<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Salanoia_durrelli</id>
	<title>Salanoia durrelli - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Salanoia_durrelli"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Salanoia_durrelli&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-06T13:33:36Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Salanoia_durrelli&amp;diff=2124144&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Salanoia_durrelli&amp;diff=2124144&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-11-11T01:09:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Vorlage siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Taxobox&lt;br /&gt;
| Taxon_Name       = &lt;br /&gt;
| Taxon_WissName   = Salanoia durrelli&lt;br /&gt;
| Taxon_Rang       = Art&lt;br /&gt;
| Taxon_Autor      = [[Joanna Durbin|Durbin]] et al., 2010&lt;br /&gt;
| Taxon2_WissName  = Salanoia&lt;br /&gt;
| Taxon2_Rang      = Gattung&lt;br /&gt;
| Taxon3_Name      = Madagaskar-Mangusten&lt;br /&gt;
| Taxon3_WissName  = Galidiinae&lt;br /&gt;
| Taxon3_Rang      = Unterfamilie&lt;br /&gt;
| Taxon4_Name      = Madagassische Raubtiere&lt;br /&gt;
| Taxon4_WissName  = Eupleridae&lt;br /&gt;
| Taxon4_Rang      = Familie&lt;br /&gt;
| Taxon5_Name      = Katzenartige&lt;br /&gt;
| Taxon5_WissName  = Feliformia&lt;br /&gt;
| Taxon5_Rang      = Unterordnung&lt;br /&gt;
| Taxon6_Name      = Raubtiere&lt;br /&gt;
| Taxon6_WissName  = Carnivora&lt;br /&gt;
| Taxon6_Rang      = Ordnung&lt;br /&gt;
| Bild             = Alaotra carnivore credit Fidimalala Bruno Ralainasolo.jpg&lt;br /&gt;
| Bildbeschreibung = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;Salanoia durrelli&amp;#039;&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Raubtiere|Raubtierart]] aus der Familie der [[Madagassische Raubtiere|Madagassischen Raubtiere]] (Eupleridae). &amp;#039;&amp;#039;S. durrelli&amp;#039;&amp;#039; wurde 2004 entdeckt und 2010 als erste neue Raubtierart seit 24 Jahren wissenschaftlich [[Erstbeschreibung|beschrieben]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://www.zeit.de/wissen/2010-10/raubtierart-madagaskar-salanoia-durrelli Artenvielfalt: Raubtierart auf Madagaskar entdeckt.]&amp;#039;&amp;#039; Die Zeit, 12. Oktober 2010&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Gattung &amp;#039;&amp;#039;[[Salanoia]]&amp;#039;&amp;#039; enthält mit dem [[Schlichtmungo]] (&amp;#039;&amp;#039;S. concolor&amp;#039;&amp;#039;) nur eine weitere Art. Die beiden Arten sind sich genetisch sehr ähnlich, unterscheiden sich jedoch [[Morphologie (Biologie)|morphologisch]] so stark, dass &amp;#039;&amp;#039;S. durrelli&amp;#039;&amp;#039; als eigene Art beschrieben wurde. Das Verbreitungsgebiet von &amp;#039;&amp;#039;S. durrelli&amp;#039;&amp;#039; beschränkt sich auf ein Gebiet am [[Lac Alaotra]] im nordöstlichen [[Madagaskar]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Salanoia durrelli&amp;#039;&amp;#039; ist ein kleines Raubtier, das sich unter anderem durch breite Füße mit auffallend großen Ballen, die rötlich-gelbe Unterseite sowie breite, kräftige Zähne vom Schlichtmungo unterscheidet. Es wurden bisher nur zwei Individuen wissenschaftlich vermessen, wobei das Gewicht 600&amp;amp;nbsp;g und 675&amp;amp;nbsp;g betrug. Es handelt sich um einen Sumpfbewohner, der sich wahrscheinlich von [[Krebstiere]]n und [[Weichtiere]]n ernährt. Der Lac Alaotra und seine Umgebung sind als Lebensraum durch landwirtschaftliche Nutzung und weitere negative Umwelteinflüsse  stark gefährdet, möglicherweise ist &amp;#039;&amp;#039;S.&amp;amp;nbsp;durrelli&amp;#039;&amp;#039; daher ebenfalls bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale ==&lt;br /&gt;
