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	<title>Sahāba - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-12T00:45:07Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-06-21T22:00:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Bild:Mahoma Y Sus Seguidores, Parten Hacia La Meca.- Miniatura Del Siyer-i Nabi. Estambul ,segunda Mitad Del S.XVI.jpg|miniatur|Mohammed reitet  mit seinen Gefährten auf [[Kamele]]n (türkische Miniatur aus dem &amp;#039;&amp;#039;[[Siyer-i Nebi]]&amp;#039;&amp;#039;)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sahāba&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{ArS|صحابة|d=ṣaḥāba}}) ist der Sammelbegriff für die Gefährten und Begleiter des Propheten [[Mohammed]]. Die Einzelperson nennt man &amp;#039;&amp;#039;ṣaḥābī&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;ṣāḥib rasūli ’llāh&amp;#039;&amp;#039;, was „Begleiter“ oder „Weggefährte des Gesandten Gottes“ bedeutet. Die Bedeutung der Sahaba in der Gestaltung des [[Geschichte des Islam|Frühislams]] zur Zeit des Propheten und nach dessen Tod ist unbestritten. Das islamische Schrifttum hat über sie, über ihre Abstammung, ihr Privatleben und über ihre Taten zur Zeit der [[Prophetie]] und danach eine umfangreiche biographische Literatur geschaffen. Die Sahaba sind die unmittelbaren „Kronzeugen“ für die Mitteilung und Weitergabe (&amp;#039;&amp;#039;riwaya&amp;#039;&amp;#039;) der Aussagen des Propheten und spielen somit in den [[Hadith]]en eine entscheidende Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition ==&lt;br /&gt;
Nach islamischer Definition (beispielsweise bei [[al-Buchari]]) ist „derjenige von den Muslimen, der den Propheten begleitet (&amp;#039;&amp;#039;sahiba&amp;#039;&amp;#039;) oder ihn gesehen hat, [...] einer seiner Gefährten“. Nach weiteren Definitionen sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen, um im islamischen Traditionalismus als Prophetengefährte zu gelten:&lt;br /&gt;
* ein längerer Kontakt zum Propheten als [[Muslim]],&lt;br /&gt;
* Überlieferung seiner Aussagen und Taten (siehe &amp;#039;&amp;#039;[[hadith]]&amp;#039;&amp;#039;),&lt;br /&gt;
* Teilnahme an seinen [[Maghazi|Feldzügen]],&lt;br /&gt;
* Volljährigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einteilung in Klassen ==&lt;br /&gt;
Trotz der theoretisch egalitären Gesinnung im Islam wurden die Sahaba in Klassen eingeteilt. Eine Unterscheidung, die bereits aus der Zeit des Propheten stammt, ist diejenige in die [[Al-Muhadschirun|Muhādschirūn]] („Auswanderer“), die mit Mohammed nach [[Medina]] übersiedelten, und die [[Ansār]] („Helfer“), welche in Medina den Propheten und die Auswanderer unterstützten. Weitere Gruppen wurden gemäß ihrer Beteiligung an den Feldzügen des Propheten definiert. Diese Klassifizierung der Zeitgenossen des Propheten hat schon der zweite [[Kalif]] [[Umar ibn al-Chattab]] bei der Verteilung der Dotationen (&amp;#039;&amp;#039;diwan&amp;#039;&amp;#039;) nach den Kriegszügen angewandt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ibn Ishāq]] (gest. 767) führt als eine besondere Gruppe „die ersten Vorausgehenden“ ([[as-Sābiqūn|as-Sābiqūn al-awwalūn]]) an, also die Frühmuslime. Hierzu gehörten nach ihm [[ʿAlī ibn Abī Tālib]], Mohammeds Sklave und danach Adoptivsohn Zaid ibn Hāritha, [[Abū Bakr]], [[ʿUthmān ibn ʿAffān]], [[az-Zubair ibn al-ʿAuwām]], [[ʿAbd ar-Rahmān ibn ʿAuf]], [[Saʿd ibn Abī Waqqās]] und Talha ibn ʿUbaidallāh, die die ersten acht Muslime waren, sowie 45 weitere Personen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. sein &amp;#039;&amp;#039;Kitāb Sīrat Rasūl Allāh&amp;#039;&amp;#039; Aus d. Hs. zu Berlin, Leipzig, Gotha u. Leyden hrsg. von Ferdinand Wüstenfeld. 2 Bde. Göttingen 1858-59. S. 162. ([https://archive.org/stream/p1daslebenmuhamm01ibnhuoft#page/n385/mode/2up Digitalisat])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Historiograph [[Muhammad ibn Saʿd]] (gest. 845) differenziert bei der Nennung der ersten Muslime von Mekka konsequent zwischen denjenigen, die sich &amp;#039;&amp;#039;vor&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;während&amp;#039;&amp;#039; Mohammeds Aufenthalt im „Haus al-Arqam“ (&amp;#039;&amp;#039;dār al-Arqam&amp;#039;&amp;#039;) zum Islam bekehrten: „[[N.