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	<title>Rhinocerus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T21:51:06Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Rhinocerus&amp;diff=866695&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Leyo: Unsinnsformatierung</title>
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		<updated>2026-04-12T23:43:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Unsinnsformatierung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|beschreibt ein Kunstwerk von Albrecht Dürer. Zu den &amp;#039;&amp;#039;Rhinozeros&amp;#039;&amp;#039; genannten Tieren siehe [[Nashörner]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Dürer&amp;#039;s Rhinoceros, 1515.png|mini|280px|„Rhinocerus“ von Albrecht Dürer aus dem Jahre 1515]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rhinocerus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist der Titel eines [[Grafik|grafischen]] [[Kunstwerk|Werkes]] von [[Albrecht Dürer]] aus dem Jahre 1515.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Holzschnitt]] stellt ein aus [[Indien]] stammendes [[Panzernashorn]] dar, das 1515 nach [[Lissabon]] gelangt und von dort noch im selben Jahr auf eine Reise nach [[Rom]] geschickt worden war, wo es nach einem Schiffbruch nicht lebend ankam. Dürer hatte das Nashorn selbst nie gesehen. Seine Vorlage für den Holzschnitt basierte auf der Beschreibung eines Augenzeugen mit vermutlich beigegebener Skizze, die nach Nürnberg gelangte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://objektkatalog.gnm.de/wisski/navigate/11362/view Germanisches Nationalmuseum]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Panzernashorn ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Villa Del Casale Grande Chasse-2.jpg|miniatur|Mosaik, 3./4. Jahrhundert, römisch. &amp;#039;&amp;#039;Villa del Casale&amp;#039;&amp;#039;, Sizilien]]&lt;br /&gt;
Das abgebildete Nashorn war mit großer Wahrscheinlichkeit das erste lebende Exemplar seiner Art seit dem 3. Jahrhundert, das in [[Europa]] zu sehen war; Belege weisen Nashörner in den Wildgehegen von Herrschern Roms nach, [[Domitian]], [[Commodus]] und [[Caracalla]] sollen Tiere dieser Art besessen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Bedini S. 143f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dürers Holzschnitt hat durch den rüstungsartigen Ausdruck des [[Dickhäuter]]s vermutlich nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass das asiatische &amp;#039;&amp;#039;Rhinoceros unicornis&amp;#039;&amp;#039; im Deutschen die Bezeichnung „Panzernashorn“ erhielt. Bis zur zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erachtete man seine Darstellung als eine naturgetreue Wiedergabe, und der Holzschnitt wurde mehrfach kopiert, neu gedruckt und vertrieben. Erst als in den 1740er und 1750er Jahren das [[Clara (Nashorn)|Rhinozeros Clara]] in Europa gezeigt wurde, kamen zunehmend Abbildungen in Umlauf, die nach dem Leben gefertigt worden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschenk aus Asien ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Retrato de Afonso de Albuquerque (após 1545) - Autor desconhecido.png|miniatur|links|hochkant=.6|&amp;#039;&amp;#039;Afonso de Albuquerque&amp;#039;&amp;#039; (1453–1515), zweiter Gouverneur von Indien unter Manuel I. von Portugal]]&lt;br /&gt;
Am 20. Mai 1515 landete ein Nashorn im Hafen von Lissabon; es war der bis dahin ungewöhnlichste Import der erst seit wenigen Jahren bestehenden [[Seeweg nach Indien|Seeroute nach Indien]]. Die [[Portugiesische Kolonialgeschichte|Portugiesen]] waren erfolgreich gewesen, wo [[Christoph Kolumbus|Columbus]] versagt hatte; auf den Spuren früherer portugiesischer Seefahrer waren sie der westafrikanischen Küste gefolgt, hatten das Kap der Guten Hoffnung umrundet und waren nach Durchquerung des [[Arabisches Meer|Arabischen Meeres]] 1498 nach Indien gelangt. In den folgenden Jahrzehnten spielte Portugal eine wesentliche Rolle im lukrativen Gewürzhandel. Die Portugiesen eroberten unter Führung von [[Afonso de Albuquerque]] im November 1510 das zu Indien gehörige [[Goa]] und machten es zu ihrer wichtigsten Handelsniederlassung; weitere fünfzig befestigte Siedlungen entlang der indischen Westküste dienten als Handelsstützpunkte. Der Austausch offizieller Geschenke begleitete die Verhandlungen mit den lokalen Herrschern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afonso de Albuquerque, der Vertreter der portugiesischen Krone in Indien, hatte das Nashorn zu Beginn des Jahres 1514 von Sultan Muzafar II., dem Herrscher von [[Khambhat (Stadt)|Cambay]] (im heutigen [[Gujarat]]) als Bestandteil eines solchen diplomatischen Geschenkeaustausches erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Zu Hintergrund, Gegenstand und Verlauf der Verhandlungen de Albuquerques und Muzafars II. siehe Bedini S. 140f.