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	<title>Rudolf Formis - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks: &lt;/span&gt; erg&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rudolf „Rolf“ Formis&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[25. Dezember]] [[1894]] in [[Stuttgart]]; †&amp;amp;nbsp;[[23.&amp;amp;nbsp;Januar]] [[1935]] in [[Slapy nad Vltavou]])&amp;lt;ref&amp;gt;Geburts- und Sterbedatum siehe [http://www.gdw-berlin.de/de/vertiefung/biographien/biografie/view-bio/Formis Rudolf Formis] bei der Gedenkstätte Deutscher Widerstand (Abgerufen am 28. Juni 2011) beziehungsweise Václav Pavel Borovička, Atentáty, které měly změnit svět, Baronet a.s., Prag 2007, hiervon abweichend das Geburtsjahr 1896 und das Sterbedatum 24. Januar 1935 bei Burkhardt, &amp;#039;&amp;#039;Formis&amp;#039;&amp;#039;, S. 311.&amp;lt;/ref&amp;gt; war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Ingenieur]] und [[Informationselektroniker|Radiotechniker]] bei der Süddeutschen Rundfunk AG ([[Süddeutscher Rundfunk#Geschichte|SÜRAG]]) sowie ein Pionier der deutschen Bewegung der [[Funkamateur]]e. In der [[Zeit des Nationalsozialismus]] strahlte er mittels eines selbst gebauten [[Kurzwellensender]]s antinationalsozialistische [[Hörfunksendung]]en aus dem Gebiet der damaligen [[Tschechoslowakei]] aus. Formis wurde im Auftrag [[Reinhard Heydrich|Heydrichs]] durch den [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|SD]] ermordet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Formis entstammte einer großbürgerlichen Stuttgarter Familie; sein Großvater, [[Christian Friedrich von Leins]], war ein bekannter Architekt, der in Stuttgart unter anderem die [[Villa Berg]] entwarf. Nach einer kaufmännischen Lehre in Hamburg diente er im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] im deutschen [[Asien-Korps]] als Funker und kämpfte zusammen mit osmanischen Truppen in Arabien. Das Kriegsende 1918 erlebte er in Konstantinopel.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Andreas Morgenstern |Titel=Der Rundfunktechniker Rudolf Formis und sein Untergrundsender in der Tschechoslowakei 1934/35 |Hrsg=Carsten Gansel, Sascha Feuchert, Hans Sarkowicz |Sammelwerk=Deutschsprachiger Rundfunk im Exil. Band 1: Deutsche Emigration und die Rundfunkarbeit im Widerstand gegen den Nationalsozialismus (1933–1945) |Verlag=de Gruyter |Ort=Berlin |Datum=2024 |ISBN=978-3-11-157975-7 |Seiten=279 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende betrieb Formis zunächst ein Verkaufsbüro für Fahrzeugtechnik,&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; bevor er 1923 die ersten Sendeanlagen der SÜRAG mit aufbaute. Rudolf Formis führte 1925 die deutsche Amateurfunkbezeichnung DE (DE = Deutsche [[Empfangsamateur|Empfangsstation]]) ein. Er selbst hatte das Zeichen DE 0100. Rudolf Formis’ [[Rufzeichen]] als Sendeamateur war K-Y4.&amp;lt;ref&amp;gt;Veröffentlichungen der Arbeitsgemeinschaft Amateurfunkfernsehen {{Webarchiv|url=http://www.datv-agaf.de/links/chronik.html#a6 |wayback=20130627084733 |text=AGAV }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1928 errichtete er auf der [[Schloss Solitude|Solitude]] bei Stuttgart die Fernempfangsstelle der SÜRAG, die der Übertragung von Reportagen aus Übersee diente. Spätestens ab Januar 1932 war Formis Leiter der technischen Abteilung der SÜRAG.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Deutsches Rundfunkarchiv]]: &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv|url=http://www.dra.de/rundfunkgeschichte/radiogeschichte/organisation/pdf/SUERAG_1924-1933.pdf |wayback=20150923222313 |text=Süddeutsche Rundfunk A.G. (SÜRAG) |archiv-bot=2024-04-29 21:11:50 InternetArchiveBot }}&amp;#039;&amp;#039;, S. 10 (PDF, 192&amp;amp;nbsp;kB, abgerufen am 3. Juli 2011).