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	<title>Rudolf Aschenauer - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-10-04T16:09:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Attorneys Bergold and Aschenauer with Prosecutor Ferencz at the Einsatzgruppen Trial.jpg|mini|Rudolf Aschenauer (rechts) im [[Einsatzgruppen-Prozess]] (1947/48)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rudolf Aschenauer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[21. Dezember]] [[1913]] in [[Regensburg]]; † [[28. Januar]] [[1983]] in [[Nürnberg]]&amp;lt;ref&amp;gt;Präzise Lebensdaten nach: &amp;#039;&amp;#039;Europa Ethnica&amp;#039;&amp;#039;, Band 40, 1983&amp;lt;/ref&amp;gt;) war ein [[Deutschland|deutscher]] [[Jurist]]. Er wurde als [[Strafverteidiger (Deutschland)|Strafverteidiger]] in [[Kriegsverbrecherprozess]]en und [[NS-Prozesse]]n nach dem Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] bekannt. Aschenauer vertrat hunderte von angeklagten [[Kriegsverbrechen|Kriegsverbrechern]], darunter [[Otto Ohlendorf]] im [[Einsatzgruppen-Prozess]], [[Walther Funk]] während dessen Haft in Spandau und [[Wilhelm Boger]] im [[Auschwitzprozesse|Auschwitzprozess]]. Aschenauer war als Publizist, Organisator und Vorsitzender der „[[Stille Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte|Stillen Hilfe]]“ für viele Jahre im [[Rechtsextremismus|rechtsextremen]] Spektrum aktiv.&amp;lt;ref&amp;gt;Martin A. Lee nennt Aschenauer in &amp;#039;&amp;#039;The Beast Reawakens&amp;#039;&amp;#039;, Taylor &amp;amp; Francis, 1999, ISBN 0-415-92546-0, einen &amp;#039;&amp;#039;attorney with close ties to Remer’s SRP and the postwar Nazi underground&amp;#039;&amp;#039; (S. 70), &amp;#039;&amp;#039;pro-Nazi attorney&amp;#039;&amp;#039; (S. 83) und &amp;#039;&amp;#039;West Germany&amp;#039;s big-wheel ultranationalist attorney&amp;#039;&amp;#039; (S. 88). Sinngemäße Übersetzung: &amp;#039;&amp;#039;Anwalt mit engen Beziehungen zu [[Otto Ernst Remer|Remers]] [[Sozialistische Reichspartei|SRP]] und zur Altnazi-[[Untergrundbewegung]], Pro-Nazi Anwalt, Westdeutschlands einflussreicher, nationalistischer Anwalt&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Zeit des Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
Der Sohn eines Reichsbahnwerkmeisters besuchte ab 1928 das [[Theresien-Gymnasium München]] und trat der Marianischen Studentenkongregation Westend bei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bachmann&amp;quot; /&amp;gt; Ab 1933 war er Mitglied der [[Sturmabteilung|SA]], die er nach einem Jahr aus Gesundheitsgründen verlassen musste.&amp;lt;ref name=&amp;quot;W1&amp;quot; /&amp;gt; Ab 1934 studierte er Rechtswissenschaften an der Münchner [[Ludwig-Maximilians-Universität]], trat dem [[Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund|NSDStB]] bei und gehörte der [[Katholische Studentenverbindung|katholischen Studentenverbindung]] &amp;#039;&amp;#039;K.St.V. Ottonia München&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Hubert Seliger: &amp;#039;&amp;#039;Politische Anwälte? Die Verteidiger der Nürnberger Prozesse&amp;#039;&amp;#039;. Nomos, Baden-Baden 2016, S. 74.&amp;lt;/ref&amp;gt; im [[Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine]] an. Er hing einem radikalen, [[Völkische Bewegung|völkisch]] konnotierten Nationalismus an. Schon als Schüler war Aschenauer im &amp;#039;&amp;#039;[[Verein für das Deutschtum im Ausland]]&amp;#039;&amp;#039; (VDA) aktiv, dessen Veranstaltungen in München er ab 1934 organisierte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;S75&amp;quot; /&amp;gt; 1938 bzw. 1941 legte Aschenauer die juristischen Staatsprüfungen jeweils mit „ausreichend“ ab.