=== Allgemeine Merkmale ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Salanoia durrelli&amp;#039;&amp;#039; ähnelt in seiner Erscheinung sehr seinem nächsten Verwandten, dem Schlichtmungo.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea342&amp;quot; /&amp;gt; Es handelt sich um ein kleines, schlankes, [[mangusten]]ähnliches Raubtier mit kurzen Beinen. Das Fell ist oberseits rotbraun und dabei blasser als das des Schlichtmungos.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea348&amp;quot;&amp;gt;Durbin et al., 2010, S. 348&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Kopf und der Nacken sind gesprenkelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea346&amp;quot; /&amp;gt; Die Unterseite ist rötlich-gelb, nicht braun wie beim Schlichtmungo.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea348&amp;quot; /&amp;gt; Der größte Teil des Schwanzes ist wie der Körper rot- bis olivbraun, die Spitze ist jedoch gelblich-braun. Die Innenseite der stark behaarten Ohren ist rötlich-gelbbraun. Das Fell ist am Körper lang und weich und am Schwanz noch etwas länger, während es am Kopf und an den Beinen kurz ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea346&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die breiten Füße sind auf der Unterseite nackt, wobei die Haut an den Vorderfüßen rötlich-gelbbraun und an den Hinterfüßen dunkelbraun ist. Die Füße haben sehr ausgeprägte [[Ballen]]. Jede Zehe der Vorder- und Hinterfüße trägt eine lange und weitgehend gerade, dunkelbraune Kralle und entlang der Außenseite der Füße ist eine Reihe borstiger Tasthaare ausgebildet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea346&amp;quot; /&amp;gt; Der Schlichtmungo hat demgegenüber schmalere Füße und weniger prominente Ballen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea348&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bisher wurden nur zwei Individuen wissenschaftlich vermessen und eines davon als [[Holotyp]] getötet. Dieses Weibchen hatte eine [[Kopf-Rumpf-Länge]] von 310&amp;amp;nbsp;mm, die Schwanzlänge betrug 210&amp;amp;nbsp;mm. Der Hinterfuß war 66,8&amp;amp;nbsp;mm und das Ohr 17,5&amp;amp;nbsp;mm lang. Das Körpergewicht betrug 675&amp;amp;nbsp;g. Bei dem zweiten, wieder freigelassenen Individuum betrug die Kopf-Rumpf-Länge etwa 330&amp;amp;nbsp;mm, die Schwanzlänge 175&amp;amp;nbsp;mm und das Körpergewicht etwa 600&amp;amp;nbsp;g.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea346&amp;quot; /&amp;gt; Nach diesen Daten ist &amp;#039;&amp;#039;S.&amp;amp;nbsp;durrelli&amp;#039;&amp;#039; wahrscheinlich etwas kleiner als der Schlichtmungo, dieser hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 300 bis 380&amp;amp;nbsp;mm, einen Schwanz von 170 bis 200&amp;amp;nbsp;mm Länge und ein Gewicht von etwa 780 Gramm.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea348&amp;quot; /&amp;gt; Ein [[Sexualdimorphismus]], wie er für den Schlichtmungo teilweise beschrieben ist, scheint bei &amp;#039;&amp;#039;Salanoia durrelli&amp;#039;&amp;#039; nicht vorhanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea348&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schädel- und Skelettmerkmale ===&lt;br /&gt;
Der [[Schädel]] des ausgemessenen Weibchens hat eine Länge von 65,8&amp;amp;nbsp;mm und eine maximale Breite im Bereich der [[Jochbogen|Jochbögen]] von 37,1&amp;amp;nbsp;mm. Er stimmt in seinen Maßen im Wesentlichen mit dem des Schlichtmungos überein, die [[Schnauze]] ist jedoch breiter. Das [[Nasenbein]] ist breit und kurz, der knöcherne [[Gaumen]] ist ebenfalls breit. Die [[Mandibula]] ist kräftig und weist einen hohen [[Coronoid]]-Fortsatz auf. Vergleichende Messungen des Schädels zeigen deutliche Unterschiede zum Schlichtmungo.