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	<title>Rubab - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Rubab.jpg|mini|hochkant|Tiefbauchige &amp;#039;&amp;#039;Kabuli rubāb&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rubab&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{faS|رباب|w=rubāb}}; auch &amp;#039;&amp;#039;Kabuli rubāb&amp;#039;&amp;#039;) ist eine gezupfte Schalenhals[[Lauteninstrument|laute]], die hauptsächlich von [[Paschtunen]] gespielt wird und als Nationalinstrument von [[Afghanistan]] gilt. Wie für Saiteninstrumente des ostiranischen Kulturkreises ([[Chorasan]]) typisch, besitzt sie einen zweigeteilten, mit Haut bespannten [[Resonanzkörper]]. Die &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; wurde vermutlich im 18. Jahrhundert in die [[afghanische Musik]] eingeführt. Sie ist nicht zu verwechseln mit den orientalischen Stachelfiedeln &amp;#039;&amp;#039;[[rabāb]], [[rawap]], [[rebab]]&amp;#039;&amp;#039; oder ähnlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und Verbreitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:RubabPamiri9strings.jpg|mini|hochkant=0.6|Neunsaitige &amp;#039;&amp;#039;Pamiri rubāb&amp;#039;&amp;#039; mit flachem Korpus aus [[Chorugh]], Berg-Badachschan, im Ethnographischen Museum, [[Duschanbe]]]]&lt;br /&gt;
Das Wortumfeld &amp;#039;&amp;#039;rabāb&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet vom [[Maghreb]] (&amp;#039;&amp;#039;[[ribab]]&amp;#039;&amp;#039;) bis in den Mittleren Osten und des Weiteren in Indonesien (&amp;#039;&amp;#039;[[rebab]]&amp;#039;&amp;#039;) mit dem Bogen gestrichene Stachelfiedeln, in [[Südasien]] jedoch gezupfte Lauteninstrumente. Die auf den Miniaturmalereien der [[Mogulreich|Mogulzeit]] (ab dem 16. Jahrhundert) abgebildeten &amp;#039;&amp;#039;rabāb&amp;#039;&amp;#039;-Typen sind nicht mit der afghanischen &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; formverwandt. Die in der klassischen Musik Nordindiens gespielte &amp;#039;&amp;#039;dhrupad rabāb&amp;#039;&amp;#039; wurde im 19. Jahrhundert durch die &amp;#039;&amp;#039;[[sursingar]]&amp;#039;&amp;#039; ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die afghanische &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; ist in [[Persische Miniaturmalerei|persischen Miniaturen]] nicht abgebildet. Sie wurde im 18. Jahrhundert in den großen Städten [[Kabul]], [[Kandahar]] oder [[Peschawar]] entwickelt und gehört zur &amp;#039;&amp;#039;rebab-&amp;#039;&amp;#039;Familie mit doppelt ausgebauchtem Schallkörper, zu der auch die indische &amp;#039;&amp;#039;rubab,&amp;#039;&amp;#039; die persische Langhalslaute &amp;#039;&amp;#039;[[Tar (Musikinstrument)|tār]],&amp;#039;&amp;#039; die tibetische &amp;#039;&amp;#039;[[dran-nye]]&amp;#039;&amp;#039;, die nepalesische &amp;#039;&amp;#039;[[arbajo]]&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;rawap&amp;#039;&amp;#039; aus [[Kaschgar (Stadt)|Kaschgar]] gehören. Vermutlich in seiner afghanischen Form wurde sie 1815 beschrieben, als Ursprungsort wurde mehrfach [[Ghazni]] angegeben. In unterschiedlichen Variationen hat sich die &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; im 19. Jahrhundert bis nach [[Belutschistan]], in den Osten [[Tadschikistan]]s ([[Pamir (Gebirge)|Pamir]], &amp;#039;&amp;#039;robab, Pamiri rubāb&amp;#039;&amp;#039;), [[Pakistan]] und Nordwest-[[Indien]] verbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Lucknow]] wurde die Form in den 1860er Jahren zur indischen &amp;#039;&amp;#039;[[sarod]]&amp;#039;&amp;#039; weiterentwickelt.&amp;lt;ref&amp;gt;John Baily: &amp;#039;&amp;#039;Music of Afghanistan: Professional Musicians in the City of Herat.