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	<title>Samnaunerstrasse - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Samnaunerstrasse&amp;diff=2773394&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;TaxonBot: Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links</title>
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		<updated>2026-04-17T12:21:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!--schweizbezogen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=46/55/29/N |EW=10/29/06/E |type=city |region=CH-GR}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Vinadi.jpg|mini|upright 1.5|Anfang der Samnaunerstrasse bei [[Vinadi]], Januar 2012]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Samnaunerstrasse1.jpg|mini|upright 1.5|Das 1997 aufgegebene Strassenstück, oberhalb von Vinadi, die gefährlichen Rüfen der Val Spelunca querend. 200 m über dem Inn.&amp;lt;ref&amp;gt;Swisstopo: Zeitreise-Funktion. Aufgerufen am 18. März 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Samnaunerstrasse2.jpg|mini|upright 1.5|Aufgegebener Tunnel zwischen Vinadi und S-chalun, 2018 durch einen 500 m langen Tunnel ersetzt.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Samnaunerstrasse3.jpg|mini|upright 1.5|Gekrümmter Tunnel zur Unterquerung der Val Pischöt.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Samnaunerstrasse4.jpg|mini|upright 1.5|Oberer Tunneleingang Val Pischöt, Schutz gegen die Rüfe.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Samnaunerstrasse5.jpg|mini|upright 1.5|Lichtöffnungen des Tunnels zur Unterquerung der Val Alpetta.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Samnaunerstrasse6.jpg|mini|upright 1.5|Oberer Eingang des Val-Alpetta-Tunnels.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Samnaunerstrasse7.jpg|mini|upright 1.5|Eingang des Tunnels unmittelbar unter der Rüfe der Val Mundin. Ca. 200 m oberhalb der Abzweigung in die Val Sampuoir.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:PignasAclaDaFans.jpg|mini|upright 1.5|Die &amp;#039;&amp;#039;Pignas&amp;#039;&amp;#039; (Erdpyramiden) von Acla da Fans. Blick Richtung Süden, im Hintergrund die &amp;#039;&amp;#039;Ruina Cotschna&amp;#039;&amp;#039;. Historisches Bild von ca. 1912.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Samnaunerstrasse8.jpg|mini|upright 1.5|Kreuzung Spissermühle. Rechts, den [[Schergenbach]] überquerend, die Samnaunerstrasse. Geradeaus der Grenzübergang und die österreichische Landesstrasse L348 nach Spiss und [[Pfunds]].]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Samnaunerstrasse&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[bündnerromanisch]] heute &amp;#039;&amp;#039;Via da Samignun&amp;#039;&amp;#039;, zur Bauzeit &amp;#039;&amp;#039;Via da Samagnun&amp;#039;&amp;#039;) schliesst [[Samnaun]] seit 1912 an das System der Schweizer [[Hauptstrasse]]n an. Die Endpunkte sind [[Vinadi]] sowie die Kreuzung &amp;#039;&amp;#039;Spissermühle&amp;#039;&amp;#039; auf der Schweizer Seite des Grenzübergangs zwischen Samnaun und [[Spiss (Tirol)|Spiss in Tirol]]. Von Vinadi bis zur Spissermühle beträgt die Distanz 8,4&amp;amp;nbsp;km. Die Strasse überwindet dabei eine Höhendifferenz von 430&amp;amp;nbsp;m.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bezeichnung ==&lt;br /&gt;
Als [[Nebenstrasse]] besitzt die Samnaunerstrasse keine nummerierte Bezeichnung wie die [[Autobahn]]en oder [[Hauptstrasse]]n. Als Name der Strasse dient stattdessen die postalische Bezeichnung. Einzige Adresse an der Samnaunerstrasse ist &amp;#039;&amp;#039;Acla da Fans&amp;#039;&amp;#039; mit der Hausnummer&amp;amp;nbsp;1, zugehörig zur Postleitzahl [[Martina GR|7560&amp;amp;nbsp;Martina]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