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea344&amp;quot;&amp;gt;Durbin et al., 2010, S. 344&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Salanoia durrelli&amp;#039;&amp;#039; hat eine kräftigere Bezahnung als der Schlichtmungo und die Zähne sind breiter mit größeren Oberflächen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea348&amp;quot; /&amp;gt; Der erste und der zweite obere [[Schneidezahn]] sind kleiner als der dritte, der von den [[Eckzahn|Eckzähnen]] durch eine deutliche Lücke getrennt ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea347&amp;quot;&amp;gt;Durbin et al., 2010, S. 347&amp;lt;/ref&amp;gt; Der raubtiertypische Eckzahn ist größer und kräftiger als beim Schlichtmungo. Der erste [[Prämolar]] ist klein, die beiden folgenden deutlich größer – beide sind kürzer und breiter als beim Schlichtmungo.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea349&amp;quot;&amp;gt;Durbin et al., 2010, S. 349&amp;lt;/ref&amp;gt; Der vierte Prämolar ist ebenso groß wie der erste [[Backenzahn]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea347&amp;quot; /&amp;gt; Der zweite obere Backenzahn ist kleiner als 1/3 des ersten Backenzahns und stärker zurückgebildet als beim Schlichtmungo, bei dem dieser Zahn etwa 2/3 der Höhe des ersten Backenzahns ausmacht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea349&amp;quot; /&amp;gt; Der erste untere Schneidezahn ist deutlich kleiner als die anderen beiden. Der Eckzahn, die Prämolaren und der erste Backenzahn sind gut ausgebildet, der zweite Backenzahn ist breit,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea347&amp;quot; /&amp;gt; jedoch schmaler als der des Schlichtmungos.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea349&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Genetik ===&lt;br /&gt;
Neben der Erhebung morphologischer Daten wurden auch Vergleiche der neuen Art mit dem Schlichtmungo und anderen madagassischen Raubtieren auf der Basis molekularbiologischer Daten durchgeführt. Hierfür wurde die [[Mitochondriale DNA|mitochondriale Gensequenz]] für das &amp;#039;&amp;#039;cytb&amp;#039;&amp;#039;-Gen ([[Cytochrom|Cytochrom b]]) der beiden im Lac Alaotra gefangenen Individuen von &amp;#039;&amp;#039;Salanoia durrelli&amp;#039;&amp;#039; mit publizierten Sequenzen des Schlichtmungos, des [[Ringelschwanzmungo]]s (&amp;#039;&amp;#039;Galidia elegans&amp;#039;&amp;#039;), des [[Breitstreifenmungo]]s (&amp;#039;&amp;#039;Galidictis fasciatus&amp;#039;&amp;#039;) und des [[Schmalstreifenmungo]]s (&amp;#039;&amp;#039;Mungotictis decemlineata&amp;#039;&amp;#039;) verglichen. Es zeigte sich, dass der Unterschied in den Sequenzen zwischen &amp;#039;&amp;#039;Salanoia durrelli&amp;#039;&amp;#039; und Schlichtmungo nur sehr gering ist und allein keine Artabgrenzung rechtfertigen würde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea345&amp;quot;&amp;gt;Durbin et al., 2010, S. 345&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Lebensraum ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Salanoia range.png|mini|hochkant|Verbreitungsgebiet der beiden &amp;#039;&amp;#039;Salanoia&amp;#039;&amp;#039;-Arten: Verbreitungsgebiet des Schlichtmungos (grün) und Fundort von &amp;#039;&amp;#039;Salanoia durrelli&amp;#039;&amp;#039; (rot)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;S. durrelli&amp;#039;&amp;#039; wurde bisher nur bei [[Andreba]] in einer Sumpfregion in 750 Metern Höhe am östlichen Ufer des [[Lac Alaotra]] nachgewiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea346&amp;quot; /&amp;gt; Der tropische Flachwassersee hat eine Größe von etwa 200 km² mit einer Tiefe von durchschnittlich 2 Metern in der Niedrigwassersaison und 4 Meter in der Hochwassersaison. Das Gebiet ist von etwa 260 km² Sumpfland umgeben, dessen Vegetation vor allem von [[Seggen]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Cyperus emyrnensis]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Cyperus latifolius]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Cyperus madagascariensis]]&amp;#039;&amp;#039;) und [[Schilfrohr]] (&amp;#039;&amp;#039;Phragmites australis&amp;#039;&amp;#039;) geprägt ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea342&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebensweise ==&lt;br /&gt;