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bachmann&amp;quot;&amp;gt;Christoph Bachmann: &amp;#039;&amp;#039;Schuld und Sühne? Die Verfolgung von NS-Verbrechen durch oberbayerische Justizbehörden und ihre archivische Aufarbeitung im Staatsarchiv München&amp;#039;&amp;#039;. In: Zeitschrift für Bayerische Landesgeschichte 68 (2005), S. 1135–1179, hier S. 1163&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum 1. Mai 1937 trat er der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] bei (Mitgliedsnummer 4.686.956).&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/780844&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Frank Werner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Schaumburger Nationalsozialisten - Täter, Komplizen, Profiteure.&amp;#039;&amp;#039; Bielefeld 2010. S. 441&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war in seiner [[NSDAP-Ortsgruppe]] [[Blockleiter]] und für volks- und staatsfeindliche Angelegenheiten zuständig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;W1&amp;quot; /&amp;gt; In seinem [[Spruchkammerverfahren]] 1946 behauptete Aschenauer, er sei 1941 aus der Partei ausgetreten. Der Archivar Christoph Bachmann folgte dieser Einlassung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bachmann&amp;quot; /&amp;gt; Für den Historiker [[Jens Westemeier]] log Aschenauer, „dass sich die Balken bogen“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;W1&amp;quot;&amp;gt;Jens Westemeier: Himmlers Krieger. Joachim Peiper und die Waffen-SS in Krieg und Nachkriegszeit. Teilw. zugl.: Potsdam, Univ., Diss., 2009. Schöningh, Paderborn 2014, ISBN 978-3-506-77241-1, S. 480.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hubert Seliger weist darauf hin, dass der von Aschenauers behauptete Parteiaustritt wegen der [[Gestapo]]-Überwachung eines verwandten Priesters im Spruchkammerverfahren nicht belegt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;S75&amp;quot;&amp;gt;Hubert Seliger: &amp;#039;&amp;#039;Politische Anwälte? Die Verteidiger der Nürnberger Prozesse&amp;#039;&amp;#039;. Nomos, Baden-Baden 2016, S. 75.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1. April 1941 zur Wehrmacht eingezogen kam Aschenauer in eine Artillerieeinheit am [[Ladogasee]] als Hilfsdolmetscher und Zahlmeister. Aschenauer arbeitete außerdem von 1939 bis 1945 für das Reichspropagandaamt München-Oberbayern, dem er als „zuverlässiger, einsatzbereiter und verwendungsfähiger Nationalsozialist“ galt, der „jederzeit rückhaltlos für Bewegung und Staat eintritt“.&amp;lt;ref&amp;gt;Oliver Schröm und Andrea Röpke: &amp;#039;&amp;#039;Stille Hilfe für braune Kameraden: das geheime Netzwerk der Alt- und Neonazis&amp;#039;&amp;#039;. Ch. Links, Berlin 2002, S. 79–80.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem er 1946 in einem [[Spruchkammerverfahren]] zunächst als „Minderbelasteter“ eingestuft worden war, gelang es ihm durch einen Einspruch, am 8. Juli 1947 als „Entlasteter“ (Gruppe IV) [[Entnazifizierung|entnazifiziert zu werden]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;W1&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verteidiger von NS-Tätern ===&lt;br /&gt;
Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft leistete der [[Assessor]] Aschenauer zunächst Aufräumarbeiten in der Bibliothek des [[Landgericht München|Landgerichts München]]. Am 24.&amp;amp;nbsp;April 1946 wurde er einer der offiziellen Verteidiger der SA vor dem [[Internationales Militärtribunal Nürnberg|Internationalen Militärtribunal Nürnberg]]. Anschließend wurde er Sachbearbeiter bei der Staatsanwaltschaft München II, trat aber am 7. Mai 1947 in den anwaltlichen Probedienst bei dem Rechtsanwalt und Politiker [[Fritz Schäffer]].&amp;lt;ref&amp;gt;Hubert Seliger: &amp;#039;&amp;#039;Politische Anwälte? Die Verteidiger der Nürnberger Prozesse&amp;#039;&amp;#039;. Nomos, Baden-Baden 2016, S. 191.