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	<title>Saint-Imier - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Saint-Imier&amp;diff=233580&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Fonero: /* Bevölkerung */ https://www.srf.ch/news/schweiz/berner-jura-im-wandel-saint-imier-ein-dorf-zwischen-zuversicht-und-zweifel</title>
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		<updated>2026-01-01T09:13:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Bevölkerung: &lt;/span&gt; https://www.srf.ch/news/schweiz/berner-jura-im-wandel-saint-imier-ein-dorf-zwischen-zuversicht-und-zweifel&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!-- schweizbezogen --&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Infobox Ort in der Schweiz&lt;br /&gt;
|NAME_ORT = Saint-Imier&amp;lt;br /&amp;gt;(dt. Sankt Immer)&lt;br /&gt;
|BILDPFAD_KARTE = Karte Gemeinde Saint-Imier 2026.png&lt;br /&gt;
|BILDPFAD_WAPPEN =CHE Saint-Imier COA.svg&lt;br /&gt;
|REGION-ISO = CH-BE&lt;br /&gt;
|BILD = Saint-Imier 01 10.jpg&lt;br /&gt;
|BESCHREIBUNG = Saint-Imier, vom Château d&amp;#039;Erguël aus&lt;br /&gt;
|BEZIRK = [[Verwaltungskreis Berner Jura|Berner Jura]]&lt;br /&gt;
|IMAGEMAP = Verwaltungskreis Berner Jura&lt;br /&gt;
|BFS = 0443&lt;br /&gt;
|PLZ = 2610&lt;br /&gt;
|BREITENGRAD = 47.152786&lt;br /&gt;
|LÄNGENGRAD = 7.000018&lt;br /&gt;
|HÖHE = 820&lt;br /&gt;
|FLÄCHE = 20.89&lt;br /&gt;
|EINWOHNER = &amp;lt;!-- wird durch eine zentralisierte Vorlage eingebunden--&amp;gt;&lt;br /&gt;
|STAND_EINWOHNER = &amp;lt;!-- wird durch eine zentralisierte Vorlage eingebunden--&amp;gt;&lt;br /&gt;
|GEMEINDEPRÄSIDENT = Corentin Jeanneret ([[FDP.Die Liberalen|FDP]])&lt;br /&gt;
|WEBSITE = http://www.saint-imier.ch&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Longines Saint-Imier 02 12.jpg|mini|Fabrik von [[Longines]] in Saint-Imier]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rue de la Gare, Saint-Imier.JPG|mini|Der erste Eindruck am Bahnhof]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Saint-Imier&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Politische Gemeinde|Einwohnergemeinde]] im [[Schweiz]]er [[Kanton Bern]]. Sie gehört zum [[Verwaltungskreis Berner Jura]]. Der deutsche Name &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sankt Immer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird heute hauptsächlich noch in der weiteren Region verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hôtel de Ville à Saint Imier.png|mini|Hôtel de la maison de Ville, später das Hôtel Central, um etwa 1890]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Saint-Imier befindet sich 15&amp;amp;nbsp;km nordöstlich von [[La Chaux-de-Fonds]] (Luftlinie). Die Ortschaft liegt auf {{Höhe|820|CH}} im zentralen Teil des [[Jura (Gebirge)|Juralängstals]] [[Vallon de Saint-Imier]] grösstenteils auf der linken Seite der [[Schüss]] (französisch &amp;#039;&amp;#039;Suze&amp;#039;&amp;#039;). Nach Norden erstreckt sich das 20,9&amp;amp;nbsp;km² grosse Gemeindegebiet über den [[Mont Soleil]], der mit {{Höhe|1289|CH}} den höchsten Teil der [[Antiklinale]] der [[Montagne du Droit]] bildet, die das gesamte Vallon de Saint-Imier auf seiner Nordseite begleitet, hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die kesselförmigen Landschaftsteile &amp;#039;&amp;#039;Chenevières&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Champ Meusel&amp;#039;&amp;#039; am Südhang des Mont Soleil, nördlich von Saint-Imier, sind ausgeprägte Erosionsformen. Gemäss dem Schweizer Geologen [[Michel Monbaron]] lassen sich diese und ähnliche Geländeformen im Faltenjura (wie etwa der [[Creux du Van]] im Kanton Neuenburg) mit der klassischen [[Erosion (Geologie)|Erosion]] «des Fluviokarstes und einer glazialen und/oder periglazialen Überprägung erklären».&amp;lt;ref&amp;gt;Michel Monbaron: &amp;#039;&amp;#039;Impacts de météorites ou cicatrices d&amp;#039;érosion? Etude de quelques formes en hémicycle du Jura plissé suisse&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Bulletin de la Société Neuchâteloise des Sciences Naturelles&amp;#039;&amp;#039; 113 (1990), S. 146–156, Zitat S. 155. ([https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=bsn-002%3A1990%3A113#149 Digitalisat] in E-Periodica).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Philippe Bourquin kannte keine sichere Interpretation des Phänomens: Philippe Bourquin: &amp;#039;&amp;#039;[[Atlas géologique de la Suisse]] 1:25&amp;#039;000. Feuilles 114 Biaufond, 115 Les Bois, 116 La Ferrière, 117 St-Imier. Notice explicative.