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	<title>Rudolf von Jhering - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Rudolf_von_Jhering&amp;diff=46430&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gloser: Die Universitäten verlinkt</title>
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		<updated>2026-04-22T08:28:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Universitäten verlinkt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:RudolfvonIhering2.jpg|mini|hochkant|Rudolf von Jhering]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rudolf von Jhering&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ihering&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{IPA2|ˈjeːrɪŋ|}}; * [[22. August]] [[1818]] in [[Aurich]]; † [[17. September]] [[1892]] in [[Göttingen]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Rechtswissenschaftler]]. Er hatte großen Einfluss auf das deutsche [[Privatrecht]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedeutung erlangte Jhering für die [[juristische Methodenlehre]]. Auf ihn geht die wortlautgetreue sogenannte [[Begriffsjurisprudenz]] zurück, eine Bezeichnung, die er selbst schöpfte. Später besann er sich um und wandte sich der historischen Auslegungsmethode der [[Interessenjurisprudenz]] zu. Im Rahmen seiner Untersuchungen zu den vorvertraglichen Rechtsverhältnissen entwickelte er außerdem die Rechtsfigur der &amp;#039;&amp;#039;[[culpa in contrahendo]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Wirken ==&lt;br /&gt;
[[Datei:IheringKuR1.jpg|mini|hochkant|„Kampf um&amp;#039;s Recht“, Frontseite der 4. Aufl. (1874)]]&lt;br /&gt;
=== Abstammung, Jugend und Studium ===&lt;br /&gt;
Rudolph (wie er sich bisweilen selbst schrieb&amp;lt;ref&amp;gt;Dreimal in dieser Veröffentlichung: Rudolph Jhering: &amp;#039;&amp;#039;Das Schuldmoment im römischen Privatrecht. Eine Festschrift.&amp;#039;&amp;#039; Roth, Giessen 1867. (Digitalisate der Stellen [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10566789?page=1 hier], [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10566789?page=5 hier] und [https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10566789?page=12 hier])&amp;lt;/ref&amp;gt;) Jhering  stammte aus einer Juristenfamilie, die seit 1522 in [[Ostfriesland]] nachweisbar ist (alte, aber immer noch gebräuchliche Schreibweise: Ihering&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nachname&amp;quot; /&amp;gt;). Sein Urgroßvater [[Sebastian Eberhard Jhering]] (1700–1759) wurde 1754 zum Namensgeber des ostfriesischen Ortes [[Jheringsfehn]]. Seine Eltern waren [[Georg Albrecht Jhering]] aus [[Aurich]] (1779–1825) und &amp;#039;&amp;#039;Anna Maria Schwers&amp;#039;&amp;#039; (1792–1861) aus [[Leer (Ostfriesland)|Leer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jhering studierte an der [[Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg]] (1836) und der [[Ludwig-Maximilians-Universität München]] (1837), bevor er an die [[Georg-August-Universität Göttingen]] ging. Dort wurde er im Wintersemester 1837 Zeuge der Vertreibung der [[Göttinger Sieben]]. Ab 1838&amp;lt;ref&amp;gt;Das Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, Spalte 1366, gibt hier das Jahr 1840 an.&amp;lt;/ref&amp;gt; studierte Jhering in [[Humboldt-Universität Berlin|Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin]], wo er am 6. August 1842 bei [[Adolf August Friedrich Rudorff]] auch [[Promotion (Doktor)|promoviert]] wurde. In dieser frühen Zeit hatte der Schüler von [[Friedrich Carl von Savigny]], [[Georg Friedrich Puchta]], bedeutenden Einfluss auf den frühen Jhering. Am 22. April 1843 wurde er [[habilitiert]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Okko Behrends |Titel=Rudolf von Jhering (1818-1892) |Sammelwerk=Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte |Band=II |Spalten=1366-1371}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Forschung und Lehre ===&lt;br /&gt;
Nach der Habilitation wurde Jhering auf verschiedene Lehrstühle berufen. So lehrte er in [[Universität Basel]] 1845, in [[Universität Rostock]] von 1846 bis 1848, in [[Christian-Albrechts-Universität zu Kiel]] von 1849 bis 1851, in [[Justus-Liebig-Universität Gießen|Ludwigs-Universität]] in [[Gießen]] von 1855 bis 1868, bevor er 1868 nach [[Wien]] an die [[Universität Wien|Rudolphina]] ging.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Dort hielt er seinen berühmten Vortrag „Der Kampf ums Recht“,&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf von Jhering, Der Kampf ums Recht, Wien, 1872.