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	<title>Richard Wilberforce, Baron Wilberforce - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Gelegenheits-Wikipedianer: /* Weblinks */ Vorlagenfix, es war wikisource, nicht wikiquote (und Linkfix nach Verschiebung dort)</title>
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		<updated>2022-05-05T11:48:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks: &lt;/span&gt; Vorlagenfix, es war wikisource, nicht wikiquote (und Linkfix nach Verschiebung dort)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Intern. Juristen Congres in Congresgebouw, Den Haag mr. Bos , Wilberforce, mevr., Bestanddeelnr 923-7741.jpg|mini|Bos, Wilberforce, Argnas, Polak &amp;amp; Voous (1970)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Richard Orme Wilberforce, Baron Wilberforce&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; [[Knight Bachelor|Kt]], [[Order of St. Michael and St. George|CMG]], [[Order of the British Empire|OBE]], [[Privy Council|PC]], [[Kronanwalt|QC]] (* [[11. März]] [[1907]] in [[Jalandhar]], [[Indien]]; † [[15. Februar]] [[2003]] in [[London]]) war ein [[Vereinigtes Königreich|britischer]] Jurist. Er war zwischen 1932 und 1982 sowohl als Anwalt als auch als Richter tätig und von 1964 bis 1982 als [[Lordrichter]] Mitglied des [[House of Lords]]. Daneben hatte er zahlreiche ehrenamtliche Positionen auf nationaler wie auf internationaler Ebene inne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Samuel Wilberforce.jpg|mini|Wilberforces Urgroßvater, der Bischof von Oxford, Samuel Wilberforce]]&lt;br /&gt;
Wilberforce wurde als Sohn von Samuel Wilberforce und Katherine Sheepshanks im indischen Jalandhar geboren. Sein Vater hatte als jüngster Sohn der Familie keine Aussichten auf ein umfangreiches Erbe. Er trat deshalb 1896, nach seiner Ausbildung am [[Malvern College]] und der [[Cambridge University]], in den Staatsdienst ein und wanderte nach Indien aus. Dort hatte er in den ersten Jahren unterschiedliche Posten im [[Punjab (Indien)|Punjab]] inne. Die Verbindung mit Indien ist in der Familiengeschichte der Wilberforces tief verwurzelt, denn schon Wilberforces Großvater Reginalt diente während des [[Indischer Aufstand von 1857|Indischen Aufstandes von 1857]] im &amp;#039;&amp;#039;52nd (Oxfordshire) Regiment of Foot&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf väterlicher Seite gehörten außerdem [[Samuel Wilberforce]], Bischof von Oxford und Winchester und [[William Wilberforce]], Anhänger des britischen [[Abolitionismus]], zu seinen Vorfahren. Wilberforces Mutter war eines von siebzehn Kindern von [[John Sheepshanks (Bischof)|John Sheepshanks]], des [[Liste der Bischöfe von Norwich|Bischofs von Norwich]]. Seine Großmutter mütterlicherseits war eine entfernte Verwandte von [[Oliver Cromwell]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilberforce war von 1947 bis zu seinem Tod mit Yvette Marie Lenoan, Tochter eines französischen Richters, verheiratet, die er während seiner Zeit im besetzten Deutschland kennenlernte. Aus dieser Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Thepeerage|ID=p23977.htm#i239761|Artikel= Yvette Marie Lenoan|Kommentar=|Zugriff=2012-12-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbildung ==&lt;br /&gt;
Während seine Eltern in Indien blieben, wuchs Wilberforce bei seiner Großmutter und einer Tante in England auf. Er besuchte fünf verschiedene Gymnasien, darunter die [[Sandroyd School]] in [[Wiltshire]]. Während seiner Zeit dort erkrankte Wilberforce an [[Konjunktivitis]]. Da ihm aus diesem Grund das Lesen weitgehend verboten wurde, begann er, sich mit Mathematik zu beschäftigen. Dank seiner mathematischen Begabung erhielt er 1920 ein [[Stipendium]] für ein Studium am [[Winchester College]], an dem er vor allem im Bereich der [[Alte Sprache|Alten Sprachen]] hervorragende Leistungen erbrachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seinem Abschluss erhielt er ein Stipendium am [[New College (Oxford)|New College]] der [[Universität Oxford]]. Dort hörte er Vorlesungen bei [[H. W. B. Joseph]] und wurde wesentlich von [[Herbert Fisher]] geprägt. Er entschied sich für ein Studium der [[Rechtswissenschaft]]en und erhielt im Juli 1932 die Zulassung als [[Barrister]] am [[Middle