&amp;lt;/ref&amp;gt; De Albuquerque beschloss, das Nashorn, in der Landessprache &amp;#039;&amp;#039;ganda&amp;#039;&amp;#039;, seinem König, [[Manuel I. (Portugal)|Manuel I. von Portugal]], zum Geschenk zu machen. An Bord der „Nossa Senhora da Ajuda“ und in Begleitung zweier weiterer portugiesischer Schiffe verließ das Nashorn zusammen mit seinem indischen Wärter Ocem im Januar 1515 Goa und segelte mit kurzen Aufenthalten in [[Mosambik]], [[St. Helena (Insel)|St. Helena]] und auf den [[Azoren]] nach Lissabon. Nach einer Seereise von 120 Tagen wurde das Nashorn in der Nähe des sich im Bau befindlichen [[Torre de Belém|Belem-Turms]] an Land gebracht. Der Turm erhielt später an seiner Nordwestseite die Skulptur eines Nashornkopfes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das exotische Tier wurde in König Manuels I. [[Menagerie]] im [[Paço da Ribeira|Ribeira-Palast]] in Lissabon untergebracht. Manuel I. besaß eine umfangreiche Menagerie, die auch Elefanten umfasste. Nashörner waren in Europa seit Jahrhunderten nicht lebend gesehen worden und nahmen eher den Status eines mythischen Wesens ein. Am 3. Juni 1515 ließ Manuel I. einen jungen Elefanten und das Nashorn aufeinander treffen, um den Bericht von [[Plinius der Ältere|Plinius dem Älteren]] zu überprüfen, dass Elefanten und Nashörner erbitterte Gegner seien.&amp;lt;ref&amp;gt;Plinius der Ältere, &amp;#039;&amp;#039;[[Naturalis historia]]&amp;#039;&amp;#039; 8,29,71 ([https://penelope.uchicago.edu/Thayer/L/Roman/Texts/Pliny_the_Elder/8*.html online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter den Augen einer großen und lauten Menschenmenge, die sich versammelt hatte, um diesem Spektakel beizuwohnen, bewegte sich das Nashorn langsam und zielgerichtet in Richtung seines Gegners. Der junge Elefant dagegen, verwirrt von dem Getöse der ungewohnten Menschenmenge, floh in Panik vom Kampffeld, bevor es zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden Tieren kam.&amp;lt;ref&amp;gt;Bedini, S. 146–150; Hahn, S. 92&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hanno2.jpg|miniatur|Titelillustration der &amp;#039;&amp;#039;Leitura Nova&amp;#039;&amp;#039;: Manuel I. von Portugal auf [[Hanno (Elefant)|Hanno]], den er 1514 Papst Leo X. in Rom zum Geschenk gemacht hatte]]&lt;br /&gt;
[[Datei:1515 - G. Penni Woodcut.jpg|miniatur|Nashorn (Holzschnitt) auf einer [[Flugschrift]], Rom 1515. Biblioteca Colombina, Sevilla]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Raffael.rhino.jpg|miniatur|[[Raffael]]: &amp;#039;&amp;#039;Schöpfung der Tiere&amp;#039;&amp;#039; (Ausschnitt: rechts am Baum das Nashorn, links davon der Elefant &amp;#039;&amp;#039;[[Hanno (Elefant)|Hanno]])&amp;#039;&amp;#039;; 1518/19&amp;lt;ref&amp;gt;Loggia im zweiten Stock des &amp;#039;&amp;#039;Palazzo Pontifici&amp;#039;&amp;#039;, Vatikan&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschenk an Papst Leo X. ===&lt;br /&gt;
Das Nashorn blieb bis Ende des Jahres 1515 Bestandteil der Menagerie von Manuel I. Dann wurde es als Geschenk an den [[Medici]]-Papst [[Leo X.]] weitergereicht. Manuel I. lag daran, sich das Wohlwollen des Papstes zu sichern. Im 1494 abgeschlossenen [[Vertrag von Tordesillas]] hatte Papst [[Alexander VI.]], ein Vorgänger von Leo X., eine zirka 370 Meilen westlich der [[Azoren]] liegende Grenze als Demarkationslinie zwischen dem spanischen und portugiesischen Kolonialreich festgelegt. Damit war der amerikanische Kontinent aufgeteilt. Unzureichend geklärt blieb allerdings, wo in Ostasien diese Demarkationslinie verlief&amp;amp;nbsp;– dies war jedoch ausschlaggebend für die Frage, welchen Anteil Spanien und Portugal am lukrativen Gewürzhandel mit Ostasien haben würden. Bezüglich dieser Grenze zwischen den Einflussgebieten der beiden Länder fiel erneut dem Papst eine entscheidende Rolle zu&amp;amp;nbsp;– Anlass genug, sich seine Gunst durch Geschenke zu sichern. 1514 hatte Manuel I. dem Papst bereits den Indischen Elefanten [[Hanno (Elefant)|Hanno]] zum Geschenk gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Nashorn von Lissabon war bereits vor seiner Reise nach Rom dort bekannt geworden. Der [[Florenz|Florentiner]] Arzt und Dichter Giovanni Giacomo Penni hatte bereits kurz nach dem Eintreffen des Tiers in Lissabon einen Traktat in Versen mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Forma e natura e costumi de lo Rinocerothe&amp;#039;&amp;#039; verfasst. Dieser erschien im Juli 1515 in Rom und ist nur in einem einzigen Exemplar erhalten, das sich in der &amp;#039;&amp;#039;Bibliotheca Colombina&amp;#039;&amp;#039; in [[Sevilla]] befindet. Er enthält auf dem Titelblatt einen Holzschnitt von einem Rhinozeros.