&amp;lt;/ref&amp;gt; der in zwei Jahren zwölf Auflagen erlebte und in 26 Sprachen übersetzt wurde. Über das Recht heißt es dort: {{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Das Leben des Rechts ist ein Kampf – ein Kampf der Völker, der Staatsmacht, der Klassen und Individuen. In der Tat hat das Recht eine Bedeutung nur als Ausdruck von Konflikten und es stellt die Anstrengungen der Menschheit dar, sich selbst zu zähmen. Aber leider hat das Recht versucht, der Gewalt und dem Unrecht mit Mitteln zu begegnen, die in einer vernünftigen Welt dereinst als ebenso befremdlich wie schändlich gelten werden. Denn das Recht hat niemals wirklich versucht, die Konflikte der Gesellschaft zu lösen, sondern nur sie zu lindern, indem es Regeln niederlegte, nach welchen sie ausgefochten werden sollen.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1872 nahm er einen Ruf nach Göttingen an. Sein Nachfolger in Wien wurde [[Adolf Exner]]. In Göttingen blieb er – Rufe nach [[Universität Leipzig]] und Heidelberg ablehnend – bis zu seinem Tode im Jahr 1892.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auszeichnungen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rudolf von Jhering Büste von Ferdinand Hartzer 1888.jpg|mini|hochkant|Rudolf von Jhering, Büste von [[Ferdinand Hartzer]] (1888) in der [[Aula der Georg-August-Universität|Aula der Universität Göttingen]]]]In Wien erhob ihn 1872 der österreichische Kaiser [[Franz Joseph I.|Franz Joseph]] in den österreichischen Adelsstand.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=pug |url=https://uni-goettingen.de/de/bedeutendster+jurist+seiner+zeit%3F+universit%C3%A4t+g%C3%B6ttingen+erinnert+an+die+berufung+rudolf+von+jherings+vor+150+jahren/665820.html |titel=Bedeutendster Jurist seiner Zeit? Universität Göttingen erinnert an die Berufung Rudolf von Jherings vor 150 Jahren |werk=uni-goettingen.de |abruf=2024-09-01 |kommentar=Mit Abbildung des kaiserlichen Adelspatents, das sich im Universitätsarchiv Göttingen befindet}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1894 wurde im 15. Wiener Gemeindebezirk [[Rudolfsheim-Fünfhaus]] die &amp;#039;&amp;#039;Jheringgasse&amp;#039;&amp;#039; nach ihm benannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Wien Geschichte Wiki|Jheringgasse|Jheringgasse}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner letzten Wirkungsstätte Göttingen erinnern unter anderem eine von [[Ferdinand Hartzer]] geschaffene Büste in der [[Aula der Georg-August-Universität|Aula]], eine 1893 angebrachte [[Göttinger Gedenktafeln|Göttinger Gedenktafel]] am ehemaligen Wohnhaus in der Bürgerstraße&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.stadtarchiv.goettingen.de/frames/fr_personen.htm |titel=Gedenktafeln für Personen |werk=stadtarchiv.goettingen.de |hrsg=Stadtarchiv Göttingen |abruf=2024-09-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Siegfried Schütz, [[Walter Nissen]]: &amp;#039;&amp;#039;Göttinger Gedenktafeln. Ein biografischer Wegweiser.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2016, ISBN 978-3-525-30081-7, S. 121.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie seit 1902 bzw. 1925 eine nach ihm benannte &amp;#039;&amp;#039;Jheringstraße&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Gerd Tamke, Rainer Driever: &amp;#039;&amp;#039;Göttinger Straßennamen&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;Veröffentlichung des [[Stadtarchiv Göttingen|Stadtarchivs Göttingen]], 2). 3. neu überarbeitete, wesentlich erweiterte Auflage, Göttingen 2012. – [https://stadtarchiv.goettingen.de/portal/seiten/goettinger-strassennamen-900001274-25480.html Digitalisat (PDF, 2,9 MB) auf stadtarchiv.goettingen.de], abgerufen am 16. Oktober 2025 (ohne Seitenzählung, PDF-Seite 123).&amp;lt;/ref&amp;gt; an Leben und Wirken. Er war Ehrenmitglied der [[Akademie der Wissenschaften zu Göttingen]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| url=https://adw-goe.de/mitglieder/personendetails/person/caspar-rudolf-von-ihering/| titel=Mitglieder: Caspar Rudolf von Ihering| hrsg=Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen| zugriff=2025-10-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Grave of Rudolf von Jhering at Stadtfriedhof Göttingen 2017 01.jpg|mini|Grab Rudolf von Jherings auf dem [[Stadtfriedhof (Göttingen)|Stadtfriedhof in Göttingen]]&amp;lt;ref&amp;gt;Das Grab befindet sich in Abteilung 7. Quelle: Jens-Uwe Brinkmann (Text), Kaspar Seiffer (Fotos): &amp;#039;&amp;#039;Der Göttinger Stadtfriedhof. Ein Rundgang&amp;#039;&amp;#039;. Hrsg. Fremdenverkehrsverein Göttingen e. V. und Göttinger Verschönerungsverein, Göttinger Tageblatt, Göttingen 1994, ISBN 3-924781-26-5, S. 12 f. (Nr. 5). Ein Abteilungsplan ist [https://www.goettingen.de/portal/seiten/staedtische-friedhoefe-900000421-25480.html hier] unter &amp;#039;&amp;#039;Stadtfriedhof Göttingen&amp;#039;&amp;#039; abrufbar.&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jhering war mehrmals verheiratet. Seine erste Frau war &amp;#039;&amp;#039;Helene Hofmann&amp;#039;&amp;#039; († 1848). Nach ihrem Tod heiratete er &amp;#039;&amp;#039;Ida Frölich&amp;#039;&amp;#039; (* 16. September 1826; † 3. September 1867), mit der er fünf Kinder hatte. Nach deren Tod heiratete er im Sommer 1869 in Wien die Erzieherin seiner Kinder &amp;#039;&amp;#039;Luise Wilders&amp;#039;&amp;#039; (1840–1909). Er hatte folgende Kinder:&lt;br /&gt;
