<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Saluang</id>
	<title>Saluang - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Saluang"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Saluang&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-07T23:17:00Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Saluang&amp;diff=2215616&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bertramz: lf</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Saluang&amp;diff=2215616&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-02-18T13:00:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;lf&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Saluang.jpg|mini|Saluang-Spieler in [[Bukittinggi]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Saluang&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Längsflöte|endgeblasene]], unten offene Bambusflöte, die bei den [[Minangkabau]] im Hochland der [[Indonesien|indonesischen]] Provinz [[Sumatra Barat|Westsumatra]] gespielt wird. Das Männern vorbehaltene [[Musikinstrument]] begleitet meist &amp;#039;&amp;#039;dendang&amp;#039;&amp;#039; genannte Volkslieder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;saluang&amp;#039;&amp;#039; gehört in eine Reihe mit mehreren, in der südostasiatischen Inselwelt verbreiteten endgeblasenen Bambusflöten, die bis zu den [[Philippinen]] allgemein &amp;#039;&amp;#039;[[suling]]&amp;#039;&amp;#039; genannt werden. Daneben gibt es lokalsprachliche Bezeichnungen wie &amp;#039;&amp;#039;seruling&amp;#039;&amp;#039; in [[Malaysia]]. In [[Java (Insel)|Java]] und [[Bali]] wird die &amp;#039;&amp;#039;suling&amp;#039;&amp;#039; im [[Gamelan]] gespielt, ebenso in der westjavanischen Kulturregion Sunda in der Orchesterbesetzung &amp;#039;&amp;#039;gamelan degung&amp;#039;&amp;#039; und in den Musikstilen &amp;#039;&amp;#039;tembang Sunda&amp;#039;&amp;#039; mit Gesang und &amp;#039;&amp;#039;kacapi suling&amp;#039;&amp;#039; ohne Gesang, beidesmal mit &amp;#039;&amp;#039;suling&amp;#039;&amp;#039; und der bootsförmigen Zither &amp;#039;&amp;#039;[[kacapi]]&amp;#039;&amp;#039;. Anfang des 20. Jahrhunderts erwähnte [[Curt Sachs]] die Signalpfeife &amp;#039;&amp;#039;salunding&amp;#039;&amp;#039; bei den [[Dayak]] auf [[Borneo]],&amp;lt;ref&amp;gt;Curt Sachs: &amp;#039;&amp;#039;Real-Lexikon der Musikinstrumente, zugleich ein Polyglossar für das gesamte Instrumentengebiet.&amp;#039;&amp;#039; Julius Bard, Berlin 1913, S. 364&amp;lt;/ref&amp;gt; nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen balinesischen [[Metallophon]] aus Eisenplatten. In [[Aceh]], im Norden Sumatras, heißt eine dünne Bambuslängsflöte mit sechs Grifflöchern &amp;#039;&amp;#039;suleng&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im gesamten, von Minangkabau besiedelten Hochland, besonders in den zentralen Verwaltungsbezirken (&amp;#039;&amp;#039;kabupaten&amp;#039;&amp;#039;) Agam und Solok, ist Saluang-Musik populär. Es gibt mehrere Varianten der Minangkabau-Flöten mit nach Größe oder Region unterschiedlichen Namen. Die &amp;#039;&amp;#039;bansi&amp;#039;&amp;#039; dürfte zumindest dem Namen nach aus [[Indien]] oder [[Iranisches Hochland|Persien]] stammen und wie die Laute &amp;#039;&amp;#039;[[gambus]]&amp;#039;&amp;#039; im Mittelalter mit muslimischen Händlern eingeführt worden sein. Die bekannteste nordindische Bambusquerflöte heißt &amp;#039;&amp;#039;[[bansuri]]&amp;#039;&amp;#039;. Muslime brachten auch das [[Doppelrohrblattinstrument]] &amp;#039;&amp;#039;[[Sornay (Musikinstrument)|surnai]]&amp;#039;&amp;#039; mit, dessen arabischer Name bei den Minangkabau zu &amp;#039;&amp;#039;sarunai&amp;#039;&amp;#039; mutierte. Einen anderen Einfluss nicht nur auf die Flöten übten die Portugiesen aus, die ab dem 16. Jahrhundert auf Sumatra Siedlungen gründeten und europäische Musikinstrumente verbreiteten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bauform ==&lt;br /&gt;
