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	<title>Robert Kempner - Versionsgeschichte</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Wilhelmstrassenprozess.jpg|mini|Robert Kempner als Hauptankläger im [[Wilhelmstraßen-Prozess]]]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Robert Max Wasilii Kempner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[17. Oktober]] [[1899]] in [[Freiburg im Breisgau]]; † [[15. August]] [[1993]] in [[Königstein im Taunus]]; Pseudonym &amp;#039;&amp;#039;[[Eike von Repkow]]&amp;#039;&amp;#039;) war ein [[Deutschland|deutsch]]-[[Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten|amerikanischer]] [[Jurist]]. Der preußische Beamte wurde 1933 von den Nationalsozialisten entlassen und emigrierte in die [[Vereinigte Staaten|USA]]. Bei den [[Nürnberger Prozesse|Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen]] arbeitete er als Stellvertreter des amerikanischen Chefanklägers [[Robert H. Jackson]]. Ein Mitarbeiter Kempners hatte im März 1947 das sogenannte [[:Datei:Besprechungsprotokoll Wannseekonferenz - Minutes of the Wannsee Conference - Berlin, 20. Januar 1942.pdf|Wannsee-Protokoll]] gefunden, in dem die geplante Organisation zur „[[Endlösung der Judenfrage]]“ schriftlich festgehalten worden war.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert M. W. Kempner: &amp;#039;&amp;#039;Ankläger einer Epoche – Lebenserinnerungen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Ullstein-Buch.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 44076) Ullstein, Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-548-33076-2, S. 310 f. Dieser Mitarbeiter war Kenneth Duke. {{Der Spiegel |ID=21411069 |Titel=„Ich war gleich alarmiert“ |Jahr=2002 |Nr=7 |Seiten=50 |Datum=2002-02-09}} / {{Webarchiv |url=http://www.ghwk.de/ghwk/kempner.pdf |text=Brief von Kempner: (19. Januar 1992) |wayback=20160304090857}} &amp;#039;&amp;#039;Entdeckung des Wannseeprotokolls&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Folgezeit engagierte Kempner sich für die Bestrafung nationalsozialistischer Täter und die Entschädigung der Opfer.&lt;br /&gt;
[[Datei:Wannsee sida 1.gif|mini|Teilnehmerliste der Wannseekonferenz. Gefunden in den Akten von [[Martin Luther (Unterstaatssekretär)|Unterstaatssekretär Luther]].]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Stolperstein Potsdamer Str 58A (Lifel) Robert Kempner.jpg|mini|[[Stolperstein]] am Haus, Potsdamer Straße 58A, in [[Berlin-Lichterfelde]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Jugendjahre ===&lt;br /&gt;
Robert Kempner war das älteste von drei Kindern des jüdischen Wissenschaftlerehepaares [[Walter Kempner (Mediziner, 1869)|Walter Kempner]] (1869–1920) und [[Lydia Rabinowitsch-Kempner]] (1871–1935), der zweiten deutschen Professorin. Seine aus [[Kaunas]] stammende Mutter war vor Roberts Geburt zum Protestantismus konvertiert, und auch Robert wurde evangelisch getauft und erzogen.&amp;lt;ref&amp;gt;Dirk Pöppmann: &amp;#039;&amp;#039;Robert Kempner und Ernst von Weizsäcker im Wilhelmstraßenprozess&amp;#039;&amp;#039;. In: Irmtrud Wojak, Susanne Meinl (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Im Labyrinth der Schuld.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-593-37373-4, S. 192 ({{Google Buch |BuchID=KakWAQAAIAAJ |Seite=192 |Hervorhebung=Robert Kempner getauft}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Niederstucke: &amp;#039;&amp;#039;Robert M. W. Kempner: Reden zum Kempner-Gedenken in Berlin und Osnabrück aus Anlass seines 100. Geburtstages.&amp;#039;&amp;#039; Osnabrück 2000, ISBN 3-935326-03-3, S. 43 ({{Google Buch |BuchID=O4sWAQAAIAAJ |Seite=43 |Hervorhebung=getauft}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; Kempners Taufpate war [[Robert Koch]], an dessen [[Robert Koch-Institut|Institut für Infektionskrankheiten]] sich die Eltern kennengelernt hatten. Sein Bruder [[Walter Kempner (Mediziner, 1903)|Walter]] war Arzt und Mitglied des [[George-Kreis]]es.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Studium und Beginn der juristischen Laufbahn ===&lt;br /&gt;
