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	<title>Ritualmord - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-05-25T06:03:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Überarbeiten}}&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ritualmord&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Tötung eines Menschen als [[Ritual|rituelle]] Handlung. Der Begriff kennzeichnet diese als [[Mord]], setzt also voraus, dass religiöse [[Menschenopfer]] nicht durch gesellschaftlichen Konsens gedeckt sind. Konstruierte [[Ritualmordlegende]]n sind ein klassisches Stereotyp des [[Antisemitismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tötung und Ritual ==&lt;br /&gt;
In der Religionswissenschaft ist „rituelle Tötung“ oft als Oberbegriff für Menschenopfer verwendet worden. Basierend auf [[Walter Burkert]]s Definition von Ritual als kommunikativer Handlung,&amp;lt;ref&amp;gt;W. Burkert: &amp;#039;&amp;#039;Homo necans.&amp;#039;&amp;#039; S. 31–39.&amp;lt;/ref&amp;gt; ist rituelle Tötung als „Tötung, die in einer besonderen Gegebenheit, in einer vorgegebenen und stereotypen Weise und mit einer kommunikativen Funktion irgendeiner Art durchgeführt wird“ definiert worden. Von Menschenopfer sei dagegen dann die Rede, wenn das Opfer einem übermenschlichen Wesen – oder auch einem Toten – dargeboten wird, oder wenn die Tötung eines Menschen in derselben Weise, derselben Gegebenheit und mit derselben rituellen Absicht als die Tötung eines (entsprechenden) [[Tieropfer|Opfertieres]] erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt;D.D. Hughes: &amp;#039;&amp;#039;Human Sacrifice in Ancient Greece.&amp;#039;&amp;#039; S. 3f (Ü.d.V.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritiker dieser Definition weisen darauf hin, dass in jedem Zeitalter der Geschichte und in der Gegenwart rituelle Elemente in jeder Art von Menschentötung zu finden sind, etwa bei [[Hinrichtung]]en, [[Vergeltung]]sakten, Tötungen in Kampfhandlungen.&amp;lt;ref&amp;gt;G. De Luna: &amp;#039;&amp;#039;Il corpo del nemico ucciso&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Wieweit man zeremonielle Hinrichtungen, z.&amp;amp;nbsp;B. [[Selbstmordanschlag|Selbstmordanschläge]], als Ritualmord bezeichnet, hängt von der Art ihrer Ausführung und dem Stellenwert ab, den man religiösen Motiven dabei zumisst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorkommen ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Menschenopfer}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rituelle Tötungen von Menschen kamen in verschiedenen [[Archaische Religion|archaischen Kulten und Religionen]] vor, z.&amp;amp;nbsp;B. bei den [[Azteken]], in [[Indien]] bei der Verehrung der Göttin [[Kali (Göttin)|Kali]], im Kult des [[Moloch (Religion)|Moloch]] im vorisraelitischen [[Kanaan]] u.&amp;amp;nbsp;a. Belege für 20 Fälle von Ritualmord durch Incaprettamento&amp;lt;ref&amp;gt; Incaprettamento ist einer Tötungsmethode, bei der der Hals hinter dem Rücken an die gebeugten Beine gefesselt ist, so dass sie sich selbst erdrosseln.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden vom forensische Pathologe Bertrand Ludes und dem biologischen Anthropologen Eric Crubézy entdeckt, als sie eine vor etwa 20 Jahren in [[Südfrankreich]] entdeckte, [[Neolithikum|neolithische]] Bestattung in [[Saint-Paul-Trois-Châteaux]] im [[Département Drôme]] in [[Frankreich]] und andere europäische Grabstätten erneut untersuchten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hypothese eines prähistorischen Ritualmords wird bei „[[Ötzi]]“, der 1991 gefundenen Gletschermumie aus der [[Kupferzeit]], erwogen. Die Tötung scheint nicht am Fundort der Leiche stattgefunden zu haben. Doch bei ihr fand man zerbrochene Pfeile und ein wertvolles Kupferbeil als Beigaben. Man vermutet daher ein Menschenopfer als Hinrichtung und nachträgliche Ehrung eines Flüchtigen. Könnte man die Ablehnung von Menschenopfern in dieser Gesellschaft nachweisen, wäre dies der älteste bekannte Ritualmord der Geschichte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.innovations-report.de/html/berichte/biowissenschaften_chemie/bericht-7021.html Innovations-Report, 16. Januar 2002: &amp;#039;&amp;#039;Fiel „Ötzi“ einem Ritualmord zum Opfer?&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von einem Ritualmord sprach man bei verschiedenen Einzelmorden im 20. und 21. Jahrhundert:&lt;br /&gt;
* an [[Mordfall Helmut Daube|Helmut Daube]] am 19. November 1928 in [[Gladbeck]],&lt;br /&gt;
* an [[Sharon Tate]] und anderen durch [[Charles Manson]] und die [[Manson Family]],&lt;br /&gt;
* an [[Mordfall von Sondershausen|Sandro Beyer]] 1993 in [[Sondershausen]]&lt;br /&gt;
* beim [[Mordfall von Witten]] am 6. Juli 2001.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/print-wams/article617632/Getrieben-vom-Hass-auf-die-Menschen.html &amp;#039;&amp;#039;Getrieben vom Hass auf die Menschen&amp;#039;&amp;#039;], Welt Online vom 2. Dezember 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Muti-Morde ==&lt;br /&gt;
