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	<title>Reudnitz (Leipzig) - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Koehlerstraße 4 Leipzig 2015.JPG|mini|Gründerzeit-Wohnhaus (2015)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Reudnitz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Liste der Stadtteile Leipzigs|Stadtteil]] im Osten von [[Leipzig]]. Seit der kommunalen Gebietsgliederung von 1992 bildet der größere Teil von Reudnitz zusammen mit [[Thonberg (Leipzig)|Thonberg]] den [[Liste der Stadtbezirke und Ortsteile Leipzigs|Ortsteil]] [[Reudnitz-Thonberg]] im Stadtbezirk Südost; der nördliche Teil mit dem einstigen Siedlungskern wurde hingegen dem Ortsteil [[Neustadt-Neuschönefeld]] im Stadtbezirk Ost zugeordnet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige [[Gemeinde]] Reudnitz war von 1838 bis 1888 eine selbständige Gebiets&amp;amp;shy;körperschaft östlich von Leipzig. Sie umfasste die gleichnamige [[Gemarkung]] mit dem alten Dorf Reudnitz. Am bekanntesten ist Reudnitz heute wohl durch das &amp;#039;&amp;#039;[[Leipziger Brauhaus zu Reudnitz|Brauhaus zu Reudnitz]]&amp;#039;&amp;#039;, die ehemalige [[Carl Adolf Riebeck|Riebeck]]-Brauerei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
Reudnitz liegt rund zwei Kilometer östlich der Leipziger Stadtmitte. Die Ludwig-Erhard-Straße (früher: Grenzstraße), der Gerichtsweg und die [[Prager Straße (Leipzig)|Prager Straße]] stellen die historische Grenze zur [[Ostvorstadt (Leipzig)|Ostvorstadt]] dar und bildeten bis ins 19. Jahrhundert die Flurgrenze zwischen Reudnitz und dem damaligen Leipzig. Im Norden trennen das [[Rabet (Park)|Rabet]] und der [[Bernhardiplatz]] Reudnitz von [[Neuschönefeld]] bzw. [[Volkmarsdorf]] (entspricht dem früheren Verlauf der [[Östliche Rietzschke|östlichen Rietzschke]], die heute aber unterirdisch kanalisiert ist). Die Grenze zu [[Anger-Crottendorf|Anger (-Crottendorf)]] verläuft ungefähr am Beginn der Wurzner Straße, an der Breiten Straße, Cichorius-, Eilenburger und [[Oststraße (Leipzig)|Oststraße]]. Das Sommerbad Südost liegt im östlichsten Zipfel der Gemarkung Reudnitz, südlich davon und östlich der Schönbachstraße grenzt [[Stötteritz]] an. Im Süden reicht Reudnitz bis zur Stötteritzer Straße, südlich davon liegt [[Thonberg (Leipzig)|Thonberg]].&amp;lt;ref&amp;gt;Rudolf Hänsch: &amp;#039;&amp;#039;Heimatatlas für Leipzig.&amp;#039;&amp;#039; 17. Auflage, Julius Klinkhardt, Leipzig 1929, S. 4, 7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemarkung Reudnitz hat eine Fläche von 212 Hektar.&amp;lt;ref&amp;gt;André Loh-Kliesch: [https://www.leipzig-lexikon.de/ReudnitzGemarkung &amp;#039;&amp;#039;Reudnitz (Gemarkung)&amp;#039;&amp;#039;], in: &amp;#039;&amp;#039;Leipzig-Lexikon.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Als Dorf ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Reudnitz 1802.jpg|mini|Das Dorf Reudnitz auf einer Karte von 1802]]&lt;br /&gt;
Das Dorf Reudnitz wurde vermutlich von [[Slawe|slawischen]] Siedlern am westlichen Ufer der [[Östliche Rietzschke|(Östlichen) Rietzschke]] angelegt. Der ursprüngliche Dorfkern von Reudnitz lag im Bereich der heutigen Kohlgartenstraße. Am 1. September 1248 wurde es erstmals urkundlich erwähnt, als [[Heinrich III. (Meißen)|Markgraf von Meißen Heinrich III.]] (1216–1288) dem [[Kloster St. Georg (Leipzig)|Benediktinerinnen-Kloster St.&amp;amp;nbsp;Georg]] in Leipzig dreieinhalb [[Hufe]]n Land sowie den Fischteich von „Rudeniz“ zueignete. Der slawische Name (rekonstruiert als &amp;#039;&amp;#039;*Rudnica&amp;#039;&amp;#039;) deutet auf Erz (slaw. &amp;#039;&amp;#039;ruda&amp;#039;&amp;#039;), insbes. [[Raseneisenerz]].