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Machtergreifung|Machtübertragung]] an die Nationalsozialisten nahm Formis am 7. März 1933 als [[Sturmabteilung|SA]]-Mitglied&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.gdw-berlin.de/de/vertiefung/biographien/biografie/view-bio/Formis Rudolf Formis] bei der Gedenkstätte Deutscher Widerstand (Abgerufen am 28. Juni 2011).&amp;lt;/ref&amp;gt; an der Besetzung des Stuttgarter Funkhauses teil. Dabei hielt er, ohne zuvor öffentlich als Nationalsozialist in Erscheinung getreten zu sein, eine Rede im Sinne der Nationalsozialisten und wandte sich gegen den bisherigen Intendanten [[Alfred Bofinger]]. Gründe hierfür dürften in tatsächlicher Überzeugung, vielleicht aber auch in einer Andienung an die neuen Herrscher im Wettstreit um die technische Leitung des Senders mit Albert Kofes gelegen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Andreas Morgenstern |Titel=Der Rundfunktechniker Rudolf Formis und sein Untergrundsender in der Tschechoslowakei 1934/35 |Hrsg=Carsten Gansel, Sascha Feuchert, Hans Sarkowicz |Sammelwerk=Deutschsprachiger Rundfunk im Exil. Band 1: Deutsche Emigration und die Rundfunkarbeit im Widerstand gegen den Nationalsozialismus (1933–1945) |Verlag=de Gruyter |Ort=Berlin |Datum=2024 |ISBN=978-3-11-157975-7 |Seiten=268 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Später geriet Formis in Konflikt mit den Nationalsozialisten, da seine Großmutter, die Frau des Architekten Leins, Jüdin war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland angeblich zuletzt in Haft, flüchtete Formis am 24. April 1934 und versuchte, in die Türkei zu kommen, wurde in Bulgarien jedoch abgefangen und nach [[Prag]] geschickt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;slapy&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;borovicka&amp;quot;&amp;gt;Václav Pavel Borovička, Atentáty, které měly změnit svět, Baronet a.s., Prag 2007, S. 200ff., online auf: [http://books.google.de/books?id=0C5E-T3tIJgC&amp;amp;pg=PA200&amp;amp;lpg=PA200&amp;amp;dq=%22rudolf+formis%22&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=laC_7t1rdj&amp;amp;sig=wboS--aKl9I14a1zqcK4AiqarkU&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=XygKTp_EOs_DswbP1oHEDg&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result&amp;amp;resnum=6&amp;amp;ved=0CFcQ6AEwBQ#v=onepage&amp;amp;q=%22rudolf%20formis%22&amp;amp;f=false books.google.de], abgerufen am 30. Juni 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; Hier schloss er sich der [[Schwarze Front|Schwarzen Front]] um [[Otto Strasser]] an, einer oppositionellen Gruppierung, die sich von der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] abgespalten hatte. Formis leitete den Vertrieb der von Strasser herausgegebenen Zeitung &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Revolution&amp;#039;&amp;#039; und baute im ehemaligen Hotel Záhoří bei [[Slapy nad Vltavou]] den sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Landschaftssender Berlin&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.geheimsender.de/geschichte.html. Abgerufen am 25. Februar 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;, einen [[Clandestine-Radio|Untergrundsender]] auf, der den Eindruck vermittelte, er sende von deutschem Boden aus. Inhaltlich verbreitete er vorgebliche Details einer angeblichen Oppositionsgruppe gegen das Hitler-Regime.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans Sarkowicz]]: &amp;#039;&amp;#039;Geheime Sender&amp;#039;&amp;#039;. &amp;#039;&amp;#039;Der Rundfunk im Widerstand gegen Hitler&amp;#039;&amp;#039;. Hörbuch, Der Hörverlag, München 2016, ISBN 978-3-8445-2444-4, Tracks 7 und 8. &amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[Kurzwellensender]] war von Formis gebaut worden, stammte aus seiner Stuttgarter Werkstatt und war von Freunden oder ihm selbst in die Tschechoslowakei gebracht worden. Nach Probesendungen ab September&amp;lt;ref name=&amp;quot;Morgenstern57&amp;quot;&amp;gt;Morgenstern, &amp;#039;&amp;#039;Rundfunksendungen&amp;#039;&amp;#039;, S. 57.