&amp;amp;nbsp;N.]] nahm den Islam an, bevor der Gesandte Gottes das Haus von [[al-Arqam ibn Abī l-Arqam]] betrat und bevor er dort (die Menschen) zum Islam aufrief“ und: „N.&amp;amp;nbsp;N. nahm den Islam im Haus von al-Arqam an“.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe die Belege bei Ibn Saʿd in: M. Muranyi: &amp;#039;&amp;#039;Die Prophetengenossen in der frühislamischen Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Bonn 1973, S. 34–35 und Anm. 1; ders.: &amp;#039;&amp;#039;Die ersten Muslime von Mekka - soziale Basis einer neuen Religion?&amp;#039;&amp;#039;. In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam (JSAI), 8 (1986), 2. 25–36&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beurteilung bei Sunniten und Schiiten ==&lt;br /&gt;
Die Beurteilung der Prophetengefährten ist bei [[Sunniten]] und [[Schia|Schiiten]] sehr gegensätzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sunnitische Sicht ===&lt;br /&gt;
Im Bereich des sunnitischen Islams ist es üblich, die [[Fadā&amp;#039;il]] der Prophetengefährten hervorzuheben und bei Nennung eines Prophetengefährten die &amp;#039;&amp;#039;tarḍiya&amp;#039;&amp;#039; zu sprechen, also die Formel &amp;#039;&amp;#039;raḍiya Llāhu ʿan-hu&amp;#039;&amp;#039; („Gott möge Wohlgefallen an ihm haben“). Von verschiedenen Prophetengefährten werden auch Wunder überliefert.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Richard Gramlich]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Wunder der Freunde Gottes. Theologien und Erscheinungsformen des islamischen Heiligenwunders.&amp;#039;&amp;#039; Steiner, Wiesbaden, 1987. S. 86–93.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Ahmad ibn Hanbal]] wird dagegen mit der Aussage zitiert, dass man zur Zeit der Prophetengefährten noch keine Wunder brauchte, weil der Glaube der frühen Muslime stark war. Erst als in späterer Zeit der Glaube der Muslime schwach geworden sei, habe Gott sie dadurch gestärkt, dass er durch die [[Walī#Walī als Gottesfreund|Gottesfreunde]] Huldwunder (&amp;#039;&amp;#039;karāmāt&amp;#039;&amp;#039;) für sie geschehen ließ.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Gramlich: &amp;#039;&amp;#039;Die Wunder der Freunde Gottes.&amp;#039;&amp;#039; 1987. S. 126.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Prophetengefährten spielen daneben eine wichtige Rolle als Vorbilder in der sunnitischen [[Fiqh|Normenlehre]]. Ein bekannter, vom Propheten Mohammed überlieferter Ausspruch lautet: „Meine Gefährten sind wie die Sterne. Welchem von ihnen auch immer ihr folgt, werdet ihr rechtgeleitet“ &amp;#039;&amp;#039;(aṣḥābī ka-n-nuǧūm bi-aiyihim iqtadaitum ihtadaitum)&amp;#039;&amp;#039;. In den Büchern zur [[Usūl al-fiqh|islamischen Rechtstheorie]] wird dieser Hadith als Beleg dafür präsentiert, dass die Prophetengefährten mit ihrem Verhalten und ihren Aussagen Repräsentanten der Lehre des Propheten sind. [[Asch-Schāfiʿī]]s Schüler [[al-Muzanī]] (gest. 878) warnte allerdings davor, aus diesem Prophetenwort die Schlussfolgerung zu ziehen, dass alle Prophetengefährten auch zuverlässige Überlieferer von [[Hadith]]en sind. [[Hanafiten|Hanafitische]] Rechtsgelehrte betrachteten den Hadith als Legitimation dafür, dass wie die Prophetengefährten auch muslimische Gelehrte dazu befugt seien, bei der Rechtsfindung persönlichen [[Ra&amp;#039;y]] anzuwenden. Die Zuverlässigkeit dieses Hadith ist allerdings schon früh in Zweifel gezogen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Jonathan A. Brown: &amp;#039;&amp;#039;Hadith. Muhammad&amp;#039;s Legacy in the Medieval and Modern World.&amp;#039;&amp;#039; Oneworld Publications, Oxford, 2009. S. 167f.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Ibn Hazm]] vertrat sogar die Auffassung, dass er „erlogen“ &amp;#039;&amp;#039;(makḏūb)&amp;#039;&amp;#039; sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Ibn Ḥazm: &amp;#039;&amp;#039;al-Iḥkām fī uṣūl al-aḥkām&amp;#039;&amp;#039;. Ed. Aḥmad Muḥammad Šākir. Beirut 1983. Bd. VI, S. 83. [https://archive.org/stream/waqeoah/eoah6#page/n81/mode/2up Digitalisat].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiitische Sicht ===&lt;br /&gt;