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Bedini S. 151ff.; dort ist auch der Holzschnitt abgebildet.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Dezember 1515 wurde das Nashorn mit einem neuen Halsband ausgestattet, es erhielt einen „grünen Samtkragen mit Rosen und vergoldeten Ösen“ und dazu eine „Kette von vergoldetem Eisen“. „Mit Fransen geschmückt“ wurde es zusammen mit anderen wertvollen Geschenken, wie Tafelsilbern und Gewürzen, per Schiff auf die Reise nach Rom geschickt.&amp;lt;ref&amp;gt;John Shearman: &amp;#039;&amp;#039;The Florentine Entrata of Leo X., 1515&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of the Warburg and Courtauld Institutes&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 38, 1975; S. 152–155; zitiert nach: Bedini S. 157&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Fahrt wurde vor [[Marseille]] kurz unterbrochen. Der französische [[Franz I. (Frankreich)|König Franz I.]], der sich zu dem Zeitpunkt in der Provence aufhielt, hatte gewünscht, das exotische Tier in Augenschein zu nehmen. Am 24. Januar präsentierte man ihm mit allerlei Pomp den Dickhäuter auf der Insel [[Château d’If]] in der Bucht von Marseille.&amp;lt;ref&amp;gt;Bedini, S. 158–160&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es war das letzte Mal, dass das Panzernashorn Land betrat. In einem Sturm zerschellte das Segelschiff an der [[Ligurien|ligurischen]] Küste nördlich von [[La Spezia]]; das mit Ketten ans Deck gefesselte Nashorn ertrank. Der Kadaver wurde wenig später in der Nähe von [[Villefranche-sur-Mer|Villefranche]] an die Küste gespült; die Haut kam zurück nach Lissabon. Mit Stroh ausgestopft und fachgerecht montiert schickte man das Tier erneut nach Rom, wo es nicht vor Februar 1516 eintraf.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Bedini, S. 162 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachleben ===&lt;br /&gt;
Das Präparat erregte bei weitem nicht die Aufmerksamkeit, die man dem lebenden Nashorn in Lissabon gezollt hatte. Gleichwohl malte [[Giovanni da Udine]] dem Papst das Nashorn in eine Ecke von dessen Palazzo Baldassini, und [[Raffael]] setzte später noch eine weitere Abbildung nach dem Exponat in ein Gemälde für die Loggien des [[Apostolischer Palast|Papstpalastes]] im Vatikan.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. u.&amp;amp;nbsp;a. Bedini, S. 164f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der weitere Verbleib des ausgestopften Nashorns ist ungeklärt; diese Ungewissheit war Anregung für den 1996 erschienenen Roman &amp;#039;&amp;#039;The Pope&amp;#039;s Rhinoceros&amp;#039;&amp;#039; von [[Lawrence Norfolk]].&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsch: &amp;#039;&amp;#039;Ein Nashorn für den Papst&amp;#039;&amp;#039;. erschienen 1998&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die Annahme, dass die Medici es für ihre [[Wunderkammer|naturgeschichtliche Sammlung]] nach Florenz bringen ließen, gibt es keinen Beleg. Das Universitätsmuseum [[La Specola (Florenz)|La Specola]] in Florenz besitzt ein ausgestopftes Nilpferd und ein Löwenpräparat, erworben von den Medici im 18. Jahrhundert; es gibt aber keinen Hinweis auf ein Rhinoceros in einer der fünf Florentiner naturgeschichtlichen Sammlungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Bedini, S. 165–169; dazu insbesondere die Anmerkung 39 (S. 292)&amp;lt;/ref&amp;gt; Möglicherweise wurde es bei der [[Sacco di Roma|Plünderung Roms]] im Jahre 1527 zerstört. Kaum belegbar, aber häufig anzutreffen ist die Vermutung, das Präparat befinde sich noch im Vatikan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im fünften Buch seines [[Gargantua und Pantagruel|Gargantua]] setzte [[François Rabelais]] (1483/1494–1553) einem Nashorn, das ihm ein &amp;#039;&amp;#039;Heinrich Klerberg&amp;#039;&amp;#039; „früher einmal gezeigt“ habe, ein literarisches Denkmal; er fand, es unterscheide sich kaum von einem Eber. Der Gewährsmann ist als Johannes Kleberger zu identifizieren, einen Kaufmann aus Nürnberg, der zur selben Zeit wie Rabelais in [[Lyon]] wohnte und als ein Freund der Künste bekannt war; 1526 hatte er sich von Dürer malen lassen.&amp;lt;ref&amp;gt;François Rabelais: &amp;#039;&amp;#039;Gargantua und Pantagruel&amp;#039;&amp;#039;. 