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	<title>Ressourcenfluch - Versionsgeschichte</title>
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		<title>imported&gt;Atirador: Änderungen von ~2026-25865-16 (Diskussion) auf die letzte Version von ~2026-14647-7 zurückgesetzt</title>
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		<updated>2026-04-28T11:23:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderungen von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-25865-16&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-25865-16&quot;&gt;~2026-25865-16&lt;/a&gt; (&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer_Diskussion:~2026-25865-16&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer Diskussion:~2026-25865-16 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;) auf die letzte Version von &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:~2026-14647-7&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:~2026-14647-7 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;~2026-14647-7&lt;/a&gt; zurückgesetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ressourcenfluch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Englische Sprache|englisch]]: &amp;#039;&amp;#039;resource curse&amp;#039;&amp;#039;) oder &amp;#039;&amp;#039;Ressourcenfalle&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;So bezeichnet in der Rede von Minister Dirk Niebel vom 6. Oktober 2010, {{Webarchiv|url=http://www.bmz.de/de/presse/reden/minister_niebel/2010/Oktober/20101006_rede.html |wayback=20101206071424 |text=Archivierte Kopie |archiv-bot=2019-05-09 22:17:20 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet die negativen Folgen, die der Reichtum an [[Natürliche Ressource|natürlichen Ressourcen]] für ein Land und seine Bevölkerung haben kann. Insbesondere bezeichnet er dabei das scheinbare Paradoxon, dass das [[Wirtschaftswachstum]] in Ländern, die viele mineralische und [[Fossile Energie|fossile Rohstoffe]] exportieren, in der Regel geringer ist als in rohstoffarmen Ländern. Der „[[Fluch]]“ sei dabei durch das Fehlverhalten der betreffenden Marktteilnehmer begründet. Daneben wird die Wirtschaft in Ländern mit politischer Instabilität, hoher Korruption und bewaffneten Konflikten auf die lokalen Rohstoffe reduziert, was deren Rolle besonders hervorhebt. In diesem Zusammenhang spricht man von der Fortsetzung des kolonialen [[Extraktivismus]] durch einen post-kolonialen Neo-Extraktivismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== These ==&lt;br /&gt;
Lange wurde angenommen, dass Reichtum an natürlichen Ressourcen, insbesondere [[Erdöl]], grundsätzlich ein [[Segen]] für ein Land sei und Entwicklung und Wohlstand garantiere. In den 1980er Jahren tauchte die Vorstellung auf, dass es sich hierbei eher um einen „Fluch“ handle, nachdem es kaum einem Drittweltland gelungen war, auf Basis der Ressourcen eine verarbeitende Exportindustrie aufzubauen. Zum Teil entwickelte sich infolge florierender Öl- und Mineralienexporte sogar die Landwirtschaft zurück. Zahlreiche Untersuchungen, wie die namhaften Arbeiten von [[Jeffrey Sachs]] und [[Andrew Warner]], zeigten eine Verbindung zwischen Rohstoffreichtum und geringem Wirtschaftswachstum.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sachs&amp;quot;&amp;gt;Jeffrey D. Sachs, Andrew M. Warner: &amp;#039;&amp;#039;Natural resource abundance and economic growth.&amp;#039;&amp;#039;, 1995. [https://ideas.repec.org/p/nbr/nberwo/5398.html NBER Working Paper 5398].&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Ressourcenfluch&amp;#039;&amp;#039; wurde jedoch erst 1993 von [[Richard Auty]] geprägt, um zu beschreiben, warum rohstoffreiche Länder wider Erwarten oft nicht in der Lage sind, ihren Reichtum für einen wirtschaftlichen [[Konjunktur|Aufschwung]] zu nutzen.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard M. Auty: &amp;#039;&amp;#039;Sustaining Development in Mineral Economies: The Resource Curse Thesis&amp;#039;&amp;#039;. London: Routledge, 1993.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Negative Folgen ==&lt;br /&gt;
