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	<title>Rudolf Paul - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-10-12T07:23:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Kat...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rudolf Paul&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[30. Juli]] [[1893]] in [[Gera]]; † [[28. Februar]] [[1978]] in [[Frankfurt am Main]]) war ein deutscher Jurist und Politiker ([[Deutsche Demokratische Partei|DDP]], später [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands|SED]]). Er war von Mai bis Juli 1945 [[Oberbürgermeister]] der Stadt Gera, anschließend bis Oktober 1947 Landespräsident (Ministerpräsident) von [[Land Thüringen (1920–1952)|Thüringen]]. [[Flucht aus der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR|1947 flüchtete er in die amerikanische Besatzungszone]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Jurist ===&lt;br /&gt;
Rudolf Paul studierte von 1913 bis 1914 in [[Humboldt-Universität zu Berlin|Berlin]] und [[Universität Leipzig|Leipzig]] Staats- und Rechtswissenschaften. Er leistete im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] seinen Militärdienst, setzte 1919 sein Studium in [[Friedrich-Schiller-Universität Jena|Jena]] fort und war nach seiner Promotion zunächst [[Referendariat|Referendar]] und bis 1923 [[Richter auf Probe|Gerichtsassessor]]. 1924 wurde er Staatsanwaltrat in Gera.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Ausübung seines Amtes beabsichtigte er, [[Adolf Hitler|Hitler]] festzusetzen und als „lästigen Ausländer“ abschieben zu lassen. Dazu benötigte er einen Strafantrag des Reichstages, der jedoch vom Reichspräsidenten [[Friedrich Ebert]] mit folgenden Worten abgelehnt wurde:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ich danke Ihnen, dass Sie das Interesse hatten, das Ansehen des Reichstages zu schützen, jedoch der Dreck kommt nicht bis an meine Sohlen.|ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rede&amp;quot;&amp;gt;Rudolf Paul: &amp;#039;&amp;#039;Aus der Rede zur „Stadtratsitzung im Rathaussaal zu Gera nach dem schmachvollen Zusammenbruch der Nazi-Regierung“ vom 18. Mai 1945.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraufhin gab er sein Amt als Staatsanwaltrat auf und war von 1924 bis 1934 als Rechtsanwalt und Notar in Gera tätig. In dieser Zeit war er Mitglied der DDP und deren Vorsitzender in Ostthüringen. Nach erteiltem Berufsverbot und Entzug der Rechtsanwaltserlaubnis durch die [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] ging er als Landwirt nach [[Ulrichswalde]] bei [[Stadtroda]]. 1938 ließ er sich von seiner Frau Lilly, der Tochter des Geraer Kaufhausbesitzers [[Biermann (Unternehmerfamilie)|Max Biermann]], scheiden. Lilly Paul zog nach Berlin, wurde 1942 wegen ihrer jüdischen Herkunft deportiert und starb am 1. Januar 1945 im [[Konzentrationslager Stutthof|KZ Stutthof]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bürgermeister ===&lt;br /&gt;
Am 7. Mai 1945 wurde Paul vom amerikanischen Stadtkommandanten und Militär-Gouverneur zum Geraer Oberbürgermeister ernannt, zusätzlich wurden ihm alle Behörden unterstellt. Bis zum Juli 1945 wirkte er maßgeblich an der Neuordnung der Stadt Gera mit. Für kurze Zeit fungierte er auch als stellvertretender Vorsitzender der noch nicht wieder zugelassenen DDP im „Thüringen-Ausschuss“, dem vorparlamentarischen Beratungs- und Kontrollgremium unter US-amerikanischer Besatzung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ministerpräsident ===&lt;br /&gt;
Am 16. Juli 1945 wurde er nach der kurzen Amtszeit von [[Hermann Brill]] in der nunmehrigen [[Sowjetische Besatzungszone|Sowjetischen Besatzungszone]] zum Landespräsidenten des Landes [[Land Thüringen (1920–1952)|Thüringen]] gewählt und am 14. August 1945 auf Befehl von Marschall [[Georgi Konstantinowitsch Schukow|Schukow]] zum Ministerpräsidenten ernannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;buch1&amp;quot;&amp;gt;Günter Domkowsky: &amp;#039;&amp;#039;Oberbürgermeister der Stadt Gera&amp;#039;&amp;#039;, Verlag Dr. Frank GmbH, Gera 2007, ISBN 978-3-934805-31-6, S. 39.&amp;lt;/ref&amp;gt; Profilierte Mitglieder dieses provisorischen Kabinetts waren der KPD-Politiker [[Ernst Busse]], 1. Vizepräsident und zuständig für Polizei, [[Bodenreform in Deutschland#Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone ab 1945|Bodenreform]] und [[Entnazifizierung]], sowie der CDU-Politiker [[Hans Lukaschek]], 3. Vizepräsident und Chef des Landesamtes für Land- und Forstwirtschaft. Lukaschek ersetzte [[Max Kolter]] von der CDU, der als Gegner der [[Bodenreform in Deutschland|Bodenreform]] durch die [[SMAD]] abgesetzt und verhaftet wurde und in der Haft starb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paul war ein überzeugter Befürworter der [[Bodenreform in Deutschland#Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone ab 1945|Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone]]. Nach seiner Überzeugung durfte angesichts der ungleich verteilten Kriegsschäden in Deutschland durch [[Bombenkrieg]], [[Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945 bis 1950|Vertreibung]] usw. das zufällig erhalten gebliebene [[Privateigentum]] nicht unantastbar sein. In diesem Sinne verfügte er Ende 1946 auch eine für die gesamte SBZ beispielgebende sozialpolitische Gesetzgebung für [[Vertriebene]] (in der SBZ [[Umsiedler]] genannt) zur Umverteilung überschüssigen Hausrats und zur Verpachtung von Gartenparzellen. Deren Erfolge blieben jedoch aufgrund der Widerstände in der alteingesessenen Bevölkerung begrenzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1946 erreichte Paul bei der Sowjetischen Militäradministration die Rückgabe der Bestände des [[Nietzsche-Archiv]]s, die bereits verpackt und für den Abtransport vorbereitet waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rudolf Paul bekannte sich zur neu formierten [[Liberal-Demokratische Partei Deutschlands|Demokratischen Partei Thüringens]] (später LDP), ohne ihr offiziell beizutreten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;buch1&amp;quot; /&amp;gt; Auf ihrem Thüringer [[Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED|Gründungsparteitag im April 1946]] trat Paul der SED bei, um sich parteipolitisch besser abzusichern. Bei der [[Landtagswahlen in der SBZ 1946|Landtagswahl 1946]] wurde er für die SED in den [[Thüringer Landtag (1946–1952)|Thüringer Landtag]] gewählt. Von den Kommunisten in der SED beargwöhnt, war er jedoch weiterhin maßgeblich vom Vertrauen der sowjetischen Besatzungsmacht abhängig. Nach Konstituierung des im Herbst 1946 gewählten neuen Thüringer Landtages wurde er im Januar 1947 zum [[Ministerpräsident]]en des Landes Thüringen gewählt, erhielt jedoch im April 1947 mit dem SED-Landesvorsitzenden [[Werner Eggerath]] einen kommunistischen Stellvertreter und „Aufpasser“. Sein Handlungsspielraum wurde in der Folgezeit immer mehr eingeschränkt. Im Juni 1947 nahm Paul an der [[Münchener Ministerpräsidentenkonferenz]] teil, die jedoch scheiterte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. September 1947 [[Flucht aus der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR|flüchtete er über West-Berlin in die amerikanische Besatzungszone]], seines Amtes wurde er offiziell am 9. Oktober 1947 enthoben und durch Eggerath ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er war über 30 Jahre lang als Rechtsanwalt in [[Frankfurt am Main]] tätig und Mitbegründer der Anwaltskanzlei &amp;#039;&amp;#039;Paul, Paul &amp;amp; Schmitt&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;https://fps-law.de/de/kanzlei/historie&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Günter Domkowsky: &amp;#039;&amp;#039;Oberbürgermeister der Stadt Gera. Begebenheiten – Anekdoten – Wissenswertes.&amp;#039;&amp;#039; Frank,  Gera 2007, ISBN 978-3-934805-31-6.&lt;br /&gt;
* Klaus Brodale, Heidrun Friedemann: &amp;#039;&amp;#039;Das war das 20. Jahrhundert in Gera.&amp;#039;&amp;#039; Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2002, ISBN 3-8313-1273-7.&lt;br /&gt;
* {{WWW-DDR|id=rudolf-paul|lemma=Paul, Rudolf|autor=[[Helmut Müller-Enbergs]]|band=2|idNum=2611}}&lt;br /&gt;
* [[Jürgen John]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Thüringer Landes- und Ministerpräsident Rudolf Paul 1945 bis 1947 – Darstellung und Edition&amp;#039;&amp;#039;. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen, Kleine Reihe – Band 44, Böhlau Verlag, Köln 2017, ca. 512 S., ISBN 978-3-41210995-0, Editionsteil auf CD-ROM (Schriften zu seiner Thüringer Amtszeit, Bericht über seine Flucht).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|FID=pe/013304}}&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{NaviBlock&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=124748473|LCCN=no2024086507|VIAF=62489817}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Paul, Rudolf}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ministerpräsident (Thüringen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landtagsabgeordneter (Thüringen 1946–1952)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsanwalt (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bürgermeister (Gera)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DDP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SED-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrenbürger von Weimar]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DDR-Flüchtling]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1893]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1978]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Paul, Rudolf&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Jurist und Politiker (DDP, SED), Landespräsident von Thüringen 1945–1947&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=30. Juli 1893&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Gera]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=28. Februar 1978&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Frankfurt am Main]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Tohma</name></author>
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