2 Bde. Insel Verlag: Frankfurt am Main, 1987; Bd. 2, S. 286. Vgl. Bedini S. 231ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dürers Holzschnitt ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte und Technik des Holzschnitts ist ausführlich im Hauptartikel [[Holzschnitt]] beschrieben.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der aus [[Mähren]] stammende und in Lissabon ansässige [[Valentim Fernandes]] sah das Nashorn kurz nach dessen Ankunft in der portugiesischen Hauptstadt und beschrieb es im Juni 1515 in einem Brief an einen Freund in Nürnberg. Der in deutscher Sprache geschriebene Originalbrief ist nicht erhalten. Eine Abschrift in italienischer Sprache wird in der [[Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze|Biblioteca Nazionale Centrale in Florenz]] aufbewahrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Entstehung des Holzschnitts ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Durer drawing.png|miniatur|280px|&amp;#039;&amp;#039;Rhinoceron&amp;#039;&amp;#039;. Zeichnung Dürers. Nürnberg 1515. Feder und Tinte auf Papier. British Museum, London. Die Ankunft des Tieres in Lissabon ist in dem Begleittext mit 1513 datiert.]]&lt;br /&gt;
Auf der Basis dieser beiden Quellen machte Dürer zwei Zeichnungen. Nach der zweiten Zeichnung entstand der Druckstock des Holzschnitts. Dürer hat ihn wahrscheinlich nicht selbst angefertigt, sondern einen „Formschneider“ damit beauftragt, den Druckstock nach der Zeichnung zu erstellen. Verwendet wurde vermutlich Birnenholz&amp;amp;nbsp;– ausreichend weich, um die feinteilige Wiedergabe zu ermöglichen, aber hart genug, um eine für den geschäftlichen Erfolg hinreichende Anzahl von Abzügen zu gewährleisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seiner 1495 gegründeten Werkstatt druckte Dürer seine Grafiken im Eigenverlag und auf Vorrat. Vertrieben wurden sie über Händler, die seine Drucke auf Messen und Märkten feilboten. Die Entscheidung Dürers, das Tier in einem Holzschnitt und nicht als [[Kupferstich]] wiederzugeben, folgte womöglich einem kaufmännischen Kalkül. Zwar nutzt sich der hölzerne Druckstock im Gegensatz zu dem aus Metall schneller ab, Kupferstiche sind aber zeitaufwendiger und deshalb deutlich teurer als Holzdrucke. Und die Darstellung eines Nashorns war ein ungewöhnliches Sujet, denn die Kunden fragten gewöhnlich Bilder mit religiösen Themen nach. Daher könnte es wichtig gewesen sein, das Blatt erschwinglich zu halten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Details des Holzschnitts ===&lt;br /&gt;
Der Holzschnitt trägt folgende Inschrift:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Nach Christus gepurt. 1513. Jar. Adi. j. May. Hat man dem großmechtigen Kunig von Portugall Emanuell gen Lysabona pracht auß India / ein sollich lebendig Thier. Das nennen sie Rhinocerus. Das ist hye mit aller seiner gestalt Abcondertfet. Es hat ein farb wie ein gespreckelte Schildtkrot. Vnd ist von dicken Schalen vberlegt fast fest. Vnd ist in der groeß als der Helfandt Aber nydertrechtiger von paynen / vnd fast werhafftig. Es hat ein scharff starck Horn vorn auff der nasen / Das begyndt es albeg zu wetzen wo es bey staynen ist. Das dosig Thier ist des Helffantz todt feyndt. Der Helffandt furcht es fast vbel / dann wo es Jn ankumbt / so laufft Jm das Thier mit dem kopff zwischen dye fordern payn / vnd reyst den Helffandt vnden am pauch auff vnd er wuorgt Jn / des mag er sich nit erwern. Dann das Thier ist also gewapent / das Jm der Helffandt nichts kan thuon. Sie sagen auch das der Rhynocerus Schmell / Fraydig vnd Listig sey.}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Indian Rhino (Rhinoceros unicornis)1 - Relic38.jpg|mini|[[Panzernashorn|Indisches Panzernashorn]]]]&lt;br /&gt;
Dürers Holzschnitt enthält nicht nur ein falsches Ankunftsdatum des Nashorns in Lissabon, sondern auch eine anatomisch nicht korrekte Darstellung des Dickhäuters. Beispiele wie sein [[Feldhase (Dürer)|kauernder Hase]] oder das [[Das große Rasenstück|Rasenstück]] verdeutlichen zwar Dürers besonderes Interesse an einer wirklichkeitsgetreuen Darstellung, jedoch weisen wiederum die Abbildungen des Löwen in seinen frühen „Hieronymus“-Holzschnitten fehlerhafte Körperproportionen auf, so dass dieses exotische Tier nach dem Urteil von David Quammen eher einem zu kurz geschorenen [[Spaniel]] gleicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Quammen, S. 283&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dürer stellt das Panzernashorn dar, als sei es, einem mittelalterlichen [[Ritter]] ähnlich, mit einem lose auf dem Körper aufsitzenden [[Harnisch|Eisenpanzer]] armiert. Der Übergang der Panzerplatte zur Bauchplatte erinnert entsprechend auch an die Einbuchtungen von in Metall geschlagenen Nieten; die Nähte des Panzers stimmen jedoch weitgehend mit dem Verlauf der dicken Hautfalten eines indischen Panzernashorns überein. Dürer gibt die Oberfläche des Panzers wieder, als sei sie gefleckt, der zugefügte Text weist auf eine Farbe ähnlich einem „gespreckelten“ Schildkrötenpanzer hin. Da die Haut von Panzernashörnern an den Hinterbeinen und in der Schultergegend warzenförmige Erhebungen aufweist, kann es sich jedoch um eine Fehlinterpretation der nicht erhaltenen Skizze aus Lissabon handeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Haut an den Beinen wirkt schuppig und erinnert an [[Kettenrüstung|Kettenhemden]], ebenfalls Bestandteil einer mittelalterlichen Ritterrüstung. Im Genick des Tieres befindet sich ein zweites, kleines und gewundenes Horn. Auch hierbei handelt es sich vermutlich um eine Fehlinterpretation der Dürer vorliegenden Beschreibungen&amp;amp;nbsp;– keine der fünf Nashornarten trägt ein Horn im Nacken. Das [[Sumatra-Nashorn]] sowie die in Afrika beheimateten [[Breitmaulnashorn|Breitmaul-]] und [[Spitzmaulnashorn|Spitzmaulnashörner]] haben zwar zwei Hörner. Sie tragen diese aber auf der Nase und der Stirn, und allen drei Arten fehlen die charakteristischen Hautfalten. Neben dem Panzernashorn ist nur das [[Java-Nashorn]] einhornig und weist die dargestellten Hautfalten auf. Über die Ähnlichkeit dieser Art mit dem Panzernashorn lässt sich die Herkunft des Dürer-Dickhäuters auch zweifelsfrei identifizieren. Das in der Zoologie seit [[Heini Hediger]] „Dürerhörnlein“ genannte Nackenhorn könnte aber dennoch einen realen Hintergrund haben. Mehrfach wurden, bereits von Hediger, vor allem beim [[Breitmaulnashorn]] hornige Verwachsungen an dieser Körperstelle dokumentiert, die durchaus einem kleinen Horn ähneln.&amp;lt;ref&amp;gt;Hediger, Ein Leben mit Tieren, 1990, S. 349&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Hediger, Zoologische Gärten – Gestern heute morgen, 1977 (Foto eines Dürerhörnleins bei einem Breitmaulnashorn)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Hediger, Artikel in Der Zoologische Garten, 1970&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Nashorn im Bild der Zeitgenossen Dürers ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Burgkmair.png|miniatur|Hans Burgkmair: Rhinoceros. Holzschnitt, 1515. Wien, [[Albertina (Wien)|Albertina]]|210x210px]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Max.gebetbuch.detail.jpg|miniatur|Aus dem &amp;#039;&amp;#039;Gebetbuch&amp;#039;&amp;#039; Kaiser Maximilians I. (1514/1515): Das Nashorn im Gebüsch|220x220px]]&lt;br /&gt;
Dürer war nicht der einzige Künstler, der sich von der Aufsehen erregenden Nachricht über ein in Europa eingetroffenes Nashorn zu einer Druckgrafik inspirieren ließ. Etwa um dieselbe Zeit wie Dürer fertigte in Augsburg [[Hans Burgkmair der Ältere|Hans Burgkmair]] ebenfalls einen Holzschnitt an. Burgkmair stand in brieflichen Kontakt mit Kaufleuten in Lissabon und Nürnberg. Es ist allerdings unklar, ob er Zugang zu den Briefen und der Skizze hatte, auf denen Dürers Holzschnitt basierte. Es ist nicht auszuschließen, dass Burgkmair das Tier auch selbst gesehen hat. Burgkmairs Darstellung fehlt das von Dürer dargestellte zweite Horn im Genick; sie zeigt außerdem die Fußfesseln, die das Tier trug. Als einzige Nachbildung der Darstellung Burgkmairs gilt eine geschnitzte Figur im Chorgestühl der Kirche St. Martini in [[Minden]].&amp;lt;ref&amp;gt;Bedini S. 234&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere zeitgenössische Darstellung, eine Zeichnung, findet sich als Illustration am Rand einer Seite des &amp;#039;&amp;#039;[[Gebetbuch Maximilians I.|Gebetbuchs]]&amp;#039;&amp;#039; [[Maximilian I. (HRR)|Kaiser Maximilians I.]] Das Tier ist offenbar nach Burgkmairs Vorlage abgebildet, es trägt dieselben Fußfesseln; allerdings hat es einen ausführlichen Hintergrund aus Pflanzen bekommen, die an Dürers [[Das große Rasenstück|Rasenstück]] von 1503 erinnern, und auch ihm sitzt ein zweites Horn im Nacken. Eine Inschrift, die aus späterer Zeit stammt, weist in einem Monogramm [[Albrecht Altdorfer]] als Zeichner aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Bedini, S. 151, Abb. S. 153; Giehlow, S. 59ff. Bedini bezweifelt die Zuordnung der Zeichnung aus dem &amp;#039;&amp;#039;Gebetbuch&amp;#039;&amp;#039; an Altdorfer.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verbreitung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Dürer rhino full.png|miniatur|Späterer Abzug Dürers Holzschnitts mit sechs Textzeilen|210x210px]]&lt;br /&gt;
