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	<title>Reussgletscher - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Reussgletscher&amp;diff=1531212&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;B.A.Enz: /* Glaziale Geotope */ Komma</title>
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		<updated>2026-03-26T17:51:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Glaziale Geotope: &lt;/span&gt; Komma&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!--schweizbezogen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Andermatt.jpg|mini|Das vom ehemaligen Gletscher geformte Urserental bei [[Andermatt]]]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Reussgletscher&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein [[Gletscher]] des [[Känozoisches Eiszeitalter|Quartären Eiszeitalters]] auf dem Gebiet der heutigen [[Schweiz]]. Er hatte sein Nährgebiet in den [[Alpen]] und stiess während den Kaltzeiten aus dem oberen Einzugsgebiet der [[Reuss (Fluss)|Reuss]] und dem [[Gotthardmassiv]] mehrmals gegen Norden in das schweizerische Mittelland und bei der maximalen Vergletscherung wie etwa in der [[Riß-Kaltzeit|Riss-Kaltzeit]] wohl bis in den Südrand des [[Schwarzwald]]s vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auswirkung seines letzten Vorstosses während der [[Würm-Kaltzeit]] auf die Landschaft der heutigen Kantone Schwyz, Luzern, Zug, Zürich und Aargau zeichnet sich in zahlreichen [[Bodenform]]en und [[Geotop]]en deutlich ab. [[Moräne]]nzüge, [[Drumlin]]s, Schotterebenen, Grundmoränenschichten und Torfmoore sowie ehemalige [[Gletscherrandsee]]n wie der [[Hallwilersee|Hallwiler-]] und der [[Baldeggersee]] sind Zeugen des Gletschers und bedeutende Naturdenkmale.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.stiftung-reusstal.ch/wp-content/uploads/2016/05/Geomorphologie-Reussebene.pdf Stiftung Reusstal]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch das Becken des [[Vierwaldstättersee]]s entstand durch die Gletschererosion.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausdehnung ==&lt;br /&gt;
In den Epochen starker Vergletscherung wuchsen die Gletscher der nördlichen Gebirgs[[abdachung]] der Alpen so stark an, dass sie im heutigen Mittelland eine geschlossene Eisfläche bildeten. Der Reussgletscher traf auf der Ostseite im Gebiet des Kantons Zug den [[Rheingletscher|Rhein-Linthgletscher]] und im Westen den [[Aargletscher|Aare]]-[[Rhonegletscher]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Gletscher baute sich in den Anfangsphasen der Kaltzeiten allmählich in den Gebirgstälern der Urner Alpen und angrenzender Gebiete auf. Die Fläche dieses Gebirgsabschnitts im &amp;#039;&amp;#039;Ablationsgebiet&amp;#039;&amp;#039; beträgt rund 800 Quadratkilometer. Er wird von Gebirgsketten begrenzt, auf denen sich zahlreiche Dreitausender befinden; der höchste ist der [[Dammastock]] mit 3630 Meter über Meer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem Urserental mit dem Quellgebiet der Reuss lieferten auch das Göschenertal, das Meiental, das Maderanertal und das Schächental grosse Gletscher, die sich zum Reussgletscher vereinigten (oder allenfalls vom Hauptgletscher gestaut wurden). Zusammen mit dem seitlichen Gletscher aus dem Engelbergertal und dem über den [[Brünigpass]] (1008 Meter über Meer) strömenden Eis des [[Aargletscher]]s (Transfluenz) traf der Gletscherstrom auf die Bergstöcke des [[Pilatus (Bergmassiv)|Pilatus]], der [[Rigi]] und des [[Rossberg (Zentralschweizer Voralpen)|Rossbergs]]. In der zweitletzten Kaltzeit erreichte die Eisoberfläche etwa die Höhe von 1100 Meter über Meer und überragte etwa den [[Zugerberg]].&amp;lt;ref&amp;gt;C. Arnold: &amp;#039;&amp;#039;25 Jahre Naturschutzkommission des Kantons Zug.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zuger Neujahrsblatt,&amp;#039;&amp;#039; 1933, S. 35–44; hier S. 37.&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus der Gegend Luzern-Zug breitete sich der Reussgletscher dann mit mehreren Gletscherzungen weit in das Molassegebiet aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei seiner grössten Ausdehnung während der letzten Kaltzeit hatte der Reussgletscher eine Länge von bis zu 130 Kilometern und bedeckte eine Fläche von über 3000 Quadratkilometern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Restgletscher ==&lt;br /&gt;
