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	<title>Sachalin - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Invisigoth67: typo</title>
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		<updated>2026-03-16T06:38:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;typo&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Insel&lt;br /&gt;
|NAME=Sachalin&lt;br /&gt;
|BILD1=Sea of Okhotsk map with state labels.png&lt;br /&gt;
|BILD1-TEXT=Umgebungskarte&lt;br /&gt;
|BILD2=Sakhalin (detail).PNG&lt;br /&gt;
|BILD2-TEXT=Topographische Karte von Sachalin&lt;br /&gt;
|GEWAESSER=[[Ochotskisches Meer]]&lt;br /&gt;
|GRUPPE=&lt;br /&gt;
|BREITENGRAD=51/0/0/N&lt;br /&gt;
|LAENGENGRAD=143/0/0/E&lt;br /&gt;
|REGION-ISO=RU-SAK&lt;br /&gt;
|KARTE=&lt;br /&gt;
|POSKARTE=&lt;br /&gt;
|LAENGE=950&lt;br /&gt;
|BREITE=160&lt;br /&gt;
|FLAECHE=72492&lt;br /&gt;
|ERHEBUNG=[[Lopatin (Berg)|Lopatin]]&lt;br /&gt;
|HOEHE=1609&lt;br /&gt;
|HOEHE-BEZUG=&lt;br /&gt;
|EINWOHNER=673100&lt;br /&gt;
|HAUPTORT=[[Juschno-Sachalinsk]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sachalin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{ruS|Сахалин}} [{{IPA|səxɐˈlʲin}}]; übernommen von [[Mandschurische Sprache|mandschurisch]] {{MongolUnicode|ᠰ᠊ᠠᡴᡥᠠᠯᡳᡟᠠ᠊ᠠ&amp;lt;br /&amp;gt;ᡠ᠊ᠯᠠ ᠠ᠊ᠩᡤᠠ&amp;lt;br /&amp;gt;ᡥ᠊ᠠᡩᡩᠠ}} &amp;#039;&amp;#039;sahaliyan ula angga hada&amp;#039;&amp;#039;, „Felsen vor der Mündung des Schwarzen Stromes“, wobei &amp;#039;&amp;#039;sahaliyan&amp;#039;&amp;#039; „schwarz“ bedeutet; [[Ainu (Sprache)|Ainu]] &amp;#039;&amp;#039;kamuy kar put ya mosir&amp;#039;&amp;#039;, „Insel, die die Götter vor der Flussmündung [des [[Amur]]] geschaffen haben“; {{zh|t=庫頁島|v=库页岛|p=Kùyè Dǎo}}; {{JaS|樺太島}}, &amp;#039;&amp;#039;Karafuto-tō&amp;#039;&amp;#039; von Ainu &amp;#039;&amp;#039;kar put&amp;#039;&amp;#039;) ist die größte [[Insel]] der [[Russland|Russischen Föderation]] sowie die [[Hauptinsel]] der [[Oblast Sachalin]]. Die Hauptstadt der [[Oblast]] ist [[Juschno-Sachalinsk]]. Auf der Insel befinden sich die bedeutendsten [[Erdöl]]- und [[Erdgas]]vorkommen Russlands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
Sachalin liegt im [[Pazifischer Ozean|Pazifik]] (nördlich von [[Japan]]) und als Grenzinsel zwischen dem [[Ochotskisches Meer|Ochotskischen Meer]] im Osten und dem [[Japanisches Meer|Japanischen Meer]] im Westen. Vom russischen Festland ist Sachalin durch den 7,3&amp;amp;nbsp;km breiten [[Tatarensund]], von der japanischen Insel [[Hokkaidō]] durch die 43&amp;amp;nbsp;km breite [[La-Pérouse-Straße]] getrennt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Verkehrsverbindung nach Hokkaidō ist vorgeschlagen ([[Sachalin-Hokkaidō-Tunnel]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Okhotskoye beach 1.jpg|mini|links|Ochotskisches Meer beim Dorf Ochotskoje, östlich von [[Juschno-Sachalinsk]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:John-Tallis-1851-Tibet-Mongolia-and-Manchuria-NE.jpg|mini|links|Nördliche Grenzen Chinas vor dem [[Vertrag von Aigun]] (Karte von 1851)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Prisoners in Sachalin.jpg|mini|Strafgefangene auf Sachalin (Ende des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Горный воздух Южно-Сахалинске.JPG|mini|[[Juschno-Sachalinsk]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Пик Спамберг.jpg|mini|Der Spamberg, einer der höchsten Gipfel Südsachalins (1021&amp;amp;nbsp;m), benannt nach [[Martin Spangberg]] (in verfälschter Schreibweise)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Маяк Анива.jpg|mini|rechts|Leuchtturm [[Aniva]] 2017]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sachalin war bereits in der [[Jungsteinzeit]] besiedelt. Hiervon zeugen Funde von bearbeitetem [[Feuerstein|Flint]] und bemalten Tongefäßen. Aus der [[Bronzezeit]] stammen Spuren von Menschenhand erschaffener Stein- und Erdwälle, in denen Teile von Bronzegefäßen, Messer und Speerspitzen gefunden wurden. Zu den indigenen Volksgruppen, die auf der Insel lebten, zählten im Süden die [[Ainu]], an der Ostküste die [[Oroken]] und im Norden die [[Niwchen]].