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	<title>Saffariden - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Saffariden&amp;diff=106453&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Jossiphon am 3. März 2026 um 08:08 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Saffarid dynasty 861-1003.png|mini|Das Reich der Saffariden von Zaranj im heutigen Südwest-Afghanistan]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Saffariden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (persisch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;صَفّاریان&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, [[DIN 31635|DMG]] Ṣaffāriyān) waren eine [[Perser (Volk)|persischstämmige]] [[Islam|muslimische]] Dynastie, die von 861 bis zu ihrer Beseitigung durch die [[Ghaznawiden]] 1003 die [[Iranisches Hochland|iranische]] Region [[Sistan]] mit der Hauptstadt [[Sarandsch|Zarandsch]] (und zum Teil auch das Gebiet der heutigen Provinz [[Fars]]) beherrschte und (wie vor ihr die [[Tahiriden]] und nach ihr die [[Samaniden]]) vorübergehend zur dominierenden Macht des islamischen Ostens aufstieg, indem sie ganz [[Chorasan]] eroberte und bis in den [[Beide Irak|Irak]] und nach [[Indien]] vorstieß. Bedingt durch eine zwischenzeitliche Machtübernahme der Samaniden zu Beginn des 10. Jahrhunderts teilt sich die Dynastie in die beiden Linien der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Laithiden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Laiṯiden) und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Chalafiden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (Ḫalafiden). Die Herrscher, welche Sistan ab 1030 regierten, werden manchmal ebenfalls als (Nachkommen der) Saffariden bezeichnet, doch gibt es keine nachweisbare Verbindung zwischen diesen sog. &amp;#039;&amp;#039;Herrschern von [[Nimrus|Nimruz]]&amp;#039;&amp;#039; und den „echten“ Saffariden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Abu Yusuf Yaqub ibn al-Laith as-Saffar ===&lt;br /&gt;
Der rasche Aufstieg der Dynastie begann in Sistan in einer Zeit allgemeiner Unsicherheit, d.&amp;amp;nbsp;h. ständiger Kämpfe zwischen den Gouverneuren der [[Abbasiden|Kalifen]]&amp;lt;!-- Truppen in Sarandsch und Bost //--&amp;gt;, aufständischen Bauern, lokalen Machthabern wie den Tahiriden, der [[Charidschiten]]-Sekte, Banden von&amp;lt;!-- gegen die Charidschiten vorgehenden //--&amp;gt; Glaubenskriegern, Stammesführern und simplen [[Vigilantismus|Vigilanten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Abenteurer Yaqub ibn al-Laith (reg. 861–879), genannt &amp;#039;&amp;#039;as-Saffar&amp;#039;&amp;#039; (der [[Kupferschmied]]), war ursprünglich ein Söldner des Statthalters von [[Laschkar Gah|Bost]], Salih b. an-Nadr&amp;lt;!-- oder b. an-Nasr //--&amp;gt; (ab 852 Emir, † 865) gewesen, welcher um 854 gegen die Tahiriden rebellierte und deren Gouverneur &amp;lt;!-- Ibrahim b. al-Hudain //--&amp;gt; aus [[Sarandsch]] verdrängte. In einem undurchsichtigen Vorgang wurde der Statthalter selbst durch einen Rivalen namens Dirham b. Nasr (ab 858 Emir in Sarandsch) verdrängt, und dieser anschließend durch Yaqub, welcher sich nun zum Emir wählen ließ (861). Nach einem erbitterten Gefecht mit der Garnison und einem (von Salih b. an-Nadr zu Hilfe gerufenen) Anführer namens „[[Zunbil]]“&amp;lt;ref&amp;gt;Zunbil war der Name einer Dynastie in Zamindavar und Zabulistan, die mit den Hindu-Schahi verbündet war und die möglicherweise bis auf die [[Hephthaliten]]-Könige von Zabul zurückzuführen ist. Der wirkliche Name des Zunbil-Führers war wahrscheinlich Kabk.&amp;lt;/ref&amp;gt; eroberte er Bost (865).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach besiegte Yaqub benachbarte Anführer, speziell einen Charidschiten-Führer namens Ammar b. Yasir 865 und „Zunbils“ Sohn Firuz b. Kabk 869.