=== Silberinflation in Spanien ===&lt;br /&gt;
Ein frühes Beispiel für die Ambivalenz der kolonialen Ausbeutung durch einseitige Förderung extraktiver Industrien ist der [[Silber]]bergbau von [[Potosí]], der Mitte des 16. Jahrhunderts einsetzte und dazu führte, dass die massiven Silberexporte nach Spanien dort zur Inflation, zum Niedergang des verarbeitenden Gewerbes und zu Massenarmut führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die „Holländische Krankheit“ ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Holländische Krankheit}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Holländischen Krankheit handelt es sich um ein wirtschaftliches Phänomen, bei dem Einkünfte aus Rohstoffexporten den [[Realer Wechselkurs|realen Wechselkurs]] der Landeswährung erhöhen. Hierdurch verliert das verarbeitende Gewerbe seine [[Wettbewerb (Wirtschaft)|Wettbewerbsfähigkeit]] auf dem [[Weltmarkt]], was bis zur [[Deindustrialisierung]] eines Landes führen kann. Die Abhängigkeit der [[Volkswirtschaft]] vom Rohstoffexport nimmt hingegen in einem [[Teufelskreis]] immer weiter zu. Die Wirtschaft wird außergewöhnlich anfällig für Preisschwankungen bei Rohstoffen, wobei die [[Produktivität]]s&amp;amp;shy;zunahme im Rohstoffexport meist geringer ist als in der Verarbeitung. Als Beispiel kann das von Einnahmen aus Ölexporten abhängige [[Aserbaidschan]] gelten, dessen Wirtschaft sich kaum differenziert entwickelte, da seine Währung, der [[Aserbaidschan-Manat|Manat]], völlig überbewertet war.&amp;lt;ref&amp;gt;Slawa Obodzinskiy: &amp;#039;&amp;#039;Die Holländische Krankheit am Beispiel Aserbaidschans&amp;#039;&amp;#039;. E-Book, GRIN 2009, ISBN 978-3-640-74203-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Einbruch der Erlöse aus dem Rohstoffexport führt dann – wie 2015 auch in [[Kasachstan]] – zu einer starken Abwertung der Landeswährung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übermäßige Verschuldung ===&lt;br /&gt;
Wenn der reale Wechselkurs steigt, sei es durch [[Kapitalbilanz|Kapitalzufluss]] (Kapitalimport) oder durch die Holländische Krankheit, dann werden die [[Zinsen]] für [[Schulden]] billiger. Dadurch werden die Regierungen ermutigt, Schulden anzuhäufen, selbst wenn sie gleichzeitig über hohe Einkünfte aus dem Rohstoffexport verfügen. Hierbei erwarten sie in der Regel noch größere Einkünfte in der Zukunft, zum Beispiel durch eine Erhöhung von Ölförderquoten. Wenn die [[Ölpreis]]e fallen und der reale Wechselkurs sinkt, verfügt die Regierung jedoch nicht mehr über ausreichend Geld, um die nun verhältnismäßig teuren Schulden zu begleichen. Das gilt auch für Rohstoffunternehmen, die ihre Förderung durch das Begeben von Anleihen ausgeweitet haben (z.&amp;amp;nbsp;B. die brasilianische [[Petrobras]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch für entwickelte Industrieländer kann der massive Ausbau extraktiver Industrien zur Senkung der Importabhängigkeit Probleme nach sich ziehen, wie das Beispiel der US-[[Hydraulic Fracturing|Fracking]]-Industrie zeigt. Diese hat in den letzten Jahren ohne Rücksicht auf irgendwelche Förderquoten ihre Förderung massiv erhöht, allerdings um den Preis einer hohen Verschuldung durch die Ausgabe von Schuldverschreibungen in Milliardenhöhe. Als der Ölpreis 2015 und noch deutlicher 2020 fiel, wurde das Fracking-Öl unrentabel und die Anleihen wurden durch das Ausfallrisiko zu Schrottpapieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Müller: &lt;br /&gt;