Temple]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Thepeerage&amp;quot;&amp;gt;{{Thepeerage|ID=p23191.htm#i231907|Artikel=|Kommentar=|Zugriff=2012-12-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem wurde er mit seiner dritten Kandidatur 1932 zum &amp;#039;&amp;#039;Fellow&amp;#039;&amp;#039; am [[All Souls College]] gewählt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor= |Titel=Lord Wilberforce: Former senjor law lord |Sammelwerk=Independent |Datum=2003-02-19 |ISSN=0951-9467 |Seiten=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die praktische Ausbildung als Barrister absolvierte er im Büro von Wilfrid Hunt. Während dieser Zeit lebte Wilberforce im Haus eines Freundes seiner Tante in [[Bloomsbury (Camden)|Bloomsbury]]. Neben seiner Ausbildung ging er viel mit Freunden aus, besuchte Konzerte und verkehrte in verschiedenen Clubs, wie etwa dem [[Garrick Club]]. Wilberforce war zudem sportlich aktiv. Neben Golf, das er bereits in Sandyfort erlernte und bei dem er zahlreiche gesellschaftliche Kontakte – etwa mit [[Charles Ritchie Russell, Baron Russell of Killowen|Lord Russell of Killowen]] – knüpfte, war er ein leidenschaftlicher Schlittschuhläufer und lernte in [[Sils im Engadin/Segl|Sils-Maria]] Skilaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berufliche Laufbahn ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anfänge als Barrister ===&lt;br /&gt;
Da nach Abschluss seiner praktischen Ausbildung als Barrister für Wilberforce keine Stelle im Büro von Hunt frei war, entschloss er sich, eine eigene Kanzlei zu eröffnen. Es war jedoch anfangs für ihn äußerst schwierig, sich dabei gegen alteingesessene Barrister mit festem Kundenstamm zu behaupten. Mit der Zeit gelang es ihm jedoch, einen kleinen Kreis fester Mandanten aufzubauen. Mit Ausbruch des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] kam der Betrieb in der Kanzlei allerdings gänzlich zum Erliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Militärische Laufbahn ===&lt;br /&gt;
Bereits 1938 schloss sich Wilberforce als [[Reservist]] den britischen Streitkräften an. Mit Kriegsausbruch im September 1939 trat er in den aktiven Dienst ein und wurde als [[Leutnant]] einer Einheit der [[Royal Artillery]] in [[Southend-on-Sea]] zugeteilt. Im Februar 1940 wechselte Wilberforce als [[Aide-de-camp]] von [[Bernard Paget]], Kommandeur der [[18. britische Infanteriedivison|18. Infanteriedivision]], nach [[Norwich]]. In dieser Stellung nahm er an einer dreiwöchigen Operation der Britischen Armee zur Unterstützung der [[Norwegische Streitkräfte|Norwegischen Streitkräfte]] bei der Verteidigung [[Trondheim]]s teil. Nachdem Paget als [[General Officer Commanding]] in das Hauptquartier der &amp;#039;&amp;#039;Home Forces&amp;#039;&amp;#039; abkommandiert wurde, wurde Wilberforce zunächst zum [[Eastern Command (Vereinigtes Königreich)|Eastern Command]] und schließlich nach [[Cambridge]] versetzt, wo er zum [[Major]] befördert wurde. Dort lernte er unter anderem die Mathematiker [[Abram Samoilowitsch Besikowitsch]] und [[Godfrey Harold Hardy]] kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im September 1943 wurde Wilberforce zum [[Oberstleutnant]] befördert und war ab sofort zuständig für die Unterhaltung der Truppen. In enger Zusammenarbeit mit der [[Entertainments National Service Association]] gelang es ihm, ein umfangreiches Programm aufzubauen. 1944 folgte eine Stellung beim [[Supreme Headquarters Allied Expeditionary Force]]. Hier war er mit der Verwaltung der britisch besetzten Gebiete in Deutschland betraut. So war Wilberforce der erste britische Offizier, der den [[Führerbunker]] besichtigte. Nach Kriegsende gehörte er der britischen Kommission zur [[Entnazifizierung#Britische Zone|Entnazifizierung]] an und hatte die Aufgabe, die deutsche Gesetzgebung zu überarbeiten. Auch war er an den Vorbereitungen des [[Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher|Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher]] beteiligt. 1946 kehrte Wilberforce nach London zurück und begleitete im &amp;#039;&amp;#039;Control Office for Germany and Austria&amp;#039;&amp;#039; den Posten eines [[Staatssekretär]]s. 1947 schied er schließlich aus der Armee aus und nahm die Tätigkeit als Barrister wieder auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tätigkeit als Barrister (1947–1961) ===&lt;br /&gt;
