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	<title>Rettichstrafe - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T13:10:29Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Rettichstrafe&amp;diff=640566&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Karina Cynthia am 7. Februar 2026 um 09:51 Uhr</title>
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		<updated>2026-02-07T09:51:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Rettichstrafe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{grcS|ἀπο-ραφανίδωσις|de=Ver-rettichung}} und {{lang|grc|ῥαφανιδόω|de=ich bestrafe mit dem Rettich}}) war eine zumindest in [[Athen]], möglicherweise auch in anderen Teilen des [[Antikes Griechenland|antiken Griechenlands]] angewendete [[Körperstrafe]], bei der zwangsweise eine Rettich-Wurzel als [[Fremdkörper in Anus und Rektum|Fremdkörper in den Anus]] eingeführt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rettichstrafe wurde bei einem &amp;#039;&amp;#039;[[Moicheia|moichós]]&amp;#039;&amp;#039; ({{lang|grc|ὁ μοιχός|de=[[Ehebruch|Ehebrecher]]}}) angewandt. Neben dem Ehebrecher wurde auch derjenige bestraft, der den außerehelichen Geschlechtsverkehr mit der Tochter des Haushaltsvorstands vollzogen hatte. Wurde ein &amp;#039;&amp;#039;moichós&amp;#039;&amp;#039; vom &amp;#039;&amp;#039;[[Kyrios (Recht)|kyrios]]&amp;#039;&amp;#039; (Vormund der Frau oder der Tochter) auf frischer Tat ertappt, so konnte dieser laut Gesetz den &amp;#039;&amp;#039;moichós&amp;#039;&amp;#039; bestrafen, ohne Sanktionen dafür befürchten zu müssen. Diese Strafe konnte im Extremfall die Tötung des &amp;#039;&amp;#039;moichós&amp;#039;&amp;#039; sein, aber auch körperliche Strafen oder nur die Gefangensetzung zum Zwecke der Einforderung einer Entschädigung umfassen. Eine der möglichen Strafen war die Rettichstrafe. Bei dieser wurde der &amp;#039;&amp;#039;moichós&amp;#039;&amp;#039; mit einem [[Rettiche|Rettich]] anal [[Vergewaltigung|vergewaltigt]], und die Schamhaare wurden ihm mit heißer Asche entfernt. Zu dem physischen Schmerz kam hier die psychische Demütigung der gewaltsamen Penetration ([[Effemination|Feminisierung]]) hinzu. Die Strafe war zudem etwas Besonderes, da athenische Bürger ansonsten nach geltendem Recht nicht mit Körperstrafen bedacht werden durften; diese Strafen waren Kindern und Sklaven vorbehalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Giuseppe Cambiano]]: &amp;#039;&amp;#039;Mensch werden.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Jean-Pierre Vernant]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Mensch der griechischen Antike.&amp;#039;&amp;#039; Fischer, Frankfurt 1996, S. 102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf diese Strafe bezugnehmend, spottete der Komödiendichter [[Xenarchos (Komödiendichter)|Xenarchos]] darüber, dass es für einen [[Attika (Landschaft)|attischen]] Mann kaum möglich sei, mit einer fremden verheirateten Frau zu schlafen, wo er doch immer an die Gesetze [[Drakon]]s&amp;amp;nbsp;– und damit an diese Strafe&amp;amp;nbsp;– denken musste. Auch in den &amp;#039;&amp;#039;[[Die Wolken|Wolken]]&amp;#039;&amp;#039; des [[Aristophanes]] debattieren zwei Anwälte über einen ertappten &amp;#039;&amp;#039;moichós&amp;#039;&amp;#039; und dessen Bestrafung, wobei der Anwalt des geschädigten Mannes die Rettichstrafe durchsetzen möchte. In der &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Pflanzen&amp;#039;&amp;#039; des Philosophen und Naturforschers [[Theophrastos von Eresos]] werden verschiedene Retticharten aufgeführt, wobei