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	<title>Rohmilch - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T01:08:05Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Rohmilch&amp;diff=106458&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie, Kleinigkeiten.</title>
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		<updated>2025-09-11T15:23:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie, Kleinigkeiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rohmilch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die unbehandelte [[Milch]] von [[Milchvieh]]. Sie dient mehrheitlich in [[Molkerei]]en als Rohstoff, kann aber auch direkt verzehrt werden oder wird ohne Wärmebehandlung zu Produkten wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Rohmilchkäse]], Rohmilchquark oder [[Rohmilchbutter]] weiterverarbeitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da sie anders als die im Handel erhältliche [[Vollmilch]], [[fettarme Milch]] oder [[H-Milch]] nicht durch Wärmebehandlung keimarm gemacht wurde, kann sie [[Krankheitserreger]] enthalten. Daher ist die direkte Abgabe an den [[Endverbraucher (Lebensmittel)|Endverbraucher]] in vielen Ländern nur unter strengen Auflagen erlaubt oder ganz untersagt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Einführung der [[Pasteurisierung]] Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Rohmilchkonsum fast vollständig zurückgedrängt. In den USA hat dies im frühen 20. Jahrhundert zur Entstehung einer Bewegung für den Rohmilchkonsum geführt. Auch heute gibt es Befürworter des Verzehrs von Rohmilch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtliche Grundlagen ==&lt;br /&gt;
=== EU-Recht ===&lt;br /&gt;
Nach dem [[Lebensmittelrecht]] der [[Europäische Union|Europäischen Union]] ist &amp;#039;&amp;#039;Rohmilch&amp;#039;&amp;#039; die [[Verkehrsbezeichnung|Bezeichnung]] für „das unveränderte Gemelk von Nutztieren, das nicht über 40&amp;amp;nbsp;°C erhitzt und keiner Behandlung mit ähnlicher Wirkung unterzogen wurde“ und auch nicht durch [[Mikrofiltration]] behandelt, also durch Filter mit sehr kleinen Poren gefiltert wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Anhang I Nr. 4.1 EG-Verordnung 853/2004.&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Gemelk&amp;#039;&amp;#039; ist hierin ein Sammelbegriff für die Milch von Kühen, Ziegen, Schafen und Büffeln.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung |Titel=Definitionen und Begriffe - Milch und Milcherzeugnisse |Datum=2021-01-18 |Seiten=17 |Online=https://www.ble.de/SharedDocs/Downloads/DE/BZL/Daten-Berichte/MilchUndMilcherzeugnisse/DefinitionBegriffe.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=4}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur Minimierung des [[Infektion]]srisikos gelten für die Herstellung, das Behandeln und das Inverkehrbringen von Rohmilch und Rohmilchprodukten in der [[Europäische Union|Europäischen Union]] besondere Hygienevorschriften sowie Vorgaben zur Kennzeichnung. Rohmilch für den unmittelbaren Verzehr ist mit dem Wort „Rohmilch“ zu kennzeichnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Anhang III Abschnitt IX Kap. IV Nr. 1 EG-Verordnung 853/2004.&amp;lt;/ref&amp;gt; Den Mitgliedsstaaten ist überlassen, die Abgabe von Rohmilch und Rohrahm an Verbraucher national zu verbieten oder einzuschränken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
Die Abgabe von Rohmilch (oder Rohrahm) an Verbraucher ist grundsätzlich verboten;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.gesetze-im-internet.de/tier-lmhv/__17.html § 17] Abs. 1 der Verordnung über Anforderungen an die Hygiene beim Herstellen, Behandeln und Inverkehrbringen von bestimmten Lebensmitteln tierischen Ursprungs (Tierische Lebensmittel-Hygieneverordnung – Tier-LMHV) mit § 23 Abs. 1 Ziff. 5 Tier-LMHV und mit § 58 Abs. 1 [[Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch|LFGB]].&amp;lt;/ref&amp;gt; das gilt auch für den unentgeltlichen Ausschank zum Probieren oder für Rohmilch, in der keine Krankheitserreger nachweisbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An Verbraucher abgegeben werden darf sie ausnahmsweise nur&lt;br /&gt;
