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	<title>Runenstein - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Runenstein&amp;diff=165291&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Invisigoth67: form</title>
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		<updated>2026-04-13T13:04:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;form&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Jellingsten stor 1.jpg|mini|[[Runensteine von Jelling|Der große Jellingstein]] ist ein Reliefrunenstein mit Christusdarstellung, um 960/985]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Runensteine&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{daS|Runesten}}; {{svS|Runsten}}; {{noS|Runestein}}) sind aufrechtstehende Steine, die mit [[Runen]]inschriften versehen sind. Aufgerichtet wurden diese Steine ab der nordischen [[Eisenzeit]] sowie während der [[Vendelzeit|Vendel-]] und [[Wikingerzeit]] zwischen dem 5. und 12. Jahrhundert. Sie wurden meist zur Erinnerung an Verstorbene oder Gefallene gesetzt, aber auch als [[Denkmal (Gedenken)|Denkmäler]] eigener Leistungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Runensteine sind mit Ornamenten oder Bändern verziert.&lt;br /&gt;
Um die 200 Runensteine sind auch mit figürlichen Darstellungen versehen, davon ungefähr 100 mit Tierdarstellungen.&lt;br /&gt;
Es gibt auch Ritzungen, die auf [[Findling]]en aufgebracht wurden und in Schweden „[[Runenblock]]“ ([[Ramsundritzung]], [[Runenblock von Ed]], [[Runenblock von Sjusta]]) oder auf [[Aufschluss (Geologie)|Aufschlüssen]], „Runenplatte“ ({{svS|Runhäll}} – [[Runmarsvreten]]) genannt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kennzeichnung ==&lt;br /&gt;
Schwedische und dänische Runensteine werden durchnummeriert. Die schwedischen sind nach Provinzen geordnet (vgl. [[Samnordisk runtextdatabas]], z.&amp;amp;nbsp;B. Sö 111 = Södermanland 111), während die dänischen die Buchstabenkombination DK und eine Zählnummer tragen. Dabei haben auch die deutschen [[Runensteine von Haithabu]] und die Steine einiger schwedischer Provinzen (z.&amp;amp;nbsp;B. Halland und Schonen) DR-Nummern. Es kommen aber auch andere Buchstaben-Zahlen-Kombinationen vor, besonders für Neufunde. In Schweden wird unterschieden zwischen dem bearbeiteten Stein &amp;#039;&amp;#039;(Runsten)&amp;#039;&amp;#039;, dem massiveren Block &amp;#039;&amp;#039;(Runblock)&amp;#039;&amp;#039; und der Ritzung &amp;#039;&amp;#039;(Runhäll)&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery caption=&amp;quot;Runensteine&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bildstein-Bunge 1.jpg|[[Bildstein von Stora Hammars]], 8. Jhd.&lt;br /&gt;
Björketorpsstenen runor.jpg|[[Runenstein von Björketorp]], 7. Jhd.&lt;br /&gt;
Faroe stamp 059 runen stone.jpg|Runenstein von [[Sandavágur]] (Färöer) auf einer Briefmarke&lt;br /&gt;
Rune stone density-km2-Sweden.svg|Verbreitung von Runensteinen (pro&amp;amp;nbsp;km²) in Schweden&lt;br /&gt;
Sö 111, Stenkvista.jpg|Runenstein Sö 111 mit Mjölnir an der Kirche von Stenkvista&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Forschung ==&lt;br /&gt;
