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	<title>Rheinlande - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Kulturkritik: /* Siedlungsgebiete der Franken */ überflüssig, passt hier nicht</title>
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		<updated>2026-03-08T10:55:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Siedlungsgebiete der Franken: &lt;/span&gt; überflüssig, passt hier nicht&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt historische am Rhein gelegenen Teile Deutschlands. Zur Bedeutung des Wortes &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rheinland&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; siehe [[Rheinland (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rheinlande&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Ausdruck des 19. Jahrhunderts für nicht einheitlich verstandene bzw. nicht scharf umrissene Territorien am [[Rhein]]. Dabei handelt es sich nicht um ein Synonym für das [[Rheinland]], obwohl das Wort zunächst in gehobener literarischer Sprachvariante so klingen mag und auch reduziert auf dieses Kernland verwendet wird. Bis Ende des 18. Jahrhunderts war der Ausdruck „Rheinland“ für die Region im Bereich des Rheines nicht geläufig, und dies gilt auch für die „Rheinlande“.&amp;lt;ref&amp;gt;Joseph Hansen, in: &amp;#039;&amp;#039;Rheinland und Rheinländer&amp;#039;&amp;#039;, 1925, Koblenz, S. 9. Onlinefassung, [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0128-1-39587 Rheinland und Rheinländer]&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Rheinlande&amp;#039;&amp;#039;, sieht man von Historikern ab, allgemein kaum noch benutzt. Der [[Duden]] gibt unter dem Eintrag &amp;#039;&amp;#039;Rheinland&amp;#039;&amp;#039; als Bedeutung die „nichtamtliche Bezeichnung für die ehemalige [[Preußen|preußische]] [[Rheinprovinz]]“ an und führt unter dem Wort &amp;#039;&amp;#039;Rheinlande&amp;#039;&amp;#039; die historischen „Siedlungsgebiete der [[Franken (Volk)|Franken]] beiderseits des Rheins“ an.&amp;lt;ref&amp;gt;Duden Band I, Bibliographisches Institut Mannheim, Wien, Zürich, Dudenverlag, 24. Auflage, März 2006, S. 853 und vorherige Auflagen&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Rheinlande&amp;#039;&amp;#039; ist damit ein Ausdruck für einen Territorialbereich, der ab Anfang des 19. Jahrhunderts nach Auffassung von Historikern in erster Linie auf die ehemaligen Herrschaftsgebiete im Bereich des [[Mittelrhein|Mittel-]] und [[Niederrhein (Region)|Niederrheines]] zutrifft. Diese &amp;#039;&amp;#039;Rheinlande&amp;#039;&amp;#039; wurden überwiegend zur preußischen Rheinprovinz zusammengefasst und betreffen historische Herrschaftsgebiete, die zwischen 1822 und 1945 beiderseits des Rheins zwischen [[Kleve]] und [[Bingen am Rhein|Bingen]] lagen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Janssen, in: &amp;#039;&amp;#039;Rheinland - Begriff und Sache&amp;#039;&amp;#039;, Böhlau Verlag, Köln, S. 33. Onlinefassung&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Rheinlande&amp;#039;&amp;#039; ist damit ein alternativ in preußischer Zeit geprägter siedlungs- und kulturhistorischer Begriff, der, politisch motiviert, auf einen viel älteren Zeitraum zurückgreifen muss, um die Zusammengehörigkeit der Rheinregionen auf der Grundlage einer „Gefühls- und Volksgemeinschaft“ zu belegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Belege}}&lt;br /&gt;
== Siedlungsgebiete der Franken ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Frankenreich 768-811.jpg|mini|Das Reich der Karolinger unter Karl dem Großen]]&lt;br /&gt;