&amp;lt;ref&amp;gt;John J. Stephan: &amp;#039;&amp;#039;Sakhalin. A History.&amp;#039;&amp;#039; Clarendon Press, 1971, S. 19–29.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Fridtjof Nansen: &amp;#039;&amp;#039;Sibirien ein Zukunftsland.&amp;#039;&amp;#039; Brockhaus, 1914, S. 268.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste schriftliche Erwähnung Sachalins stammt von Song Lian, der um 1370 die [[Yuan Shi]] (Geschichte der Yuan-Dynastie) verfasste. Darin ist erwähnt, dass sich ab 1264 die Bewohner der Insel den [[Mongolisches Reich|Mongolen]] unter Führung von [[Kublai Khan]] unterwarfen. Ab 1308 gehörte Sachalin zum Herrschaftsbereich der [[Yuan-Dynastie]].&amp;lt;ref&amp;gt;Brett L. Walker: &amp;#039;&amp;#039;The Conquest of Ainu Lands. Ecology and Culture in Japanese Expansion, 1590–1800.&amp;#039;&amp;#039; University of California Press, 2006, S. 133.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt Hinweise darauf, dass der [[Eunuch]] Yishiha im Dienst der [[Ming-Dynastie]] 1413 einen buddhistischen Tempel auf Sachalin errichten ließ. In der Folgezeit standen die Bewohner Sachalins in einem [[Tribut]]verhältnis mit den verschiedenen [[Kaiserreich China|chinesischen Kaiserhäusern]]. Ein Grenzstein der Ming existiert noch heute auf der Insel.&amp;lt;ref&amp;gt;Shih-Shan Henry Tsai: Perpetual Happiness: &amp;#039;&amp;#039;The Ming Emperor Yongle.&amp;#039;&amp;#039; University of Washington Press, 2002, S. 158–161.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis in das 19. Jahrhundert hinein stritten europäische Kartografen und Seefahrer noch darum, ob Sachalin überhaupt eine Insel sei. Im Jahr 1635 gingen Mitglieder der Expedition des japanischen Fürsten von Matsumae im Süden der Insel an Land. Der erste russische „Entdecker“ folgte weniger als ein Jahrzehnt später. Ein [[Kosaken]]trupp unter der Führung von [[Wassili Danilowitsch Pojarkow|Wassili Pojarkow]] fuhr den [[Amur]] hinab bis zu seiner Mündung. Obwohl nicht bewiesen ist, dass Pojarkow je einen Fuß auf die Insel gesetzt hat, gilt er in Russland als Entdecker Sachalins. In den folgenden zwei Jahrhunderten blieb die Präsenz von Japanern und Russen sporadisch. Japanische Fischer aus der Präfektur [[Hokkaidō]] errichteten temporäre [[Biwak]]s in der Bucht von [[Aniwa (Stadt)|Aniwa]]. Sie widmeten sich ausschließlich dem Fang von Heringen, Lachsen, Langusten und der Ernte von [[Seegräser|Seegras]]. Die Fischer legten keine Felder an und betrieben keine Viehzucht, sondern brachten alles, was sie zum Leben brauchten, aus ihrer Heimat mit. In den Wintermonaten kehrten sie nach Hokkaidō zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;John J. Stephan: &amp;#039;&amp;#039;Sakhalin. A History.&amp;#039;&amp;#039; Clarendon Press, 1971, S. 31–33.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die russische Präsenz war noch unsteter. Der [[Vertrag von Nertschinsk]] (1689) hatte Russland den Zugang zum Amur versperrt, ohne den die Kontrolle über Sachalin für Russland faktisch unmöglich war. Obwohl es Russland mit dem Vertrag von Nertschinsk gelang, sein Vordringen in das Gebiet zwischen [[Baikalsee]] und [[Ergun]] völkerrechtlich zu legalisieren, bestätigte der Vertrag die Zugehörigkeit des gesamten Amur- und Ussuri-Gebietes sowie der Insel Kùyè Dǎo (russisch: Sachalin) zu China.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Russland1/china5.html Ingo Nentwig: &amp;#039;&amp;#039;Die Beziehungen zwischen China und Russland.