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	<title>Ruth Margarete Roellig - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T21:00:42Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ruth_Margarete_Roellig&amp;diff=1736527&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie.</title>
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		<updated>2026-01-19T08:56:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ruth Margarete Roellig&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[14. Dezember]] [[1878]] in [[Schwiebus]]; † [[31. Juli]] [[1969]] in [[Berlin-Schöneberg]]) war eine deutsche [[Schriftsteller]]in.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Bis 1933 ===&lt;br /&gt;
Ruth Margarete Roellig kam 1878 als Tochter der Gastwirte Anna und Otto Roehlig zur Welt. 1887 zogen die Eltern nach Berlin um. Roellig besuchte eine Schule für höhere Töchter und ein [[Mädchenpensionat|Pensionat]]. Die Aufzeichnungen ihres späteren Werdegangs gingen vermutlich bei der Wohnungsauflösung nach ihrem Tode verloren. Vermutlich betätigte sie sich schon vor dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] schriftstellerisch. Nach einer Ausbildung zur [[Redakteur]]in fand sie eine Anstellung in einem Berliner Verlagshaus und schrieb für den [[Berliner Lokal-Anzeiger]] und die Frauenzeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Bazar&amp;#039;&amp;#039; sowie verschiedene literarische Zeitschriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1913 veröffentlichte sie ihr erstes Buch &amp;#039;&amp;#039;Geflüster im Dunkel&amp;#039;&amp;#039;, das die Beziehung eines Dichters zu einer Muse beschreibt. Auf Reisen und bei Auslandsaufenthalten in Finnland, Bonn und Paris schrieb sie Romane und Erzählbände, wie &amp;#039;&amp;#039;Lutetia Parisiorum&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Traumfahrt: Eine Geschichte aus Finnland&amp;#039;&amp;#039;, in denen sie ihre Reiseerfahrungen verarbeitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1927 kehrte sie nach Berlin zurück und erreichte vor allem in der damaligen [[Lesbisch|lesbischen]] Szene eine hohe Bekanntheit. In Deutschland wurde damals weibliche Homosexualität weniger strafrechtlich verfolgt als die männliche, war aber dennoch sozial geächtet. Roellig veröffentlichte diverse Kurzgeschichten und Gedichte in einschlägigen Magazinen wie der &amp;#039;&amp;#039;[[Frauenliebe]]&amp;#039;&amp;#039;. 1928 erschien ihr Führer &amp;#039;&amp;#039;Berlins lesbische Frauen&amp;#039;&amp;#039;, der vierzehn Treffpunkte der lesbischen Kreise beschrieb. Das Vorwort schrieb [[Magnus Hirschfeld]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;glbtq&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.glbtq.com/literature/roellig_rm.html |wayback=20150407123721 |text=Ruth Margarete Roellig |archiv-bot=2019-05-11 06:59:00 InternetArchiveBot }} auf Glbtq.com&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine zweite Auflage wurde 1930 gedruckt. 1930 beteiligte sie sich an dem Aufklärungsbuch &amp;#039;&amp;#039;Das lasterhafte Weib&amp;#039;&amp;#039; mit einem Beitrag zum Lesbentum und [[Transvestitismus]]. Auch in ihrer Erzählung &amp;#039;&amp;#039;Ich klage an&amp;#039;&amp;#039;, die vom Verlust des Lebenspartners, Zwangsehe und Unterdrückung handelt, versuchte sie sich an aufklärerischer Prosa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit des Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
Mit der [[Machtergreifung|Machtübernahme]] der [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] verändert sich die Einstellung des Staates gegenüber der [[Homosexualität]] auf massive Weise. Homosexualität galt als [[Entartung (Medizingeschichte)|„Entartung“]] und als Verbrechen. Obwohl Lesbierinnen nicht systematisch verfolgt wurden und auch nicht in [[Konzentrationslager]] deportiert wurden, ächtete der Nationalsozialismus auch diese Lebensform. Die damalige Lesbenszene wurde zerschlagen. Im Zuge der [[Gleichschaltung]] wurden auch homosexuelle Schriftsteller aus dem Literaturbetrieb entfernt. Roellig verschwieg jedoch ihre lesbischen Schriften und bewarb sich im November 1936 bei der [[Reichsschrifttumskammer]]. Ihren Lebenslauf schloss sie mit den Worten „Ich bin ein durch und durch deutsch fühlender Mensch und bringe den Bestrebungen unseres verehrten Führers die innigsten Sympathien entgegen. [[Heil Hitler]].