Nach seiner Rückkehr stellte sich die Tätigkeit als Barrister für Wilberforce wiederum als äußerst schwierig dar, da es ihm – bedingt durch seine lange Abwesenheit während des Krieges – nur schwer möglich war, Mandate zu finden. So erwog er eine Zeit lang, den Anwaltsberuf ganz aufzugeben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Times&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor= |Titel=Obituary Lord Wilberforce |Sammelwerk=[[The Times]] |Datum=2003-02-19 |Seiten=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst Anfang der 1950er Jahre besserte sich die Lage und er wurde 1954 von [[Elisabeth II.]] zum [[Kronanwalt]] ernannt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Thepeerage&amp;quot; /&amp;gt; Nun trat er bei Verfahren auf, die Aufmerksamkeit auf nationaler Ebene hervorriefen. So vertrat er 1955 [[Ernst August von Hannover (1914–1987)|Prinz Ernst August von Hannover]] vor dem [[House of Lords]] und erreichte 1960 in dem Fall &amp;#039;&amp;#039;J. Bollinger v. Costa Brava Wine Co. Ltd.&amp;#039;&amp;#039;, dass nur Champagner aus Frankreich diese [[Herkunftsbezeichnung]] führen darf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Times&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Fällen des innerstaatlichen Rechts war Wilberforce auch an Fällen mit [[völkerrecht]]lichem Bezug beteiligt. So gehörte er während seiner Zeit als Barrister der Delegation um [[Eric Beckett]] an, die das Vereinigte Königreich sowohl im [[Korfu-Kanal-Zwischenfall|Korfu-Kanal Fall]], dem ersten vom [[Internationaler Gerichtshof|Internationalen Gerichtshof]] entschiedenen Rechtsstreit, als auch in dem als [[Fisheries Case]] bekannten Fall, der sich mit Grenzstreitigkeiten zwischen Großbritannien und [[Norwegen]] auseinandersetzte, vertrat.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BYIL&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Ian Brownlie |Hrsg= |Titel=Richard Orme Wilberforce (1907–2003) Obituary |Sammelwerk=The Britisch Yearbook of International Law |Band=74 |Nummer=1 |Verlag=Oxford University Press |Ort=Oxford |Datum=2003 |ISSN=0068-2691 |Seiten=1–6 |Fundstelle=hier S. 2 |LCCN=20016936 |ZDB=200524-4}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem veröffentlichte er in dieser Zeit zusammen mit [[Alan Campbell, Baron Campbell of Alloway|Alan Campbell]] mit &amp;#039;&amp;#039;The Law of Restrictive Practices and Monopolies&amp;#039;&amp;#039; ein Standardwerk des englischen [[Wettbewerbsrecht]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Richterliches Wirken ===&lt;br /&gt;
Am 18. Januar 1961 wurde Wilberforce zum [[Knight Bachelor]] geschlagen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{London Gazette |issue=42285  |date= |linkeddate=1961-02-21 |startpage=1359 |endpage= |accessdate=2012-12-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und im selben Jahr als Richter der [[High Court of Justice (England und Wales)#Chancery Division|Chancery Division]] berufen. Hier beschäftigte er sich mit Fragen des [[Trust (Recht)|Trusts]] sowie Fällen aus dem Bereich des [[Steuerrecht|Steuer-]] und [[Urheberrecht]]s.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Telegraph&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.telegraph.co.uk/news/obituaries/1422358/Lord-Wilberforce.html# |titel=Lord Wilberforce Obituary |zugriff=2012-12-09 |datum= |werk= |hrsg= |offline=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Chancery Division führte er 1963 den Vorsitz im Fall des englischen Fußballspielers [[George Eastham]] gegen [[Newcastle United]], in dessen Folge das Transfersystem des englischen Fußballs grundlegend reformiert werden musste. Bereits drei Jahre später ernannte ihn der [[Lordkanzler]] als &amp;#039;&amp;#039;Baron Wilberforce&amp;#039;&amp;#039;, of the City and County of Kingston-upon-Hull, zum [[Life Peer]], zum [[Lordrichter]] und Mitglied im [[Privy Council]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Thepeerage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Damit war Wilberforce einer der wenigen Richter, die vom High Court of Justice direkt in das House of Lords berufen wurden, ohne zuvor wie sonst üblich eine Stelle als Richter am [[Court of Appeal (England und Wales)|Court of Appeal]] innegehabt zu haben. In dieser Stellung unterstützte er die [[Law Commission (England und Wales)|Law