&amp;#039;&amp;#039;] In: [[AG Friedensforschung]], abgerufen am 23. September 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1787 erforschte der französische Geograf [[Jean-François de La Pérouse]] Teile der Insel. Aufgrund starker Winde und der [[Untiefe]]n gelang es ihm nicht, den nördlichen Teil zu umsegeln. Dennoch kartierte er erstmals einen großen Teil der später als [[Tatarensund|Tataren-Straße]] bezeichneten Meeresenge zwischen dem chinesischen Festland und der Insel. Er bezeichnete das Eiland als „Tchoka“. Diese Bezeichnung wurde eine Zeitlang in einigen französischen Karten verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean François de Galaup La Pérouse: &amp;#039;&amp;#039;Voyage de Lapérouse.&amp;#039;&amp;#039; Arthus Bertrand Libraire, Paris, 1831, S. 259–266.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1805 erkundete der baltisch-russische [[Weltumsegler]] [[Adam Johann von Krusenstern]] die nördliche Küste Chinas, betrachtete Sachalin aber wie La Pérouse als Halbinsel.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Allgemeine Deutsche Biographie]]: &amp;#039;&amp;#039;Krusenstern, Adam Johann von (1770–1846).&amp;#039;&amp;#039; [[Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften]] München, 1883, Band 17.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu ersten Zusammenstößen zwischen Russen und Japanern kam es mit Beginn des 19. Jahrhunderts. Alarmiert durch die zunehmende Präsenz europäischer Mächte im Japanischen Meer besetzten japanische Truppen 1806 die Insel, was die russische Regierung nicht akzeptieren wollte. Kurze Zeit später erlosch das Interesse beider Seiten an der Insel wieder. Alaska, der Kaukasus und der Balkan waren für [[Sankt Petersburg]] wichtiger als das ferne Sachalin. Auch das japanische Militär zog sich ab 1814 wieder zurück. 1821 gab Japan seine Herrschaftsansprüche über die Insel offiziell auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Sören Urbansky (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Unsere Insel. Sowjetische Identitätspolitik auf Sachalin nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; Bebra-Wissenschaftsverlag, 2013, S. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem Forschungsreisende der [[Russische Geographische Gesellschaft|Russisch Geographischen Gesellschaft]] am Amur und Ussuri große Goldvorkommen entdeckt hatten, genehmigte Zar [[Nikolaus I. (Russland)|Nikolaus I.]] weitere Expansionen in der [[Äußere Mandschurei|Äußeren Mandschurei]]. Diese sogenannten Expeditionen standen unter der Leitung von [[Gennadi Newelskoi]], der zwischen 1851 und 1853 am Amur-Delta und auf Sachalin mehrere russische Siedlungen gründen ließ. Anfang 1854 bevollmächtigte die russische Regierung den [[Generalgouverneur]] von [[Irkutsk]], [[Nikolai Nikolajewitsch Murawjow-Amurski|Nikolai Murawjow]], Verhandlungen mit China über den Grenzverlauf in der Mandschurei zu führen sowie große Truppenkontingente an der Amurmündung zu stationieren. Militärisch unterstützte Murawjow zwischen 1854 und 1858 Newelskoi bei der Errichtung neuer Siedlungen. Erste Kämpfe zwischen Chinesen und Russen fanden im Mai 1854 statt. Das russische Militär fuhr auf 77 Kriegsschiffen flussabwärts zur Amurmündung und besetzte große Teile der Äußeren Mandschurei, inklusive der Insel Sachalin.&amp;lt;ref&amp;gt;[[S. C. M. Paine]]: &amp;#039;&amp;#039;The Sino-Japanese War of 1894–1895. Perceptions, power, and primacy.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, 2005, S. 133 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Paul U. Unschuld: &amp;#039;&amp;#039;Chinas Traum – Chinas Stärke.&amp;#039;&amp;#039; Springer-Verlag, 2016, S. 48.