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	<title>Richmodis-Haus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Richmodis-Haus&amp;diff=2837867&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie.</title>
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		<updated>2026-03-09T08:13:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Richmodis-Haus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Geschäftshaus in der [[Köln]]er [[Altstadt-Nord]], am [[Neumarkt (Köln)|Neumarkt]] 8-10/Ecke Richmodstraße 2.&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit dieses Hauses mit einer [[Werksteinmauerwerk|Werksteinfassade]] ist der 1928 erneuerte achteckige Richmodis-Turm, bei dem zwei Pferdeköpfe aus dem oberen Fenster schauen. Diese Pferdeköpfe gehen auf die alte Kölner [[Richmodis-Sage]] über Richmodis von Aducht zurück.&lt;br /&gt;
[[Datei:Richmodishaus, Neumarkt 8-10, Köln-1455.jpg|mini|Richmodis-Haus Köln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehungsgeschichte ==&lt;br /&gt;
Seine Vorgängerbauten sind bis auf das Mittelalter zurückzuverfolgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Am 7. März 1409 erwarb Johann van dem Buchel den Hof „zume Heydenriche“, der ihn 1429 an seine vier Geschwister vererbte. [[Friedrich IV. (Moers)|Graf Friedrich von Moers]] erwarb am 12. September 1440 das Nachbargrundstück „zum Schorensteyne“. Dessen Enkel veräußerten den Hof 1507 an den kaiserlichen [[Rechenmeister]] [[Kölner Patriziat|Nicasius Hackeney]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans Vogts]], &amp;#039;&amp;#039;Weltliche Bauten im alten Köln&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Konrad Adenauer]] (Hrsg.), [[Deutschlands Städtebau]] - Köln, II. Auflage, DARI, Berlin - Halensee, 1925, S. 89&amp;lt;/ref&amp;gt; Umstritten war lange Zeit, ob der Hof „Heydenrich“ bereits 1357 von den Eheleuten Mengi(nu)s von Aducht und Richmodis (geborene von Lyskirchen) bewohnt war -&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Johann Jakob Merlo |Titel=Die Familie Hackeney zu Köln, ihr Rittersitz und ihre Kunstliebe |Verlag=Du Mont-Schauberg |Datum=1863 |Seiten=37 |Online=https://books.google.de/books?id=xGoRAAAAYAAJ&amp;amp;pg=PA37&amp;amp;dq=1357&amp;amp;hl=de |Abruf=2022-07-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; den späteren Hauptakteuren der [[Richmodis-Sage]]. Dies meinten jedenfalls 1839 [[Friedrich Everhard von Mering]] und Ludwig Reischert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Fried Ev von Mering, Ludwig Reischert |Titel=Zur Geischichte der Stadt Köln am Rhein: von ihrer Gründung bis zur Gegenwart |Verlag=J.W. Dietz |Datum=1839 |Seiten=11 |Online=https://books.google.de/books?id=1BAWAQAAMAAJ&amp;amp;pg=PA11&amp;amp;dq=richmodis&amp;amp;hl=de |Abruf=2022-07-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Vielmehr wohnten sie nebenan im Haus „zum Papageyen“ (Neumarkt 6), das dem [[Schreinsbücher|Schreinsbuch]] zufolge seit September 1334 dem Werner von Aducht gehörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Kölner Patriziat|Kölner Patrizier]] Nicasius Hackeney (oder Hackenay) erwarb am 7. März 1507 den Hof „Heydenrich“ von Bürgermeister [[Liste der Kölner Bürgermeister|Johann von Berchem]] – dem Enkel des Grafen Friedrich von Moers – und im Dezember 1508 das Nachbargrundstück „Schor(e)nstein“ und vereinigte beide zu einem Grundstücksareal. Im Auftrage Kaiser Maximilians I.