Die erste schriftliche Erwähnung eines Runensteins erfuhr der Runenstein Vg 90 in einem Brief des schwedischen Königs [[Magnus Ladulås]], der ihn 1287 als [[Grenzstein]] des [[Kloster Gudhem|Klosters Gudhem]] erwähnt. Die erste wissenschaftliche Abhandlung über einige Steine entstand 1554 durch die Gebrüder [[Olaus Magnus|Olaus]] und [[Johannes Magnus]]. [[Johannes Bureus]] verfasste 1599 sein Runensteinbuch &amp;#039;&amp;#039;Runakänslones lärespån&amp;#039;&amp;#039; und [[Ole Worm]] schrieb seine Abhandlung &amp;#039;&amp;#039;Runar sea Danica Literatura antiquissima, vulgo Gothica dicta&amp;#039;&amp;#039; über dänische Runensteine 1651. &amp;quot;Bautil&amp;quot; ist ein runologisches Werk des schwedischen Priesters und Antiquars Johan Göransson (1712–1769) das 1750 veröffentlicht wurde. Es enthält 1173 Holzschnitte und hatte große Bedeutung für das Wissen um die heute verlorenen Runensteine und Runeninschriften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung und Zeitstellung ==&lt;br /&gt;
* Der älteste bisher gefundene Runenstein, der [[Runenstein von Svingerud]] in Norwegen wird auf 1–250 n. Chr. datiert.&lt;br /&gt;
* Deutschlands bislang vier im Umkreis von [[Runensteine von Haithabu|Haithabu]] gefundene Runensteine stehen im [[Wikinger Museum Haithabu]] in [[Haithabu|Haddeby]] bei [[Schleswig]]. Ein fünfter Stein, der sogenannte [[Runenstein von Rogäsen]] in Brandenburg, konnte bislang weder entziffert noch datiert werden. Auf [[Wolin|Wollin]] fand sich der Runenstein PL VK;269.&amp;lt;ref&amp;gt;Else Roesdahl (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Från Vikingar till Korsfarare. Norden och Europa 800–1200.&amp;#039;&amp;#039; Europarådets 22:a utställning (Viking og Hvidekrist. Norden og Europa 800–1200). Stockholm/Kopenhagen 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* In Dänemark und [[Skandinavien]] wurden rund 3200 Runensteine gefunden, davon über 2800 in [[Schweden]] (knapp 400 auf [[Gotland]]), 267 in Dänemark (einschließlich Schleswig und [[Schonen]]), in [[Norwegen]] 133. Ein typisches Beispiel für Runensteine in Norwegen ist der [[Skeistein]] in der [[Telemark]]. Die Inschrift ist auf das frühe 11. Jahrhundert datiert. Zu diesem Stein gehörten ursprünglich drei weitere Steine. An diesem Kultort wurden bis ins 18. Jahrhundert Erntefeste abgehalten. Der Name des Steins leitet sich von “skeid” ab, was eine Zusammenkunft der Landbevölkerung zu Pferdewettkämpfen und anderen Wettbewerben bezeichnet. Der am Gräberfeld in der Nähe des Sees [[Tyrifjorden]] nordwestlich von Oslo 202q gefundene Runenstein wird auf 1–250 n. Chr. datiert und ist der wohl älteste bisher gefundene.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://science.orf.at/stories/3217171/ Ältester Runenstein der Welt entdeckt] orf.at, 17. Januar 2023, abgerufen am 17. Januar 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Über 220 [[Runeninschriften auf den Britischen Inseln]], allerdings kaum Steine&lt;br /&gt;
* auf Island und den Färöern&lt;br /&gt;
* auf Grönland&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Runensteine wurden in Norwegen und Schweden seit dem 4. Jahrhundert, in [[England]] seit dem 7. Jahrhundert, in [[Dänemark]] (37 in der Literatur als bedeutend angesehene Steine), Deutschland und auf den [[Färöer]]n (3) erst im 9. Jahrhundert aufgestellt. Der [[Runenstein von Beresan]] steht in der [[Ukraine]]. Vereinzelte Steine finden sich im [[Baltikum]], auf [[Grönland]] ([[Runenstein von Kingittorsuaq]]) und auf den [[Britische Inseln|Britischen Inseln]] außerhalb Englands.