Im Unterschied etwa zum [[Rhonegletscher]] ist der Reussgletscher im Quellgebiet des namengebenden Flusses nach der Würm-Kaltzeit praktisch ganz abgeschmolzen. Nur an den Berghängen in der Umgebung des [[Urserental]]es liegen heute noch kleine Gletscher- und Firnflächen, von denen jedoch nicht bekannt ist, ob sie seit dem Ende der letzten Eiszeit ständig vorhanden waren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Tiefengletscher]] in der Senke zwischen [[Galenstock]], Tiefenstock und Winterstock&lt;br /&gt;
* [[Sidelengletscher]], am östlichen Fuss des [[Gross Furkahorn]]s und Galenstocks&lt;br /&gt;
* [[Muttengletscher]], östlich der [[Muttenhörner]]&lt;br /&gt;
* [[Witenwasseren-Gletscher]], nördlich des [[Witenwasserenstock]]s&lt;br /&gt;
* [[St. Annafirn]], nördlich zwischen [[Chastelhorn]] und Gemsstock&lt;br /&gt;
* [[Gurschengletscher|Gurschenfirn]], nördlich zwischen Gemsstock und Gurschenstock&lt;br /&gt;
* [[Oberer Schatzfirn]], nördlich des [[Pizzo Centrale]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Grössere heute noch bestehende Gletscher im ehemaligen Einzugsgebiet des Reussgletschers sind der [[Hüfifirn]] im [[Maderanertal]], der [[Glatt Firn]] am Spannort, der Flachensteinfirn am [[Sustenhorn]] sowie der [[Chelengletscher]] und der [[Dammagletscher]] im Göschenertal.&lt;br /&gt;
[[Datei:Druidenstein Morschach2.jpg|mini|Der grosse [[Druidenstein|Findling]] bei [[Morschach]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Glaziale Geotope ==&lt;br /&gt;
Der [[Gletschergarten Luzern]] zeigt durch die Wirkung des Reussgletschers entstandene Bodenformen an der Molasseoberfläche.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://gletschergarten.ch/de/museum/naturdenkmal Gletschergarten]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den heutigen Flusstälern nördlich von [[Luzern]] und [[Zug (Stadt)|Zug]] hat der Reussgletscher in der letzten Kaltzeit Seitenmoränen und Endmoränen geschaffen, die besonders bei [[Mellingen AG|Mellingen]], [[Seon]], [[Gontenschwil]] und [[Staffelbach AG|Staffelbach]] als grosse Landschaftsformen erhalten sind. Die Moränen- und Moorlandschaft des [[Wauwilermoos]]es am westlichen Rand des vom Reussgletscher erreichten Gebiets ist ein naturkundliches und kulturgeschichtliches Bodendenkmal.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.pfahlbausiedlung.ch/pdf/Themen_Infopavillon.pdf Eis formt die Landschaft] auf pfahlbausiedlung.ch&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Kanton Zug liegt zwischen dem [[Lorze]]ntobel und der [[Sihl]] eine Drumlinzone, die im [[Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung]] verzeichnet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einzelne vom Reussgletscher verfrachtete grosse [[Findling]]e, wie etwa die Steingruppen an den Flanken der Rigi, der [[Druidenstein (Morschach)|Druidenstein]] bei [[Morschach]] und der [[Erdmannlistein]], der Heidenhubelstein bei [[Sarmenstorf]], die [[Römersteine von Lenzburg]] und der [[Bettlerstein]] bei [[Wohlen]], blieben als auffällige Naturobjekte erhalten. Zahllose weitere Gletschersteine wurden in früheren Jahrhunderten zerstört und für Bauwerke und Bildhauerarbeiten verwendet, wie es etwa bei den Granitobjekten aus Findlingen vom [[Lindenberg (Schweiz)|Lindenberg]] im Aargau dokumentiert ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Kreyerbühl-Moser (u. a.): &amp;#039;&amp;#039;Beinwil/Freiamt – Zeitbilder einer Landgemeinde.&amp;#039;&amp;#039; Beinwil/Freiamt 1988, S. 12, 191.