# unter der Bezeichnung des Lebensmittels als [[Vorzugsmilch]] verpackt, unter höheren hygienischen Anforderungen an ihre Beschaffenheit, an ihre ständige Kühlung und an den behördlich genehmigten Erzeugerbetrieb und bei einer Kennzeichnung mit einem ab Gewinnung gerechnet höchstens 96-stündigem [[Verbrauchsdatum]] und dem Warnhinweis „Aufbewahren bei höchstens 8 °Celsius“ und dabei nicht in Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen (wie Schulkantinen)&amp;lt;ref&amp;gt;§ 17 Abs. 2 und Abs. 3, § 18 Tier-LMHV und [http://www.gesetze-im-internet.de/tier-lmhv/anlage_9.html Anlage 9] hierzu.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder&lt;br /&gt;
# direkt in und von dem Betrieb, in dem sie behandelt und an diesem Tag oder am Vortag gewonnen wurde, sofern diese oft so genannte „[[Ab-Hof-Milch|Milch ab Hof]]“ oder „[[Milchautomat|Milchtankstelle]]“ der Lebensmittelüberwachungsbehörde angezeigt wurde, allgemeine Hygieneanforderungen beachtet sind&amp;lt;ref&amp;gt;§ 17 Abs. 4 Satz 2 Tier-LMHV mit entsprechender Anwendung von [http://www.gesetze-im-internet.de/lmhv_2007/anlage_2.html Anlage 2] zur Lebensmittelhygiene-Verordnung.&amp;lt;/ref&amp;gt; und an der Abgabestelle gut lesbar die Erklärung angebracht ist: „Rohmilch, vor dem Verzehr abkochen“.&amp;lt;ref&amp;gt;§ 17 Abs. 4 Tier-LMHV.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schweiz ===&lt;br /&gt;
Eine ähnliche Definition für &amp;#039;&amp;#039;Rohmilch&amp;#039;&amp;#039; wie nach EU-Recht gilt im Schweizer Recht: „Rohmilch ist Milch, die nicht über 40 °C erwärmt und keiner weiteren Behandlung mit ähnlicher Wirkung unterzogen wurde“ ({{Art.|32|VLth|ch}} Abs. 2 [[Verordnung des EDI über Lebensmittel tierischer Herkunft|VLth]]). Sie gilt als „nicht genussfertig“ und muss u.&amp;amp;nbsp;a. mit einem Hinweis versehen werden, dass sie „vor dem Konsum auf mindestens 70 °C erhitzt werden muss“ ({{Art.|38|VLth|ch}} Abs. 1 [[Verordnung des EDI über Lebensmittel tierischer Herkunft|VLth]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreich ===&lt;br /&gt;
In Österreich ist der Warenverkehr für Rohmilch durch eine eigene Rohmilchverordnung geregelt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&amp;amp;Gesetzesnummer=20004644 Rohmilchverordnung.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einschränkungen und Verbote weltweit ===&lt;br /&gt;
Diese Tabelle bietet einen Überblick über einige Staaten, die die Abgabe von Rohmilch an Endverbraucher verboten haben oder nur unter Einschränkungen zulassen.&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable sortable&amp;quot;&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
!Eingeschränkt&lt;br /&gt;
!Verboten&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Singapur&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|x&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Amy Greenburg |url=https://expatliving.sg/where-to-get-fresh-milk-and-soy-almond-uht-milk-in-singapore/ |titel=Which milk – and why? |werk=Expat Living |datum=2019-09-19 |sprache=en-GB |abruf=2023-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Norwegen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|x&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.mattilsynet.no/mat-og-drikke/matproduksjon/melk-og-meieriprodukter/ra-melk-bor-varmebehandles |titel=Rå melk bør varmebehandles |werk=Mattilsynet |hrsg=Norwegische Behörde für Lebensmittelsicherheit |abruf=2023-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
(Ausnahme: Gelegentliche Verkäufe ab Hof)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schweden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|Nur von registrierten Höfen, in begrenzter Menge&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.livsmedelsverket.se/livsmedel-och-innehall/mat-och-dryck/mjolk-och-mejeriprodukter/opastoriserad-mjolk |titel=Opastöriserad mjölk |werk=Livsmedelsverket |hrsg=Schwedische Lebensmittelbehörde |sprache=sv |abruf=2023-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Großbritannien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
(exkl. Schottland)&lt;br /&gt;
|Nur von registrierten Höfen, ab Hof, auf Bauernmärkten, als Direktlieferung,&lt;br /&gt;