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einiges spricht dafür, dass Runensteine zuerst im [[Bohuslän]] oder im norwegischen [[Østfold]] aufkamen, von wo sie sich nach Mittelschweden ausbreiteten. Die Verbreitungskarte stützt diese Ansicht allerdings nicht. Die Gegend hat aber eine uralte [[Felsritzung|Bildertradition]]. Einer der wenigen mit einem Bild geschmückten eisenzeitlichen [[Bautastein]]e steht auf dem [[Gräberfeld von Greby]]. In [[Runenstein von Tune|Tune]] in Norwegen wurde ein Stein gefunden, der zu den ältesten gehört, die man entdeckt hat. In Schweden findet man aus den Jahrhunderten vor der Wikingerzeit sowohl Runensteine als auch kleinere Steine in Gräbern, wie zum Beispiel einen Sargstein in einem Grab bei Kylver auf Gotland, das Gegenstände aus der Zeit um etwa 400 enthielt.&lt;br /&gt;
Der [[Krogstastenen]] (U 1125) aus dem 6. Jahrhundert in Uppland mit einer frühen Bildritzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der in den USA gefundene [[Runenstein von Kensington]], [[Minnesota]] ist eine Fälschung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Form und Aussehen ==&lt;br /&gt;
=== Grundtypen ===&lt;br /&gt;
Runensteine erscheinen in zwei Grundtypen:&lt;br /&gt;
* der „Schriftstein“ ist der ältere Typ und mit senkrechten, gelegentlich aber auch waagerechten Runenzeilen bedeckt. Berühmte Exemplare dieses Typs sind die Steine von Busdorf, [[Runenstein von Glavendrup|Glavendrup]], [[Runenstein von Karlevi|Karlevi]] oder [[Runenstein von Rök|Rök]]. Der Typ ist in Norwegen, Westschweden und Dänemark vorherrschend.&lt;br /&gt;
* der „Schlangenbandstein“,  (schwed. &amp;#039;&amp;#039;drakslingor&amp;#039;&amp;#039;; dt. Drachenschlinge), dessen Runenschrift sich vom Kopf eines Drachen oder einer Schlange über den gewundenen und verschlungenen Körper bis zum Schwanzende hinzieht, ist jünger. Er hat sein Zentrum in Ost- und Mittelschweden, von wo der Typ ausstrahlt, jedoch außerhalb Schwedens selten vorkommt. Er entwickelte sich mit dem [[Ringerike-Stil|Ringerike-]] und [[Urnes-Stil]] (ca. 980–1100 n.&amp;amp;nbsp;Chr.). Die Steine zeigen Darstellungen des „großen Tieres“ (schwed. &amp;#039;&amp;#039;det stora djuret&amp;#039;&amp;#039;). Prachtexemplare standen/stehen in [[Runenstein von Tullstorp|Tullstorp]], [[Runenstein von Frösön|Frösön]], [[Runenstein von Nasta|Nasta]], [[Runensteine von Hansta|Hansta]] und Simris. Bei Steinen, die mit einem christlichen Kreuz versehen wurden, sind meist die Merkmale der Schlange (Kopf und Schwanz) weggelassen worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Darstellungen und Verzierungen ===&lt;br /&gt;
Die meisten Runensteine tragen nur Inschriften ([[Runenstein von Ådala]]). Einige andere sind primär mit [[Relief]]s ({{svS|Reliefhuggna}}) verziert. Meist jedoch mit [[Ornament]]en (Schlangenband), Symbolen ([[Tatzenkreuz]], [[Keltenkreuz|Ringkreuz]], [[Irisches Koppel]]) oder figürlichen Darstellungen ([[Tierdarstellung (Runensteine)|Tierdarstellungen]], Menschendarstellungen) verziert (Bildsteine). Die Bilder waren mittels Farbe (rot, schwarz, weiß) hervorgehoben,&amp;lt;ref&amp;gt;Ein Bild davon gibt u.&amp;amp;nbsp;a. der moderne Runenstein &amp;#039;&amp;#039;Frövis sten&amp;#039;&amp;#039; wieder ([https://www.svenskarunstenar.net/narke/frovistenen.html online auf svenskarunstenar.net])&amp;lt;/ref&amp;gt; die heute verblichen ist bzw. nachgemalt wurde.&lt;br /&gt;