&amp;lt;ref&amp;gt;Vera Denzer, Andreas Dix, Haik Thomas Porada (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Leipzig. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Leipzig.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau: Köln/Weimar/Wien 2015. S. 301.&amp;lt;/ref&amp;gt; Landesherren waren die [[Liste der Markgrafen von Meißen|Markgrafen von Meißen]] und später die [[Albertiner|albertinischen]] [[Liste der Kurfürsten, Herzöge und Könige von Sachsen|Herzöge, Kurfürsten bzw. Könige von Sachsen]]. Innerhalb des sächsischen Staates gehörte das Dorf Reudnitz ins [[Kreisamt Leipzig]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karlheinz Blaschke]], [[Uwe Ulrich Jäschke]]: &amp;#039;&amp;#039;Kursächsischer Ämteratlas.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S.&amp;amp;nbsp;60&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1525 kaufte der Rat der Stadt Leipzig von den Brüdern Leonhard und Conrad von Merseburg das zu den „Kohlgärten“ zählende Dorf Reudnitz ebenso wie das benachbarte „Tutzschendorf“ (auch „Dutschendorf“ oder „Titzschendorf“ – eine von Deutschen begründete Nachbarsiedlung, die im heutigen Dreieck der Dresdner, Kapellen- und Koehlerstraße lokalisiert wird). In den folgenden Jahrhunderten verschmolzen die beiden Siedlungsbereiche miteinander.&amp;lt;ref&amp;gt;Kurt Pannicke: &amp;#039;&amp;#039;Leipziger Vororte – Reudnitz.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Leipziger Blätter&amp;#039;&amp;#039;, Band 1 (1982), S. 42–43.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im sächsischen [[Meilenblätter von Sachsen|Meilenblatt]] von 1802 findet sich noch die Bezeichnung „Tietschen Dörfgen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hov.isgv.de/T%C3%BCtzschendorf_(Tutschendorf) Tützschendorf (Tutschendorf)], Digitales Ortsverzeichnis von Sachsen.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kuchengarten Leipzig 19. Jh.jpg|mini|Kuchengarten (Anfang des 19. Jahrhunderts)]]&lt;br /&gt;
Nach Ende des [[Siebenjähriger Krieg|Siebenjährigen Kriegs]] (1763) ließen sich viele reiche Bürger der nahegelegenen Stadt in Reudnitz Landhäuser errichten. Es gab hier verschiedene Ausflugsgaststätten, darunter der [[Kuchengarten]], den auch [[Johann Wolfgang Goethe|Goethe]] in seiner Leipziger Studienzeit besuchte und in seiner &amp;#039;&amp;#039;Ode an den Kuchenbäcker Hendel&amp;#039;&amp;#039; besang. Im Landhaus des Bankiers Vetter wohnte vom 14. Oktober bis zum 16. Oktober 1813 (im Vorfeld der [[Völkerschlacht]]) der Kaiser der Franzosen [[Napoléon Bonaparte]] (1769–1821). Im Jahr 1835 umfasste das Dorf 11&amp;amp;nbsp;&amp;lt;sup&amp;gt;5&amp;lt;/sup&amp;gt;/&amp;lt;sub&amp;gt;9&amp;lt;/sub&amp;gt;&amp;amp;nbsp;[[Hufe|Magazinhufen]] Land, 52&amp;amp;nbsp;Häuser und 621&amp;amp;nbsp;Einwohner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Als Landgemeinde ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Reudnitzer1.jpg|mini|Leipziger Brauhaus zu Reudnitz, Haupteingang an der Mühlstraße (2005)]]&lt;br /&gt;