anzunehmen ist, dass der für die Bestrafung benutzte Rettich die [[Korinth (antike Stadt)|korinthische]] Unterart war, da diese von besonderer Größe war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manche moderne Forscher glauben, dass nicht nur Rettiche, sondern auch [[Skorpionfische]] in derselben Weise und bei denselben Vergehen verwendet wurden. Nach der rektalen Einführung wäre jedoch eine Entfernung des Fisches wegen der sich aufstellenden [[Kieme]]n ohne starke Verwundungen kaum möglich. Hinzu kommt die Giftigkeit des Fisches, die eine langsame, potenziell tödliche Vergiftung hervorrufen würde. Eine solche Art der Folter ist jedoch für Athen kaum anzunehmen, wie der britische [[Alte Geschichte|Althistoriker]] David Cohen nachwies.&amp;lt;ref&amp;gt;David Cohen: &amp;#039;&amp;#039;A note on Aristophanes and the Punishment of Adultery in Athenian Law.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte]]. Romanistische Abteilung.&amp;#039;&amp;#039; Band 102, 1985, S. 385–387.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der römische Dichter [[Catull]] (1. Jahrhundert v. Chr.) droht in seinem &amp;#039;&amp;#039;carmen XV&amp;#039;&amp;#039; diese Strafe seinem Freund Aurelius an, falls dieser sich an Catulls „[[Eromenos|puer]]“ vergehen sollte:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ha dann weh dir, du Ärmster, Unglückseliger:&lt;br /&gt;
hoch die Beine und auf das Loch da hinten,&lt;br /&gt;
daß dich Fische und Rüben dafür stopfen!&amp;lt;ref&amp;gt;{{&amp;quot;|lang=la|Ah tum te miserum malique fati, / quem attractis pedibus patente porta / percurrent raphanique mugilesque!}} Catullus: &amp;#039;&amp;#039;Sämtliche Gedichte. Lateinisch und deutsch&amp;#039;&amp;#039;. Hrsg. v. G. P. Gould. Neu übersetzt von Carl Fischer. dtv, München 1987, S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Kenneth Dover]]: &amp;#039;&amp;#039;Homosexualität in der griechischen Antike.&amp;#039;&amp;#039; C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-07374-3 (Original: &amp;#039;&amp;#039;Greek homosexuality.&amp;#039;&amp;#039; London 1978).&lt;br /&gt;
* David Cohen: &amp;#039;&amp;#039;A note on Aristophanes and the Punishment of Adultery in Athenian Law.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte]], Romanistische Abteilung.&amp;#039;&amp;#039; Band 102, 1985, S. 385–387.&lt;br /&gt;
* [[Gregor Damschen]]: &amp;#039;&amp;#039;Catullus c. 94: „ipsa olera olla legit“&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Mnemosyne.&amp;#039;&amp;#039; Band 52, 1999, S. 169–176 ([https://www.unilu.ch/fileadmin/shared/Publikationen/damschen_mnemosyne_52.pdf online]).&lt;br /&gt;
* [[Debra Hamel]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Fall Neaira. Die wahre Geschichte einer Hetäre im antiken Griechenland.&amp;#039;&amp;#039; Primus-Verlag, Darmstadt 2004, ISBN 3-89678-255-X.&lt;br /&gt;
* [[Jens-Uwe Krause (Historiker)|Jens-Uwe Krause]]: &amp;#039;&amp;#039;Kriminalgeschichte der Antike.&amp;#039;&amp;#039; C. H. Beck, München 2004, ISBN 3-406-52240-8, &amp;#039;&amp;#039;III. Kriminalität im klassischen Athen&amp;#039;&amp;#039;, S. 39 f.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsgeschichte (griechische Antike)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Athen in der Antike]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Körperstrafe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vergewaltigung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Karina Cynthia</name></author>
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