Die Form und der weiche Klang mit hohem Rauschanteil ähneln der japanischen &amp;#039;&amp;#039;[[shakuhachi]]&amp;#039;&amp;#039;. Die meisten Flöten sind 65 bis 75 Zentimeter lang mit einem Innendurchmesser von 2,5 Zentimetern; sie haben vier und in den Randbereichen des Minagkabau-Siedlungsgebiets fünf bis sechs [[Tonloch|Grifflöcher]].&amp;lt;ref&amp;gt;Kartomi, MGG, Sp. 835&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Flöten werden auf einer Matte im Schneidersitz gespielt und nach einer Seite leicht schräg an die Lippen gehalten, damit die Anblasöffnung nicht ganz verschlossen wird. Alle Flöten werden mit [[Zirkularatmung]] geblasen (Minang-Sprache: &amp;#039;&amp;#039;manyisiahkan angok&amp;#039;&amp;#039;, „den Atem zur Seite nehmen“, indonesisch: &amp;#039;&amp;#039;menyisihkan napas&amp;#039;&amp;#039;, „zur Seite gehen, absondern – Atem“). Einzelne &amp;#039;&amp;#039;saluang&amp;#039;&amp;#039; sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Saluang flute.jpg|mini|Saluang darek]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Saluang darek&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die bekannteste Flöte. &amp;#039;&amp;#039;Darek&amp;#039;&amp;#039; bedeutet „Hochland“ im Unterschied zu &amp;#039;&amp;#039;pesisir&amp;#039;&amp;#039;, „Küstenregion“, ebenso „Heimatland“ im Unterschied zu &amp;#039;&amp;#039;rantau&amp;#039;&amp;#039;, „Ansiedlung in der Fremde, fremdes Land“. Der Name &amp;#039;&amp;#039;Darek&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet folglich das engere traditionelle Siedlungsgebiet der Minangkabau, das auch als &amp;#039;&amp;#039;Luhak Nan Tigo&amp;#039;&amp;#039; bekannt ist. Die Flöte ist durchschnittlich 60 Zentimeter lang und wird mit unterschiedlichen Längen für drei Tonhöhen gefertigt. Als Material wird die zu den [[Bambus]]eae gehörende Subtribus &amp;#039;&amp;#039;Schizostachyum brachycladum&amp;#039;&amp;#039; ([[Malaiische Sprache|indonesisch]]: &amp;#039;&amp;#039;bambu talang&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.plantamor.com/index.php?plant=1624 &amp;#039;&amp;#039;Informasi spesies: Bambu Talang.&amp;#039;&amp;#039;] plantamor.com&amp;lt;/ref&amp;gt; verwendet, die besonders viel Wasser speichert. Altes oder als Treibholz aus dem Wasser gefischtes Bambusrohr wird häufig bevorzugt. Das Instrument ist auf eine [[Pentatonik|pentatonische]] Tonleiter gestimmt, andere Tonhöhen sind durch Griffkombinationen und halbes Abdecken der Fingerlöcher möglich. Die &amp;#039;&amp;#039;saluang Darek&amp;#039;&amp;#039; wird hauptsächlich zur Liedbegleitung der &amp;#039;&amp;#039;saluang jo dendang&amp;#039;&amp;#039; („Flöte und Gesang“) verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;saluang Sirompak&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist mit 70 bis 75 Zentimetern etwas länger, sie hat fünf Grifflöcher oben und ein Daumenloch an der Unterseite. Durch die Länge ergibt sich eine um eine Oktave niedrigere Tonlage. Zehn Töne ergeben einen Tonumfang von zwei Oktaven. Den Flötentönen wurden früher magische Kräfte (&amp;#039;&amp;#039;pitunang&amp;#039;&amp;#039;) zur [[Hypnose]] des Publikums zugeschrieben. Deswegen und obwohl mit ihnen auch Frauen hätten verführt werden können, ist die nur im Gebiet von Payakumbuh bekannte &amp;#039;&amp;#039;saluang Sirompak&amp;#039;&amp;#039; heute nur noch selten zu hören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls einst als magisch betrachtet und nur um Payakumbuh nordöstlich von [[Bukittinggi]] gibt es die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;simpelong&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;sampelong&amp;#039;&amp;#039;, für traurige Instrumentalmusik oder Gesangsbegleitung.