nicht in Geschäften.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bbc.co.uk/food/articles/raw_milk |titel=Is raw milk a superfood or dangerous fad? |werk=BBC Food |sprache=en |abruf=2023-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schottland&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|x&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kanada&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|x&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Health Canada |url=https://www.canada.ca/en/health-canada/services/food-nutrition/food-safety/information-product/statement-about-drinking-milk.html |titel=Statement from Health Canada About Drinking Raw Milk |datum=2005-04-22 |abruf=2023-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Australien&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|x&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Oliver Milman |Titel=Victoria launches crackdown on sale of ‘raw’ unpasteurised milk |Sammelwerk=The Guardian |Datum=2014-12-28 |ISSN=0261-3077 |Online=https://www.theguardian.com/australia-news/2014/dec/28/victoria-launches-crackdown-on-sale-of-raw-unpasteurised-milk |Abruf=2023-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Niederlande&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|Nur ab Hof&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://wetten.overheid.nl/BWBR0018823/2019-12-14/#Paragraaf5 |titel=Warenwetbesluit hygiëne van levensmiddelen, § 5 Rauwe melk |werk=Overheid.nl |hrsg=Ministerie van Binnenlandse Zaken en Koninkrijksrelaties |sprache=nl |abruf=2023-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;USA&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|&amp;#039;&amp;#039;Regelungen auf Bundesstaatenebene:&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://worldpopulationreview.com/state-rankings/raw-milk-legal-states |titel=Raw Milk Legal States 2023 |werk=World Population Review |hrsg=WorldPopulationReview.com |abruf=2023-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
7 Staaten: Ohne Auflagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
19 Staaten: Mit Auflagen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
21 Staaten: Abgabe verboten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3 Staaten: Mit Ausnahmen verboten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Bundesweit:&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist verboten, Rohmilch für den menschlichen Verzehr zu Handelszwecken über die Grenze eines Bundesstaates zu transportieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Center for Food Safety and Applied Nutrition |Hrsg=Food &amp;amp; Drug Administration |Titel=Is it legal to sell raw milk for human consumption? |Sammelwerk=Raw Milk Questions &amp;amp; Answers |Datum=2023-10-24 |Online=https://www.fda.gov/food/buy-store-serve-safe-food/raw-milk-questions-answers |Abruf=2023-11-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
Rohmilch kann mit [[pathogen]]en [[Mikroorganismen]] kontaminiert sein. Die Keimbelastung von Rohmilch ist unter anderem abhängig von Fütterung und dem Gesundheitszustand des Tieres, der Bakterienflora der [[Euter]]haut, der [[Melkhygiene|Hygiene beim Melken]] und der [[Melktechnik]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Specker&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Marcus Specker |Titel=Untersuchungen zum Vorkommen von Listerien, Salmonellen, Campylobacter und Staphylokokken in Rohmilch im Land Brandenburg |TitelErg=Dissertation |Verlag=Freie Univ. |Ort=Berlin |Datum=1996 |Seiten=80–83 |Online=[http://webdoc.sub.gwdg.de/ebook/diss/2003/fu-berlin/1998/86/speck.pdf Volltext]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lejeune&amp;quot;&amp;gt;J. T. Lejeune, P. J. Rajala-Schultz: &amp;#039;&amp;#039;Food safety: unpasteurized milk: a continued public health threat.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Clinical Infectious Diseases]].&amp;#039;&amp;#039; Band 48, Nummer 1, Januar 2009, S.&amp;amp;nbsp;93–100, {{ISSN|1537-6591}}. [[doi:10.1086/595007]]. PMID 19053805. (Review).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gefahren des Rohmilchverzehrs gehen von möglicherweise enthaltenen [[pathogen]]en [[Mikroorganismen]] wie [[Salmonellen]], &amp;#039;&amp;#039;[[Campylobacter]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Yersinia]]&amp;#039;&amp;#039;, [[Listerien]] und &amp;#039;&amp;#039;[[Escherichia coli]]&amp;#039;&amp;#039; aus. Diese können in Rohmilch nicht nur vorkommen, sie sind in Milch und Milchprodukten auch vermehrungsfähig. Es gibt viele Berichte, bei denen Rohmilch als Quelle für Krankheitsausbrüche nachgewiesen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Specker&amp;quot; /&amp;gt; Besonders riskant ist Rohmilchverzehr für Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere, alte Menschen und Menschen mit verminderten [[Immunsystem|Abwehrkräften]].