* [[Hermann von Jhering|Hermann Albrecht Friedrich]] (1850–1930)&lt;br /&gt;
* Elise Marie Agathe Helene (* 9. Juli 1852; † 23. Januar 1920) ⚭ 1882 [[Victor Ehrenberg (Jurist)|Victor Gabriel Ehrenberg]] (1851–1929) Professor Dr. iur. Dr. rer. pol. in Göttingen&lt;br /&gt;
* Karl Friedrich August (* 6. Dezember 1853; † 31. Januar 1919)&lt;br /&gt;
* Ernst Albrecht Wilhelm Heinrich (* 4. August 1856; † 1924) ⚭ Emma Hildebrand&lt;br /&gt;
* Rudolf Justus Heinrich Hermann Ludwig (* 5. Januar 1862; † 29. März 1934) ⚭ NN. Hube&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
=== Positionen Jherings ===&lt;br /&gt;
Im Vordergrund des rechtshistorischen Schaffens Jherings stand der „Zweck“ des Rechts. Jhering ging davon aus, dass es keinen Rechtssatz gebe, der nicht zweckorientiert sei, mithin einem „praktischen Motiv“ folge. Das praktische Motiv sei somit Ursprung und Quelle allen Rechts, denn über dieses würden die rechtlichen Handlungsspielräume eröffnet. Eine Gesellschaft entwickle und verändere sich unter der Maßgabe faktischer und praktisch wirkender Daseinsbedingungen, welche damit als „letzte Quelle“ allen Rechts wirkten. [[Hermann Kantorowicz]] beschrieb Jherings persönliche wissenschaftliche Entwicklung dorthin prägnant mit dem Attribut der „Bekehrung“. Damit meinte er, dass Jhering – in der ihm eigenen sprachgewaltigen Weise – die tiefe Zäsur zwischen dem „Geist des römischen Rechts“, welcher auf den &amp;#039;&amp;#039;[[Corpus iuris civilis]]&amp;#039;&amp;#039; zurückgreift, und seinem zweiten Hauptwerk &amp;#039;&amp;#039;Der Zweck im Recht&amp;#039;&amp;#039; (ab 1877) offenlege. Das [[Römisches Recht|römische Recht]] stand für ihn als „Recht“ schlechthin. Unter Berufung auf das römische Recht opponierte er gegen das geschlossene System der [[Begriffsjurisprudenz]] seiner zeitgenössischen Fachkollegen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Kantorowicz: &amp;#039;&amp;#039;Iherings Bekehrung&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Deutsche Richterzeitung|&amp;#039;&amp;#039;DRiZ&amp;#039;&amp;#039;]] Band 6 (1914), S.&amp;amp;nbsp;84–87.; vgl. auch [https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb01/fakultaet-institutionen/rji/wer-war-rudolf-von-jhering Justus-Liebig-Universität Gießen: &amp;#039;&amp;#039;Wer war Jhering?&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; Im gleichen Zusammenhang beschrieb [[Franz Wieacker]] die Erkenntnisse Jherings als dessen [[Damaskuserlebnis]],&amp;lt;ref&amp;gt;Franz Wieacker: &amp;#039;&amp;#039;Privatrechtsgeschichte der Neuzeit unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Entwicklung.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck u. Ruprecht, Göttingen 1952, weitere Auflage 1967, 1996, 2016. S.&amp;amp;nbsp;541.&amp;lt;/ref&amp;gt; während [[Joachim Rückert]] bei seinen Analysen auf Jherings Selbsteinschätzung rekurrierte und die „Kontinuität“ der Entwicklung der Werke aufmerksam machte,&amp;lt;ref&amp;gt;Joachim Rückert: &amp;#039;&amp;#039;Der Geist des Rechts in Jherings ‚Geist‘ und Jherings ‚Zweck‘, Teil 2&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;[[Rechtsgeschichte (Zeitschrift)|Rechtsgeschichte, Zeitschrift des Max-Planck-Instituts für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie]]&amp;#039;&amp;#039; Band 5 (2004), S.&amp;amp;nbsp;129.&amp;lt;/ref&amp;gt; will heißen: eine dynamische, wenngleich gelegentlich brüchige, Entwicklung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem (unvollendet gebliebenen) Werk &amp;#039;&amp;#039;Der Geist des römischen Rechts auf den verschiedenen Stufen seiner Entwicklung&amp;#039;&amp;#039; hatte Jhering – noch im geläufigen im Kontext der [[Historische Rechtsschule|Historischen Rechtsschule]] – ein durch die Begriffsjurisprudenz (so genannt aber erst ab 1884&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans-Peter Haferkamp]]: &amp;#039;&amp;#039;Begriffsjurisprudenz&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie zur Rechtsphilosophie&amp;#039;&amp;#039; im Auftrag der Deutschen Sektion der Internationalen Vereinigung für Rechts- und Sozialphilosophie (IVR), hrsg. von [[Michael Anderheiden]], [[Marietta Auer]], [[Thomas Gutmann]], [[Stephan Kirste]], [[Frank Saliger]] und Lorenz Schulz ([https://inp.jura.uni-koeln.de/sites/inp/user_upload/Art._Begriffsjurisprudenz__in_Enzyplopa__die_der_Rechtsphilosophie.pdf online]).