Der aufwendigste unter den verzierten [[Norwegen|norwegischen]] Steinen ist der [[Runenstein von Dynna]]. Er ist aus rotem Sandstein voller Bildmotive im [[Ringerike]]-Stil und trägt eine Inschrift.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;150&amp;quot; heights=&amp;quot;160&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Öl Fv1911;274B, Resmo.jpg|Der nachkolorierte [[Runenstein von Resmo]] – Öl Fv1911;274B&lt;br /&gt;
jelling-grosses-tier.gif|[[Tierdarstellung (Runensteine)|Tierdarstellung]] ([[Runensteine von Jelling|Großer Jellingstein]]), um 965/980&lt;br /&gt;
Kors, På äldre svensk runsten, Nordisk familjebok.png|Eine Art [[Tatzenkreuz|Tatzen-]] und [[Keltenkreuz|Ringkreuz]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als [[Maskenstein]]e bezeichnete Bildsteine kennt man nur aus Dänemark (Århus, Sjellebro), hier sind Bilder in Findlinge geritzt, die nicht immer eine Runeninschrift tragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bildsteine auf Gotland ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Gotländische Bildsteine}}&lt;br /&gt;
Die wahrscheinlich farbigen (schwarz-weiß-rot) gotländischen Bildsteine sind eine Besonderheit der [[Wikinger]]zeit; sie sind primär auf der schwedischen Insel [[Gotland]] und vereinzelt an den benachbarten Küsten und auf [[Öland]] anzutreffen. Sie zeigen menschliche Gestalten (Götter), mehrere Tierarten, magische Symbole, [[Wirbelrad|Wirbelräder]], [[Ruderboot]]e, [[Segelschiff]]e, [[Spirale]]n, mythologische Szenen und &amp;#039;&amp;#039;Runenbänder&amp;#039;&amp;#039; und sind ein Abbild der Religionsgeschichte. Am Ende erscheinen Steine mit dem griechischen-(christlichen) Kreuz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben gibt es reich verzierte [[Grabkiste|Kistensteine]]. Die [[Steine von Ardre]] sind in [[Stockholm]]s Statens Historiska Museum ausgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Piktensteine in Schottland ===&lt;br /&gt;
In Europa gibt es noch eine zweite Gruppe von Bildsteinen, deren Bildanteil Symbole zeigt, sich aber auch aus dem Bereich der symbolhaften Darstellungen, wie sie etwa irische Kreuz- oder Pillarsteine zeigen, heraushebt, das sind die [[Piktischer Symbolstein|Piktensteine]] in [[Schottland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Größe ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Sjorring 1 600px.jpg|mini|Der mit 63 cm kleinste Runenstein Dänemarks]]&lt;br /&gt;
Die größten Runensteine sind Runenblöcke, [[Findling]]e die nach der Art von Runensteinen beschriftet wurden ([[Runenblock von Ed]], [[Runenblock von Sjusta]] und Runenblock U 412 bei Sigtuna).&lt;br /&gt;
Der [[Runenstein von Vang (Thy)]] nordwestlich von Sjørring in [[Thy]] ist der kleinste Runenstein Dänemarks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Runenstein mit der längsten bekannten Inschrift, rund 750 Zeichen, ist der [[Runenstein von Rök]] in Schweden. Der [[Runenstein von Glavendrup]] auf der dänischen Insel [[Fünen]] ist mit 210 Runen der Runenstein mit der längsten Inschrift in Dänemark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schrifttypen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der germanischen Eisenzeit und der älteren [[Vendelzeit]] liegen in Schweden mehr