Das erste beobachtete Individuum von &amp;#039;&amp;#039;S. durrelli&amp;#039;&amp;#039; wurde schwimmend gesichtet und war wahrscheinlich auf der Flucht vor den Wissenschaftlern am Ufer. Die beiden für die Erstbeschreibung verwendeten Individuen wurden auf einer treibenden Pflanzenmatte gefangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Lebensweise der Art liegen nur sehr wenige Daten vor. &amp;#039;&amp;#039;S. durrelli&amp;#039;&amp;#039; lebt in einem sumpfigen Habitat, wodurch es sich von dem waldbewohnenden Schlichtmungo unterscheidet. Es hat eine kräftigere Bezahnung als der weitgehend insektenfressende Schlichtmungo und ernährt sich daher wahrscheinlich von hartschaligeren Beutetieren wie Krebsen und [[Weichtiere]]n sowie von kleinen [[Wirbeltiere]]n. Gefangen wurden die Tiere mit Fallen, die mit Fisch und Fleisch als Köder bestückt waren. Die Art ähnelt in verschiedener Hinsicht der auf dem afrikanischen Kontinent lebenden und etwas größeren [[Sumpfmanguste]] (&amp;#039;&amp;#039;Atilax paludinosus&amp;#039;&amp;#039;), einem fleischfressenden Sumpflandbewohner, der ebenfalls schwimmende Vegetationsmatten nutzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea350&amp;quot;&amp;gt;Durbin et al., 2010, S. 350&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Systematik ==&lt;br /&gt;
2004 wurde zum ersten Mal ein Individuum von &amp;#039;&amp;#039;Salanoia durrelli&amp;#039;&amp;#039; beobachtet, und zwar schwimmend während einer Bestandserfassung von [[Bambuslemuren]] (Gattung &amp;#039;&amp;#039;Hapalemur&amp;#039;&amp;#039;) im Umland des Lac Alaotra durch den [[Durrell Wildlife Conservation Trust]] (DWCT). Das Tier wurde gefangen, fotografiert und anschließend wieder freigelassen; die Begutachtung der Fotos zeigte, dass das Tier keiner der bekannten madagassischen Raubtierarten zugeordnet werden konnte. 2005 wurden zwei weitere Individuen dieser Art, ein Männchen und ein Weibchen, vom DWCT eingefangen und von ihnen Gewebeproben entnommen. Das Weibchen wurde zur Erfassung morphologischer Daten getötet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea342&amp;quot;&amp;gt;Durbin et al., 2010, S. 342&amp;lt;/ref&amp;gt; 2010 erfolgte die [[Erstbeschreibung]] durch die Konservatorin [[Joanna Durbin]] und ein Team der [[Climate, Community &amp;amp; Biodiversity Alliance]], [[Nature Heritage]], des [[Natural History Museum]], [[Conservation International]] und des DWCT.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea341&amp;quot;&amp;gt;Durbin et al., 2010, S. 341&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Galidia olivacea Geoffroy.png|mini|Der [[Schlichtmungo]] (&amp;#039;&amp;#039;S. concolor&amp;#039;&amp;#039;) ist der nächste Verwandte von &amp;#039;&amp;#039;S. durrelli&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;aus [[Étienne Geoffroy Saint-Hilaire|Geoffroy Saint-Hilaire]], I. 1839. [http://books.google.com/books?id=GxEFAAAAQAAJ&amp;amp;pg=RA1-PA37 Notice sur deux nouveaux genres de mammifères carnassiers, les &amp;#039;&amp;#039;Ichneumies&amp;#039;&amp;#039;, du continent African, et les &amp;#039;&amp;#039;Galidies&amp;#039;&amp;#039;, de Madagascar]. Magasin de Zoologie (2)1:1–39.; cf. * Garbutt, N. 2007. Mammals of Madagascar: A Complete Guide. A &amp;amp; C Black; S. 219–220. ISBN 978-0-7136-7043-1&amp;lt;/ref&amp;gt; ]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Artname]] &amp;#039;&amp;#039;durrelli&amp;#039;&amp;#039; ehrt [[Gerald Durrell]], einen bekannten Konservator, Autor und Gründer des DWCT. Bereits im Vorfeld waren Berichte der einheimischen Bevölkerung über ein kleines Raubtier im Bereich des Lac Alaotra bekannt; es wurde jedoch angenommen, dass es sich um den [[Schlichtmungo]] handele.