&amp;lt;/ref&amp;gt;) geprägtes System vorgestellt. Die 1856 von ihm veranschaulichte „naturhistorische Methode“ verknüpfte Terminologien aus der Sprache der Naturwissenschaften mit dem Recht; er sprach von „Rechtskörpern“ und „Aggregatzuständen“. Er versuchte, die idealistischen Schlagwörter der Rechtsschule – etwa Savignys &amp;#039;&amp;#039;[[Volksgeist]]&amp;#039;&amp;#039; – so unter Kontrolle zu bekommen, dass sie einem logischen und an Interessen und Verkehrsbedürfnissen orientierten Konzept folgten und nicht an die kritisierte Metaphysik einer „dunklen Werkstätte“&amp;lt;ref&amp;gt;Georg Friedrich Puchta: &amp;#039;&amp;#039;Cursus der Institutionen&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, S. 30.&amp;lt;/ref&amp;gt; anheimfallen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Peter Haferkamp: &amp;#039;&amp;#039;Rechtsgeschichte und Evolutionstheorie&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Ludwig Siep]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Evolution und Kultur. Symposium der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste 2009&amp;#039;&amp;#039;. Ferdinand Schöningh, Paderborn [u.&amp;amp;nbsp;a.] S. 35 ff. (38 f.).&amp;lt;/ref&amp;gt; Hiervon nahm Jhering immer mehr (schon im dritten Band dieses Werks) zu Gunsten einer soziologischen Betrachtung des Rechts Abstand, die er im bereits genannten (ebenfalls unvollendeten) Werk &amp;#039;&amp;#039;Der Zweck im Recht&amp;#039;&amp;#039; näher ausführt. Nach seiner kritischen Auffassung dient das Recht durch entsprechende Koordination dem Schutz der individuellen sowie gesellschaftlichen Interessen, denn eskalierende Gelegenheiten für Konflikte würde entsprechend minimiert. Die grundlegenden Forschungen Jherings verhalfen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dem sich neu formierenden Fach der [[Rechtssoziologie]] zum Durchbruch und vermittelten der im 20. Jahrhundert bestimmenden [[Interessenjurisprudenz]] ([[Philipp Heck]]) ebenso entscheidende Impulse, wie der soziologisch begründeten Strafrechtstheorie [[Franz von Liszt]]s. Für das Strafrecht entwickelte er mit weitreichender Fernwirkung die Unterscheidung zwischen objektiver [[Rechtswidrigkeit]] und [[Schuld (Strafrecht)|Schuld]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.uni-giessen.de/de/fbz/fb01/fakultaet-institutionen/rji/wer-war-rudolf-von-jhering Justus-Liebig-Universität Gießen: &amp;#039;&amp;#039;Wer war Jhering?&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Dogmatik des [[Zivilrecht]]s findet sich seine 1861 getroffene terminologische Unterscheidung zwischen [[Erfüllungsinteresse|positivem]] und [[Vertrauensinteresse|negativem Interesse]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jhering 1861&amp;quot;&amp;gt;Rudolf von Jhering, Culpa in contrahendo, in: Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und. deutschen Rechts (Jhering-Jahrbuch), 4. Bd., 1861, 1&amp;lt;/ref&amp;gt; noch heute wieder. Für die Zivilrechtstheorie interpretierte er den Begriff des [[Subjektives Recht|subjektiven Rechts]] als rechtlich geschütztes Interesse neu. Ebenfalls bis heute bedeutsam ist sein „Anstoß“, den er dem Institut der [[vorvertrag]]lichen Haftung in demselben Aufsatz mitgab, der sogenannten [[Culpa in contrahendo]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Jhering 1861&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schanze&amp;quot;&amp;gt;[[Erich Schanze]]: &amp;#039;&amp;#039;Culpa in contrahendo bei Jhering&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Ius Commune (Zeitschrift)|Ius Commune]]&amp;#039;&amp;#039;, hrsg. von [[Helmut Coing]], Band 7. Vittorio Klostermann Frankfurt a. M. 1978. S. 326–358.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bahnbrechend war dabei weniger die Trennung nach Kategorien für das Schadensersatzwesen, ohne dahin lautende Terminologie bereits bei [[Friedrich Carl von Savigny]] und [[Friedrich Mommsen]] angelegt, als die Kombination der außervertraglichen Haftung für leichte Fahrlässigkeit – die Haftung für grobe Fahrlässigkeit war allgemein anerkannt – mit der Rechtsfolge der Haftung auf das &amp;#039;&amp;#039;negative Interesse&amp;#039;&amp;#039;. Er fand eine tragfähige Kompromisslösung für den erbitterten Streit unter den [[Willenserklärung#Begrifflicher Ansatz (Theorien)|Willens- und Erklärungstheoretikern]], indem er die Willenstheorie mit einer Haftung für das negative Interesse verband. Die von Jhering vorgeschlagene Haftung ist dabei weniger eine [[Verschuldenshaftung]] als eine [[Fiktion (Recht)|fingierte]] [[Garantiehaftung]].