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	<title>Rudolf Ehrenberg - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T06:04:42Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Rudolf_Ehrenberg&amp;diff=1391961&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler: /* 1884–1918 */</title>
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		<updated>2026-03-23T04:48:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;1884–1918&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rudolf Ehrenberg&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[19. November]] [[1884]] in [[Rostock]]; † [[13. Mai]] [[1969]] in [[Göttingen]]) war ein deutscher [[Biologie|Biologe]] und [[Physiologie|Physiologe]]. Sein Lebenswerk umfasst einerseits die Experimentalphysiologie bzw. Physiologische Chemie und andererseits biologisch-philosophische Probleme aus dem Grenzgebiet von Natur- und Geisteswissenschaft, speziell [[Philosophie]] und [[Theologie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== 1884–1918 ===&lt;br /&gt;
Rudolf Ehrenberg wurde in Rostock als Sohn des Juristen und Hochschullehrers [[Victor Ehrenberg (Jurist)|Victor Ehrenberg]] und seiner Ehefrau [[Rudolf von Jhering#Familie|Helene Ehrenberg]] (1852–1920), geborene von Jhering, geboren und lutherisch getauft. 1888 folgte sein Vater einem Ruf an die [[Georg-August-Universität Göttingen|Göttinger Universität]], so dass die Familie nach [[Göttingen]] übersiedelte. Nach bestandenem Abitur 1903 am Göttinger humanistischen Gymnasium studierte er Medizin in [[Universitätsklinikum Freiburg|Freiburg]], [[Universitätsklinikum Tübingen|Tübingen]], Göttingen, [[Charité|Berlin]] und zuletzt wieder in Göttingen, wo er 1909 das medizinische Staatsexamen absolvierte und 1910 zum Dr. med. promoviert wurde. 1904 wurde er Mitglied der Tübinger [[Studentenverbindung]] [[Akademische Gesellschaft Stuttgardia Tübingen|Akademische Gesellschaft Stuttgardia]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Fünfzig Jahre Stuttgardia 1869–1919&amp;#039;&amp;#039;. Kohlhammer, Stuttgart 1919, S. 59.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach kurzer Assistententätigkeit an der [[Universitätsklinikum Heidelberg|Medizinischen Universitätsklinik in Heidelberg]] bei Ludwig Krehl und einem Militärdienst in [[Straßburg]] kehrte er nach Göttingen zurück und studierte hier zusätzlich Chemie und [[physikalische Chemie]]. 1911 wurde er Assistent am Göttinger Physiologischen Institut. 1913 habilitierte er sich für das Fach Physiologie mit der Habilitationsschrift &amp;#039;&amp;#039;Über Quellenversuche an der Warmblüterniere&amp;#039;&amp;#039;. Am 1. März 1914 heiratete er die Bibliothekarin Helene Frey. Während des ganzen [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] war er als [[Stabsarzt]] an der [[Westfront (Erster Weltkrieg)|Westfront]] eingesetzt. Im Verlauf des Krieges wurde ihm das [[Eisernes Kreuz|Eiserne Kreuz]] 2. Klasse verliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 1918–1945 ===&lt;br /&gt;
Seit den Jahren 1907/08 begann für Rudolf Ehrenberg eine intensive Freundschaft mit seinem Vetter [[Franz Rosenzweig]], die für seine spätere wissenschaftliche Ausrichtung von besonderer Bedeutung werden sollte. Zusammen mit ihrem gemeinsamen Vetter, dem Philosophen [[Hans Ehrenberg (Theologe)|Hans Ehrenberg]], und mit dem Rechtshistoriker und Soziologen [[Eugen Rosenstock-Huessy]] sowie dem Mediziner [[Viktor von Weizsäcker]] gehörten sie zu einem Freundeskreis, in dem neben politischen und kulturellen auch betont religiöse Gespräche geführt wurden. So beeinflusste Franz Rosenzweig ganz wesentlich Rudolf Ehrenberg in dessen vorübergehender religiös-schriftstellerischen Tätigkeit, die sich vor allem im 1920 erschienene Buch &amp;#039;&amp;#039;Ebr.10,25. Ein Schicksal in Predigten&amp;#039;&amp;#039; niederschlug. Aber auch Rudolf Ehrenberg nahm aktiven Anteil an der Entstehung von Franz Rosenzweigs &amp;#039;&amp;#039;Stern der Erlösung&amp;#039;&amp;#039; (1921). Im November 1919 wurde in Göttingen die Tochter von Rudolf und Helene Ehrenberg, die Biologie-Professorin [[Maria Ehrenberg]], geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des Krieges kehrte Ehrenberg als [[Privatdozent]] und Oberassistent an das Physiologische Institut der Universität Göttingen zurück. 