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Einsatzgruppen-Prozess]] 1947 war Aschenauer Wahlverteidiger von [[Otto Ohlendorf]]&amp;lt;ref&amp;gt;Hubert Seliger: &amp;#039;&amp;#039;Politische Anwälte? Die Verteidiger der Nürnberger Prozesse&amp;#039;&amp;#039;. Nomos, Baden-Baden 2016, S. 206.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dem prominentesten Angeklagten im Prozess. Er argumentierte, dass Massenexekutionen Präventivmaßnahmen gegen einen Angriff der Bolschewisten auf das Deutsche Reich gewesen seien ([[Putativnotwehr|Putativnothilfe]]).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|autor=Trials of War Criminals Before the Nuernberg Military Tribunals Under Control Council Law No. 10|url=https://www.loc.gov/rr/frd/Military_Law/pdf/NT_war-criminals_Vol-IV.pdf#page=83|titel=United States of America vs. Otto Ohlendorf et al. (Case 9: „Einsatzgruppen Case“)|werk=Vol. 4, S. 54|datum=1950|abruf=2020-05-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis zur Hinrichtung von Ohlendorf 1951 versuchte Aschenauer eine Revision des Urteils oder eine Begnadigung zu erreichen. Nach einer Ausbildungszuweisung an die Kanzlei Fritz Schäffer in München erhielt er am 1. Februar 1949 eine [[Rechtsanwalt#Zulassung, Einstiegsgehälter und Mitgliederstatistik|Anwaltszulassung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1948 und 1953 setzte sich Aschenauer als einer von mehreren Anwälten für den 1946 im [[Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher]] zu lebenslanger Haft verurteilten [[Walther Funk]] ein. Dazu hatte ihn Funks Ehefrau Louise beauftragt, ein Mandat von Funk selbst besaß Aschenauer nicht, da entsprechende Briefe von Funk an Aschenauers Kanzlei von der sowjetischen Direktion des [[Kriegsverbrechergefängnis Spandau|Kriegsverbrechergefängnisses Spandau]] zurückgehalten wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Norman J. W. Goda: &amp;#039;&amp;#039;Tales from Spandau: Nazi criminals and the Cold War&amp;#039;&amp;#039;. Cambridge University Press, Cambridge 2007, ISBN 0-521-86720-7, S. 65–66.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1949 kontaktierte Aschenauer (vermutlich mit der Hilfe von [[Deutschamerikaner|Deutsch-Amerikanern]] aus [[Wisconsin]]) den damals in den USA auf nationaler Ebene noch weithin unbekannten Senator [[Joseph McCarthy]] und behauptete, dass die Verurteilung im Malmedy-Prozess nur mit Hilfe von durch Folter erpressten Geständnissen zustande gekommen sei. McCarthy brachte diese Anschuldigungen in einer Anhörung des [[Senat der Vereinigten Staaten|US-Senats]] im Mai 1949 vor. Aschenauer wiederum benutzte diese Anhörung als Beleg für Veröffentlichungen in der deutschen Presse, welche die Rechtmäßigkeit aller Urteile gegen Kriegsverbrecher in Frage stellte.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard Halworth Rovere: &amp;#039;&amp;#039;Senator Joe McCarthy&amp;#039;&amp;#039;. University of California Press, Berkeley 1996, ISBN 0-520-20472-7, S. 112. (Reprint der Originalausgabe erschienen bei Harcourt, Brace, Jovanovich, New York 1959.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aschenauer promovierte 1949 in Jura an der [[Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg|Universität Erlangen]] mit einer Dissertation zum Thema der Rechtsprechung der amerikanischen Militärgerichtshöfe in Nürnberg.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Um die Problematik des richterlichen Nachprüfungsrechtes und der richterlichen strafrechtlichen Haftung unter besonderer Berücksichtigung der Rechtsprechung an den amerikanischen Militärgerichtshöfen in Nürnberg&amp;#039;&amp;#039;. 