Auszugehen ist bei dieser Definition von den ursprünglichen fränkischen Siedlungskernen am [[Niederrhein (Fluss)|Niederrhein]] ([[Salfranken]]) und [[Mittelrhein]] ([[Rheinfranken]] = &amp;#039;&amp;#039;Francia rhinensis&amp;#039;&amp;#039; oder ripuarische Franken genannt). Seit dem 3. nachchristlichen Jahrhundert waren die [[Franken (Volk)|Franken]] erstmals in der Geschichte nachweisbar. Eine scharfe Grenzziehung ihrer Siedlungsgebiete ist in dieser frühen Zeit nicht möglich. Nördlich und westlich des Gebietes um [[Kleve]] waren die [[Friesen]] ansässig, östlich des Rheins saßen die [[Sachsen (Volk)|Sachsen]], [[Chatten]] und [[Thüringer]], südlich von [[Mainz]] befand sich der Siedlungsraum der [[Alemannen]] und westlich des Mittelrheins hielten sich die langsam zerfallenden spätantiken Rückzugsstrukturen der [[gallo-römische Kultur|gallo-römischen Kultur]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den Salfranken unter [[Chlodwig I.]] ging die Einigung der fränkischen Stämme unter Beseitigung des rheinfränkischen Königtums mit vormaligem Zentrum in Köln, die Expansion nach Westen und Eroberung Galliens sowie die Begründung des [[Merowinger]]-Reiches aus. In dieser Zeit verlagerte sich der Schwerpunkt des fränkischen Reiches nach Westen, und die ehemaligen Kerngebiete am Rhein wurden zur Randzone. Westlich vom [[Mittelrhein]] setzte sich bis zu einer Linie, die in etwa auch heute noch die Sprachgrenze zwischen der deutschen und der französischen Sprache konstituiert, die fränkische Sprache durch; westlich davon wurden die Franken romanisiert, und diese romanisierten Gebiete werden nicht zu den Rheinlanden gezählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Vertrag von Meerssen.svg|mini|hochkant=1.5|Die Gebietsaufteilung im Vertrag von Meerssen 870]]&lt;br /&gt;
Ein weiteres Stammgebiet der Franken lag östlich des [[Mittelrhein]]s entlang und nördlich der [[Main]]-Linie, nach Unterwerfung der Thüringer und Chatten bis zur [[Werra]] und [[Fulda (Fluss)|Fulda]] sowie in die [[Rhön]] hinein (d.&amp;amp;nbsp;h. weite Teile des heutigen [[Hessen]]s umfassend), das schon im 6. Jahrhundert angeschlossen war und unter [[Pippin der Mittlere|Pippin dem Mittleren]] nach Südosten in das heutige Franken hin expandierte. Dieses weit nach Osten reichende Gebiet sowie [[Mainfranken]] südlich des Mains zählt nicht zu den Rheinlanden. Nördlich bis etwa zu einer Höhe von Bonn stießen im 6. Jahrhundert die Sachsen so weit nach Westen vor, dass rechtsrheinisch zur Merowingerzeit am Niederrhein nur ein schmaler fränkischer Streifen verblieb, der als ungesichertes Terrain galt, so dass die Anbindung der rechtsrheinischen Niederrhein-Gebiete an den fränkischen Reichsverband nur locker war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den Karolingern lag der gesamte Rhein von der Quelle bis zur Mündung innerhalb des [[Fränkisches Reich|Fränkischen Reiches]]. Die Alemannen und Friesen hatten sich zur Zeit Karls des Großen freiwillig dem fränkischen Reich subordiniert, während die Sachsen mit Gewalt unterworfen worden waren. Da [[Karl der Große]] als seine Hauptresidenz [[Aachen]] wählte, verlagerte sich der Mittelpunkt des Reiches wieder in die Gebiete am Rhein. Zusätzlich wurde die schon zu in der Merowingerzeit begonnene Christianisierung mittels Klostergründungen, ausgehend von den [[Erzbistum Köln|Erzbistümern Köln]], [[Erzbistum Mainz|Mainz]] und [[Erzbistum Trier|Trier]] verstärkt. Hierdurch wurde die Verbreitung des Christentums in dem Gebiet zwischen [[Maas]], [[Mosel]] und [[Rhein]] vollendet. Weiterhin wurde dieser Bereich auch zu einem der kulturellen Zentren des Frankenreiches, das wieder in den ursprünglichen Siedlungsgebieten in Bereichen des Rheins lag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Aufteilung des [[Frankenreich|Karolingerreiches]] nach dem Tode von „Karl dem Großen“ wurde das weitgehend ab Ende des 3. und 4. Jahrhunderts von Franken besiedelte Kerngebiet ([[Austrasien]]) im Teilungsvertrag von [[Vertrag von Verdun|Verdun]] (843) überwiegend dem Mittelreich von [[Lothar I.]] zugeordnet. Im [[Vertrag von Meersen]] (870) wurden aber der nordöstliche Bereich von diesem „Mittelreich“ wieder vom Ostfrankenreich übernommen und damit das alte Siedlungsgebiet der Franken unter dem Deutschen König [[Ludwig der Deutsche|Ludwig]] weitgehend erneut vereinigt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Hochmittelalter]] gehörten die fränkischen Siedlungsgebiete im Bereich des Rheins fast vollständig zu den drei Erzbistümer Köln, Mainz und Trier. Mit den [[Suffragan]]bistümer Lüttich und Utrecht war zu diesem Zeitpunkt Köln überwiegend für die fränkischen Gebiete nördlich des Moselgebietes zuständig, die aktuell östlich der Maas als Rheinland bezeichnet werden. Das Erzbistum Trier, Bestandteil des [[Herzogtum Lothringen|Herzogtums Lothringen]] zu dieser Zeit, umfasste das Moselgebiet und alle weiteren südlichen Suffraganbistümer in diesem Herzogtum, während zum Erzbistum Mainz unter anderem die südlichen Gebiete am heutigen Oberrhein mit den Suffraganbistümern [[Bistum Straßburg|Straßburg]], [[Bistum Speyer|Speyer]] und [[Bistum Worms|Worms]] gehörten.&amp;lt;ref&amp;gt;Neben den angeführten waren sowohl Köln wie auch Mainz für weitere Bistümer (Köln: [[Bistum Münster|Münster]] und Bereiche in Westfalen; Mainz: [[Bistum Paderborn|Paderborn]], [[Bistum Bamberg|Bamberg]], [[Bistum Hildesheim|Hildesheim]], [[Bistum Halberstadt|Halberstadt]] und [[Bistum Brandenburg|Brandenburg]]) sowie weitere lehnsabhängige Grafschaften und Herrschaften, die deutlich östlicher des Rheines lagen, zuständig.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schwerpunkt des Herrschaftsgebietes für das Erzbistum Köln waren große linksrheinische von Franken besiedelte Bereiche, während rechtsrheinisch nördlich der Mainmündung in den Rhein nur ein relativ schmaler Streifen zum historisch fränkischen Siedlungsgebiet zählte. Durch die territoriale starke Zersplitterung, die besonders nach dem Hochmittelalter mit der dann deutlich geringeren weltlichen Machtbasis für die Deutschen Kaiser und den Erzbischöfen (später die [[Fürstbischof|Fürstbischöfe]]) begann, war dann über die Jahrhunderte hinweg keine historisch gewachsenen politische Einheit dieser Länder am Rhein vorhanden. Erschwerend kam hinzu, dass bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts sich lokale Herrscher in diesem Gebiet häufig mit Frankreich zeitweise verbündeten, um für ihr Herrscherhaus territoriale Vorteile zu erlangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Namensherkunft ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das im Sprachgebrauch des 21. Jahrhunderts antiquiert und literarisch anmutende Wort „Lande“ als Plural von „[[Land (historisch)|Land]]“ ist zugleich ein historisierendes. Es wurde ursprünglich auf das [[Haus Burgund]] im frühen 15. Jahrhundert angewandt. Dort sind die &amp;#039;&amp;#039;[[Burgundische Niederlande|Niederen Lande]]&amp;#039;&amp;#039; (d.&amp;amp;nbsp;h. [[Grafschaft Flandern|Flandern]], [[Herzogtum Brabant|Brabant]], [[Grafschaft Holland|Holland]] und [[Herzogtum Luxemburg|Luxemburg]]) von den &amp;#039;&amp;#039;Oberen Landen&amp;#039;&amp;#039; (d.&amp;amp;nbsp;h. dem burgundischen Kernland um das [[Herzogtum Burgund|Herzogtum]] und die [[Freigrafschaft Burgund]]) unterschieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der preußische Sprachgebrauch kennt die Bezeichnung „Lande“ in anderen geographischen Zusammenhängen, wie die [[Hohenzollernsche Lande]] und die „Lande zwischen Rhein und Maas“. Letztere betreffen die vier von den französischen Revolutionsarmeen nach 1794 in den [[Koalitionskrieg]]en eingerichteten „Départements Réunis“ (d.