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	<title>Rosshaar - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-01T23:34:38Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Rosshaar&amp;diff=992958&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;CLnet: /* Weblinks */ toten Link repariert</title>
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		<updated>2024-11-11T14:41:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks: &lt;/span&gt; toten Link repariert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Horse tails (fur-skins).jpg|mini|hochkant=0.6|Ross-Schweife bei einem [[Rauchwarenhändler]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Herrenjacket, Half -Canvas-Verarbeitung, Peek &amp;amp; Cloppenburg (Düsseldorf 2017).jpg|mini|Herrenjacket mit offengelegtem Rosshaar-Zwischenfutter, zur Formstabilisierung im Brust- und Reversbereich]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rosshaar&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden das kürzere und härtere Körperhaar sowie das Schweif- und [[Mähne]]nhaar des [[Pferde]]s sowie der daraus hergestellte Zutatenstoff der [[Schneiderei]] und [[Kürschnerei]] bezeichnet. Es wurde früher überall, wo [[Pferdezucht]] betrieben wurde, für den Markt gesammelt. Es wurde zunächst mit Wasser ausgekocht und dann durch [[Hechel]]n weiterbearbeitet und nach Farbe sortiert. Es gilt als Grobhaar, da es nicht verspinnbar ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Reifrock]], die Krinoline, wurde durch Rosshaar in seinem kegelförmigen Fall gehalten. Die Bezeichnung stammt von italienisch-französisch crin und bedeutet eigentlich „Rosshaar-Leinen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch heute noch wird Rosshaar als das klassische Polstermaterial verwendet. Für Vollpolstermatratzen wird durch eine Heißdampfbehandlung die Sprungkraft noch einmal verstärkt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hofer&amp;quot;/&amp;gt; Ebenso wird es noch für [[Bürste]]n und Rosshaarbesen gebraucht, es bleibt Kunstfasern zumindest in der Fähigkeit zur Wiederaufrichtung überlegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein besonderes Anwendungsgebiet von Rosshaaren ist die Bespannung von [[Bogen (Streichinstrument)|Streichbögen]]. Rosshaareinlagen fanden ihre Anwendung bis vor wenigen Jahren noch in der klassischen Schneiderei und Kürschnerei für die Wattierung der Vorderteile von [[Sakko]]s oder [[Mantel|Mänteln]]. Dafür wurde das zu Zöpfen verdrehte Haar entweder mit der Hand zerzupft oder mit der &amp;#039;&amp;#039;Krempelmaschine&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Krempelbock&amp;#039;&amp;#039;) zerfasert, es entsteht dabei ein fast federndes, sehr elastisches Produkt. In der Kürschnerei wurde das Rosshaargewebe unter anderem in der Hauptzeit der [[Muff (Kleidung)|Muffmode]], meist in der Massenherstellung in der [[Konfektion]], zusammen mit Watte anstelle von [[Daunen]]beuteln verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rosshaare sind nicht allein verspinnbar, sondern nur indem man sie mit Baumwolle umspinnt, kann man sie zu einem endlosen Schussgarn formen („Zwirnrosshaar“&amp;lt;ref&amp;gt;Ingeborg Heider: &amp;#039;&amp;#039;42 Millionen Meter Einlagestoffe pro Jahr&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Die Pelzwirtschaft&amp;#039;&amp;#039; Heft 1, CB-Verlag Carl Boldt, Berlin 25. Januar 1978, S. 16.&amp;lt;/ref&amp;gt;).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hofer&amp;quot;&amp;gt;Alfons Hofer: &amp;#039;&amp;#039;Textil- und Modelexikon&amp;#039;&amp;#039;, Deutscher Fachverlag, Frankfurt/Main, 7. Auflage, Band 2, 1997, &amp;#039;&amp;#039;Roßhaar&amp;#039;&amp;#039;, S. 756&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit Leinengarn verwebter Rosshaarfaden wurde im Bekleidungshandwerk als &amp;#039;&amp;#039;Rosshaareinlage&amp;#039;&amp;#039; oder einfach als „Rosshaar“ gehandelt. Es wurde bis zuletzt in reiner Handarbeit ([[Pikieren (Schneiderei)|Pikierstich]]) mit dem [[Oberstoff]] verbunden, insbesondere für Vorderteil, und Revers. Diese aufwändige Verarbeitungsform fand ausschließlich bei hochwertiger Bekleidung Anwendung, die hohe Sprungkraft des Rosshaars gab dem Teil einen dauerhaften glatten Fall.