1949. (Dissertation.) Erlangen, Jur. F., Diss. v. 15. Nov. 1949&amp;lt;/ref&amp;gt; Betreut wurde die Arbeit von dem [[Kirchenrecht]]ler [[Franz Tibor Hollós]]. Aschenauer machte sich dabei die Argumente der Verteidigung [[Otto Ohlendorf]]s zu eigen. Hubert Seliger sieht Anhaltspunkte, dass die Schriftsätze in diesem Prozess nicht von Aschenauer, sondern von [[Reinhart Maurach]] oder dem [[Reichssicherheitshauptamt|RSHA]]-Juristen [[Heinrich Malz]] verfasst wurden. Zumindest wurden viele der späteren Pamphlete Aschenauers von Malz verfasst.&amp;lt;ref&amp;gt;Hubert Seliger: &amp;#039;&amp;#039;Politische Anwälte? Die Verteidiger der Nürnberger Prozesse&amp;#039;&amp;#039;. Nomos, Baden-Baden 2016, S. 351&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf die Initiative von Aschenauer und [[Georg Fröschmann]] wurde 1949 das „[[Komitee für kirchliche Gefangenenhilfe]]“ gegründet. Die Gründungsversammlung fand am 26. November 1949 im [[Erzbistum München und Freising|Erzbischöflichen Ordinariat]] in München statt. An der Versammlung nahmen neben Aschenauer der [[Johannes Neuhäusler|Weihbischof Neuhäusler]], Domkapitular [[Josef Thalhamer|Thalhamer]] und weitere hohe Kirchenfunktionäre teil. Die Büroleitung übernahm der ehemalige [[Reichssicherheitshauptamt|RSHA]]-Mitarbeiter [[Heinrich Malz]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.zeit.de/1992/09/vergebung-ohne-reue/komplettansicht]&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Zeit&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 9/1992 vom 21. Februar 1992.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Justizvollzugsanstalt Landsberg|Kriegsverbrechergefängnis Landsberg am Lech]] betreute Aschenauer 57 Mandanten, darunter auch Verurteilte des Dachauer [[Malmedy-Prozess]]es von 1946, nicht jedoch [[Joachim Peiper]]. Er organisierte Eingabenaktionen an die Bundesregierung und publizierte Rechtfertigungsschriften, die von der Veteranenorganisation der [[Waffen-SS]], der [[Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der Angehörigen der ehemaligen Waffen-SS]], finanziert wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Jens Westemeier: Himmlers Krieger. Joachim Peiper und die Waffen-SS in Krieg und Nachkriegszeit. Teilw. zugl.: Potsdam, Univ., Diss., 2009. Schöningh, Paderborn 2014, ISBN 978-3-506-77241-1, S. 481.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aschenauer war Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft für Recht und Wirtschaft“, München, die ebenfalls Pressearbeit und Unterstützung für angeklagte und verurteilte Kriegsverbrecher betrieb. Von 1950 bis 1953 veröffentlichte er die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Die Andere Seite&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;Martin A. Lee: &amp;#039;&amp;#039;The Beast Reawakens&amp;#039;&amp;#039;. Routledge, London 1999, ISBN 0-415-92546-0, S. 88.&amp;lt;/ref&amp;gt; deren Herausgeber die Arbeitsgemeinschaft für Recht und Wirtschaft war.&amp;lt;ref&amp;gt;Eintrag zu &amp;#039;&amp;#039;Die Andere Seite&amp;#039;&amp;#039;: {{ZDB|704952-3}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weiter nahm Aschenauer ab 1949 an den vierteljährlichen Tagungen des [[Heidelberger Juristenkreis]]es teil, der die Revision der Urteile aus den alliierten [[Kriegsverbrecherprozess|Kriegsverbrecher-]] und [[NS-Prozesse]]n koordinierte.&amp;lt;ref&amp;gt;Norbert Frei: &amp;#039;&amp;#039;Vergangenheitspolitik&amp;#039;&amp;#039;. Beck, München 1996, S. 163–167.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1951 war Aschenauer Mitglied des Gründungsvorstandes des Vereins „[[Stille Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte]]“, eines weiteren Vereins mit diesem Ziel. Aschenauer trat als Anwalt und als Vertrauensmann der 1952 verbotenen [[Sozialistische Reichspartei|Sozialistischen Reichspartei]] (SRP) auf. Allerdings war er zu der Zeit sowohl (seit Frühjahr 1952) Mitarbeiter des Verfassungsschutzes&amp;lt;ref name=&amp;quot;baldow&amp;quot;&amp;gt;Beate Baldow: &amp;#039;&amp;#039;Episode oder Gefahr – Die Naumann-Affäre&amp;#039;&amp;#039;, S. 176, Anmerkung 1075.