[https://finanzmarktwelt.de/oelpreis-wie-gefaehrlich-ist-der-absturz-fuer-die-weltwirtschaft-160052/ &amp;#039;&amp;#039;Ölpreis: Wie gefährlich ist der Absturz für die Weltwirtschaft?&amp;#039;&amp;#039;] in: finanzmarktwelt.de, 11. März 2020.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rohstoffreiche Länder versuchen dieser Tendenz durch die Anlage von Fonds zu begegnen und die Rohstoffeinnahmen durch langfristige Investitionen im Ausland weniger wechselkursanfällig zu gestalten. Vorbild für viele derartige [[Staatsfonds]] war der [[Alaska Permanent Fund]], der 1976 durch [[Volksentscheid]] eingeführt wurde. Der größte Fonds dieser Art, der [[Abu Dhabi Investment Authority]], wurde ebenfalls 1976 gegründet. Der [[Statens pensjonsfond]] Norwegens ist der weltgrößte Fonds dieser Art, obwohl Norwegen nur auf Platz 13 der Erdölförderländer steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Diktatur und Korruption ===&lt;br /&gt;
[[Datei:World Oil Reserves by Country-pie chart.svg|mini|400x400px|Verteilung der weltweiten Erdölreserven, Kanada einschließlich [[Ölsand|Ölsande]], BBL = Billion barrels of petroleum liquids (dt. Milliarden [[Barrel]] fließfähiges Erdöl)]]&lt;br /&gt;
Zahlreiche rohstoffreiche Länder werden von [[Autoritarismus|autoritären]] oder [[Diktatur|diktatorischen]] und [[Korruption|korrupten]] Regierungen gelenkt. Dies liegt zum Teil daran, dass der rohstoffreiche Sektor oft große Konzerne anzieht, von denen die Regierungen Bestechungsgelder erhalten, oder sie die Einnahmen aus dem Rohstoffexport nutzen können, um ihren Machterhalt zu finanzieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.misik.at/die-grossen-interviews/macht-die-globalisierung-die-welt-besser-herr-stiglitz.php |wayback=20100621132552 |text=Interview mit Joseph E. Stiglitz auf misik.at |archiv-bot=2019-05-09 22:17:20 InternetArchiveBot }}, 20. November 2006&amp;lt;/ref&amp;gt; Beispiele für diese Entwicklung sind etwa [[Russland]] (Kremlnahe Oligarchen), Aserbaidschan (Erdöl und -gas)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://books.google.de/books?id=ULWQDQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA168&amp;amp;lpg=PA168&amp;amp;dq=oil+abundance+and+economic+growth+elkhan&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=MH2qxE84zo&amp;amp;sig=pa-vIZBKbcM359XfOkhag1FLINE&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwj-vZCDtNDQAhWqAMAKHSGoAEwQ6AEIJzAC#v=onepage&amp;amp;q=oil%20abundance%20and%20economic%20growth%20elkhan&amp;amp;f=false|titel=Oil Abundance and Economic Growth, Reihe: Bochum Studies in International Development, Bd. 70|autor=Elkhan Richard Sadik-Zada|hrsg=UA-RUHR|werk=www.logos-verlag.de|datum=07.11.2016|sprache=en|zugriff=2016-11-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, [[Saudi-Arabien]] (größte Erdölvorkommen der Welt), der [[Tschad]] (Erdöl), [[Gabun]] (Erdöl),&amp;lt;ref&amp;gt;Thomas Seifert, Klaus Werner: &amp;#039;&amp;#039;Schwarzbuch Öl&amp;#039;&amp;#039;. Schriftenreihe der bpb, Bd. 588, Bonn 2006, S. 190 ff. Gabun hielt demzufolge 1984 den Weltrekord für den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch an Champagner.&amp;lt;/ref&amp;gt; das winzige [[Äquatorialguinea]] (Erdöl), dessen Präsident angeblich über ein Privatvermögen von 600 Millionen bis 3 Milliarden Dollar verfügt, während die Mehrheit der Bevölkerung von unter 2 Dollar pro Tag lebt, ferner [[Nigeria]] (Erdöl) und [[Myanmar]]/Burma ([[Erdgas]]), aber auch für Demokratien wie [[Brasilien]]. Angesichts der zeitweilig hohen Profitabilität der begrenzten natürlichen Ressourcen neigen die Machthaber zur Vernachlässigung der wirtschaftlichen Vielfalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Rohstoffausbeutung und -export nur einer schmalen Elite zugutekommen, trägt der Ressourcenreichtum weniger zur Steigerung des allgemeinen Wohlstands bei. In rohstoffreichen Entwicklungsländern herrscht eine besonders große Kluft zwischen Arm und Reich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Beispiel [[Venezuela]]s wird nach [[Michael Penfold]] die