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pelzlexikon&amp;quot;&amp;gt;[[Alexander Tuma]]: &amp;#039;&amp;#039;Pelz-Lexikon. Pelz- und Rauhwarenkunde&amp;#039;&amp;#039;. XXI. Band. Verlag Alexander Tuma, Wien 1951. &amp;#039;&amp;#039;Roßhaar&amp;#039;&amp;#039;, S. 47–48&amp;lt;/ref&amp;gt; Anstelle natürlichen Rosshaars verwendet man ständig mehr auf Viscosebasis hergestelltes &amp;#039;&amp;#039;Kunstrosshaar&amp;#039;&amp;#039; ([[Crinol]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hofer&amp;quot;/&amp;gt; Die aus dem Italienisch-Französischen stammende Bezeichnung [[Krinolinenmode|Krinoline]] für den gespreizten Unterrock weist auf das für die Versteifung verwendete Material hin, sie bedeutet „Rosshaargewebe“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen seiner besonderen Eigenschaften findet Rosshaarstoff auch in der Polsterbranche Verwendung. Hier bezeichnet es einen Oberstoff aus etwa 70 % Rosshaaranteil ([[Schussfaden|Schuss]]) mit einem [[Kettfaden]] aus Baumwolle, Polyester oder Seide. Früher häufiger benutzt, braucht man ihn heute noch zum Aufarbeiten alter und für sehr hochwertige neue Polstermöbel sowie als Wandbespannung repräsentativer alter Räume. Wegen der zumeist dunklen Rosshaare ist allerdings die mögliche Farbpalette beschränkt und die Stoffe werden überwiegend in dunkleren Farben hergestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rosshaarstoff.de/produktinfo/ Rosshaarstoff.com]&amp;lt;/ref&amp;gt; Außerdem werden Rosshaare beim Polstern als Füllmaterial verwendet; mit dem [[Haarzieher]] wird unter die Fassonleinwand gestochen und das Rosshaar gleichmäßig verteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei &amp;#039;&amp;#039;Zwirnrosshaar&amp;#039;&amp;#039; besteht der Schuss aus einem endlosen, mit Baumwollfaden umzwirnten Faden, der nicht mehr von Hand in das Webfach eingelegt werden muss. Durch die Umzwirnung arbeiten sich die Rosshaare nicht mehr so leicht heraus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hofer2&amp;quot;&amp;gt;Alfons Hofer: &amp;#039;&amp;#039;Textil- und Modelexikon&amp;#039;&amp;#039;, Deutscher Fachverlag, Frankfurt/Main, 7. Auflage, Band 2, 1997, &amp;#039;&amp;#039;Zwirnrosshaar&amp;#039;&amp;#039;, Seite 1060&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rosshaar ist, neben vielen weiteren Anwendungen, auch für [[Perchten]]kostüme in Gebrauch.&amp;lt;ref&amp;gt;https://steiermark.orf.at/v2/news/stories/2606894/ &amp;#039;&amp;#039;Pferden die Mähne und den Schweif abgeschnitten&amp;#039;&amp;#039;. ORF.at vom 2. Oktober 2013. Zuletzt abgerufen am 2. Oktober 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; In der traditionellen [[Lackkunst]] [[Myanmar]]s wird für die feinsten Lackarbeiten ein Rosshaargeflecht als Trägermaterial benutzt, um insbesondere Trinkgefäßen eine höhere Flexibilität zu verleihen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery mode=&amp;quot;packed&amp;quot; class=&amp;quot;center&amp;quot; heights=&amp;quot;140&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
15725-Coswig-1913-Roßhaarweberei-Brück &amp;amp; Sohn Kunstverlag.jpg|Sächsische Rosshaarweberei Schriever &amp;amp; Co. Dresden, in Coswig (1913)&lt;br /&gt;
At kılı.png|Rosshaar als Polstermaterial&lt;br /&gt;
Otto Bennewitz, Kürschner-Fachkunde-Ordner ab 1961 - Zutaten die in der Kürschnerei Verwendung finden (Rosshaar).jpg|Rosshaar-Steifleinen, Muster&lt;br /&gt;
20190530 Dresden - Die Welt der DDR - 082.jpg|Beim [[Radball]] ist der Ball mit gepressten Elch- oder Rosshaar gefüllt und springt daher fast nicht&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die langen Haare wurden früher vor allem zur Herstellung der von Frauen und Männern des Adels getragenen [[Perücke]]n verwendet. Die kurzen Haare wurden in Zöpfe zusammengedreht (Krull- oder Krollhaar) und als [[Polsterung|Polstermaterial]], als Füllung für [[Matratze]]n, [[Rosshaarkissen]] und [[Reitsattel|Reitsättel]] oder in der Schneiderei als Einlage verwendet. Die mittelalterliche spanische Melonenhose war häufig mit Rosshaar aufgefüllt. Auch wurden ganz aus Rosshaar gewebte Decken hergestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Russische rohe Pferdehäute wurden Anfang des 20. Jahrhunderts über Archangel, heute [[Archangelsk]], in großer Menge verschickt. Die langen Haare der Schweife und der Mähnen wurden für „vielerlei Dinge angewandt“. Das glatte Haar wurde in Rapatellfabriken verarbeitet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schedel&amp;quot; /&amp;gt; Als Rapatell, auch