“&amp;lt;ref&amp;gt;zitiert nach Schoppmann 1996. S. 169.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Zeit des Nationalsozialismus veröffentlichte sie vermutlich nur zwei Bücher: den Kriminalroman &amp;#039;&amp;#039;Der Andere&amp;#039;&amp;#039; und Kriegsroman &amp;#039;&amp;#039;Soldaten, Tod, Tänzerin&amp;#039;&amp;#039;. &amp;#039;&amp;#039;Der Andere&amp;#039;&amp;#039;, erschienen 1936, handelt von Lloyd Warring, einem Schriftsteller, der ein dunkles Geheimnis hat: Er ist ein Raubmörder. In der 13-jährigen Lydia Heinke findet er seine Muse. Diese benutzt ihn aber nur und verrät ihn versehentlich. In der Polizeizelle begeht der Protagonist Selbstmord. Der Roman enthält Anspielungen auf die lesbische Neigung der Autorin, so sind viele Figuren „versteckte Homosexuelle“.&amp;lt;ref&amp;gt;Schoppmann 1996. S. 172.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1937 erschien &amp;#039;&amp;#039;Soldaten, Tod, Tänzerin&amp;#039;&amp;#039;, der auf einer angeblichen Begebenheit im Ersten Weltkrieg beruht. Protagonistin ist die Tänzerin Marion, die in den Wirren des Krieges als Spionin verdächtigt wird und in [[Rumänien|rumänische]] Gefangenschaft gerät. Auch die [[Oktoberrevolution]] erlebt sie mit. Über Umwege gelangt sie zurück nach Berlin. Der Roman ist voller [[Judenfeindschaft|antisemitischer]] und [[Antikommunismus|antikommunistischer]] Motive und ganz auf der Linie des Nationalsozialismus. Das Buch wurde vom rumänischen Verkehrsamt beanstandet. Dieses bat „in Anbetracht einer besseren Beziehung zwischen Rumänien und Deutschland“&amp;lt;ref&amp;gt;zitiert nach Schoppmann 1996. S. 175.&amp;lt;/ref&amp;gt;, das Buch aus dem [[C. Bertelsmann Verlag]] zurückzuziehen. Im März 1938 lehnte [[Joseph Goebbels]]’ Stellvertreter dies jedoch ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im gleichen Jahr landete auch ihr Buch &amp;#039;&amp;#039;Berlins lesbische Frauen&amp;#039;&amp;#039; auf der [[Liste verbotener Autoren während der Zeit des Nationalsozialismus|Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums]]. &amp;#039;&amp;#039;Soldaten, Tod, Tänzerin&amp;#039;&amp;#039; sollte ihre letzte Monographie bleiben. Es gab zwar Pläne einen Roman über ein „[[Arier|arisches]]“ Kind, das bei einem [[Judentum|jüdischen]] Adoptivvater aufwächst und einen weiteren um ihre Erlebnisse im [[Luftschutzkeller]], zu veröffentlichen, doch diese beiden Romane erschienen nie. Ob sie nach der [[Beschlagnahme]] ihres Buches &amp;#039;&amp;#039;Berlins lesbische Frauen&amp;#039;&amp;#039; unter [[Berufsverbot]] stand, ist nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November 1943 wurde ihre Wohnung in Schöneberg bei einem Luftangriff zerstört und Roellig zog auf ihr Landhaus in Schlesien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach 1945 ===&lt;br /&gt;
Nach dem Krieg zog Roellig mit ihrer Lebensgefährtin Erika zu ihrer Schwester Käthe. Publizistisch betätigte sie sich nicht mehr. Gemeinsam mit [[Elsa Conrad]] erwog sie, in Berlin ein Lokal für lesbische Frauen zu eröffnen, die Pläne zerschlugen sich jedoch.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ilse Kokula |Titel=&amp;quot;Wir waren irgendwie unaufrichtig&amp;quot; - Lesbisch leben in den Fünfziger Jahren |Hrsg=Projekt Offene Frauenhochschule |Sammelwerk=Frauen Untereinander. Dokumentation der Offenen Frauenhochschule in Wuppertal |Datum=1989 |Seiten=105-119}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 31. Juli 1969 starb sie eines natürlichen Todes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Literarisch ist Ruth Margarete Roellig heute weitestgehend vergessen. Ihr Führer durch die Berliner Lesbenszene galt zur damaligen Zeit als eines der Standardwerke der [[Geschichte der Lesben- und Schwulenbewegung|Lesben- und