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	<title>Rudolf Kaufmann - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2026-02-25T17:48:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den Geologen. Zum Kunsthistoriker siehe [[Rudolf Kaufmann (Kunsthistoriker)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:HGW Stolperstein Loefflerstrasse.JPG|mini|Stolperstein für Rudolf Kaufmann in Greifswald]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rudolf Kaufmann&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[3. April]] [[1909]] in [[Königsberg (Preußen)|Königsberg]]; † wahrscheinlich Sommer [[1941]]&amp;lt;ref&amp;gt;Nachruf &amp;#039;&amp;#039;Dansk Geolog. For.&amp;#039;&amp;#039; 1946.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.stadtgeschichte-coburg.de/blog/2009/08/14/dr-rudolf-kaufmann-geb-1909-hohe-strasse-30/ Digitales Stadtgedächtnis Coburg: Rudolf Kaufmann, geb. 1909 / Hohe Straße 30].&amp;lt;/ref&amp;gt;) war ein deutscher [[Geologe]] und [[Paläontologe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Kaufmann war der Sohn des Physikprofessors [[Walter Kaufmann (Physiker)|Walter Kaufmann]] und ein Schwager von [[Curt Teichert]]. Kaufmann war evangelisch getauft. In seiner Schulzeit besuchte er die humanistische Abteilung des [[Königliches Hufengymnasium|Hufengymnasiums]]  in Königsberg und legte dort am 20. Februar 1927 seine Reifeprüfung ab.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Laura Ernst |url=https://www.bllv.de/projekte/geschichte-bewahren/erinnerungsarbeit/lehrerbiografien/rudolf-kaufmann |titel=Rudolf Kaufmann |hrsg=Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) |abruf=2023-01-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er hatte in [[München]], Königsberg und an der [[Universität Greifswald]] bei [[Serge von Bubnoff]] studiert und promoviert. Da er jüdische Vorfahren hatte, verließ er 1933 Deutschland und ging nach [[Kopenhagen]]. Er fand keine Anstellung als Geologe und arbeitete deshalb als Fotograf und erteilte Unterricht in Leichtathletik. Er konnte aber weder in Dänemark noch kurz darauf in [[Italien]] oder [[Danzig]] Fuß fassen und kehrte nach Deutschland zurück, wo er ab Oktober 1935 Lehrer an einer jüdischen Schule (Internat von Hermann Hirsch im [[Hohe Straße 30 (Coburg)|Haus Hohe Straße 30]] [[Coburg]]) war.&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Jüdisches Landschulheim Coburg#Lehr- und sonstiges Personal|titel1=Rudolf Kaufmann in Coburg}}&lt;br /&gt;
Rudolf Kaufmann wurde Ende Juli 1936, kurz vor einem geplanten Urlaub in Schweden, wegen „[[Rassenschande]]“ verhaftet. Er hatte sich nach einer kurzen Affäre mit einer „arischen“ jungen Witwe im Mai 1936&amp;lt;ref&amp;gt;Reinhard Kaiser: &amp;#039;&amp;#039;Königskinder – Eine wahre Liebe&amp;#039;&amp;#039;, S. 54&amp;lt;/ref&amp;gt; wegen einer Geschlechtskrankheit behandeln lassen müssen und war von dem behandelnden Arzt angezeigt worden.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.stadtgeschichte-coburg.de/blog/2009/08/14/dr-rudolf-kaufmann-geb-1909-hohe-strasse-30/ Digitales Stadtgedächtnis Coburg: Rudolf Kaufmann, geb. 1909 / Hohe Straße 30]. Weitere Einzelheiten konnte 1991 Reinhard Kaiser beisteuern, der den Briefwechsel von Rudolf Kaufmann mit seiner schwedischen Freundin Inge Magnusson entdeckte und diesen in einem 1996 erschienenen Buch aufarbeitete. (Reinhard Kaiser: &amp;#039;&amp;#039;Königskinder – Eine wahre Liebe&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;/ref&amp;gt; 1936 verurteilte ihn das [[Landgericht Coburg]] deshalb zu drei Jahren [[Zuchthaus]]. Sein engagierter Verteidiger war [[Thomas Dehler]],&amp;lt;ref&amp;gt;[[Carl-Christian Dressel]]: &amp;#039;&amp;#039;Anmerkungen zur Justiz in Coburg von der Errichtung des Landgerichts Coburg bis zur Entnazifizierung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch der Coburger Landesstiftung 1997.