&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Peter Haferkamp: &amp;#039;&amp;#039;Der Kölner/Frankfurter Telegraphenfall&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Ulrich Falk]], [[Michele Luminati]], [[Mathias Schmoeckel]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Fälle aus der Rechtsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, München 2008, S. 254–265 (260 f.) ([https://inp.jura.uni-koeln.de/sites/inp/Dokumente/Der_Ko__lner_Frankfurter_Telegraphenfall__in_Fa__lle_aus_der_Rechtsgeschichte.pdf online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Heinrich Stoll (Jurist)|Heinrich Stoll]] machte die Lösung 1923 letztlich für die vertragsrechtlichen Prinzipien urbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schanze&amp;quot; /&amp;gt; Die Lösung Jherings findet sich noch heute in {{§|122|BGB|juris}} [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]] wieder. Die noch heute regelmäßig als &amp;#039;&amp;#039;culpa in contrahendo&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete Haftung für vorvertragliches Verschulden gemäß {{§|311|BGB|juris}} Absatz 2, {{§|241|BGB|juris}} Absatz 2 und {{§|280|BGB|juris}} Absatz 1 BGB, hat trotz ihrer Bezeichnung nur wenig mit Jherings Konstrukt zu tun. Mit seinen Arbeiten zu den Grundlagen, neben Dogmatik und Struktur ebenfalls Leitbegriff einer Wissenschaft von Recht,&amp;lt;ref&amp;gt;Haferkamp&amp;lt;/ref&amp;gt; gilt Jhering auch als Vater der nach Ziel und Zweck eines Gesetzes fragenden [[Auslegung (Recht)#Teleologische Auslegung|teleologischen Auslegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Wolfgang Fikentscher]]: &amp;#039;&amp;#039;Methoden des Rechts in vergleichender Darstellung.&amp;#039;&amp;#039; Band 3 (&amp;#039;&amp;#039;Mitteleuropäischer Rechtskreis&amp;#039;&amp;#039;). Mohr Siebeck, Tübingen 1976, ISBN 978-3-16-637632-5. S. 677 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein besonderes Interesse Jherings galt dem juristischen Leitbegriff der [[Rechtsdogmatik|Dogmatik]]. Selbige begriff er als vernunftorientierte, wissenschaftliche Aufbereitung eines positiven Rechtsstoffes hin zu einem System. Er bediente sich dabei nicht der hergebrachten abstrakten Methodenregeln, die Lösungsvorschläge zur Besprechung bereithielten, sondern ließ seine Hörer die dogmatische Argumentation selbst entwickeln, die dann „conversatorisch“ verteidigt werden musste. So konfrontierte er sie in seinen Pandektenpraktika besonders gern mit (erdachten) Rechtsfällen für die es nicht einmal theoretische Lösungen gab. Ein bekanntes Beispiel bildet der so genannte „Speisekartenfall“ aus seiner 1870 erschienenen Fallsammlung &amp;#039;&amp;#039;Jurisprudenz des täglichen Lebens&amp;#039;&amp;#039;, für den es – Jahrzehnte lang diskutiert – bis heute keine konsentierte Lösung gibt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Haferkamp&amp;quot;&amp;gt;Hans-Peter Haferkamp: &amp;#039;&amp;#039;Zur Zukunft der zivilrechtswissenschaftlichen Lehre&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;[[Juristenzeitung|JZ]]&amp;#039;&amp;#039; 76 (2021), S.&amp;amp;nbsp;1050–1053 (1050 f.).&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Fall befasst sich mit den zivilrechtlichen Folgen eines Restaurantbesuchs, bei dem Gast und Wirt aufgrund einer von einem Dritten manipulierten Speisekarte, von unterschiedlichen Preisen ausgehen. Es ging ihm bei diesen Übungen nicht um die Vermittlung von Stoff, sondern die Einübung juristischer Rhetorik.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Peter Haferkamp: &amp;#039;&amp;#039;Zur Zukunft der zivilrechtswissenschaftlichen Lehre&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;[[Juristenzeitung|JZ]]&amp;#039;&amp;#039; 76 (2021), S.&amp;amp;nbsp;1050–1053 (1051 f.).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das wissenschaftliche Ansehen Jherings in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kommt dem eines Friedrich Carl von Savigny in der ersten Hälfte des Jahrhunderts nahe, wenngleich die Methoden der beiden unterschiedlich waren.&lt;br /&gt;
[[Datei:Flowers to commemorated Rudolf von Jhering 1818-2018.jpg|alt=Blumen für Rudolf von Jhering, 2018|mini|Blumen für Rudolf von Jhering, 2018]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Plaquette at the birthplace of Rudolf von Jhering in Aurich (Germany).jpg|alt=Am Geburtshaus Jherings in Aurich|mini|Am Geburtshaus Jherings in Aurich]]&lt;br /&gt;
Für den 6. Oktober 2018 organisierten Wissenschaftler der Abteilungen für Rechtsgeschichte der Universitäten Groningen, Radboud-Universität Nijmegen an der Universität Leiden eine Veranstaltung in Aurich zur Erinnerung an Rudolf von Jhering.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=https://www.rug.nl/rechten/organization/vakgroepen/arw-rg/jhering-tage-2018 |wayback=20181009013352 |text=&amp;#039;&amp;#039;Jhering Tage 2018&amp;#039;&amp;#039;}}, rug.nl, abgerufen am 9. Oktober 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Publikationen Jherings ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Geist des römischen Rechts auf den verschiedenen Stufen seiner Entwicklung.&amp;#039;&amp;#039; 4 Bände. Breitkopf &amp;amp; Härtel, Leipzig 1852–1865.&lt;br /&gt;