&amp;#039;&amp;#039; Bern 1946, S. 18. ([https://files.be.ch/bve/agi/geoportal/geo/lpi/GEOAT25/15_1124_Les-Bois_ERL.PDF Digitalisat]).&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Senke &amp;#039;&amp;#039;Champ Meusel&amp;#039;&amp;#039; befindet sich ein [[Biotop]] mit einem Feuchtgebiet, das im [[Bundesinventar der Hoch- und Übergangsmoore von nationaler Bedeutung]] aufgeführt ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://data.geo.admin.ch/ch.bafu.bundesinventare-hochmoore/objectsheets/2017revision/nr55.pdf Champ Meusel], Objektblatt des Bundesinventars der Hoch- und Übergangsmoore von nationaler Bedeutung.&amp;lt;/ref&amp;gt; Früher wurde eine andere Hypothese für die Entstehung der Landschaftsform vorgeschlagen: man vermutete als Ursache der Bodenform den Einschlag eines [[Meteorit]]en.&amp;lt;ref&amp;gt;Franz Hofmann und Kurt Bächtiger stellten diese Hypothese vor in ihrem Beitrag &amp;#039;&amp;#039;Die Oberflächenstruktur Les Chenevières-Champ Meusel am Mont Soleil bei St-Imier (Berner Jura) als vermutliches Ergebnis eines Meteoriten-Einschlags&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Eclogae Geologicae Helvetiae.&amp;#039;&amp;#039; 69 (1976), Nr.&amp;amp;nbsp;1 (9. April), S. 177–179 ([https://www.e-periodica.ch/digbib/view?pid=egh-001%3A1976%3A69%3A%3A189#189 Digitalisat] in [[E-Periodica]]). Siehe auch: Franz Auf der Maur: &amp;#039;&amp;#039;Wanderungen zu Denkmälern der Natur. Geologische Sehenswürdigkeiten der Schweiz in 17 Ausflügen&amp;#039;&amp;#039;. Thun: Ott Verlag 1987, S. 198–203.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einem schmalen Streifen reicht das Gemeindegebiet von Saint-Imier nördlich des Mont Soleil weiter in die Senke von &amp;#039;&amp;#039;La Chaux d’Abel&amp;#039;&amp;#039; hinunter, die geographisch zu den [[Freiberge]]n (französisch &amp;#039;&amp;#039;Franches-Montagnes&amp;#039;&amp;#039;) gehört. Sie zeigt die typische leicht gewellte Hochfläche des Plateaujuras, auf der sich meist oberirdisch abflusslose Senken mit Kuppen aus [[Kalkstein]] abwechseln. Das geschützte Moorgebiet [[Tourbière de la Chaux d’Abel]] ist unter anderem im Bundesinventar der Hoch- und Übergangsmoore von nationaler Bedeutung und im [[Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung im Kanton Bern|Verzeichnis der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung]] aufgeführt. Nach Süden erstreckt sich die Gemeindefläche auf die Höhe von &amp;#039;&amp;#039;Les Pontins&amp;#039;&amp;#039;, wo ebenfalls ein bedeutendes Moorgebiet liegt,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://data.geo.admin.ch/ch.bafu.bundesinventare-hochmoore/objectsheets/2017revision/nr11.pdf Les Pontins], Objektblatt des Bundesinventars der Hoch- und Übergangsmoore von nationaler Bedeutung.&amp;lt;/ref&amp;gt; und ganz im Südosten auf die nördliche Krete der [[Chasseral]]-Kette. Hier befindet sich auf der &amp;#039;&amp;#039;Cornette&amp;#039;&amp;#039; mit {{Höhe|1490|CH}} der höchste Punkt von Saint-Imier. Der Chasseral ist als Landschaftsschutzgebiet im [[Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung]] (BLN) verzeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://data.geo.admin.ch/ch.bafu.bundesinventare-bln/objectsheets/2017revision/nr1002.pdf Chasseral] Objektblatt des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf den Jurakämmen erstrecken sich ausgedehnte Hochweiden mit den charakteristischen mächtigen [[Fichten]], die einzeln oder in Gruppen stehen. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 9 % auf Siedlungen, 42 % auf Wald und Gehölze, 48 % auf Landwirtschaft, und etwas weniger als 1 % war unproduktives Land.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Saint-Imier gehören die Siedlung &amp;#039;&amp;#039;Sur le Pont&amp;#039;&amp;#039; ({{Höhe|780|CH}}) auf der südlichen Seite der Schüss sowie zahlreiche Einzelhöfe, die weit verstreut auf den Jurahöhen liegen. Nachbargemeinden von Saint-Imier sind [[Sonvilier]] und [[Villeret BE|Villeret]] im Kanton Bern, [[Muriaux]], [[Le Noirmont]] und [[Les Bois]] im [[Kanton Jura]] sowie [[Val-de-Ruz NE|Val-de-Ruz]] im [[Kanton Neuenburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:ETH-BIB-St. Imier aus 300 m-Inlandflüge-LBS MH01-004660.tif|mini|Luftbild aus 300&amp;amp;nbsp;m von [[Walter Mittelholzer]], 1925]]&lt;br /&gt;
