<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ricardo-Viner-Modell</id>
	<title>Ricardo-Viner-Modell - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ricardo-Viner-Modell"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ricardo-Viner-Modell&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-08T22:26:51Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ricardo-Viner-Modell&amp;diff=784327&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: Halbgeviertstrich, Kleinkram</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ricardo-Viner-Modell&amp;diff=784327&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2022-12-28T13:15:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Halbgeviertstrich, Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ricardo-Viner-Modell&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Modell spezifischer Faktoren&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; {{enS|specific factors model}}) ist in der [[Volkswirtschaftslehre]] ein [[Modell]], das die internationale [[Faktormobilität]] untersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
[[David Ricardo]] (1772–1823) und [[Jacob Viner]] (1892–1970) waren keine [[Zeitgenosse]]n, haben mithin bei diesem Modell nicht zusammenarbeiten können. Die Bezeichnung des Modells bezieht Ricardo ein, weil es dessen 1817 entwickelten [[Komparativer Kostenvorteil|komparativen Kostenvorteil]] beim [[Handel]] zwischen zwei oder mehr [[Staat]]en berücksichtigt.&amp;lt;ref&amp;gt;David Ricardo, &amp;#039;&amp;#039;The Principles of Political Economy and Taxation&amp;#039;&amp;#039;, 1817, S. 46 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Jeder Staat konzentriert sich danach auf jene [[Produkt (Wirtschaft)|Produkte]], deren [[Produktion]] auf einem im Staat reichlich vorhandenen [[Produktionsfaktor]] beruht ([[Arbeitsintensität|arbeitskräftereiche]], [[Kapitalintensität|kapitalreiche]] oder [[Rohstoffintensität|rohstoffreiche]] Staaten). Diese [[Spezialisierung]] wirkt sich auf dem [[Faktormarkt]] aus, denn der reichlich vorhandene Faktor wird stärker nachgefragt als der weniger reichlich vorhandene, so dass sich die [[Faktorpreis]]e verschieben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Die_doppelte_Transformation/hah8BwAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Ricardo-Viner-Modell&amp;amp;pg=PA26&amp;amp;printsec=frontcover Christian Martin, &amp;#039;&amp;#039;Die doppelte Transformation&amp;#039;&amp;#039;, 2005, S. 27]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ricardos einziger Faktor Arbeit ist lediglich national mobil, international jedoch nicht. Viner erweiterte 1932 das Modell Ricardos um einen zweiten Produktionsfaktor.&amp;lt;ref&amp;gt;Jacob Viner, &amp;#039;&amp;#039;The Doctrine of Comparative Costs&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Review of World Economics]] 36 (2), 1932, S. 356–414&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Das Ricardo-Viner-Modell  geht von folgenden [[Hypothese]]n aus:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Multinationale_Unternehmungen_und_intern/bYeeBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Ricardo-Viner-Modell&amp;amp;pg=PA23&amp;amp;printsec=frontcover Ludger Linnemann, &amp;#039;&amp;#039;Multinationale Unternehmungen und internationale Wirtschaftspolitik&amp;#039;&amp;#039;, 1993, S. 23]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
;Dimension&lt;br /&gt;
:Es gibt zwei Staaten ([[Inland]] und [[Ausland]]) und zwei [[Wirtschaftssektor]]en, in denen ein [[homogenes Gut]] hergestellt wird. Auf den [[Gütermarkt|Güter-]] und [[Faktormarkt|Faktormärkten]] herrscht [[vollkommener Wettbewerb]] mit freiem [[Marktzutritt]].&lt;br /&gt;
;Produktionsfaktoren&lt;br /&gt;
:Es gibt zwei Produktionsfaktoren [[Arbeit (Volkswirtschaftslehre)|Arbeit]] und [[Kapital]], wobei letzteres in zwei sektor-spezifischen Ausprägungen nur im jeweiligen Sektor eingesetzt werden kann.&lt;br /&gt;
;Internationale Faktormobilität&lt;br /&gt;
:Alle Produktionsfaktoren sind immobil. Die [[Produktionsfunktion]]en sind linear homogen (konstante [[Skalenertrag|Skalenerträge]]), konkav in jedem Faktor (abnehmende [[Grenzertrag|Grenzerträge]]), unterschiedlich in beiden Wirtschaftssektoren und identisch in beiden Staaten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ricardo-Viner-Modell verwendet zwei Produktionsfaktoren, so dass auch Aussagen über die [[Faktorallokation]] gemacht werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Handel_und_wirtschaftliche_Entwicklung_i/8aLsDAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Ricardo-Viner-Modell&amp;amp;pg=PA28&amp;amp;printsec=frontcover Carolin Mengel, &amp;#039;&amp;#039;Handel und wirtschaftliche Entwicklung in LDCs - ein Paradox?