Während seines [[Rechtswissenschaft|Jurastudiums]] besuchte Robert Kempner in Berlin den Prozess gegen [[Soghomon Tehlirian]]. Der Armenier hatte 1921 in Berlin den früheren [[Osmanisches Reich|osmanischen]] Innenminister [[Talât Pascha]] als einen der Hauptverantwortlichen des [[Völkermord an den Armeniern|Völkermords an den Armeniern]] niedergeschossen. Kempners später geäußerter Ansicht folgend, sei in dem Verfahren zum ersten Mal der Grundsatz zur Anwendung gekommen, dass „Völkermord durchaus von fremden Staaten bekämpft werden könne und keine unzulässige Einmischung in die inneren Angelegenheiten“ sei.&amp;lt;ref&amp;gt;zitiert nach Klaus Wiegrefe: [https://www.spiegel.de/politik/ausland/voelkermord-an-den-armeniern-geschichte-des-grauens-a-1095444.html &amp;#039;&amp;#039;Völkermord an den Armeniern: „Sie mussten sich auskleiden und wurden sämtlich niedergemacht“.&amp;#039;&amp;#039;] In: Spiegel Online, 2.&amp;amp;nbsp;Juni 2016, abgerufen am 2. Juni 2016, Artikel stammt aus der Ausgabe 16/2005(!).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Studium in [[Freiburg im Breisgau]] war Kempner zunächst als [[Staatsanwalt]] in Berlin tätig. 1928 wechselte er ins [[Preußen|preußische]] [[Innenministerium]]. Bereits in dieser Zeit engagierte Kempner sich unter anderem im [[Republikanischer Richterbund|Republikanischen Richterbund]] und warnte vor dem aufkommenden [[Nationalsozialismus]]. Die Versuche, [[Adolf Hitler]] wegen [[Hochverrat]]s vor Gericht zu stellen und die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] nach dem [[Republikschutzgesetz]] verbieten zu lassen, scheiterten vor allem am mangelnden politischen Willen. Während der Regierungszeit [[Heinrich Brüning]]s meinte man, die NSDAP politisch bekämpfen zu müssen, statt juristisch gegen sie vorzugehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Justus Bender: &amp;#039;&amp;#039;Sie hätten Hitler stoppen können. Im Jahr 1930 versuchten preußische Beamte, die NSDAP zu verbieten. Die Regierung lehnte das ab. Sie wollte die Nazis lieber politisch stellen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung&amp;#039;&amp;#039;, 23. März 2025, S. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Rolle spielte damals bereits die Einflussnahme von Hitlers Gesinnungsfreunden in den Behörden, etwa [[Wilhelm Frick]].&amp;lt;ref&amp;gt;Manuel Opitz: [https://www.geo.de/wissen/weltgeschichte/robert-kempner-wollte-die-nsdap-1930-verbieten-lassen-und-scheiterte-35716014.html &amp;#039;&amp;#039;Robert Kempner: Dieser Jurist kämpfte 1930 für ein NSDAP-Verbot. Die Geschichte eines Scheiterns.&amp;#039;&amp;#039;] [[Geo (Zeitschrift)|Geo]], 13. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kempner verfasste in dieser Zeit mehrere Schriften gegen Hitler und den Nationalsozialismus, unter anderem die &amp;#039;&amp;#039;Denkschrift gegen die NSDAP&amp;#039;&amp;#039; (1930)&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Die Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei als staats- und republikfeindliche, hochverräterische Verbindung (§ 129 StGB, § 4 Ziff. 1 RepSchGes., § 86 StGB)&amp;#039;&amp;#039;, in englischer Übersetzung von Robert Kempner veröffentlicht in &amp;#039;&amp;#039;Blueprint of the Nazi Underground Past and Future Subversive Activities.&amp;#039;&amp;#039; Research Studies of the State College of Washington, Vol. XIII, Nr. 2 June 1945, S. 56–130. [https://www.bundesarchiv.de/aktenreichskanzlei/1919-1933/11r/bru/bru1p/kap1_2/kap2_163/index.html &amp;#039;&amp;#039;Dokument Nr. 163: Der Reichswehrminister an den Reichskanzler. 10. November 1930.