&amp;amp;nbsp;h. das [[Saar-Departement]], das [[Département Donnersberg|Donnersberg-Departement]], das [[Département de la Roer|Rur-Departement]] und das [[Rhein- und Mosel-Departement]]), die vor dem [[Wiener Kongress]] bis zum Zusammenbruch des [[Erstes Kaiserreich|Kaiserreiches]] unter Napoleon entstanden waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Übertragung des „Lande“-Begriffs auf die nördlich der Pfalz liegenden Rheingebiete ist erst ab Beginn des 19. Jahrhunderts nachweisbar. Nach dem [[Wiener Kongress]] wurden die linksrheinischen Gebiete nördlich des [[Elsass]] mit [[Rheinhessen]] an das [[Großherzogtum Hessen]], die [[Pfalz (Bayern)|Pfalz]] an das [[Königreich Bayern]] und alle übrigen Rheingebiete an [[Königreich Preußen|Preußen]] angegliedert. Von diesen nun preußischen Gebieten gehörten vor Beginn des 19. Jahrhunderts nur das ehemalige [[Herzogtum Kleve]], die [[Grafschaft Moers]] und Teile [[Obergeldern]]s zu Preußen. Neuerwerbungen waren das frühere [[Herzogtum Jülich-Berg]] und die früheren [[Erzstift]]e [[Kurköln|Köln]] und [[Kurtrier|Trier]]. Alle diese preußischen „Westlande“, die am oder im Bereich des Rheines lagen, wurden 1822 zur [[Rheinprovinz]] zusammengefasst. Synonyme für dieses Territorium, das bis 1945 auch noch innerhalb des geeinigten Deutschen Reiches bestand, sind [[Rheinland]], &amp;#039;&amp;#039;Rheinpreußen&amp;#039;&amp;#039; oder auch &amp;#039;&amp;#039;Preußische Rheinlande&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zusammenlegung von seit dem Mittelalter bestehenden Einzelterritorien über die Vorstufen [[Provinz Großherzogtum Niederrhein]] und [[Provinz Jülich-Kleve-Berg]] 1822 zu der Rheinprovinz gestaltete sich deshalb zunächst als ein artifizieller Schritt. Von den Preußen wurden bis etwa 1830 die preußischen Gebiete am Rhein noch als „Rheinprovinz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;en&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;“ bezeichnet und waren damit die &amp;#039;&amp;#039;Lande am Rhein&amp;#039;&amp;#039;. Beispielsweise wurde 1828 zum [[Provinziallandtag (Preußen)|Provinziallandtag]] „der Rheinprovinzen“ eingeladen. Erst nach 1830 wurden sprachlich aus den bisherigen Provinzen der Rheinlande die „einheitliche“ &amp;#039;&amp;#039;Rheinprovinz&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilhelm Janssen, in: &amp;#039;&amp;#039;Rheinland - Begriff und Sache&amp;#039;&amp;#039;, Böhlau Verlag, Köln, S. 31 bis 42. Onlinefassung&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe des darauffolgenden Jahrhunderts bis zur Weimarer Republik wurden die &amp;#039;&amp;#039;Rheinlande&amp;#039;&amp;#039; als Kulturraum mit gemeinsamen Wurzeln, motiviert durch die Abgrenzungsbestrebungen gegen Frankreich, das den Rhein als „natürliche Ostgrenze“ für sich beanspruchte, einerseits und gegen Preußen andererseits, aus verschiedenen Perspektiven durch Literaten, Philosophen und Historiker entdeckt und geschaffen. Je nach politischer Lage wurde im Kaiserreich sowie in der Weimarer Republik der Begriff mal weiter und mal enger ausgelegt. Im Zuge der [[Rheinromantik]] verwischen sich häufig Mythen und Fakten, so dass noch heute das &amp;#039;&amp;#039;[[Rheinland|Rheinische]]&amp;#039;&amp;#039; als kulturelle Identität nur sehr schwer zu fassen und abzugrenzen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Kriterien für den Zusammenhalt der „Rheinlande“ als dem „fränkischen Ausschnitt aus dem Stromgebiet des