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.koelnisches-stadtmuseum.de/Selbstbewusstes-Buergertum |titel=Kölnisches Stadtmuseum, &amp;quot;Selbstbewußtes Bürgertum&amp;quot; |abruf=2020-11-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thesy Teplitzky |Titel=Geld, Kunst, Macht. Eine Kölner Familie zwischen Mittelalter und Renaissance |Verlag=Greven Verlag |Ort=Köln |Datum=2012 |ISBN=978-3-7743-0604-2 |Seiten=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Leonard Ennen |Titel=Geschichte der Stadt Köln, meist aus den Quellen des Kölner Stadt-Archivs |Band=3. Band |Verlag=L. Schwann’sche Verlagshandlung |Ort=Köln und Neuß |Datum=1869 |Seiten=1013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ließ er hier ein turmgeziertes Anwesen mit Erker, prachtvollen Sälen und Hauskapelle errichten, das später „Hackeney’scher Hof“, „Nicasiushof“, „kayserlicher Hof“, „Caesaris palatium“ („Cäsarpalast“) oder auch – in Anlehnung an die Funktion als kaiserliche Unterkunft – &amp;#039;&amp;#039;Palatium&amp;#039;&amp;#039; genannt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;profane&amp;quot;&amp;gt;Hans Vogts: &amp;#039;&amp;#039;Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln. Die profanen Denkmäler.&amp;#039;&amp;#039; (= [[Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz]]. 7. Band, IV. Abteilung) L. Schwann, Düsseldorf 1930, S. 517–522 (Nachdruck: Pädagogischer Verlag Schwann, Düsseldorf 1980, ISBN 3-590-32102-4)&amp;lt;/ref&amp;gt; Es sollte als Residenz für den Kaiser dienen. Der fast 200 Fuß (61 Meter) breite dreiflügelige Palast mit einem 28 Meter hohen achtseitigen Wendeltreppenturm besaß einen zum Neumarkt offenen Vorhof. Es war der erste Turm dieser Art in Köln, dem weitere folgten; sie dienten damals überwiegend als Statussymbol. Architektonisch stand das Gebäude, dessen Pläne wohl von den niederländischen Hofarchitekten stammten, am Übergang von der Spätgotik zur niederländischen Frührenaissance. Der Fußboden bestand aus einem reich verzierten Mosaik mit Schild und Helm&amp;lt;ref&amp;gt;Gisela Matthes, &amp;#039;&amp;#039;Der Lettner von St. Maria im Capitol zu Köln von 1523&amp;#039;&amp;#039;, 1967, S. 67.&amp;lt;/ref&amp;gt; im Wechsel mit dem Wappen der Familie Hackeney&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thesy Teplitzky |Titel=Geld, Kunst, Macht. Eine Kölner Familie zwischen Mittelalter und Renaissance, Seite 30-31 |Verlag=Greven-Verlag |Ort=Köln |Datum=2012 |ISBN=978-3-7743-0604-2 |Seiten=30-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. In der hofeigenen Hauskapelle hing ein 1515 von [[Joos van Cleve]] angefertigtes Altargemälde, das sich heute im [[Wallraf-Richartz-Museum &amp;amp; Fondation Corboud]] befindet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Herion&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Dieter Herion |Titel=Als über Köln noch Hexen flogen: und andere historische Geschichten über berühmte Kölner. Zweite, erweiterte Auflage mit Vorwort von Prof. Hiltrud Kier |Verlag=BoD – Books on Demand |Datum=2008 |ISBN=978-3-8334-8775-0 |Seiten=137 |Online=https://books.google.de/books?id=l8ULUl5UeBEC&amp;amp;pg=PA137&amp;amp;dq=joos |Abruf=2022-07-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gebäudekomplex war so umfangreich wie kein zweiter Edelsitz in Köln.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Johann Jakob Merlo |Titel=Die Familie Hackeney zu Köln, ihr Rittersitz und ihre Kunstliebe |Verlag=Du Mont-Schauberg |Datum=1863 |Seiten=40 |Online=https://books.google.de/books?id=xGoRAAAAYAAJ&amp;amp;pg=PA40&amp;amp;hl=de |Abruf=2022-07-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt Hinweise auf eine Mitfinanzierung des Anwesens durch [[Maximilian I. (HRR)|Maximilian I.]] und die Stadt Köln.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Herion&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bauherr Nicasius Hackeney hat wohl die langwierige Fertigstellungsphase selbst nicht mehr erlebt, als er im Jahre 1518 verstarb. Vielmehr dürfte die Einweihung des umfangreichen Anwesens erst Anfang 1520 zu vermuten sein.