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	<title>Richerzeche - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Richerzeche&amp;diff=1252010&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Wischmat am 30. Dezember 2025 um 12:25 Uhr</title>
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		<updated>2025-12-30T12:25:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Bild:Machtverteilung-12-Jh-Köln.png|thumb|upright=1.40|Machtverteilung im Köln des 12. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
Im 12. Jahrhundert gründete sich in [[Köln]] die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Richerzeche&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; als eine weltliche [[Bruderschaft]] und regierte die Stadt als eine Genossenschaft der Mächtigen und Reichen (rychen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.zeno.org/Wander-1867/A/Richerzeche |titel=Richerzeche |werk=zeno.org |abruf=2023-12-19 |kommentar=Abschrift aus: Karl Friedrich Wilhelm Wander (Hrsg.): Deutsches Sprichwörter-Lexikon, Band 3. Leipzig 1873, Sp. 1668.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) durch von ihr selbst ernannte Vertreter. Die Richerzeche verlor ihre Macht in der Mitte des 14. Jahrhunderts kurzfristig an die mächtigen [[Gaffel (Köln)|Kölner Weber]], kehrte aber 1370/71 in ihre Ämter zurück. Mit dem [[Kölner Rat bis 1796#Verbundbrief|Kölner Verbundbrief]] endete ihre Macht 1396 endgültig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Entstehung ===&lt;br /&gt;
Die erste Verwaltung der Stadt war ein aus den &amp;#039;&amp;#039;Geschlechtern&amp;#039;&amp;#039; des [[Kölner Patriziat]]s gebildetes Gremium, zu dem andere Gesellschaftsschichten keinen Zugang hatten. Nach der ersten [[Stadtmauer (Köln)|Stadterweiterung]] 1106 ([[Niederich (Köln)|Niederich]], [[Oversburg]]) und der im Jahre 1182 folgenden wurden die bis dahin noch selbstständigen &amp;#039;&amp;#039;Sondergemeinden&amp;#039;&amp;#039; der Stadt angegliedert. Dem Anliegen der dort ansässigen wohlhabenden Familien, nun einen Anteil an der Stadtverwaltung zu haben, kam das [[Schöffe (historisch)|Schöffenkollegium]] nach, indem es sich mit diesen zu einer so bezeichneten &amp;#039;&amp;#039;Bruderschaft&amp;#039;&amp;#039; zusammenschloss, der &amp;#039;&amp;#039;Richerzeche&amp;#039;&amp;#039;. Die genaue Entstehungszeit ist umstritten; der erste urkundliche Beleg wird heute auf das Jahr 1183/1184 datiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Fuchs: Chronik zur Geschichte der Stadt Köln, Band I, 1990, S. 122.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Macht der Bruderschaft ===&lt;br /&gt;
[[Bild:Johann-Lyskirchen-1595-Bürgermeister-von-Köln-016.jpg|thumb|upright|Johann [[Lyskirchen]], um 1595 in traditioneller [[Amtstracht]] ([[Kölnisches Stadtmuseum|Zeughaus Köln]])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach ihrer Entstehung hatte sich die &amp;#039;&amp;#039;Bruderschaft der Richerzeche&amp;#039;&amp;#039; nach und nach eine Anzahl kommunaler [[Recht|Befugnisse]] angeeignet, ohne eine städtische [[Behörde]] im eigentlichen Sinne zu sein. So übte sie die Marktaufsicht aus, sie verlieh das [[Zunft]]recht (erstes Zunftrecht erhielten die Kaufleute der [[Gaffel (Köln)|Gaffel]] Eysenmarkt) und vergab auch die Bürgerrechte. Die beiden Vorsteher der &amp;#039;&amp;#039;Richerzeche&amp;#039;&amp;#039; waren die aus ihren Mitgliedern auf ein Jahr gewählten [[Liste der Kölner Bürgermeister|Bürgermeister]], von denen einer immer dem Schöffenkolleg angehörte und das [[Siegel|Stadtsiegel]] führte. Somit waren sie die [[Exekutive|Exekutivbeamten]] der Stadt. Mit diesen gehörten zum obersten Gremium der Richerzeche auch die so genannten &amp;#039;&amp;#039;Amtleute&amp;#039;&amp;#039;, die ehemaligen Bürgermeister.