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	<title>Rudolf von Colloredo - Versionsgeschichte</title>
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		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Commonscat mit Helferlein hinzugefügt</title>
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		<updated>2025-06-21T05:52:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Commonscat mit &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Wurgl/8Schwestern&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Wurgl/8Schwestern (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Helferlein&lt;/a&gt; hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis|Zum Reichsvizekanzler siehe [[Rudolph Joseph von Colloredo]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Frans Luyckx, attributed to - Rudolf von Colloredo (1585 – 1657) - Google Art Project.jpg|mini|Graf Rudolf von Colloredo (1585–1657), Feldmarschall]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rudolf Hieronymus Eusebius Reichsgraf von Colloredo-Waldsee&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wallsee&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, (* [[2. November]] [[1585]] in [[České Budějovice|Budweis]]; † [[24. Januar|24. Jänner]] [[1657]] in [[Prag]], [[Königreich Böhmen]]) aus der Asquinischen Linie des Geschlechts der [[Colloredo (Adelsgeschlecht)|Colloredo]], war  [[Kaiserlicher Rat]], [[Generalfeldmarschall#Kaiserliche Feldmarschalle 1618–1806|Feldmarschall]], Gouverneur von Prag, Kommandierender General in [[Böhmen]] sowie [[Prior|Großprior]] des [[Malteserorden]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und Familie ==&lt;br /&gt;
Rudolf war ein jüngerer Sohn des Begründers dieser Linie, Ludwig Colloredo (* um 1540; † 1598) und der Paula contessa Polcenigo, der schon unter den Kaisern [[Maximilian II. (HRR)|Maximilian II.]] und [[Rudolf II. (HRR)|Rudolf II.]] als Kammerherr des kaiserlichen Hofstaates erschien. Er ging mit Kaiser Rudolf II., als dieser noch Erzherzog war, nach Spanien und wurde am 19. März 1588 zu Prag in den erbländischen und unter Bestätigung der Abstammung von denen von Wallsee in [[Friaul]] mit dem Prädikat „von Waldsee“ am 31. Juli 1591 in den Reichsfreiherrenstand aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Die Wappen des hohen deutschen Adels.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, Verlag Bauer &amp;amp; Raspe, Nürnberg 1974, S. 43.&amp;lt;/ref&amp;gt; Außer seinem Bruder [[Hieronymus von Colloredo (General)|Hieronymus]] sind noch vier weitere überliefert, Christoph († 1606), Page bei Erzherzog [[Matthias (HRR)|Matthias]], Ferdinand und Friedrich, beide Soldaten in spanischem Dienst, die in der [[Lombardei]] fielen, und Lelius, kaiserlicher [[Regimentschef|Obrist]]. Nachdem Rudolf kinderlos gestorben war, erhielt Ludwig († 1693), Sohn des Bruders Hieronymus, der das Geschlecht aber nicht fortpflanzte, sondern ohne Söhne starb, sein Erbe. [[Opotschno]] fiel nun an den nächsten Lehnsvetter, einen anderweiten Hieronymus Graf Colloredo und dieser wurde der Stifter der fürstlichen Linie.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vehse 42&amp;quot;&amp;gt;Carl Eduard Vehse: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der deutschen Höfe seit der Reformation.&amp;#039;&amp;#039; Band 42, Verlag Hoffmann &amp;amp; Campe, Hamburg 1858, S. 201 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Franz Karl Wißgrill]]: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.google.de/books/edition/Schauplatz_des_lands%C3%A4ssigen_Nieder_Oest/SP5mAAAAcAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1 Schauplatz des landsässigen Nieder-Oesterreichischen Adels vom Herren- und Ritterstande von dem XI. Jahrhundert an, bis auf jetzige Zeiten]&amp;#039;&amp;#039;, Band 2, Selzer, Wien 1795, S. 120 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biographie ==&lt;br /&gt;
=== Frühe Laufbahn ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Flugblatt Detail Schlacht bei Lützen.JPG|mini|Flugblatt Detail Schlacht bei Lützen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Rudolf Colloredo 1886 Skreta Merian.jpg|mini|Rudolf von Colloredo]]&lt;br /&gt;
