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	<title>Republik Genua - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;TaxonKatBot: Bot: Kategorie:Staat (Mittelalter) umbenannt in Kategorie:Historischer Staat (Mittelalter): laut Diskussion</title>
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		<updated>2026-04-03T13:02:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: &lt;a href=&quot;/index.php?title=Kategorie:Staat_(Mittelalter)&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Kategorie:Staat (Mittelalter) (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Kategorie:Staat (Mittelalter)&lt;/a&gt; umbenannt in &lt;a href=&quot;/index.php?title=Kategorie:Historischer_Staat_(Mittelalter)&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Kategorie:Historischer Staat (Mittelalter) (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Kategorie:Historischer Staat (Mittelalter)&lt;/a&gt;: laut &lt;a href=&quot;/index.php?title=Wikipedia:WikiProjekt_Kategorien/Diskussionen/2026/M%C3%A4rz/27&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Wikipedia:WikiProjekt Kategorien/Diskussionen/2026/März/27 (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Diskussion&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Staat&lt;br /&gt;
|NAME-DEUTSCH = Durchlauchtigste Republik Genua&lt;br /&gt;
|NAME-AMTSSPRACHE = Serenissima res publica Ianuensis (Latein)&amp;lt;br /&amp;gt;Serenìscima Repùbrica de Zêna (ligurisch)&amp;lt;br /&amp;gt;Serenissima Repubblica di Genova (italienisch)&lt;br /&gt;
|ZEITRAUM = 958–1797&lt;br /&gt;
|BILD-FLAGGE = Flag of Genoa.svg&lt;br /&gt;
|ARTIKEL-FLAGGE = Flagge Genuas&lt;br /&gt;
|BILD-WAPPEN = Coat of arms of Republic of Genoa.svg&lt;br /&gt;
|ARTIKEL-WAPPEN = Wappen Genuas&lt;br /&gt;
|WAHLSPRUCH = &amp;#039;&amp;#039;Respublica superiorem non recognoscens&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;br /&amp;gt;{{laS}} für „Republik, die niemanden über ihr anerkennt“&lt;br /&gt;
|AMTSSPRACHE = [[Latein]] und [[Ligurische Sprache (romanisch)|Ligurisch]], später auch [[Italienische Sprache|Italienisch]]&lt;br /&gt;
|HAUPTSTADT = [[Genua]]&lt;br /&gt;
|STAATS- UND REGIERUNGSFORM = [[Aristokratische Republik]]&lt;br /&gt;
|STAATSOBERHAUPT = [[Liste der Dogen von Genua|Doge]] (ab 1339)&lt;br /&gt;
|EINWOHNER = ca. 400.000&lt;br /&gt;
|GRÜNDUNG = 958 &amp;lt;small&amp;gt;(Anerkennung)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|AUFLÖSUNG = 14. Juni 1797&lt;br /&gt;
|BILD-LAGE = Genoese Holdings.png&lt;br /&gt;
|BILD-LAGE-BESCHREIBUNG = Genuesische Gebiete im 12./13. Jahrhundert&lt;br /&gt;
|BILD1 = Italy 1796 de.svg&lt;br /&gt;
|BILD1-BESCHREIBUNG = Politische Grenzen Italiens 1796&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Republik Genua&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{itS|&amp;#039;&amp;#039;Serenissima Repubblica di Genova&amp;#039;&amp;#039;}}; {{deS|&amp;#039;&amp;#039;Durchlauchtigste Republik Genua&amp;#039;&amp;#039;}}) war eine [[Aristokratische Republik]] im heutigen [[Italien]], die am 14. Juni 1797 zur [[Ligurische Republik|Ligurischen Republik]] wurde, einer [[Tochterrepublik]] der [[Erste Französische Republik|Ersten Französischen Republik]]. Bereits im 10. Jahrhundert wurde die Stadt [[Genua]] im [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reich]] unabhängig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genua galt als [[Seemacht|Handelsseemacht]] und genoss den Ruf als „Tor der ganzen Welt“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Bernd Roeck |Titel=Der Morgen der Welt |Hrsg= |Auflage=1 |Verlag=C.H. Beck |Ort= |Datum=2017 |ISBN=978-3-406-69877-4 |Seiten=207}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Stadt war ebenfalls eine [[Genueser Kolonien|Kolonialmacht]] und eine der vier bekanntesten [[Seerepubliken]] Italiens. Genuesische Kaufleute erzielten mit dem Handel von [[Getreide]] und [[Sklaven]] ihre größten Gewinne. Während der [[Sklavenhandel]] als Nachlass der römischen Wirtschaftswelt neu belebt wurde und Sklaven ein wirtschaftliches Gut von hohem Wert darstellten, hing vom Getreidehandel vor allem die Ernährungsbasis der Republik ab. Weitere wichtige Handelsgüter waren [[Gewürze]], [[Wachs]], [[Pelz]]e, [[Speisesalz|Salz]], [[Speisefisch|Fisch]], [[Kaviar]] und [[Nussfrucht|Nüsse]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