&amp;lt;ref&amp;gt;Kartomi, Garland, S. 611&amp;lt;/ref&amp;gt; Die &amp;#039;&amp;#039;sampelong&amp;#039;&amp;#039; ist etwa 54 Zentimeter lang mit vier Fingerlöchern an der Oberseite und hat einen Durchmesser von 3,5 Zentimetern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;saluang Pauah&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist am unteren Ende verschlossen ([[gedackt]]) und mit einem hölzernen [[Einfachrohrblattinstrument|Rohrblatt]] versehen. Das Instrument mit sechs Fingerlöchern ist [[Heptatonik|heptatonisch]] gestimmt, etwas über 40 Zentimeter lang und 9,5 Zentimeter im Durchmesser. Der Tonumfang von einer Oktave reicht von e bis e1. Mit stärkerem Luftdruck sind höhere Töne spielbar. Es wird ebenfalls zur Liedbegleitung (&amp;#039;&amp;#039;dendang&amp;#039;&amp;#039;) verwendet, jedoch seltener als die &amp;#039;&amp;#039;saluang Darek.&amp;#039;&amp;#039; Es gibt nur fünf traditionelle Melodien für dieses Instrument, mit denen sich aber eine größere Zahl Geschichten vertonen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Saluang Panjang&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; („lange Flöte“), auch &amp;#039;&amp;#039;saluang Sungai Pagu&amp;#039;&amp;#039; nach seiner Herkunft aus dem gleichnamigen Distrikt (&amp;#039;&amp;#039;kerajaan&amp;#039;&amp;#039;) im Bezirk (&amp;#039;&amp;#039;kabupaten&amp;#039;&amp;#039;) Solok Selatan. Gemäß dem Namen ist das Instrument mit 72 bis 80 Zentimetern länger als die anderen, besitzt aber nur zwei Fingerlöcher an der Oberseite und ein Loch unten. Damit lassen sich mit entsprechender Blastechnik acht Töne produzieren. Es wird fast nur für &amp;#039;&amp;#039;dendang Sungai Pagu&amp;#039;&amp;#039; genannte Lieder eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;bansi&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist etwas kleiner als die &amp;#039;&amp;#039;saluang Pauah&amp;#039;&amp;#039;, ansonsten ähnlich, hat wie diese ein Rohrblatt, sechs Fingerlöcher oben und ein Daumenloch unten. Sie verwendet eine [[Diatonik|diatonische]] (heptatonische) Skala. Ihr Ursprungsgebiet ist Kabupaten Pesisir Selatan, die Küstenregion im Südwesten von Westsumatra. Die Melodien, die mit oder ohne Gesang auf der &amp;#039;&amp;#039;bansi&amp;#039;&amp;#039; gespielt werden, sind relativ einfach, wenn es um private Unterhaltung geht. Ansonsten wird sie zusammen mit einem &amp;#039;&amp;#039;talempong&amp;#039;&amp;#039; (mehrere Buckel[[gong]]s in Doppelreihe, ähnlich einem javanischen &amp;#039;&amp;#039;bonang&amp;#039;&amp;#039;) zur Tanzbegleitung und bei Theateraufführungen wie dem &amp;#039;&amp;#039;Randai&amp;#039;&amp;#039;-Tanztheater eingesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Gabriela Szabová, S. 36–41&amp;lt;/ref&amp;gt; An der Küste sind die musikalischen Einflüsse aus arabischen Ländern, Indien und von den Portugiesen stärker als im Hochland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spielweise ==&lt;br /&gt;