&amp;lt;ref&amp;gt;Infodienst Landwirtschaft – Ernährung – Ländlicher Raum, Baden-Württemberg: {{Webarchiv |url=https://www.landwirtschaft-bw.info/pb/MLR.Ernaehrung,Lde/Startseite/Empfehlungen/Keine+Rohmilchprodukte+waehrend+der+Schwangerschaft/?LISTPAGE=1063255 |text=&amp;#039;&amp;#039;Keine Rohmilchprodukte während der Schwangerschaft&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20151208173502 |archiv-bot=2023-01-03 02:15:54 InternetArchiveBot}}, 17. Februar 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verantwortlich für das Auftreten von Listerien sind vor allem die Verfütterung von [[Silage]] schlechter Qualität, schlechte Hygiene sowie unzureichende Beleuchtung der Ställe und des Melkraums.&amp;lt;ref&amp;gt;M. Sanaa u. a.: [http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0022030293776286 &amp;#039;&amp;#039;Risk factors associated with contamination of raw milk by Listeria monocytogenes in dairy farms&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Dairy Science.&amp;#039;&amp;#039; 76, 1993, S. 2891–2898.&amp;lt;/ref&amp;gt; Daher findet man gelegentlich den Hinweis, dass die Rohmilch silofrei bzw. silagefrei erzeugt wurde. In der Vergangenheit spielten in Rohmilch enthaltene Erreger der [[Tuberkulose der Rinder]] eine wichtige Rolle als Infektionsquelle für [[Tuberkulose]] beim Menschen. Diese Gefahr ist heute in Westeuropa nur noch gering, in anderen Teilen der Welt jedoch nach wie vor hoch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls durch Rohmilch von Ziegen, Kühen und Schafen übertragbar ist die [[Frühsommer-Meningoenzephalitis]] (FSME), eine durch [[Viren]] verursachte [[Gehirnhautentzündung]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=M. A. Rieger, M. Nübling, R. Kaiser, F. W. Tiller, F. Hofmann |Titel=[Tick-borne encephalitis transmitted by raw milk--what is the significance of this route of infection? Studies in the epidemic region of South-West Germany] |Sammelwerk=Gesundheitswesen (Bundesverband Der Arzte Des Offentlichen Gesundheitsdienstes (Germany)) |Band=60 |Nummer=6 |Datum=1998-06 |ISSN=0941-3790 |Seiten=348–356|PMID=9697358}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser mit geschätzt rund 1 %&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Alicja M. Buczek, Weronika Buczek, Alicja Buczek, Joanna Wysokińska-Miszczuk |Titel=Food-Borne Transmission of Tick-Borne Encephalitis Virus—Spread, Consequences, and Prophylaxis |Sammelwerk=International Journal of Environmental Research and Public Health |Band=19 |Nummer=3 |Datum=2022-02-05 |ISSN=1660-4601 |Seiten=1812 |Online=https://www.mdpi.com/1660-4601/19/3/1812 |Abruf=2023-11-24 |DOI=10.3390/ijerph19031812 |PMC=8835261 |PMID=35162837}}&amp;lt;/ref&amp;gt; aller Fälle seltene&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.spektrum.de/news/fsme-erreger-in-rohmilch/895693 |titel=Infektionskrankheiten: FSME-Erreger in Rohmilch |werk=Spektrum.de |datum=2007-07-27 |sprache=de |abruf=2023-11-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:2&amp;quot; /&amp;gt; Ansteckungsweg wurde seit den 1950er Jahren vor allem im östlichen Mittel- und Osteuropa beobachtet,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=SO Brockmann, R Oehme, T Buckenmaier, M Beer, A Jeffery-Smith, M Spannenkrebs, S Haag-Milz, C Wagner-Wiening, C Schlegel, J Fritz, S Zange, M Bestehorn, A Lindau, D Hoffmann, S Tiberi, U Mackenstedt, G Dobler |Titel=A cluster of two human cases of tick-borne encephalitis (TBE) transmitted by unpasteurised goat milk and cheese in Germany, May 2016 |Sammelwerk=Eurosurveillance |Band=23 |Nummer=15 |Verlag=European Centre for Disease Prevention and Control |Datum=2018-04-12 |ISSN=1560-7917 |Online=https://www.eurosurveillance.org/content/10.2807/1560-7917.ES.2018.23.15.17-00336}}&amp;lt;/ref&amp;gt; nach der Jahrtausendwende gab es jedoch auch Fälle in Mitteleuropa, fast immer im Zusammenhang mit Ziegen-Rohmilch.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Elisa Martello, Emma L. Gillingham, Revati Phalkey, Constantine Vardavas, Katerina Nikitara, Tamas Bakonyi, Céline M Gossner, Jo Leonardi-Bee |Titel=Systematic review on the non-vectorial transmission of Tick-borne encephalitis virus (TBEv) |Sammelwerk=Ticks and Tick-borne Diseases |Band=13 |Nummer=6 |Datum=2022-11 |Seiten=102028 |Online=https://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S1877959X22001303 |Abruf=2023-11-24 |DOI=10.1016/j.ttbdis.2022.102028}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Pasteurisierung]] führt nachweislich nur zu einem sehr geringen Verlust an fettlöslichen [[Vitamin]]en ([[Vitamin A|Vitamine A]], [[Vitamin D|D]] und [[Vitamin