Samson-Wohnquartier] (Video, 1:01 Minuten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jüdische Schule in Niedersachsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemalige Schule in Niedersachsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historische Organisation (Braunschweig)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reformjudentum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schule in Wolfenbüttel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baudenkmal in Wolfenbüttel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildungseinrichtungsgründung 1786]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufgelöst 1928]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;EnkelEhrenberg</name></author>
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