Durch die [[Sächsische Landgemeindeordnung von 1838]] wurde das Dorf Reudnitz eine Landgemeinde mit dem Recht zur Selbstverwaltung. [[Wilhelm Felsche]] verlegte 1841 seine Schokoladeproduktion nach Reudnitz. Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die Bevölkerung sprunghaft zu: bereits 1847 hatte der Ort 3000 Einwohner. Bis dahin war Reudnitz noch vom Gemüseanbau geprägt, in der zweiten Jahrhunderthälfte setzte die [[Industrialisierung]] ein. Den Anfang machte Christian Mansfeld mit seiner 1855 gegründeten Fabrik für Näh- und Druckmaschinen in der Mühlstraße. Ein weiterer wichtiger Arbeitgeber sollte die 1862 von Adolf Schröder begründete [[Leipziger Bierbrauerei zu Reudnitz]] werden, die 1871 von [[Carl Adolf Riebeck]] übernommen wurde und sich zu einer der größten Brauereien Deutschlands entwickelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits 1828 wurde die Tabakfabrik von Apel &amp;amp; Brunner in Reudnitz gegründet, die zwischen 175 und 300 Tabakarbeiter beschäftigte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Cite book |title=Leipzig. Historischer Führer zu Stadt und Land |last=Heydick |first=Lutz |language=de |isbn=3-332-00337-2 |publisher=Urania-Verlag |location=Leipzig / Jena / Berlin |edition=1 |page=68}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 1863 sind in Reudnitz 10 Zigarrenfabriken verzeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Heydick&amp;quot;&amp;gt;Heydick (1990), .. S. 74&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit 7.644 Einwohnern war Reudnitz im Jahr 1864 zur größten Landgemeinde Sachsens herangewachsen. Das 4 Hektar große Gebiet &amp;#039;&amp;#039;Neu-Reudnitz&amp;#039;&amp;#039; im Süden der Gemeinde (südlich der Mühl- und westlich der Oswaldstraße) wurde 1864 als eigenständige Landgemeinde aus Reudnitz herausgelöst (infolge der Eingemeindung 1890 aber wieder mit diesem vereinigt). Bereits 1866 schlug der Gemeinderat von Reudnitz eine vertragliche Eingliederung in die Stadt Leipzig vor, was die Leipziger Stadtverordneten damals aber noch ablehnten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Cite book|title=&amp;quot;Eine Wohnung für alle&amp;quot; Geschichte des kommunalen Wohnungsbaus in Leipzig 1900-2000|language=de|location=Leipzig|editor=Pro Leipzig und [[Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft]] mbH|year=2000|page=15|isbn=3-9807201-1-x}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Von 1873 bis 1888 gehörte die Gemeinde Reudnitz zur [[Amtshauptmannschaft Leipzig]]. In dieser Zeit stieg die Einwohnerzahl von Reudnitz weiter rapide: 1888 erreichte sie 22.500.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Eilenburger Bahnhof 1905.jpg|mini|Eilenburger Bahnhof (1905)]]&lt;br /&gt;
Nachdem bereits seit 1860 Pferde-Omnibusse von Leipzig nach Reudnitz fuhren, wurde am 18. Mai 1872 der erste Leipziger Straßenbahnhof, die Reudnitzer Straßenbahntrasse&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |titel=Reudnitzer Straßenbahntrasse |url=https://www.leipzig-lexikon.de/VERKEHR/st_rd.htm |sprache=de |werk=leipzig-lexikon.de |abruf=2025-08-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und das zugehörige Depot mit Sitz der [[Geschichte des Straßenbahnnetzes Leipzig|Leipziger Pferde-Eisenbahn]] (LPE) in Reudnitz in Betrieb genommen. Der Verleger [[Wilhelm Hofmeister|Friedrich Wilhelm Benedikt Hofmeister]] stellte sein Landhaus zur Verfügung. Hier verkehrten zunächst Pferdebahnen, die 1897 durch elektrische Straßenbahnen ersetzt wurden. Ein weiterer wichtiger Verkehrsknoten war der 1874 eröffnete [[Leipzig Eilenburger Bahnhof|Eilenburger Bahnhof]], durch den der Ort einen eigenen Anschluss an das Eisenbahnnetz bekam. Die Gleise der [[Bahnstrecke Leipzig–Eilenburg]] zerschnitten Reudnitz seither in einen nördlichen und einen südlichen Teil. In der Folgezeit siedelten sich weitere Industriebetriebe an. Aufgrund der Nähe zum [[Graphisches Viertel|Graphischen Viertel]] entwickelte sich Reudnitz auch zum Verlags- und Druckereistandort. Der Verleger [[Herrmann Julius Meyer]] verlegte 1874 sein [[Bibliographisches Institut]] (bekannt für &amp;#039;&amp;#039;[[Meyers Konversations-Lexikon]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Brehms Tierleben]]&amp;#039;&amp;#039; und den &amp;#039;&amp;#039;[[Duden]]&amp;#039;&amp;#039;) vom thüringischen [[Hildburghausen]] hierher.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Heydick&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Stephaniplatz Rathaus.jpg|mini|Stephaniplatz mit Reudnitzer Rathaus (um 1900)]]&lt;br /&gt;