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Kiesgruben und bei Bauarbeiten sind in der jüngeren Zeit zahlreiche weitere Findlinge zum Vorschein gekommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.stadtluzern.ch/dokumentebilder/bildergalerien/detail/29995 Findlinge auf der Allmend] auf stadtluzern.ch. Abgerufen am 18. April 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.luzernerzeitung.ch/zentralschweiz/luzern/bruchquartier-ein-sensationeller-fund-im-bruchquartier-wird-ein-40-millionen-jahre-alter-riesen-findling-entdeckt-ld.2115050 &amp;#039;&amp;#039;Im Bruchquartier wurde ein 40 Millionen Jahre alter Findling entdeckt – nun kann er auf der Luzerner Allmend bestaunt werden.&amp;#039;&amp;#039;] In: [[Luzerner Zeitung]], 16. März 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weitere Gruppen von Findlingen sind unter anderem auf dem Zugerberg, auf dem [[Gubel]] bei Menzingen, auf der Seitenmoräne bei [[Walchwil]] erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;C. Arnold: &amp;#039;&amp;#039;25 Jahre Naturschutzkommission des Kantons Zug.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zuger Neujahrsblatt,&amp;#039;&amp;#039; 1933, S. 35–44; hier S. 38–40.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der im Jahr 2015 in einer Kiesgrube ausgegrabene [[Findling von Staffelbach]] lag im Bereich der Endmoränen bei Staffelbach und Kirchleerau.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.blick.ch/schweiz/umwelt-124-tonnen-schwerer-findling-in-staffelbach-ag-verlegt-id5600860.html 124 Tonnen schwerer Findling in Staffelbach AG verlegt.] In: [[Blick (Zeitung)|Blick]], 11. September 2018. Abgerufen am 18. April 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[René Hantke]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Gletscherstände des Reuss- und Limmatsystems der ausgehenden Würmeiszeit.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Eclogae geologicae Helveticae,&amp;#039;&amp;#039; 51., 958, S. 119–150.&lt;br /&gt;
* René Hantke: &amp;#039;&amp;#039;Zur Quartärgeologie im Grenzbereich zwischen Muota/Reuss- und Linth/Rheinsystem.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Geographica Helvetica]], 1961.&lt;br /&gt;
* Josef Kopp: &amp;#039;&amp;#039;Auf den Spuren des Reussgletschers.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Alpen&amp;#039;&amp;#039; 1959, S. 48–52. ([https://www.sac-cas.ch/de/die-alpen/auf-den-spuren-des-reussgletschers-9805/ Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Jäckli]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Vergletscherung der Schweiz im Würmmaximum.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Eclogae Geologicae Helvetiae]], 55, 1962, S. 285–294.&lt;br /&gt;
* Heinrich Jäckli: &amp;#039;&amp;#039;Talgeschichtliche Probleme im aargauischen Reusstal.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Geographica Helvetica,&amp;#039;&amp;#039; 1956, s. 46–59.&lt;br /&gt;
* W. Brückner: &amp;#039;&amp;#039;Die Quartärbildungen im oberen Schächental.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Eclogae Geologicae Helvetiae&amp;#039;&amp;#039; 30, 1937.&lt;br /&gt;
* Hans Annaheim, Alfred Bögli, Samuel Moser: &amp;#039;&amp;#039;Die Phasengliederung der Eisrandlagen des würmeiszeitlichen Reussgletschers im zentralen schweizerischen Mittelland.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Geographica Helvetica,&amp;#039;&amp;#039; 13, 1958, S. 217–231.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://roger-zurbriggen.ch/unsere-findlinge/ Unsere Findlinge], roger-zurbriggen.ch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4428904-2|VIAF=245392885}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemaliger Gletscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Schweiz)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;B.A.Enz</name></author>
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