Rheins“ (Martin Spahn) stellen verschiedene Historiker der Weimarer Republik das Festhalten am [[Katholizismus]], eine liberale Geisteshaltung und Distanz zum Preußentum, den Fluss als Verkehrsstraße sowie den damit gebildeten zusammen gehörenden Wirtschaftsraum ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung der Bezeichnung Rheinlande ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige häufigere Verwendung der Bezeichnung Rheinlande unter den Preußen ab 1815 und nach 1871 auch im Kaiserreich ist aktuell weitgehend nur noch eingeschränkt unter Historikern gebräuchlich. Frühe Beispiele der Verwendung sind der Name des 1829 gegründeten [[Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen|Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen]] sowie der erste Reiseführer über die „Rheinlande“ von [[Karl Baedeker]] in seiner Erstausgabe von 1854. Dieser bezog sich auch noch auf das Gebiet von [[Basel]] am [[Oberrhein]] bis zur niederländischen Grenze bei Kleve.&amp;lt;ref&amp;gt;Reiseführer „Baedeker“, Ausgabe:1854, &amp;#039;&amp;#039;Von Basel am Oberrhein bis zur Holländischen Grenze bei Kleve&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiteres Beispiel ist die Kulturzeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Die Rheinlande]]&amp;#039;&amp;#039;, deren Herausgeber der Schriftsteller [[Wilhelm Schäfer (Schriftsteller)|Wilhelm Schäfer]] bis 1905 und anschließend der [[Verband der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein]] war. Diese Zeitschrift – Nebentitel &amp;#039;&amp;#039;Monatsschrift für deutsche Kunst&amp;#039;&amp;#039; – erschien von Oktober 1900 bis 1922.&amp;lt;ref&amp;gt;Delseit, Wolfgang, „Schäfer, Wilhelm“, in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 515–516. [http://www.deutsche-biographie.de/pnd118794868.html Onlinefassung]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihren Titel verstand Schäfer programmatisch. Alle Länder „am Rhein“ wurden als Teil eines [[Kulturraum]]s Rheinlande begriffen. Mit der Zeitschrift wollte er den kulturellen Merkmalen der Rheinlande, die er vor allem als [[Kulturlandschaft]] bzw. Kulturraum verstand, auf den Grund gehen und ihre Kunst „wiederentdecken“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{DDB|Objekt|WHRWKR7HMN2V3ZQU53CCVCG2REQZDLL2| Heinrich-Heine-Institut: &amp;#039;&amp;#039;Die Rheinlande&amp;#039;&amp;#039;. Datenblatt zur Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Die Rheinlande&amp;#039;&amp;#039;}}, abgerufen am 21. Juni 2015&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Plakat Sage und Geschichte des Rheines, rheinisches Leben der Gegenwart Düsseldorf, zu Redoute Februar 1872, von Caspar Scheuren Litographie.jpeg|mini|[[Caspar Scheuren]]: &amp;#039;&amp;#039;Maskenfest des Künstler-Vereins „Malkasten“&amp;#039;&amp;#039;, 1872 – Nach einem Festzug, den der Düsseldorfer [[Malkasten (Künstlerverein)|Künstlerverein Malkasten]] in der Gründerzeit veranstaltete, wurden die Rheinlande als Sagen- und Geschichtsraum von der Schweiz bis Holland verstanden.]]&lt;br /&gt;
Heute werden die Gebiete am Oberrhein nicht mehr zum Rheinland gezählt. Eine gängige Auslegung des „Rheinischen“ vom siedlungs- und kunsthistorischen Standpunkt aus bezieht sich nun auf Gebiete zwischen [[Maas]] als Westgrenze, [[Mosel]] als Südgrenze und [[Rhein]] als Ostgrenze.&amp;lt;ref&amp;gt;Rechtsrheinisch gehört im nördlichen Bereich nur ein relativ schmaler Streifen zum Rheinland, der durch Münsterland, Westfalen und Bergisches Land begrenzt wird. Allerdings gehören die westlichen Bereiche vom Ruhrgebiet, Bergisches Land, Siebengebirge, Westerwald und Taunus bis etwa einer östlichen Grenzlinie Essen, Wuppertal und Rheingau historisch auch zum Rheinland. Der westliche Teil des Taunus und der Rheingau gehörten jedoch nicht zur preußischen Rheinprovinz.