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge 1988, S. 26&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die Verbreitung der &amp;#039;&amp;#039;sarod&amp;#039;&amp;#039; in Nordindien sorgten maßgeblich von afghanischen Rubāb-Spielern abstammende Familien. Dem Rubāb-Spieler Gulam Bandegi Khan Bangash wird im 19. Jahrhundert die Entwicklung der &amp;#039;&amp;#039;sarod&amp;#039;&amp;#039; zugeschrieben. Aus seiner Schule entstammt Hafiz Ali Khan (1888–1972), der 1918 nach [[Kolkata]] ging und dort als Sarod-Spieler berühmt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.buddhadevdasgupta.com/Gharana.htm &amp;#039;&amp;#039;The Legendary Sarod Maestro Pt. Buddhadev Das Gupta.&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ludwig Finscher]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Die Musik in Geschichte und Gegenwart]],&amp;#039;&amp;#039; Sachband 4, 2. Aufl. 1996, Sp. 695&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiteres Zupfinstrument, das &amp;#039;&amp;#039;sursingar&amp;#039;&amp;#039; genannt wurde, ergab sich im 19. Jahrhundert in Nordindien als kurzlebige Mischform aus der &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; mit der &amp;#039;&amp;#039;rudra [[vina]]&amp;#039;&amp;#039;. Die im klassischen [[Dhrupad]]-Stil eingesetzte &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; sollte einen feineren Klang erhalten, also wurden die Darmsaiten durch Metallsaiten ausgetauscht, der Korpus wurde größer und runder und erhielt anstelle der Fellbespannung eine aufgeleimte Holzdecke. Der süßliche Ton eignete sich nun gut für den &amp;#039;&amp;#039;Alap&amp;#039;&amp;#039; (freirhythmische solistische Entfaltung des [[Raga]]). Dennoch verschwand die &amp;#039;&amp;#039;sursingar&amp;#039;&amp;#039; Mitte des 20. Jahrhunderts.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.india-instruments.de/instrumentenlexikon-sursringar.html &amp;#039;&amp;#039;Sursringar.&amp;#039;&amp;#039;] India Instruments&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt; Alison Arnold (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Garland Encyclopedia of World Music.&amp;#039;&amp;#039; Band 5: &amp;#039;&amp;#039;South Asia. The Indian Subcontinent.&amp;#039;&amp;#039; Garland, New York 2000, S. 337&amp;lt;/ref&amp;gt; Einige Formeigenschaften und den tiefen Klang hat die &amp;#039;&amp;#039;Kabuli rubāb&amp;#039;&amp;#039; mit der Anfang des 20. Jahrhunderts verschwundenen südindischen Langhalslaute &amp;#039;&amp;#039;[[swarabat]]&amp;#039;&amp;#039; gemeinsam. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor 1860 war die Hofmusik in Kabul [[Iranische Musik|persischen Ursprungs]], unter [[Schir Ali|Schir Ali Khan]] (regierte 1863–1866 und 1868–1879) kamen Musiker aus Nordindien (&amp;#039;&amp;#039;[[Ustādh|Ustads]]&amp;#039;&amp;#039;) nach Kabul und brachten die nordindischen Gesangstechniken des Dhrupad und [[Khyal]] mit. Aus der paschtunischen Spielweise der &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; und der indischen Musiktradition entstand eine neue Gattung der afghanischen Instrumentalmusik. An den Herrscherhöfen von [[Abdur Rahman Khan]] (regierte 1880–1901) bis zur Absetzung von [[Amanullah Khan]] 1929, wurde die &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; besonders geschätzt. In [[Herat]] waren ab Ende des 19. Jahrhunderts Konzerte mit mehreren Sängern, der persischen &amp;#039;&amp;#039;tār&amp;#039;&amp;#039; (in Herat: &amp;#039;&amp;#039;chahartar&amp;#039;&amp;#039;) und dem persischen &amp;#039;&amp;#039;[[santur]]&amp;#039;&amp;#039; üblich. Die städtische, indisch beeinflusste Musik von Kabul mit Beteiligung der &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; setzte sich in den 1920er Jahren auch in Herat gegenüber dem persischen Musikstil durch. In den 1930er Jahren wurde das indische tonale System des [[Raga]] eingeführt. Zum führenden städtischen Instrument wurde neben der &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; das indische [[Harmonium#Das Harmonium in Indien|Harmonium]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die der paschtunischen &amp;#039;&amp;#039;Kabuli rubāb&amp;#039;&amp;#039; entsprechende &amp;#039;&amp;#039;Badachschani rubāb&amp;#039;&amp;#039; trägt ihren Namenszusatz, weil sie in der hauptsächlich von [[Tadschiken]] bewohnten nordafghanischen Provinz [[Badachschan]] gespielt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Tadschikische Musik|tadschikischen Musik]] des nördlichen Nachbarlandes wird in der Region [[Berg-Badachschan]] die nach der Pamir-Gebirgsregion benannte andersartige &amp;#039;&amp;#039;Pamiri rubāb&amp;#039;&amp;#039; verwendet. Ihre unterschiedlichen Formen erinnern mehr an eine Gitarre. Sie sind bundlos und besitzen sechs, sieben, seltener neun Darm- oder Nylonsaiten, die über einem mit Haut bespannten runden und flachen Korpus verlaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bauform und Spielweise ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ustad Ghulam Hussein.JPG|mini|[[Ustād|Ustad]] Ghulam Hussein mit einer &amp;#039;&amp;#039;Kabuli rubāb&amp;#039;&amp;#039; beim [[Rudolstadt-Festival]], 2012]]&lt;br /&gt;
Das Lauteninstrument wird aus dem Holz des [[Maulbeere|Maulbeerbaums]] hergestellt. Der untere Teil des bootsförmigen und an den Seiten markant taillierten [[Korpus (Musikinstrument)|Korpus]] ist mit Ziegenfell bespannt. Er verjüngt sich zu einem kurzen Hals mit nach unten gedrehtem Wirbelkasten. Je nach Region wird das Instrument mit unterschiedlichen aufgemalten Mustern und mit Elfenbein[[Intarsie|einlagen]] verziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; besitzt drei Melodiesaiten, die aus Darm oder Nylon bestehen, zwei oder drei lange [[Bordun]]saiten und gewöhnlich 15 [[Resonanzsaite]]n, die in der jeweils gespielten Tonskala gestimmt werden. Die Stimmung (&amp;#039;&amp;#039;sor,&amp;#039;&amp;#039; von [[Hindi]] &amp;#039;&amp;#039;svar,&amp;#039;&amp;#039; [[Persische Sprache|persisch]]  &amp;#039;&amp;#039;sorudan&amp;#039;&amp;#039;) ist regional unterschiedlich. In [[Kabul]] werden die drei Melodiesaiten in [[Quarte]]n gestimmt, der übliche Grundton D wird bei der Stimmung vom indischen Harmonium übernommen. Der Grundton wird nach dem indischen Tonsilbensystem &amp;#039;&amp;#039;sargam&amp;#039;&amp;#039; mit &amp;#039;&amp;#039;Sa&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Es gibt auch die alternative Stimmung in einer Quarte und einer Quinte. Die Unterteilung der Oktave in zwölf annähernd gleich große Halbtöne wird durch die Bünde der &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; vorgegeben. Die [[Wirbel (Bauteil)|Wirbel]] der Melodiesaiten befinden sich auf der rechten Seite des Wirbelkastens, die Wirbel der Bordunsaiten liegen gegenüber, auf derselben Seite sind in der Mitte die Wirbel der kurzen Resonanzsaiten angebracht. &amp;#039;&amp;#039;Rubāb&amp;#039;&amp;#039; werden mit einem kleinen [[Plektrum]] aus Holz gespielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am bekanntesten sind die &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; aus der Kabuler Altstadt [[Charābāt#Charābāt als Musik- und Künstlerviertel in Kabul|Charabat]], aus [[Herat]] und [[Balch]]. Dort befinden sich Werkstätten, in denen &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; hergestellt werden. Mit dem Beginn