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	<title>Retardat - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-29T19:36:26Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Retardat&amp;diff=1816766&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie.</title>
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		<updated>2026-02-19T12:08:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Retardat&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|retardatio}}),&amp;lt;ref name=&amp;quot;Erklärendes&amp;quot; /&amp;gt; auch Drangsal genannt, ist ein bergrechtlicher Vorgang im frühen [[Bergbau]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Veith&amp;quot; /&amp;gt; Dadurch war es möglich, einem [[Kux]]inhaber seine Anteile [[von Amts wegen]] zu entziehen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Erklärendes&amp;quot; /&amp;gt; Der aus dem [[Latein]]ischen stammende Begriff bedeutet so viel wie Verzögerung einer Leistung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stößel&amp;quot; /&amp;gt; Das Verfahren der Retardatsetzung war in den älteren [[Bergordnung]]en geregelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gätzschmann&amp;quot; /&amp;gt; In den neueren [[Berggesetz]]en der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Retardat, bis auf zwei Ausnahmen, abgeschafft und die Beitreibung der fälligen Zahlungen anderweitig geregelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Veith&amp;quot; /&amp;gt; Hier war die Klage vor einem ordentlichen Gericht gegenüber dem säumigen Gewerken gut geeignet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WilleckeTurner&amp;quot; /&amp;gt; Nur in der Bergordnung für Lippe-Detmold und der Bergordnung für Nassau wurde das Retardat beibehalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Veith&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Vorgang ==&lt;br /&gt;
Wurde ein [[Quatember]] durch eine Grube mit Verlust abgeschlossen, so mussten die Inhaber der Grube eine [[Zubuße]] bezahlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hartmann&amp;quot; /&amp;gt; Die Höhe der Zubuße richtete sich nach der Zahl der Kuxe, die ein Kuxinhaber besaß.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Scheuchenstuel&amp;quot; /&amp;gt; Außerdem mussten die Gewerken weitere Abgaben,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gätzschmann&amp;quot; /&amp;gt; z.&amp;amp;nbsp;B. das [[Rezessgeld]], entrichten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Scheuchenstuel&amp;quot; /&amp;gt; Konnte ein Kuxinhaber die Zubuße&amp;lt;ref name=&amp;quot;Erklärendes&amp;quot; /&amp;gt; oder die weiteren Abgaben, die dem Betrieb des gemeinschaftlichen [[Bergwerk]]s dienten, nicht bezahlen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Scheuchenstuel&amp;quot; /&amp;gt; so wurden seine Zechenanteile ins Retardat gestellt und er wurde von der [[Bergrechtliche Gewerkschaft|Gewerkschaft]] ausgeschlossen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Erklärendes&amp;quot; /&amp;gt; Die [[Kux]]e des säumigen Zahlers wurden auf Antrag des zuständigen [[Schichtmeister]]s im [[Bergbuch#Gegenbuch|Gegenbuch]] eingetragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Veith&amp;quot; /&amp;gt; Diese ins Retardat gestellte Kuxe wurden in der Regel dann mit einem &amp;quot;R&amp;quot; gekennzeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hartmann&amp;quot; /&amp;gt; Dem säumigen Zahler wurde nun eine Frist gesetzt, innerhalb derer er die fällige Zubuße und die nächste fällige Zahlung tätigen musste.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Erklärendes&amp;quot; /&amp;gt; Die Länge dieser Frist war in den einzelnen [[Bergrevier]]en unterschiedlich geregelt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Veith&amp;quot; /&amp;gt; Dem säumigen Gewerken wurde ein sogenannter „&amp;#039;&amp;#039;peremtorischer Termin&amp;#039;&amp;#039;“ gesetzt, bis zu welchem die Zahlung spätestens erfolgen musste. Dieser Termin lag in der Regel zwischen vier bis sechs Wochen nach der Bekanntgabe der Retardatsetzung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Scheuchenstuel&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wurde die Zahlung nach Ablauf der Frist nicht getätigt, so waren die Kuxe nun im Retardat verstanden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Veith&amp;quot; /&amp;gt; Man bezeichnete diese Kuxe als „&amp;#039;&amp;#039;caducirt&amp;#039;&amp;#039;“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hartmann&amp;quot; /&amp;gt; Dem säumigen [[Gewerke (Bergbau)|Gewerken]] konnten nun von der [[Bergbehörde]], ohne Einhaltung weiterer Fristen, seine Anteilscheine für verlustig erklärt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Veith&amp;quot; /&amp;gt; Bevor diese Kuxe dem säumigen Gewerken jedoch gänzlich aberkannt wurden, ließ man, je nach Bergbauregion, zwischen acht Wochen und drei Quartalen verstreichen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hartmann&amp;quot; /&amp;gt; Die säumigen Gewerken hatten auch die Möglichkeit, durch Zahlung eines Abschlages der Caducierung der Kuxe vorbeugen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Veith&amp;quot; /&amp;gt; Dieser Vorgang, die Zahlung einer [[Abschlagszahlung]], bezeichnete man als &amp;#039;&amp;#039;Anhängigmachen&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hartmann&amp;quot; /&amp;gt; Der säumige Gewerke musste nun den noch ausstehenden Betrag innerhalb einer weiteren Frist bezahlen. Diese Frist endete in der Regel mit Ablauf der sechsten Woche des folgenden Quartals.