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	<title>Ruhpolding-Formation - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T10:39:53Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ruhpolding-Formation&amp;diff=2482246&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gretarsson: Änderung 242153756 von Kuhni74 rückgängig gemacht; Verzahnung und Diachronie sind keine Synonyme</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ruhpolding-Formation&amp;diff=2482246&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2024-02-17T09:05:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderung &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Diff/242153756&quot; title=&quot;Spezial:Diff/242153756&quot;&gt;242153756&lt;/a&gt; von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/Kuhni74&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/Kuhni74&quot;&gt;Kuhni74&lt;/a&gt; rückgängig gemacht; Verzahnung und Diachronie sind keine Synonyme&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ruhpolding-Formation&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Sedimente und Sedimentgesteine|sedimentäre]] [[Formation (Geologie)|Formation]], die im [[Alpen]]orogen, vor allem aber in den [[Nördliche Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]] zu Beginn des [[Jura (Geologie)|Oberen Juras]] abgelagert wurde. Die hochmarine Formation zeichnet sich durch ihren [[Kieselgestein|Kieselreichtum]] aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bezeichnung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Glasenbachklamm Radiolarit.jpg|mini|300px|Radiolarit der Ruhpolding-Formation in der [[Glasenbachklamm]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ruhpolding-Formation, benannt nach ihrer [[Typlokalität]], der [[Oberbayern|oberbayrischen]] Gemeinde [[Ruhpolding]], wird auch als &amp;#039;&amp;#039;Ruhpoldinger Radiolarit&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=R. E. Garrison und A. G. Fischer |Titel=Deep-water limestones and radiolarites of the Alpine Jurassic |Sammelwerk=Soc. Econ. Paleontol. Mineral, Spec. Publ. |Band=14 |Ort=Tulsa |Datum=1969 |Seiten=20–56}}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder als &amp;#039;&amp;#039;Ruhpoldinger Schichten&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=F. Trauth |Titel=Die fazielle Ausbildung und Gliederung des Oberjura in den nördlichen Ostalpen |Sammelwerk=Verh. Geol. Bundesanst. |Nummer=(Jg. 1948) |Ort=Wien |Datum=1950 |Seiten=145–218}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet. Die Typlokalität befindet sich südwestlich von Ruhpolding am [[Gschwendbach (Röthelmoosbach)|Gschwendbach]] in der Nähe von [[Röthelmoos]]. Sie ist aber schlecht gewählt, da an dieser Stelle der für den gesamten [[Ostalpin|austroalpinen]] Raum charakteristische &amp;#039;&amp;#039;Rote Radiolarit&amp;#039;&amp;#039; ausnahmsweise fehlt und nur graue bis rote [[Kieselkalk]]e zugegen sind, die vom [[Ruhpoldinger Marmor]] überlagert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=E. Steiger und T. Steiger |Titel=New radiolaria from the “Ruhpoldinger Marmor” of Urschlau (Late Jurassic, Chiemgau Alps, Bavaria) |Sammelwerk=Abh. Geol. Bundesanst. |Band=50 |Ort=Wien |Datum=1994 |Seiten=453–466}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Gawlik (2000) hat aus diesem Grund ein neues Typprofil am [[Mörtlbach]] nordöstlich von [[Hallein]] mit vollständiger Ausbildung des Radiolarits vorgeschlagen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=H. J. Gawlick |Titel=Die Radiolaritbecken in den Nördlichen Kalkalpen (hoher Mittel-Jura, Ober-Jura) |Sammelwerk=Mitteilungen Gesellschaft Geologie-Bergbaustudenten Österreich |Band=44 |Ort=Wien |Datum=2000 |Seiten=97–156}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Sinne werden sämtliche [[Radiolarit]]e des [[Bajocium|Oberbajocs]], [[Callovium]]s, [[Oxfordium]]s, [[Kimmeridgium]]s und [[Tithonium|Untertithons]] in den Nördlichen Kalkalpen mittlerweile zur &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ruhpoldinger-Radiolarit-Gruppe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;(RRG) zusammengefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Parseierspitze.jpg|mini|300px|Die unmittelbar unter dem Gipfel der [[Parseierspitze]] (3036&amp;amp;nbsp;m) liegenden dunklen Radiolarite der Ruhpolding-Formation brachten einen drastischen Wechsel im Sedimentationsgeschehen der Nördlichen Kalkalpen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die namensgebende Typlokalität bildet Teil der [[Lechtal-Decke]] des [[Oberostalpin|oberostalpinen]] [[Bajuvarikum]]s. Die Formation tritt von den [[Allgäuer Alpen]] und den [[Lechtaler Alpen]] im Westen bis zu den [[Chiemgauer Alpen]] im Osten auf. Die Ruhpolding-Formation im engeren Sinne wird aber auch noch im südlich an das Bajuvarikum anschließenden [[Tirolikum]] angetroffen und erstreckt sich somit auch in den Ostteil der nördlichen Kalkalpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ruhpoldinger-Radiolarit-Gruppe besitzt noch ein wesentlich weiter gespanntes Vorkommen (räumlich und zeitlich) und erscheint in den [[Karawanken]] und in den [[Südalpen]]. Im [[Unterostalpin]] ist sie ebenfalls anzutreffen, sie liegt aber hier bereits [[Metamorphose (Geologie)|metamorphosiert]] vor (Beispiele sind das Unterostalpin im Rahmen des [[Tauernfenster]]s und in [[Graubünden]]). Ja selbst noch im [[Penninikum|penninischen Raum]] ([[Piemont-Zone]]) tritt die Gruppe auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stratigraphie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:EisenbergM.jpg|mini|300px|Steil nach Süden einfallende Schichtoberfläche der Ruhpolding-Formation am [[Eisenberg (Chiemgauer Alpen)|Eisenberg]] ({{Höhe|1490}}) bei Ruhpolding]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bajuvarikum folgt die Ruhpolding-Formation konkordant auf die [[Chiemgau-Schichten]] – kieselige, hornsteinführende, spätige Kalke – bzw. in den Allgäuer Alpen auf die grauen, [[Mergel|mergeligen]] [[Allgäuschichten|Jüngeren Allgäuschichten]]. Sie wird ihrerseits konkordant von [[Aptychen]]schichten der [[Ammergau-Formation]] (dichte, gelbliche bis grünlich-graue Mergelkalke des Tithoniums bis [[Berriasium]]s) überlagert. Der Übergang zu den Aptychenschichten mit &amp;#039;&amp;#039;[[Lammellaptychus|Lamellaptychus lamellosus]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Punctaptychus|Punctaptychus punctatus]]&amp;#039;&amp;#039; erfolgt graduell. Im Mittelabschnitt der nördlichen Kalkalpen folgt die [[Oberalm-Formation]] des Kimmeridgiums bis Berriasiums auf die Ruhpolding-Formation, stellenweise mit einem Basis[[Konglomerat (Gestein)|konglomerat]]; meistens erfolgt der Übergang jedoch allmählich und zeichnet sich vorwiegend durch zunehmenden Kalkgehalt aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im nördlichen [[Tirolikum]], so beispielsweise im [[Tauglboden-Becken]], liegt die Ruhpolding-Formation mit einer deutlichen Bankfuge auf den unterlagernden, knolligen (die Knollen bestehen aus Mangan-Eisenoxid) Rotkalken der [[Klaus-Formation]]. Die Bankfuge wird hierbei durch eine mehrere Zentimeter mächtige Tonlage betont.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=L. Krystyn |Titel=Stratigraphie, Fauna und Fazies der Klaus-Schichten (Dogger/Oxford) in den östlichen Nordalpen (Österreich) |Sammelwerk=Verh. Geol. Bundesanst. |Ort=Wien |Datum=1971 |Seiten=486–509}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Über die Ruhpolding-Formation legt sich dann die [[Tauglboden-Formation]] des [[Kimmeridgium]]s und [[Tithonium|Untertithons]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelegentlich kann die Ruhpolding-Formation auch bis auf die [[Adnet-Formation]] oder den [[Vilser Kalk]] heruntergreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Sillenkopf-Becken]] des südlichen Tirolikums wird die Ruhpolding-Formation von der [[Strubberg-Formation]] unter- und von der zur Tauglboden-Formation zeitgleichen [[Sillenkopf-Formation]] überlagert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lithologie ==&lt;br /&gt;