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea346&amp;quot;&amp;gt;Durbin et al., 2010, S. 346&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Salanoia durrelli&amp;#039;&amp;#039; wurde in die bis dahin [[monotypisch]]e Gattung &amp;#039;&amp;#039;[[Salanoia]]&amp;#039;&amp;#039; gestellt, die bislang nur den Schlichtmungo (&amp;#039;&amp;#039;S. concolor&amp;#039;&amp;#039;) aus dem östlichen Madagaskar enthielt. Die räumlich nächsten Nachweise des Schlichtmungos liegen etwa 55&amp;amp;nbsp;km vom Alaotra-Gebiet entfernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;S. durrelli&amp;#039;&amp;#039; weist deutliche morphologische Unterschiede zum Schlichtmungo auf, die (untersuchten) genetischen Merkmale beider Arten sind jedoch sehr ähnlich.&amp;lt;ref&amp;gt;Durbin et al., 2010, S. 345–346&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Entdecker und Beschreiber entschieden sich aufgrund der signifikanten morphologischen Unterschiede für die Neubeschreibung als eigene Art. Diese Unterschiede werden als potenzielle Anpassung an die Lebensweise im Sumpfbereich des Lac Alaotra interpretiert, ebenso wie dies bei dem Bambuslemur &amp;#039;&amp;#039;[[Hapalemur alaotrensis]]&amp;#039;&amp;#039; der Fall ist, der sich morphologisch von dem weiter verbreiteten &amp;#039;&amp;#039;[[Hapalemur griseus]]&amp;#039;&amp;#039; stark unterscheidet, während auch hier die genetischen Unterschiede gering sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Durbin et al., 2010, S. 351–352&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Absatz|links}}&lt;br /&gt;
{{userboxtop|toptext=Phylogenetische Systematik der madagassischen Raubtiere&amp;lt;ref name=&amp;quot;Yoder&amp;quot;&amp;gt;Anne D. Yoder, Melissa M. Burns, Sarah Zehr, Thomas Delefosse, Geraldine Veron, Steven M. Goodman und John J. Flynn: &amp;#039;&amp;#039;Single origin of Malagasy Carnivora from an African ancestor.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Nature]] 421 (2003), S. 734–737. [https://www.biology.duke.edu/yoderlab/reprints/2003YoderBurnsNature.pdf PDF]&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
{{Klade|style=font-size:75%;line-height:100%&lt;br /&gt;
 |label1=&amp;amp;nbsp;[[Madagassische Raubtiere]] (Eupleridae)&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
 |1={{Klade&lt;br /&gt;
 |label1=&amp;amp;nbsp;N.N.&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
 |1={{Klade&lt;br /&gt;
 |1=&amp;amp;nbsp;[[Fanaloka]] (&amp;#039;&amp;#039;Fossa&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
 |2=&amp;amp;nbsp;[[Fossa]] (&amp;#039;&amp;#039;Cryptoprocta&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
 }}&lt;br /&gt;
 |2=&amp;amp;nbsp;[[Falanuk]] (&amp;#039;&amp;#039;Eupleres&amp;#039;&amp;#039;, Position unsicher)&lt;br /&gt;
 |label3=&amp;amp;nbsp;[[Madagaskar-Mangusten]] (Galidiinae)&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
 |3={{Klade&lt;br /&gt;
 |label1=&amp;amp;nbsp;N.N.&amp;amp;nbsp;&lt;br /&gt;
 |1={{Klade&lt;br /&gt;
 |1=&amp;amp;nbsp;[[Breitstreifenmungo]] (&amp;#039;&amp;#039;Galidictis&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
 |2=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;[[Salanoia]]&amp;#039;&amp;#039; (Position unsicher)&lt;br /&gt;
 |3=&amp;amp;nbsp;[[Schmalstreifenmungo]] (&amp;#039;&amp;#039;Mungotictis&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
 }}&lt;br /&gt;
 |2=&amp;amp;nbsp;[[Ringelschwanzmungo]] (&amp;#039;&amp;#039;Galidia&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
 }}&lt;br /&gt;
 }}&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{userboxbottom}}&lt;br /&gt;