Commission]] in ihren Bemühungen, Reformen des englischen Rechts zu erarbeiten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Marylebone&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Lord Hailsham of St. Marylebone |Hrsg=Maarten Bos, [[Ian Brownlie]] |Titel=Richard Wilberforce: A Man for All Seasons |Sammelwerk=Liber Amicorum for The Rt. Hon. Lord Wilberforce |Verlag=Oxford University Press |Ort=Oxford |Datum=1987 |ISBN=0-19-825595-0 |Seiten=3–9 |Fundstelle=hier S. 7}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zusammen mit [[Kenneth Diplock, Baron Diplock|Lord Diplock]] war er zudem als Vizepräsident des &amp;#039;&amp;#039;Appellate Committee&amp;#039;&amp;#039; des House of Lords und des [[Judicial Committee of the Privy Council]] aktiv.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Marylebone&amp;quot; /&amp;gt; Öffentliche Bekanntheit in Großbritannien erlangte er als Leiter von zwei Untersuchungskommissionen. Im Jahr 1971 wurde er mit dem Vorsitz einer Kommission betraut, die sich mit den Arbeitsbedingungen und der Bezahlung von Arbeitern der Elektrizitätsbranche auseinandersetzte. Nur ein Jahr später übernahm er die Schlichtung zwischen dem [[National Coal Board]], einem britischen Staatsunternehmen, das zu dieser Zeit Eigentümer sämtliche Kohleminen Großbritanniens war, und der [[National Union of Mineworkers|Gewerkschaft der Minenarbeiter]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wesentlicher Streitpunkt war die Höhe der an die Arbeiter zu zahlenden Löhne. Da die Gewerkschaft mit Streik drohte, was zu Stromausfällen in ganz Großbritannien geführt hätte, befand sich die Kommission in starkem Zeitdruck. Ihr Abschlussbericht wurde in nur vier Tagen fertiggestellt und schlug eine wesentliche Erhöhung der Löhne für Minenarbeiter vor.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Richard Wilberforce |Titel=Reflections on My Life |Verlag=Roundtuit Publishing |Ort=Durham |Datum=2003 |ISBN=1-904499-03-1 |Seiten=79 f}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Die Reaktionen auf diesen Bericht fielen unterschiedlich aus. Während sich ein Großteil der Presse positiv äußerte, sah sich Wilberforce im House of Lords scharfer Kritik ausgesetzt und wurde nie wieder für einen Untersuchungsausschuss nominiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Richard Wilberforce |Titel=Reflections on My Life |Verlag=Roundtuit Publishing |Ort=Durham |Datum=2003 |ISBN=1-904499-03-1 |Seiten=82}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit Erreichen der Altersgrenze trat er 1982 als Law Lord in den Ruhestand. Während seiner Zeit als Richter verhandelte er 465 Fälle und gilt somit als einer der aktivsten Richter in der Geschichte des House of Lords.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Richard Wilberforce |Titel=Reflections on My Life |Verlag=Roundtuit Publishing |Ort=Durham |Datum=2003 |ISBN=1-904499-03-1 |Seiten=187}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirken im Bereich des Völkerrechts ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Als Richter ===&lt;br /&gt;
Wilberforce war als einflussreicher Richter nicht nur wesentlich an der Fortentwicklung des englischen Rechts beteiligt. Ein Teil der von ihm mitgetragenen Entscheidungen des House of Lords hatte darüber hinaus erhebliche Auswirkungen auf die durch das Vereinigte Königreich im Bereich des Völkerrechts eingenommenen Positionen. Dies betrifft unter anderem die Entscheidung im Fall &amp;#039;&amp;#039;[[Carl-Zeiss-Stiftung v. Rayner &amp;amp; Keeler Ltd.]]&amp;#039;&amp;#039; von 1966, die sich mit der völkerrechtlichen Anerkennung der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] auseinandersetzte, oder den Fall &amp;#039;&amp;#039;[[Attorney-General v. Nissan]]&amp;#039;&amp;#039; aus dem Jahr 1969, in dem sich das House of Lords mit der Frage beschäftigte, welchen völkerrechtlichen Status das britische Kontingent einer [[Friedenstruppen der Vereinten Nationen|UN-Friedenstruppe]] hat. Das [[Sondervotum]], das Wilberforce zusammen mit [[Edmund Davies, Baron Edmund-Davies|Edmund Davies]] im Fall &amp;#039;&amp;#039;[[Marble Islands v. I Congreso del Partido]]&amp;#039;&amp;#039; im Jahr 1981 verfasste, hatte zudem erheblichen Einfluss auf die britische Position zur [[Staatenimmunität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Als Mitglied der International Law Association ===&lt;br /&gt;