Die Minangkabau haben eine hochentwickelte Erzählkultur, in der nach strenger Beachtung der Tradition (&amp;#039;&amp;#039;[[adat]]&amp;#039;&amp;#039;) historische Geschichten und Mythen weitergegeben werden. Die Erzählungen bilden den Inhalt von Gesangsdarbietungen und Volkstheatern, die beide unterhaltend sein können oder im Rahmen einer religiösen Zeremonie stattfinden. Anlässe für Aufführungen sind Familienfeiern, Hauseinweihungszeremonien, Erntedank und islamische Feiertage. Das eigentliche Programm fängt abends an und kann bis in die frühen Morgenstunden dauern. So umfangreich die Verse auch sind, die Begleitmelodien auf der Flöte klingen recht sparsam. Die Töne pendeln meist im Bereich einer [[Quinte]] oder weniger und gelangen nur selten kurz darüber hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Saluang jo dendang ===&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;saluang jo dendang&amp;#039;&amp;#039;-Gesangsstil ist im Hochland (&amp;#039;&amp;#039;darek&amp;#039;&amp;#039;) und bei Migranten (im &amp;#039;&amp;#039;rantau&amp;#039;&amp;#039;) beliebt. Er wird bei Familienfeiern und öffentlichen Partys aufgeführt, bei denen die Musiker auf Zuruf Stücke spielen und Geld für einen bestimmten Zweck eingesammelt wird (&amp;#039;&amp;#039;malam bagurau&amp;#039;&amp;#039;). Der Flötist beginnt mit einer langsamen Einleitung, die um wenige Töne kreist und eine getragene, melancholische Grundstimmung vorgibt. Darauf setzt ein Sänger oder eine Sängerin (&amp;#039;&amp;#039;badendang&amp;#039;&amp;#039;) mit einer [[Pantun]]-Strophe ein. Zwischen dem grundsätzlich freirhythmisch gesungenen Vortrag dieser alten, in weiten Teilen Indonesiens und Malaysias verbreiteten Gedichtform und der Flöte findet ein [[Heterophonie|heterophones]] Zusammenspiel statt. Es können sich auch zwei oder drei Sänger beim Singen der Strophen abwechseln, sie singen jedoch fast nie zur selben Zeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Ausnahme ist das Duett &amp;#039;&amp;#039;Padang Magek&amp;#039;&amp;#039;, das zur Gattung &amp;#039;&amp;#039;lagu asal&amp;#039;&amp;#039; gehört. Titel 1 der Smithsonian-CD&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Vortrag endet mit einem Flötensolo. Die Texte sind traurig (&amp;#039;&amp;#039;sadiah&amp;#039;&amp;#039;), wie beim Pantun üblich, sie handeln von Liebesleid oder geben wohlmeinende Ratschläge an die Zuhörer. Das von den Minangkabau-Sängern beherrschte Repertoire umfasst über 400 Pantun-Texte, der musikalische Ablauf kann improvisiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Kartomi, MGG, Sp. 835&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verse sind nicht an bestimmte Lieder gebunden, sie werden vom Sänger während der Vorstellung aus seinem Repertoire ausgewählt. Obwohl jeder Minang einige dieser Verse kennt, sind die Ansprüche des Publikums bei den Veranstaltungen so hoch, dass praktisch nur noch professionelle Musiker auftreten können. Viele dieser Verse gehören zur Gattung &amp;#039;&amp;#039;lagu asal&amp;#039;&amp;#039; (indonesisch, „Lied vom Ursprungsort“, auch &amp;#039;&amp;#039;lagu pusako&amp;#039;&amp;#039;, „Ahnenlied“&amp;lt;ref&amp;gt;Sanday, S. 154&amp;lt;/ref&amp;gt;) und sind nach der Gegend benannt, aus der sie herkommen. Der Name des Ursprungsortes wird meist in der ersten Zeile erwähnt. Die lokalen Musiktraditionen fanden Eingang in das allgemeine Minang-Kulturgut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einteilung der Saluang-Musik erfolgt nach der Gefühlsstimmung: Die größte Gruppe bilden die traurigen Lieder (&amp;#039;&amp;#039;ratok&amp;#039;&amp;#039;). Hierzu gehören auch solche, die mit dem Wort &amp;#039;&amp;#039;Singgalang&amp;#039;&amp;#039; beginnen, also aus der Umgebung des Gunung Singgalang stammen. Es soll 120 dieser Lieder geben.