&amp;lt;ref&amp;gt;Bürgermeister hatten eine Amtszeit von einem Jahr und mussten dann zwei Jahre pausieren. Danach konnten sie erneut gewählt werden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses Gremium regierte und repräsentierte, in engem Verbund mit dem Schöffenkolleg und dem Rat, die Stadt. Die Bürgermeister trugen als Zeichen ihrer Amtswürde einen weißen Stab und im Gegensatz zu den ganz schwarz gekleideten [[Ratsherr]]en eine violett oder rot gestreifte [[Amtstracht]]. Ein Anrecht auf Mitgliedschaft in der Richerzeche gab es nicht. Voraussetzung für eine Aufnahme war die Zugehörigkeit zu den wohlhabenden angesehenen Familien der Stadt. Im 14. Jahrhundert verlor die Bruderschaft zunehmend an Einfluss im [[Kölner Rat bis 1796|Rat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verfall der Macht ===&lt;br /&gt;
Ausgelöst durch Fehlverhalten ihrer Spitzenkräfte in &amp;#039;&amp;#039;Amt und Würden&amp;#039;&amp;#039;, also der amtierenden und ehemaligen Bürgermeister, schwand ihr Ansehen. So wurde der [[Periodizität|turnusmäßig]] ausgeschiedene, nun als Beisitzer der städtischen [[Kölner Rentkammer]] [[Ernennung|bestallte]], &amp;#039;&amp;#039;Rudger Hirzelin von Grine&amp;#039;&amp;#039; beschuldigt, städtische Gelder veruntreut zu haben. Er wurde noch im selben Jahr hingerichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Dietmar: &amp;#039;&amp;#039;Die Chronik Kölns&amp;#039;&amp;#039;. Chronik-Verlag, Dortmund 1991, ISBN 3-611-00193-7, S.&amp;amp;nbsp;119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Bild:Köln-Weberschlacht-1371.jpg|mini|upright|Weberschlacht, 1371. (Holzschnitt aus der Koehlhoffschen Chronik)]]Nach ständig anwachsendem politischem Druck fiel es den Beteiligten des [[Kölner Weberaufstand|Weberaufstandes]] nicht schwer, die Auflösung des unbeliebten herrschenden Gremiums durchzusetzen. So hieß es in der Erklärung der Amtleute Mitte 1370, dass&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|das Amt der Richerzeche aus eigenem, freien, guten Willen, ungedrängt und ungezwungen und zum gemeinen Besten der Stadt Köln seine Rechte und Besitztümer mit allem Zubehör auf ewige Zeiten in die Hände des Rates übergebe.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Abkommen hatte jedoch nur kurzen Bestand. Die kurze Herrschaft der in der mächtigsten Zunft der Stadt, dem &amp;#039;&amp;#039;Wollenamt&amp;#039;&amp;#039;, organisierten [[Weber]] endete im Jahr 1371. Die gedemütigten [[Kölner Patriziat|Patrizier]] verbündeten sich mit den Kaufleuten und Gaffeln und nahmen im Lauf einer [[Eskalation|eskalierenden]] Straßenschlacht, dem [[Kölner Weberaufstand]], in der Nähe des Waidmarktes [[Rache]] an ihren politischen Widersachern. Selbst schon Besiegte wurden noch erschlagen, andere mit ihren Familien aus der Stadt vertrieben und ihre Vermögen beschlagnahmt. Das [[Regime]] der &amp;#039;&amp;#039;Richerzeche&amp;#039;&amp;#039; übernahm erneut die Macht in Köln, hatte aber nicht mehr die anfängliche Machtfülle und verlor ihre Ämter endgültig im Jahr 1396.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Carl Dietmar]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Chronik Kölns&amp;#039;&amp;#039;. Chronik-Verlag, Dortmund 1991, ISBN 3-611-00193-7, S.&amp;amp;nbsp;121.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ende der Richerzeche ===&lt;br /&gt;
[[Bild:Ausschnitt-Kölner-Verbundbrief-058 sj2.jpg|thumb|upright=1.4|Ausschnitt des [[Geschichte Kölns#Der Verbundbrief von 1396|Kölner Verbundbriefes]]&amp;lt;br /&amp;gt;(Kölner Stadtmuseum)]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Richerzeche&amp;#039;&amp;#039; bildete die Vorstufe eines gewählten städtischen Rates. Nach dem erzwungenen Machtwechsel von 1396 durch die Zünfte wurde die Zweiteilung des engen und des weiten Rates ersetzt durch die Bildung eines einheitlichen [[Magistrat (Deutschland)|Magistrates]]. Dieses Kollegium bestand aus 36 Herren, die den einzelnen Gaffeln vorstanden und von diesen berufen wurden. Die so Erwählten ernannten ergänzend noch 13 Herren (Gebrech) aus den Gaffeln.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Dreesmann: &amp;#039;&amp;#039;Verfassung und Verfahren der Kölner Ratsgerichte&amp;#039;&amp;#039;, 1959, S.&amp;amp;nbsp;11,&amp;amp;nbsp;14&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