Die Strasse führt durch die [[Val da Tschera]] (auch &amp;#039;&amp;#039;Val del Tschera&amp;#039;&amp;#039;, dt. &amp;#039;&amp;#039;Spissertal&amp;#039;&amp;#039;) und verbindet Samnaun mit dem [[Engadin]] über Schweizer Gebiet, nämlich die [[Hauptstrasse&amp;amp;nbsp;27]] des Schweizer Strassensystems mit der &amp;#039;&amp;#039;Spisser Landesstrasse L348&amp;#039;&amp;#039; des [[Straßensystem in Österreich|österreichischen Strassensystems]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://maps.google.ch/ Google Maps], aufgerufen am 12. Okt. 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strasse liegt bis zum Weiler &amp;#039;&amp;#039;Acla da Fans&amp;#039;&amp;#039; auf dem Gebiet der Gemeinde [[Valsot]] (bis 31. Dezember 2012 Gemeinde [[Tschlin]]), während die restlichen ca.&amp;amp;nbsp;20 % der Strecke auf dem Gebiet der Gemeinde Samnaun liegen.&amp;lt;ref name=swisstopo&amp;gt;[https://map.geo.admin.ch/ Schweizerische Landestopographie], aufgerufen am 12. Oktober 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Val Mundain]], wenig unterhalb der Acla da Fans, zweigt ein steiler Fahrweg in die [[Val Sampuoir (Valsot)|Val Sampuoir]] hinauf ab.&amp;lt;ref name=swisstopo /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bau ==&lt;br /&gt;
=== Ausgangslage ===&lt;br /&gt;
==== Abgeschiedenheit Samnauns ====&lt;br /&gt;
Samnaun war bis 1830 nur über Saumpfade erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus heutiger Sicht ist es schwer vorstellbar, wie eine kleine Dorfgemeinschaft in dieser Abgeschlossenheit funktionieren konnte. Gleichzeitig darf nicht vergessen werden, dass damals viele Orte in Bergkantonen auch über höchste Bergpässe Handel trieben oder [[Almauftrieb|Alpen bestiessen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Beispiele: [[Vals GR]], Alpen von [[Soglio GR|Soglio]], Alpen von Ramosch im [[Paznauntal]], enge Verbindung von [[Ardez]] und [[Galtür]], Zugehörigkeit des Weilers Acla da Fans und der Val Sampuoir zu Tschlin.&amp;lt;/ref&amp;gt; So gründete auch Samnaun zum Beispiel die Siedlung [[Griosch]] in der benachbarten [[Val Sinestra]], obwohl die neue Siedlung durch die 2920&amp;amp;nbsp;m hohe &amp;#039;&amp;#039;Fuorcla da Maisa&amp;#039;&amp;#039; von Samnaun getrennt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wegverbindung ins Tirol ====&lt;br /&gt;
1830 entstand ein verbreiterter Weg ins tirolerische Nachbardorf Spiss, der auch von Fuhrwerken genutzt werden konnte. Die Bewohner Samnauns bevorzugten damals diese Anbindung an Tirol gegenüber einer Verbindung nach Martina, während die Bündner Kantonsregierung die Anbindung ans schweizerische Martina favorisiert hätte und auch zu subventionieren beabsichtigte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ruch&amp;quot;&amp;gt;Christian Ruch (1912). &amp;#039;&amp;#039;Hundert Jahre Samnaunerstrasse&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Von Spiss führte bis zur Fertigstellung der Spisser Landesstrasse L348 im Jahr 1980 nur ein Saumpfad hinab zum Inn, ein Verkehrshindernis bildete die Schlucht am [[Schalklbach]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Situation entlang der Strasse vor dem Bau ====&lt;br /&gt;
Der Weiler &amp;#039;&amp;#039;Acla da Fans&amp;#039;&amp;#039; im oberen Bereich und die Alp &amp;#039;&amp;#039;Pra dal Cor&amp;#039;&amp;#039; (dt. &amp;#039;&amp;#039;Felsenmais&amp;#039;&amp;#039; in der Bedeutung „[[Adlerfarn]]-Lichtung“&amp;lt;ref&amp;gt;Nicolin Bischoff: &amp;#039;&amp;#039;Noms locals per lung e per larg dal cunfin tanter l&amp;#039;Engiadina Bassa e&amp;#039;l Tirol dal sür e dal nord&amp;#039;&amp;#039;, Annalas da la Societad Retorumantscha, Bd.&amp;amp;nbsp;105, 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt;) am Talausgang waren schon im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert besiedelt. Die Hütten sind heute jedoch verfallen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dufour&amp;quot;&amp;gt;[https://map.geo.admin.ch/ Dufourkarte], aufgerufen am 12. Okt. 