Rosshaarenzeug, Siebtuch oder Beuteltuch genannt, wurde ein feines Gewebe bezeichnet, das zum Sieben gebraucht wurde. Man fertigte es in fast quadratischen Stücken, in der Größe von {{Bruch|1|4}} bis ungefähr {{Bruch|3|4}} Pariser [[Stab (Einheit)|Stab]], zuweilen auch größer, nach der jeweiligen Länge der Haare, aus denen es hergestellt war. Es wurde jeweils dutzendweise gehandelt. In Frankreich wurden die Rapatellproduzenten „Amidonniers“ genannt, nach den Amidonmachern ([[Stärke]]-Produzenten), die sie viel gebrauchten. In der [[Niedernormandie]], besonders in der Gegend von [[Courances]], wurden sie in größerer Menge hergestellt und meist über [[Nantes]] in die [[Bretagne]] gehandelt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gottfried_Christian_Bohns_Waarenlager_od/yUU7AAAAcAAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Rapatell&amp;amp;pg=PA444&amp;amp;printsec=frontcover Carl Ernst Bohn, neu ausgearbeitet von G. P. H. Norrmann: &amp;#039;&amp;#039;Vollständigeres Wörterbuch der Produkten- und Waarenkunde.&amp;#039;&amp;#039; - &amp;#039;&amp;#039;Gottfried Christian Bohns Waarenlager oder Wörterbuch der Produkten- und Waarenkunde.&amp;#039;&amp;#039;] Hamburg, 1806, S. 444–445. Abgerufen am 21. September 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus Pferdehaaren stellte man sogenannte Pferdetapeten her und „härene Gewebe“ für Mönche und [[Bierbrauer]]. Die [[Perücke]]nmacher nahmen sie unter die Montur der Perücken, die [[Laute]]nmacher für die [[Bogen (Streichinstrument)|Fidelbögen]], die Fischer für ihre Leinen und in der Art anderes mehr. Es wurden Knöpfe daraus hergestellt, Hutkrempen, Armbänder, Bürsten u.{{nnbsp}}s.{{nnbsp}}w. Die weißen Pferdeschweife wurden nach der Küste von [[Angola]] exportiert. Nachdem das Pferdehaar gekräuselt und gekocht war, wurde es von Tapezierern, Täschnern und von Stuhlmachern zum Auspolstern von Stühlen, [[Sofa|Sofas, Kanapees]], Matratzen und Kissen verwendet. Das meiste Material kam aus Irland, Holland und Russland. Das isländische galt als das beste, das holländische, beziehungsweise das in Holland zugerichtete und sortierte, folgte in der Qualität unmittelbar danach, das russische galt als das schlechteste. Die weißen und die schwarzen Haare wurden mehr als die grauen, bunten oder gemischten geachtet, da sich unter Letzteren zum Teil Kuhhaare oder schlechte Pferdehaare befanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schedel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ware kam [[zentner]]weise aus [[Dublin]], [[Amsterdam]], [[Sankt Petersburg]], Archangel und [[Rouen]]. Das russische gekochte Pferdehaar kam aus Petersburg in Ballen von 10 [[Pud (Einheit)|Pud]], das von den Schweifen in Ballen von 20 Pud. Der Hamburger Handel bezog viel Ware aus Russland und England. In [[Danzig]] wurde viel langes und kurzes russisches Haar verwendet. Das lange Haar musste mindestens eine Länge von 24 englischen Zoll haben. Die kurzen Pferdehaare, die beim Gerben der Häute abfallen, wurden mit den Ochsen- und Kuhhaaren vermischt und ebenfalls zum Polstern verwendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schedel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Rosshaar}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Horse hair|Pferdehaar}}&lt;br /&gt;
* [https://materialarchiv.ch/de/ma:material_528 Material Archiv: Rosshaar] – Materialinformationen und Bilder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur und Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Meyers Konversationslexikon, Artikel &amp;#039;&amp;#039;Rosshaar&amp;#039;&amp;#039;, ca. 1895&lt;br /&gt;
* Oeconomische Enzyclopädie von Krünitz, Artikel &amp;#039;&amp;#039;Pferdehaar&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schedel&amp;quot;&amp;gt;Johann Heinrich Moritz Poppe: &amp;#039;&amp;#039;Johann Christian Schedels neues und vollständiges, allgemeines Waaren-Lexikon […]&amp;#039;&amp;#039;. Zweiter Teil M bis Z. Vierte durchaus verbesserte Auflage, Verlag Carl Ludwig Brede, Offenbach am Mayn 1814. S.&amp;amp;nbsp;184–185.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=1068049162}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tierhaarprodukt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Anatomie des Pferdes]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;CLnet</name></author>
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