[[Datei:00 saint-imier1.jpg|mini|Ansicht von Süden]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung von Saint-Imier geht auf den heiligen [[Himerius (St. Immer)|Himerius]] zurück, einen Eremiten, der aus [[Lugnez JU|Lugnez]] in der [[Ajoie]] stammte und sich um 600 im Schüsstal niederliess. Auf seinem Grab wurde eine Kapelle errichtet und ein [[Benediktiner]]kloster gegründet. Die Siedlung entwickelte sich bald zu einem Wallfahrtsort. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes datiert auf das Jahr [[884]], als Kaiser [[Karl III. (Ostfrankenreich)|Karl III.]] die &amp;#039;&amp;#039;cella sancti Hymerii&amp;#039;&amp;#039; dem [[Kloster Moutier-Grandval]] schenkte. Später erschienen die Bezeichnungen &amp;#039;&amp;#039;Sanctus Ymerius&amp;#039;&amp;#039; (962) und &amp;#039;&amp;#039;Sanctus Imerius&amp;#039;&amp;#039; (1239).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 999 kam Saint-Imier durch eine Schenkung von König [[Rudolf III. (Burgund)|Rudolf III. von Burgund]] zusammen mit Moutier an den [[Fürstbistum Basel|Bischof von Basel]]. Das Kloster Saint-Imier wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts in ein weltliches Chorherrenstift umgewandelt. Es unterstand zwar dem Bistum Lausanne, die Gerichtsbarkeit übte aber bis zur [[Reformation]] der Bischof von Basel aus. 1335 schloss Saint-Imier ein Burgrecht mit der Stadt [[Biel/Bienne|Biel]], was den Beginn der Einflussnahme Biels auf die [[Herrschaft Erguel]] im Vallon de Saint-Imier bedeutete. Von Biel wurde 1530 die Reformation eingeführt und das Kapitel aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreissigjährigen Krieges]] wurde Saint-Imier schwer in Mitleidenschaft gezogen. Von 1797 bis 1815 gehörte die Gemeinde zu Frankreich und war anfangs Teil des [[Département Mont-Terrible]], das 1800 mit dem [[Département Haut-Rhin]] verbunden wurde. Durch den Entscheid des [[Wiener Kongress]]es kam Saint-Imier 1815 an den [[Kanton Bern]], der es dem Bezirk Courtelary zuteilte. Inzwischen war in Saint-Imier eine vorindustrielle Uhrenproduktion angelaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche Arbeiter kehrten in den Abendstunden erst spät in die beengten Wohnungen zurück, sie gingen lieber in ein Café. Einige machten [[Lundi-Bleu]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;memoires&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Titel=Itinéraires imériens – Energies horlogères |Hrsg=Mémoires d’Ici (Centre de recherche et de documentation du Jura bernois) / Municipalité de Saint-Imier |Seiten=4, 7&amp;amp;nbsp;f., 12, 21&amp;amp;nbsp;f. |Online=https://www.m-ici.ch/}}&amp;lt;/ref&amp;gt; dies bedeutete, dass sie manchmal am Montag nicht zur Arbeit gingen, ein aus dem Mittelalter stammender Brauch. Die ab 1882 bestehende lokale Sektion der [[Abstinenz]]-Organisation [[Blaues Kreuz]] richtete 1893 (Rue du Temple) und 1894 (Rue Basse) zwei alkoholfreie Freizeitlokale ein, die auch das Ziel hatten, die sich dort aufhaltenden Männer zu [[Evangelisation|evangelisieren]]. Ihr Hauptsitz war die Maison des Rameaux an der Rue du Midi. Sie vertraten die Sichtweise, dass «nur [[Jesus Christus|Christus]] einen der [[Sünde]] verfallenen Mann frei machen»&amp;lt;ref name=&amp;quot;memoires&amp;quot; /&amp;gt; kann. Der gewerkschaftliche &amp;#039;&amp;#039;Cercle ouvrier&amp;#039;&amp;#039; entgegnete dem, «es wird häufig gesagt, Alkohol führe zu [[Elend]] […] aber es ist Elend, das zu [[Alkoholkrankheit|Alkoholismus]] führt». Deshalb strebten sie nach einer sozialen [[Revolution]] zur Überwindung dieser Zustände.&amp;lt;ref name=&amp;quot;memoires&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Arbeitskampf]] gab es immer wieder [[Streik]]s und [[Aussperrung]]en. Um in diesen finanziell schwierigen Zeiten ihre Forderungen aufrechterhalten zu können, gründeten die Arbeiter die [[Streikfonds|Streikkasse]] Société de résistance.&amp;lt;ref name=&amp;quot;memoires&amp;quot; /&amp;gt; Seit 1849 gab es die Kasse für gegenseitige Hilfe Société mutuelle. Im [[Landesstreik|Generalstreik]] 1918 musste [[Longines]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=François Kohler |Titel=La Grève générale dans le Jura |TitelErg=Avec Marc Vuilleumier, Eliane Ballif, Mauro Cerrutti, Bernard Chevalley |Verlag=Éditions Grounauer |Ort=Genève |Datum=1977 |Seiten=63–78,&amp;amp;nbsp;hier&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;64 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; dicht machen. Aus [[Renan BE|Renan]] kam ein grosser Streikzug zur Verstärkung herbeigeeilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1891 wurde in Saint-Imier mit dem &amp;#039;&amp;#039;Le Socialiste&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Marc Perrenoud |Titel=De la «Fédération jurassienne» à la «commune socialiste»&amp;amp;nbsp;: Origines et débuts du parti socialiste neuchâtelois (1885–1912) |Sammelwerk=Les origines du socialisme en Suisse romande, 1880–1920 |WerkErg=Avec&amp;amp;nbsp;[[Claude Cantini]], Alain Clavien, François Kohler, Alain Meyer, Jean-Claude Piguet, Charles F. Pochon, Brigitte Studer et Marc Vuillemier |Verlag=Éditions d’en bas |Ort=Lausanne |Datum=1989 |Reihe=Cahiers de Association pour l’étude de l’histoire du mouvement ouvrier |BandReihe=5 |Seiten=123–147,&amp;amp;nbsp;hier&amp;amp;nbsp;S.