Wilberforce engagierte sich als Mitglied der [[International Law Association]] in erheblichem Maße für die Weiterentwicklung und [[Kodifikation]] des Völkerrechts. Im Amt des Vorsitzenden des Exekutivrats der Organisation, das er 22 Jahre lang ausübte, sorgte er unter anderem dafür, dass die alle zwei Jahre von der ILA veranstaltete Konferenz an Orten auf der ganzen Welt stattfand. Darüber hinaus war für die Veröffentlichung der Schrift zur Hundertjahrfeier der ILA verantwortlich und modernisierte den Verwaltungsapparat der Organisation. Auch entwickelte er das [[Register (Nachschlagewerk)|Register]] für die in Zusammenhang mit den abgehaltenen Konferenzen veröffentlichten Berichte, das noch heute Verwendung findet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sonstige Tätigkeiten ===&lt;br /&gt;
Wilberforce war als Mitglied der britischen Delegation an der Ausarbeitung des [[Warschauer Abkommen über die Beförderung im internationalen Luftverkehr|Warschauer Abkommens über die Beförderung im internationalen Luftverkehr]] beteiligt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Times&amp;quot; /&amp;gt; Zwei Jahre später war er an der Gründung des [[British Institute of International and Comparative Law]] beteiligt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Robert McCorquodal |Titel=50th Anniversary of the British Institute of International and Comparative Law |Sammelwerk=International &amp;amp; Comparative Law Quarterly |Band=57 |Datum=2008 |Seiten=747}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Daneben gehörte er ab 1960 der Redaktion des [[British Yearbook of International Law]] an, das zu den führenden Fachzeitschriften im Bereich des Völkerrechts zählt. Wilberforce war außerdem Mitglied des [[Ständiger Schiedshof|Ständigen Schiedshofs]] in Den Haag und bekleidete 1978 das Amt des Präsidenten der &amp;#039;&amp;#039;Fédération Internationale du Droit Européen&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Thepeerage&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches und soziales Engagement ==&lt;br /&gt;
Auf politischer Ebene verhielt sich Wilberforce stets zurückhaltend. Bei den [[Britische Unterhauswahlen 1950|britischen Unterhauswahlen 1950]] kandidierte er für die [[Conservative Party]] im Wahlbezirk Hull, unterlag jedoch gegen den Kandidaten der [[Labour Party]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Telegraph&amp;quot; /&amp;gt; Dies blieb seine einzige Kandidatur für ein politisches Amt, obwohl er bei den [[Britische Unterhauswahlen 1951|Unterhauswahlen im folgenden Jahr]] als aussichtsreicher Kandidat eines Wahlbezirks in [[Yorkshire]] gehandelt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Richard Wilberforce |Titel=Reflections on My Life |Verlag=Roundtuit Publishing |Ort=Durham |Datum=2003 |ISBN=1-904499-03-1 |Seiten=89}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Trotzdem war er bis ins hohe Alter politisch interessiert und setzte sich zeitlebens für die [[Europäische Integration|europäische Einigung]] ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilberforce engagierte sich neben seinem juristischen Wirken vor allem im Bereich der Bekämpfung der [[Sklaverei]], was mit Blick auf seine familiären Wurzeln nicht verwundert. 1932 wurde er Mitglied von [[Anti-Slavery International]], der ältesten Menschenrechtsorganisation der Welt, deren Präsident er von 1970 bis zu seinem Tod war.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Richard Wilberforce |Titel=Reflections on My Life |Verlag=Roundtuit Publishing |Ort=Durham |Datum=2003 |ISBN=1-904499-03-1 |Seiten=178 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch im Bereich der Bildung war Wilberforce ehrenamtlich tätig. Neben der Teilnahme an zahlreichen Ringvorlesungen und Konferenzen folgte er [[Gavin Turnbull Simonds, 1. Viscount Simonds|Viscount Simonds]] 1967 im Amt des [[High Steward (Universität)|High Steward]] der Universität Oxford nach.