E|E]]), während negative Auswirkungen auf andere [[Nährstoff]]e nicht nachgewiesen werden können. Enzyme und Antikörper werden durch Wärmebehandlung zwar inaktiviert („[[Denaturierung (Biochemie)|denaturiert]]“), jedoch stellt sich bei Rohmilchverzehr der gleiche Effekt durch die [[Protein]][[verdauung]] im [[Magen]] ein. Mit Laktobazillen hergestellte [[Milchprodukte]] (zum Beispiel [[Joghurt]]) finden sich zahlreich im Handel. Eine nach Rohmilchkonsum verbesserte Abwehrbereitschaft gegen Erkrankungen ist nicht belegt. Der [[Bundesgesundheitsrat]] bewertete 1974 in seinem Votum zum Thema {{&amp;quot; |[[Ernährungsphysiologie|Ernährungsphysiologischer]] Wert von Rohmilch gegenüber den gesundheitlichen Risiken}}, dass {{&amp;quot; |der Verzehr von Rohmilch ernährungsphysiologisch keine Vorteile bietet, daß er aber im Vergleich zum Verzehr von erhitzter Milch ein gesundheitliches Risiko für den Menschen darstellt}}. Dieses Risiko könne {{&amp;quot; |nur durch eine erhebliche, kostenaufwendige Untersuchung und Überwachung der Rohmilchlieferbetriebe auf ein vertretbares Minimum beschränkt werden}}. Abgesehen von Staphylokokken-Enterotoxinen lassen sich durch anerkannte Hitzebehandlungsverfahren die mikrobiologischen Gefahren von Trinkmilch sicher ausschließen. Lediglich bei technischen Fehlern in der Wärmebehandlung oder durch anschließende Rekontamination kann auch pasteurisierte Milch zum Auslöser von Infektionen werden. Dabei handelt es sich jedoch um Unfälle, die in der modernen Molkereitechnologie zu Ausnahmen zählen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Specker&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1989 stellte der britische [[Epidemiologe]] David P. Strachan die sogenannte [[Hygienehypothese]] auf, wonach eine verringerte [[Infektion]]sinzidenz in der frühen Kindheit eine Erklärung für den Anstieg [[Atopie (Medizin)|atopischer Erkrankungen]] wie [[Asthma bronchiale]] und [[Allergische Rhinitis|allergischer Rhinitis]] im 20. Jahrhundert sein könnte. Epidemiologische [[Beobachtungsstudie]]n fanden später, dass Menschen, die im ersten Lebensjahr mit roher statt pasteurisierter Milch ernährt wurden, im Schul- und sogar im Erwachsenenalter mit geringerer Wahrscheinlichkeit von atopischen Erkrankungen betroffen sind. Die Rohdaten für die statistische Auswertung wurden bei den Teilnehmern im Schul- oder Erwachsenenalter über Fragebögen erhoben. Säuglinge, die im ersten Lebensjahr mit roher statt verarbeiteter Kuhmilch ernährt wurden, zeigten in einer weiteren Beobachtungsstudie ein um etwa 30 Prozent reduziertes Risiko für Atemwegsinfektionen und Fieber. Der endgültige Nachweis auf Grundlage [[Interventionsstudie|kontrollierter Studien]] an Säuglingen ist aber aus ethischen Gründen nicht möglich.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Barbara Sozańska |Titel=Raw Cow’s Milk and Its Protective Effect on Allergies and Asthma |Sammelwerk=Nutrients |Band=11 |Nummer=2 |Datum=2019-02-22 |ISSN=2072-6643 |Seiten=469|DOI=10.3390/nu11020469 |PMC=6413174 |PMID=30813365}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mayerhofer et al. zufolge, wird der Präventionseffekt von Rohmilchkonsum durch die folgenden Bestandteile vermittelt: [[Immunglobulin G]], [[MicroRNA]], [[Omega-3-Fettsäuren]],&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hanna Mayerhofer, Isabella Pali-Schöll |Titel=The farm effect revisited: from β-lactoglobulin with zinc in cowshed dust to its application |Sammelwerk=Allergo Journal International |Band=30 |Nummer=4 |Datum=2021-06-01 |ISSN=2197-0378 |Seiten=135–140 |DOI=10.1007/s40629-021-00174-6}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Oligosaccharide]], [[Mikroben]] und vor allem [[Molkenprotein|Molkenproteine]]. Das Molkenprotein [[β-Lactoglobulin]] zeige zusammen mit [[Zink]] und anderen [[Ligand|Bindungspartnern]] &amp;#039;&amp;#039;[[in vitro]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[in vivo]]&amp;#039;&amp;#039; sowohl allergievorbeugende und als auch allergiemindernde Wirkung. β-Lactoglobulin ist nicht nur Milchbestandteil, sondern wurde auch als zentrales Protein in der Umgebungsluft von Rinderfarmen und im Stallstaub identifiziert. Der Verzehr von Rohmilch könne wegen des möglichen Vorhandenseins pathogener Keime nicht empfohlen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hanna Mayerhofer, Katharina Zednik, Isabella Pali-Schöll |Titel=The extended farm effect: The milk protein β-lactoglobulin in stable dust protects against allergies |Sammelwerk=Allergologie Select |Band=6 |Verlag=Dustri-Verlag |Datum=2022-03-29 |ISSN=2512-8957 |Seiten=111–117 |DOI=10.5414/ALX02246E |PMC=8982089 |PMID=35392214}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[S3-Leitlinie]] &amp;#039;&amp;#039;Allergieprävention&amp;#039;&amp;#039; (Stand: November 2022) bestätigt „klare Hinweise“, dass das Aufwachsen auf dem Bauernhof vor der Entwicklung von Asthma und auch allergischen Erkrankungen schützt, enthält jedoch keine Empfehlung für Rohmilchkonsum.