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde am 2. Dezember 1934 der regelmäßige Betrieb aufgenommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;slapy&amp;quot;&amp;gt;Ing. Rudolf Formis, Bericht auf der Website der Gemeinde Slapy, online auf: [http://www.slapynadvltavou.cz/slapy/zajimavosti/94-ing-rudolf-formis www.slapynadvltavou.cz], tschechisch, abgerufen am 28. Juni 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu hören war der Sender aber bereits früher, wahrscheinlich zuerst noch aus der Prager Zentrale der Schwarzen Front.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Gesendet wurde von 13 bis 15 Uhr und nach 23 Uhr, aber nicht täglich. Obwohl der Kurzwellen-Sender leistungsschwach war, konnte man ihn dennoch wegen seiner günstigen geographischen Lage in weiten Teilen Deutschlands gut empfangen, insbesondere in Süd- und Mitteldeutschland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sender ist der erste nachweisbare deutsche Untergrundsender in der Zeit des Nationalsozialismus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pütter36&amp;quot;&amp;gt;Conrad Pütter: &amp;#039;&amp;#039;Rundfunk gegen das „Dritte Reich“. Ein Handbuch.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Rundfunkstudien&amp;#039;&amp;#039;, Band 3), K. G. Saur, München 1986, ISBN 3-598-10470-7, S. 36.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er nutzte ähnliche Frequenzen wie der [[Sender Königs Wusterhausen]] und gab vor, aus Berlin zu senden. Formis war zugleich Techniker, Sprecher und Autor; seine Informationen bezog er aus Pressezusammenstellungen des Prager Büros der „Schwarzen Front“ und aus selbst abgehörten Rundfunksendungen. Das Programm umfasste Aufrufe gegen das [[Deutsches Reich 1933 bis 1945|nationalsozialistische Regime]], Erwiderungen auf die [[NS-Propaganda|nationalsozialistische Propaganda]] sowie Aufforderungen zu [[Widerstand gegen den Nationalsozialismus|Widerstand]] und [[Sabotage]]. Zudem wurden Lageberichte Strassers übertragen, in denen er auch versuchte, die NSDAP lächerlich zu machen. Dabei griff Strasser auf seine Kenntnisse führender Nationalsozialisten aus der Zeit seiner Parteimitgliedschaft vor 1930 zurück; ein Umstand, der [[Adolf Hitler|Hitler]] in besondere Rage versetzt haben soll.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pütter36&amp;quot; /&amp;gt; Aus Sicht der Nationalsozialisten war der Sendebetrieb besonders ärgerlich, da Radioübertragungen als damals modernster Form der Propaganda eine große Bedeutung zugemessen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Morgenstern57&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Formis hatte die Antenne des Senders so eingestellt, dass er im Umkreis von circa 20 Kilometern nicht zu empfangen war, was das Anpeilen des Senders erschweren sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Pütter, &amp;#039;&amp;#039;Rundfunk&amp;#039;&amp;#039;, S. 35.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dennoch konnte der Abhördienst der deutschen [[Amt Ausland/Abwehr|Abwehr]] den mit einer Leistung von nur 100 Watt arbeitenden Sender [[Ortung|orten]]. Zudem war die Prager Exilgruppe der Schwarzen Front von [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]]-Agenten durchsetzt; die entscheidende Information über den Standort des Senders und des Betreibers soll von Strassers Mitarbeiter Franke stammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;borovicka&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche Regierung forderte die tschechoslowakische Regierung auf, gegen den auch nach den Mediengesetzen der Republik illegalen Sender vorzugehen. So hieß es in einem von Staatssekretär [[Bernhard Wilhelm von Bülow]] unterzeichneten Schreiben vom 12. Dezember 1934, der Sender sei eine „Hetzzentrale“, die von den Behörden verboten werden solle.