&amp;lt;ref&amp;gt;Architekten- und Ingenieurverein für Niederrhein und Westfalen, &amp;#039;&amp;#039;Köln und seine Bauten&amp;#039;&amp;#039;, 1984, S. 140&amp;lt;/ref&amp;gt; Da Hackeney kinderlos blieb, verfügte er in seinem Testament vom 12. Juni 1518&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Johann Jakob Merlo |Titel=Die Familie Hackeney zu Köln, ihr Rittersitz und ihre Kunstliebe |Verlag=M. DuMont-Schaubergsche Buchhandlung |Ort=Köln |Datum=1863 |Seiten=55}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, dass nicht seine Witwe „Stinchen“ Hardenrath, sondern sein jüngerer Bruder Georg Hackeney das Anwesen erben sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Gisela Matthes, &amp;#039;&amp;#039;Der Lettner von St. Maria im Capitol zu Köln von 1523&amp;#039;&amp;#039;, 1967, S. 9 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das palastartige Anwesen erfüllte seine ursprüngliche Funktion, denn hierin übernachtete Kaiser [[Karl V. (HRR)|Karl V.]] am 29. Oktober 1520 und 5. Januar 1531.&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Jakob Merlo, &amp;#039;&amp;#039;Die Familie Hackeney zu Köln&amp;#039;&amp;#039;, 1863, S. 61.&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben diesen offiziellen Besuchen weilte der Kaiser im Palast auch bei seinen zahlreichen inoffiziellen Aufenthalten. „So oft Kaiser Karl und Kaiser Ferdinand nach Köln kamen, haben sie in dem Hackeney’schen Palast gelegen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Leonard Ennen, &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Stadt Köln&amp;#039;&amp;#039;, 1875, S. 572.&amp;lt;/ref&amp;gt; Lediglich am 10. Juni 1550 wohnte Karl im Haus des Bürgermeisters Arnold von Siegen am Holzmarkt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hermann von Weinsberg |Titel=Das Buch Weinsberg |Verlag=J.P. Bachem Verlag |Ort=Köln |Datum=1990 |ISBN=3-7616-1019-X |Seiten=213}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Bruder von Kaiser Karl V., [[Ferdinand I. (HRR)|Ferdinand I.]], übernachtete hier ab 5. Januar 1531, als er sich wegen seiner anstehenden Wahl zum [[Römisch-deutscher König|römisch-deutschen König]] in Köln aufhielt. Auf der [[Kölner Stadtansicht von 1531]] des [[Anton Woensam]] ragt der Turm des Palastes als „C. Pallacivs“ vor St. Aposteln in den Kölner Himmel und auf der [[Kölner Stadtansicht von 1570]] des [[Arnold Mercator]] trägt die benachbarte Straße die Bezeichnung „Casius gaß“ (nach Nicasius). Das Gebäude fand mehrfach Erwähnung in zeitgenössischen Darstellungen, so etwa in den Aufzeichnungen des [[Hermann von Weinsberg]] und im &amp;#039;&amp;#039;Loblied auf Köln&amp;#039;&amp;#039; von [[Johann Haselberg]] aus dem Jahr 1531: &amp;#039;&amp;#039;„Das hauss was bawen von grosem luscht: Des Keysers hoff heischt es nit umb sunst. Ein zierlicher durn darinnen stath, Da uber siecht man die gantzen stat;“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Köln im Jahre 1531. Das Lobgedicht Johann Haselbergs auf die Stadt Köln, von J. J. Merlo.&amp;#039;&amp;#039; [[s:Köln im Jahre 1531|Digitalisat auf Wikisource]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Erbschaft durch Georg Hackeney wechselten die Eigentumsverhältnisse häufig. Georg verstarb im Jahre 1524, und die drei Nichten des Nicasius walteten hier;&amp;lt;ref&amp;gt;Helmut Signon, &amp;#039;&amp;#039;Wie war zu Köln es doch vordem&amp;#039;&amp;#039;, 1972, S. 142&amp;lt;/ref&amp;gt; seit dem 8. August 1583 sind Cathrine Hackeney, ihre Tochter und Ulrich Klippinck zu je einem Drittel Eigentümer, am 1. März 1589 ist mit Sibilla Hackeney (daneben Johannes und Constantin von [[Lyskirchen]]) letztmals das Anwesen im Besitz der Familie