Im [[Südliches Afrika|südlichen Afrika]] ist [[Muti (Zulu)|Muti]] eine auf Pflanzenmedizin und magischen Praktiken basierende traditionelle Heilmethode. In diesem Zusammenhang begehen manche [[Sangoma]] (Geistheiler), vor allem in der von [[Venda (Ethnie)|Venda]] besiedelten Provinz [[Limpopo (Provinz)|Limpopo]] im Nordosten [[Südafrika]]s, in der Literatur häufig als „Ritualmorde“ bezeichnete Morde zu dem Zweck, dem getöteten Menschen bestimmte Körperteile zu entnehmen, um sie als magische Medizin (&amp;#039;&amp;#039;muti&amp;#039;&amp;#039;) zu verwenden.&amp;lt;ref&amp;gt;Cornelis Roelofse: [https://www.researchgate.net/publication/273382950_Ritual_and_muti_murders_amongst_the_vha-Venda_people_of_South_Africa_An_ethno-criminological_assessment_of_the_phenomenon_and_development_of_a_new_typology &amp;#039;&amp;#039;Ritual and muti murders amongst the vha-Venda people of South Africa: An ethno-criminological assessment of the phenomenon and development of a new typology.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Acta Criminologica.&amp;#039;&amp;#039; Juli 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Schätzungen über die Zahl der als „Muti-Morde“ klassifizierten Tötungsdelikte gehen weit auseinander. Sie liegen nach Angaben von 2008 zwischen 300 Fällen im zurückliegenden Jahrzehnt und 250 „Muti-Morden“ in einem Jahr allein in der Provinz Limpopo.&amp;lt;ref&amp;gt;Louise Vincent: [http://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.520.3865&amp;amp;rep=rep1&amp;amp;type=pdf &amp;#039;&amp;#039;New Magic for New Times: Muti Murder in Democratic South Africa.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Tribes  and  Tribals.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 2, 2008, S. 43–53, hier S. 43.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ritualmordlegenden ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Ritualmordlegende}}&lt;br /&gt;
In sogenannten [[Ritualmordlegende]]n werden gesellschaftlich [[Diskriminierung|diskriminierten]] Minderheiten – meist [[Juden]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Georg R. Schroubek]]: &amp;#039;&amp;#039;Der „Ritualmord“ von Polná – Traditioneller und moderner Wahnglaube.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Rainer Erb|R. Erb]], Michael Schmidt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Antisemitismus und jüdische Geschichte – Studien zu Ehren von Herbert A. Strauss.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1987, S. 149–171.&amp;lt;/ref&amp;gt; – Ritualmorde an Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft unterstellt. Sie dienen zur [[Ehrdelikt|Verleumdung]] der angeblichen Tätergruppe, rechtfertigen und verstärken deren [[Unterdrückung]] und Verfolgung. Ihre [[Kolportage|Kolporteure]] greifen oft unaufgeklärte Entführungs-, Unglücks- oder Tötungsfälle auf, besonders von [[Kind]]ern, und bieten dafür [[Sündenbock|Sündenböcke]] an. Solche [[Legende]]n sind nicht nur als im [[Aberglauben]] verwurzelte [[Volkssage]]n anzutreffen, sondern werden auch von religiösen, staatlichen, regionalen oder lokalen Interessengruppen gezielt zur [[Propaganda]] konstruiert und genutzt. Oft bewirken sie [[Pogrom]]e, [[Lynchjustiz|Lynch-]] und [[Justizmord]]e an den des Ritualmords beschuldigten Gruppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Miranda Aldhouse Green: &amp;#039;&amp;#039;Menschenopfer – Ritualmord von der Eisenzeit bis zum Ende der Antike&amp;#039;&amp;#039; Magnus, Essen 2003, ISBN 3-88400-009-8.&lt;br /&gt;
* Walter Burkert: &amp;#039;&amp;#039;Homo necans. Interpretationen altgriechischer Opferriten und Mythen.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin 1972.&lt;br /&gt;
* Dennis D. Hughes: &amp;#039;&amp;#039;Human Sacrifice in Ancient Greece.&amp;#039;&amp;#039; Routledge, London / New York, 1991.&lt;br /&gt;
* Rainer Erb: &amp;#039;&amp;#039;Drittes Bild: Der Ritualmord.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Julius H. Schoeps]], Joachim Schlör (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bilder der Judenfeindschaft. Antisemitismus – Vorurteile und Mythen.&amp;#039;&amp;#039; Augsburg 1999, ISBN 3-8289-0734-2, S. 74–79.&lt;br /&gt;
* Giovanni De Luna: &amp;#039;&amp;#039;Il corpo del nemico ucciso. Violenza e morte nella guerra contemporanea.&amp;#039;&amp;#039; Einaudi, Torino 2006.&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Lotter]]: Art. &amp;#039;&amp;#039;Ritualmord.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Theologische Realenzyklopädie|Theologisch Realenzyklopädie]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 29.&lt;br /&gt;
* Hannah R. Johnson: &amp;#039;&amp;#039;Blood Libel. The Ritual Murder Accusation at the Limit of Jewish History.&amp;#039;&amp;#039; Ann Arbor 2012, ISBN 978-0-472-02843-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Ritualmord}}&lt;br /&gt;
* [https://www.nationalgeographic.de/geschichte-und-kultur/2024/04/ritualmorde-aus-der-steinzeit-aufgedeckt-grausam Ritualmord durch Incaprettamento]&lt;br /&gt;
* [https://www.welt.de/print-wams/article127646/Droht-in-Schweden-der-naechste-Ritualmord-a-la-Theo-van-Gogh.html Ritualmord-Drohungen von Islamisten]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ritual]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Besondere Strafrechtslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Opfer (Religion)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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