Rudolfs Taufpate war [[Rudolf II. (HRR)|Kaiser Rudolf II.]], dem er als Heranwachsender nach und nach als Page, Truchsess und Mundschenk diente. Im Dezember 1594 schenkte ihm Kaiser Rudolf die reiche Komturei [[Tyniec nad Ślęzą|Groß Tinz]] des Malteserordens in [[Schlesien]]. Dem Orden des heiligen Johannes von Jerusalem soll Colloredo entweder 1605 oder bereits im Jahr 1595 beigetreten sein.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot;&amp;gt;{{NDB|3|328|329|Colloredo-Waldsee, Rudolf Graf von|[[Johann Christoph Allmayer-Beck]]|116639679}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmidt-Brentano&amp;quot;&amp;gt;Antonio Schmidt-Brentano: &amp;#039;&amp;#039;Frà Rudolf Hieronymus Eusebius Reichsgraf von Colloredo&amp;#039;&amp;#039; In: [https://www.oesta.gv.at/dam/jcr:2857f1c1-09bf-43b5-9f2e-1effc837552b/Antonio%20Schmidt-Brentano%20-%20Die%20kaiserlichen%20Generale%202022.pdf &amp;#039;&amp;#039;Die kaiserlichen Generale. 1618–1655. Ein biographisches Lexikon.&amp;#039;&amp;#039;] Österreichisches Staatsarchiv, Wien 2022. S. 102ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früh entschied sich Rudolf für eine militärische Laufbahn. Im Jahr 1610 schloss er sich dem [[Passauer Kriegsvolk]] unter [[Laurentius Ramée]] an, das im habsburgischen Bruderzwist zwischen Kaiser Rudolf und dessen Bruder Erzherzog [[Matthias (HRR)|Matthias]] dem Kaiser zur Hilfe kommen sollte, dabei aber [[Oberösterreich]] und den Süden [[Böhmen]]s schwer verwüstete. Als Rittmeister über 5 Kompanien [[Arkebusierreiter|Arkebusiere]] wurde Colloredo 1611 vom zum böhmischen König aufgestiegenen Matthias geächtet. Trotzdem bot ihm Matthias im folgenden Jahr an, als Obrist in seine Dienste zu treten. Er lehnte ab und trat stattdessen in Dienste des späteren Kaisers [[Ferdinand II. (HRR)|Ferdinand]], für den er 1615 400 [[Kürassiere]] und eine Kompanie Infanterie anwarb und bis 1617 im [[Friauler Krieg]] gegen die [[Republik Venedig]] kämpfte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmidt-Brentano&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die ganze Zeit des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] widmete er seine Dienste dem [[Haus Habsburg]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schweigerd&amp;quot;&amp;gt;C. A. Schweigerd: &amp;#039;&amp;#039;Oesterreichs Helden und Heerführer: von Maximilian I. bis auf die heutige Zeit.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, Druck und Verlag des Verlags-Comptoirs, Grimma 1853, S. 62 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Oktober 1619 erhielt er als Obrist ein eigenes Regiment verliehen, wurde Ende des Jahres Kommandant von [[Korneuburg]] und zog im nächsten Jahr erst nach [[Bratislava|Preßburg]], wo sein Befehlshaber [[Heinrich von Dampierre]] fiel, und anschließend nach Böhmen, wo er die [[Schlacht am Weißen Berg]] mitmachte. Im Frühjahr 1621 ermahnte man ihn wiederholt, bessere Disziplin unter seinen Truppen zu halten. Danach nahm er am Feldzug in Ungarn teil und führte mehrmals Missionen zu den Militärs [[Charles Bonaventure de Longueval|Bucquoy]], [[Johann Kaspar von Stadion|Stadion]] und [[Maximilian von Liechtenstein|Liechtenstein]] durch. Sein Regiment wurde 1622 in den Sold des Erzherzogs [[Leopold V. (Österreich-Tirol)|Leopold von Tirol]] übernommen; im November 1623 sollte er in Böhmen ein neues anwerben, die Erlaubnis dazu wurde aber widerrufen, bevor er es vervollständigen konnte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmidt-Brentano&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zum General ===&lt;br /&gt;