&amp;#039;&amp;#039; {{ISSN|0084-8808}}, S. 60&amp;lt;/ref&amp;gt; der für dieses Mandat in der Presse hart angegriffen wurde. Die nationalsozialistische Wochenzeitung „[[Der Stürmer]]“ schrieb: „Rechtsanwälte […], die es fertig bringen, das für Geld zu verteidigen, was der Staat durch Gesetz als ein Verbrechen erklärt hat, haben einen minderwertigen Charakter und gehören von der Anwaltsliste gestrichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach {{Webarchiv|url=https://www.bllv.de/index.php?id=13014 |wayback=20171226073921 |text=BLLV-Kurzbiografie &amp;#039;&amp;#039;Rudolf Kaufmann, 1909 bis 1941&amp;#039;&amp;#039; |archiv-bot=2024-04-29 22:43:41 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1939 wurde Rudolf Kaufmann nach Jahren harter [[Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus|Zwangsarbeit]] im Straßenbau freigelassen und ging nach [[Kaunas]] in [[Litauen]]. Ursprünglich wollte er nach London, wofür sein Bruder schon ein Visum besorgt hatte. Er plante, seine Freundin danach in Stockholm zu treffen und mit ihr nach Australien auszuwandern. Der Krieg verhinderte aber die Ausreise. In Kaunas wohnte er bei einer jüdischen Buchhändlerfamilie, heiratete 1941 und arbeitete ab 1940 bei der geologischen Landesaufnahme. Er wurde 1941 (oder danach) von deutschen Soldaten erkannt (eine Verwandte eines der Soldaten war Hausangestellte bei den Kaufmanns in Königsberg gewesen), als er im Rahmen seiner geologischen Feldarbeit mit dem Rad übers Land fuhr, und als Jude erschossen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hubert Fromm &amp;#039;&amp;#039;Die Coburger Juden. Geschichte und Schicksal.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben vom Evangelischen Bildungswerk Coburg und der Initiative Stadtmuseum Coburg. Neustadt bei Coburg. Patzschke 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Verlobte Inge Magnusson starb 1972 unverheiratet in Stockholm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werk ==&lt;br /&gt;
Kaufmann ist für Untersuchungen über [[Trilobiten]] bekannt. Ihm gelang es in Schweden, in [[Alaunschiefer]]n aus dem späten [[Kambrium]] (Profil Andrarum in [[Schonen]], das schon [[Anton H. Westergård]] untersuchte), die dort lückenlos erhalten waren, an den dort enthaltenen Trilobitenfossilien der Gattung &amp;#039;&amp;#039;Olenus&amp;#039;&amp;#039; die einzelnen Schritte einer Artenbildung durch räumliche Trennung nachzuweisen ([[Allopatrische Artbildung]]). Er führte seine Untersuchungen über kambrische Trilobiten auch in [[Bornholm]] fort.&amp;lt;ref&amp;gt;Kaufmann &amp;#039;&amp;#039;Variationsstatistische Untersuchungen über die Artabwandlung und Artumbildung an der oberkambrischen Trilobitengattung Olenus&amp;#039;&amp;#039;, Abh. Paläont. Geolog. Institut Universität Greifswald, Heft 10, 1933, S. 1–54, Kaufmann &amp;#039;&amp;#039;Die Einstufung der Olenus Arten von Bornholm&amp;#039;&amp;#039;, Paläontologische Zeitschrift, Band 15, 1933, S. 57–63. Kaufmann &amp;#039;&amp;#039;Exakt nachgewiesene Stammesgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, Naturwissenschaften, Band 22, 1933, S. 803–807. Kaufmann &amp;#039;&amp;#039;Exakt statistische Biostratigraphie der Olenus Arten von Südöland&amp;#039;&amp;#039;, Geol. Fören. Stockholm Förhandl., 1935, S. 19–28.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Evolutionsforscher [[Niles Eldredge]] sah später in Kaufmann einen Vorläufer des [[Punktualismus]]. Kaufmanns Beobachtungen in den Andrarum Profilen wurden später von [[Euan Clarkson]] bestätigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er befasste sich auch mit [[Quartär (Geologie)|Quartärgeologie]], wobei er statistische Analyse von [[Leitgeschiebe]]n für die [[Stratigraphie (Geologie)|stratigraphische]] Einordnung in Litauen benutzte und [[Jura (Geologie)|jurassische]] [[Geschiebe]] in Ostpreußen untersuchte,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Über Jurageschiebe in Ostpreußen&amp;#039;&amp;#039;, Zeitschrift für Geschiebeforschung, Band 8 1932, S. 73–75.&amp;lt;/ref&amp;gt; und befasste sich mit der [[Strukturgeologie]] von [[Granit]], bei seinen Arbeiten über die [[Tektonik]] von Bornholm.&amp;lt;ref&amp;gt;Kaufmann &amp;#039;&amp;#039;Zur Tektonik des Grundgebirges von Bornholm&amp;#039;&amp;#039;, Geologische Rundschau, Band 24, 1935, S. 379–389.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er veröffentlichte auch über die regionale Geologie Schwedens.&amp;lt;ref&amp;gt;Kaufmann &amp;#039;&amp;#039;Die Klufttektonik des Kambrosilurs von Gotland, Oeland und dem Kalmargebiet&amp;#039;&amp;#039;, Geologische Rundschau, Band 21, 1931, S. 292–306.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