An der Dresdner Straße wurde von 1882 bis 1884 die evangelisch-lutherische [[Markuskirche (Leipzig)|Markuskirche]] im [[Neugotik|neugotischen]] Stil durch Baurat [[Gotthilf Ludwig Möckel]] errichtet. Am Stephaniplatz erbaute die Gemeinde Reudnitz auch ein eigenes Rathaus, das ironischerweise erst kurz nach der Eingemeindung nach Leipzig 1889 eingeweiht wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Als Stadtteil von Leipzig ===&lt;br /&gt;
Am 1. Januar 1889 wurde die Gemeinde Reudnitz, die längst mit der Leipziger Ostvorstadt zusammengewachsen war, in die Stadt Leipzig eingemeindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |titel=Reudnitz |url=https://m.leipzig-lexikon.de/Reudnitz |sprache=de |werk=leipzig-lexikon.de |abruf=2025-08-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Zum damaligen Zeitpunkt hatte Reudnitz 25.496 Einwohner, umfasste 812 Wohnhäuser, über 70 Fabriken mit rund 4700 Arbeitsplätzen, 18 Druckereien und 13 Verlage. Zeitgleich wurde das östlich angrenzende [[Anger-Crottendorf]] eingemeindet, das damals noch selbstständige &amp;#039;&amp;#039;Neu-Reudnitz&amp;#039;&amp;#039; folgte ein Jahr später.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:St. Laurentius-Kirche Leipzig.jpg|mini|[[St. Laurentius (Leipzig-Reudnitz)|St. Laurentius Leipzig-Reudnitz]] (2010)]]&lt;br /&gt;
Auf Initiative des 1855 gegründeten Leipziger St.-Vincentius-Vereins wurde 1892/1893 an der Stötteritzer Straße die katholische Pfarrkirche [[St. Laurentius (Leipzig-Reudnitz)|St. Laurentius]] mit dem Vincentiusstift der [[Kongregation der Schwestern von der hl. Elisabeth|Grauen Schwestern]] erbaut. Nach Zerstörung der [[Alte Trinitatiskirche (Leipzig)|Propsteikirche St. Trinitatis]] im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] und deren Abriss 1954 ist es heute das älteste nachreformatorische katholische Gotteshaus Leipzigs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Leipzig-Reudnitz Meyersche Häuser (Hofer Straße) 2.jpg|mini|Meyer’sche Häuser an der Hofer Straße (2018)]]&lt;br /&gt;
Der größte Teil der Wohnbebauung in Reudnitz entstand in der [[Gründerzeit]] und besteht aus meist viergeschossigen Mehrfamilienhäusern in [[Blockrandbebauung]]. Auf Initiative des Verlegers [[Herrmann Julius Meyer]] wurde von 1903 bis 1908 an der Hofer Straße im östlichen Reudnitz eine der vier Wohnanlagen erbaut, die preiswertes und gesundes Wohnen ermöglichen sollten, die sogenannten [[Meyer’sche Häuser|Meyer’schen Häuser]]. Der &amp;#039;&amp;#039;[[Baugenossenschaft Leipzig#Bauverein zur Beschaffung|Bauverein zur Beschaffung preiswerter Wohnungen]]&amp;#039;&amp;#039; ließ 1912/13 nördlich der Stötteritzer Straße genossenschaftliche Wohnanlagen errichten. Die Stadt Leipzig baute von 1924 bis 1930 zwischen Riebeck- und Hofer Straße eine Siedlung mit 1054 Wohneinheiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zweiten Weltkrieg wurden bei den [[Luftangriffe auf Leipzig#4. Dezember 1943|Bombenangriffen am 4. Dezember 1943]] mehrere der innenstadtnahen Straßenzüge sowie der Eilenburger Bahnhof und das Reudnitzer Rathaus zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der