der [[Taliban]]-Herrschaft 1995 sind viele Werkstätten nach [[Peschawar]] verlegt worden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im äußersten Nordosten Afghanistans, in [[Badachschan]], und in der [[Berg-Badachschan|gleichnamigen]] Ostprovinz Tadschikistans spielen gelegentlich [[Tadschiken]] in den Höhenlagen des Pamir-Gebirges die bundlose &amp;#039;&amp;#039;Pamiri rubāb&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;rubāb-i Pāmīrī&amp;#039;&amp;#039;. Das Instrument hat einen ovalen Korpus, der mit einer dicken, seitlich mit Nägeln befestigten Lederhaut bespannt ist. Die sechs Darmsaiten werden mit einem dicken Holzplektrum (&amp;#039;&amp;#039;zakhma&amp;#039;&amp;#039;) gezupft.&amp;lt;ref&amp;gt;Mark Slobin: &amp;#039;&amp;#039;Music in the Culture of Northern Afghanistan.&amp;#039;&amp;#039; University of Arizona Press, Tucson 1976, S. 240–243&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.iis.ac.uk/view_article.asp?ContentID=106106 |wayback=20090415162427 |text=&amp;#039;&amp;#039;Music and Poetry from the Pamir Mountains Musical instruments.&amp;#039;&amp;#039;}} The Institute of Ismaili Studies (Foto und Musikbeispiel)&amp;lt;/ref&amp;gt; Weitere Saiteninstrumente in Badachschan sind die Langhalslaute &amp;#039;&amp;#039;sitār&amp;#039;&amp;#039; mit drei Melodiesaiten aus Draht, einigen Resonanzsaiten und Bünden, die bundlose siebensaitige Langhalslaute &amp;#039;&amp;#039;tanbūr&amp;#039;&amp;#039;, die achtsaitige &amp;#039;&amp;#039;tār&amp;#039;&amp;#039; und die &amp;#039;&amp;#039;[[komuz]]&amp;#039;&amp;#039;. Die &amp;#039;&amp;#039;[[ghichak]]&amp;#039;&amp;#039; ist das einzige Streichinstrument Badachschans.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Badakhshan. Mystical poetry and songs from the Ismāʾīlīs of the Pamir Mountains.&amp;#039;&amp;#039; CD produziert von Jan van Belle (Ethnic Series) PAN Records, Leiden 1994 (PAN 2024CD)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für das Rubāb-Spiel sind schnelles wiederholtes Zupfen der Saiten mit plötzlichen Unterbrechungen, im Gegensatz zum weichen und kontinuierlichen Spiel der Langhalslaute &amp;#039;&amp;#039;[[dambura]]&amp;#039;&amp;#039; von Nordafghanistan oder der 14-saitigen &amp;#039;&amp;#039;[[Dotar|dutār]]&amp;#039;&amp;#039; von Herat. Auf der &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; lässt sich bei unveränderter Stellung der linken Hand mit den Fingern eine Oktave greifen, was in etwa dem Spiel auf der Geige in der ersten Lage entspricht, bei der &amp;#039;&amp;#039;dutar&amp;#039;&amp;#039; muss dazu die Hand über das Griffbrett bewegt werden. Dadurch muss die &amp;#039;&amp;#039;dutar&amp;#039;&amp;#039; langsamer gespielt werden. Bei der &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; ist es einfacher, durch die Markierungen der Bünde die richtigen Töne zu treffen. Mit der rechten Hand werden in der [[Punteado]]-Spielweise die Saiten einzeln mit dem Plektrum gezupft, wobei der Abschlag („downstroke“) stärker geführt und der Ton durch das zusätzliche Streichen der Hand über die Hautbespannung des Resonanzkörpers perkussiv verstärkt wird. Der Aufschlag („upstroke“) ist deutlich schwächer und erfolgt ohne Handkontakt mit dem Instrumentenkörper; dadurch ergibt sich ein jeweils unterschiedlicher Klang.&amp;lt;ref&amp;gt;John Baily, 2006, S. 117f, 121&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Musikformen und Musiker ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Afghan musicians in Farah.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Kabuli rubāb&amp;#039;&amp;#039; und indisches Harmonium auf einem Festival in [[Farah (Stadt)|Farah]], Westafghanistan, im Mai 2010]]&lt;br /&gt;