&amp;amp;nbsp;131}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die erste Zeitung der [[Sozialdemokratische Partei der Schweiz|Sozialdemokratischen Partei der Schweiz]] in der [[Romandie]] gegründet. Auch &amp;#039;&amp;#039;Le Jura Bernois&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; erschien hier. Der 1902 gegründete Arbeiterverein &amp;#039;&amp;#039;Cercle ouvrier&amp;#039;&amp;#039; verfügte ab 1920 über sein eigenes [[Volkshaus]], das &amp;#039;&amp;#039;Maison du Peuple&amp;#039;&amp;#039;. Im Gebäude waren eine Bibliothek, ein Café, Versammlungsräume und Gewerkschaftssekretariate untergebracht. Die gewerkschaftliche Musikkapelle L’Union instrumentale und der Chor L’Espérance probten im Volkshaus. Die Uhrmachergewerkschaften gingen grösstenteils in der Gewerkschaft [[Gewerkschaft Industrie, Gewerbe, Dienstleistungen|SMUV]] ein. Ab 1937 etablierte sich in der Schweiz der sogenannte [[Arbeitsfrieden]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;memoires&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anarchistische Bewegung in Saint-Imier ===&lt;br /&gt;
Saint-Imier hat zusammen mit dem nahen [[Sonvilier]] eine lange Tradition als wichtiger Ort der anarchistischen Bewegung in Europa. 1872 fand hier, am Sitz der [[Juraföderation]], am 15. und 16. September die Gründung der [[Antiautoritäre Internationale|Antiautoritären Internationale]] statt. Nachdem es nach der [[Pariser Kommune]] in [[Den Haag]] zum Bruch mit den [[Marxismus|Marxisten]] gekommen war, organisierten sie ihren eigenen Kongress. Beteiligte waren [[Michail Alexandrowitsch Bakunin]], die Schweizer Anarchisten [[James Guillaume]] und [[Adhémar Schwitzguébel]], die Italiener [[Errico Malatesta]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;schwander&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Marcel Schwander]] |Titel=Le brûlot jurassien |TitelErg=Traduit en français par Marie-José Reichler-Béguelin |Verlag=Édition du «Jura Libre» |Ort=Moutier (ohne Jahr) |Seiten=52&amp;amp;nbsp;f. |Kommentar=Ersterscheinung: &amp;#039;&amp;#039;Jura, Konfliktstoff für Jahrzehnte&amp;#039;&amp;#039;, Benziger Verlag, Zürich 1977}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Carlo Cafiero]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;schwander&amp;quot; /&amp;gt; und weitere Mitglieder der [[Internationale Arbeiterassoziation|Internationalen Arbeiterassoziation]]. Die Versammlung fand im &amp;#039;&amp;#039;Hôtel Central&amp;#039;&amp;#039; statt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;petrus&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Klaus Petrus |url=https://klauspetrus.ch/anarchisten/ |titel=Die ewigen Anarchisten von St. Imier |datum=2022 |sprache=de |abruf=2022-11-21 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20221121104152/https://klauspetrus.ch/anarchisten/ |archiv-datum=2022-11-21 |offline=ja }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Jura-Kenner und Autor [[Marcel Schwander]] meint, Saint-Imier sei danach nie mehr gewesen als «der Briefkasten der Organisation».&amp;lt;ref name=&amp;quot;schwander&amp;quot; /&amp;gt; Die Teilnehmer einigten sich in einer Resolution auf einen Slogan, der nachhaltig auf das politische Bewusstsein der anarchistischen Bewegung wirkte: «Die Zerstörung jeder politischen Macht ist die vorrangige Pflicht des [[Proletariat]]s.»