&amp;lt;ref&amp;gt;Das Schreiben Bülows zitiert bei Burkhardt, &amp;#039;&amp;#039;Formis&amp;#039;&amp;#039;, S. 315.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mitschnitte der Sendungen wurden Stuttgarter Rundfunkmitarbeitern vorgespielt, die Formis’ „schnarrendes Honoratiorenschwäbisch“ erkannten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Morgenstern60&amp;quot;&amp;gt;Morgenstern, &amp;#039;&amp;#039;Rundfunksendungen&amp;#039;&amp;#039;, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Januar 1935 erteilte SD-Chef Reinhard Heydrich dem SS-Scharführer [[Alfred Naujocks]] den Auftrag, den Untergrundsender zu zerstören. Naujocks fuhr als Tourist getarnt in Begleitung einer Freundin in die Tschechoslowakei, wo es ihnen gelang, das Vertrauen von Formis zu gewinnen und einen Wachsabdruck des Schlüssels zum Senderaum zu fertigen. Naujocks kehrte kurzzeitig nach Deutschland zurück, ließ einen Nachschlüssel anfertigen und fuhr zusammen mit [[Werner Göttsch]] erneut nach Slap (Slapy nad Vltavou). Geplant war vermutlich, unbemerkt in den Senderaum einzudringen, den Sender mit Säure zu zerstören, Formis zu betäuben und zu entführen. Aber auch ein Tötungsbefehl ist nicht auszuschließen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Entgegen der Planung hielt sich Formis im Senderaum auf und schoss auf den eindringenden SD-Agenten Naujocks. Formis wurde bei dem anschließenden Schusswechsel erschossen.&amp;lt;ref&amp;gt;Burkhardt, &amp;#039;&amp;#039;Formis&amp;#039;&amp;#039;, S. 316f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Herbeieilen eines Kellners verhinderte, dass die SD-Agenten den in einer Matratze versteckten Sender fanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Morgenstern60&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachwirkung ==&lt;br /&gt;
Den SD-Agenten Naujocks und Göttsch gelang die Flucht nach Deutschland; diplomatische Proteste der Prager Regierung blieben folgenlos. Naujocks wurde 1945 von einer britisch-tschechischen Kommission verhört; 1946 floh er aus der [[Internierung]]. Ab 1961 ermittelten deutsche Behörden wegen des Todes von Formis gegen Naujocks, ohne dass es vor dessen Tod im April 1966 zu einer Anklageerhebung kam. Gegen Göttsch wurde 1967 in Hamburg Anklage erhoben. Der Anklageschrift zufolge konnte nicht geklärt werden, wer die tödlichen Schüsse auf Formis abgab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Morgenstern60&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Tschechoslowakei schlugen die Ereignisse politische Wellen. Vergleiche mit der Ermordung von [[Theodor Lessing]] stellten die Frage nach der staatlichen Sicherheit der Tschechoslowakei neben dem Dritten Reich. Dabei wurden sowohl Verbesserungen der Grenzsicherung, aber auch eine verstärkte Kontrolle der im Land lebenden Flüchtlinge gefordert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Otto Strasser wurde 1935 in der Tschechoslowakei zu einer mehrmonatigen Haftstrafe wegen des illegalen Senderbetriebs verurteilt. Dank des Eingriffs von Justizminister [[Ivan Derer]] musste er diese aber nicht antreten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der deutschen Exilpresse erschienen zahlreiche Berichte zum Tod von Formis. Das [[Pariser Tageblatt]] zitierte die in Prag erscheinende Zeitung &amp;#039;&amp;#039;Venkov&amp;#039;&amp;#039;, für die es „Verbrechen dieser Art“ waren, „die die wahre Seele Hitler-Deutschlands entlarven“.