DDR-Zeit errichtete man an der Dresdner Straße in den 1960er-Jahren Wohnblöcke der [[Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft]]en (AWG). Altbausubstanz wurde ab 1975 abgerissen, um Platz für neue Wohnkomplexe zu machen. Auch die [[Markuskirche (Leipzig)|Markuskirche Reudnitz]] wurde 1973 wegen Baumängeln geschlossen, am 25. Februar 1978 wurde sie „aus bautechnischen Gründen“, wie es im damaligen Sprachgebrauch hieß, gesprengt. An der Kreuzstraße wurde 1981 bis 1985 eine Wohnsiedlung in Plattenbauweise nach [[WBS 70]] mit über 1000 Wohnungen errichtet, das [[Kreuzstraßenviertel]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der kommunalen Gebietsgliederung von 1992 gehört der größte Teil des ehemaligen Gemeindegebietes von Reudnitz zum Ortsteil [[Reudnitz-Thonberg]] im Stadtbezirk [[Liste der Stadtbezirke und Ortsteile Leipzigs|Südost]]. Der nördlich der Dresdner Straße gelegene ehemalige Ortskern wurde jedoch dem Ortsteil [[Neustadt-Neuschönefeld]] (Stadtbezirk Ost) zugeordnet.&lt;br /&gt;
[[Datei:Stadtteilzentrum Reudnitz.jpg|mini|Stadtteilzentrum Reudnitz (2022)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lene-Voigt-Park.jpg|mini|Lene-Voigt-Park (2007)]]&lt;br /&gt;
In den 1990er-Jahren wurden auf stillgelegten Fabrik- und Abbruchgrundstücken an der Kohlgarten- und Lutherstraße neue Büro- und Wohnbauten errichtet. Der [[Straßenbahn Leipzig#Geschichte|Reudnitzer Straßenbahnhof]] wurde 1998 geschlossen und danach bis auf ein Verwaltungsgebäude abgebrochen. An der Stelle entstand ab 2000 ein neues Stadtteilzentrum ([[Kaufland]]-Center). Die brachliegenden Bahnanlagen des Eilenburger Bahnhofs wurden in dieser Zeit zum 8 Hektar großen [[Lene-Voigt-Park]] umgestaltet, der 2002 mit dem &amp;#039;&amp;#039;[[European Prize for Urban Public Space|Europäischen Preis für den öffentlichen Raum der Stadt]]&amp;#039;&amp;#039; ausgezeichnet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.nationale-stadtentwicklungspolitik.de/NSP/SharedDocs/Projekte/WSProjekte_DE/Leipzig_Reudnitz_Stadtteilpark_Reudnitz.html |titel=Leipzig-Reudnitz „Stadtteilpark Reudnitz“ |abruf=2025-06-11 |werk=nationale-stadtentwicklungspolitik.de |hrsg=Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auf einer früheren Brachfläche, die durch den Abbruch maroder Wohnhäuser im einstigen Neu-Reudnitz entstanden war, wurde 2018 der [[Cäcilienpark]] eingeweiht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolge dieser städtebaulichen Maßnahmen sowie der weitgehenden Sanierung des Altbaubestands ist die Sozialstruktur von Reudnitz fortwährenden Veränderungen unterworfen. Galt das Viertel in den 1990er Jahren als [[sozialer Brennpunkt]] und Hochburg von [[Neonazi]]s, so ist es heute bei vielen Studenten und jungen Berufstätigen zum Wohnen beliebt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://fsrjura-leipzig.de/studieren-in-leipzig/ |titel=Universität Leipzig-Leben in Leipzig |zugriff=2016-10-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Roman „Als wir träumten“ des Leipziger Schriftstellers [[Clemens Meyer (Schriftsteller)|Clemens Meyer]] (*&amp;amp;nbsp;1977) und der [[Als wir träumten (Film)|gleichnamige Film]] von [[Andreas Dresen]] (*&amp;amp;nbsp;1963) spielen zu großen Teilen in dem Stadtteil und beschreiben das Leben einer Gruppe Heranwachsender im Nachwende-Leipzig.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/471323/ Trainspotting in Leipzig-Ost] &amp;#039;&amp;#039;Deutschlandradio Kultur Online&amp;#039;&amp;#039;, 5. Oktober 2008&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Reudnitz-Thonberg#Bevölkerung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Reudnitz-Thonberg#Politik}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schulen ==&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Reudnitz-Thonberg#Schulen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Parks und Grünanlagen ==&lt;br /&gt;