&amp;lt;/ref&amp;gt; als auch des „Katholischen-Nachrichtendienstes“ als auch für die [[Naumann-Kreis|Naumann-Gruppe]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;baldow&amp;quot; /&amp;gt; ein Netzwerk z.&amp;amp;nbsp;T. ehemals führender Nationalsozialisten, aktiv. Im Bestreben der Naumann-Gruppe, die [[Deutsche Reichspartei (1950)|Deutsche Reichspartei]] zu einer nationalen Sammlungspartei für die Bundestagswahl 1953 auszubauen, „misslangen“ zunächst alle Versuche der Führung der verbotenen [[Sozialistische Reichspartei|Sozialistischen Reichspartei]], sich neu zu organisieren. Beteiligt oder informiert über diese Versuche war jeweils Aschenauer.&amp;lt;ref&amp;gt;Die Naumann-Gruppe, im Frühjahr 1953 vom Britischen Geheimdienst, juristisch allerdings folgenlos, enttarnt, lehnte die SRP als kontraproduktiv ab und Baldow vermutet demzufolge, dass Aschenauer z.&amp;amp;nbsp;B. den Spiegel über eine geplante „Tarnorganisation“ informiert haben könnte (Der Spiegel Nr. 33 vom 13. August 1952, S. 7; &amp;#039;&amp;#039;Wenn das Verbot kommt.&amp;#039;&amp;#039;) Beate Baldow: &amp;#039;&amp;#039;Episode oder Gefahr – Die Naumann-Affäre&amp;#039;&amp;#039;, S. 176, Anmerkung 1075 - nach der Enttarnung der Naumann-Gruppe gelang es SRP-Mitgliedern um den ehemaligen SRP-Vorsitzenden [[Fritz Dorls]] dann plötzlich doch als Deutsche Aufbauvereinigung Wahlkampf in Niedersachsen und Hessen zu machen.&amp;lt;/ref&amp;gt; Über den „Katholischen Nachrichtendienst“ besaß Aschenauer beste Kontakte bis hin zu Adenauer, den er ein Jahr später in einem gegen Adenauer von der Deutschen Reichspartei angestrengten Prozess sogar vertrat.&amp;lt;ref&amp;gt; Der Spiegel Nr. 44/1954; „Wenn niemand davon spricht.“ [http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-28957747.html]&amp;lt;/ref&amp;gt; Da führende Mitglieder der Naumann-Gruppe im Frühjahr 1953 vom britischen Geheimdienst verhaftet wurden, kam es nicht mehr zu der angestrebten nationalen Sammlungspartei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1958 verteidigte Aschenauer den Hauptangeklagten [[Werner Hersmann]] beim [[Ulmer Einsatzgruppen-Prozess]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.ulm.de/ulmer_geschichte_der_ulmer_prozess.46037.3076,.htm |wayback=20090525155008 |text=Ulmer Geschichte(n): &amp;#039;Der Ulmer Prozess&amp;#039; |archiv-bot=2024-04-29 20:05:56 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1960 war er Verteidiger von [[Max Simon (SS-Mitglied)|Max Simon]], der im sogenannten Ansbacher Prozess wegen der Ermordung der [[Männer von Brettheim]], die kurz vor Kriegsende vier [[Hitlerjugend|Hitlerjungen]] entwaffnet hatten, angeklagt war.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Simon-Verteidiger plädiert auf Freispruch&amp;#039;&amp;#039;. In: „Hamburger Abendblatt“, Nr. 215 vom 16. Juli 1960, S. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aschenauer erreichte in erster Instanz einen Freispruch, da die Kriegsgerichtsurteile formal korrekt gewesen seien, dieses Urteil wurde später vom [[Bundesgerichtshof]] aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 war Aschenauer vor dem [[Landgericht München II]] Verteidiger von [[Karl Wolff (SS-Mitglied)|Karl Wolff]], welcher der Beihilfe an der Ermordung von 300.000 Juden angeklagt war.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Heute Plädoyer im Wolff-Prozess&amp;#039;&amp;#039;, dpa-Meldung. In: „Hamburger Abendblatt“, Nr. 215 vom 15. September 1964, S. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1965 verteidigte er den Hauptangeklagten [[Wilhelm Boger]] im [[Auschwitzprozesse|Auschwitzprozess]]. Aschenauer trat 1968 zusammen mit dem Anwalt Sauer als Verteidiger von [[Wilhelm Rosenbaum (SS-Mitglied)|Wilhelm Rosenbaum]] auf, der wegen gemeinschaftlichen Mordes an jüdischen Frauen, Kindern und Männern in 169 Fällen in der SD-Schule in Bad Rabka angeklagt war.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Schlußwort im Hamburger Schwurgericht&amp;#039;&amp;#039;. In: Hamburger Abendblatt, Nr. 185 vom 10. August 1968, S. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1977 war Aschenauer Vorsitzender der „rechtslastige[n]“ &amp;#039;&amp;#039;[[Verein für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland|Gesellschaft für deutsche Kulturbeziehungen im Ausland]]&amp;#039;&amp;#039; (VDA) und veröffentlichte in der rechtsextremistischen Zeitschrift „[[Nation und Europa]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel|ID=40736266|Titel=Läuft bestens|Autor=|Jahr=1977|Nr=42|Seiten=60|Datum=1977-10-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aschenauers veröffentlichte Bücher erschienen entweder im Selbstverlag oder in der rechtsextremistisch geprägten [[Verlagsgesellschaft Berg]] bzw. im [[Damm-Verlag]], München, der auch [[J. G. Burg]], den [[Holocaustleugnung|Holocaust-Leugner]] [[Paul Rassinier]] sowie den verurteilten Kriegsverbrecher [[Lothar Rendulic]] verlegte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
=== Als Autor ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zur Frage einer Revision der Kriegsverbrecher-Prozesse&amp;#039;&amp;#039;. Selbstverlag Rudolf Aschenauer, Nürnberg 1949.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Um Recht und Wahrheit im Malmedy-Fall – Eine Stellungnahme zum Bericht eines Untersuchungsausschusses des amerikanischen Senats in Sachen Malmedy-Prozess&amp;#039;&amp;#039;. Selbstverlag Rudolf Aschenauer, Nürnberg 1950.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Landsberg – ein dokumentarischer Bericht von deutscher Seite&amp;#039;&amp;#039;. Arbeitsgemeinschaft für Recht und Wirtschaft, München 1951. (Über die [[Justizvollzugsanstalt Landsberg]], in der die Häftlinge aus den NS-Prozessen einsaßen.)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Macht gegen Recht – Unbekanntes Material aus der amerikanischen und britischen Kriegsverbrecher-Praxis&amp;#039;&amp;#039;. Arbeitsgemeinschaft für Recht und Wirtschaft, München 5, 1952&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Malmedy-Fall – 7 Jahre nach dem Urteil&amp;#039;&amp;#039;. Selbstverlag Rudolf Aschenauer, München 1953&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Fall Schörner – Eine Klarstellung&amp;#039;&amp;#039;. Selbstverlag Rudolf Aschenauer, München 1962. (Über den Fall von [[Ferdinand Schörner#Verurteilungen und Nachkriegszeit|Ferdinand Schörner]].)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Fall Herbert Kappler – Ein Plädoyer für Recht, Wahrheit und Verstehen&amp;#039;&amp;#039;. Damm-Verlag, München 1968&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Um Wahrheit und Gerechtigkeit im Fall Herbert Kappler&amp;#039;&amp;#039;. Damm-Verlag, München 1969. (Über den von Aschenauer vertretenen [[Herbert Kappler]].)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der Fall Reder – ein Plädoyer für Recht und Wahrheit&amp;#039;&amp;#039;. [[Verlagsgesellschaft Berg#Vowinckel-Verlag|Vowinckel-Verlag]], Berg am See 1978. ISBN 3-921625-13-0. (Eine Schrift über den Fall des in Italien verurteilten SS-Sturmbannführers [[Walter Reder]], der allerdings nicht von Aschenauer verteidigt wurde, sondern vom italienischen Anwalt Giuseppe Schirò und dessen deutschem Kollegen [[Claus-Joachim von Heydebreck]].)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Auslandsdeutschen – 100 Jahre Volkstumsarbeit, Leistung und Schicksal&amp;#039;&amp;#039;. [[Verlagsgesellschaft Berg#Türmer-Verlag|Türmer-Verlag]], Berg/Starnberger See 1981. ISBN 3-87829-065-9.