1921 wurde er zum außerordentlichen [[Professor]] ernannt. In den 1920er Jahren, als sich die physiologische Chemie noch nicht von der Physiologie als gesondertes Fach getrennt hatte, beschäftigte er sich bereits mit chemischen und physikalisch-chemischen Fragestellungen am lebenden Organismus und etablierte somit das Fach physiologische Chemie in Forschung und Lehre. Seine bedeutendste Leistung in diesen Jahren auf dem Gebiet der Experimentalphysiologie war die von ihm inaugurierte Anwendung [[Nuklearmedizin|radioaktiver Indikatoren]] im biologischen Experiment. Hierzu entwickelte er die 1925 erstmals veröffentlichte &amp;#039;&amp;#039;Radiometrische [[Mikroanalyse]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Gebiet seines wissenschaftlichen Schaffens, das ihn seit 1919 und während seines ganzen weiteren Lebens intensiv theoretisch und praktisch beschäftigte, fand seinen ersten Niederschlag in dem 1923 veröffentlichten Buch &amp;#039;&amp;#039;Theoretische Biologie vom Standpunkt der Irreversibilität des elementaren Lebensvorganges&amp;#039;&amp;#039;. Hierin werden die Zeitkomponente sowie der Richtungscharakter des Lebens erstmals in aller Deutlichkeit herausgearbeitet. In seiner &amp;#039;&amp;#039;Theoretische Biologie&amp;#039;&amp;#039; entwickelt Rudolf Ehrenberg als Grundgesetz des Lebens „das Gesetz von der Notwendigkeit des Todes“; d.&amp;amp;nbsp;h. das Leben eines Individuums ist von Beginn an ein kontinuierlicher, durch das ganze Leben fortschreitender Alternsvorgang bis zum Tod und dieser Ablauf ist mit dem zentralen Lebensgeschehen identisch. Dies wird mit umfangreichen Befunden aus wissenschaftlicher Literatur und durch eigene Experimente belegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ehrenberg unterzeichnete nach der [[Machtübergabe]] das [[Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler|Bekenntnis der Professoren an den deutschen Universitäten und Hochschulen zu Adolf Hitler und zum nationalsozialistischen Staat]], einen Wahlaufruf zum 11. November 1933&amp;lt;ref&amp;gt;[http://ia700407.us.archive.org/9/items/bekenntnisderpro00natiuoft/bekenntnisderpro00natiuoft_bw.pdf Quelle] (PDF-Datei; 6,22&amp;amp;nbsp;MB), S. 129, li. Spalte; der Aufruf auf den vorderen Seiten, auch in 4 weiteren Sprachen&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1935 wurde Rudolf Ehrenberg durch die Machthaber des NS-Regimes als sogenannter [[jüdischer Mischling]] gezwungen, seine vorzeitige Versetzung in den Ruhestand zu beantragen. 1938 verlor er auch seine [[venia legendi]]. Schließlich wurde er im Oktober 1944 durch die [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]] zu körperlicher [[NS-Zwangsarbeit|Zwangsarbeit]] zunächst in einem Lager der [[Organisation Todt]], nahe [[Holzminden]], und ab Januar 1945 in Göttingen eingezogen – bis er im März 1945 die Nachricht erhielt, dass sein einziger Sohn am 22. Januar 1945 an der Ostfront gefallen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 1945–1969 ===&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende wurde Rudolf Ehrenberg am 9. Mai 1945 – wie auch die anderen betroffenen Kollegen – rehabilitiert und schließlich – aber erst 1953 – in den Status eines ordentlichen Professors überführt, der ihm in der Zeit, als die von ihm in Göttingen etablierte Physiologische Chemie ein eigenständiges Fach wurde, versagt worden war. Im Wintersemester 1945/46 hielt er seine erste Vorlesung („für Hörer aller Fakultäten“), die 1946 als Buch &amp;#039;&amp;#039;Der Lebensablauf&amp;#039;&amp;#039; erschien. Es war das Thema, das ihn seit 25 Jahren beschäftigte und das er mehrfach, bis es ihm versagt wurde, in fachwissenschaftlichen und in allgemeinverständlichen Veröffentlichungen und Vorträgen vertreten hatte. Außerdem erschien 1950 sein zweites theoretisches und ins Philosophische ausgreifendes Hauptwerk &amp;#039;&amp;#039;Metabiologie&amp;#039;&amp;#039;. In den Nachkriegsjahren wurde Ehrenberg des Öfteren zu Vorträgen u.