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Begrenzung wird auch vom Reclams Kunstführer „Rheinlande – Westfalen“, Ausgabe von 1959, verwendet. Sieht man von [[Rheinhessen]] ab, das ebenfalls enthalten ist, wird darin eine ganzheitliche Erfassung der Baudenkmäler beiderseits des Rheins ab etwa [[Mainz]] vorgenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 1920 von [[Hermann Aubin]] gegründete „Institut für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande“ an der Universität [[Bonn]], das ab 1925 von der preußischen Rheinprovinz mitfinanziert wurde, hatte ursprünglich den politischen Hintergrund, zur Abwehr französischer Ansprüche landesgeschichtliche, kirchengeschichtliche, alltagsgeschichtliche, soziale und linguistische Gemeinschaftsstrukturen dieser übergreifenden Gebiete am Rhein zu erforschen. Das Institut wurde zwar nach 1945 aufgelöst, aber es gibt aktuell an der Universität als Nachfolge noch die „Abteilung der Rheinischen Landesgeschichte“. Die Forschungsthemen haben sich wenig geändert, konzentrieren sich jedoch heute frei von ideologischen Zwängen auf eine Kernregion des Rheins von [[Koblenz]] bis [[Düsseldorf]] unter Einbeziehung der [[Eifel]]. Weiterhin wurde 1925 ein „Verein der geschichtlichen Landeskunde der Rheinlande“ gegründet, der noch aktiv ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Internetauftritt des Vereins „Rheinlande“. {{Webarchiv|url=http://www.landesgeschichte.uni-bonn.de/verein/index.htm/ |wayback=20141129052624 |text=Onlinefassung |archiv-bot=2019-05-10 00:52:52 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein typisches Beispiel für die aktuelle Verwendung des Ausdrucks „Rheinlande“ ist der [[Geschichtlicher Atlas der Rheinlande|Geschichtliche Atlas der Rheinlande]]. Bereits dessen Vorläufer, der „Geschichtliche Atlas der Rheinprovinz“ unter [[Wilhelm Fabricius (Historiker, 1861)|Wilhelm Fabricius]] von 1897, hatte bereits die Preußischen Rheinlande zum räumlichen Inhalt. Unter Bezug auf die historischen diversen Herrschaftsgebiete, den Rheinlanden, wurden für diesen Bereich mit Unterstützung der [[Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde]] und dem [[Landschaftsverband Rheinland]] für das Areal im Bereich des Rheines ab Beginn der 1980er Jahre sowohl Kartenblätter als auch zusätzliche umfangreiche Arbeiten diverser Autoren über den Kulturraum beiderseits des Rheins zwischen der niederländischen Grenze und südlich bis in die [[Pfalz (Region)|Rheinpfalz]] herausgegeben. Eckpunkte für die Kartenblätter sind im Norden [[Millingen am Rhein|Millingen van de Rijn/NL]] bis [[Oelde]] in Westfalen und im Süden [[Thionville]]/F an der Mosel bis [[Lambrecht (Pfalz)|Lambrecht]] in der Pfalz.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, 298&amp;quot;&amp;gt;Wilfried Krings; in: &amp;#039;&amp;#039;Geschichtlicher Atlas der Rheinlande – Eine Zwischenbilanz&amp;#039;&amp;#039;, 1992, Band 46, S. 298.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umfangreiche zusätzliche historische Untersuchungen und Ausarbeitungen gibt es inzwischen zu den Kartenblättern der rheinischen Territorien &amp;#039;&amp;#039;Berg, Geldern, Kleve&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Kurköln&amp;#039;&amp;#039;, während für &amp;#039;&amp;#039;Jülich&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Kurtrier&amp;#039;&amp;#039; noch größere Lücken bestehen.&amp;lt;ref name =&amp;quot;Geschichtlicher Atlas der Rheinlande, 298&amp;quot;/&amp;gt; Untersucht wurden die verschiedensten Aspekte (z.