&amp;#039;&amp;#039;] Fußnote 3, bundesarchiv.de, abgerufen am 16. Mai 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;#039;&amp;#039;Auftakt zum Dritten Reich&amp;#039;&amp;#039; (1932). Das Buch &amp;#039;&amp;#039;Justizdämmerung&amp;#039;&amp;#039; erschien 1932 unter Pseudonym, weil Kempner als Beamter im Preußischen Innenministerium politische Neutralität wahren musste. Kempner hob nach dem Krieg hervor, die Nazi-Diktatur hätte durch ein Verbot dieser Partei vor 1933 verhindert werden können. Im späteren Exil in den USA hätten er und Brüning diese Frage aus der Rückschau eingehend diskutiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Manuel Waltz: &amp;#039;&amp;#039;Wie 1930 versucht wurde, die NSDAP zu verbieten&amp;#039;&amp;#039;. DLF-Zeitfragen, Sendung am 21. Mai 2025. https://share.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.html?audio_id=dira_EC867E20366611F073A148DF3755BF60&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 1933 bis 1945 ===&lt;br /&gt;
Nach der [[Machtergreifung|Machtübergabe]] an die Nationalsozialisten im Januar 1933 wurde Kempner wegen „politischer Unzuverlässigkeit in Tateinheit mit fortgesetztem Judentum“ aus dem Staatsdienst entlassen. Im Jahr 1935 heiratete er [[Ruth Lydia Kempner|Ruth Lydia Hahn]], seine zweite Ehefrau. Kurz darauf wurde Kempner verhaftet. Aufgrund internationaler Proteste wurde er kurz darauf wieder freigelassen und floh nach [[Italien]]. Zusammen mit [[Werner Peiser]] leitete er dort ab April 1936 als Nachfolger von [[Moritz Goldstein]] das [[Landschulheim Florenz]]. Wegen taktlosen Verhaltens gegenüber [[Wolfgang Wasow]], der sich über „Hungerlöhne“ beschwerte, und der Kündigung der Lehrstelle der schwangeren Frau von [[Ernst Moritz Manasse]], da „Schülerinnen und Schülern eine schwangere Lehrerin nicht zugemutet werden könne“, war er dort nicht unumstritten.&amp;lt;ref&amp;gt;Irmtraud Ubbens: &amp;#039;&amp;#039;Das Landschulheim in Florenz.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Kindheit und Jugend im Exil – Ein Generationenthema&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Exilforschung. Ein Internationales Jahrbuch.&amp;#039;&amp;#039; Band 24). edition text + kritik, München 2006, ISBN 3-88377-844-3, S. 130–131.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als die Schule 1938 geschlossen werden musste, konnten Peiser und Kempner noch mit einem Teil der Schüler nach [[Nizza]] ausreisen und dort für kurze Zeit den Schulbetrieb fortsetzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Irmtraud Ubbens: &amp;#039;&amp;#039;Das Landschulheim in Florenz.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Kindheit und Jugend im Exil – Ein Generationenthema&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Exilforschung. Ein Internationales Jahrbuch.&amp;#039;&amp;#039; Band 24). edition text + kritik, München 2006, ISBN 3-88377-844-3, S. 125.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über eine in den USA lebende Freundin seiner Mutter bereitete Kempner seine Übersiedlung in die USA vor, in die er am 1. September 1939 einreisen konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert M. W. Kempner: &amp;#039;&amp;#039;Ankläger einer Epoche.&amp;#039;&amp;#039; S. 147.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war danach in den Vereinigten Staaten Regierungsberater der [[Kabinett Franklin D. Roosevelt|Regierung Roosevelt]] ([[Franklin D. Roosevelt]] war 1933 US-Präsident geworden) und ab 1943 Mitglied der [[United Nations War Crimes Commission]]. 1945 wurde er amerikanischer Staatsbürger; zuvor hatte der [[NS-Staat]] ihn [[Ausbürgerung|ausgebürgert]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Robert M. W. Kempner; Prosecuted Nazis at Nuremberg |Sammelwerk=[[Los Angeles Times]] |Datum=1993-08-18 |Sprache=en |Online=https://www.latimes.com/archives/la-xpm-1993-08-18-mn-24866-story.html |Abruf=2025-08-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nürnberger Prozesse ===&lt;br /&gt;