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;werner&amp;quot;&amp;gt;P. Werner, L. Thoma (1982). &amp;#039;&amp;#039;Samnaungruppe&amp;#039;&amp;#039;. Bergverlag Rother. München.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Acla da Fans war nur mit Samnaun verbunden und somit gleich schwierig zu erreichen wie Samnaun selber, vor allem im Winter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Zugang zur Alp &amp;#039;&amp;#039;Pra dal Cor&amp;#039;&amp;#039; wiederum erfolgte weder von Samnaun, noch von Vinadi aus, sondern vom [[Österreich-Ungarn|österreich-ungarischen]] Weiler Schalkel her im Talgrund am [[Inn]] (heute [[Schalkl]], Vallader &amp;#039;&amp;#039;Tschera&amp;#039;&amp;#039;, heute ein Weiler der österreichischen Gemeinde [[Nauders]]).&amp;lt;ref name=werner /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haupthindernis für den Zugang vom Inn-Tal her war der steile Abschnitt oberhalb Vinadi. Haupthindernis für eine strassenbauliche Traverse der Val da Tschera war das schluchtartige Seitental &amp;#039;&amp;#039;Val Alpetta&amp;#039;&amp;#039; (dt. früher auch &amp;#039;&amp;#039;Fernertobel&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://map.geo.admin.ch/ Siegfriedkarte], aufgerufen am 12. Okt. 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nebst den bautechnischen Schwierigkeiten bestanden aber auch staatspolitische Hindernisse beim Zugang vom Inn-Tal her: Tirol und später Österreich-Ungarn stellten seit 1555 Ansprüche an den [[Novellaberg]], also das Gebiet links des Inns vom Val da Mot (Ovella oder Novellahof) bis Schalkl, also etwa auf die halbe Strecke von Martina bis Schalkl. Diese Ansprüche standen im Zusammenhang mit der strategischen Bedeutung des Reschenpasses. Erst mit dem Staatsvertrag vom 14. Juli 1868 zwischen [[Franz Joseph&amp;amp;nbsp;I.]], Kaiser von Österreich, und dem eidgenössischen Bundesrat wurde das Gebiet, auf dem später die Samnaunerstrasse gebaut werden sollte, endgültig der Schweiz zugeschlagen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich.&amp;#039;&amp;#039; Jahrgang 1869. Wien 1869.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ambros Sonder: &amp;#039;&amp;#039;Das ländliche Leben der Unterengadiner Gemeinde Tschlin (Schleins) im Spiegel seiner Sprache&amp;#039;&amp;#039;. Schweizerisches Archiv für Volkskunde. Band&amp;amp;nbsp;40, Jahrgang 1942–1944.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies schuf die Voraussetzung dafür, dass die Samnaunerstrasse zu Recht als nationale Anbindung Samnauns an die Schweiz propagiert werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nutzniesser der zukünftigen Strasse ====&lt;br /&gt;
Samnaun hatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts weniger als 400&amp;amp;nbsp;Einwohner.&amp;lt;ref name=ruch /&amp;gt; Abgesehen von Besuchen durch vereinzelte Alpinisten bestand kein Tourismus, der vergleichbar gewesen wäre mit dem seit 1880 aktiven Kur- und Bädertourismus im nahen [[Scuol]]/[[Vulpera]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diesem Istzustand des bescheidenen Samnauner Tourismus gegenüber standen hohe Erwartungen an eine zukünftige Strasse: Ziel Samnauns war es, ein Luftkurort zu werden. Auch in die schwefel- und eisenhaltigen Mineralquellen der umliegenden Alpen wurden grosse Hoffnungen gesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Artikel &amp;#039;&amp;#039;Samnaun&amp;#039;&amp;#039; im Geographischen Lexikon der Schweiz, 1902.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;sbz&amp;quot;&amp;gt;J. Solca. &amp;#039;&amp;#039;Die Samnauner-Strasse&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Schweizerische Bauzeitung]], Band&amp;amp;nbsp;61/62, Jahr 1913.