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://books.google.nl/books?id=hvx9jq_2L3EC&amp;amp;pg=PA111&amp;amp;dq=Firuz+b.+Kabk&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=tv-6TbSSGcbLswbNsfSWBg&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result&amp;amp;resnum=1&amp;amp;ved=0CCkQ6AEwAA#v=onepage&amp;amp;q=Firuz%20b.%20Kabk&amp;amp;f=false R. N. Frye, William Bayne Fisher, Ilya Gershevitch, Ehsan Yar Shater (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;The Cambridge History of Iran, Band 4&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; Letzterer floh zu den [[Hindu-Shahi]] nach [[Kabul]], woraufhin Yaqub die Stadt eroberte und auch Firuz gefangen nahm&lt;br /&gt;
[[Datei:Saffarid soldier.jpg|mini|Saffaridischer Soldat]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- laut Gardizi //--&amp;gt;. Der Kalif bekam einen Beuteanteil aus der Plünderung Kabuls, fünfzig [[Abgott|Idole]] aus Gold und Silber, die er nach [[Mekka]] weitersandte.&amp;lt;!-- (Ungefähr zwischen 870 und 880 war Kabul dann im Besitz der Saffariden gewesen.) //--&amp;gt; Andere Ziele bei diesem Kriegszug von 869/70 waren Da&amp;#039;ud b. al-Abbas von [[Balch]] und Abu Mansur Aflah von [[Gardez (Afghanistan)|Gardiz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge seiner Unternehmungen formte Yaqub aus ostiranischen Milizverbänden und anderen bewaffneten Gruppen eine straff organisierte Militärmacht&amp;lt;!-- bis hin zur persönlichen Auswahl der Soldaten, und dem Einzug und Gutschreibung seines persönl. Besitzes //--&amp;gt;. Wahrscheinlich stand hinter seiner großen Armee und ihrem Geldbedarf auch eine entsprechende Steuereintreibung in den eroberten Gebieten, über die jedoch nicht viel bekannt ist. Zwar ist eine Klage (vor dem Kalifen) aus [[Tabaristan]] 874 bekannt. Andererseits wird aber auch (im Tarich-i Sistan) behauptet, dass Yaqub sich betreffende Klagen anhörte und die besonders Armen von seinen Steuern verschont habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Literarische Adaption ===&lt;br /&gt;
Der Orientalist [[Theodor Nöldeke]] (1836–1930) verarbeitete das Leben des Saffariden-Gründers und -Anführers in der Erzählung &amp;#039;&amp;#039;Jakûb der Kupferschmied und sein Dynastie&amp;#039;&amp;#039;, die 1892 in seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;Orientalische Skizzen&amp;#039;&amp;#039; publiziert wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Nöldeke, Theodor, &amp;#039;&amp;#039;Orientalische Skizzen&amp;#039;&amp;#039;, Kapitel 6, Verlag von Gebrüder Paetel, Berlin, 1892, (S. 185-218) [https://archive.org/details/orientalischeski00nluoft/page/n13/mode/2up/ online auf archive.org] (Aufgerufen am 21. Januar 2023.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Geschichte spielt im östlichen Iran, im See- und Sumpfgebiet [[Hamun-See|Hamun]]. Gewidmet ist das Buch seiner Majestät [[Oskar II. (Schweden)|Oskar II. König von Schweden und Norwegen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Nöldeke, Theodor &amp;#039;&amp;#039;Orientalische Skizzen&amp;#039;&amp;#039; (S. 185–218) [https://archive.org/details/orientalischeski00nluoft/page/n13/mode/2up/ online auf archive.org] (Aufgerufen am 21. Januar 2023.)&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Neuauflage wurde 2016 vom Hansebooks Verlag herausgebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;Nöldeke, Theodor, &amp;#039;&amp;#039;Orientalische Skizzen&amp;#039;&amp;#039;, Hansebooks, 2016, ISBN 978-3-7433-0479-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sturz der Tahiriden und Vorstoß gegen den Kalifen ===&lt;br /&gt;