Als der [[Zweiter Weltkrieg|Zweite Weltkrieg]] in Europa beendet war, wurde Kempner 1945/1946 stellvertretender Hauptankläger der Vereinigten Staaten beim [[Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher]]. Außerdem vernahm er im April und im Mai 1947 den persönlichen Referenten [[Martin Bormann|Bormanns]] von 1943 bis 1945, [[Hans Müller (Jurist, 1906)|Hans Müller]].&amp;lt;ref&amp;gt;Vernehmungen Hans Müller, u.&amp;amp;nbsp;a. durch Dr. Kempner: https://www.ifz-muenchen.de/archiv/zs/zs-1248.pdf&amp;lt;/ref&amp;gt; In den Jahren 1947/1948 übte er dieselbe Funktion im sogenannten [[Wilhelmstraßen-Prozess]] (offizielle Bezeichnung: „The United States of America vs. [[Ernst von Weizsäcker]] et al.“) gegen 21 Beamte des [[Auswärtiges Amt|Auswärtigen Amtes]] aus.&lt;br /&gt;
[[Datei:Grab-Kempner.jpg|mini|[[Parkfriedhof Lichterfelde]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Engagement für die Menschenrechte ===&lt;br /&gt;
Kempner blieb nach Ende seiner Arbeit im Rahmen der Nürnberger Prozesse in [[Deutschland]]. Er ließ sich 1951 als Rechtsanwalt in [[Frankfurt am Main]] nieder. Als Rechtsanwalt beschäftigte er sich in einer Vielzahl von Prozessen mit der [[NS-Zeit]], in denen er als Vertreter der [[Nebenkläger]] für die Bestrafung der Täter eintrat. Mit Hilfe von Zivilprozessen erstritt er Entschädigungen für [[Opfer des Nationalsozialismus]]. Unter anderem vertrat er den Bruder des wegen des [[Reichstagsbrand]]es zum Tode verurteilten [[Marinus van der Lubbe]] im Wiederaufnahmeverfahren. Im [[Eichmann-Prozess]] unterstützte er Anfang der 1960er Jahre die israelischen Ankläger beim Sammeln von Beweismaterial gegen [[Adolf Eichmann]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kempner blieb bis ins hohe Alter mit Publikationen und Büchern politisch aktiv und setzte sich für [[Demokratie]] und [[Menschenrechte]] ein. Ein Brief an den Vorstandssprecher der [[Deutsche Bank|Deutschen Bank]] initiierte letztlich die Entschädigungszahlungen der [[Wirtschaft Deutschlands|deutschen Wirtschaft]] wegen der [[NS-Zwangsarbeit]] (siehe auch: [[Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“]]). Kempner war Mitglied des [[Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold|Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold]]. Er starb im Alter von 93 Jahren in [[Königstein im Taunus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kempner wurde auf dem [[Parkfriedhof Lichterfelde]] in [[Berlin-Lichterfelde]] im Familiengrab neben seinen Eltern und seiner Schwester beigesetzt. Die Grabstätte in der Abt. 4a-2 gehört zu den [[Liste der Ehrengräber in Berlin|Ehrengräbern des Landes Berlin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Kempner ==&lt;br /&gt;
Kritiker werfen Kempner vor, er kehre seine eigene historische Bedeutung zu sehr heraus, und sie kritisieren sein „anekdotenhafte[s] Aus-dem-Gedächtnis-Berichten“, das zu vagen und missverständlichen Formulierungen und zahlreichen Fehlern führte.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Mentel: &amp;#039;&amp;#039;Das Protokoll der Wannsee-Konferenz.&amp;#039;&amp;#039; In: Norbert Kampe, Peter Klein (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Wannsee-Konferenz am 20. Januar 1942 – Dokumente, Forschungsstand, Kontroversen&amp;#039;&amp;#039;. Köln 2013, ISBN 978-3-412-21070-0, S. 123.&amp;lt;/ref&amp;gt; In seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;Eichmann und Komplizen&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Kempner: &amp;#039;&amp;#039;Eichmann und Komplizen.&amp;#039;&amp;#039; Zürich 1961.&amp;lt;/ref&amp;gt; veröffentlichte Kempner das Wannsee-Protokoll erstmals als Faksimile, verwendete aber dabei Montagen von Abschriften und Faksimiles, ohne dies an irgendeiner Stelle offenzulegen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Mentel: &amp;#039;&amp;#039;Das Protokoll der Wannsee-Konferenz.