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Matthias V. Kopp, Cathleen Muche-Borowski, Michael Abou-Dakn et al. |Hrsg= |Titel=S3 Guideline Allergy Prevention |Sammelwerk=Allergologie Select |Band=6 |Verlag=Dustri-Verlag |Datum=2022-03-04 |ISSN=2512-8957 |Seiten=61–97 |Online=https://register.awmf.org/assets/guidelines/061-016l_S3_Allergiepraevention_2022-11.pdf |Abruf=2023-11-06 |DOI=10.5414/ALX02303E |PMC=8905073 |PMID=35274076}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Bundesinstitut für Risikobewertung]] führte im Mai 2025 eine repräsentative Umfrage in Deutschland durch. Hierbei zeigte sich, dass zwei Drittel der Befragten bereits von Rohmilch gehört hätten, aber nur zehn Prozent hinsichtlich gesundheitlicher Risiken besorgt seien.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bfr.bund.de/presseinformation/bfr-verbrauchermonitor-rohmilch-beunruhigt-eher-wenige/ |titel=BfR-Verbrauchermonitor: Rohmilch beunruhigt eher wenige |datum=2025-09-01 |sprache=de |abruf=2025-09-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisierter Rohmilchaktivismus und -konsum in den USA ==&lt;br /&gt;
Die [[Milchproduktion]] der [[USA]] begann sich ab den 1800er Jahren zu industrialisieren. Massenproduktion und -vertrieb von Milch und Milcherzeugnissen führten zunächst zu sich weiter verbreitenden Ausbrüchen von durch Milch übertragenen Krankheiten. Die größten milchbedingten Gefahren jener Zeit waren schlechte Hygiene und Handhabungsverfahren sowie erkrankte Milchkühe. Unter unhygienischen Bedingungen produzierte und transportierte Milch verursachte wiederholt Ausbrüche von [[Typhus]], [[Scharlach]], [[Diphtherie]], Durchfallerkrankungen und [[Toxisches Schocksyndrom|Streptokokken-induziertem, toxischem Schocksyndrom]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen dieser Probleme mit kontaminierter Milch bildeten sich in den USA zwei Volksgesundheits[[Soziale Bewegung|bewegungen]], die sowohl die Lieferanten schlechter Milch, als auch sich gegenseitig angriffen. Die Bewegung für zertifizierte Milch förderte die Hygiene in allen Phasen der Milcherzeugung und Vermarktung unter der Aufsicht medizinischer Milchkommissionen, wendete sich aber gegen die Pasteurisierung mit der Behauptung, sie verursache Mangelernährung, erlaube die Vermarktung von „sterilisiertem Unrat“ und zerstöre den natürlichen [[Geschmack (Sinneseindruck)|Geschmack]] der Milch. Dem entgegen verurteilte die Bewegung für pasteurisierte Milch zertifizierte Milch trotz der gesundheitlichen Vorsichtsmaßnahmen als unsicher. Nach mehreren [[Epidemie]]n, die auf den Konsum zertifizierter Rohmilch zurückgeführt wurden, wurde die Pasteurisierung als primärer Gesundheitsschutz für die nationale Milchversorgung akzeptiert. Die hygienischen Konzepte der Bewegung für zertifizierte Milch gingen als wichtige ergänzende Schutzmaßnahmen in die Milchhygienekodizes ein. Trotz fehlendem Beleg, dass die Milchpasteurisierung negative Auswirkungen auf die menschliche Ernährung oder Gesundheit hat, wurde weiterhin auch Rohmilch (zertifiziert und unzertifiziert) verkauft. Einige [[Bio-Lebensmittel|Biolebensmittel]]-Enthusiasten warben und werben hierfür intensiv mit Argumenten ähnlich jenen, die schon in den 1890er Jahren vorgebracht wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als gesundheitsbezogene Hauptargumente der Befürworter von unbehandelter Milch führte Potter 1984 an:&lt;br /&gt;
* Rohmilch besitze einen höheren Nährwert.&lt;br /&gt;
* Rohmilch enthalte wertvolle [[Enzyme]] und [[Antikörper]].&lt;br /&gt;
* Rohmilch weise eine [[Laktobazillen]]-Flora auf.&lt;br /&gt;