&amp;lt;ref name=&amp;quot;memoires&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Benedikt Meyer: [https://blog.nationalmuseum.ch/2019/10/anarchisten-im-jura/ &amp;#039;&amp;#039;Anarchisten im Jura&amp;#039;&amp;#039;] Im Blog des [[Schweizerisches Nationalmuseum|Schweizerischen Nationalmuseums]] vom 7. Oktober 2019&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Entwicklung anarchistischer Bewegungen im Jura hängt eng mit der Uhrenproduktion zusammen. Gerade die Uhrmacher und Graveure strebten stark nach Unabhängigkeit und Freiheit; viele waren zudem durch [[Erwachsenen- und Weiterbildung|Erwachsenenbildung]] hochgebildet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;anarchismus&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.anarchismus.at/geschichte-des-anarchismus/verschiedenes/7286-saint-imier-und-seine-bedeutung-in-der-geschichte-des-anarchismus |titel=Saint Imier und seine Bedeutung in der Geschichte des Anarchismus |werk=www.anarchismus.at |sprache=de |abruf=2017-08-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um diese anarchistischen Werte zu verteidigen, wurde 1984 in Saint-Imier das anarchistische Kulturzentrum [[Espace Noir]] ganz in der Nähe des Hotels &amp;#039;&amp;#039;Central&amp;#039;&amp;#039; gegründet, es hat ein Kino, einen Buchladen und vieles mehr. Die 1980er Jahre standen im Zeichen des Widerstands gegen den wirtschaftlichen Niedergang.&amp;lt;ref name=&amp;quot;memoires&amp;quot; /&amp;gt; In den 2010er Jahren gründete Chris Zumbrunn auf dem Mont Soleil oberhalb von Saint-Imier das [[Genossenschaft]]sprojekt &amp;#039;&amp;#039;La Décentrale&amp;#039;&amp;#039;. Es soll ein anarchistischer [[Denkfabrik|Think Tank]] werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;petrus&amp;quot; /&amp;gt; 2012 jährte sich die Gründung der IFA zum 140. Mal. Deshalb fand der IFA-Kongress in diesem Jahr im Hotel Central statt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;anarchismus&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |titel=Anarchisten aus der ganzen Welt treffen sich im Berner Jura |werk=[[Tages-Anzeiger]] |datum=2012-08-08 |url=https://www.tagesanzeiger.ch/anarchisten-aus-der-ganzen-welt-treffen-sich-im-berner-jura-346062356089 |abruf=2017-08-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund der [[COVID-19-Pandemie]] um ein Jahr verschoben, fand im Juli 2023 der Anarchismus-Kongress &amp;#039;&amp;#039;[[Anarchy 2023]]&amp;#039;&amp;#039; zum 151. Jubiläum der IFA mit 4000 Teilnehmenden erneut in Saint-Imier statt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Kaspar Surber |titel=151. Jubiläum Anarchismus-Kongress. Anständiger Anarchismus |werk=[[Die Tageszeitung]] |datum=2023-07-26 |url=https://taz.de/151-Jubilaeum-Anarchismus-Kongress/!5947143/ |abruf=2023-07-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Benjamin von Wyl (Text), Thomas Kern (Fotos) |url=https://www.swissinfo.ch/ger/politik/-sabotage-ueberall---am-ursprungsort-des-globalen-anarchismus/48684968 |titel=«Sabotage überall»: Am Ursprungsort des globalen Anarchismus |werk=[[SWI swissinfo.ch|Swissinfo]] |datum=2023-07-25 |sprache=de |abruf=2023-07-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der 2022 erschienene Film &amp;#039;&amp;#039;[[Unruh (Film)|Unruh]]&amp;#039;&amp;#039; widmet sich der anarchistischen Bewegung und der Uhrenindustrie in Saint-Imier und spielt vor Ort. Das Forschungs- und Dokumentationszentrum [[Mémoires d’Ici – Centre de recherche et de documentation du Jura bernois|Mémoires d’Ici]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.m-ici.ch/ |titel=Nos actIivités |hrsg=Mémoires d’Ici (Centre de recherche et de documentation du Jura bernois) |abruf=2024-11-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt; an der Rue du Midi unterhält eine umfassende Sammlung von Zeitdokumenten über die Geschichte der Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable float-left&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Bevölkerungs&amp;amp;shy;entwicklung&lt;br /&gt;
! Jahr&lt;br /&gt;
! Einwohner&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1850 || 2632&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1888 || 7557&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1900 || 7455&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1910 || 7442&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1930 || 6504&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1950 || 5972&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1960 || 6704&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1970 || 6740&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1980 || 5430&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 1990 || 4921&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2000 || 4807&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2010 || 4831&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2020 || 5163&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit {{EWZ CH|CH-BE|0443}} Einwohnern (Stand {{EWD|CH-BE|TIMESTAMP}}) ist Saint-Imier die grösste Gemeinde des [[Berner Jura]]s. Von den Bewohnern sind 84,2 % französischsprachig, 6,6 % deutschsprachig und 3,8 % italienischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Saint-Imier erreichte bereits um 1890 mit rund 7600 Einwohnern ihren Höchststand. Die wirtschaftliche Situation der Gemeinde widerspiegelt sich in der Entwicklung der Einwohnerzahl während des 20. Jahrhunderts. Besonders grosse Rückgänge wurden von 1910 bis 1950 und während der 1970er Jahre verzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik ==&lt;br /&gt;