&amp;#039;&amp;#039; In: Norbert Kampe, Peter Klein (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Wannsee-Konferenz am 20. Januar 1942 – Dokumente, Forschungsstand, Kontroversen&amp;#039;&amp;#039;. Köln 2013, ISBN 978-3-412-21070-0, S. 126.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das bot [[Holocaustleugnung|Holocaustleugnern]] Anlass, diese [[Quelle (Geschichtswissenschaft)|Quelle]] anzuzweifeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Leiter der &amp;#039;&amp;#039;Abteilung für Dokumentenkontrolle&amp;#039;&amp;#039; in Nürnberg, Fred Niebergall, gab Kempner eine Blankovollmacht und erlaubte ihm, „Material der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse zu entnehmen und zu behalten für Zwecke der Forschung und des Studiums, für Schreiben und für Vorträge.“ Obwohl eine solche Ermächtigung keine rechtlich haltbare Grundlage „für eine widerrechtliche Aneignung von Staatseigentum“ sein kann, blieben zahlreiche Dokumente bis zu Kempners Tod in seinem Privatbesitz.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Matthäus, Frank Bajohr (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Alfred Rosenberg – Die Tagebücher 1934–1944.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-596-03281-5, S. 32.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch nach 1993 herrschte jahrelang Unklarheit über Umfang und Verbleib von Unterlagen. Dazu gehörten ein Großteil von [[Alfred Rosenberg]]s Tagebuchnotizen, die Kempner wohl für eigene Publikationen hatte nutzen wollen. Für diese „dubiose Aneignung“ bzw. „widerrechtliche Aneignung seines Dokumentenschatzes“ wurde Kempner kritisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Matthäus, Frank Bajohr (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Alfred Rosenberg – Die Tagebücher 1934–1944.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-596-03281-5, S. 33 bzw. 36 sowie Robert K. Wittman, David Kinney: &amp;#039;&amp;#039;Die Rosenberg-Papiere. Die Suche nach den verschollenen Tagebüchern von Hitlers Chefideologen Alfred Rosenberg.&amp;#039;&amp;#039; Wilhelm Heyne Verlag, München 2016, ISBN 978-3-453-20080-7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Magnus Brechtken]] beanstandet, Kempner habe bei „seinen öffentlichen Stellungnahmen zu einzelnen Personen seit Mitte der 1960er Jahre nicht immer die notwendige Sorgfalt aufgebracht, um sich ein quellengestütztes Urteil zu bilden.“ Das habe bei [[Albert Speer|Speer]] und [[Baldur von Schirach|Schirach]] zu „abstrusen Kommentaren“ geführt.&amp;lt;ref&amp;gt;Magnus Brechtken: &amp;#039;&amp;#039;Der Fall Globke.&amp;#039;&amp;#039; In: Magnus Brechtgen u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Nürnberger Gesetze – 80 Jahre danach. Vorgeschichte, Entstehung, Auswirkungen.&amp;#039;&amp;#039; Wallstein Verlag, 2017, ISBN 978-3-8353-3149-5, S. 260–261.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
* Orden [[Polonia Restituta]] 1951&lt;br /&gt;
* Robert Kempner erhielt 1969 die [[Carl-von-Ossietzky-Medaille]]&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm-Leuschner-Medaille]] 1975&lt;br /&gt;
* Er bekam 1984 für sein Lebenswerk das Große [[Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland|Bundesverdienstkreuz]] mit Stern (1969) und Schulterband (1980).&lt;br /&gt;
* 1986 wurde ihm die [[Ehrendoktor]]würde der [[Universität Osnabrück]] verliehen.&lt;br /&gt;
* Auf dem Gebiet des ehemaligen [[Camp King]] in [[Oberursel (Taunus)]] wurde eine Straße nach ihm benannt.&lt;br /&gt;
* Am 10. Todestag Kempners (15.&amp;amp;nbsp;August 2003) wurde eine Straße in [[Berlin-Zehlendorf]] nach ihm benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gedenken ==&lt;br /&gt;