* Der Verzehr von Rohmilch führe zu einer vermehrten [[Immunität (Medizin)|Abwehrbereitschaft gegen Krankheiten]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:3&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=M. E. Potter, A. F. Kaufmann, P. A. Blake, R. A. Feldman |Titel=Unpasteurized Milk: The Hazards of a Health Fetish |Sammelwerk=JAMA |Band=252 |Nummer=15 |Datum=1984-10-19 |ISSN=0098-7484 |Seiten=2048 |Online=http://jama.jamanetwork.com/article.aspx?doi=10.1001/jama.1984.03350150048020 |Abruf=2023-11-29 |DOI=10.1001/jama.1984.03350150048020}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2009 beschrieben Lejeune und Rajala-Schultz, dass Befürworter der Rohmilch behaupten, nicht-pasteurisierte Milchprodukte seien absolut sicher und könnten ein breites Spektrum von Krankheiten, einschließlich Herzerkrankungen, [[Niere#Krankheiten der Niere|Nierenerkrankungen]], [[Krebserkrankung|Krebs]] und [[Laktoseintoleranz]], verhindern oder behandeln.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lejeune&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch das Geschmacksargument spielt bis in die Gegenwart eine Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/ernaehrung/rohmilch-direkt-vom-bauernhof |titel=Rohmilch direkt vom Bauernhof? |werk=Webseite des VerbraucherService Bayern im KDFB e.&amp;amp;nbsp;V. |hrsg=Verbraucherservice Bayern |datum=2019-05-01 |sprache=de |abruf=2020-02-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In bäuerlichen Familien war der Rohmilchkonsum schon immer üblich; die meisten Bauernfamilien nennen Geschmack und Bequemlichkeit als Hauptgründe. Auch ein kleiner Teil der übrigen US-Bevölkerung konsumiert Rohmilch. In der &amp;#039;&amp;#039;FoodNet&amp;#039;&amp;#039;-Bevölkerungsumfrage aus dem Jahr 2002 gaben 3,5 % der Befragten an, in den letzten sieben Tagen vor der Umfrage nicht-pasteurisierte Milch konsumiert zu haben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lejeune&amp;quot; /&amp;gt; Eine 2014 veröffentlichte Befragung unter US-amerikanischen Rohmilchkonsumenten ermittelte, dass 86 der 153 Teilnehmer ihren Rohmilchkonsum mit dem Glauben an Gesundheitsvorteile und leichtere Verdaulichkeit begründeten. Zwölf Teilnehmer sagten aus, dass ihnen Rohmilch besser schmecke als pasteurisierte Milch. Acht Teilnehmer zitierten soziale und ökologische Bedenken wie „Unterstützung der lokalen Landwirte“ und „es ist besser für die Kühe“. Sechs Teilnehmer gaben an, Allergien gegen pasteurisierte Milch zu haben, und zwei behaupteten, Rohmilchkonsum heile nicht näher spezifizierte Krankheiten. Sechs weitere Teilnehmer gaben individuelle Begründungen wie „Ich bin damit aufgewachsen“ oder „Ich esse keine verarbeiteten Lebensmittel“ an.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerard E. Mullin, Stephen M. Belkoff: &amp;#039;&amp;#039;Survey to Determine Why People Drink Raw Milk&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Glob Adv Health Med.&amp;#039;&amp;#039; 2014 Nov; 3(6): 19–24. [[doi:10.7453/gahmj.2014.041]]. PMID 25568829. {{PMC|4268642}}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1987 verbot die [[Food and Drug Administration|US-Bundesbehörde für Lebens- und Arzneimittel]] (FDA) den Verkauf von für den menschlichen Verzehr bestimmter Rohmilch über die Grenzen der [[Bundesstaat der Vereinigten Staaten|Bundesstaaten]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lando&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Hiergegen kämpfen [[Alternative Ernährung|alternative Ernährungsaktivisten]], [[Libertarismus|libertäre]] Gegner [[Marktregulierung|staatlicher Regulierung]] sowie Vertreter der amerikanischen [[Politische Rechte (Politik)|Rechten]]. Als Protagonist der Bewegung tritt die [[Weston Price#Trivia|Weston A. Price Foundation]] mit ihrer Kampagnen-Webseite &amp;#039;&amp;#039;realmilk.com&amp;#039;&amp;#039; in Erscheinung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kindy&amp;quot;&amp;gt;Kimberly Kindy: [https://www.washingtonpost.com/politics/political-push-for-raw-unpasteurized-milk-is-increasing-access-but-illnesses-are-up-too/2014/04/04/e62bc884-b443-11e3-8020-b2d790b3c9e1_story.html &amp;#039;&amp;#039;Political push for raw, unpasteurized milk is increasing access, but illnesses are up, too&amp;#039;&amp;#039;], [[The Washington Post]], 4. April 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; Rahn et al. stellten 2017 fest, dass Rohmilch-Befürworter in mehreren US-Bundesstaaten für den Abbau rechtlicher Hürden beim Verkauf von Rohmilch plädieren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lando&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Amy M. Lando, Michael C. Bazaco, Cary Chen Parker, Martine Ferguson |Titel=Characteristics of U.S. Consumers Reporting Past Year Intake of Raw (Unpasteurized) Milk: Results from the 2016 Food Safety Survey and 2019 Food Safety and