&amp;lt;/ref&amp;gt; Tatsächlich wurde Samnaun zu einem Luftkurort, ein Trink- oder Badekurort ist Samnaun jedoch nicht geworden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewirtschaftung der Wälder von Tschlin sollte durch die Strasse stark erleichtert werden. Tatsächlich erfuhr der Tschliner Wald entlang der Strasse nach dem Bau eine starke Wertsteigerung.&amp;lt;ref name=sbz /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. August 1900 verbot die Kantonsregierung Graubündens das Fahren mit Autos auf sämtlichen Strassen des Kantons. Das Verbot wurde erst am 21. Juni 1925 wieder aufgehoben. Zur Zeit der Planung der Samnaunerstrasse zu Beginn des 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts konnte die Wiederzulassung des Autoverkehrs also nicht erahnt werden, so dass bei der Planung von einer blossen Nutzung durch Fussgänger, Reiter, Fuhrwerke und Kutschen auszugehen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die geringe Siedlungsdichte, das [[Bündner Autoverbot|Autoverbot]] sowie die hohen Kosten hätten eher gegen den Bau der Samnaunerstrasse gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Militärische Aspekte ====&lt;br /&gt;
Österreich-Ungarn unternahm von 1830 an bis zum [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] grosse Anstrengungen, die Grenze zu Italien zu befestigen. Dazu gehörte der Bau von Festungen und von alpinen [[Militärstraße|Militärstrassen]]. Die [[Straßensperre Nauders|Festung Nauders]], Vinadi gegenüberliegend und seit 1840 betriebsbereit, war das erste fertiggestellte Bauwerk aus dieser Initiative und zeigt die Bedeutung, die man der Sicherung des [[Reschenpass]]es beimass. Tatsächlich spielte die Festung später eine Rolle im [[Gebirgskrieg 1915–1918]] zwischen Österreich-Ungarn und Italien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die [[Schweizer Armee]] engagierte sich in dieser Zeit im alpinen Strassen- und Festungsbau. So wurde zum Beispiel 1901 der nahe [[Umbrailpass]] am damaligen Dreiländereck Österreich – Italien – Schweiz eröffnet und danach durch das Schweizer Militär ausgebaut und mit Festungsanlagen versehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der Samnaunerstrasse konnte die [[Reschenpass]]strasse mit den dortigen Truppenbewegungen von der Schweiz aus eingesehen und kontrolliert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Theophil Sprecher von Bernegg]], Bündner Politiker und [[Generalstabschef]] der Schweizer Armee, nahm 1906 wegen den zunehmenden Spannungen in Europa eine Neubeurteilung der Bedrohungslage für die Schweiz vor. Dabei kam er unter anderem zum Schluss, dass der Kanton Graubünden aufgrund der Topografie an sich ausreichend befestigt sei, dass jedoch in der logistischen Infrastruktur Mängel bestünden. Auch in dieser Hinsicht füllte die Samnaunerstrasse eine Lücke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Patriotismus ====&lt;br /&gt;
Die [[Schweizerische Bauzeitung]] nennt in ihrer Ausgabe von 1913 eine „Ehrenpflicht des Kantons Graubünden und der ganzen Schweiz“ gegenüber dem vom „ringsumschliessenden österreichischen Lande“ umgrenzten Samnaun als starken Motivator für den Bau der Strasse. Militärische Gründe werden nicht erwähnt, und auch die Problematik des Autofahrverbots ist im Artikel von 1913 kein Thema.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Solca, J. |url=http://doi.org/10.5169/seals-30796 |titel=Die Samnauner-Strasse |werk=www.e-periodica.ch |hrsg=ETH Zürich |abruf=2019-10-27 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=sbz /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Finanzierung ===&lt;br /&gt;