[[Lithologie|Lithologisch]] besteht die durchschnittlich um die 50 Meter (Variationsbreite 5 bis 100 Meter) mächtig werdende Ruhpolding-Formation aus schwarz-grünen und roten Radiolariten, Kieselkalken, kieseligen [[Mergel]]n und kieselhaltigen [[Tonstein|Tonen]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=H. J. Gawlick und W. Frisch |Titel=The Middle to Late Jurassic carbonate clastic radiolarite flysch sediments in the Northern Calcareous Alps: sedimentology, basin evolution and tectonics – an overview |Sammelwerk=Neues Jahrb. Geol. Paläontol. Abh. |Band=230 |Ort=Stuttgart |Datum=2003 |Seiten=163–213}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie ist im Wesentlichen aus [[Radiolarien]]schlick hervorgegangen. Der Schlick verfestigte sich zu einer gleichmäßig feingeschichteten und gebänderten [[Chert (Gestein)|Chertformation]], die aus [[Hornstein (Gestein)|Hornstein]]-, Kieselkalk- und [[Kieselschiefer]]lagen aufgebaut wird. Die einzelnen kieseligen Lagen werden meist von hauchdünnen Tonlagen abgetrennt. Die daraus resultierende Zyklizität ist womöglich mit [[Milanković-Zyklen]] in Verbindung zu bringen. Eine mögliche [[Diagenese|diagenetisch]] bedingte Absonderung als Erklärung der Bänderung kann durch zyklenübergreifende [[Massenbewegung (Geologie)|Rutschungsstrukturen]] ausgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Färbung des feinkörnigen, sehr harten, splittrig bis muschelig brechenden und witterungsfesten Gesteins ist vorwiegend rot, aber auch grünlich-hellgraue bis schwarze Farbtöne (&amp;#039;&amp;#039;Schwarzer Radiolarit&amp;#039;&amp;#039;) sind anzutreffen. Die Rotfärbung (durch [[Hämatit]]) geht auf die vollständige [[Oxidation]] der enthaltenen Eisenverbindungen durch sauerstoffreiches Tiefenwasser zurück (Verhältnis Fe&amp;lt;sup&amp;gt;3+&amp;lt;/sup&amp;gt;/Fe&amp;lt;sup&amp;gt;2+&amp;lt;/sup&amp;gt; &amp;gt; 1). Bei den grünlichen Radiolariten ist das Verhältnis Fe&amp;lt;sup&amp;gt;3+&amp;lt;/sup&amp;gt;/Fe&amp;lt;sup&amp;gt;2+&amp;lt;/sup&amp;gt; &amp;lt; 1, gebunden an die Minerale [[Serizit]] und [[Chloritgruppe|Chlorit]]. Der FeO-Anteil ist sehr hoch, ferner dürfte [[Pyrit]] bei der Farbgebung eine Rolle spielen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Dünnschliff]] lässt sich erkennen, dass sich die kieselige Grundmasse aus diagenetisch umgewandelten, maximal 0,1 mm großen Radiolarienskeletten zusammensetzt. Das chemisch nahezu aus 100 % SiO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; bestehende Chertgestein wird von teils netzartig organisierten Spalten- und Risssystemen durchzogen, die sekundär mit [[Kalzit]] auskristallisierten. Diese Bruchsysteme wurden durch später auftretende [[Tektonik|tektonische]] Spannungen verursacht. Mafische [[Tuff]]itlagen sind an der Basis der Ruhpolding-Formation recht häufig anzutreffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fossilien ==&lt;br /&gt;
Die Ruhpolding-Formation besteht vorwiegend aus Mikrofossilien (Radiolarien), Makrofossilien sind mit Ausnahme von schlecht erhaltenen Aptychen, [[Crinoiden]] wie [[Saccocoma]], Nadelresten und Filamenten extrem rar. [[Benthos|Benthonische]] [[Foraminiferen]] treten nur selten auf und [[Plankton|planktonische]] Foraminiferen fehlen vollkommen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=V. Diersche |Titel=Die Radiolarite des Ober-Jura im Mittelabschnitt der Nördlichen Kalkalpen. |Sammelwerk=Geotekt. Forsch. |Verlag=E. Schweizerbart |Ort=Stuttgart |Datum=1980 |Seiten=1–217 |Fundstelle=3 Taf., 45 Abb., 1 Tab.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Von den enorm vielfältigen Radiolarien seien einige Taxa herausgegriffen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Entactinaria]] – [[Saturnalidae]]: [[Acanthocircus]]&lt;br /&gt;