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts der konkurrierenden Ansprüche hatte Japan bereits 1845 erneut die [[Souveränität]] über die [[Kurilen]] und Sachalin beansprucht. Am 7. Februar 1855 unterzeichneten Russland und Japan den [[Vertrag von Shimoda]]. Ohne das chinesische Kaiserhaus zu involvieren, wurde darin Sachalin als gemeinsamer Besitz deklariert. Konkret räumte dieser Handels-, Schifffahrts- und Grenzziehungsvertrag beiden Seiten das gleiche Recht ein, über Sachalin zu verfügen, ließ den zukünftigen Status der Insel aber offen. Mit dem [[Vertrag von Aigun]] (1858) und der [[Pekinger Konvention]] (1860) erzwang Russland von China die Abtretung der Äußeren Mandschurei. Damit verlor das chinesische Kaiserhaus alle Ansprüche auf die Gebiete nördlich des Amur und östlich des Ussuri, einschließlich Sachalin.&amp;lt;ref&amp;gt;John J. Stephan: &amp;#039;&amp;#039;Sakhalin. A History.&amp;#039;&amp;#039; Clarendon Press, 1971, S. 31f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Seuberlich: &amp;#039;&amp;#039;Zur Verwaltungsgeschichte der Mandschurei (1644-1930).&amp;#039;&amp;#039; Otto Harrassowitz Verlag, 2001, S. 31–33.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für das russische und japanische Geschichtsbild Sachalins spielte die chinesische Vergangenheit fortan faktisch keine Rolle mehr.&amp;lt;ref&amp;gt;Sören Urbansky (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Unsere Insel. Sowjetische Identitätspolitik auf Sachalin nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; Bebra-Wissenschaftsverlag, 2013, S. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge erhob Japan erneut Ansprüche auf die Insel und bot Russland den Kauf Sachalins an. Die russische Regierung lehnte das Angebot ab. Zudem fehlten der [[Meiji]]-Regierung sowohl die Geschlossenheit wie die militärischen Mittel, um ihre Interessen auf Sachalin durchzusetzen. Gleichzeitig richtete sich der Blick Japans auf das klimatisch günstigere Formosa ([[Taiwan (Insel)|Taiwan]]), das China nach dem verlorenen [[Erster Japanisch-Chinesischer Krieg|chinesisch-japanischen Krieg]] nebst der [[Penghu-Inseln|Pescadoren]] an das japanische Kaiserreich abtreten musste. 1875 einigten sich Russland und Japan im [[Vertrag von Sankt Petersburg (1875)|Vertrag von Sankt Petersburg]]: Sachalin fiel an Russland, Japan erhielt im Gegenzug die Souveränität über sämtliche [[Kurilen]]. Russland gewährte zudem weitgehende Zugeständnisse. Auf Sachalin erhielt Japan unter anderem das Recht auf Öffnung eines Konsulats in [[Korsakow (Stadt)|Korsakow]], eine befristete Zollfreiheit und Konzessionen für den Fischfang. Ansässige Japaner durften auf der Insel verbleiben und ihre Nationalität beibehalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Sören Urbansky (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Unsere Insel. Sowjetische Identitätspolitik auf Sachalin nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; Bebra-Wissenschaftsverlag, 2013, S. 14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Insel entstand zu dieser Zeit eine der größten [[Strafkolonie]]n im [[Russisches Kaiserreich|Russischen Reich]], über die [[Anton Pawlowitsch Tschechow|Anton Tschechow]] ausführlich in seinem 1895 als Buch veröffentlichten Reisebericht &amp;#039;&amp;#039;[[Die Insel Sachalin]]&amp;#039;&amp;#039; berichtete. Das Buch erschien in Deutschland 1931 unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Russlands Schreckensinsel&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[György Dalos]]: Die Reise nach Sachalin. &amp;#039;&amp;#039;Auf den Spuren von Anton Tschechow.&amp;#039;&amp;#039; Europäische Verlagsanstalt, 2001, S. 7 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Russisch-Japanischer Krieg|Russisch-Japanischen Krieges]] von 1904 bis 1905 [[Besetzung Sachalins|besetzten die Japaner]] Teile der Insel. Die hier stationierten russischen Truppen, unter anderem 50 Offiziere und 3200 Mann, ergaben sich am 31. Juli 1905 den Japanern.