&amp;lt;ref&amp;gt;Sanday, S. 155&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie fallen durch Pendeln der Flöte zwischen eng beieinanderliegenden Tönen auf. Die andere Stilrichtung ist [[Metrum (Musik)|metrisch]] und wird als &amp;#039;&amp;#039;gambira&amp;#039;&amp;#039; („Freude“) oder wenigstens &amp;#039;&amp;#039;setengah gambira&amp;#039;&amp;#039; („halb freudig“) bezeichnet. Eine weitere Klassifizierung wird nach der Fingerposition an der Flöte vorgenommen: Bei manchen Liedern, bevorzugt diejenigen der Küstenregion (&amp;#039;&amp;#039;pesisir&amp;#039;&amp;#039;), endet die instrumentale Einführung auf einem Ton, für den alle Grifflöcher geschlossen werden (entspricht etwa dem Ton C). Bei der nächsten Gruppe sind drei Grifflöcher verschlossen und nur das am weitesten entfernte offen (Ton D). Hierzu gehören die meisten traurigen Gesänge (&amp;#039;&amp;#039;ratok&amp;#039;&amp;#039;). Kompositionen, die auf E und F enden, also mit zwei bzw. einem abgedeckten Fingerloch, bilden die beiden weiteren Kategorien. Mit zwei geschlossenen Fingerlöchern enden Lieder aus der Region des [[Maninjau-See|Danau Maninjau]]. Es verbleibt die Ein-Loch-Kategorie, zu der die gesungene Poesie &amp;#039;&amp;#039;sijobang&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Nigel Philips: &amp;#039;&amp;#039;Sijobang: Sung Narrative Poetry of West Sumatra&amp;#039;&amp;#039; (Cambridge Studies in Oral and Literate Culture). Cambridge University Press, Cambridge 1981, ISBN 978-0-521-23737-6&amp;lt;/ref&amp;gt; gezählt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Philip Yampolsky, Booklet zur Smithsonian-CD&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Malam bagurau&amp;#039;&amp;#039; ist eine privat organisierte Veranstaltung, um Geld für ein bestimmtes Projekt zu sammeln, für den Neubau einer Moschee oder für einen sozialen Zweck. Die Musiker werden vom Sponsor eingeladen und bezahlt, die Zuschauer spenden pro Musikwunsch und steigern sich häufig gegenseitig in die Höhe, sodass die Musiker nach wenigen Versen zum nächsten gewünschten Lied wechseln. Durch den Wettbewerb der Zuschauer kann der Preis für ein Lied von anfangs wenigen Cent in erstaunliche Höhen getrieben werden. Publikumslieblinge sind Lieder aus dem &amp;#039;&amp;#039;ratok-&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;gambira-&amp;#039;&amp;#039;Genre sowie einige mit etwas anzüglichen Inhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Philip Yampolsky, Booklet zur Smithsonian-CD&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den mehrtägigen Hochzeitsfeiern gehört am Abend der Hauptfeier für die jüngeren Teilnehmer eine moderne Popband mit Keyboards, die bis um Mitternacht aufspielt, und für die Älteren anschließend eine mehr dem &amp;#039;&amp;#039;adat&amp;#039;&amp;#039; entsprechende Saluang-Aufführung mit einem Flötenspieler und mehreren Sängerinnen. Diese tragen mit großer Direktheit und sexuellen Anspielungen in Pantuns gekleidete Liebeslieder aus weiblicher Perspektive vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Andere Musikstile ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Randai Padang Panjang.jpg|mini|Randai-Aufführung in Padang Panjang]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Dendang Pauah&amp;#039;&amp;#039; gehört wie &amp;#039;&amp;#039;sijobang&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;rabab Pariaman&amp;#039;&amp;#039; (Spießgeige &amp;#039;&amp;#039;[[Rebab|rabab]]&amp;#039;&amp;#039; mit Gesang) zu den musikalischen Formen mit erzählendem Inhalt, die &amp;#039;&amp;#039;kaba&amp;#039;&amp;#039; (von indonesisch &amp;#039;&amp;#039;kabar&amp;#039;&amp;#039;, „Nachrichten“) genannt werden. Ihr Inhalt reicht von mythischen Geschichten bis zu aktuellen Ereignissen. Der &amp;#039;&amp;#039;dendang Pauah&amp;#039;&amp;#039;-Stil stammt aus der Region um [[Padang (Indonesien)|Padang]], der Hauptstadt Westsumatras an der Küste. Begleitet von einem Flötenspieler mit einer &amp;#039;&amp;#039;bansi&amp;#039;&amp;#039; trägt der Sänger ausschließlich Pantun-Verse vor. Da die meisten musikalischen Phrasen des Flötensolos (&amp;#039;&amp;#039;pado-pado&amp;#039;&amp;#039;) mit dem tiefsten Ton enden, bei dem alle sechs Fingerlöcher geschlossen sind, werden diese &amp;#039;&amp;#039;pakok anam&amp;#039;&amp;#039; („sechs geschlossen“) genannt. Die weiteren Abschnitte des Stückes tragen ebenfalls charakteristische Bezeichnungen. Die Aufführungen dauern von Abend bis kurz vor Morgendämmerung. Den Anfang bildet das Flötensolo, dem mehrere Abschnitte mit unterschiedlichen Melodien von Flöte-Gesang-Zusammenspiel und ein abschließendes Gesangssolo folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Unterhaltungsfeiern können auch Saluang-Gruppen auf einer Bühne angeheuert werden, die neben dem Flötenspieler und den Sängerinnen noch aus einem Sänger bestehen, der zugleich die dreisaitige Spießgeige &amp;#039;&amp;#039;rabab&amp;#039;&amp;#039; spielt, die funktionale Entsprechung der [[Batak]]-Zupflaute &amp;#039;&amp;#039;[[hasapi]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Sanday, S. 149–154&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;[[Randai]]&amp;#039;&amp;#039; ist ein traditionelles Volkstheater, das in Westsumatra von etwa 250 aktiven Spielergruppen bei religiösen Zeremonien und Festveranstaltungen aufgeführt wird. Ein Bestandteil des Theaters ist neben Tänzen, szenischem Schauspiel und Musik auch die Kampfkunst des &amp;#039;&amp;#039;silek&amp;#039;&amp;#039;, die in Westsumatra unabhängig von der malaiische Kampfkunst &amp;#039;&amp;#039;[[silat]]&amp;#039;&amp;#039; entstanden ist. Die minimale Orchesterbesetzung für das &amp;#039;&amp;#039;randai&amp;#039;&amp;#039; besteht aus einer &amp;#039;&amp;#039;saluang&amp;#039;&amp;#039;, einem &amp;#039;&amp;#039;talempong&amp;#039;&amp;#039;, der hier aus einer Reihe von fünf Buckelgongs besteht, die mit Stöckchen geschlagen werden, und einem &amp;#039;&amp;#039;gandang katindik&amp;#039;&amp;#039;. Das ist eine zweifellige mittelgroße Trommel, die mit der Hand oder mit Stöckchen geschlagen werden kann. Ein größeres Orchester beinhaltet außerdem die Flöten &amp;#039;&amp;#039;bansi&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;sampelong&amp;#039;&amp;#039;, die Oboe &amp;#039;&amp;#039;sarunai&amp;#039;&amp;#039;, weitere Trommeln und gelegentlich noch Streichlauten vom Typ &amp;#039;&amp;#039;rabab&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Kirstin Pauka: &amp;#039;&amp;#039;Theater &amp;amp; Martial Arts in West Sumatra: Randai &amp;amp; Silek of the Minangkabau.