Wechselwirkung von Öleinnahmen und mehr oder minder stabilen politischen Institutionen deutlich. Der Wechsel von einer ehemaligen Militärregierung  zu einer stabilen Demokratie in den 1950ern und politischem Chaos bis zu einem autoritären Regimewechsel danach ist nicht mit den Öleinnahmen allein zu erklären, sondern hat wesentlich mit politischem Handeln zu tun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Politische Instabilität und bewaffnete Konflikte ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Hands ondiamonds 350.jpg|miniatur|Diamantenschürfen in Sierra Leone]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rohstoffreiche Entwicklungsländer sind oftmals politisch instabil oder gar von [[Bewaffneter Konflikt|bewaffneten Konflikten]] betroffen. Beispiele waren die Bürgerkriege in [[Sierra Leone]] und [[Liberia]] ([[Westafrika]]), in denen es um die ergiebigen Diamantenfelder (sowie im [[Liberianischer Bürgerkrieg|Liberianischen Bürgerkrieg]] auch um [[Edelholz|Edelhölzer]]) ging, die [[Erster Golfkrieg#Irakische Perspektive|Irakkriege von 1980]], [[Zweiter Golfkrieg#Hintergrund|1990]] und [[Begründung des Irakkriegs|2003]], der jahrzehntelange [[Bürgerkrieg in Angola]] (den die Rebellen der [[União Nacional para a Independência Total de Angola|UNITA]] mit Diamanten finanzierten) und der [[Geschichte der Demokratischen Republik Kongo#Kongokriege|Kongokrieg]], der von verschiedenen Rebellengruppen und Nachbarländern um die Erdöl-, Diamanten-, Gold-, [[Kobalt]]-, [[Kassiterit]]- und [[Coltan]]&amp;lt;nowiki&amp;gt;vorkommen&amp;lt;/nowiki&amp;gt; der [[Demokratische Republik Kongo|Demokratischen Republik Kongo]] geführt wurde und in den Provinzen Nord- und Süd-[[Kiwu]] immer noch von Milizen weitergeführt wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bpb&amp;quot;/&amp;gt; Nach dem Ende des Krieges im Kongo wurden die Minengesellschaften anschließend unter intransparenten Bedingungen privatisiert und zu geringen Preisen an westliche und chinesische Investoren verkauft. Heute arbeiten daneben bis zu 2 Millionen Menschen in illegalen Minen und produzieren für den Schwarzmarkt oder schmuggeln die Ware in legale Minen, um sie dort verplomben zu lassen. Jede zweite der nicht genehmigten Minen wird von einer Miliz kontrolliert.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.handelsblatt.com/politik/international/mineralien-der-fluch-des-reichtums-im-kongo/19699324.html &amp;#039;&amp;#039;Der Fluch des Reichtums im Kongo.&amp;#039;&amp;#039;] in: Handelsblatt, 23. April 2017.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei zahlreichen Konflikten (z.&amp;amp;nbsp;B. im [[Sezessionskrieg im Südsudan]] oder beim [[Konflikt in Ostsudan]]), die auf religiöse und ethnische Spannungen zurückgeführt werden, spielt auch die Verteilung der Gewinne aus dem Rohstoffexport eine wichtige Rolle. Daneben sind Einnahmen aus Rohstoffen (vgl. &amp;#039;&amp;#039;[[Blutdiamant]]en&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Konfliktrohstoff]]e&amp;#039;&amp;#039;) eine wichtige Finanzierungsquelle von Waffen für lokale Bürgerkriege.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vernachlässigung von Bildung und Gesundheit ===&lt;br /&gt;
Ein weiterer möglicher Effekt des Ressourcenfluchs ist die Vernachlässigung von Bildung oder Gesundheitssystemen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesschau.de/ausland/ressourcenfluch100.html tagesschau: &amp;quot;Aus dem Fluch kann ein Segen werden&amp;quot;], Interview mit Rohstoff-Experte Kristian Lempa 24. September 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; Länder, die sich auf den Rohstoffexport verlassen, könnten die Ausbildung ihrer Bevölkerung vernachlässigen, da sie im Augenblick keinen Bedarf dafür sehen. Im Gegensatz dazu haben rohstoffarme Volkswirtschaften, wie zum Beispiel die sogenannten „[[Tigerstaaten]]“, gewaltige Anstrengungen im Bildungswesen unternommen, was zu ihrem wirtschaftlichen Erfolg mit beigetragen hat. Andere Forscher hingegen widersprechen dieser Schlussfolgerung. Sie argumentieren, dass natürliche Ressourcen leicht zu besteuernde Renditen abwerfen, welche ebenso gut zu erhöhten Ausgaben für die Bildung führen könnten.