Nutrition Survey |Sammelwerk=Journal of Food Protection |Band=85 |Nummer=7 |Datum=2022-07-01 |ISSN=0362-028X |Seiten=1036–1043 |Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0362028X22067059 |Abruf=2023-11-30 |DOI=10.4315/JFP-21-407 |PMC=9241341 |PMID=35333921}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Für viele amerikanische Rechte ist Rohmilchkonsum zudem mittlerweile Teil eines politisch „rechten“ Gegenmodells zum „[[Politische Linke|linken]]“ Veganismus, bei dem tierische Proteine im Vordergrund stehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grossrath&amp;quot;&amp;gt;Jan Grossarth: [https://www.welt.de/kultur/article254979828/Milch-Das-gefaehrliche-Versprechen-von-der-heilsamen-Rohmilch.html &amp;#039;&amp;#039;Das gefährliche Versprechen von der heilsamen Rohmilch&amp;#039;&amp;#039;], [[Welt.de]], 3. Januar 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der amerikanische Gesundheitsminister [[Robert F. Kennedy Jr.]] ([[Kabinett Trump II]]) ist ebenfalls ein Befürworter von Rohmilchkonsum.&amp;lt;ref name=&amp;quot;grossrath&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch im deutschsprachigen Raum gibt es Social-Media-Influencer die sich für den Konsum von Rohmilch aussprechen, jedoch mit geringerer Reichweite als in den USA.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.deutschlandfunk.de/rohmilch-vogelgrippe-gefahren-kulturkampf-100.html &amp;#039;&amp;#039;Warum Rohmilch auf Social Media gehypt wird&amp;#039;&amp;#039;], [[Deutschlandfunk]], 6. Dezember 2024.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vermarktung und Verwendung ==&lt;br /&gt;
Der Einsatz von Rohmilch als Ausgangsstoff definiert Produkte wie [[Rohmilchkäse]], [[Rohmilchbutter]] oder Rohmilchquark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* M. E. Potter, A. F. Kaufmann, P. A. Blake, R. A. Feldman: &amp;#039;&amp;#039;Unpasteurized milk. The hazards of a health fetish.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;JAMA.&amp;#039;&amp;#039; 252(15), 19. Okt 1984, S. 2048–2052. PMID 6481912.&lt;br /&gt;
* J. T. Lejeune, P. J. Rajala-Schultz: &amp;#039;&amp;#039;Food safety: unpasteurized milk: a continued public health threat.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Clin Infect Dis.&amp;#039;&amp;#039; 48(1), 1. Jan 2009, S. 93–100. [[doi:10.1086/595007]]. PMID 19053805.&lt;br /&gt;
* [[Bundesinstitut für Risikobewertung]] (BfR): [http://www.bfr.bund.de/cm/350/verbrauchertipps_schutz_vor_lebensmittelbedingten_infektionen_mit_listerien.pdf &amp;#039;&amp;#039;Verbrauchtipps: Schutz vor lebensmittelbedingten Infektionen mit Listerien.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 653&amp;amp;nbsp;kB). Berlin 2014.&lt;br /&gt;
* M. Hartung (Hrsg.): [http://www.bfr.bund.de/cm/238/erreger_von_zoonosen_in_deutschland_im_jahr_2007.pdf &amp;#039;&amp;#039;Erreger von Zoonosen in Deutschland im Jahr 2007.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 2,0&amp;amp;nbsp;MB). BfR-Wissenschaft, Berlin 2009, ISBN 978-3-938163-47-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{CELEX|02004R0853-20091101|Verordnung mit spezifischen Hygienevorschriften für Lebensmittel tierischen Ursprungs|format=PDF}}&lt;br /&gt;
* {{CELEX|02005R2073-20071227|Verordnung über mikrobiologische Kriterien für Lebensmittel|format=PDF}}&lt;br /&gt;
* Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): [https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/infektionen-vermeiden-was-ist-beim-verzehr-von-rohmilch-zu-beachten/ Infektionen vermeiden - Was ist beim Verzehr von Rohmilch zu beachten?]&lt;br /&gt;
* Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): [http://www.bfr.bund.de/cd/10961 &amp;#039;&amp;#039;Listeria monocytogenes: Der Überlebenskünstler unter den Keimen&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Presseinformation.&amp;#039;&amp;#039; 31. März 2008.&lt;br /&gt;
* Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): [http://www.bfr.bund.de/cd/29651 &amp;#039;&amp;#039;Hofbesuch ohne Bauchschmerzen&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Presseinformation.&amp;#039;&amp;#039; 29. Mai 2009.&lt;br /&gt;
* [https://idw-online.de/en/news53163 Untersuchung der Bundesanstalt für Milchforschung zeigt hygienische Mängel auf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4178354-2}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Milch]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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