&amp;#039;&amp;#039; Ohio University Press, Athens 1999, S. 26–28, 49, 100&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie in Westjava in den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ältere Popmusikstile wie &amp;#039;&amp;#039;[[Kroncong]], [[Tanjidor]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Ronggeng#Jaipongan|Jaipongan]]&amp;#039;&amp;#039; durch die Schlager-ähnliche &amp;#039;&amp;#039;[[Dangdut]]&amp;#039;&amp;#039;-Musik in den Hintergrund geraten sind, hat der eingängige Viervierteltakt des Dangdut bei den Minangkabau unter dem Oberbegriff &amp;#039;&amp;#039;Pop Minang&amp;#039;&amp;#039; Musikkategorien entstehen lassen, die &amp;#039;&amp;#039;saluang dangdut&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;saluang disco&amp;#039;&amp;#039; genannt werden und überall zu hören sind, da sie als Tonkonserven in jedem Musikgeschäft verkauft werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Bart Barendregt: [http://booksandjournals.brillonline.com/content/journals/10.1163/22134379-90003771 &amp;#039;&amp;#039;The Sound of &amp;#039;Longing for Home&amp;#039;. Redefining a Sense of Community through Minang Popular Music.&amp;#039;&amp;#039;] Bijdragen tot de Taal-, Land- en Volkenkunde, 158, Nr. 3, Leiden 2002, S. 411–450, hier S. 436&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Sahn Nuhasi#Dulang|Salawek dulang]], Sitztanz der muslimischen Minangkabau bei Familienfeiern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diskografie ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Night Music of West Sumatra. Saluang, Rabab Pariaman, Dendang Pauah.&amp;#039;&amp;#039; Music of Indonesia 6. Smithsonian/Folkways, 1994&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Margaret J. Kartomi, [[Artur Simon]], Rüdiger Schumacher: &amp;#039;&amp;#039;Indonesien.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Ludwig Finscher]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Die Musik in Geschichte und Gegenwart]].&amp;#039;&amp;#039; Sachteil 4, 1996, Sp. 835 f.&lt;br /&gt;
* Margaret J. Kartomi: &amp;#039;&amp;#039;Sumatra.&amp;#039;&amp;#039; In: Terry E. Miller, Sean Williams (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Garland Encyclopedia of World Music.&amp;#039;&amp;#039; Band 4: &amp;#039;&amp;#039;Southeast Asia.&amp;#039;&amp;#039; Garland, New York / London 1998, S. 610 f.&lt;br /&gt;
* Margaret J. Kartomi: &amp;#039;&amp;#039;The Music-Culture of South-Coast West Sumatra: Backwater of the Minangkabau &amp;quot;Heartland&amp;quot; or Home of the Sacred Mermaid and the Earth Goddess?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Asian Music, Vol. 30, No. 1.&amp;#039;&amp;#039; Herbst 1998–Winter 1999, S. 133–181&lt;br /&gt;
* Peggy Reeves Sanday: &amp;#039;&amp;#039;Women at the Center: Life in a Modern Matriarchy.&amp;#039;&amp;#039; Cornell University Press, London 2004, S. 149–170&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Gabriela Szabová: [http://theses.cz/id/jfniom/45977-754998319.pdf &amp;#039;&amp;#039;Musical Instruments and Genres among the Minangkabau, West Sumatra.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 1,0&amp;amp;nbsp;MB) Bachelor-Thesis, [[Palacký-Universität Olomouc|Palacký-Universität]], Olomouc 2008&lt;br /&gt;
* [http://www.mentawaiparadise.com/saluang.htm &amp;#039;&amp;#039;Saluang.&amp;#039;&amp;#039;] Mentawi Paradise&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=uWOJyUDvMiU &amp;#039;&amp;#039;Saluang Jo Dendang &amp;quot; Singalang Mintak Tabia &amp;quot;.&amp;#039;&amp;#039;] Youtube-Video (&amp;#039;&amp;#039;saluang&amp;#039;&amp;#039; und weibliche Gesangsstimme)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Indonesien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sumatra]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Flöte (Luftblattinstrument)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bertramz</name></author>
	</entry>
</feed>