Parallel zur Sicherung seiner Herrschaft in Sistan und dem heutigen [[Afghanistan]] expandierte er nach [[Kerman (Provinz)|Kerman]] und [[Fars]] (gegen 869) und weiter nach Chorasan ([[Herat]], 867–71&amp;lt;!-- 870/1 laut Cambridge History, S. 110. Vier Seiten weiter steht stattdessen das Jahr 867. Aber wenn ihm der Tahiride daraufhin wirklich Kabul, Kirman und Fars(!) zuerkannt haben soll, macht 867 wenig Sinn. //--&amp;gt;). Das geschah hauptsächlich auf Kosten der [[Tahiriden]], aber auch auf Kosten von lokalen Charidschiten-Führern&amp;lt;!-- in Karukh bei Herat saß z.B. ein Charidschiten-Führer namens Abd ar-Rahman, der den Kalifentitel beanspruchte, bis er von Yaqub besiegt wurde //--&amp;gt; und von Statthaltern des Kalifen. In Fars saß beispielsweise Ali b. al-Husain, und der Kalif hoffte die ehrgeizigen Persönlichkeiten Ali und Yaqub gegeneinander auszuspielen, indem er beiden Ernennungsurkunden für die Provinz Kerman sandte, die eigentlich den Tahiriden gehörte. Aber Ali wurde von Yaqub besiegt und in [[Schiraz]] gefangen genommen (869).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar stürzte Yaqub 873 mit der &amp;lt;!-- kampflosen //--&amp;gt;Besetzung von [[Nischapur]] und der Gefangennahme des Emirs Muhammad (reg. 862–73, † ca. 890) die Tahiriden. Doch konnte das gleichfalls den Tahiriden gehörende [[Transoxanien]] nicht unterworfen werden, da sich dort schon die bisherigen [[Samaniden]]-Gouverneure mit Unterstützung des Kalifen etabliert hatten.&amp;lt;!-- Darüberhinaus intervenierte er in [[Tabaristan]], wo er al-Hasan b. Zaid, einen [[Schia|alidischen]] Rebellen vorübergehend in die Flucht schlug. //--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wachsende Macht der Saffariden beunruhigte den Kalifen [[Al-Muʿtamid (Abbasiden)|al-Mu&amp;#039;tamid]] (870–892) und er erklärte Yaqub 874 zum [[Usurpator]]. Aber er bekämpfte damals zeitgleich den [[Aufstand der Zandsch]], dazu die [[Schia|Aliden]] in Kufa und Medina, was Yaqub viel Handlungsfreiheit gab.&amp;lt;!-- Vom Auftieg der Tuluniden in Ägypten ganz zu schweigen //--&amp;gt; Als al-Mu&amp;#039;tamids neuer Statthalter in der (für ihn überlebenswichtigen) Provinz [[Fars]] einer Rebellion zum Opfer fiel, rückte Yaqub dort ein, um den Rebellen Muhammad b. Wasil im Namen des Kalifen zu bekämpfen und eignete sich die Provinz an (875). Nachdem Yaqub trotz einer würdelosen Kehrtwendung des Kalifen (Ernennungsurkunden für alle Eroberungen, Nennung in der [[Chutba]] in Mekka und Medina) auch noch [[Al-Wasit (Gouvernement)|Wasit]] besetzte, blieb al-Mu&amp;#039;tamid (bzw. seinem Regenten al-Muwaffaq) nur noch die militärische Lösung übrig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Yaqub rückte nach [[Bagdad]] vor und erlitt bei [[Dair al-Aquh]] (am Tigris, in der Nähe von Bagdad) 876 seine erste große Niederlage. Er zog sich zurück und starb 879 in Djondi Schapur am Fieber, während sich in Chorasan&amp;lt;!-- seit 875 //--&amp;gt; ehemalige Gefolgsleute&amp;lt;!-- Abdullah Chudschistani, Abu Talha Mansur //--&amp;gt; erhoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abu Hafs Amr ibn al-Laith ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Amr ibn al-Layth.jpg|mini|268 [[Islamischer Kalender|H.]] (881/82) in [[Fars]] geschlagener [[Dirham]] des Amr b. al-Laith, auf dem der Saffaride den Kalifen [[Al-Muʿtamid (Abbasiden)|al-Mu&amp;#039;tamid]] sowie dessen Bruder [[Al-Muwaffaq (Abbaside)|al-Muwaffaq]] anerkennt.]]&lt;br /&gt;
Yaqubs Bruder&amp;lt;!-- es waren insgesamt vier Brüder: Yaqub, Amr, Tahir und Ali //--&amp;gt; und Nachfolger Amr ibn al-Laith (reg. 879–900, ein früherer Maultierhalter oder Steinmetz) herrschte weiterhin über Sistan, Chorasan und Fars und wurde vom Kalifen gegen Zahlung von einer Million [[Dirham]] als Gouverneur der von Yaqub eroberten Gebiete anerkannt. Trotzdem konnte er das Reich gegen eine Reihe neu auftauchender Rivalen (in Chorasan z.&amp;amp;nbsp;B. Abdullah Chudschistani, Abu Talha Mansur b. Scharkab, Rafi b. Harthama) nur mühsam konsolidieren. Dabei musste er z.