Inschriften mit älteren [[Futhark#Das ältere Futhark|Runen]] vor als aus späteren Zeiten. Die meisten Inschriften treten auf Gold[[brakteat]]en auf, doch viele auch auf Runensteinen, deren Anzahl aber nicht mit der gewaltigen Menge der [[wikingerzeit]]licher Runensteine im jüngeren [[Futhark]] geschrieben, zu vergleichen ist. Aus der Eisenzeit und der Vendelzeit sind etwa 20 Steine mit den älteren Runen in Schweden bekannt, zu denen auch der Stein aus der Grabkiste von Kylver auf [[Gotland]] zählt. Norwegen hat etwa 30 Runenritzungen auf einzelnen Steinen, Steinen von Grabkisten und Felsen, während Dänemark keine Steine mit älteren Runen aufzuweisen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Inschriften haben zuweilen berichtenden Charakter. Eine lange urnordische Runeninschrift findet sich auf einem [[Runenstein von Rö|Stein]], der 1919 bei Rö, Otterö/Tanum in [[Bohuslän]], entdeckt wurde. Ein ähnlicher Text ist auf einem [[Runenstein von Möjbro]] in Uppland eingeritzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Runensteine bieten – ähnlich den römischen Grabstelen – einen Einblick in das Selbstverständnis, die [[Wertvorstellung|Werte]] und Leistungen einzelner Personen, die aufgrund ihres Standes die Möglichkeit hatten, eine zumindest lokale Rolle in der [[Tradition (Geschichtswissenschaft)|überlieferten]] [[Geschichte]] zu spielen. Der älteste Runenstein, der noch an seinem ursprünglichen Platz steht, ist der Einangstein in Norwegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man kann verschiedene Zweckbestimmungen von Runensteinen unterscheiden:&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;Gedenksteine&amp;#039;&amp;#039;, die von Angehörigen oder Verehrern gesetzt worden sind,&lt;br /&gt;
* die &amp;#039;&amp;#039;Selbstdarstellungssteine&amp;#039;&amp;#039;, die Leistungen dessen rühmen, der den Stein gesetzt hat,&lt;br /&gt;
* ähnlich, aber von etwas unterschiedlichem Charakter die endzeitlichen Steine, die &amp;#039;&amp;#039;religiöse Leistungen&amp;#039;&amp;#039; von erst vor kurzem zum Christentum übergewechselten Gläubigen ansprechen; auf ihnen ist neben den Runen das christliche Kreuz zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel eines Selbstdarstellungssteines ist der [[Runenstein von Yttergärde]] (U&amp;amp;nbsp;344) (einer der 30 England-Runensteine) nahe Stockholm. Dort schreibt ein schwedischer Wikinger über sich: &amp;#039;&amp;#039;”in ulfr hafir onklati * Þru kialtakat Þit uas fursta Þis tursti * Þa ---Þurktil * Þa kalt knutr”&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
Übersetzt: Ulf hat in England dreimal Tributgeld erhalten. Das erste war mit Toste &amp;#039;&amp;#039;(Skagul Toste, einem Wikinger aus der Provinz West Götaland – Dynastie Stenkil)&amp;#039;&amp;#039;, das zweite mit Thorkel &amp;#039;&amp;#039;(Torkel der Hohe, ein dänischer [[Jarl]], der 1011 englischen Tribut erhielt)&amp;#039;&amp;#039; und das dritte mit [[Knut der Große|Knut dem Großen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bemerkenswert ist auch die nicht geringe Anzahl von Steinen, die für und von Frauen gesetzt wurden. So ist der aufwendig mit christlichen Motiven verzierte [[Runenstein von Dynna]] von einer Frau für ihre Tochter errichtet worden. Aus den Inschriften der rund 3000 Runensteine, die aus Skandinavien bekannt sind, geht