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert bei Morgenstern, &amp;#039;&amp;#039;Rundfunksendungen&amp;#039;&amp;#039;, S. 60&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Schriftsteller [[Fritz Erpenbeck]] griff in seinem 1939 erschienenen Roman &amp;#039;&amp;#039;Emigranten&amp;#039;&amp;#039; den Mord an Formis auf und porträtierte ihn unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Dormler&amp;#039;&amp;#039;. Der [[Londoner Rundfunk|Deutsche Dienst der BBC]] strahlte am 18. Juli 1941 ein Hörspiel über den Tod von Formis aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Pütter, &amp;#039;&amp;#039;Rundfunk&amp;#039;&amp;#039;, S. 36f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Formis wurde auf dem Friedhof in Slapy begraben. Im Kreis der tschechischen [[Funkamateur]]e gilt er als Held. Sein Grab ist noch heute sehr gepflegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] wurde 1974 das Kreisausbildungszentrum Nachrichten der [[Gesellschaft für Sport und Technik]] in [[Torgau]] nach Formis benannt. Die Ehrung wurde zurückgenommen, nachdem das aus Württemberg stammende Mitglied des Politbüros der SED, [[Kurt Hager]], auf die Zusammenarbeit Formis’ mit Otto Strasser hingewiesen hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Haus der Geschichte Baden-Württemberg (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Anständig gehandelt&amp;#039;&amp;#039;, S. 186.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rundfunksender von Rudolf Formis blieb erhalten. Er war als Leihgabe des [[Technisches Nationalmuseum in Prag|Technischen Nationalmuseums Prag]] 2012 und 2013 in der Sonderausstellung &amp;#039;&amp;#039;Anständig gehandelt. Widerstand und Volksgemeinschaft 1933–1945&amp;#039;&amp;#039; des [[Haus der Geschichte Baden-Württemberg|Hauses der Geschichte Baden-Württemberg]] zu sehen. 2023 veröffentlichte die Künstlerin Niki Matita für den [[Český rozhlas|Tschechischen Rundfunk]] das Hörstück &amp;#039;&amp;#039;Fernempfangsstelle&amp;#039;&amp;#039;, welches sich mit dem Schicksal von Rudolf Formis und seinem Geheimsender auseinandersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angaben Otto Strassers von 1969, Formis sei am [[Stuttgarter Kabelattentat]] im Februar 1933 beteiligt gewesen, treffen nicht zu. Das Attentat war von der [[Kommunistische Partei Deutschlands|KPD]] organisiert und von drei Arbeitern ausgeführt worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Burkhardt, &amp;#039;&amp;#039;Formis&amp;#039;&amp;#039;, S. 312.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bernhardt Burkhardt: &amp;#039;&amp;#039;Rudolf Formis. Rundfunktechniker aus Stuttgart.&amp;#039;&amp;#039; In: Michael Bosch, [[Wolfgang Niess]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Widerstand im deutschen Südwesten 1933–1945.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Schriften zur politischen Landeskunde Baden-Württembergs&amp;#039;&amp;#039;, Band 10), Kohlhammer, Stuttgart 1984, ISBN 3-17-008365-1, S. 311–317.&lt;br /&gt;
* Bernd Burkhardt: &amp;#039;&amp;#039;Schwarzseher gegen Hitler. Der Mord an dem Stuttgarter Rundfunkpionier Rudolf Formis.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Ausstellungsreihe Stuttgart im Dritten Reich. Anpassung, Widerstand, Verfolgung. Die Jahre von 1933 bis 1939.&amp;#039;&amp;#039; Landeshauptstadt Stuttgart, Stuttgart 1984, S. 402–407.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Wolfram Felix Körner]]&lt;br /&gt;
   |Titel=Geschichte des Amateurfunks&lt;br /&gt;
   |TitelErg=Rolf Formis&lt;br /&gt;
   |Verlag=Koerner’sche Druckerei und Verlagsanstalt&lt;br /&gt;
   |Ort=Gerlingen&lt;br /&gt;
   |Datum=1963&lt;br /&gt;
   |Seiten=127–132&lt;br /&gt;
   |Sprache=de&lt;br /&gt;
   |Online=https://www.dokufunk.org/upload/koerner.PDF&lt;br /&gt;
   |Format=PDF&lt;br /&gt;
   |KBytes=1600}}&lt;br /&gt;