&amp;amp;nbsp;B. 880 vor Chudschistanis Truppen aus Nischapur nach Herat fliehen und sich etwas später die Herrschaft über Chorasan mit Abu Talha teilen. Aus diesen Streitigkeiten zogen insbesondere die [[Samaniden]] Nutzen, welche um 885 zweimal zugunsten seiner Rivalen eingriffen. Ebenso konnte al-Muwaffaq (der Bruder und Regent des Kalifen) die Provinz Fars 884–87 kurzzeitig erobern, bevor er wegen anderer Probleme ([[Tuluniden]], [[Byzantinisches Reich|Byzantiner]]) Frieden schließen musste. 883 wurde Amr gegen Zahlung von vier Millionen, und 888/9 gegen inzwischen zehn Millionen Dirham als Gouverneur bestätigt. 896 waren es wieder vier Millionen Dirham.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem er seiner Rivalen entledigt war, mischte sich Amr in die inneren Angelegenheiten von [[Choresm]] ein und stieß damit auf den Widerstand der Samaniden, die das Gebiet als ihre Domäne betrachteten. 898 ließ sich Amr vom Kalifen [[al-Mu&amp;#039;tadid bi-&amp;#039;llah]] (892–902) zum Statthalter in Transoxanien erklären und begann einen Krieg gegen die Samaniden. Nach schweren Kämpfen mit [[Ismail I. Samanid|Ismail I.]] (reg. 892–907) wurde Amr ibn al-Laith bei [[Balch]] besiegt und&amp;lt;!-- nach angebl. Ablehnung einer Lösegeldregelung durch seine Enkel Tahir und Yaqub //--&amp;gt; als Gefangener nach Bagdad gebracht (900), wo er zwei Jahre später ermordet wurde. Danach übernahm Ismail Chorasan und bekam vom Kalifen Amrs Gebiete zugesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den frühen Saffariden wurde die Islamisierung des östlichen Iran bzw. des heutigen Afghanistan verstärkt, da diese Gebiete bisher noch stark vom [[Buddhismus]] und [[Hinduismus]] beeinflusst wurden. Konkret bedeutet das zum Beispiel, dass Amr ibn al-Laiths Offizier Fardaghan&amp;lt;!-- vor 896 //--&amp;gt; die Hindutempel im Logar-Tal in der Nähe von [[Kabul]] plünderte und dadurch&amp;lt;!-- 899/900, erfolgreich //--&amp;gt; einen Gegenschlag der [[Hindu-Shahi]] unter Kamaluka auf [[Ghazna]] provozierte. Auch diesmal bekam der Kalif seinen Beuteanteil (896).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die späten Laithiden und die Chalafiden ===&lt;br /&gt;
Die Saffariden hielten sich längerfristig nur in [[Sistan]] und einigen angrenzenden Gebieten, mit der Residenz [[Sarandsch]] in [[Nimruz]]. Der neue Emir Abu l-Hasan Tahir ibn Muhammad ibn Amr (reg. 900–909) war ein schwacher Herrscher, der seine Zeit mit Jagden verbrachte und viel Geld für seine Gärten und Paläste ausgab. Um nicht als Tyrann zu gelten, ließ er keine Steuern einziehen. Nach sechs Jahren hatte Tahir das von seinem Vorgänger übernommene Vermögen von mindestens 36 Millionen Dirham komplett verbraucht. Er wurde von seinem Onkel (2. Grades), Al-Laith ibn Ali, dem damaligen Statthalter in [[Kerman (Iran)|Kirman]] und [[Makran-Küste|Makran]] abgesetzt und floh zu Sebükeri (Subkari), seinem Befehlshaber in [[Fars]], der seine restlichen Gefolgsleute übernahm und ihn dem Kalifen auslieferte&amp;lt;!-- ..samt seinem Bruder Yaqub, beide wurden 922 wieder entlassen und lebten dann als Pensionäre //--&amp;gt;. Al-Laith ibn Ali (reg. 909–10) ging anschließend gegen Sebükeri vor, wurde aber (mit Unterstützung des Kalifen) besiegt, gefangen genommen und ebenso ausgeliefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Al-Laiths Bruder und Nachfolger Muhammad b. Ali (reg. 910) regierte nur noch in Sistan, Zamindavar&amp;lt;!-- um Kandahar //--&amp;gt; und [[Zabulistan]]. Er wurde von seinem Bruder al-Muaddal verraten, von dem [[Samaniden]] [[Ahmad II. Samanid|Ahmad II.]] (reg. 907–914) besiegt und wie seine drei Vorgänger an den Kalifen ausgeliefert.&lt;br /&gt;
[[Datei:AhmadIbnMuhammadSaffaridCoin.jpg|mini|links|Goldmünze des ersten Chalafiden Ahmad b. Muhammad, auf der dieser bereits seinen Sohn Chalaf als Nachfolger nennt.]]&lt;br /&gt;