[[Ferdinand II. (HRR)|Kaiser Ferdinand II.]] erhob ihn zusammen mit seinen Brüdern Hieronymus und Lelius am 26. Oktober 1624 in den Reichsgrafenstand.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schweigerd&amp;quot;/&amp;gt; Im Juni 1625 erhielt er wieder ein Regiment Fußsoldaten, das bis 1648 bestehen blieb. 1626 sandte ihn [[Wallenstein]], der ihn ebenfalls wegen schlechter Disziplin ermahnte, zur Unterstützung General [[Johann T’Serclaes von Tilly|Tillys]], unter dem er in der [[Schlacht bei Lutter]] kämpfte. Im Jahr 1627 zog er erst nach [[Oberschlesien]] gegen [[Gabriel Bethlen]], dann gegen die Dänen nach [[Mecklenburg]] und [[Jütland]]. Im Oktober wurde er Oberbefehlshaber in [[Mähren]] und [[Schlesien]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmidt-Brentano&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Mantuanischer Erbfolgekrieg|Mantuanischen Erbfolgekrieges]] wurde Rudolf nach Norditalien beordert und sicherte sich als Obrist gewaltige Reichtümer, als kaiserliche Truppen unter [[Matthias Gallas]] im Juli 1630 die Stadt [[Mantua]] plünderten. Er avancierte am 27. Januar 1632 zum [[Generalfeldwachtmeister]]. Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges zeichnete er sich besonders in der [[Schlacht bei Lützen]] am {{JULGREGDATUM|16|11|1632}} aus, in deren Vorfeld er die [[Schwedisches Heer|schwedische Armee]] mit einer kleinen Truppe solange blockierte, bis der eigentlich abrückende Wallenstein gewarnt werden und sich zur Schlacht aufstellen konnte. Er erlitt dabei sieben Wunden. In der Folge rückte er noch im gleichen Jahr außer der Tour am 23. Dezember zum [[Feldzeugmeister]] vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Antonio Schmidt-Brentano: &amp;#039;&amp;#039;Kaiserliche  und  k. k. Generale (1618–1815).&amp;#039;&amp;#039; Österreichisches Staatsarchiv / A. Schmidt-Brentano 2006, S. 21.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gegner Wallensteins und Fall in Ungnade ===&lt;br /&gt;
Wallenstein schätzte Colloredo nur wenig und wollte ihm kein eigenständiges Kommando geben, stattdessen machte er ihn zum Befehlshaber der Artillerie bei der Hauptarmee. Am 22. August 1633 nahm Colloredo an der Einnahme von [[Leipzig]] durch [[Heinrich von Holk]] teil, am 11. Oktober kämpfte er unter Wallenstein in Schlesien in der Schlacht bei Steinau. Ferdinand II. ernannte ihn am 1. Februar 1634 zum [[Generalfeldmarschall#Kaiserliche Feldmarschalle 1618–1806|Feldmarschall]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmidt-Brentano&amp;quot;/&amp;gt; In der Verschwörung von oder gegen Wallenstein blieb er dem Kaiser treu und erschien nicht auf der [[Pilsen]]er Zusammenkunft der Feldobersten. Am 18. Februar wurde er vom Gehorsam gegenüber dem bald ermordeten Generalissimus entbunden und zum Kommandanten in Schlesien ernannt, wo er die Treue der Truppen zum Kaiser sicherstellte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schweigerd&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmidt-Brentano&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vormarsch der [[Kursachsen]] unter [[Hans Georg von Arnim-Boitzenburg|Arnim]] in Schlesien, der im Mai Rudolfs Bruder Hieronymus [[Schlacht bei Liegnitz (1634)|bei Liegnitz schlug]], brachte Colloredo den Tadel vom Kaiser ein, dass er unter anderem die Festung [[Głogów|Glogau]] nicht ausreichend mit Proviant versehen habe. Im Juli musste er Prag gegen Sachsen und Schweden verteidigen, konnte die Schweden aber im Oktober aus Böhmen zurückdrängen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmidt-Brentano&amp;quot;/&amp;gt; Zur Verbesserung der kaiserlichen Verhandlungsposition über einen Frieden mit Sachsen sollte er anschließend in Sachsen einfallen und dort weitere feste Plätze sichern, die man gegen die von den Sachsen in Schlesien eroberten Festungen eintauschen konnte. Colloredo blieb aber bis auf das Sichern von [[Chemnitz]] und der [[Erzgebirge|Erzgebirgspässe]] passiv. Deshalb wurde Colloredo im Dezember an den Hof nach [[Wien]] vorgeladen, durch Befehl des Oberbefehlshabers König [[Ferdinand III. (HRR)|Ferdinand von Ungarn]] unter Hausarrest gestellt, während sein Feldkommando in Böhmen an [[Francesco Carretto de Grana]] vergeben wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Lothar Höbelt |Titel=Von Nördlingen bis Jankau. Kaiserliche Strategie und Kriegsführung 1634–1645 |Verlag=Heeresgeschichtliches Museum |Ort=Wien |Datum=2016 |ISBN=978-3-902551-73-3|Seiten=30–31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rehabilitation und Kommando in Böhmen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Slaget vid Prag (1648), ur &amp;quot;Theatri Europæi...&amp;quot; 1663 - Skoklosters slott - 99875.tif|mini|Prag 1648]]&lt;br /&gt;