Am 8. März 2026 wurde vor seinem ehemaligen Wohnort, [[Berlin-Lichterfelde]], Potsdamer Straße 58, ein [[Stolperstein]] verlegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Justiz-Dämmerung: Auftakt zum Dritten Reich.&amp;#039;&amp;#039; Unter dem Pseudonym Eike von Repkow. Volksfunk-Verlag, J.H.W. Dietz Verlag, Berlin 1932, {{DNB|572974132}}. Kempner konnte den Beitrag 1932 nur anonym veröffentlichen, da er im preußischen Innenministerium angestellt war. In der Bundesrepublik gab es 1963 einen fotomechanischen Nachdruck im Selbstverlag.&lt;br /&gt;
* mit [[Carl Haensel]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Urteil im [[Wilhelmstraßen-Prozess]].&amp;#039;&amp;#039; Schwäbisch Gmünd 1950, {{DNB|455191344}}.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Adolf Eichmann|Eichmann]] und Komplizen.&amp;#039;&amp;#039; Zürich/Stuttgart/Wien 1961, {{DNB|452379245}}.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Schutzstaffel|SS]] im Kreuzverhör.&amp;#039;&amp;#039; München 1964. Neuauflage: Nördlingen 1987, {{DNB|452379261}}.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Edith Stein]] und [[Anne Frank]]&amp;#039;&amp;#039;. Zwei von Hunderttausend. Die Enthüllungen über die [[Holocaust|NS-Verbrechen]] in Holland vor dem Schwurgericht in München. Die Ermordung der nichtarischen Mönche und Nonnen, Freiburg 1968, {{DNB|457181761}}.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das Dritte Reich im Kreuzverhör.&amp;#039;&amp;#039; Aus den unveröffentlichten Vernehmungsprotokollen des Anklägers Robert M. W. Kempner. München-Esslingen 1969, {{DNB|456489118}}. Neuauflage: Athenäum/Droste Taschenbücher Geschichte, Düsseldorf 1980; mit einer Einführung von [[Horst Möller]]. Herbig, München 2005.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Amerikanische Militärgerichte in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Hans-Jochen Vogel]], [[Helmut Simon (Richter)|Helmut Simon]], [[Adalbert Podlech]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Freiheit des Anderen.&amp;#039;&amp;#039; Festschrift für [[Martin Hirsch (Politiker, 1913)|Martin Hirsch]]. Baden-Baden 1981, ISBN 3-7890-0699-8, S. 145–163.&lt;br /&gt;
* mit [[Jörg Friedrich]]: &amp;#039;&amp;#039;Ankläger einer Epoche. Lebenserinnerungen.&amp;#039;&amp;#039; Ullstein, Frankfurt am Main/Berlin 1983, ISBN 3-550-07961-3; Taschenbuchausgabe: (= &amp;#039;&amp;#039;Ullstein-Buch.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 44076) Ullstein, Frankfurt am Main/Berlin 1986, ISBN 3-548-33076-2 (Das Buch enthält eine ausführliche Quellenauflistung im Anhang).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kempner, Robert&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Werner Röder]], [[Herbert A. Strauss]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Band I: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben&amp;#039;&amp;#039;. München: Saur 1980, ISBN 3-598-10087-6, S. 360 f.&lt;br /&gt;
* Gerhard Jungfer: &amp;#039;&amp;#039;Für Robert Kempner zum 90. Geburtstag&amp;#039;&amp;#039;. Gratulationen zum 90. Geburtstag von Robert M.W. Kempner, [[Friedrich-Ebert-Stiftung]] 1989. (Privatdruck; {{OCLC|914801324}}.)&lt;br /&gt;
* Gerhard Niederstucke: &amp;#039;&amp;#039;Robert M. W. Kempner: Reden zum Kempner-Gedenken in Berlin und Osnabrück aus Anlass seines 100. Geburtstages.&amp;#039;&amp;#039; Osnabrück 2000, ISBN 3-935326-03-3.&lt;br /&gt;
* Rainer Eisfeld, [[Ingo Müller (Jurist)|Ingo Müller]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Gegen Barbarei. Essays Robert M. W. Kempner zu Ehren.&amp;#039;&amp;#039; Athenäum, Frankfurt 1989, ISBN 3-610-08537-1.&lt;br /&gt;
* [[Eckart Conze]], [[Norbert Frei]], Peter Hayes, [[Moshe Zimmermann]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik.&amp;#039;&amp;#039; Karl Blessing Verlag, München 2010, ISBN 978-3-89667-430-2.&lt;br /&gt;