Eine Revolte im Namen eines zehnjährigen Saffariden-Prinzen namens Abu Hafs Amr scheiterte 912/3&amp;lt;!-- danach die Samaniden, und andere Emire //--&amp;gt;, sodass die Herrschaft der Saffariden erst durch Abu Dschafar Ahmad ibn Muhammad ibn Chalaf (reg. 923–963) wiedererrichtet wurde, der nur ein entfernter Verwandter der bisherigen Herrscher war&amp;lt;!-- laut CH, S. 131 Verwandtschaft zu Yaqub und Amr durch seine Mutter Banu //--&amp;gt;. Sein Großvater Chalaf war ein Gefolgsmann&amp;lt;!-- lt. engl. wiki Vetter 2. Grades //--&amp;gt; der beiden Dynastiegründer gewesen. Ahmad behauptete sich gegen die Ansprüche des Kalifen [[al-Muqtadir]] (reg. 908–932) und rivalisierender Saffaridenprinzen, erlangte zeitweise großes Prestige und wurde 963 ermordet.&lt;br /&gt;
[[Datei:KhalafibnAhmadCoinHistoryofIran.jpg|mini|996 (386 H.) geprägte Goldmünze des Wali d-Daula Abu Ahmad Chalaf aus Sarandsch („Sidschistan“) mit Nennung des Kalifen [[al-Qādir|al-Qadir]].]]&lt;br /&gt;
Sein Sohn und Nachfolger Wali d-Daula Abu Ahmad Chalaf (reg. 963–1003) teilte sich die Macht anfangs mit einem ehemaligen General der Samaniden, Abu l-Husain Tahir (gest. 970), der mütterlicherseits ebenfalls ein Saffaride war. Zwischen 964 und 969 befand sich Chalaf auf einer Pilgerreise nach Mekka, sodass Tahir allein regierte&amp;lt;!-- (bekannte sich noch 968 als Vasall des Buyiden Adud al-Daula) //--&amp;gt; und sich anschließend weigerte, die Macht wieder abzugeben. Der ausbrechende Konflikt zwischen Chalaf einerseits und Tahir bzw. dessen Sohn Husain andererseits dauerte noch bis 983 und wurde durch die militärische Einmischung der Samaniden und von (deren halb-unabhängigen Vasallen) [[Sebük Tigin]] verkompliziert. Schließlich war Chalaf aufgrund despotischer Neigungen so unpopulär, dass die Armeeführung und Einwohnerschaft von Sarandsch sich an seinem Sturz beteiligte, als [[Mahmud von Ghazni|Mahmud von Ghazna]] (reg. 998–1030) Sistan eroberte und der Saffaridenherrschaft ein Ende bereitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nasriden und Mihrabaniden ===&lt;br /&gt;
In manchen Darstellungen&amp;lt;!-- so z.B. der Cambridge History of Iran, Band 5, S. 50; E. Zambaurs Werk Manuel de généalogie et de chronologie pour l´historie de l´Islam von 1927 //--&amp;gt; werden die später über Sistan regierenden [[Nasriden (Sistan)|Nasriden]] (1030–1225) und [[Mihrabaniden]] (1236–ca. 1542) ebenfalls den Saffariden zugerechnet. Aus früheren Werken zur Geschichte Sistans, wie der &amp;#039;&amp;#039;Tarich-i Sistan&amp;#039;&amp;#039; und Malik-Schah Husains &amp;#039;&amp;#039;Ihya al-muluk&amp;#039;&amp;#039; geht jedoch hervor, dass diese beiden Herrscherhäuser weder miteinander, noch mit den beiden ersten Saffariden-Linien verwandt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste der Herrscher des Irans#Die Saffariden (861–1003)|Liste der Saffaridenherrscher]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Clifford Edmund Bosworth: Kapitel „The Ṭāhirids and the Ṣaffārids“ in: &amp;#039;&amp;#039;The Cambridge History of Iran, Vol. 4 – The Period from the Arab Invasion to the Saljuqs&amp;#039;&amp;#039;, ed. by R. N. Frye, Cambridge 1975&lt;br /&gt;
* Clifford Edmund Bosworth: &amp;#039;&amp;#039;The History of the Saffarids of Sistan and the Maliks of Nimruz&amp;#039;&amp;#039;, Costa Mesa CA/New York, 1994&lt;br /&gt;
* Clifford Edmund Bosworth: Artikel [http://www.iranica.com/articles/saffarids „Saffarids“] (8. Juni 2010) in: [[Encyclopaedia Iranica]], Online Edition&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119006618|VIAF=42638530}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dynastie (Iran)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Muslimische Dynastie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jossiphon</name></author>
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