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://dfg-viewer.de/show/?set%5Bmets%5D=https://content.staatsbibliothek-berlin.de/zefys/SNP27971740-19050805-0-0-0-0.xml &amp;#039;&amp;#039;Die Kapitulation der Russen auf Sachalin&amp;#039;&amp;#039;], [[Berliner Volkszeitung]], 5. August 1905.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Folge des von Russland verlorenen Krieges schlossen beide Staaten im Herbst 1905 den [[Vertrag von Portsmouth]]. Zwischen 1905 und 1945 stand danach das Gebiet südlich des 50. Breitengrades unter japanischer Herrschaft, und [[Juschno-Sachalinsk|Toyohara]] wurde Verwaltungszentrum von Südsachalin, der [[Präfektur Karafuto]]. Im Rahmen der imperialistischen [[Sibirische Intervention|sibirischen Intervention]] nutzte Japan die Schwäche der noch jungen Sowjetmacht, um zwischen 1921 und 1925 auch den Norden Sachalins zu besetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] bauten die Japaner die bis jetzt vorhandene [[Infrastruktur]] im Süden der Insel aus. Am 8. August 1945 erklärte die [[Sowjetunion]] Japan den Krieg (siehe auch [[Japanisch-Sowjetischer Neutralitätspakt]]). Obwohl die [[Kaiserlich Japanische Armee|japanische Armee]] schon am 15. August 1945 vor den Alliierten kapitulierte, wurden Kapitulationsverhandlungen mit den [[Rote Armee|sowjetischen Truppen]] erst am 19. August aufgenommen. Schließlich besetzte die Sowjetunion die ganze Insel und die Kurilen bis zum 5. September. In den Kämpfen um die Besetzung Südsachalins und der [[Kurilen]] waren über 8000 sowjetische Soldaten gefallen. Die [[Japaner]], die 93 % der Bevölkerung Südsachalins bildeten, wurden [[Vertreibung|vertrieben]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dirk Hoerder]]: &amp;#039;&amp;#039;Migrationen und Zugehörigkeiten&amp;#039;&amp;#039;. In: Emily S. Rosenberg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;C.H. Beck/Harvard UP: Geschichte der Welt. Band 5: 1870–1945. Weltmärkte und Weltkriege&amp;#039;&amp;#039;. C.H. Beck, München 2012, S. 432–588, hier S. 577.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von August 1948 bis November 1954 bestand in [[Ocha]] im Nordteil der Insel ein Gefangenenlager mit bis zu 15.900 Personen, die unter anderem auch beim Bau von erdölverarbeitenden Betrieben und Pipelines eingesetzt wurden,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Memorial|300|lager|SachalinLag}}&amp;lt;/ref&amp;gt; von Mai 1950 bis April 1953 ein weiteres mit bis zu 14.200 Inhaftierten bei [[Tymowskoje]] im Zentralteil der Insel.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Memorial|352|lager|„Bau 506“}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund des [[Friedensvertrag von San Francisco|Friedensvertrages von San Francisco]] verzichtete Japan am 8. September 1951 (in Kraft ab dem 28. April 1952) auf die Souveränität über Sachalin und einen großen Teil der Kurilen. Der Vertrag legte aber den Teil der Kurilen, für den Japan auf die Souveränität verzichtet hatte, nicht explizit fest. Zudem unterzeichnete die Sowjetunion den Vertrag nicht. Am 1. September 1983 schossen sowjetische Abfangjäger wegen Verletzung des Luftraumes westlich der Insel Sachalin eine [[Zivile Luftfahrt|zivile]] [[Boeing 747]] der Korean Air Lines ([[Korean-Air-Lines-Flug 007|KAL 007]]) ab, wobei alle 269 Passagiere und Besatzungsmitglieder zu Tode kamen. Dieses Ereignis hatte erhebliche politische Folgen in der Spätphase des [[Kalter Krieg|Kalten Krieges]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1991 war die Insel militärisches [[Sperrgebiet]] und nur mit spezieller Genehmigung zu betreten. Das Fotografieren von Flughäfen und anderen als [[militär]]isch deklarierten Objekten ist wie überall in Russland untersagt. Am 28. Mai 1995 erschütterte ein [[Erdbeben]] der