Nach dem erfolglosen Versuch von 1830, eine rein schweizerische Talverbindung zu bauen, nahm der Kanton Graubünden im Mai 1901 die Idee wieder auf und sprach einen Planungskredit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 20. Dezember 1905 bewilligte der Bund für den Bau der Samnaunerstrasse einen Beitrag von fast 798&amp;#039;400&amp;amp;nbsp;CHF,&amp;lt;ref name=sbz /&amp;gt; was 80 % der damals geplanten Gesamtkosten entsprach. 1906 zog der Kanton mit einem Kredit von knapp 100&amp;#039;000&amp;amp;nbsp;CHF nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Baugeschichte ===&lt;br /&gt;
1901 und 1902 liess der Kanton Graubünden zunächst ein fahrbares Strässchen von der Spissermühle bis zum Dorf Samnaun bauen, mit Anschluss der Fraktionen Compatsch und Laret. Damit wurde der Anschluss der späteren Samnaunerstrasse an die Siedlungen gewährleistet. Diese Strasse war mit einer Breite von 2,2 bis 3,0&amp;amp;nbsp;m schmal.&amp;lt;ref name=sbz /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des ersten Abschnitts von &amp;#039;&amp;#039;Vinadi&amp;#039;&amp;#039; bis &amp;#039;&amp;#039;S-chalun&amp;#039;&amp;#039; (Einstieg vom Engadin ins Seitental) begann im September 1907 und wurde Ende 1910 amtlich abgenommen. Der Abschnitt &amp;#039;&amp;#039;S-chalun&amp;#039;&amp;#039; – &amp;#039;&amp;#039;Spissermühle&amp;#039;&amp;#039; wurde im Frühling 1909 in Angriff genommen. Die Schwierigkeiten bestanden in der Steilheit des Geländes, den ungünstigen Gesteinsverhältnissen, den Mur- und Lawinengängen, den schlechten Transportvoraussetzungen und nachteiligen Folgen der Grenz- und Zollsituation. An den Bauarbeiten waren vor allem Arbeiter aus Italien und Mazedonien beteiligt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;taeuber&amp;quot;&amp;gt;{{Toter Link |datum=2019-05 |url=http://www.gloggengiesser.dk/tng/histories/SAC_Jahrbuch_1912%20Zwei%20K%FCrzlich%20erschlossene%20B%FCndner%20T%E4ler.pdf |text=C. Täuber (1912) &amp;#039;&amp;#039;Zwei kürzlich erschlossene Bündner Täler (Avers und Samnaun)&amp;#039;&amp;#039;. |archivebot=2019-05-11 22:18:30 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die amtliche Abnahme der gesamten Samnaunerstrasse erfolgte am 30. Oktober 1912, die Übergabe an den Verkehr am 15. November 1912. Festlichkeiten fanden keine statt. Aufgrund des Autoverbots hielt sich der Verkehr in den ersten 15&amp;amp;nbsp;Jahren wahrscheinlich in Grenzen.&amp;lt;ref name=ruch /&amp;gt;&amp;lt;ref name=taeuber /&amp;gt; Heute&amp;lt;!--JAHR?--&amp;gt; liegt die Tagesfrequenz im Schnitt bei 950&amp;amp;nbsp;Fahrzeugen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Toter Link |datum=2019-05 |url=http://www.gr.ch/DE/institutionen/verwaltung/bvfd/tba/aktuelles/auflagen/Lists/AuflageStrassenprojekte/Attachments/6/01%20Technischer%20Bericht.pdf |text=Technischer Bericht zum Ausbau des Tunnels in der Val Pischöt |archivebot=2019-05-11 22:18:30 InternetArchiveBot}}, aufgerufen am 17. November 2012. Jahresschnitt von 347&amp;#039;500 Fahrzeugen für ein unbekanntes Zeitintervall, das die Jahre 2007 und 2009 einschliesst.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Endeffekt stiegen die Gesamtkosten der Strasse von den geplanten 900&amp;#039;000&amp;amp;nbsp;CHF auf 1.8&amp;amp;nbsp;Mio&amp;amp;nbsp;CHF, das Doppelte also. Dies entsprach damals etwa dem durchschnittlichen kantonalen Budget für Strassenausgaben für sechs Jahre, was eine bemerkenswert hohe Gewichtung der Samnaunerstrasse bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Betrieb ==&lt;br /&gt;
=== Ausbaustand ===&lt;br /&gt;