hervor, dass fast 12 Prozent der in Skandinavien erfassten Runensteine auf die alleinige Veranlassung von Frauen errichtet wurden, weitere 15 Prozent wurden von Frauen und deren Männern in Auftrag gegeben. Frauen verfügten also über die finanziellen Mittel, einen solchen Stein aufstellen zu lassen. Das verbreitete Bild „kompromissloser männlicher Vorherrschaft“ bei den Wikingern ist angesichts dieser Fakten zu korrigieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Winroth: &amp;#039;&amp;#039;Die Wikinger. Das Zeitalter des Nordens.&amp;#039;&amp;#039; Klett-Cotta, Stuttgart 2016, S. 217.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Runensteine über Fahrten in andere Länder ==&lt;br /&gt;
Viele Runensteine aus dem 9. bis 11. Jahrhundert berichten über Fahrten von [[Wikinger]]n bzw. [[Waräger]]n in viele Teile Europas: in die [[Kiewer Rus]], ins [[Byzantinisches Reich|Byzantinische Reich]], nach [[England]] und in andere Gebiete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Waräger-Runensteine]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Ost-Runensteine: 14 Steine berichten über Fahrten nach „dem Osten“. Der Kälvesten von Västra Stenby in Östergötland stammt aus der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts. Er ist der vermutlich älteste dieser Steine und berichtet, dass Stig das Denkmal für seinen Sohn Öyvind, der im Osten gefallen ist, errichtete.&lt;br /&gt;
* [[Gardarike-Runensteine]]: Einige Steine berichten von Fahrten nach [[Gardarike]] ([[Kiewer Rus]]). Der [[Runenstein von Beresan]] steht in der [[Ukraine]].&lt;br /&gt;
* [[Ingvar-Runensteine]]: 26 Runensteine berichten vom Heerzug Ingvars, der sich offenbar an der &amp;#039;&amp;#039;[[Schlacht von Sasireti]]&amp;#039;&amp;#039; beteiligte und 1041 mit fast allen seinen Männern umkam.&lt;br /&gt;
* Serkland-Runensteine: Vier davon befassen sich mit &amp;#039;&amp;#039;[[Serkland]]&amp;#039;&amp;#039; (Georgien).&lt;br /&gt;
* [[Griechenland-Runensteine]]. 30 Runensteine berichten über Waräger, die im [[Oströmisches Reich|Byzantinischen Reich]] waren, als Krieger oder als Mitglieder der [[Warägergarde]] des byzantinischen Kaisers. Der wichtigste von ihnen ist der [[Runenblock von Ed]], der von einem Befehlshaber der Garde gestiftet wurde.&lt;br /&gt;
* [[Italien-Runensteine]]: Vier Runensteine erwähnen Krieger, die in Italien in byzantinischen Diensten starben.&lt;br /&gt;
* [[Ostsee-Runensteine]]: Einige Runensteine sind Personen im Baltikum gewidmet, die in Finnland, Estland oder Lettland waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wikinger-Runensteine&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* England-Runensteine&lt;br /&gt;
* [[Hakon-Jarl-Runensteine]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Steine erwähnen Aufenthalte in&lt;br /&gt;
* [[Jerusalem]] („Jursalir“)&lt;br /&gt;
* Rumänien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Runensteine ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery perrow=&amp;quot;4&amp;quot; widths=&amp;quot;150&amp;quot; caption=&amp;quot;Runensteine&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skarthi stone front.jpg|Skarthestein in Haithabu (Schleswig-Holstein)&lt;br /&gt;
Stentoftenstenen.jpg|Stentoftestein in der Sankt Nicolai Kirche, Sölvesborg (Schweden)&lt;br /&gt;