Die größte Verbreitung erfuhr Dürers Holzschnitt, von dem noch mehrere originale Abzüge erhalten sind; von Burgkmairs Rhinozeros ist heute nur noch ein Abzug bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Bedini S. 151&amp;lt;/ref&amp;gt; Die ersten Abzüge des Dürer-Holzschnitts stammen aus dem Jahr 1515 und unterscheiden sich von späteren durch einen nur fünfzeiligen Text im oberen Teil der Grafik.&amp;lt;ref&amp;gt;Giulia Bartrum beschreibt insbesondere den im [[British Museum]] befindlichen frühen Druck (2002): &amp;#039;&amp;#039;Albrecht Dürer and his legacy: the graphic work of a Renaissance artist.&amp;#039;&amp;#039; British Museum Press, 2002, ISBN 978-0-7141-2633-3. Abgebildet auch bei [[Neil MacGregor]], &amp;#039;&amp;#039;[[A History of the World in 100 Objects|Eine Geschichte der Welt in 100 Objekten]]&amp;#039;&amp;#039;. Aus dem Englischen von Waltraut Götting. Andreas Wirthensohn, Annabell Zettel, C. H. Beck, München 2011, ISBN 978-3-406-62147-5, S. 558f. Vgl. [https://www.britishmuseum.org/research/collection_online/collection_object_details.aspx?objectId=1344252&amp;amp;partId=1 Inventar des Britischen Museums (1895,0122.714)].&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Dürers Tod wurden in den 1540er-Jahren zwei erneute Auflagen von demselben Druckstock hergestellt, der noch zwei weitere gegen Ende des 16. Jahrhunderts folgten. Diese späteren Abzüge weisen sechs Textzeilen auf. Kopien des Dürer’schen Rhinozeros lassen sich bis ins 18. Jahrhundert nachweisen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die kunstgeschichtliche Bedeutung des Holzschnitts ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Nashorn.medici.jpg|miniatur|Das [[Emblem (Kunsthistorische Kategorie)|Emblem]] Allesandros de&amp;#039; Medici (Abbildung von 1557)|220x220px]]&lt;br /&gt;
[[Datei:David Kandel - Rhinoceros.jpeg|miniatur|[[David Kandel]]: &amp;#039;&amp;#039;Rinoceros&amp;#039;&amp;#039;. Aus der &amp;#039;&amp;#039;Cosmographia&amp;#039;&amp;#039; [[Sebastian Münster]]s, um 1550. Die Ähnlichkeit mit Dürers Darstellung ist unübersehbar.|200x200px]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CasparSchmalkalden Rhinoceros.jpg|miniatur|[[Caspar Schmalkalden]]: Kolorierte Zeichnung, 17. Jahrhundert; Dürers Schnittmuster des Panzers ist erkennbar wiederholt.|232x232px]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Nashorn 1747.jpg|miniatur|Bewegungsstudie eines Nashorns, 1747&amp;lt;ref&amp;gt;Aus: James Parsons: &amp;#039;&amp;#039;Die natürliche Historie des Nashorns, welche von Doctor Parsons in einem Schreiben an Martin Folkes&amp;amp;nbsp;… abgefasset, und mit zuverläßigen Abbildungen versehen, und aus dem Englischen in das Deutsche übersezet worden von G. L. Kuth&amp;#039;&amp;#039;. Stein und Raspe: Nürnberg, 1747&amp;lt;/ref&amp;gt;|220x220px]]&lt;br /&gt;
Dürers anatomisch nicht völlig korrekter Holzschnitt blieb bis in die Gegenwart populär und bis ins 18. Jahrhundert prägend für die mitteleuropäische Vorstellung von einem Panzernashorn, obwohl in Europa erneut lebende Nashörner zu sehen waren. Acht Jahre lang, von 1579 bis 1587, wurde in Madrid wiederum ein Panzernashorn gezeigt; ein weiteres hielt sich von 1684 bis 1686 in London auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 16./17. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Ein Nashorn, das offensichtlich auf Dürers Holzschnitt basierte, wurde von [[Alessandro de’ Medici|Alexander von Medici]] (1510–1537) mit dem Motto „non bvelvo sin vencer“ – „Ich werde nicht ohne Sieg zurückkehren“ – als Wahrzeichen gewählt. Dürers Vorlage ist auch in der Skulptur eines Nashorns auszumachen, das sich im unteren Bereich eines 21 Meter hohen [[Obelisk]]en befand, den [[Jean Goujon (Bildhauer)|Jean Goujon]] anlässlich der Ankunft von [[Heinrich II. (Frankreich)|Heinrich II.]] in Paris im Jahre 1549 entwarf und vor der Kirche &amp;#039;&amp;#039;Saint-Sepulcre&amp;#039;&amp;#039; in der Rue Saint-Denis errichten ließ. Ein ähnliches Nashorn findet sich im Bildprogramm einer der Bronzetüren der Kathedrale von Pisa am westlichen Eingang.&amp;lt;ref&amp;gt;Bedini, S. 228–235&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dürers Holzschnitt tauchte auch in einer Reihe naturwissenschaftlicher Texte als Abbildung auf, wie zum Beispiel in [[Sebastian Münster]]s „Cosmographia“ von 1544, [[Conrad Gessner]]s „Historiae Animalium“ von 1551 oder [[Edward Topsell]]s „Histoire of Foure-footed Beastes“ von 1607. Der überwiegend in [[Antwerpen]] tätige [[Philipp Galle]] (1537–1612) hatte eine Grafik nach dem Madrider Nashorn gefertigt; diese Abbildung wurde jedoch nicht annähernd so weit verbreitet wie Dürers Holzschnitt.