Die Strasse steigt von {{Höhe|1086|CH|link=true}} bei Vinadi auf {{Höhe|1516|CH|link=true}} bei der Spissermühle, was einer Höhendifferenz von 430&amp;amp;nbsp;m entspricht.&amp;lt;ref name=swisstopo /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strasse weist drei Galerien und fünf Tunnels auf.&amp;lt;ref name=swisstopo /&amp;gt; Der unterste Tunnel, ursprünglich etwa 1&amp;amp;nbsp;km oberhalb von Vinadi gelegen, war nur 70&amp;amp;nbsp;m lang. Heute umgeht ein 500&amp;amp;nbsp;m langer, in beiden Eingangsbereichen um 90° gekrümmter Tunnel diesen alten Tunnel sowie die gefährlichen [[Murgang|Murgänge]] und [[Lawine]]nniedergänge der &amp;#039;&amp;#039;Val Spelunca&amp;#039;&amp;#039;. Die früher offen geführte Strasse ist im Zerfall begriffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tunnels der Samnaunerstrasse sind zum Teil unbeleuchtet, und Gegenverkehr ist darin nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;http://rund-um-meran.de/samnaun.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Instandhaltung ===&lt;br /&gt;
Die Strasse ist steinschlaggefährdet und nicht wintersicher. Lawinenniedergänge machen die Strasse manchmal wochenlang unpassierbar. Ein wintersicherer Ausbau wird immer wieder diskutiert, scheint aber noch weit entfernt. Eine Projektstudie des Kantons Graubünden kommt auf Kosten von 80 bis 100&amp;amp;nbsp;Mio.&amp;amp;nbsp;CHF.&amp;lt;ref&amp;gt;Artikel der [http://dsb.engadinerpost.ch/DSB_NEWS_03_SHW.asp?PublisherID=Engadinerpost&amp;amp;KundenID=Engadinerpost&amp;amp;VKundenID=Engadinerpost1&amp;amp;S=1&amp;amp;AnzeigeBis=05.05.2009&amp;amp;AnzeigeVon=05.05.2009&amp;amp;AppID=1&amp;amp;BackLinkGoesTop=1&amp;amp;DSB=1&amp;amp;Dummy=29383&amp;amp;GueltigBis=31.12.9999&amp;amp;GueltigVon=01.01.1800&amp;amp;L2Mnu=0&amp;amp;Level=3&amp;amp;MdtID=1&amp;amp;Mode=TOP&amp;amp;MoreResults=0&amp;amp;NavigationLevel=99&amp;amp;NFP=00101&amp;amp;NoNavigation=0&amp;amp;NwsID=227415&amp;amp;PM=1&amp;amp;RegID=0&amp;amp;RubID=0&amp;amp;Run=0&amp;amp;Search=SearchBis&amp;amp;SearchBis=27.11.2010%2023:59:59&amp;amp;SearchRegID=6&amp;amp;SearchRubID=0&amp;amp;SearchVon=27.11.2009%2016:37:45&amp;amp;TimePeriod=126&amp;amp;TOP=0 Engadinerpost vom 4. Mai 2009]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Sommer 2002 plante der Kanton Graubünden die generelle Wintersperre für die Samnaunerstrasse, was jedoch zu Protesten führte. Ebenfalls wurde eine geplante Übergabe der Strasse vom Kanton an die Gemeinde Tschlin damals verhindert: Dies hätte für die Kleinstgemeinde eine enorme finanzielle Belastung bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2011 wurden Pläne für eine Sanierung der Samnaunerstrasse bekannt. Diese Sanierung kostet 4&amp;amp;nbsp;Mio.&amp;amp;nbsp;CHF.&amp;lt;ref name=ruch /&amp;gt;&amp;lt;!--wann erledigt?--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Privatverkehr ===&lt;br /&gt;
Die Strasse ist nur für Fahrzeuge bis 2,3&amp;amp;nbsp;m Breite, 3&amp;amp;nbsp;m Höhe, 10&amp;amp;nbsp;m Länge und 18&amp;amp;nbsp;Tonnen Gewicht zugelassen. Grössere Fahrzeuge müssen die L348 über österreichisches Gebiet benutzen. Ebenfalls nicht zugelassen sind Anhänger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Öffentlicher Verkehr ===&lt;br /&gt;
Die [[Schweizerische Post]] nahm ihre erste [[Postkutsche]]n-Verbindung am 1. Juni 1913 auf, im Sommer nach der Eröffnung also.&amp;lt;ref name=sbz /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Postauto]]strecke von [[Scuol]] nach Samnaun wurde 1928 eröffnet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.garage-denoth.ch/geschichte.html |wayback=20130923212216 |text=Archivierte Kopie}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, drei Jahre nach der Wiederzulassung des Autoverkehrs im Kanton Graubünden und neun Jahre nach der Eröffnung der ersten Schweizer Postautoverbindung über einen Alpenpass ([[Simplonpass]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute verbinden Postautokurse Martina mit Samnaun/Dorf alle ein bis zwei Stunden in beide Richtungen. Die Fahrt dauert 35&amp;amp;nbsp;Minuten. Die Kurse halten in allen Ortsteilen von Samnaun sowie in Acla da Fans und Vinadi.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.sbb.ch Online-SBB-Fahrplan], aufgerufen am 12. Okt. 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Acla da Fans ==&lt;br /&gt;