** Erster Theil, 1852 ({{DTAW|jhering_recht01_1852}})&lt;br /&gt;
** Zweiter Theil. Erste Abtheilung, 1854 ({{DTAW|jhering_recht0201_1854}})&lt;br /&gt;
** Zweiter Theil. Zweite Abtheilung, 1858 ({{DTAW|jhering_recht0202_1858}})&lt;br /&gt;
** Dritter Theil. Erste Abtheilung, 1865 ({{DTAW|jhering_recht03_1865}})&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN512195463 Der Kampf ums Recht].&amp;#039;&amp;#039; Vortrag. Wien 1872. (Schutterwald/Baden 1997, ISBN 3-928640-21-6, oder: Frankfurt am Main 2003, (8), ISBN 978-3-465-03288-5)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Zweck im Recht&amp;#039;&amp;#039;. Breitkopf &amp;amp; Härtel, Leipzig 1877.&lt;br /&gt;
** [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-108482 1.1877]&lt;br /&gt;
** [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-108662 2.1883]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[http://dlib-pr.mpier.mpg.de/m/kleioc/0010/exec/books/%22154197%22 Scherz und Ernst in der Jurisprudenz].&amp;#039;&amp;#039; Leipzig 1884. (Max Leitner (Hrsg.): Wien 2009, ISBN 978-3-7093-0281-1)&lt;br /&gt;
* [https://archive.org/details/derbesitzwillezu00jher &amp;#039;&amp;#039;Der Besitzwille.&amp;#039;&amp;#039;] Jena 1889.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[s:Das Trinkgeld|Das Trinkgeld]].&amp;#039;&amp;#039; Braunschweig 1882.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[http://dlib-zs.mpier.mpg.de/mj/kleioc/0010/exec/bigpage/%222084719%5f04%2b1861%5f0005%22 Culpa in contrahendo oder Schadensersatz bei nichtigen oder nicht zur Perfection gelangten Verträgen].&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbücher für die Dogmatik des heutigen römischen und deutschen Privatrechts.&amp;#039;&amp;#039; Band 4, 1861, S. 1 ff.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[http://dlib-pr.mpier.mpg.de/mfer-cgi/kleioc/0010MFER/exec/books/%22154201%22 Ueber den Grund des Besitzesschutzes].&amp;#039;&amp;#039; 2., verb. u. verm. Auflage. Jena 1869.&lt;br /&gt;
* [https://archive.org/stream/vorgeschichteder00jher &amp;#039;&amp;#039;Vorgeschichte der Indoeuropäer.&amp;#039;&amp;#039;] Leipzig 1894. (posthum, herausgegeben von [[Victor Ehrenberg (Jurist)|Victor Ehrenberg]]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Soziologische Schriften. Über Mode, Tracht, Essen und Umgangsformen.&amp;#039;&amp;#039; Schutterwald/Baden 2004, ISBN 3-928640-72-0.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zitate Jherings ===&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;„Der Gesetzgeber soll denken wie ein Philosoph, aber reden wie ein Bauer.“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Aphorismus, zitiert nach: Wilhelm Herschel: &amp;#039;&amp;#039;Rechtssicherheit und Rechtsklarheit.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Juristenzeitung.&amp;#039;&amp;#039; 1967, S. 727–737, S. 736.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;„Der Kampf ums Recht ist die Poesie des Charakters.“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf von Jhering: &amp;#039;&amp;#039;Der Kampf um’s Recht.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. Manz, Wien 1877, S. 40, {{Google Buch|BuchID=WwfD0nXejjAC|Seite=40}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;„Im Kampfe sollst du dein Recht finden.“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf von Jhering: &amp;#039;&amp;#039;Der Kampf um’s Recht.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. Manz, Wien 1877, Titelseite, {{Google Buch|BuchID=WwfD0nXejjAC|Seite=}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;„Recht ist unausgesetzte Arbeit und zwar nicht bloss der Staatsgewalt, sondern des ganzen Volkes. … Jeder Einzelne, der in die Lage kommt, sein Recht behaupten zu müssen, übernimmt an dieser nationalen Arbeit seinen Anteil, trägt sein Scherflein bei zur Verwirklichung der Rechtsidee auf Erden.“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf von Jhering: &amp;#039;&amp;#039;Der Kampf um’s Recht.&amp;#039;&amp;#039; 5. Auflage. Manz, Wien 1877, S. 1–2, {{Google Buch|BuchID=WwfD0nXejjAC|Seite=1–2}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;„Die Form ist die geschworene Feindin der Willkür, die Zwillingsschwester der Freiheit. Denn die Form hält der Verlockung der Freiheit zur Zügellosigkeit das Gegengewicht, sie lenkt die Freiheitssubstanz in feste Bahnen, dass sie sich nicht zerstreue, verlaufe, sie kräftigt sie nach innen, schützt sie nach aussen. Feste Formen sind die Schule der Zucht und Ordnung und damit der Freiheit selber und eine Schutzwehr gegen äussere Angriffe, – sie lassen sich nur brechen, nicht biegen.“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf von Jhering: &amp;#039;&amp;#039;Der Geist des römischen Rechts auf den verschiedenen Stufen seiner Entwicklung.&amp;#039;&amp;#039; 2. Teil, 2. Abteilung. 2. Auflage. Breitkopf und Härtel, Leipzig 1869, S. 456 (in dieser Ausgabe lautet das Zitat geringfügig anders. Also immer im Original nachsehen!), {{Google Buch|BuchID=CpDzIieeQUsC|Seite=456}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Varia ===&lt;br /&gt;