Anfang 1635 aufgrund des Einsatzes von Matthias Gallas rehabilitiert, führte er durch den [[Prager Frieden (1635)|Prager Frieden]] freigewordene Truppen aus Böhmen ins Reich und wurde im Juli zu Herzog [[Karl IV. (Lothringen)|Karl von Lothringen]] geschickt, den er beim Feldzug gegen Frankreich zur Rückgewinnung seines Herzogtums von allzu gewagten Aktionen abhalten sollte. Beim risikofreudigen Herzog wurde er dadurch bald zu einem Sündenbock für verpasste Gelegenheiten, auf den Feind zu gehen. Trotzdem versuchte Colloredo den mit dem kaiserlichen Hauptheer passiv bleibenden Gallas zur Offensive zu überreden, um die gefährdete Position der Lothringer an der oberen [[Mosel]] nahe [[Rambervillers]] zu stärken. Im Oktober vereinigte sich Gallas bei [[Dieuze]] mit den Lothringern, wagte aber keinen Angriff auf das gegenüberliegende große Heer der Franzosen, das durch starke Festungen im Rücken gedeckt war. Als die Heere ergebnislos wieder auseinandergingen, nahm Colloredo noch an einer Aktion gegen die Franzosen teil und eroberte am 27. Januar 1636 [[Longwy]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Lothar Höbelt |Titel=Von Nördlingen bis Jankau. Kaiserliche Strategie und Kriegsführung 1634–1645 |Verlag=Heeresgeschichtliches Museum |Ort=Wien |Datum=2016 |ISBN=978-3-902551-73-3|Seiten=56–60}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmidt-Brentano&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im nächsten Jahr zog er mit Gallas nach [[Burgund]]. Gegen die Belagerung von [[Dole]], Hauptstadt der spanischen [[Franche-Comté]], durch die Franzosen unter [[Henri II. de Bourbon, prince de Condé|Henri II. de Condé]], wurden erst Colloredo mit leichter Kavallerie und ihm folgend der Herzog von Lothringen und [[Guillaume de Lamboy]] zum Entsatz geschickt. Nach dem erfolgreichen Entsatz im August scheiterte jedoch eine Offensive in den französischen Teil Burgunds Anfang November.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Robert Rebitsch]]: &amp;#039;&amp;#039;Matthias Gallas (1588–1647). Generalleutnant des Kaisers zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Eine militärische Biographie&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Geschichte in der Epoche Karls V.&amp;#039;&amp;#039; Band 7). Aschendorff Verlag, Münster 2006, ISBN 3-402-06576-2. S. 150, 157–159.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Kaiser belohnte seine Verlässlichkeit und Treue 1636 mit der großen Herrschaft [[Opotschno]] in [[Böhmen]], die nach dem Tod des [[Jan Rudolf Trčka von Lípa]] konfisziert worden war. Auch wurde Rudolf 1637 zum Großprior des [[Malteserorden]]s für Böhmen zu [[Strakonitz]] ernannt (ab 1647 Botschafter des Ordens am kaiserlichen Hof).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schweigerd&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1639 wurde er anstelle des verstorbenen [[Baltasar von Marradas]] zum Gouverneur von Prag und Kommandierenden General in Böhmen ernannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Österreichische Militärische Zeitschrift|Streffleurs militärische Zeitschrift]]. L. W. Seidel, Wien 1910. 87. Jahrgang. I. Band. [https://www.digitalniknihovna.cz/dsmo/view/uuid:c5d49c2b-c66d-4f8a-acbc-21abe0611d3a?page=uuid:d4928af7-3dd6-11e9-8eec-005056b73ae5 S. 185].&amp;lt;/ref&amp;gt; Er befestigte die Städte Prag, [[Königgrätz]] und [[Pardubitz]], hatte aber keine eigentliche Befehlsgewalt, da ihm keine Truppen unterstellt waren. Weil er sich nicht mehr für den Kriegsdienst tauglich befand, wollte er den Posten 1641 wieder aufgeben, ließ sich aber davon überzeugen, dass er nur die Sicherheit von Prag zu gewähren habe. Anfang 1643 lehnte er aus Gesundheitsgründen auch ab, anstelle von [[Ottavio Piccolomini|Piccolomini]] das Interimskommando über die Hauptarmee zu übernehmen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmidt-Brentano&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 1645 wurde er zum wirklichen Geheimen Rat ernannt. Im Jahr 1646 hielt er als Statthalter des Kaisers