Schwulenbewegung]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;glbtq&amp;quot; /&amp;gt; und ist heute ein viel zitiertes Werk als historische Quelle. Der Band wurde 1981 und 1994 unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Lila Nächte: Die Damenklubs der Zwanziger Jahre&amp;#039;&amp;#039; neu aufgelegt. Ihre späteren Werke wurden schon zur damaligen Zeit kaum gelesen, eine besondere Rezeption ist nicht bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Liebende Frauen Kleinanzeigen 1.jpg|mini|200px|Werbung für das Buch &amp;#039;&amp;#039;Berlins lesbische Frauen&amp;#039;&amp;#039; in der Zeitschrift &amp;quot;[[Liebende Frauen (Zeitschrift)|Liebende Frauen]]&amp;quot;]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Monografien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Geflüster im Dunkel&amp;#039;&amp;#039; (1913)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Liane&amp;#039;&amp;#039; (1919)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Traumfahrt: Eine Geschichte aus Finnland&amp;#039;&amp;#039; (1920)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Lutetia Parisorum&amp;#039;&amp;#039; (1920)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die fremde Frau&amp;#039;&amp;#039; (1920)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die heiligen Annunziaten&amp;#039;&amp;#039; (1925)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Berlins lesbische Frauen&amp;#039;&amp;#039; (1928)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ich klage an!&amp;#039;&amp;#039; (1931)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Kette im Schoß&amp;#039;&amp;#039; (1931)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Andere&amp;#039;&amp;#039; (1935)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Soldaten, Tod und Tänzerin&amp;#039;&amp;#039; (1937)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Aufsätze&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Lesbierinnen und Transvestiten&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Das lasterhafte Weib&amp;#039;&amp;#039;. Herausgegeben von Agnes Countess Esterhazy (1930)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Sarah Colvin: &amp;#039;&amp;#039;Roellig, Ruth Margarete&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Who’s Who in gay and lesbian history. From antiquity to World War II&amp;#039;&amp;#039;. Herausgegeben von [[Robert Aldrich]] und [[Gary Wotherspoon]]. Routledge, New York NY u. a. 2001, ISBN 0-415-15982-2, S. 445.&lt;br /&gt;
* [[Claudia Schoppmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Die innigsten Sympathien für den Führer. Ruth Margarete Roellig&amp;lt;!-- sic! --&amp;gt; im „Dritten Reich“&amp;#039;&amp;#039;. In: Christiane Caemmerer u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Dichtung im Dritten Reich? Zur Literatur in Deutschland 1933-1945&amp;#039;&amp;#039;. Westdeutscher Verlag, Opladen 1996, ISBN 3-531-12738-1, S. 169–176.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1074200411|LCCN=no94009584|VIAF=74533220}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Roellig, Ruth Margarete}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Deutsch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Homosexualität in der Literatur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Reichsschrifttumskammer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Roman, Epik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Homosexualität (Berlin)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Kulturjournalist]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Roellig, Ruth Margarete&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutsche Schriftstellerin&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=14. Dezember 1878&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Schwiebus]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=31. Juli 1969&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin-Schöneberg]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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