Stärke 7,5 die [[Siedlung städtischen Typs]] [[Neftegorsk (Sachalin)|Neftegorsk]], dabei starben etwa 2000 der 3500 Bewohner. Die Siedlung wurde nicht wieder aufgebaut, an ihrer Stelle entstand eine Gedenkstätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Idee einer [[Bahnstrecke Selichino–Sachalin]], die durch einen Tunnel führen soll, wurde 2008 von [[Dmitri Anatoljewitsch Medwedew|Dmitri Medwedew]] während seiner Präsidentschaft wieder aufgeworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Sakhalin-1 P.PNG|mini|hochkant|Förderfeld [[Sachalin I]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Insel Sachalin liegen die größten bekannten Erdöl- und Erdgasvorkommen Russlands. Im Küstengebiet östlich der Insel werden mindestens 700 Millionen&amp;amp;nbsp;t Erdöl und 2500 Mrd.&amp;amp;nbsp;m³ Erdgas auf einer Fläche von 20.000&amp;amp;nbsp;km² vermutet, ähnlich große Reserven wie in der [[Nordsee]]. Diese sollen in insgesamt sechs Projekten gefördert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2001 werden im Projekt [[Sachalin I]] Erdöl und Erdgas gewonnen. Es folgte eine Flüssigerdgas-Anlage [[Sachalin II]] im Süden der Insel sowie [[Sachalin III]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.platts.com/latest-news/oil/yuzhno-sakhalinsk-russia/russias-sakhalin-2016-crude-production-to-grow-26556293 Erdölförderung auf Sachalin 2016] Platts, 28. September 2016 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Rohstoffe werden durch eine Pipeline auf das russische Festland über [[Chabarowsk]] bis nach [[Wladiwostok]] transportiert. Eine weitere Pipeline führt auf die japanische Insel [[Hokkaido]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2004 wurde mit Japan ein Vertrag über die Lieferung von 1,5 Mio.&amp;amp;nbsp;t [[Flüssigerdgas]] abgeschlossen. Die Umwelt im Norden Sachalins ist stark durch die Erdölgewinnung geschädigt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://de.ibtimes.com/articles/3330/20060928/ouml-kologen-umweltsch-auml-den-energieprojekt-sachalin-2.htm |wayback=20140221062017 |text=&amp;#039;&amp;#039;Ökologen bestätigen Umweltschäden bei Energieprojekt Sachalin-2.&amp;#039;&amp;#039;  }} In: &amp;#039;&amp;#039;International Business Times.&amp;#039;&amp;#039; 28. September 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Öl- und Gasförderung spielt auch der Kohlebergbau auf Sachalin eine für die örtliche Wirtschaft tragende Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerit Schulze: &amp;#039;&amp;#039;Bessere Infrastruktur für Russlands größte Insel Sachalin&amp;#039;&amp;#039;, [[GTAI]] ([https://www.gtai.de/gtai-de/trade/branchen/branchenbericht/russland/bessere-infrastruktur-fuer-russlands-groesste-insel-sachalin-130414 gtai.de]), abgerufen am 28. April 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
Aus japanischer Zeit bestand ein Eisenbahnnetz in der in Japan üblichen [[Kapspur]] von 1067 mm, das in sowjetischer Zeit weiter ausgebaut wurde. Zwischen 2003 und 2020 wurde das inzwischen etwa 800&amp;amp;nbsp;km lange Streckennetz der Insel auf die in Russland übliche [[Breitspurbahn#Russische Breitspur|Spurweite von 1520 mm]] [[Umspurung (Oberbau)|umgespurt]]. Das geschah bei laufendem Betrieb mit [[Mehrschienengleis|Dreischienengleisen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Kabenkov, S. 41f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Schon am 18. Juli 2019 erreichte auf der umgespurten Strecke von [[Juschno-Sachalinsk]] der erste Fernzug [[Nogliki]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.transsiberianexpress.net/blog/the-gauge-change-on-sakhalin-island-railway-line &amp;#039;&amp;#039;The gauge change on Sakhalin Island&amp;#039;s railway line&amp;#039;&amp;#039;]; abgerufen am 22. Februar 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der letzte [[Schmalspurbahn|Schmalspurzug]] – ein Nahverkehrszug – verkehrte am 30. September 2020. Seine Lokomotive wurde dem [[Museum für Eisenbahntechnik Nowosibirsk]] übergeben.