Hackeney grundbuchlich vermerkt. Die beiden Pferdeköpfe im Turm sind frühestens seit 1687 bezeugt, werden jedoch in einer Zeichnung aus 1858 im Fenster vom Haus am Neumarkt Nr. 10 gezeigt. Die hölzernen Pferdeköpfe des Neugotikers Christoph Stephan (1797–1864)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Peter Bloch |Titel=Skulpturen des 19. Jahrhunderts im Rheinland |Verlag=Schwann |Datum=1975 |ISBN=978-3-590-30231-0 |Seiten=24 |Online=https://books.google.de/books?hl=de&amp;amp;id=4WPqAAAAMAAJ&amp;amp;dq=pferdek%C3%B6pfe |Abruf=2022-07-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verbrannten im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der östliche Teil diente 1725 bis 1737 als Wohnung des päpstlichen [[Nuntius]]. Zur Zeit der französischen Besatzung erhielt dieser einen Kasinosaal; bereits seit dem 18. Jahrhundert sind „weitestgehende Erneuerungen“ des Gebäudes verzeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;profane&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründerzeit ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Köln, Englischer Hof Neumarkt 10, 1822.jpg|mini|Neumarkt 8 – Gasthof „Englischer Hof“ (1822)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Köln - Hackenay Prager Hof Lithografie Samuel Prout 1824.jpg|mini|Neumarkt 10 – „Prager Hof“ (1824); (nach Vogt „wohl stark phantastische, malerische Zeichnung“)]]&lt;br /&gt;
In der [[Franzosenzeit]] erhielt der Gesamtkomplex ab 1798 die [[4711#Geschichte_der_Hausnummer_4711|Hausnummern 4798]] (heute Neumarkt 10) und 4799 (Neumarkt 8). Die zwei Hausnummern wiesen auf eine Teilung des Anwesens mit derart wesentlichen baulichen Veränderungen hin, dass die ursprüngliche architektonische Gestaltung nicht mehr erkennbar ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Jakob Merlo, &amp;#039;&amp;#039;Die Familie Hackeney zu Köln&amp;#039;&amp;#039;, 1863, S. 41.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu den Umbauten des 18. Jahrhunderts im Inneren kam 1837 eine klassizistische Fassade. Im linken Teil gab es seit etwa 1800 den Gasthof „Zur Stadt Prag“ (Nr. 4798) der Eheleute Selb, während der rechte Teil seit März 1823 das Hotel „Zum Englischen Hof“ (Nr. 4799) des Hoteliers Bartholomäus Taurel beherbergte. Zwischen den beiden Gebäuden stand der 28 m hohe Treppenturm. Vor der Erneuerung des Turmes gehörte der Richmodisturm zu einem von zwei noch erhaltenen, so genannten &amp;#039;&amp;#039;Rittertürmen&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Vogts, &amp;#039;&amp;#039;Weltliche Bauten im alten Köln&amp;#039;&amp;#039;, in: Konrad Adenauer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Deutschlands Städtebau - Köln&amp;#039;&amp;#039;, II. Auflage, DARI, Berlin - Halensee, 1925, S. 86–87&amp;lt;/ref&amp;gt; die besonders im 15. und 16. Jahrhundert auch in Privathäuser integriert wurden. Den Turm des Nicasiushofes verzierten die Wappen der [[Habsburgermonarchie|Habsburger Kaiser]] und die des Erbauers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der „Englische Hof“ war auch die Unterkunft für viele Engländer, so wohl auch für den englischen Maler [[Samuel Prout]]. Seine Lithografie des Anwesens entstand auf einer seiner vielen Reisen. Der Prager Hof wurde 1836 wegen des Baus der Richmodstraße abgerissen. Joseph Felten errichtete 1837 das mit den Vorgängerbauten nicht mehr vergleichbare, viel kleinere Richmodis-Haus in Nr. 8–10,&amp;lt;ref&amp;gt;Günter Meissner, &amp;#039;&amp;#039;Allgemeines Künstlerlexikon&amp;#039;&amp;#039;, 2003, S. 128&amp;lt;/ref&amp;gt; wo am 6. Januar 1838 der Komponist [[Max Bruch]] zur Welt kam, der im März 1852 die von ihm komponierte erste Sinfonie f-Moll der Öffentlichkeit vorstellte.