&amp;#039;&amp;#039;, 2010, S. 28]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ricardo ging vom alleinigen Faktor Arbeit aus, Viner fügte als zweiten Faktor alternativ den [[Boden (Produktionsfaktor)|Boden]] hinzu. [[Außenhandel]] nutzt einem Staat, dessen Produktionsfaktor wegen der Spezialisierung auf diesen Faktor stärker nachgefragt wird und dessen Faktorpreis daher steigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ricardo-Viner-Modell geht davon aus, dass ein Produktionsfaktor vollkommen immobil (Kapital) und der andere Faktor vollkommen mobil ist (Arbeit). Diese Annahme wird beim [[Heckscher-Ohlin-Modell]] zu Gunsten der perfekten [[Faktormobilität]] aufgegeben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=I85UBQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA23&amp;amp;dq=perfekte+Faktormobilit%C3%A4t&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjYuurWlrn1AhUQgv0HHTPlBIc4ChDoAXoECAIQAQ#v=onepage&amp;amp;q=perfekte%20Faktormobilit%C3%A4t&amp;amp;f=false Vaishali Zambre, &amp;#039;&amp;#039;Handel und Arbeitsmarkteffekte im verarbeitenden Gewerbe Indiens&amp;#039;&amp;#039;, 2012, S. 23]&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Viner gilt das Kapital als sektor-spezifischer Faktor, der nur in einem bestimmten Wirtschaftssektor eingesetzt werden kann, während Arbeit zwischen mehreren Sektoren Faktormobilität besitzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gabler_Wirtschafts_Lexikon/VmzRBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Ricardo-Viner-Modell&amp;amp;pg=PA3275&amp;amp;printsec=frontcover Ute Arentzen/Eggert Winter, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Wirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 1997, S. 3275]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vergleich der Modelle ==&lt;br /&gt;
[[Arnold Harberger]] ging bei seiner [[Wohlfahrt]]sanalyse aus 1964 davon aus,&amp;lt;ref&amp;gt;Arnold C. Harberger, &amp;#039;&amp;#039;The Measurement of Waste&amp;#039;&amp;#039;, in: [[American Economic Review]] 54 (3), 1964, S. 58–76&amp;lt;/ref&amp;gt; dass eine [[Handelsliberalisierung]] die [[Produzentenrente]]n der [[Importeur]]e zu den [[Verbraucher|Konsumenten]] verschiebt. Deren [[Konsumentenrente]] erhöht sich, weil sie ihre [[Güternachfrage]] zu einem niedrigeren [[Weltmarktpreis]] befriedigen können.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Martin, &amp;#039;&amp;#039;Die doppelte Transformation&amp;#039;&amp;#039;, 2005, S. 26&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;padding:1em; vertical-align:top; border:2px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! [[Modell]]&lt;br /&gt;
! Gewinner des [[Freihandel]]s&lt;br /&gt;
! Verlierer des [[Freihandel]]s&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Wirtschaftssektor|Sektoral]]: &amp;lt;br /&amp;gt; Ricardo-Viner-Modell || Sektoren mit [[komparativer Kostenvorteil|komparativem Kostenvorteil]] || Sektoren ohne komparativen Kostenvorteil&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Produktionsfaktor]]en: &amp;lt;br /&amp;gt; [[Heckscher-Ohlin-Modell]] || reichlich vorhandener Faktor || knapp vorhandener Faktor&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Ressourcenallokation|Allokation]] [[Produzentenrente]]n: &amp;lt;br /&amp;gt; [[Arnold Harberger|Harberger-Modell]] || [[Verbraucher|Konsumenten]], [[Exporteur]]e || [[Importeur]]e&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
In arbeitskräftereichen [[Entwicklungsland|Entwicklungs-]] und [[Schwellenland|Schwellenländern]] ist nach diesem Modell ein Anstieg der [[Arbeitslohn|Arbeitslöhne]] zu beobachten, während die [[Kapitalrendite]] sinkt. Umgekehrt steigt in kapitalintensiven [[Industriestaat]]en die Kapitalrendite, während die Arbeitslöhne eher stagnieren. Entwicklungs- und Schwellenländer verfügen meist auch über Boden („natürliches Kapital“), der zum [[Abbau (Bergbau)|Abbau]] von [[Bodenschatz|Bodenschätzen]] und [[Rohstoff]]en und/oder zum [[Anbau (Landwirtschaft)|Anbau]] von [[Agrarprodukt]]en genutzt werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Vaishali Zambre, &amp;#039;&amp;#039;Handel und Arbeitsmarkteffekte im verarbeitenden Gewerbe Indiens&amp;#039;&amp;#039;, 2012, S. 29&amp;lt;/ref&amp;gt; Dann kommt eine Spezialisierung auf den Boden mit dem Ziel der Erhöhung der [[Bodenproduktivität]] und [[Bodenpreis]]e in Betracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ricardo-Viner-Modell kann nicht nur auf der [[Makroebene]] zwischen mehreren Staaten, sondern auch in der [[Mikroebene]] innerhalb eines [[Wirtschaftssektor]]s angewandt werden. Es sagt voraus, dass [[Unternehmer]] und [[Beschäftigte]] in einem [[Industriezweig]] mit einem komparativen Kostenvorteil Freihandel und Handelsliberalisierung befürworten, während bei einem Nachteil [[Protektionismus]] wie [[Importzoll|Importzölle]] gefordert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Studienbuch_Politikwissenschaft/7gAjBAAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Ricardo-Viner-Modell&amp;amp;pg=PA554&amp;amp;printsec=frontcover  Frieder Wolf/Manfred G Schmidt/Stefan Wurster, &amp;#039;&amp;#039;Studienbuch Politikwissenschaft&amp;#039;&amp;#039;, 2013, S. 554]&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei [[Arbeitslosigkeit]] in einem bestimmten Industriezweig können freigesetzte Arbeitskräfte aufgrund ihrer Spezialisierung in ihrer bisherigen Tätigkeit nicht ohne weiteres in einem anderen Wirtschaftszweig unterkommen ([[Umschulung]]); die [[Arbeitsmobilität]] ist eingeschränkt, und es herrscht [[sektorale Arbeitslosigkeit]]. Anders als im [[Stolper-Samuelson-Theorem]] können die durch Produktionsrückgang in einem Industriezweig  freigesetzten Produktionsfaktoren nicht ohne weiteres in einer anderen Industrie zum Einsatz kommen, wobei der Grad der Spezialisierung die Höhe der Kosten eines Ausstieges ({{enS|exit costs}}) aus der Industrie wiedergibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Außenwirtschaftstheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wirtschaftswissenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
	</entry>
</feed>