Neben der höfischen Musik mit Sängern, &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039;, Harmonium und &amp;#039;&amp;#039;[[tabla]]&amp;#039;&amp;#039; gab es auch professionelle Bands von Frauen, die zumeist auf Hochzeiten spielten. Als Gesangsbegleitung kamen hier im 19. Jahrhundert nur die Rahmentrommel &amp;#039;&amp;#039;[[Daira (Trommel)|dāireh]]&amp;#039;&amp;#039; und ab den 1930er Jahren dazu noch &amp;#039;&amp;#039;tabla&amp;#039;&amp;#039; und Harmonium zum Einsatz. Im Norden Afghanistans wurde nirgends die &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; von Frauen gespielt,&amp;lt;ref&amp;gt;Mark Slobin, 1976, S. 53&amp;lt;/ref&amp;gt; im Süden waren Rubāb-spielende Frauen sehr ungewöhnlich. Ausnahme war ein Rubāb-Spieler in Herat, der in den 1930er Jahren eine Band mit seinen eigenen Frauen gründete.&amp;lt;ref&amp;gt;John Baily, 1988, S. 34&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei ländlicher Amateurmusik wird die &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; in Orchestern zusammen mit Harmonium, &amp;#039;&amp;#039;[[zerbaghali]]&amp;#039;&amp;#039; (einfellige Kelchtrommel, meist aus Ton), der Langhalslaute &amp;#039;&amp;#039;tanbur,&amp;#039;&amp;#039; der persischen &amp;#039;&amp;#039;tār&amp;#039;&amp;#039; und verschiedenen Flöten gespielt. Die &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; ist ein Begleitinstrument für den Gesang von [[Ghasel|Ghazelen]], der grundlegenden Form persischer Poesie. Zwischen die Textrezitation werden schnelle Instrumentalparts eingeschoben. Eine weitere klassische Musikform ist &amp;#039;&amp;#039;Naghmeh-ye Kashāl,&amp;#039;&amp;#039; ein längeres Instrumentalstück, das aus Teilen von freirhythmischer Entfaltung der Melodie und einer mehrfach mit rhythmischen Variationen gespielten Hauptkomposition besteht. Es wurde als Spezialdisziplin für Solo-Rubāb betrachtet. Begleitinstrumente sind die &amp;#039;&amp;#039;tabla&amp;#039;&amp;#039;, seltener die &amp;#039;&amp;#039;[[Dholak|doholak]]&amp;#039;&amp;#039; (zweiseitig bespannte Fasstrommel). &amp;#039;&amp;#039;Naghmeh-ye Klasik&amp;#039;&amp;#039; ist das instrumentale Gegenstück zum klassischen Khyal-Gesang, das normalerweise auf der &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; mit Tablabegleitung gespielt wird. Es entspricht den Teilen Alap und Gat des nordindischen Raga.&amp;lt;ref&amp;gt;John Baily, 1988, S. 61–67, 76&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;John Baily: &amp;#039;&amp;#039;Afghanistan.&amp;#039;&amp;#039; In: Ludwig Finscher (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Musik in Geschichte und Gegenwart,&amp;#039;&amp;#039; Sachband 1, 2. Aufl. 1994, Sp. 45–47&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Kabul waren viele professionelle städtische Musiker (&amp;#039;&amp;#039;Sāzandeh&amp;#039;&amp;#039;) Anhänger des [[Sufismus|Sufi]]-Ordens der [[Chishtiyya]], der für den ausgeprägten Einsatz von Musik in seinen Ritualen bekannt war. Es gab einige Ordensklöster (&amp;#039;&amp;#039;[[Tekke|Khanaqāh]]&amp;#039;&amp;#039;) in Kabul, in denen in langen Abenden religiöse Ghazals (&amp;#039;&amp;#039;Na’t&amp;#039;&amp;#039;) mit Harmonium, &amp;#039;&amp;#039;rubāb, tabla, tanbur&amp;#039;&amp;#039; und ungewöhnlichen Stein- und Metallklappern (&amp;#039;&amp;#039;qairaq&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;chimta&amp;#039;&amp;#039;) gesungen wurden. Die Praktiken der Sufis und das Musizieren allgemein wurden von orthodoxen [[Mullah]]s angegriffen. In Herat gab es keine Khanaqāhs, einige Chishtiyya-Musiker spielten besuchsweise an Heiligengräbern außerhalb der Stadt.