Rudolf von Jhering hatte einen besonderen, schwarz lackierten [[Schreibtisch]], den er auf allen seinen dienstlichen Stationen – angeblich sogar auf Dienstreisen – mitnahm. Er verblieb nach Jherings Tod im Göttinger Universitätsinstitut und wird seit 2022 im Universitätsmuseum &amp;#039;&amp;#039;[[Forum Wissen]]&amp;#039;&amp;#039; ausgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Eva Völker |url=https://www.hna.de/lokales/goettingen/goettingen-ort28741/schreibtisch-eines-jura-giganten-steht-im-goettinger-forum-wissen-93272462.html |titel=Schreibtisch eines Jura-Giganten aus Göttingen |werk=hna.de |hrsg=Hessisch/Niedersächsische Allgemeine |datum=2024-08-31 |abruf=2024-09-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Okko Behrends]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Rudolf von Jhering. Beiträge und Zeugnisse aus Anlaß der einhundertsten Wiederkehr seines Todestages am 17. 9. 1992&amp;#039;&amp;#039;. Wallstein, Göttingen 1992, ISBN 3-89244-046-8.&lt;br /&gt;
* Okko Behrends: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.ostfriesischelandschaft.de/fileadmin/user_upload/BIBLIOTHEK/BLO/Jhering_Caspar_dj.pdf &amp;#039;&amp;#039;Caspar Rudolf von Jhering&amp;#039;&amp;#039;].&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Biographisches Lexikon für Ostfriesland]]&amp;#039;&amp;#039;.  Aurich 1993, S.&amp;amp;nbsp;211–215. Digitalisat PDF&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Okko Behrends |Titel=Rudolf von Jhering (1818–1892) |Sammelwerk=[[Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte]] |Band=II |Spalten=1366-1371}}&lt;br /&gt;
* [[Ulrich Falk]]: &amp;#039;&amp;#039;Jhering, Rudolph von.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Michael Stolleis]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Juristen. Ein biographisches Lexikon. Von der Antike bis zum 20. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;. C.H. Beck, München 1995, ISBN 3-406-39330-6, S.&amp;amp;nbsp;324–326.&lt;br /&gt;
* [[Inge Hanewinkel]], Nikolaus Linder: &amp;#039;&amp;#039;„Ein Mann von kräftigem Rechtsgefühle“. Rudolf von Jherings Prozess gegen seine Hausangestellte und der Kampf um’s Recht&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Neuere Rechtsgeschichte]]&amp;#039;&amp;#039; 42 (2020), Heft 1–2.&lt;br /&gt;
* {{NDB|10|123|124|Ihering, Rudolf von|[[Alexander Hollerbach]]|118555367}}&lt;br /&gt;
* [[Michael Kunze (Librettist)|Michael Kunze]]: &amp;#039;&amp;#039;Rudolf von Jhering – Das unsichtbare Recht: Eine Biographie.&amp;#039;&amp;#039; Wallstein Verlag, Göttingen 2025. ISBN 978-3835359567.&lt;br /&gt;
* {{ADB|50|652|664|Jhering, Rudolf|[[Ludwig Mitteis]]|ADB:Ihering, Rudolf von}}&lt;br /&gt;
* [[Joachim Rückert]]: &amp;#039;&amp;#039;Rudolf von Jhering (1818–1892) – ein ostfriesischer Niedersachse in den Fesseln der Metaphysik.&amp;#039;&amp;#039; In: Juristische Studiengesellschaft Hannover (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Rechtsleben in Hannover: 50 Jahre Juristische Studiengesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; Halle 2016, ISBN 978-3-941226-40-1, S.&amp;amp;nbsp;193–224.&lt;br /&gt;
* [[Jan Schröder (Rechtswissenschaftler)|Jan Schröder]]: &amp;#039;&amp;#039;Rudolf von Jhering.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Gerd Kleinheyer]], Jan Schröder (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Deutsche und Europäische Juristen aus neun Jahrhunderten&amp;#039;&amp;#039;. UTB, Heidelberg 1996, ISBN 3-8252-0578-9, S.&amp;amp;nbsp;220–227.&lt;br /&gt;
* Francesco Viola: &amp;#039;&amp;#039;R. von Jhering e la conoscenza del diritto.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Interpretazione e applicazione del diritto fra scienza e politica.&amp;#039;&amp;#039; Palermo 1974, S.&amp;amp;nbsp;23–50.&lt;br /&gt;
* [[Erik Wolf]]: &amp;#039;&amp;#039;Rudolf von Jhering.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Große Rechtsdenker der deutschen Geistesgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. 1963, S. 622–668.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118555367}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|118555367}}&lt;br /&gt;
* {{CPR}}&lt;br /&gt;