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Veith&amp;quot; /&amp;gt; Allerdings wurde dieser Vorgang (Anhängigmachen) nicht immer angewendet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hartmann&amp;quot; /&amp;gt; Konnte der säumige Gewerke trotz aller eingeräumten Fristen nicht zahlen, so wurde er seiner Kuxe verlustig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gätzschmann&amp;quot; /&amp;gt; Diese sogenannten Retardatkuxe konnten die anderen Gewerken nun unter sich verteilen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stößel&amp;quot; /&amp;gt; Lehnten die Gewerken die Annahme dieser Kuxe ab, konnten sie durch den Schichtmeister frei gehandelt werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Richter&amp;quot; /&amp;gt; Die frei gewordenen Kuxe wurden dann zum Wohle der Grubenkasse öffentlich verkauft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Erklärendes&amp;quot; /&amp;gt; Eine Möglichkeit das Verfahren abzuwenden war die Anwendung des [[Abandonrecht]]es.&amp;lt;ref name=&amp;quot;WilleckeTurner&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Hermann Brassert]]: &amp;#039;&amp;#039;Berg-Ordnungen der Preussischen Lande. Sammlung der in Preussen gültigen Berg-Ordnungen.&amp;#039;&amp;#039; F. C. Eisen&amp;#039;s Königliche Hof-Buch- und Kunsthandlung, Köln 1858 ([https://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/17108 Volltext]).&lt;br /&gt;
* {{Brockhaus-1809 |Lemma=Retardat |Band=4 |Seite=190 |zenoID=20000767816}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stößel&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Johann Christoph Stößel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Bergmännisches Wörterbuch, darinnen die deutschen Benennungen und Redensarten erkläret und zugleich die in Schriftstellern befindlichen lateinischen und französischen angezeiget werden.&amp;#039;&amp;#039; Chemnitz 1778.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Scheuchenstuel&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Carl von Scheuchenstuel]]: &amp;#039;&amp;#039;Idioticon der österreichischen Berg- und Hüttensprache.&amp;#039;&amp;#039; k. k. Hofbuchhändler Wilhelm Braumüller, Wien 1856.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Richter&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Carl Friedrich Richter: &amp;#039;&amp;#039;Neuestes Berg- und Hütten-Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; Band 2. Kleefeldsche Buchhandlung, Leipzig 1805.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gätzschmann&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Moritz Ferdinand Gätzschmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Sammlung bergmännischer Ausdrücke.&amp;#039;&amp;#039; Craz &amp;amp; Gerlach, Freiberg 1859.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Erklärendes&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Erklärendes Wörterbuch der im Bergbau in der Hüttenkunde und in Salinenwerken vorkommenden technischen und in Salinenwerken vorkommenden technischen Kunstausdrücke und Fremdwörter.&amp;#039;&amp;#039; Verlag der Falkenberg’schen Buchhandlung, Burgsteinfurt 1869.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Veith&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Heinrich Veith: &amp;#039;&amp;#039;Deutsches Bergwörterbuch mit Belegen.&amp;#039;&amp;#039; Verlag von Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1871.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hartmann&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Carl Hartmann: &amp;#039;&amp;#039;Handwörterbuch der Berg-, Hütten- u. Salzwerkskunde der Mineralogie und Geognosie.&amp;#039;&amp;#039; Zweite Abteilung L–Z. Buchhandlung Bernhard Friedrich Voigt, Ilmenau 1825.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;WilleckeTurner&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
R. Willecke, G. Turner: &amp;#039;&amp;#039;Grundriß des Bergrechts.&amp;#039;&amp;#039; 2. neubearbeitete und erweiterte Auflage. Springer-Verlag, Berlin / Heidelberg / New York 1970, S. 122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bergrecht (Deutschland)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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