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean-Philippe Stijns: &amp;#039;&amp;#039;Natural resource abundance and human capital accumulation&amp;#039;&amp;#039;, 2006. World Development, Volume 34, Issue 6, June, Pages 1060–1083. {{doi|10.1016/j.worlddev.2005.11.005}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Umweltzerstörung und Armut ===&lt;br /&gt;
{{siehe auch|Umweltgerechtigkeit}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Folge der Förderung der Rohstoffe ist unausweichlich eine gewisse Umweltzerstörung. Abhängig vom lokalen Bewusstsein für die Umwelt, den lokalen Umweltvorschriften und der mehr oder minder konsequenten Durchsetzung kann der Grad dieser Umweltfolgen allerdings stark unterschiedlich ausfallen. Betroffen sind sowohl die Bevölkerung und ihre Lebensgrundlagen als auch die Natur mit Tieren und Pflanzen sowie nicht zuletzt die Landschaft selbst. In Ländern, in denen die Bevölkerung in ihren Bedürfnissen gegen die herrschenden Mächte von Regierung und Wirtschaft wenig Durchsetzungsvermögen hat bzw. unterdrückt wird (also vor allem in Entwicklungsländern, aber auch in weiter entwickelten Ländern mit überwiegender Orientierung an den Interessen der Industrieunternehmen sowie in Regionen, in denen die Korruption stark vertreten ist), fallen diese Umweltfolgen oftmals sehr drastisch aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Umweltfolgen hängen stark vom jeweiligen Rohstoff ab und sind je nach Art sehr vielfältig. Von der Vergiftung von Flüssen, und damit Trinkwasser, über die Verseuchung von Ackerböden, die Belastung der Luft durch Schadstoffe, die [[Entwaldung]] ganzer Landstriche mit allen daran hängenden Folgen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Erosion (Geologie)|Erosion]]), bis hin zur Störung oder gar Umformung von sensiblen Ökosystemen sind die Folgen mannigfaltig. Korruption ist dabei ein wichtiger Verstärker für mögliche Umweltfolgen. Berüchtigt ist beispielsweise die Verseuchung der Umwelt im [[nigeria]]nischen [[Nigerdelta]] durch die Erdölförderung.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bpb&amp;quot;&amp;gt;[https://www.bpb.de/themen/RQMPAL,1,0,Rohstoffe_f%FCr_den_Export.html bpb, Axel Harneit-Sievers: Rohstoffe für den Export], 5. Dezember 2005&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Amazonasbecken]], insbesondere in [[Ecuador]], führt die Erdölförderung zur Zerstörung des [[Tropischer Regenwald|Regenwald]]es und der Lebensgrundlagen der [[Indigene Völker|indigenen Völker]]. Auch für Goldminen wie die [[Yanacocha]]-Mine in [[Peru]] oder die Ahafo-Mine in [[Ghana]] ist oft die Zwangsumsiedlung Tausender erforderlich. In vielen Fällen erhalten die Umgesiedelten keine adäquate Entschädigung für ihr Land, sodass sich ihre Armut vergrößert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den hohen Bedarf an leistungsfähigen Batterien etwa für die E-Mobilität geriet seit etwa 2015 die [[Lithium]]-Gewinnung in den Ruf, nicht nur große Umweltschäden hervorzurufen, sondern auch politische Krisen durch das Festhalten an einem entwicklungshemmenden extraktiven Wirtschaftsmodell und die entstehenden Verteilungskonflikte des Reichtums auszulösen, so etwa 2019 in [[Bolivien]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tagesspiegel.de/berlin/krise-in-bolivien-der-sturz-des-evo-morales/25215186.html &amp;#039;&amp;#039;Der Sturz des Evo Morales&amp;#039;&amp;#039;], in: [[Der Tagesspiegel]], 11. November 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Chile]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.dw.com/de/lithiumabbau-in-chile-fluch-oder-segen/a-43401781 &amp;#039;&amp;#039;Lithiumabbau in Chile – Fluch oder Segen?