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Fuchs (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Chronik zur Geschichte der Stadt Köln&amp;#039;&amp;#039;, Band 2, 1991, S. 142&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Gebäude samt Turm wurde im Jahre 1928 niedergelegt. Das Areal gehörte inzwischen der Firma „P. G. Heuser’s Söhne“, die den Architekten [[Paul Bonatz]] mit der Erhaltung der ehemaligen Fassade und dem Neubau eines Turmes beauftragte. Der Komplex wurde 1929 fertiggestellt. Der Architekt gab dem neuen Bau „eine geschickte Gliederung, die ihn einmal viel kleiner und dann fast gotisch anmuten ließ – eine Bezugnahme auf den sagenumwobenen Ursprungsbau“, wie der Architekturhistoriker [[Wolfram Hagspiel]] anmerkte.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfram Hagspiel: &amp;#039;&amp;#039;Großbauten und Privathäuser 1927 bis 1933,&amp;#039;&amp;#039; in: &amp;#039;&amp;#039;Köln. Seine Bauten 1928–1988.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben vom Architekten- und Ingenieurverein Köln e.&amp;amp;nbsp;V. von 1875. Bearb. und zusammengestellt von Heribert Hall. J. P. Bachem Verlag, Köln 1991, ISBN 3-7616-1074-2, S. 70&amp;lt;/ref&amp;gt; Mindestens seit 1905 waren in dem Gebäude die Geschäftsräume der Firma Heuser&amp;#039;s Söhne Manufakturgroßhandlung untergebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Adressbuch für die Stadt Köln 1905&amp;#039;&amp;#039;, Kölner Adressbuchverlag Anton Carl Greven, Köln 1905, III. Teil, S. 343&amp;lt;/ref&amp;gt; Mehrfach wurden bereits in dieser Zeit einzelne Gebäudeteile rekonstruiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Rekonstruktion waren in dem Gebäude mindestens seit 1930 die [[Gebr. Alsberg AG]] Warenhausgesellschaft, die Gebrüder Alsberg Textilgroßhandlung und die Einkaufszentrale der [[Leonhard Tietz|Leonhard Tietz AG]] untergebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Adressbuch für die Stadt Köln 1930&amp;#039;&amp;#039;, Kölner Adressbuchverlag Anton Carl Greven, Köln 1930, IV. Teil, S. 467&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Richmodisturm Köln (3615-17).jpg|mini|hochkant|Richmodisturm]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektur ==&lt;br /&gt;
Der ursprünglich dreiflügelige Bau umschloss einen Vorhof am Neumarkt. Beide Flügel waren mit [[Zinne]]n und Eckwarten verziert. Charakteristisches Bauelement war ein dreiseitiger [[Erker]] zum Neumarkt, dessen Schlussstein des inneren Gewölbes mit dem Hackeneyschen Wappen – einem springenden Ross – verziert war. Seitlich zur Olivengasse hin war eine kleine Kapelle angebaut. Ein 103 Fuß hoher Turm mit einem geschweiften Turmhelm, der die Hofanlage bekrönte, trug als Verzierung das kaiserliche Wappen. Im ersten Stock befanden sich die 4 m hohen Repräsentationsräume mit zum Teil prunkvollen Kaminen und mit Glasmalereien verzierten [[Oberlicht]]ern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Die Richmodis-Sage.jpg|Auf dem Kupferstich von 1650 wird die Richmodis-Legende dargestellt, die sich an das gegenüberliegende Haus „Zum Papageien“ knüpft. Oben links ist der Hackeneysche Hof abgebildet.&lt;br /&gt;
 Köln-Neumarkt-Ausschnitt-MERCATOR-PLAN 1571.jpg|Darstellung des Richmodisturmes (Bildmitte) auf dem [[Gerhard Mercator|Mercator]]-Plan von 1571&lt;br /&gt;
 Neumarkt Köln 1903.jpg|Neumarkt mit dem Richmodisturm (rechts, Vorgängerbau 1903)&lt;br /&gt;
 Köln - Neumarkt Richmodishaus.jpg|Richmodishaus (vor 1911)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Neuzeit ==&lt;br /&gt;