den Landtag zu Prag ab. Am 26. Juli 1648 verlor er die [[Prager Burg]] und die [[Kleinseite]] gegen einen schwedischen Handstreich unter General [[Hans Christoph von Königsmarck (Feldmarschall)|Königsmarck]], den der Überläufer [[Ernst Odowalsky]] ermöglicht hatte. Die Schweden erbeuteten dabei Sachwerte über 6 Millionen Gulden, auch durch die Plünderung von Colloredos eigenem Palast. Colloredo selbst hatte sich nur im Nachthemd mit einem Kahn über die [[Moldau (Fluss)|Moldau]] in die [[Prager Altstadt]] retten können. Bis zum Friedensschluss behaupteten er und der ihm unterstellte General [[Innocentio Conti]] jedoch mit der verbliebenen Stadtgarnison und großen Freiwilligenverbänden aus Bürgern und Studenten die Alt- und [[Prager Neustadt|Neustadt]] gegen eine [[Belagerung von Prag (1648)|mehrmonatige Belagerung]]. Für die erfolgreiche Verteidigung erhielt Colloredo ein kaiserliches „Dankbriefl“, musste sich im folgenden Jahr jedoch vor dem [[Hofkriegsrat]] in Wien für seine Verantwortung beim Verlust der Kleinseite verantworten. Danach spielte er politisch und militärisch keine Rolle mehr.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmidt-Brentano&amp;quot; /&amp;gt; Das tatsächliche Kommando in Prag führten fortan die Stadtkommandanten Conti und später [[Jan van der Croon]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Colloredo erhielt als Personalist im schwäbischen Grafenkollegium Sitz und Stimme und starb am 24. Jänner 1657 um 18 Uhr (die Grabinschrift nennt den 14. als Todestag, in der Literatur findet sich auch der 27. Jänner)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmidt-Brentano&amp;quot; /&amp;gt; als Feldmarschall, Kommandierender General, und Großprior des Malteserordens in Böhmen, nachdem er für ein [[Fideikommiss]] auf Opotschno, eine Million im Wert, gestiftet hatte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vehse 42&amp;quot; /&amp;gt; Dieser Grundbesitz befand sich bis 1945 im Besitz der Familie Colloredo und wurde ihr – allerdings ohne das [[Schloss Opočno]] – nach der [[Samtene Revolution|Samtenen Revolution]] zurückübertragen. Colloredos Nachfolger als Kommandierender General Böhmens wurde der bisherige Prager Stadtkommandant van der Croon.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Österreichische Militärische Zeitschrift|Streffleurs militärische Zeitschrift]]. L. W. Seidel, Wien 1910. 87. Jahrgang. I. Band. [https://www.digitalniknihovna.cz/dsmo/view/uuid:c5d49c2b-c66d-4f8a-acbc-21abe0611d3a?page=uuid:d492b20f-3dd6-11e9-8eec-005056b73ae5 S. 193–194].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Wappen der Grafen Colloredo 1624.png|mini|Wappen der Grafen Colloredo der Linien Asquino und Bernhard 1624]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
Colloredo zeichnete sich durch Tapferkeit im Kampf aus, war als Truppenkommandant aber umstritten. Unter seinen Truppen herrschte oft eine besonders schlechte Disziplin und ihm unterliefen wiederholt militärische Fehlleistungen. Nachdem er 1634 durch Arnim aus Schlesien bis unter die Mauern von Prag zurückgedrängt worden war, warf Ferdinand III. ihm seine Passivität und seinen Ungehorsam gegenüber direkten Befehlen vor, im Lothringen-Feldzug von 1635 brachte er mit einem verunglückten Angriff auf die Franzosen die eigene Armee in zeitweise Konfusion. Bei [[Johann Christoph Allmayer-Beck]] findet sich die sehr vorteilhafte Wertung, dass Colloredo „in sich die Eigenschaften des erfolgreichen Heerführers seiner Zeit“ vereinigte, die laut [[Robert Rebitsch]] aber zu positiv ausfällt. Nach Antonio Schmidt-Brentano war er „als Truppenführer bestenfalls durchschnittlich“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot;/&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Robert Rebitsch]]: &amp;#039;&amp;#039;Matthias Gallas (1588–1647). Generalleutnant des Kaisers zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Eine militärische Biographie&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Geschichte in der Epoche Karls V.&amp;#039;&amp;#039; Band 7). Aschendorff Verlag, Münster 2006, ISBN 3-402-06576-2. S. 132–133.