* [http://www.koeblergerhard.de/Fontes/JheringDerKampfumsRecht.htm Rudolf von Jhering, Der Kampf ums Recht]&lt;br /&gt;
* [[Johannes Emil Kuntze]]: &amp;#039;&amp;#039;Rudolf v. Jhering †&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Sächsisches Archiv für bürgerliches Recht und Prozeß&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 2 (1892), S. 609–618 ([https://dlc.mpg.de/!image/mpirg_escidoc_82656/611 Digitalisat] des Max-Planck-Instituts für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie).&lt;br /&gt;
* Jherings Jahrbücher für die Dogmatik des bürgerlichen Rechts. Band 32 = N.F. 20(1893): [http://dlib-zs.mpier.mpg.de/mj/kleioc/0010/exec/bigpage/%222084957%5f32%2b1893%5f0008%22 &amp;#039;&amp;#039;Nachruf auf Rudolf von Jhering&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [http://www.podcampus.de/nodes/QXKnb Rechtshistorischer Podcast, Folge 13]&lt;br /&gt;
* {{PGDA|jhering|Rudolf von Jhering}}&lt;br /&gt;
* {{LAGIS|ref=nein|DB=HBN|ID=118555367|titel=Jhering, Rudolf von|datum=2023-03-24}}&lt;br /&gt;
* [https://dwc.knaw.nl/en/biografie/pmknaw/?pagetype=authorDetail&amp;amp;aId=PE00001117 R. von Jhering] Eintrag bei der [[Königlich Niederländische Akademie der Wissenschaften|Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nachname&amp;quot; &amp;gt;Die Schreibweise „Ihering“ ist die ältere und stammt aus der Zeit, als es den Großbuchstaben J im Deutschen noch nicht gab und statt diesem der Buchstabe I verwendet wurde (zusätzlich zum Gebrauch für den Klang /i/). Um den Klang /j/ vor dem Buchstaben E zu schreiben, wurde damals ein H eingefügt („ihe..“), da „ie“ bzw. „Ie“ als langes /i:/ missverstanden worden wären, so z.&amp;amp;nbsp;B. auch „Ihena“ in der alten Schreibweise von [[Jena]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vor allem (aber nicht erst) seitdem es den Buchstaben J gibt, wird die alte Schreibung von Namen mit initialem I oft als der Klang /i/ missverstanden. Ironischerweise wird die „modernere“ Schreibweise „Jh“ statt „Ih“ z.&amp;amp;nbsp;B. in Straßennamen in verschiedenen Städten oft auch als der Klang /i/ von der Bevölkerung missverstanden, da J vor H verwirrend ist und da es bekannt ist, dass der Buchstabe J zeitweilig auch statt des Buchstabens I benutzt wurde.&lt;br /&gt;
* Meyers Großes Universallexikon (1985) gibt nur die Schreibweise „Ihering“ und die Aussprache [{{IPA|ˈjeːrɪŋ}}] an. Ihering hat selbst angefangen, die Schreibweise Jhering zu benutzen, um die falsche Aussprache /i:/ zu verhindern. Wenn Ihering Sprachwissenschaftler gewesen wäre, hätte er bei der Modernisierung der Schreibweise nicht nur das altmodische I durch J ersetzt, sondern die Schreibweise „Jering“ ohne das verwirrende und nun überflüssige H benutzt (entsprechend Jena statt älterem Ihena).&lt;br /&gt;
* Dasselbe Lexikon erwähnt beim 70 Jahre später geborenen [[Herbert Ihering]] die alternative, modernere Schreibweise Jhering, aber nur in Klammern.&lt;br /&gt;
* [[Okko Behrends]] schreibt im &amp;#039;&amp;#039;Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, Band II, Spalte 1366, dass diese Schreibweise fehlerhaft sei.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118555367|LCCN=n/83/33048|NDL=00444705|VIAF=84101514}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Jhering, Rudolf von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtswissenschaftler (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtshistoriker (Römisches Recht)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Basel)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Rostock)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Justus-Liebig-Universität Gießen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Wien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Georg-August-Universität Göttingen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Accademia dei Lincei]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Adliger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ostfriese]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Preuße]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1818]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1892]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Jhering, Rudolf von&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Jhering, Rudolf&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Jurist&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=22. August 1818&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Aurich]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=17. September 1892&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Göttingen]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gloser</name></author>
	</entry>
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