&amp;lt;ref&amp;gt;Kabenkov, S. 42.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://meduza.io/en/feature/2020/11/13/on-the-right-track |titel=On the right track Russia’s Sakhalin finishes regauging railways the USSR inherited from Japan after WWII |sprache=en |abruf=2026-03-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht umgespurte Abschnitte wurden stillgelegt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste der Städte in der Oblast Sachalin]]&lt;br /&gt;
* [[Schienenverkehr auf Sachalin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Anton Pawlowitsch Tschechow|Anton Čechov]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Insel Sachalin.&amp;#039;&amp;#039; Übers. des Originals &amp;#039;&amp;#039;Ostrov Sachalin&amp;#039;&amp;#039; (1893–1894) von Gerhard Dick, hrsg. und kommentiert von Peter Urban. Diogenes, Zürich 1987, ISBN 3-257-20270-9.&lt;br /&gt;
* György Dalos: &amp;#039;&amp;#039;Die Reise nach Sachalin. Auf den Spuren von Anton Tschechow.&amp;#039;&amp;#039; Europäische Verlagsanstalt / Rotbuch, Hamburg 2001, ISBN 3-434-50503-2&lt;br /&gt;
* Sergey Kabenkov: &amp;#039;&amp;#039;1520-mm Railway Gauge Marked Its 50th Anniversary.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;OSJD Bulletin&amp;#039;&amp;#039; 6 (2021), S. 39–42.&lt;br /&gt;
* S. Noma (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Sakhalin.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Japan. An Illustrated Encyclopedia.&amp;#039;&amp;#039; Kodansha, Tokyo 1993, ISBN 4-06-205938-X, S.&amp;amp;nbsp;1301.&lt;br /&gt;
* [http://zefys.staatsbibliothek-berlin.de/index.php?id=dfg-viewer&amp;amp;set%5Bimage%5D=5&amp;amp;set%5Bzoom%5D=default&amp;amp;set%5Bdebug%5D=0&amp;amp;set%5Bdouble%5D=0&amp;amp;set%5Bmets%5D=http%3A%2F%2Fcontent.staatsbibliothek-berlin.de%2Fzefys%2FSNP27646518-19050805-1-0-0-0.xml &amp;#039;&amp;#039;Sachalin – die Schreckensinsel.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Berliner Tageblatt – Literarische Rundschau,&amp;#039;&amp;#039; 1905.&lt;br /&gt;
* Sören Urbansky (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039; Unsere Insel – Sowjetische Identitätspolitik auf Sachalin nach 1945.&amp;#039;&amp;#039; Be.bra, Berlin 2013, ISBN 978-3-95410-017-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Sakhalin|Sachalin}}&lt;br /&gt;
* [http://www.sakhalin.ru/ Sachalin News] (russisch und englisch)&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20160606175558/https://inrussland.net/index-sac.html Report über Sachalin]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Rohstoffe&lt;br /&gt;
* Peter A. Fischer: [https://www.nzz.ch/articleEMGQ8-1.73092 &amp;#039;&amp;#039;Auf Sachalin wird an der Zukunft der Petro-Energie gebaut.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Zürcher Zeitung]].&amp;#039;&amp;#039; 4. November 2006.&lt;br /&gt;
* [http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/russland-gasprom-uebernimmt-mehrheit-von-sachalin-2-1382360.html &amp;#039;&amp;#039;Gasprom übernimmt Mehrheit von ‚Sachalin 2‘.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]].&amp;#039;&amp;#039; 22. Dezember 2006.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4051141-8|NDL=00631343|VIAF=315939192}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sachalin| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Insel (Asien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Insel (Oblast Sachalin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Insel (Ochotskisches Meer)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
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