Runestone in Sölvesborg.jpg|[[Runenstein DR 356]] vor der Nikolaikirche in Sölvesborg&lt;br /&gt;
Runestonebeingmade.jpg|Moderner Runenstein bei der Herstellung&lt;br /&gt;
RunestoneSeby.jpg|Der Runenstein von Seby ist mit 3&amp;amp;nbsp;m der höchste auf [[Öland]]&lt;br /&gt;
Left Gripsholm Runestone.jpg|Linker Runenstein auf dem Weg zu [[Schloss Gripsholm]]&lt;br /&gt;
Right Gripsholm Runestone.jpg|Rechter Runenstein auf dem Weg zu [[Schloss Gripsholm]]&lt;br /&gt;
U 124.jpg|Runenstein am [[Schloss Karlberg]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Samnordisk runtextdatabas|Gesamtnordische Runensteindatenbank]]&lt;br /&gt;
* [[Bautastein]]&lt;br /&gt;
* [[Cross Slab]]&lt;br /&gt;
* [[Ramsundritzung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Erik Nylén]], [[Jan Peder Lamm]]: &amp;#039;&amp;#039;Bildsteine auf Gotland,&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, Wachholtz, Neumünster 1991, ISBN 3-529-01823-6.&lt;br /&gt;
* [[Karsten Kjer Michaelsen]]: &amp;#039;&amp;#039;Politikens bog om Danmarks oldtid&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Politikens håndbøger&amp;#039;&amp;#039;). Politiken, Kopenhagen 2002, ISBN 87-567-6458-8.&lt;br /&gt;
* [[Mårten Stenberger]]: &amp;#039;&amp;#039;Nordische Vorzeit.&amp;#039;&amp;#039; Band 4: &amp;#039;&amp;#039;Vorgeschichte Schwedens.&amp;#039;&amp;#039; Wachholtz, Neumünster 1977, ISBN 3-529-01805-8, S. 366.&lt;br /&gt;
* [[Sigmund Oehrl]]: &amp;#039;&amp;#039;Zur Deutung anthropomorpher und theriomorpher Bilddarstellungen auf den spätwikinger-zeitlichen Runensteinen Schwedens&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Wiener Studien zur Skandinavistik.&amp;#039;&amp;#039; Band 16). Praesens-Verlag, Wien 2006, ISBN 3-7069-0346-6.&lt;br /&gt;
* Sigmund Oehrl: &amp;#039;&amp;#039;Die Bildsteine Gotlands. Probleme und neue Wege ihrer Dokumentation, Lesung und Deutung&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Studia archaeologiae medii aevi.&amp;#039;&amp;#039; 3). Likias Verlag, Friedberg 2019, ISBN 978-3-9820130-1-5.&lt;br /&gt;
* [[Birgit Sawyer]]: &amp;#039;&amp;#039;The Viking-age rune-stones. Custom and commemoration in early medieval Scandinavia&amp;#039;&amp;#039;. Oxford University Press, Oxford 2000, ISBN 0-19-820643-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Runestones|Runenstein}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Runestones in Gotland|Bildsteine auf Gotland|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://app.raa.se/open/runor/search Runic inscriptions online interactive map]&lt;br /&gt;
* [http://www.nordiska.uu.se/forskn/samnord.htm Samnordisk Runtextdatabas] Verzeichnis sämtlicher Runensteine in Skandinavien&lt;br /&gt;
* [http://www.geschichte-skandinavien.de/runstenarchiv.html Runensteinarchiv – Fotos und Informationen zu ausgewählten Runensteinen] (private Seite)&lt;br /&gt;
* [https://www.therunestones.com/wordpress/wp-content/uploads/2014/02/Across-Sweden-through-the-runestones-2010-13-12-01.pdf Übersicht engl.]&lt;br /&gt;
* Nadja Podbregar: [https://www.scinexx.de/news/archaeologie/aeltester-runenstein-der-welt-gefunden/ &amp;#039;&amp;#039;Ältester Runenstein der Welt gefunden&amp;#039;&amp;#039;] in [[scinexx]].de vom 20. Januar 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Invisigoth67</name></author>
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