Das im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] fast völlig zerstörte Richmodis-Haus wurde nach seinem Wiederaufbau mehrfach renoviert, die verbliebenen Reste – Turm und Teile der Fassade sowie die Gedenktafel für Max Bruch – stehen seit dem 29.&amp;amp;nbsp;Januar 1986 unter [[Denkmalschutzgesetz (Nordrhein-Westfalen)|Denkmalschutz]] (Denkmalnummer 3421).&amp;lt;ref name=&amp;quot;denkmal3421&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.bilderbuch-koeln.de/Denkmale/3421 |text=&amp;#039;&amp;#039;Turm des Richmodishauses und Fassadenreste&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20170818093330}} Text der Unterschutzstellung des Stadtkonservators auf bilderbuch-koeln.de abgerufen am 18.&amp;amp;nbsp;August 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die heutigen Pferdeköpfe am Treppenturm stammen aus dem Jahr 1958 und wurden vom Bildhauer [[Wilhelm Müller-Maus]] gestaltet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Beatrix Alexander |url=https://www.museenkoeln.de/portal/bild-der-woche.aspx?bdw=2008_42 |titel=Bild der Woche: &amp;quot;E jot Päd es Jold wät&amp;quot; 1) |werk=museenkoeln.de |datum=2008-10 |sprache= |abruf=2022-07-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Kölner Sagen und Geschichten&amp;#039;&amp;#039; von Yvonne Plum, Bachem-Verlag, Köln 2009, ISBN 978-3-7616-2289-6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 2. Oktober 1989 begann man mit weiteren Umbauarbeiten, die 1991 endeten. Seit Oktober 1990 beherbergte das Richmodis-Haus das Modehaus [[SinnLeffers]], das im Februar 2010 insolvenzbedingt schloss. Neue Mieter sind heute unter anderem [[TK Maxx]], [[Gries Deco Holding]] („Depot“) und [[Lidl]]. Weitere Umbauarbeiten führten 2011 zu einer Erneuerung der Natursteinfassade mit [[Ettringen (Eifel)|Ettringer]] [[Tuff]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
Das heutige Richmodis-Haus liegt am Neumarkt 8-10, in der Nähe befindet sich die [[Einkaufsstraße]] [[Schildergasse]]. Die [[Stadtbahn Köln]] bedient den naheliegenden [[U-Bahnhof Neumarkt]] und die oberirdischen Haltestellen auf dem Neumarkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hans Vogts]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Kunstdenkmäler der Stadt Köln. Die profanen Denkmäler.&amp;#039;&amp;#039; (= [[Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz]], 7. Band, IV. Abteilung) L. Schwann, Düsseldorf 1930, S. 517–522 (Nachdruck: Pädagogischer Verlag Schwann, Düsseldorf 1980, ISBN 3-590-32102-4).&lt;br /&gt;
* Hans Vogts: &amp;#039;&amp;#039;Das Kölner Wohnhaus bis zur Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts.&amp;#039;&amp;#039; (= Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Heimatschutz, Jahrbuch 1964–65), Gesellschaft für Buchdruckerei, Neuss 1966, 2 Bände.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Richmodishaus und Richmodisturm}}&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv|url=http://www.bilderbuch-koeln.de/Denkmale/3421|wayback=20170818093330|text=bilderbuch-koeln.de: Turm des Richmodishauses und Fassadenreste}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|article=/|NS=50/56/12.448555/N|EW=6/56/52.81786/E|type=landmark|region=DE-NW}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Altstadt-Nord]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut in den 1920er Jahren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baudenkmal in Köln]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Turm in Köln]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk der Moderne in Köln]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Turm in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rekonstruiertes Bauwerk in Köln]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschäftshaus in Köln]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neumarkt (Köln)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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