{{Sitzverteilung&lt;br /&gt;
| Beschriftung = Sitze&lt;br /&gt;
| Land  = CH&lt;br /&gt;
| float = right&lt;br /&gt;
| SPS|ARC|FDP&lt;br /&gt;
| SPS = 6&lt;br /&gt;
| ARC = 10&lt;br /&gt;
| FDP = 15&lt;br /&gt;
| ARC Farbe = ccc&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Legislative]] heisst &amp;#039;&amp;#039;Conseil de ville&amp;#039;&amp;#039; ([[Gemeindeparlament|Stadtrat]]) und umfasst 31 Mitglieder. Sie wird von den Stimmberechtigten auf vier Jahre gewählt. Die Grafik zeigt die Sitzverteilung des Stadtrates nach der Wahl vom 27. November 2022. Die [[FDP.Die Liberalen|FDP]] gewann 3 Sitze, die ARC &amp;#039;&amp;#039;(Alternative régionale et communale)&amp;#039;&amp;#039; verlor 2 und die [[Sozialdemokratische Partei der Schweiz|SP]] 1 Sitz.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.saint-imier.ch/index.php/politique/resultats-votations-elections |titel=Votations et élections |hrsg=Website der Gemeinde Saint-Imier |abruf=2023-07-25 |sprache=fr}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Exekutive]] von Saint-Imier ist der &amp;#039;&amp;#039;Conseil municipal&amp;#039;&amp;#039; ([[Gemeinderat (Schweiz)|Gemeinderat]]). Er umfasst sieben Personen darunter den [[Gemeindepräsident]]en. Zurzeit (2024) hat er folgende parteipolitische Zusammensetzung: FDP 4 Sitze, ARC 2 Sitze, SP 1 Sitz. Gemeindepräsident ist Corentin Jeanneret (FDP; Stand 2024).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.saint-imier.ch/index.php/politique/conseil-municipal |titel=Conseil municipal |hrsg=Website der Gemeinde Saint-Imier |abruf=2023-07-25 |sprache=fr}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den [[Schweizer Parlamentswahlen 2023|Nationalratswahlen 2023]] betrugen die Wähleranteile in Saint-Imier (in Klammern die Veränderung im Vergleich zu den [[Schweizer Parlamentswahlen 2019|Wahlen 2019]] in Prozentpunkten): [[Schweizerische Volkspartei|SVP]] 30,39 % (+5,28), [[Sozialdemokratische Partei der Schweiz|SP]] 28,43 % (+6,99), [[Grüne Schweiz|Grüne]] 14,91 % (−2,36), [[FDP.Die Liberalen|FDP]] 14,18 % (+1,26), [[Evangelische Volkspartei|EVP]] 3,43 % (−0,23), [[Grünliberale Partei|glp]] 3,36 % (−0,69), [[Die Mitte|Mitte]] 2,00 % (−5,32), [[Eidgenössisch-Demokratische Union|EDU]] 1,18 % (−0,10), [[Schweizer Demokraten|SD]] 0,31 % (−0,11).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |hrsg=[[Bundesamt für Statistik]] |url=https://opendata.swiss/de/dataset/eidg-wahlen-2023 |titel=Eidgenössische Wahlen 2023, NR – Ergebnisse Parteien (csv) |werk=opendata.swiss |abruf=2024-02-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
[[Datei:00 saint-imier2.jpg|mini|Im Zentrum]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Saint-Imier war bis Ende des 18. Jahrhunderts hauptsächlich von der [[Landwirtschaft]] geprägt. Danach entwickelte sich im Ort die [[Uhr]]macherei, zuerst teilweise in Heimarbeit und in kleinen Werkstätten, später auch in Fabriken. 1866 wurde die Compagnie des Montres [[Longines]] Francillon SA gegründet. [[Breitling SA|Breitling]], [[Blancpain]], [[Chopard Holding|Chopard]] und [[TAG Heuer]] stammen ebenfalls ursprünglich aus Saint-Imier.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Samuel Jaberg |url=https://www.swissinfo.ch/ger/verkehrte-welt_wenn-eine-rumaenische-firma-in-die-schweiz-zieht/42527612 |titel=Wenn eine rumänische Firma in die Schweiz zieht |werk=Swissinfo |datum=2016-10-24 |abruf=2021-09-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der [[Uhrenindustrie]] setzte ein rasanter wirtschaftlicher Aufschwung ein, und die Bevölkerung wuchs von 2632 Einwohnern (1856) auf 7557 Einwohner (1888). Saint-Imier wurde zum Zentrum der Uhrenherstellung im Vallon de Saint-Imier und erlebte nach 1880 eine Blütezeit, in der zahlreiche grosse Industriebauten erstellt wurden. 