So befreiten sich Köln und seine Bürger von dem Machtanspruch der Geschlechter und gaben sich 1396 mit dem [[Geschichte Kölns#Der Verbundbrief von 1396|Verbundbrief]] ihre erste [[Ständeordnung|ständische]] [[Verfassung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Novellierung des Verbundbriefes ===&lt;br /&gt;
Mangelnde [[Transparenz (Politik)|Transparenz]] im Wirken des Rates, seine [[Nepotismus|Vetternwirtschaft]] und [[Rechtsbeugung|Rechtsbrüche]] mehrten sich derart, dass es 1512/13 zum Aufstand der [[Gaffel (Köln)|Gaffeln]] kam. Der amtierende Rat wurde entmachtet, [[Korruption|korrumpierte]] Mitglieder desselben wurden ausgestoßen. Die Aufständischen wählten 178 Vertrauensleute, die sogenannte &amp;#039;&amp;#039;Große Schickung&amp;#039;&amp;#039;, welche die Macht in der Stadt übernahm. Zehn der führenden Ratsherren wurden auf dem [[Heumarkt (Köln)|Heumarkt]] öffentlich [[Enthauptung|enthauptet]], unter ihnen der Ratsherr Diederich Spitz und die Bürgermeister Johann von Berchem, &amp;#039;&amp;#039;Johann Rheidt&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Johann Oldendorp&amp;#039;&amp;#039;. Mit diesem rigorosen Vorgehen und den dann folgenden Ergänzungen des &amp;#039;&amp;#039;Verbundbriefes&amp;#039;&amp;#039; durch den sogenannten &amp;#039;&amp;#039;Transfixbrief&amp;#039;&amp;#039; verhinderte der Aufstand einen Rückfall in ähnliche Eigenmächtigkeiten wie die der Geschlechter vor 1396.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verbund- und &amp;#039;&amp;#039;Transfixbrief&amp;#039;&amp;#039; bildeten über Jahrhunderte das „Grundgesetz“ der Freien Reichsstadt Köln und gelten als die erste bürgerliche Verfassung.&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Dietmar: &amp;#039;&amp;#039;Die Chronik Kölns&amp;#039;&amp;#039;. Chronik-Verlag, Dortmund 1991, ISBN 3-611-00193-7, S.&amp;amp;nbsp;154.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Geschichte Kölns]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Carl Dietmar]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Chronik Kölns&amp;#039;&amp;#039;. Chronik-Verlag, Dortmund 1991, ISBN 3-611-00193-7.&lt;br /&gt;
* Klaus Dreesmann: &amp;#039;&amp;#039;Verfassung und Verfahren der Kölner Ratsgerichte&amp;#039;&amp;#039;. Hochschulschrift, Essen 1959. (Dissertation; [[Universität zu Köln]], Rechtswissenschaftliche Fakultät)&lt;br /&gt;
* [[Manfred Groten]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Kölner Richerzche im 12. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Rheinische Vierteljahrsblätter]], Jg. 48, 1984, S. 34–85. ([https://www.mgh-bibliothek.de/dokumente/a/a047956.pdf Digitalisat auf mgh-bibliothek.de], abgerufen am 19. Dezember 2023)&lt;br /&gt;
* Wolfgang Peters: &amp;#039;&amp;#039;Zum Alter der Kölner Richerzeche. Methodische Anmerkungen zu einigen neueren Studien zur Kölner Stadtgeschichte des 12. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;. In: Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins, Bd. 59, No. 1, Dezember 1988. ([https://www.vr-elibrary.de/doi/abs/10.7788/jbkgv.1988.59.1.1?journalCode=jbkgv Online auf vr-elibrary.de], abgerufen am 19. Dezember 2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Köln im Mittelalter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Patriziergesellschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bruderschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Patriziat (Köln)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wischmat</name></author>
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