Von schiitischer Seite wird missbilligt, dass sich die Sahāba in ihrer großen Mehrheit weigerten, die Ansprüche von [[ʿAlī ibn Abī Tālib]] auf die Nachfolge des Propheten zu unterstützen und sich einige von ihnen, wie zum Beispiel [[Aischa bint Abi Bakr]], im Kampf offen gegen ihn wandten. Damit verließen sie nach schiitischer Sicht den Islam und stellten sich auf eine Stufe mit den im Koran genannten [[Munāfiq|Heuchlern]] und [[Tāghūt|Götzen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu Kohlberg: &amp;#039;&amp;#039;Some Imami Shi&amp;#039;i views on the Sahaba.&amp;#039;&amp;#039; 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Auffassung wurde insbesondere im [[Kitāb Sulaim ibn Qais]] formuliert, aber auch von schiitischen Theologen wie [[Hischām ibn al-Hakam]] vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb der [[Imamiten|imamitischen]] Schia war es eine lange geübte Praxis, die Prophetengefährten zu verfluchen. Im sunnitischen Islam wurde diese Praxis der „Beschimpfung der Prophetengefährten“ (&amp;#039;&amp;#039;sabb aṣ-ṣaḥāba&amp;#039;&amp;#039;) als Sünde betrachtet und zum Teil mit dem Tode bestraft.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Wiederhold: &amp;#039;&amp;#039;Blasphemy against the Prophet Muhammad and his Companions&amp;#039;&amp;#039;. 1997.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im 20. Jahrhundert schrieb die streng sunnitische [[Salafismus|Salafīya]]-Bewegung die Verteidigung der Prophetengefährten auf ihre Fahnen. Die Verteidigung bestimmter Sahāba wie zum Beispiel des ʿAlī-Gegners [[Muʿāwiya I.|Muʿāwiya]] war das Anliegen des Salafīya-Publizisten [[Muhibb ad-Dīn al-Chatīb]] (1886–1969). Er forderte das „Bekenntnis zur Tugend und gleichwertigen Frömmigkeit aller Prophetengefährten“.&amp;lt;ref&amp;gt;Zit. Werner Ende: &amp;#039;&amp;#039;Arabische Nation und islamische Geschichte. Die Umayyaden im Urteil arabischer Autoren des 20. Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; Beirut-Wiesbaden 1977. S. 91.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Zehn Paradiesgefährten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
;Arabische biographische Werke zu den Sahāba:&lt;br /&gt;
* [[Ibn ʿAbd al-Barr]]: &amp;#039;&amp;#039;al-Istīʿāb fī maʿrifat al-aṣḥāb&amp;#039;&amp;#039;. Ed. ʿAlī Muhammad al-Biǧāwī. Dār al-Ǧīl, Beirut, o.&amp;amp;nbsp;D. [https://archive.org/details/AlIsteeab Digitalisat]&lt;br /&gt;
* [[Ibn al-Athīr|Ibn al-Aṯīr]]: &amp;#039;&amp;#039;Usd al-ġāba fī maʿrifat aṣ-ṣaḥāba.&amp;#039;&amp;#039; Dār Ibn Ḥazm, Beirut, 2012. [https://archive.org/details/WAQ143747 Digitalisat]&lt;br /&gt;
* [[Ibn Hadschar al-ʿAsqalānī]]: &amp;#039;&amp;#039;al-Iṣāba fī tamyīz aṣ-ṣaḥāba&amp;#039;&amp;#039; Kairo 1327h (= 1909 n.&amp;amp;nbsp;Chr.). [https://archive.org/details/6isaba Digitalisat]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;Studien&lt;br /&gt;
* Fu&amp;#039;ad Jabali: &amp;#039;&amp;#039;The companions of the prophet: a study of geographical distribution and political alignments&amp;#039;&amp;#039;. Brill, Leiden 2003.&lt;br /&gt;
* [[Miklos Muranyi]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Prophetengenossen in der frühislamischen Geschichte.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation, Bonn 1973&lt;br /&gt;
* Miklos Muranyi: Art. &amp;quot;Ṣaḥāba&amp;quot; in [[The Encyclopaedia of Islam. New Edition]] Bd. VIII, S. 827b–829a.&lt;br /&gt;
* [[Etan Kohlberg]]: &amp;quot;Some Imami Shi&amp;#039;i views on the Sahaba.&amp;quot; in &amp;#039;&amp;#039;Jerusalem Studies in Arabic and Islam.&amp;#039;&amp;#039; 5 (1984) 143–175.&lt;br /&gt;
* [[Lutz Wiederhold]]: &amp;quot;Blasphemy against the Prophet Muhammad and his Companions (&amp;#039;&amp;#039;sabb al-rasūl&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;sabb al-ṣaḥābah&amp;#039;&amp;#039;). The Introduction of the Topic into Shāfiʿī Legal Literature and its Relevance for Legal Practice under Mamluk Rule&amp;quot; in &amp;#039;&amp;#039;Journal of Semitic studies&amp;#039;&amp;#039; 42 (1997) 39–70.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178922-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Sahaba}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sahāba| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personengruppe (Islam)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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