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Krieg ohne Grenzen – der Partisanenkampf gegen Deutschland 1939–1945 &amp;#039;&amp;#039;. [[Verlagsgesellschaft Berg#Druffel-Verlag|Druffel-Verlag]], Leoni am Starnberger See 1982, ISBN 3-8061-1017-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Als Herausgeber ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ich, [[Adolf Eichmann]]. Ein historischer Zeugenbericht&amp;#039;&amp;#039;. Druffel, Leoni 1980, ISBN 3-8061-1004-2&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Christoph Bachmann: &amp;#039;&amp;#039;Schuld und Sühne? Die Verfolgung von NS-Verbrechen durch oberbayerische Justizbehörden und ihre archivische Aufarbeitung im Staatsarchiv München&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte|ZBLG]] Band 68 (2005), S. 1163ff.&lt;br /&gt;
* Beate Baldow: &amp;#039;&amp;#039;Episode oder Gefahr – Die Naumann-Affäre&amp;#039;&amp;#039;; Dissertation; FU Berlin 2012. ([https://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000094873 PDF], 2,17 MB)&lt;br /&gt;
* Hilary Earl: &amp;#039;&amp;#039;The Nuremberg SS-Einsatzgruppen Trial, 1945–1958: Atrocity, Law, and History&amp;#039;&amp;#039;. Cambridge University Press, Cambridge 2009, ISBN 978-0-521-45608-1.&lt;br /&gt;
* [[Norbert Frei]]: &amp;#039;&amp;#039;Vergangenheitspolitik: die Anfänge der Bundesrepublik und die NS-Vergangenheit&amp;#039;&amp;#039;. Beck, München 1996, ISBN 3-406-41310-2.&lt;br /&gt;
* Oliver Schröm und Andrea Röpke: &amp;#039;&amp;#039;Stille Hilfe für braune Kameraden: das geheime Netzwerk der Alt- und Neonazis&amp;#039;&amp;#039;. Ch. Links Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-86153-266-2.&lt;br /&gt;
* Hubert Seliger: &amp;#039;&amp;#039;Politische Anwälte? Die Verteidiger der Nürnberger Prozesse&amp;#039;&amp;#039;. Nomos, Baden-Baden 2016.&lt;br /&gt;
* Hubert Seliger: &amp;#039;&amp;#039;Rechtsanwalt, Rechtsextremist, &amp;quot;Stiller Helfer&amp;quot; und Strohmann: Dr. Rudolf Aschenauer&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Wolfgang Proske]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Täter Helfer Trittbrettfahrer&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 16. NS-Belastete aus München. Kugelberg Verlag, Gerstetten 2023, ISBN 978-3-945893-24-1, S. 25–60.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|123504856}}&lt;br /&gt;
* [https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/direktlink/69c37aca-8094-42a6-aa30-d3a2d0ab200c/ Nachlass Bundesarchiv N 642]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=123504856|LCCN=n/81/3832|VIAF=23051224}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Aschenauer, Rudolf}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsanwalt (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strafverteidiger in den Nürnberger Prozessen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Publizist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korporierter in katholischer Burschenschaft (RKDB/RKAB)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SA-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Nürnberg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1913]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1983]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Aschenauer, Rudolf&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Jurist&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=21. Dezember 1913&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Regensburg]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=28. Januar 1983&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Nürnberg]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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