&amp;#039;&amp;#039;], auf: [[Deutsche Welle]], 28. April 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit wird die internationale Konkurrenz um den Rohstoff weiter intensiviert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/oesterreich-laeuft-sich-schon-mal-warm-bolivien-als-lithium-lieferant-praktisch-tot/25217892.html &amp;#039;&amp;#039;Bolivien «als Lithium-Lieferant praktisch tot»&amp;#039;&amp;#039;], in [[WirtschaftsWoche]], 12. November 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Alternativerklärung ==&lt;br /&gt;
Eine andere Erklärung kehrt die Ursache und Folgewirkung um&amp;amp;nbsp;– Korruption, Konflikte und Bürgerkriege reduzieren die lokale Wirtschaft auf den Abbau und Export seltener natürlicher Ressourcen, deren Erlöse in die Taschen kleiner Eliten fließen, nicht umgekehrt; denn der Ressourcenreichtum vieler Industrieländer behindert keineswegs deren wirtschaftlichen Erfolg.&amp;lt;ref&amp;gt;Tierney, John, [http://tierneylab.blogs.nytimes.com/2008/05/05/rethinking-the-oil-curse/?hp &amp;#039;&amp;#039; Rethinking the Oil Curse.&amp;#039;&amp;#039;] Kommentar vom 5. Mai 2008 in der New York Times zu: &amp;#039;&amp;#039;Linking Natural Resources to Slow Growth and More Conflict&amp;#039;&amp;#039;, C. N. Brunnschweiler1, E. H. Bulte. In: Science, Vol. 320, no. 5876, 2008, S. 616–617.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Empirische Forschung ==&lt;br /&gt;
Zahlreiche Untersuchungen, wie die namhaften Arbeiten von [[Jeffrey Sachs]] und [[Andrew Warner]], zeigten eine Verbindung zwischen Rohstoffreichtum und geringem Wirtschaftswachstum.&amp;lt;ref name=&amp;quot;sachs&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses Missverhältnis wird z.&amp;amp;nbsp;B. deutlich am Beispiel der ölproduzierenden Länder. In den Jahren von 1965 bis 1998 nahm in den Ländern der [[OPEC]] das [[Bruttonationaleinkommen]] (früher: &amp;#039;&amp;#039;Bruttosozialprodukt&amp;#039;&amp;#039;) pro Kopf im Durchschnitt um 1,3 % ab, während in den restlichen [[Entwicklungsland|Entwicklungsländern]] das Pro-Kopf-Wachstum im Durchschnitt bei 2,2 % lag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Studie der [[Vereinigtes Königreich|britischen]] [[Nichtregierungsorganisation]] [[Oxfam]] stellt darüber hinaus fest, dass der Lebensstandard der Menschen in rohstoffreichen Ländern gemessen am &amp;#039;&amp;#039;[[Index der menschlichen Entwicklung]]&amp;#039;&amp;#039; niedriger ist als vom statistischen [[Pro-Kopf-Einkommen]] her zu erwarten wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch auch die Entwicklung unter den ressourcenreichen Ländern unterscheidet sich teils gravierend. In Ghana wurde 2008 Öl entdeckt, seit 2010 wird es gefördert. Nach Beginn der Ölverkäufe brach die Haushaltsdisziplin zusammen. 2014 fielen die Ölpreise; heute reichen die Erlöse, die breit gestreut und nicht investiert wurden, gerade dazu, um ein Viertel der Zinsen für die Staatsverschuldung zu zahlen.&amp;lt;ref&amp;gt;Fabian Urech: &amp;#039;&amp;#039;Das Öl hat der Regierung den Kopf verdreht.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;NZZ&amp;#039;&amp;#039;, internationale Ausgabe, 12. August 2015, S. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Gegenbeispiel zum Ressourcenfluch-Phänomen ist die Entwicklung [[Norwegen]]s, einer stabilen [[Konstitutionelle Monarchie|konstitutionellen Monarchie]] mit einem [[Legislative|parlamentarischen]] Regierungssystem und außerordentlich geringer Korruption. Hier besteht im Gegensatz zu vielen afrikanischen Ländern keine fragile Verwaltung, und ein staatlicher Fonds verwaltet dort den Rohstoffreichtum im Sinne des Gemeinwohls. Trotz Ölreichtums und erheblichen wirtschaftlichen Gegensätzen zum Ausland blieb das Land auch von Bürgerkrieg und kriegerischen Auseinandersetzungen mit seinen Nachbarn verschont.