&amp;lt;ref&amp;gt;John Baily, 1988, S. 154&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Verbreitung eines neuen populären Musikstils aus Indien und Pakistan waren ab 1940 die Radioübertragungen von Radio Afghanistan verantwortlich. Populärmusik und im speziellen Sinn die eigens für das Radio produzierte Musik wurde &amp;#039;&amp;#039;Kiliwali&amp;#039;&amp;#039; genannt, das aus indischen Filmen stammende Repertoire auch &amp;#039;&amp;#039;Filmi.&amp;#039;&amp;#039; Die Besetzung war üblicherweise neben dem Sänger eine &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039;, eine &amp;#039;&amp;#039;[[sarinda]]&amp;#039;&amp;#039; (gestrichenes Mitglied der Rubab-Familie) und eine &amp;#039;&amp;#039;doholak.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der große Meister der &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; in der nordindischen Musiktradition war [[Mohammad Omar (Musiker)|Ustad Muhammad Omar]] († 1980) aus dem Kabuler Musikerviertel Charabat, ein Zeitgenosse des Sängers [[Mohamed Hussein Sarahang|Ustad Sarahang]]. Er stammte nicht von indischen Hofmusikern ab, sondern lernte als Amateurmusiker bei [[Qasem Jo|Ustad Qasem]] (1878–1957). Anfang der 1950er Jahre wurde er der führende Rubāb-Spieler bei Radio Kabul, und durch die Wertschätzung, welche die &amp;#039;&amp;#039;rubāb&amp;#039;&amp;#039; als nationales Musikinstrument genoss, einer der am meisten geschätzten Musiker im Land. Er komponierte für regionale Sänger die Begleitmusik und auch Stücke für Rubāb-Solo und mit Orchester. Am Instrument nahm er einige bauliche Veränderungen vor. Ustad Omar gab 1978 mit den jungen Musikern der deutschen Gruppe [[Embryo (Band)|Embryo]] ein Konzert, das von [[Radio Television Afghanistan]] ausgestrahlt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Ein mit Muhammad Omar im März 1979 aufgenommenes Stück findet sich auf der Doppel-LP &amp;#039;&amp;#039;Embryo&amp;#039;s Reise&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus einer konservativen und wohlhabenden Familie von Herat stammt der 1946 geborene Aziz Herawi. Er trat als Dutar- und Rubāb-Spieler regelmäßig im Radio auf. Nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Afghanistan 1979 floh Aziz zunächst in die Berge, 1983 nach Peschawar und später nach [[Kalifornien]]. Er veröffentlichte zahlreiche CDs und ist als Rubāb-Meister anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.afghanland.com/entertainment/music/herawi.html &amp;#039;&amp;#039;Ustad Azaz Herawi.&amp;#039;&amp;#039; Afghanland.com]&amp;lt;/ref&amp;gt; Jüngere bekannte Rubāb-Spieler sind Essa Kassemi, der 1976 in Kabul geborene [[Homayun Sakhi]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|text=&amp;#039;&amp;#039;Homayun Sakhi. Artist bio.&amp;#039;&amp;#039; National Geographic |url=http://worldmusic.nationalgeographic.com/worldmusic/view/page.basic/artist/content.artist/homayun_sakhi |wayback=20081228043713}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Mohammad Rahim Khushnawaz]] aus Herat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den Afghanen, die in den 1980er Jahren vor dem Krieg nach Peschawar flüchteten, war auch der professionelle Musiker Amir. In Herat war er Sänger und Harmonium-Spieler gewesen, in Peschawar betätigte er sich zu dieser Zeit als Rubāb-Spieler in der Band des aus [[Dschalalabad]] stammenden Sängers Shah Wali Khan (* 1957). Ein 1985 gedrehter Film von [[John Baily]] schildert am Beispiel dieses Rubāb-Spielers die Situation afghanischer Musiker im pakistanischen Exil.&amp;lt;ref&amp;gt;John Baily: {{Webarchiv|url=http://www.der.org/resources/study-guides/amir.pdf |wayback=20090108171356 |text=&amp;#039;&amp;#039;The Making of Amir. An Afghan Refugee Musician’s Life in Peschawar, Pakistan.