1901 wurde eine Uhrmacherschule, die heutige Ingenieurschule, gegründet. Unter der [[Quarzkrise|Krise in der Uhrenherstellung]] ab 1970 litt der Ort schwer. Hunderte von Arbeitsplätzen gingen verloren, und die Bevölkerungsabnahme verstärkte sich. Heute hat sich die Industrie der Gemeinde auf die [[Mikromechanik]] und die Produktion von Präzisionsgeräten spezialisiert. Weitere Arbeitsplätze gibt es in der Herstellung von Uhrengehäusen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weiterhin finden sich hier das [[Sonnenkraftwerk Mont Soleil|Sonnenkraftwerk auf dem Mont Soleil]] und das [[Windkraftwerk Mont Crosin|Windkraftwerk auf dem Mont Crosin]], beide die jeweils grössten Anlagen ihrer Art in der Schweiz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den Jurahöhen spielt auch die Landwirtschaft noch eine bedeutende Rolle, wobei [[Zucht|Viehzucht]] und [[Milchproduktion|Milchwirtschaft]] mit der Käsespezialität [[Tête de Moine]] überwiegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitswesen ==&lt;br /&gt;
Saint-Imier verfügt über ein öffentliches [[Krankenhaus|Spital]] mit 24-Stunden-Notfallversorgung. Bei Fällen, welche den Aufgabenbereich dieses Spitals überschreiten, besteht eine enge Zusammenarbeit mit dem [[Spitalzentrum Biel]]. Das Spital gehört zum Klinikverbund des &amp;#039;&amp;#039;Hôpital du Jura Bernois&amp;#039;&amp;#039; (inoffizielle deutsche Übersetzung: Spitäler des Berner Juras).&lt;br /&gt;
Im Januar 2020 wurde bekannt, dass der Regierungsrat des Kantons Bern 35 Prozent des Aktienkapitals der Spitalgruppe an [[Swiss Medical Network]] veräussert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.medinside.ch/de/post/swiss-medical-network-steigt-bei-oeffentlichem-spital-ein |titel=Swiss Medical Network steigt bei öffentlichem Spital ein |werk=medinside.ch |datum=2020-01-10 |abruf=2020-01-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Per 30. August 2021 wurde die privatwirtschaftliche Beteiligung um weitere 17 Prozent auf 52 Prozent erhöht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.be.ch/portal/de/index/mediencenter/medienmitteilungen.meldungNeu.mm.html/portal/de/meldungen/mm/2021/08/20210830_1047_swiss_medical_networkerhoehtbeteiligunganderhopitaldujurabernois |titel=Swiss Medical Network erhöht Beteiligung an der Hôpital du Jura bernois SA |werk=be.ch |hrsg=Winsider AG |datum=2021-08-30|archiv-url=https://web.archive.org/web/20210831045119/https://www.be.ch/portal/de/index/mediencenter/medienmitteilungen.meldungNeu.mm.html/portal/de/meldungen/mm/2021/08/20210830_1047_swiss_medical_networkerhoehtbeteiligunganderhopitaldujurabernois |archiv-datum=2021-08-31 |abruf=2023-12-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Logo Funiculaire Saint-Imier-Mont-Soleil.svg|mini|links|Logo des Funiculaire Saint-Imier-Mont-Soleil]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CdF Funiculaire Saint-Imier-Sonnenberg 1903.jpg|mini|Aktie der Chemins de Fer Funiculaire Saint-Imier-Sonnenberg SA vom 31. Januar 1903]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinde ist verkehrsmässig gut erschlossen. Sie liegt an der rege befahrenen Hauptstrasse von [[Biel/Bienne|Biel]] nach [[La Chaux-de-Fonds]] sowie an der Kantonsstrasse von [[Tramelan]] via Saint-Imier und den Passübergang Col des Pontins in das [[Val de Ruz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Bahnstrecke Biel/Bienne–La Chaux-de-Fonds|Eisenbahnlinie von Biel nach Convers]] wurde am 30. April 1874 mit einem Bahnhof in Saint-Imier eröffnet. Für die Feinverteilung im öffentlichen Verkehr sorgen ein Ortsbus, eine Buslinie auf den Chasseral (nur während des Sommers) und der Postautokurs von Saint-Imier nach Tramelan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1903 führt eine Standseilbahn auf den Mont Soleil ([[Funiculaire Saint-Imier – Mont-Soleil]]).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.funisolaire.ch/a-propos/Histoire-du-funi-2 |titel=Weitere Informationen – Die Geschichte des Funi |abruf=2023-08-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Liste der Kulturgüter in Saint-Imier}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Saint-Imier 01.jpg|mini|hochkant|Saint-Imier]]&lt;br /&gt;