Der an der Strasse gelegene Weiler &amp;#039;&amp;#039;Acla da Fans&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Pfandshof&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;Hof da Fans&amp;#039;&amp;#039; oder früher &amp;#039;&amp;#039;Pfandhof&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Funshof&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=dufour /&amp;gt;) gehört zur Gemeinde Valsot (bis 2012 Gemeinde [[Tschlin]]) und war vor 1912 wie Samnaun nur über österreichisches Gebiet zu erreichen. Der Weiler wechselte wie Samnaun im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert vom [[Vallader|rätoromanischen]] zum [[bairisch]]en Sprachgebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute besteht der Weiler im Wesentlichen aus einem zollfreien Einkaufszentrum mit Restaurant und Tankstelle. Das Einkaufszentrum wirbt vor allem für den Einkauf von Alkoholika, Parfüms und Kosmetika, die aufgrund der Zugehörigkeit des Weilers zum [[Schweizer Zollgebiet|Zollausschlussgebiet]] [[Val Sampuoir (Valsot)|Sampuoir]] besonders günstig angeboten werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.acla-da-fans.ch/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Acla da Fans ist Ausgangspunkt für Bergwanderungen in die Val Sampuoir&amp;lt;ref&amp;gt;Tschliner Val Sampuoir, nicht identisch mit dem gleichnamigen Tal in der nahen Gemeinde [[Ardez]].&amp;lt;/ref&amp;gt;, zum Piz Motnair ({{Höhe|2732|CH|link=true}}), via &amp;#039;&amp;#039;Rossbodenjoch&amp;#039;&amp;#039; auf den [[Muttler]] oder nach Samnaun sowie via &amp;#039;&amp;#039;Fuorcla Salèt&amp;#039;&amp;#039; nach Tschlin.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.hikr.org Wanderbeschrieb]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auffällig sind die [[Erdpyramide]]n (romanisch &amp;#039;&amp;#039;pignas&amp;#039;&amp;#039;, wörtlich &amp;#039;&amp;#039;Öfen&amp;#039;&amp;#039;) bei der Acla da Fans.&amp;lt;ref name=taeuber /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Gujan und Gian Andrea Hartmann (2010). &amp;#039;&amp;#039;Alpine Touren Silvretta / Unterengadin / Münstertal.&amp;#039;&amp;#039; SAC, Bern. S.&amp;amp;nbsp;452&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
Die Strasse ist Gegenstand der Kurzgeschichte &amp;#039;&amp;#039;Üna traversada ris-chada&amp;#039;&amp;#039; des Scuoler Autors [[Men Gaudenz]] (1899 – 1982).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Bau der Strasse war unter anderen der Engadiner Ingenieur und Schriftsteller [[Men Rauch]] beteiligt.&amp;lt;ref&amp;gt;In seiner &amp;#039;&amp;#039;Autobiografia in rima&amp;#039;&amp;#039; (deutsch &amp;#039;&amp;#039;Autobiografie in Reimen&amp;#039;&amp;#039;) aus dem Werk &amp;#039;&amp;#039;Nardats e vardats&amp;#039;&amp;#039; (deutsch &amp;#039;&amp;#039;Närrisches und Wahres&amp;#039;&amp;#039;) schreibt Men Rauch zusammenfassend: &amp;#039;&amp;#039;Dal Poly get sco hom / füt indschegner – sainza diplom – / mo eir sco tal ün vaira bun / lavur: Via da Samagnun.&amp;#039;&amp;#039; Deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Von der ETH ging ich als Mann / war Ingenieur – ohne Diplom – / doch auch so [bekam ich] eine gute / Stelle: Samnaunerstrasse.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strasse im Kanton Graubünden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut in den 1910er Jahren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Samnaun]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Valsot)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kantonsstrasse]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Straße in Europa]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;TaxonBot</name></author>
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