* Andreas Morgenstern: &amp;#039;&amp;#039;Der Rundfunktechniker Rudolf Formis und sein Untergrundsender in der Tschechoslowakei 1934/35&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Carsten Gansel]], [[Sascha Feuchert]], [[Hans Sarkowicz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Deutschsprachiges Radio im Exil. Band 1: Deutsche Emigration und die Rundfunkarbeit im Widerstand gegen den Nationalsozialismus (1933–1945)&amp;#039;&amp;#039;, de Gruyter, Berlin 2024, ISBN 978-3-11-157975-7, S. 267–284&lt;br /&gt;
* Andreas Morgenstern: &amp;#039;&amp;#039;Der Stuttgarter Rundfunkpionier Rudolf Formis und der Sender der Schwarzen Front in der Tschechoslowakei 1934/35.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Peter Becher (Literaturhistoriker)|Peter Becher]], Anna Knechtel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hörfunk und Hörfunkpolitik in der Tschechoslowakei und im Protektorat Böhmen und Mähren.&amp;#039;&amp;#039; Frank &amp;amp; Timme, Berlin 2017, ISBN 978-3-7329-0277-4, S. 43–58.&lt;br /&gt;
* Andreas Morgenstern: &amp;#039;&amp;#039;Formis, Karl Erich Rudolf.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Maria Magdalena Rückert]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Württembergische Biographien unter Einbeziehung hohenzollerischer Persönlichkeiten.&amp;#039;&amp;#039; Band III. Im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Kohlhammer, Stuttgart 2017, ISBN 978-3-17-033572-1, S. 67–69.&lt;br /&gt;
* Andreas Morgenstern: &amp;#039;&amp;#039;„Hier ruft die Schwarze Front!“ Der Weg des Rundfunkpioniers Rudolf Formis.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Rundfunk und Geschichte&amp;#039;&amp;#039;, Heft 3–4, 2016, S. 15–23.&lt;br /&gt;
* Andreas Morgenstern: &amp;#039;&amp;#039;Rundfunksendungen widersprechen NS-Nachrichten.&amp;#039;&amp;#039; In: Haus der Geschichte Baden-Württemberg (Hrsg.) &amp;#039;&amp;#039;Anständig gehandelt. Widerstand und Volksgemeinschaft 1933–1945.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 2012, ISBN 978-3-933726-42-1, S. 57–60.&lt;br /&gt;
* Reinhard Schneider: &amp;#039;&amp;#039;Das tragische Schicksal von Rolf Formis.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Funkgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Publikation der Gesellschaft der Freunde der Geschichte des Funkwesens e.V., Heft 105 (1996), S. 15–18.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [[:en:File:Rudolf Formis.jpg|Porträtfoto]]&lt;br /&gt;
* [https://www.dokufunk.org/jpeto_cache/ky4_r_26_tuchem_pview_wm.jpg QSL-Karte] mit seinem Rufzeichen K&amp;amp;#8209;Y4 (1926).&lt;br /&gt;
* {{GDW|rudolf-formis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1012388786|LCCN=n/2004/033393|VIAF=84074868}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Formis, Rudolf}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Elektroingenieur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Amateurfunkpionier]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NS-Opfer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Widerstand gegen den Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Funk- und Radiopionier]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SA-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Süddeutscher Rundfunk)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1894]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1935]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Formis, Rudolf&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Formis, Rolf&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Ingenieur, Radiotechniker und Opfer des Nationalsozialismus&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=25. Dezember 1894&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Stuttgart]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=23. Januar 1935&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Slapy nad Vltavou]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;OS</name></author>
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