* [[Nassellaria]] – [[Amphipyndacidae]]: [[Triversus]]&lt;br /&gt;
* Nassellaria – [[Archaeodictyomitridae]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Archaeodictyomitra|Archaeodictyomitra apiarium]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Archaeodictyomitra|Archaeodictyomitra minoensis]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Archaeodictyomitra|Archaeodictyomitra mitra]]&amp;#039;&amp;#039; und  &amp;#039;&amp;#039;[[Archaeodictyomitra|Archaeodictyomitra rigida]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Nassellaria – [[Bagotidae]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Droltus|Droltus galerus]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Nassellaria – [[Canoptidae]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Cinguloturris|Cinguloturris carpatica]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Nassellaria – [[Eucyrtidiellidae]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Eucyrtidiellum|Eucyrtidiellum nodosum]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Eucyrtidiellum|Eucyrtidiellum ptyctum]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Nassellaria – [[Eucyrtidiidae]]: [[Cyrtocapsa]], &amp;#039;&amp;#039;[[Stichocapsa|Stichocapsa naradaniensis]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Stichocapsa|Stichocapsa trachyostraca]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Nassellaria – [[Hsuidae]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Hsuum|Hsuum brevicostatum]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Nassellaria – [[Parvicingulidae]]: [[Dictyomitrella]], &amp;#039;&amp;#039;[[Parvicingula|Parvicingula dhimenaensis]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Nassellaria – [[Sethocapsidae]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Gongylothorax|Gongylothorax favosus]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Nassellaria – [[Williriedellidae]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Williriedellum|Williriedellum carpathicum]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Nassellaria – : &amp;#039;&amp;#039;[[Tricolocapsa|Tricolocapsa funatoensis]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Spumellaria]] – [[Angulobracchiidae]]: [[Angulobracchia]], [[Paronaella]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ablagerungsbedingungen ==&lt;br /&gt;
Die Ruhpolding-Formation ist eindeutig hochmarinen Ursprungs und im [[pelagisch]]en Bereich abgesetzt worden, erkennbar an recht seltenen [[Ammoniten]]- und [[Belemniten]]funden wie beispielsweise &amp;#039;&amp;#039;[[Hibolites|Hibolites semisulcatus]]&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;small&amp;gt;Münster&amp;lt;/small&amp;gt;. Bei welcher Wassertiefe die Sedimentation letztendlich erfolgte ist nach wie vor umstritten. [[Aktuogeologie|Aktuogeologisch]] bilden sich Radiolarienschlämme unterhalb der [[Carbonat-Kompensationstiefe|Kompensationstiefe für Kalzit]] ([[Englische Sprache|engl.]] &amp;#039;&amp;#039;calcite compensation depth&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;CCD&amp;#039;&amp;#039;) in einer Wassertiefe von 4000 bis 5000 Meter. Zu berücksichtigen hierbei ist jedoch, dass die CCD im Oberjura wesentlich höher lag (wahrscheinlich zwischen 2000 und 3000 Meter).