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schmidt-Brentano&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wappen ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;1624:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; Im schwarzen Schild ein silberner Querbalken der in der Mitte mit dem kaiserlichen Adler belegt ist. Über der Grafenkrone erbeben sich drei gekrönte Helme. Aus dem rechten Helme wächst ein aufspringender schwarzer wilder Eber mit ausgeschlagener Zunge einwärtsgekehrt auf. Der mittlere Helm trägt einen die Sachsen rechtskehrenden, geschlossenen Adlersflug, welcher mit einem silbernen Querbalken belegt ist und der linke Helm einen wachsenden Jüngling in langem weißen Kleide mit einer von weißen und roten Bändern wechselweise geflochtenen Stirnbinde, deren Enden auswärts fliegen, und einer roten Leibbinde. Die Arme sind zur Hälfte bloß und der Jüngling hält in der Rechten drei in ein Kreuz gelegte Pfeile und in der Linken aufrecht einen goldenen Bogen. Die Helmdecken sind schwarz und silbern.&amp;lt;ref&amp;gt;G. B. von Grollanza: &amp;#039;&amp;#039;Das Adelsgeschlecht der Waldsee-Mels und insbesondere der Grafen von Colloredo.&amp;#039;&amp;#039; k. k. Hofbuchhandlung Wilhelm Frick, Wien 1889, S. 257 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* C. A. Schweigerd: &amp;#039;&amp;#039;Oesterreichs Helden und Heerführer: von Maximilian I. bis auf die heutige Zeit.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, Druck und Verlag des Verlags-Comptoirs, Grimma 1853, S. 62–88.&lt;br /&gt;
* {{ADB|4|420|420|Colloredo-Waldsee, Rudolf Graf von|[[Wilhelm Edler von Janko]]|ADB:Colloredo-Waldsee, Rudolf Graf von}}&lt;br /&gt;
* {{NDB|3|328|329|Colloredo-Waldsee, Rudolf Graf von|[[Johann Christoph Allmayer-Beck]]|116639679}}&lt;br /&gt;
* {{DBI|Verfasser=[[Gino Benzoni]]|ID=rodolfo-colloredo_(Dizionario-Biografico)/|Lemma=Colloredo, Rodolfo|Band=27|SeiteVon=86|SeiteBis=91|Kommentar=|kurz=}}&lt;br /&gt;
* Antonio Schmidt-Brentano: &amp;#039;&amp;#039;Frà Rudolf Hieronymus Eusebius Reichsgraf von Colloredo&amp;#039;&amp;#039; In: [https://www.oesta.gv.at/dam/jcr:2857f1c1-09bf-43b5-9f2e-1effc837552b/Antonio%20Schmidt-Brentano%20-%20Die%20kaiserlichen%20Generale%202022.pdf &amp;#039;&amp;#039;Die kaiserlichen Generale. 1618–1655. Ein biographisches Lexikon.&amp;#039;&amp;#039;] Wien 2022, S. 102ff.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Kommandierende Generale Böhmens}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=116639679|VIAF=62305471}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Colloredo, Rudolf von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kaiserlicher General (HRR)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärperson im Dreißigjährigen Krieg (HRR)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Großprior (Malteserorden)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Botschafter des Malteserordens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienmitglied des Adelsgeschlechts Colloredo|Rudolf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Titulargraf (Colloredo)|Rudolf]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mundschenk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Böhmischer Adliger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Königreich Böhmen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1585]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1657]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Colloredo, Rudolf von&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Colloredo-Waldsee, Rudolf Hieronymus Eusebius von&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=böhmischer Adliger, Kaiserlicher Rat, Feldmarschall und Gouverneur von Prag&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=2. November 1585&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[České Budějovice|Budweis]], [[Budweiser Kreis]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=24. Februar 1657&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Prag]], [[Königreich Böhmen]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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