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor= |Titel=Ld Wilberforce a High Steward |Sammelwerk=[[The Daily Telegraph]] |Datum=1967-09-29 |Seiten=}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Von 1978 bis 1994 war er zudem [[Kanzler (Hochschule)|Kanzler]] der [[University of Hull]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wilberforce wurde unter anderem 1956 zum [[Komtur (Ordenskunde)|Companion]] des [[Order of St. Michael and St. George|Orden vom Heiligen Michael und Georg]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Times&amp;quot; /&amp;gt; und 1982 zum Ehrenmitglied der [[American Society of International Law]] ernannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.asil.org/sites/default/files/ASIL%20Honorary%20Awards.pdf Verzeichnis der Ehrenmitglieder auf der Homepage der ASIL] PDF; 78 kB.&amp;lt;/ref&amp;gt; Darüber hinaus erhielt er die [[Ehrendoktor]]würde der Universitäten [[University of Oxford|Oxford]] (1967), [[Universität London|London]] (1972) und [[University of Bristol|Bristol]] (1983).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Thepeerage&amp;quot; /&amp;gt; Die [[Streitkräfte der Vereinigten Staaten]] verliehen ihm den [[Bronze Star]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Times&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur | Autor=Richard Orme Wilberforce, Alan Robertson Campbell, Neil P. M. Elles | Titel=The Law of Restrictive Practices and Monopolies | Auflage=2. | Verlag=Sweet &amp;amp; Maxwell | Ort=London | Datum=1966 | LCCN=66070116 | Kommentar=Ein Werk in drei Bänden}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur | Autor=Richard Wilberforce | Titel=The daily life and administration of the International Law Assosiciation | Hrsg=Maarten Bos | Sammelwerk=The Present state of international law and other essays. Written in honour of the centenary celebration of the International Law Association 1873–1973 | Verlag=Kluwer | Ort=Deventer | Datum=1973 | ISBN=90-268-0693-0 | Seiten=11–22 | Typ=wl}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur | Titel=Mögliche Konfliktszonen zwischen den Gemeinschaftsorganen bei der Durchführung des Gemeinschaftsrechts | Reihe=International Federation of European Law Reports of the ninth congress | BandReihe=3 | Hrsg=International Federation of European Law | Verlag=Sweet &amp;amp; Maxwell | Ort=London | Datum=1980 | ISBN=0-421-27850-1 | Originaltitel=Possible areas of conflict between community institutions in the implementation of community law | Originalsprache=en}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.npg.org.uk/collections/search/person/mp80665/richard-orme-wilberforce-baron-wilberforce Wilberforce in der Sammlung der National Portrait Gallery]&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Carl-Zeiss-Stiftung v Rayner &amp;amp; Keeler Ltd|lang=en}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119323044|LCCN=n/84/1799|VIAF=79419194}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Wilberforce, Richard, Baron Wilberforce}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lordrichter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des House of Lords]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Privy Council (Vereinigtes Königreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrenmitglied der Amerikanischen Gesellschaft für internationales Recht]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied des Ständigen Schiedshofs]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Life Peer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Knight Bachelor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Companion des Order of St. Michael and St. George]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Officer des Order of the British Empire]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Brite]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1907]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2003]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Wilberforce, Richard, Baron Wilberforce&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Wilberforce, Richard Orme, Baron Wilberforce&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=britischer Jurist, Lordrichter&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=11. März 1907&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Jalandhar]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=15. Februar 2003&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[London]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gelegenheits-Wikipedianer</name></author>
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