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aufblühen der Radiolarien kann durch Vulkanismus und/oder durch Änderungen in der Wasserzirkulation ausgelöst worden sein. Die benötigte [[Kieselsäure]] wurde neben vulkanischem Eintrag möglicherweise auch mit kaltem Auftriebswasser angeliefert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=V. Diersche |Titel=Die Radiolarite des Oberjura in den Nördlichen Kalkalpen zwischen Salzach und Tiroler Ache |Sammelwerk=Diss. Techn. Univ. Berlin |Datum=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Indirekt darf somit auch auf weitreichende innerozeanische Veränderungen in den räumlichen Gegebenheiten des damaligen [[Tethys (Ozean)|Tethysraumes]] geschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ruhpoldinger Wende ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Ruhpoldinger Wende}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Außergolm03.jpg|mini|300px|Die 2643 Meter hohe [[Zimba]]. Das dunkle Band unmittelbar unter dem Gipfel aus Aptychenkalk der Ammergau-Formation  besteht aus der Ruhpolding-Formation.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sedimentation der Radiolarite der Ruhpolding-Formation bedeutet einen jähen und drastischen Einschnitt im Sedimentationsgeschehen der Nördlichen Kalkalpen, welcher als &amp;#039;&amp;#039;Ruhpoldinger Wende&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet wird. Diese Änderung des Sedimentationscharakters war nicht vorübergehender  Natur. Mit dem Auftreten der Radiolarite (und später der Aptychen-Schichten) breiteten sich Sedimente aus, die sich von den unter- und mitteljurassischen deutlich und bleibend unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorausgegangen war eine rasche Abnahme der Sedimentationsraten und Mächtigkeiten im Dogger. So häuften sich in der oberen Klaus-Formation die Omissionsflächen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Omission?lang=de Omission] auf &amp;#039;&amp;#039;mineralienatlas.de&amp;#039;&amp;#039;, abgerufen am 7. September 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt; und die Sedimentation wurde generell langsamer und lückenhafter. Das „Verhungern“ der Sedimentation war wahrscheinlich durch eine kontinuierliche Absinkbewegung bedingt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Ruhpoldinger Wende wurde das vorhandene Meeresbodenrelief tektonisch akzentuiert und einzelne Schwellenbereiche stiegen bis in die Zone des Flachwassers auf. In diesen angehobenen Schwellen kam die auf tiefere Beckenbereiche beschränkte Ruhpolding-Formation übrigens nicht zur Ablagerung, sondern es wurden hier weiterhin Rotkalke sedimentiert, beispielsweise der [[Agathakalk]] (ein Cephalopodenkalk der Tiefseeschwellenfazies aus dem Oxfordium bis Kimmeridgium) oder der [[Haßlberg-Kalk]] (ein toniger Flaserkalk aus dem Tithonium). Erst später, mit einsetzender Sedimentation der Aptychen-Schichten der Ammergau-Formation, wurden die tektonisch bedingten Gegensätze dann wieder langsam ausgeglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ruhpoldinger Wende wird neben tektonischen Bewegungen auch durch vulkaniklastische Ablagerungen (Tuffite) charakterisiert,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=W. Schlager und M. Schlager |Titel=Clastic Sediments associated with radiolarites (Tauglboden-Schichten, Upper Jurassic, Eastern Alps) |Sammelwerk=Sedimentology |Band=20 |Ort=Amsterdam |Datum=1973 |Seiten=65–89}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die zum [[Basisches Gestein|basischen]], oberjurassischen [[Magma|Magmenpuls]] zu rechnen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Ruhpoldinger Wende nimmt auch die Häufigkeit von Sedimentkörpern zu, deren Bildung durch Erdbeben ausgelöst wurde, wie [[Turbidit]]e, Fluxoturbidite, Schlammstrom-Brekzien, grain flows, Schlammfalten- und Gleitpakete. Auch [[Olistholith]]en sind anzutreffen. Hierher gehören die hellbraunen, [[allodapisch]]en Kalke des [[Barmstein]]s (mit Eingleitungen des Hallstätter Faziesbereichs), die [[Sonnwendbrekzie]] des [[Sonnwendgebirges]] sowie die Tauglboden- und die Strubberg-Formation. Die meisten der durch tektonische Bewegungen verursachten Massenbewegungen fallen entweder in die Zeit kurz vor oder kurz nach der Ruhpoldinger Wende. Ein gutes Beispiel für während der Wende erfolgte Massenbewegungen ist die [[Grubhörndlbrekzie]], eine Megabrekzie (mit einem 300 Meter großen Kalkblock), die an einer Nord-Süd-streichenden [[Verwerfung (Geologie)|Verwerfung]] in westliche Richtung abglitt und sich im Becken mit der Ruhpolding-Formation verzahnte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur | Autor=Hugo Ortner, Michaela Ustaszewski und Martin Rittner|Titel=Late Jurassic tectonics and sedimentation: breccias in the Unken syncline, central Northern Calcareous Alps|Sammelwerk=Swiss J. Geosci.