* Dirk Pöppmann: &amp;#039;&amp;#039;Robert Kempner und Ernst von Weizsäcker im Wilhelmstraßenprozess&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Irmtrud Wojak]], [[Susanne Meinl]] (Hrsg.): „Im Labyrinth der Schuld“. Campus, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-593-37373-4.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Robert Kempner&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Horst Göppinger]]: &amp;#039;&amp;#039;Juristen jüdischer Abstammung im „Dritten Reich“&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage. Beck, München 1990, ISBN 3-406-33902-6, S. 343 f.&lt;br /&gt;
* Bernhard Armin Schäfer: &amp;#039;&amp;#039;Denkschrift über Dr. Robert Kempner anlässlich 1700 Jahre jüdischen Lebens in Deutschland 2021 sowie anlässlich des 150. Geburtstages von Frau Prof. Lydia Rabinowitsch-Kempner am 22. August 2021 sowie anlässlich des 75. Jahrestages des Endes des Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher am 01. Oktober 2021.&amp;#039;&amp;#039; Verlag tredition GmbH, Hamburg 2021, ISBN 978-3-347-29539-1 (Hardcover) ISBN 978-3-347-29540-7 (E-Book).&lt;br /&gt;
* Telford Taylor: &amp;#039;&amp;#039;Die Nürnberger Prozesse. Hintergründe, Analysen und Erkenntnisse aus heutiger Sicht&amp;#039;&amp;#039;. Heyne Verlag, München 1992, ISBN 9783453080218.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118561340}}&lt;br /&gt;
* {{DDB|Person|118561340}}&lt;br /&gt;
* [http://lernen-aus-der-geschichte.de/Lernen-und-Lehren/content/4282/2009-10-15-Ewige-Wachsamkeit-ist-der-Preis-der-Freiheit Ewige Wachsamkeit ist der Preis der Freiheit (multimedial)] Texte zu Kempner bei Agentur für Bildung, Geschichte und Politik&lt;br /&gt;
* [https://www.uni-osnabrueck.de/presse_oeffentlichkeit/presseportal/pressemeldung/artikel/robert-kempner-mutiger-warner-unerbittlicher-ermittler-helfer-und-beistand-vortrags-matinee-um.html Ankündigung zur Vortrags-Matinee] der Universität Osnabrück zum 100. Geburtstag von Robert Kempner (1899–1993) am 17. Dezember 1999.&lt;br /&gt;
* [https://www.ghwk.de/en/search?tx_solr%5Bq%5D=Kempner Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz] Texte zur Wannsee-Konferenz und zu Kempner&lt;br /&gt;
* {{Pressemappe|GND=118561340}}&lt;br /&gt;
* [https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/direktlink/bf20c759-9773-4a7c-8c51-26bf806b7a3a/ Nachlass Bundesarchiv N 1470]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118561340|LCCN=n82017995|VIAF=109498307}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kempner, Robert}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NS-Opfer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verwaltungsjurist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Emigrant aus dem Deutschen Reich zur Zeit des Nationalsozialismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ankläger in den Nürnberger Prozessen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsanwalt (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger der Carl-von-Ossietzky-Medaille]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern und Schulterband]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Ordens Polonia Restituta (Ausprägung unbekannt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger der Wilhelm-Leuschner-Medaille]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Ministerialbeamter (Preußen)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Ehrendoktor der Universität Osnabrück]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Geboren 1899]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1993]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kempner, Robert&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Kempner, Robert Max Wasilii&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutsch-amerikanischer Jurist und Rechtsanwalt, Ankläger bei den Nürnberger Prozessen&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=17. Oktober 1899&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=15. August 1993&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Königstein im Taunus]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;OTFW</name></author>
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