&amp;lt;ref&amp;gt; Zu diesem Thema fand die Sonderausstellung &amp;#039;&amp;#039;Wundertier Nashorn. Graphik aus drei Jahrhunderten&amp;#039;&amp;#039; (21.07.2022 - 26.07.2023) im [[Germanisches Nationalmuseum|Germanischen Nationalmuseum]] statt. Siehe [https://www.gnm.de/ausstellungen/highlights2022/wundertier-nashorn/ &amp;#039;&amp;#039;Wundertier Nashorn&amp;#039;&amp;#039;].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== 18. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Die Wirkung von Dürers Darstellung auf die europäische Vorstellung von der Gestalt eines Nashorns begann erst Mitte des 18. Jahrhunderts nachzulassen. Während dieser Zeit gelangten mehrfach erneut Panzernashörner nach Europa. [[Jean-Baptiste Oudry]] malte ein lebensgroßes Porträt von [[Clara (Nashorn)|Clara]]&amp;lt;ref&amp;gt;Abbildung siehe [[:Datei:Clara 1749 Oudry.jpg|hier]]&amp;lt;/ref&amp;gt;, einem Panzernashorn, das mit seinem Besitzer [[Douwe Mout van der Meer]] von 1746 bis 1758 durch mehrere Länder Europas tingelte. Von [[George Stubbs]] stammt das Porträt eines Panzernashorns, das um 1790 in der Menagerie des [[Tower of London]] gehalten wurde. Beide Gemälde waren naturgetreuer als Dürers Holzschnitt und ersetzten allmählich dessen Anschauung eines Panzernashorns. Dazu trug besonders bei, dass Oudrys Gemälde von Clara als Vorlage für eine Illustration in [[Georges-Louis Leclerc de Buffon|Buffons]] ab 1749 in 44 Bänden publizierten „Histoire naturelle“ diente&amp;lt;ref&amp;gt;Abbildung siehe [[:Datei:Nashorn.buffon.jpg|hier]]&amp;lt;/ref&amp;gt;, einer in ganz Europa erfolgreichen &amp;#039;&amp;#039;Naturgeschichte&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Moderne ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Dalí.Rinoceronte.JPG|mini|[[Salvador Dalí]]s Skulptur &amp;#039;&amp;#039;Rinoceronte vestido con puntillas&amp;#039;&amp;#039;|200x200px]]&lt;br /&gt;
In Deutschland blieb Dürers Nashorn seit dem 19. Jahrhundert insbesondere als Illustration in den Schulbüchern gegenwärtig; bis in die 1930er-Jahre galt es darin sogar zuweilen als getreuliche Abbildung eines Rhinoceros.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Clarke S. 20&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Holzschnitt wurde im [[Kunstpädagogik|Kunstunterricht]] der allgemeinbildenden Schulen seit Mitte des 20. Jahrhunderts als Vorlage für das Studium [[Grafik|grafischer]] Ausdrucksmittel empfohlen und eingesetzt. In der Kunst der Moderne inspirierte Dürers Nashorn [[Salvador Dalí]]s Skulptur &amp;#039;&amp;#039;Rinoceronte vestido con puntillas&amp;#039;&amp;#039; von 1956, die seit 2004 in [[Marbella]] aufgestellt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Umberto Eco]] notierte 1968, dass Dürers Bild eines Nashorns auch „in den Büchern der Entdecker und Zoologen“ auftauche, „die wirkliche Nashörner gesehen haben und wissen, daß diese keine dachziegelartigen Platten haben“. Verglichen mit einer Fotografie, so Eco, wirke der Druck Dürers zwar lächerlich, „aber wenn wir die Haut des Nashorns aus der Nähe untersuchten, würden wir eine solche Menge von Runzeln entdecken, daß in gewisser Hinsicht (z.&amp;amp;nbsp;B. bei einem Vergleich zwischen menschlicher Haut und der Haut des Nashorns) die grafische Verstärkung Dürers viel realistischer erscheinen würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;Umberto Eco, &amp;#039;&amp;#039;La struttura assente&amp;#039;&amp;#039;, Mailand 1968; zitiert nach der deutschen Ausgabe: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Semiotik&amp;#039;&amp;#039;. Fink: München, 1972; S. 211f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Neil MacGregor]] nahm Dürers Druck als 75. Objekt in das Projekt &amp;#039;&amp;#039;[[A History of the World in 100 Objects|Geschichte der Welt in 100 Objekten]]&amp;#039;&amp;#039; des [[British Museum|Britischen Museums]] und der [[British Broadcasting Corporation|BBC]] auf – einerseits weil Dürers anatomisch freie Darstellung die europäische Vorstellung von diesem exotischen Tier so lange prägte, andererseits weil die Vorlage, das ursprünglich den [[Portugiesische Kolonialgeschichte|portugiesischen Eroberern]] geschenkte Tier, als Sinnbild für die [[europäische Expansion]] gesehen werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.bbc.co.uk/programmes/articles/11G37BSTLfXXrnxwBfQWhZk/episode-transcript-episode-75-durers-rhinoceros Transkription der BBC-Radiosendung vom 17. September 2010]; abgerufen am 14. Januar 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2016 schuf Dorota Hadrian (Künstlerin aus Kraków) zum 20-jährigen Jubiläum des [[Krakauer Haus|Krakauer Hauses]] in Nürnberg &amp;#039;&amp;#039;Das Schlafende Nashorn&amp;#039;&amp;#039; aus Polyesterharz in Anlehnung an Dürers Nashorn. Es ist ein Geschenk der Stadt [[Krakau]], zu finden am [[Egidienplatz]]. Die Idee ist, etwas Fremdes und Unbekanntes in eine vertraute Umgebung zu bringen und so über kulturelle Begegnungen und Identität nachzudenken. Das Nashorn soll für die Verbindung stehen, für einen Reisenden, der nach langer Zeit des Wandern in einer neuen Heimat Ruhe findet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.krakauer-haus.de/kh-test/index.php/schlafendes-nashorn/ |titel=Schlafendes Nashorn {{!}} Krakauer Haus |hrsg=Kulturzentrum Krakauer Haus |sprache=de |abruf=2026-03-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Büchnerpreisträger Jan Wagner schrieb ein Gedicht mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;dürers rhinozeros&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Wagner: Steine &amp;amp; Erden. Gedichte. Berlin 2023. S. 78f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Nashorn, Nürnberg im öffentlichen Raum, Geschenk der Stadt Krakau, Künstlerin Dorota Hadrian.jpg|mini|200x200px|Nashorn, Nürnberg im öffentlichen Raum, Geschenk der Stadt Krakau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rhinola ===&lt;br /&gt;
Für das Maskottchen des [[1. FC Nürnberg]]&lt;br /&gt;
(&amp;quot;Rhinola&amp;quot;) ist das Werk Dürers Vorlage.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.fcn.de/fans-mitgliedschaft/mini-cluberer/maskottchen/&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Silvano A. Bedini: &amp;#039;&amp;#039;Der Elefant des Papstes&amp;#039;&amp;#039;. Stuttgart 2006, S. 139–169: &amp;#039;&amp;#039;Das unselige Rhinozeros&amp;#039;&amp;#039;, S. 228 ff.: &amp;#039;&amp;#039;Erinnerungen und Reflexionen&amp;#039;&amp;#039;, ISBN 978-3-608-94025-1.&lt;br /&gt;
* T. H. Clarke: &amp;#039;&amp;#039;The Rhinoceros from Dürer to Stubbs 1515–1799&amp;#039;&amp;#039;. London 1986, Kapitel 1: &amp;#039;&amp;#039;The first Lisbon or ‚Dürer Rhinoceros‘ of 1515&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* [[Karl Giehlow]]: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Entstehungsgeschichte des Gebetbuches Kaiser Maximilians I.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch der Kunsthistorischen Sammlungen des allerhöchsten Kaiserhauses&amp;#039;&amp;#039;. Band XX, Wien 1899, S. 59–71.&lt;br /&gt;
* Daniel Hahn: &amp;#039;&amp;#039;The Tower Menagerie&amp;#039;&amp;#039;. Simon &amp;amp; Schuster UK, London 2003, ISBN 0-7434-8388-X.&lt;br /&gt;
* Plinius Secundus der Ältere: &amp;#039;&amp;#039;Naturkunde. Lateinisch-deutsch&amp;#039;&amp;#039;. Hrsg. und übers. von [[Roderich König]] in Zusammenarbeit mit [[Gerhard Winkler (Epigraphiker)|Gerhard Winkler]]. Buch 8: &amp;#039;&amp;#039;Zoologie, Landtiere&amp;#039;&amp;#039;, München 1976.&lt;br /&gt;
* [[David Quammen]]: &amp;#039;&amp;#039;Die zwei Hörner des Rhinozeros. Kuriose und andere Geschichten vom Verhältnis des Menschen zur Natur&amp;#039;&amp;#039;. List, München 2004, ISBN 3-548-60382-3 (Taschenbuchausgabe).&lt;br /&gt;
* Dieter Salzgeber: &amp;#039;&amp;#039;Albrecht Dürer: Das Rhinozeros&amp;#039;&amp;#039;. Rowohlt, Reinbek 1999, ISBN 3-499-20843-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Dürer&amp;#039;s Rhinoceros|Rhinocerus}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Rhinocerus}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Rhinocerus (Nachdruck)}}&lt;br /&gt;
* [https://sempub.ub.uni-heidelberg.de/duerer.online/de Virtuelles Forschungsnetzwerk Albrecht Dürer], Heidelberg. [[doi:10.11588/.online.687dd1923373e]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Exzellent|28. Januar 2007|27013732}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=w|GND=4540702-2|LCCN=no2017117234|VIAF=190452478}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grafik von Albrecht Dürer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Individuelles Nashorn]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nashorn (Bildende Kunst)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tier in der Politik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Leyo</name></author>
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