* [[Bernhardiplatz]]&lt;br /&gt;
* [[Stephaniplatz]]&lt;br /&gt;
* [[Reudnitzer Park]]&lt;br /&gt;
* [[Lene-Voigt-Park]]&lt;br /&gt;
* [[Cäcilienpark]]&lt;br /&gt;
* [[Alfred-Frank-Platz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ÖPNV ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Leipzig Riebeckstrasse Linie 70.jpg|mini|[[Busverkehr in Leipzig|Bus]] der Linie 70 an der Haltestelle Riebeck- / Stötteritzer Straße (2009)]]&lt;br /&gt;
[[Straßenbahn Leipzig|Straßenbahnen]] fahren in Reudnitz auf der Dresdner Straße (Linie 7 nach [[Sommerfeld (Leipzig)|Sommerfeld]] und Linie 4 nach [[Stötteritz]]), auf der Riebeckstraße (Linie 4) und auf der Prager Straße (Linie 15 nach [[Meusdorf]]). Auf der Dresdner Straße liegen die Haltestellen &amp;#039;&amp;#039;Gerichtsweg&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Reudnitz/Köhlerstraße&amp;#039;&amp;#039;, auf der Riebeckstraße die Haltestellen &amp;#039;&amp;#039;Breite Straße&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Riebeckstraße/[[Oststraße (Leipzig)|Oststraße]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Riebeckstraße/Stötteritzer Straße&amp;#039;&amp;#039; sowie auf der [[Prager Straße (Leipzig)|Prager Straße]] liegen die Haltestellen &amp;#039;&amp;#039;Gutenbergplatz&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Ostplatz&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Witzgallstraße&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Reudnitz verkehren die Buslinien 60, 70, 72 und 73.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Söhne und Töchter des Stadtteils ==&lt;br /&gt;
* [[Carl Böhme]] (1842–1904), liberaler Reichstags- und Landtagsabgeordneter&lt;br /&gt;
* [[Paul Friedrich Ernst Ehrlich|Paul Ehrlich]] (1849–1925), Klavier- und Musikautomatenbauer&lt;br /&gt;
* [[Carl Hugo Rödiger]] (1850–unbekannt), Politiker (SPD), Reichstagsabgeordneter&lt;br /&gt;
* [[Adolf Albrecht]] (1855–1930), Politiker (SPD)&lt;br /&gt;
* [[Albrecht Penck]] (1858–1945), Geograph und Geologe&lt;br /&gt;
* [[Franz Schreyer]] (1858–1938), Landschaftsmaler und Aquarellist&lt;br /&gt;
* [[Paul Benndorf]] (1859–1926), Schriftsteller und [[Sepulkralkultur|Sepulkralforscher]]&lt;br /&gt;
* [[Robert Wuttke]] (1859–1914), Volkswirtschaftler und Sozialwissenschaftler&lt;br /&gt;
* [[Hermann Barge]] (1870–1941), Lehrer und Kirchenhistoriker&lt;br /&gt;
* [[Herbert von Bomsdorff-Bergen]] (1876–unbekannt), Theaterregisseur und Schriftsteller&lt;br /&gt;
* [[Hugo Saupe]] (1883–1957), Politiker (SPD) und Reichstagsabgeordneter&lt;br /&gt;
* [[Fritz Baumgarten (Illustrator)|Fritz Baumgarten]] (1883–1966), Kinderbuchillustrator&lt;br /&gt;
* [[Karl Hermann Jacob-Friesen]] (1886–1960), Prähistoriker, Archäologe und Hochschullehrer&lt;br /&gt;
* [[Georg Schumann (Politiker)|Georg Schumann]] (1886–1945), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus&lt;br /&gt;
* [[Hans Hundertmarck]] (1901–1953), Radrennfahrer&lt;br /&gt;
* [[Franz Ehrlich]] (1907–1984), Architekt und Designer&lt;br /&gt;
* [[Hans Neumeister]] (1908–1996), Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus&lt;br /&gt;
* [[Kurt Dossin]] (1913–2004), Handballspieler&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mit Reudnitz verbundene Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Hofmeister]] (1782–1864), Musikverleger, lebte in Reudnitz&lt;br /&gt;