|Datum=2008|Band=|Seiten=1–17|DOI=10.1007/s00015-008-1282-0}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die allmählich erfolgende Verdrängung des Radiolarienschlamms der Ruhpolding-Formation durch [[Coccolithen]]schlamm der überlagernden Aptychenschichten lässt sich entweder auf eine weitere Vertiefung zurückführen und/oder kann durch ein Aufblühen des kalkhaltigen [[Nannoplankton]]s erklärt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Alter ==&lt;br /&gt;
Die Ruhpolding-Formation im engeren Sinne wurde im Oberen Oxfordium abgelagert, d. h. vor rund 157 bis 155 Millionen Jahren [[Before Present|BP]]. Diese [[Biostratigraphie|biostratigraphische]] Altersangabe (Maximalalter) beruht auf Ammonitenfunden in der obersten Klaus-Formation.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=J. Wendt |Titel=Stratigraphie und Paläogeographie des Roten Jurakalkes im Sonnwendgebirge (Tirol, Österreich) |Sammelwerk=N. Jb. Geol. Pal. |Ort=Stuttgart |Datum=1969 |Seiten=132, 219–238}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mittlerweile wird jedoch allgemein die [[Diachronie (Geologie)|Diachronizität]] der Ruhpolding-Formation anerkannt. Eine neuere Untersuchung von Wegener, Suzuki &amp;amp; Gawlick (2003) fand anhand der Radiolarienstratigraphie ein Alter von Mittlerem Oxfordium bis Unteres Kimmeridgium für den oberen Roten Radiolarit, d. h. 159 bis 154 Millionen Jahre.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=E. Wegener, H. Suzuki und H.-J. Gawlick |Titel=Zur stratigraphischen Einstufung von Kieselsedimenten südöstlich des Plassen (Nördliche Kalkalpen, Österreich) |Sammelwerk=Jb. Geol. B.-A |Band=143 |Nummer=2 |Datum=2003 |Seiten=323–335}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Ruhpoldinger-Radiolarit-Gruppe geben Suzuki &amp;amp; Gawlick (2003a) ein Alter von [[Bajocium]] bis Untertithon an,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=H. Suzuki und H. J. Gawlick|Hrsg=J. T. Weidinger, H. Lobitzer und I. Spitzbart |Titel=Die jurassischen Radiolarienzonen der nördlichen Kalkalpen |Sammelwerk=Beiträge zur Geologie des Salzkammerguts |Datum=2003}}&amp;lt;/ref&amp;gt; d.&amp;amp;nbsp;h. den Zeitraum von 171 bis 147 Millionen Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=H. R. Grunau&lt;br /&gt;
   |Titel=Radiolarian Cherts and Associated Rocks in Space and Time&lt;br /&gt;
   |Sammelwerk=Eclogae Geol. Helv.&lt;br /&gt;
   |Band=58&lt;br /&gt;
   |Ort=Basel&lt;br /&gt;
   |Datum=1965&lt;br /&gt;
   |Seiten=157–208}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=M. Gwinner&lt;br /&gt;
   |Titel=Geologie der Alpen&lt;br /&gt;
   |Verlag=Schweizerbarth&lt;br /&gt;
   |Ort=Stuttgart&lt;br /&gt;
   |Datum=1971}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=H. G. Reading&lt;br /&gt;
   |Titel=Sedimentary Environments and Facies&lt;br /&gt;
   |Verlag=Blackwell Scientific Publications Ltd&lt;br /&gt;
   |Ort=Oxford&lt;br /&gt;
   |Datum=1978&lt;br /&gt;
   |ISBN=0-632-01223-4}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nördliche Kalkalpen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Bayern)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lithostratigraphie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ruhpolding]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hallein]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesteinseinheit des Jura]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gretarsson</name></author>
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