Während der genetische Befund eindeutig darauf hinweist, dass die madagassischen Raubtiere eine [[Kladistik|monophyletische]] Gruppe sind, das heißt, von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen, ist die innere Systematik umstritten. Die [[Madagaskar-Mangusten]] bilden wahrscheinlich ebenfalls eine monophyletische Gruppe, wobei die Position des Schlichtmungos und damit der Gattung &amp;#039;&amp;#039;Salanoia&amp;#039;&amp;#039; nicht genau bekannt ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Yoder&amp;quot; /&amp;gt; Durbin et al. legen aufgrund ihrer Untersuchung ein [[Schwestergruppe]]nverhältnis der Gattung &amp;#039;&amp;#039;Salanoia&amp;#039;&amp;#039; mit dem [[Schmalstreifenmungo]] nahe, wobei der [[Breitstreifenmungo]] als Schwesterart desselben auftaucht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea345&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gefährdung ==&lt;br /&gt;
Das Ökosystem der Sumpfregion des Lac Alaotra ist durch Umweltverschmutzung, Lebensraumzerstörung durch Umwandlung in Reisfelder, Überfischung sowie die Etablierung eingeschleppter Arten ([[Neozoon|Neozoen]]) wie exotischer Fische, der [[Hausratte]] (&amp;#039;&amp;#039;Rattus rattus&amp;#039;&amp;#039;) und der [[Kleine Indische Zibetkatze|Kleinen Indischen Zibetkatze]] (&amp;#039;&amp;#039;Viverricula indica&amp;#039;&amp;#039;), einem kleinen Raubtier, stark beeinträchtigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea352&amp;quot; /&amp;gt; Der [[Delacour-Zwergtaucher]] (&amp;#039;&amp;#039;Tachybaptus rufolavatus&amp;#039;&amp;#039;), eine Vogelart, deren Verbreitungsgebiet sich auf diese Region beschränkte, wurde 2010 für [[Aussterben|ausgestorben]] erklärt&amp;lt;ref&amp;gt;[http://datazone.birdlife.org/species/factsheet/alaotra-grebe-tachybaptus-rufolavatus Factsheet auf BirdLife International]&amp;lt;/ref&amp;gt; und der Bestand der Bambuslemuren sank innerhalb von fünf Jahren bis 2001 um etwa 30 %. Die mögliche Konkurrenz mit mehreren eingeführten Arten in der Region hat auf &amp;#039;&amp;#039;S. durrelli&amp;#039;&amp;#039; wahrscheinlich ebenfalls einen starken Einfluss, andererseits könnten insbesondere die Ratten auch als zusätzliche Nahrungsquelle dienen. Eine Bestandserfassung wurde bislang nicht vorgenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea352&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der DWCT setzt sich für den Schutz und die Erhaltung des Gebiets um den Lac Alaotra ein; die Region wurde als Schutzgebiet vorgeschlagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Dea352&amp;quot;&amp;gt;Durbin et al., 2010, S. 352&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Datenbank der [[IUCN|International Union for Conservation of Nature and Natural Resources]] (IUCN) wird &amp;#039;&amp;#039;S. durrelli&amp;#039;&amp;#039; Anfang des Jahres 2012 noch nicht geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Joanna Durbin, Stephan M. Funk, Frank Hawkins, Daphne M. Hills, Paulina D. Jenkins, Clive B. Moncrieff, Fidimalala Bruno Ralainasolo: &amp;#039;&amp;#039;Investigations into the status of a new taxon of &amp;#039;&amp;#039;Salanoia&amp;#039;&amp;#039; (Mammalia: Carnivora: Eupleridae) from the marshes of Lac Alaotra, Madagascar.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Systematics and Biodiversity.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 8, Nr. 3, 2010: S. 341–355, [[doi:10.1080/14772001003756751]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* V. Gill: &amp;#039;&amp;#039;[http://news.bbc.co.uk/earth/hi/earth_news/newsid_9080000/9080783.stm New carnivorous mammal species found in Madagascar].&amp;#039;&amp;#039; BBC News, 2010. Aufgerufen am 16. Oktober 2010.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[https://www.zeit.de/wissen/2010-10/raubtierart-madagaskar-salanoia-durrelli Artenvielfalt: Raubtierart auf Madagaskar entdeckt.]&amp;#039;&amp;#039; Die Zeit, 12. Oktober 2010&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Lesenswert|20. Februar 2012|99917754}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Madagassische Raubtiere]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Eupleridae]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Endemisches Säugetier Madagaskars]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
	</entry>
</feed>