* [[Robert Wesselhöft]] (1796–1852), Burschenschafter und Arzt, lebte in Reudnitz&lt;br /&gt;
* [[Wilhelm Felsche]] (1798–1867), Schokoladenfabrikant in Reudnitz&lt;br /&gt;
* [[Carl Adolf Riebeck]] (1821–1883), Besitzer der Riebeckschen Brauerei in Reudnitz&lt;br /&gt;
* [[Herrmann Julius Meyer]] (1826–1909), Verlagsbesitzer in Reudnitz&lt;br /&gt;
* [[Otto Heubner]] (1843–1926), Kinderarzt, Leiter einer Kinderklinik in Reudnitz&lt;br /&gt;
* [[Heinrich Julius Mäser]] (1848–1918), Besitzer einer Buchdruckerei und eines Verlages in Reudnitz&lt;br /&gt;
* [[Eduard Seifert]] (1870–1965), Trompeter, in Reudnitz aufgewachsen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Otto Moser: &amp;#039;&amp;#039;Chronik von Reudnitz. Reudnitz-Leipzig in seiner Vergangenheit und seiner Gegenwart, chronikalisch-statistische Darstellung nach archivalischen und amtlichen Quellen.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Max Hoffmann, Leipzig-Reudnitz 1890 ([https://digital.slub-dresden.de/id393980030 Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* Thomas Nabert &amp;amp; Christoph Kühn: &amp;#039;&amp;#039;Reudnitz. Eine historische und städtebauliche Studie.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig 1997.&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Titel=Stadtteilzentren-revitalisierung am Beispiel des Reudnitz Centers: Kleinteiliger Einzelhandel versus großflächiger Einzelhandel in integrierten Stadtteillagen |Autor=Franziska Schulze |Verlag=VDM-Verlag |Ort=Saarbrücken |ISBN=978-3639139013 |Datum=2009}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [https://www.leipzig.de/mein-stadtteil/stadtbezirk-suedost/reudnitz-thonberg/ Informationswebseite &amp;#039;&amp;#039;Mein Stadtteil&amp;#039;&amp;#039; der Stadt Leipzig für Reudnitz-Thonberg]&lt;br /&gt;
* {{HOV|Reudnitz,_Neu-|Reudnitz}}&lt;br /&gt;
* [https://www.leipziger-kinderbuero.de/images/dokumente/kinderstadtteilplaene/KSP_Innerer_Osten.pdf Kinderstadtteilplan Innerer Osten]&lt;br /&gt;
* [https://static.leipzig.de/fileadmin/mediendatenbank/leipzig-de/Stadt/02.6_Dez6_Stadtentwicklung_Bau/64_Amt_fuer_Stadterneuerung_und_Wohnungsbaufoerderung/Sanierungs-und_Denkmalschutzgebiete/Entlassung_von_Sanierungsgebieten/Reudnitz_Broschure_Entlassung_Sanierungsgebiet_11-2020.pdf Sanierungsgebiet Leipzig-Reudnitz]&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=https://geheimtipp-leipzig.de/unbekanntes-reudnitz/ |titel=Unbekanntes Reudnitz |abruf=2025-08-28 |werk=geheimtipp-leipzig.de |datum=2015-09-09 |sprache=de}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=https://www.lvz.de/lokales/leipzig/bilder-aus-dem-alten-reudnitz-3QQVW7FRYXIVJUVO5DIC6CR6CU.html |titel=Bilder aus dem alten Reudnitz |abruf=2025-08-30 |werk=lvz.de |hrsg=[[Leipziger Volkszeitung]] |datum=2022-11-28 |sprache=de}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=51.339025 |EW=12.403810 |type=landmark |region=DE-SN|dim=600}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Stadtteile Leipzig}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4491767-3|VIAF=241203851 }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Stadtteil von Leipzig|Reudnitz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Leipzig)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeindegründung 1838]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeindeauflösung 1888]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reudnitz (Leipzig)| ]]&lt;/div&gt;</summary>
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