&amp;amp;nbsp;a. in verschiedenen [[Evangelische Akademie|Evangelischen Akademien]] eingeladen. Seine Theorien fanden reges Interesse. Am 13. Mai 1969 ist er nach kurzer Krankheit gestorben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Abgesehen von den beschriebenen experimentellen Pionierleistungen liegt wohl seine besondere Bedeutung darin, mit seiner &amp;#039;&amp;#039;Metabiologie&amp;#039;&amp;#039; eine überzeugende Verbindung der Biologie zur Philosophie und am Ende auch zur Theologie gegeben zu haben, und zwar wird auf Grund der These von der wesensgemäßen Einheit und wechselseitigen Gleichnishaftigkeit allen Lebens – also auch des seelischen, geistigen und religiösen – die metabiologische Methode entwickelt. Sie benutzt die als wesensgemäß biologisch erkannten Gesetzmäßigkeiten (siehe seine &amp;#039;&amp;#039;Theoretische Biologie&amp;#039;&amp;#039;) und wendet sie im Gleichnisvollzug auf den anderen Wirklichkeitsbereich, das geistig-seelische Leben, an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ischariot und der Schächter&amp;#039;&amp;#039;. Würzburg 1920&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Hebräerbrief|Ebr. 10,25]]. Ein Schicksal in Predigten&amp;#039;&amp;#039;. Würzburg 1920&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Theoretische Biologie vom Standpunkt der Irreversibilität des elementaren Lebensvorganges&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1923&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Lebensablauf. Eine biologisch-metabiologische Vorlesung&amp;#039;&amp;#039;. Heidelberg 1946&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Metabiologie&amp;#039;&amp;#039;. Heidelberg 1950&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die &amp;quot;Becherrede&amp;quot;. Zur Hochzeit von Franz und Edith Rosenzweig am 28. März 1920,&amp;#039;&amp;#039; in: &amp;#039;&amp;#039;[[Kalonymos]]&amp;#039;&amp;#039;, 20. Jg., H. 1, 2017, S. 1ff. (mit Bemerkungen des Hg.)&amp;lt;ref&amp;gt;mit fotograf. Porträt um 1913&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Rudolf Hermeier (Hg.) &amp;#039;&amp;#039;Jenseits all unseres Wissens wohnt Gott. Hans Ehrenberg und Rudolf Ehrenberg zur Erinnerung.&amp;#039;&amp;#039; Brendow, Moers 1987 (mit ausführlicher Bibliographie)&lt;br /&gt;
* Maria E. Ehrenberg: &amp;#039;&amp;#039;Rudolf Ehrenbergs Theoretische Biologie und Metabiologie. Hat der Dialog zwischen Rudolf Ehrenberg und Franz Rosenzweig zu ihrer Entstehung beigetragen?&amp;#039;&amp;#039; In: [[Wolfdietrich Schmied-Kowarzik]] (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Philosoph Franz Rosenzweig 1886 – 1929&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, Freiburg 1988&lt;br /&gt;
* Valentin Wehefritz: &amp;#039;&amp;#039;Naturforscher, Philosoph, Theologe. Prof. Dr. med. Rudolf Ehrenberg (1884–1969). Ein deutsches Gelehrtenschicksal im 20. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;. Universitätsbibliothek der [[TU Dortmund]], 2016. Reihe: Universität im Exil, 8 ISBN 978-3-921823-85-9 [https://www.ub.tu-dortmund.de/katalog/titel/HT019213304 Nachweis,] nicht im Handel&lt;br /&gt;
* Volker Zimmermann: &amp;#039;&amp;#039;Die Medizin in Göttingen während der nationalsozialistischen Diktatur.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Würzburger medizinhistorische Mitteilungen.&amp;#039;&amp;#039; Band 9, 1991, S. 393–416; hier: S. 399 f. und 405.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118827103}}&lt;br /&gt;
*Valentin Wehefritz: [https://eldorado.tu-dortmund.de/handle/2003/36111 Die Metabiologie des Naturforschers und Philosophen Rudolf Ehrenberg]. Vortrag auf der Sitzung des Arbeitskreises &amp;quot;Naturwissenschaft und Religion&amp;quot; der Ev. Akademie Villigst am 29. April 2017&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118827103|VIAF=32149196506174791924}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{DEFAULTSORT:Ehrenberg, Rudolf}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosoph (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Georg-August-Universität Göttingen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NS-Opfer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SPD-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1884]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1969]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Ehrenberg, Rudolf&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Biologe und Physiologe&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=19. November 1884&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Rostock]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=13. Mai 1969&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Göttingen]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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