[[File:Stolperstein für Rudolf Kaufmann (Coburg).jpg|thumb|Stolperstein in Coburg]]&lt;br /&gt;
[[Stolpersteine]] in Coburg vor dem Haus Hohe Straße 30 und in Greifswald vor dem Pharmakologischen Institut der Universität in der Friedrich-Loeffler-Straße 23d erinnern an Rudolf Kaufmann. Der 2008 in Greifswald verlegte Gedenkstein wurde am Jahrestag der [[Reichspogromnacht]] am 9. November 2012 zusammen mit 10 weiteren &amp;#039;&amp;#039;Stolpersteinen&amp;#039;&amp;#039; von Unbekannten aus dem Straßenpflaster gebrochen und gestohlen, aber am 23. Mai 2013 neu verlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Postum wurde Kaufmann 2012 Ehrenmitglied der [[Paläontologische Gesellschaft|Paläontologischen Gesellschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Thomas Kaemmel: &amp;#039;&amp;#039;Der Bubnoff-Schüler Rudolf Kaufmann (1909–1941?). Eine notwendige Erinnerung&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Zeitschrift für Geologische Wissenschaften]], Jg. 37 (2009), S. 373.&lt;br /&gt;
* Antoni Hoffmann, [[Wolf-Ernst Reif]]: &amp;#039;&amp;#039;Rudolf Kaufmanns work on iterative evolution in the upper cambrian trilobite Genus Olenus: a reappraisal&amp;#039;&amp;#039;, Paläontologische Zeitschrift, Band 68, 1994, S. 71&lt;br /&gt;
* [[Richard Fortey]]: &amp;#039;&amp;#039;Trilobite! Eyewitness to evolution&amp;#039;&amp;#039;. Flamingo, London 2001, ISBN 0-006-55138-6, S. 159ff.&lt;br /&gt;
* [[Reinhard Kaiser]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Königskinder – Eine wahre Liebe]]&amp;#039;&amp;#039;, Schöffling &amp;amp; Co., Frankfurt, 1996, ISBN 3-89561-064-X (mehrfach auch als Taschen- und Hörbuch aufgelegt). Das Buch behandelt und rekonstruiert anhand von Briefen die Beziehung von Rudolf Kaufmann zu seiner schwedischen Freundin Ingeborg Magnusson.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.trilobita.de/heroes.htm Biographie auf den Trilobita Seiten]&lt;br /&gt;
* [https://www.tyskforlaget.dk/Koenigskinder/KoenigskArbeitsaufgaben/KoenigskinderAufgKaufmannBiografie.html Biographie]&lt;br /&gt;
* [https://2dgf.dk/xpdf/bull-1946-11-1-142-144.pdf Nachruf von Curt Teichert in Medd. Dansk Geol. Forening, Kopenhagen, Band 11, 1946, S. 142, pdf]&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9118869.html Warte nicht länger, Der Spiegel, 46/1996], zum Buch von Kaiser &amp;#039;&amp;#039;Königskinder&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [https://www.coburg.de/microsite/stolpersteine/stolperstein/Rudolf-Kaufmann.php Stolperstein Rudolf Kaufmann]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119528819|LCCN=n96091663|VIAF=68201003}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kaufmann, Rudolf}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Paläontologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Opfer des Holocaust]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Opfer der NS-Justiz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Judentum in Coburg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person, für die in Coburg ein Stolperstein verlegt wurde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person, für die in Mecklenburg-Vorpommern ein Stolperstein verlegt wurde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1909]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben im 20. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kaufmann, Rudolf&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Geologe und Paläontologe&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=3. April 1909&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Königsberg (Preußen)|Königsberg]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=nach Juni 1941&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Störfix</name></author>
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