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.inwent.org/ez/articles/171855/index.de.shtml |wayback=20110615164808 |text=Susanne Giese: &amp;#039;&amp;#039;Fluch des Öls&amp;#039;&amp;#039;. |archiv-bot=2019-05-09 22:17:20 InternetArchiveBot }} In: &amp;#039;&amp;#039;[[E+Z Entwicklung und Zusammenarbeit]]&amp;#039;&amp;#039;, Heft 5/2010, Tribüne, S. 206–207.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als außergewöhnlich gilt auch die wirtschaftlich vergleichsweise stabile Entwicklung von [[Malaysia]]. Mögliche Gründe dafür liegen in der Nichtbefolgung der wirtschaftsliberalen Veränderungsvorschläge des [[IWF]], in umfangreichen Bildungsinvestitionen und effektiven Programmen zur Förderung von Minderheiten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.project-syndicate.org/commentary/stiglitz91/German Project Syndicate, 2007: Das Wunder von Malaysia], [[Joseph E. Stiglitz]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine in Stanford veröffentlichte Studie aus dem Jahr 2007 fand bei Betrachtung der langfristigen Entwicklungen u.&amp;amp;nbsp;a. in den Ländern [[Mexiko]], [[Ecuador]], [[Venezuela]] und Norwegen keinen statistisch [[Statistische Signifikanz|signifikanten]] Zusammenhang zwischen Ressourcenreichtum und Mangel an Demokratie. Die Autoren sehen die entgegengesetzten Ergebnisse anderer Studien aufgrund ihrer Ergebnisse als fragil an.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://siepr.stanford.edu/publicationsprofile/1731 Stephen Haber, Victor Menaldo: &amp;#039;&amp;#039;Do Natural Resources Fuel Authoritarianism? A Reappraisal of the Resource Curse.&amp;#039;&amp;#039;] Stanford Center for International Development, Working Paper 351, 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings trug die Wachstumskrise der Schwellenländer aufgrund des Rohstoff- und insbesondere des Ölpreisverfalls seit 2014 auch nicht zur weiteren Demokratisierung bei, was das Beispiel Venezuelas verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Ressourcengerechtigkeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Tom Burgis: &amp;#039;&amp;#039;Der Fluch des Reichtums – Warlords, Konzerne, Schmuggler und die Plünderung Afrikas&amp;#039;&amp;#039;. Westend, Frankfurt 2016, ISBN 978-3-86489-148-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [[Global Witness]]: [https://www.globalwitness.org globalwitness.org: Menschenrechtsorganisation, die sich mit dem Ressourcenfluch befasst (engl.)]&lt;br /&gt;
* [[Bonn International Center for Conversion]] (BICC, &amp;#039;&amp;#039;Internationales Konversionszentrum Bonn&amp;#039;&amp;#039;): [http://www.bicc.de/index.php/resources-and-conflict bicc.de: forscht zum Ressourcenfluch]&lt;br /&gt;
* [[ZDF]]: [http://suedafrika.zdf.de/ZDFde/inhalt/28/0,1872,8058588,00.html?dr=1 &amp;#039;&amp;#039;Der Ressourcenfluch ist nicht unausweichlich&amp;#039;&amp;#039;], Interview mit [[Matthias Basedau]] (2010)&lt;br /&gt;
* [[GLOBAL 2000]]: [http://www.reduse.org/de reduse.org &amp;#039;&amp;#039;REdUSE – Ein Projekt für einen zukunftsfähigen Umgang mit unseren Ressourcen.&amp;#039;&amp;#039;] (25. Februar 2012)&lt;br /&gt;
* [[SWR2 Radio Akademie]]: [http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/radioakademie/plan-erde/themen/-/id=3293730/1g8deog/index.html swr.de: &amp;#039;&amp;#039;Plan Erde&amp;#039;&amp;#039;, Überblick über die künftige Versorgung der Welt mit den wichtigsten Ressourcen]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
Dieser Artikel basiert in den Anfangsbearbeitungen auf dem Artikel [[:en:Resource curse]].&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Entwicklungsökonomik]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Atirador</name></author>
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