&amp;amp;nbsp;B. Siedlungs- und Sprachgeschichte, Kulturgeographie, vorromanische Kirchenbauten, jüdische Besiedlung im Mittelalter, Bevölkerungsentwicklung vom Wiener Kongress bis heute und viele weitere Themen). Zu diesen neueren Beiträgen im Bereich der Bildung und Kultur und deren Entwicklung im Rheinland gehören die Beiträge von Andreas Rutz und Kurt Wesoly, die unter anderem Quellen zur Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Rheinlande&amp;#039;&amp;#039; anführen.&amp;lt;ref&amp;gt; Kurt Weseler/Andreas Rutz (Hg.), 2010, S. 10, 31 ([http://books.google.de/books?id=_9vw1adOphEC&amp;amp;pg=PA31 Onlinefassung]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bernhard Walcher: &amp;#039;&amp;#039;Vormärz im Rheinland&amp;#039;&amp;#039;, 2009, S. 32 ([http://books.google.de/books?id=e2a90PTwkxMC&amp;amp;pg=PA32 Onlinefassung]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine neuere Aufstellung von „Aufsätzen in Zeitschriften und Sammelwerken bis 1915“ wurde 2010 zur „Geschichte der Rheinlande“ veröffentlicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Max Bär, in: &amp;#039;&amp;#039;Bücherkunde zur Geschichte der Rheinlande&amp;#039;&amp;#039;, Bonn, 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Die Rheinlande.jpg|mini|Bucheinband von &amp;#039;&amp;#039;Die Rheinlande in Farbenphotographie&amp;#039;&amp;#039;, Berlin und Köln 1921]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Statistik der Königl.-Preussischen Rheinlande&amp;#039;&amp;#039;. Mayer, Aachen 1829, {{ULBDD|urn:nbn:de:hbz:061:1-492529}} (ULB Düsseldorf).&lt;br /&gt;
* [[Max Bär (Archivar)|Max Bär]]: &amp;#039;&amp;#039;Bücherkunde zur Geschichte der Rheinlande.&amp;#039;&amp;#039; Bonn 1920, [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-27813 Digitalisat] (ULB Düsseldorf).&lt;br /&gt;
* Sabine Brenner (Sabine Brenner-Wilczek): &amp;#039;&amp;#039;Das Rheinland aus dem Dornröschenschlaf wecken! Zum Profil der Kulturzeitschrift »Die Rheinlande« (1900–1922).&amp;#039;&amp;#039; Bd. 10 der Schriftenreihe „Archiv – Bibliothek – Museum“ des Heinrich-Heine-Instituts, Düsseldorf 2004, ISBN 3-89978-022-1.&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Mathar]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Karolinger in den Landen zwischen Maas, Mosel und Rhein. Ein geschichtlicher Überblick&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Eifel-Kalender.&amp;#039;&amp;#039; Stollfuß, Bonn 1943, S. 32.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Rheinische Lebensbilder.&amp;#039;&amp;#039; Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde. Droste, Düsseldorf 1961–1988. 11 Bde. erschienen.&lt;br /&gt;
* [[Edmund Renard (der Jüngere)]] (als Herausgeber): &amp;#039;&amp;#039;Die Rheinlande in Farbenphotographie&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Deutschland in Farbenphotographie&amp;#039;&amp;#039; Band 6 und 7). Verlagsanstalt für Farbenphotographie Carl Weller, Berlin 1921, 1922&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.rheinische-landeskunde.lvr.de/de/projekte/abgeschlossene_projekte/geschichtlicher_atlas_der_rheinlande/detailseite_43.html Geschichtlicher Atlas der Rheinlande]&lt;br /&gt;
* [http://www.grhg.de Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise und Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rheinland| Rheinlande]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historisches Territorium (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Region in Deutschland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Region in Europa]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Kulturkritik</name></author>
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