Erhalten geblieben ist die ehemalige Kollegiatkirche Saint-Imier, die im 11. Jahrhundert im spätottonischen Stil als dreischiffige Pfeilerbasilika mit drei [[Apsis|Apsiden]] erbaut wurde. Ihr Frontturm wurde im 12. und 13. Jahrhundert errichtet und enthält ein Michaelsoratorium. Die Tour Saint-Martin, fälschlicherweise oft auch als Tour de la Reine Berthe bezeichnet, ist der übriggebliebene [[Romanik|romanische]] Frontturm einer im Jahr 1828 abgebrochenen Kirche, deren ursprüngliche Teile auf dem Grab des heiligen Himerius errichtet wurden. Von der Kirche sind nur das romanische [[Taufbecken]] (11. und 12. Jahrhundert) sowie die Sankt-Himerius-Glocke von 1512 erhalten. Zu den neueren Kirchen in Saint-Imier gehören die [[Neugotik|neugotische]] katholische [[Église Saint-Martin (Saint-Imier)|Pfarrkirche Saint-Martin]] (1862–1866) und die christkatholische Kirche Saint-Paul von 1912.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ortsbild von Saint-Imier ist städtisch geprägt mit zahlreichen vier- bis achtstöckigen kubischen Wohnhäusern, die hauptsächlich aus der Zeit um 1850 bis 1900 stammen. Das Strassennetz wurde in Anlehnung an dasjenige von [[La Chaux-de-Fonds]] erstellt: ein rechtwinkliges System mit Strassen, die entweder hangparallel oder quer zum Hang verlaufen. Das terrassierte Gebäude der Sekundarschule wurde 1960–1962 errichtet. Auf den Jurahöhen befinden sich noch zahlreiche charakteristische alte Bauernhäuser mit weissgetünchter Fassade und grossflächigem Dach aus dem 17. bis 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
* [[Albert Locher (Politiker, 1856)|Albert Locher]] (1856–1917), Politiker (FDP)&lt;br /&gt;
* [[Alfred Jaquet]] (1865–1937), Pharmakologe&lt;br /&gt;
* [[Charles Guyot]] (1890–1958), Radrennfahrer&lt;br /&gt;
* [[Charles Jeanneret]] (1892–1979), Unternehmer und Politiker (FDP)&lt;br /&gt;
* [[Clemente Rezzonico]] (1897–1976), Diplomat, Botschafter&amp;lt;ref&amp;gt;{{HLS|14882|Clemente Rezzonico|Autor=Marc Perrenoud}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Adrien Holy]] (1898–1978), Maler, Grafiker, Bühnenbildner und Kunstpädagoge&lt;br /&gt;
* [[Clarisse Francillon]] (1899–1976), Schriftstellerin&lt;br /&gt;
* [[Ernst Held]] (1901–2005), Gynäkologe&lt;br /&gt;
* [[Trudi Kocher]] (1902–1986), Politikerin ([[Kommunistische Partei der Schweiz|KPS]], später SP)&lt;br /&gt;
* [[André Francillon]] (1913–2002), Unternehmer, Schulleiter und parteiloser Politiker&lt;br /&gt;
* [[Alfred Glauser]] (1913–2003), Romanist und Literaturwissenschaftler&lt;br /&gt;
* [[Georges Schneider (Bildhauer)|Georges Schneider]] (1919–2010), Bildhauer&lt;br /&gt;
* [[Denise Bindschedler-Robert]] (1920–2008), Völkerrechtlerin&lt;br /&gt;
* [[Jean-Pierre Monnier]] (1921–1997), Schriftsteller&lt;br /&gt;
* [[Robert Moser (Politiker)|Robert Moser]] (1922–2005), Politiker und Verbandspräsident (FDP)&lt;br /&gt;
* [[Raymond Tschumi]] (1924–2015), Schriftsteller, Dichter und Hochschullehrer&lt;br /&gt;
* [[Charles Guyot (Radsportler, 1925)|Charles Guyot]] (1925–1973), Radrennfahrer&lt;br /&gt;
* [[Marco Richterich]] (1929–1997), Kunstmaler&lt;br /&gt;
* [[Silvano Fasolis]] (* 1942), Komponist und Blasorchestermeister&lt;br /&gt;
* [[Daniel Jeandupeux]] (* 1949), Fussballspieler&lt;br /&gt;
* [[Elisabeth Baume-Schneider]] (* 1963), Politikerin (SP), Bundesrätin&lt;br /&gt;
* [[Christian Dorer]] (* 1975), Journalist&lt;br /&gt;
* [[Clarence Chollet]] (* 1984), Politikerin (Grüne)&lt;br /&gt;
* [[Raymond Künzli]] (* 1984), Radrennfahrer&lt;br /&gt;
* [[Jonathan Hirschi]] (* 1986), Auto-Rennfahrer&lt;br /&gt;
* [[Gaëtan Augsburger]] (* 1988), Eishockeyspieler&lt;br /&gt;
* [[Conny Perrin]] (* 1990), Tennisspielerin&lt;br /&gt;
* [[Marie Krüttli]] (* 1991), Musikerin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{HLS|274|Saint-Imier (Gemeinde)|Autor=Christine Gagnebin-Diacon; Andrea Schüpbach (Übersetzung)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Film ==&lt;br /&gt;
* [[Cyril Schäublin]] (Regie): &amp;#039;&amp;#039;[[Unruh (Film)|Unruh]].&amp;#039;&amp;#039; Spielfilm, 93 Minuten. Schweiz 2022.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
{{Bilderwunsch|Koordinaten|Funisolaire St-Imier–Mont-Soleil (Talstation)|Breitengrad=47.152661|Längengrad=6.993303|ISO-Region=CH-BE}}&lt;br /&gt;
* [https://www.saint-imier.ch/ Offizielle Website der Gemeinde Saint-Imier]&lt;br /&gt;
* {{ISOS|1119|Saint-Imier|Abruf=|Sprache=fr}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Verwaltungskreis Berner Jura}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4434140-4|LCCN=n/83/215506|VIAF=173813881}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Kanton Bern]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schweizer Gemeinde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemaliger Wallfahrtsort]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Bern]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Fonero</name></author>
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