&amp;#039;&amp;#039;}} 1985&amp;lt;/ref&amp;gt; Der englische Musikethnologe John Baily ist selbst ein anerkannter Dutar- und Rubāb-Spieler. Er hat in Konzerten und für CD-Aufnahmen mit den wichtigsten afghanischen Musikern zusammengespielt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Toter Link |datum=2018-03 |url=http://www.uofaweb.ualberta.ca/music/a_concert.cfm |text=&amp;#039;&amp;#039;Concert. From Rubab to Sarod: An Evening of Afghan and South Asian Music.&amp;#039;&amp;#039;}} University of Alberta, 10. Februar 2009&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 2024 wurde die „Kunst des Herstellens und Spielens der Rubab/[[Rabab]]“ von der [[UNESCO]] für die Staaten Afghanistan, [[Iran]], Tadschikistan und Usbekistan (&amp;#039;&amp;#039;[[rawap]]&amp;#039;&amp;#039;) in die [[Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit]] aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ich.unesco.org/en/RL/02143 &amp;#039;&amp;#039;Art of crafting and playing rubab/rabab.&amp;#039;&amp;#039;] UNESCO Intangible Cultural Heritage, 2024&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diskografie ==&lt;br /&gt;
* Mohammad Rahim Khushnawaz: &amp;#039;&amp;#039;Afghanistan. Le rubâb de Hérat / The rubâb of Herat.&amp;#039;&amp;#039; AIMP XXV. Archives internationales de musique populaire. Musee d&amp;#039;ethnographie, Genf. Aufnahmen von John Baily 1974. Als CD 1993.&lt;br /&gt;
* Homayun Sakhi: &amp;#039;&amp;#039;The art of the Afghan rubab.&amp;#039;&amp;#039; Smithsonian Folkways Recordings, CD 2005 (Music of Central Asia, vol. 3)&lt;br /&gt;
* Mohamed Subhan Rathore (Rubab und Gesang), Abdul Ghani (Tumbaknari, eine kaschmirische Handtrommel): &amp;#039;&amp;#039;Pakistan / The Rubab of Kashmir.&amp;#039;&amp;#039; The World Roots Music Library, Japan, CD 2008&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[John Baily]]: &amp;#039;&amp;#039;John Blacking and the „Human/Musical Instrument Interface“: Two Plucked Lutes from Afghanistan.&amp;#039;&amp;#039; In: Suzel Ana Reily: &amp;#039;&amp;#039;The Musical Human: Rethinking John Blacking&amp;#039;s Ethnomusicology In The Twenty-first Century.&amp;#039;&amp;#039; Ashgate, Farnham (UK) 2006, S. 107–124&lt;br /&gt;
* John Baily: &amp;#039;&amp;#039;Principles of Rhythmic Improvisation for the Afghan Rubâb.&amp;#039;&amp;#039; International Council for Traditional Music. UK Chapter Bulletin, 1989 S. 3–16&lt;br /&gt;
* John Baily, Michael Collyer: &amp;#039;&amp;#039;Bring Back the Rubab.&amp;#039;&amp;#039; Afghanistan Reflections, 1, 2000 S. 12–15&lt;br /&gt;
* John Baily: &amp;#039;&amp;#039;Rabāb 5. Double-chested lutes. (i) Afghanistan.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Grove Music Online&amp;#039;&amp;#039;, 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* John Baily: [http://www.oart.eu/joomla/ &amp;#039;&amp;#039;Online Afghan Rubab Tutor.&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* Mohamed Omar: [https://www.youtube.com/watch?v=Fc9B2g_1h1o &amp;#039;&amp;#039;Rag: Bayag (Odo Sanpuran).&amp;#039;&amp;#039;] Youtube-Video&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Afghanistan)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lauteninstrument]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musik (Pakistan)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Repräsentatives immaterielles Kulturerbe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Multinationales immaterielles Kulturerbe]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;TaxonBot</name></author>
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