774 fiel die vorher zu den [[Langobarden]] gehörige Stadt Genua zum [[Karolinger|karolingischen]] [[Frankenreich]]. Seit Ende der karolingischen Herrschaft in Italien 887 wurde Genua immer wieder von [[Islam in Italien|Arabern]] ([[Sarazenen]]) überfallen. Zu dieser Zeit entwickelte Genua eine gewisse Unabhängigkeit und wurde eine Republik mit Konsuln an der Spitze, allerdings gab es keine wirkliche Verfassung. 936 konnte die Stadt sich gegen die plündernden Sarazenen verteidigen. 958 erkannte [[Berengar II.]] von Italien Genua formal an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Seite [[Republik Pisa|Pisa]]s gelang es Genua 1016, die Araber von [[Sardinien]] zu vertreiben. Beide Städte führten mehrere gemeinsame Feldzüge durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu dieser Zeit bereits eine Seemacht, konnte Genua 1097 und 1104 die [[Kreuzzug|Kreuzfahrer]] unterstützen und baute dabei seinen Einfluss an Land und auf See weiter aus. Durch den Seehandel, durch seine [[Faktorei]]en (Handelsniederlassungen) im Ausland und durch seine Kolonien erwarb Genua schnell Reichtum und Macht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Pisa jedoch ebenfalls zu einer Seemacht heranwuchs (so eroberte es 1070 [[Korsika]]), kam es 1119 zum Krieg, den der [[Papst]] 1133 schließlich zugunsten von Genua beendete. Ein Jahr zuvor hatte Genua den Norden Korsikas erobert. Das Bistum Genua wurde nun zum [[Erzbistum Genua]] und unterstand nicht mehr dem [[Erzbistum Mailand]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da es in Genua innere Konflikte gab (z.&amp;amp;nbsp;B. Uneinigkeiten zwischen den Adelsfamilien und Differenzen zwischen [[Guelfen und Ghibellinen]]), übten mehrmals andere Staaten erheblichen Einfluss auf die Republik aus. Während die Familien [[Doria]], [[Spinola]] und [[Negrone]] den kaisertreuen [[Ghibellinen]] anhingen, repräsentierten die [[Grimaldi]] und die [[Fieschi (Adelsgeschlecht)|Fieschi]] den alten Feudaladel, der auf der Seite der papsttreuen [[Guelfen]] stand. Wechselweise paktierten diese Familien mit dem [[Königreich Frankreich (987–1792)|Königreich Frankreich]], dem [[Herzogtum Mailand]], dem [[Königreich Neapel]] und dem [[Königreich Aragón]]. Die Genueser Patrizierfamilien gründeten ihren Reichtum auf den Fernhandel, der sich über das gesamte [[Mittelmeer]] bis ins [[Schwarzes Meer|Schwarze Meer]] erstreckte. Alte Adelshäuser des Umlandes, wie die [[Malaspina]], [[Ventimiglia (Adelsgeschlecht)|Ventimiglia]] oder die Fieschi, die an der ligurischen Küste und im Hinterland reich begütert waren, zählten in der Frühzeit zu den mächtigen Rivalen der Republik. Bemerkenswert ist, dass in dem Jahrhundert von 1156 bis 1253 mehr als ein Dutzend Investorinnen in Genua belegt sind, die sich am Fernhandel beteiligten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael Borgolte |Titel=Die Welten des Mittelalters |Verlag=C. H. Beck |Ort=München |Datum=2022 |ISBN=978-3-406-78446-0 |Seiten=713}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Republik Venedig Handelswege01.png|mini|links|Handelswege Venedigs und Genuas]]&lt;br /&gt;
Nach der [[Rückeroberung von Konstantinopel 1261|Wiedererrichtung]] des [[Byzantinisches Reich|Byzantinischen Reiches]] 1261 gründeten die Genuesen auf Grundlage des [[Abkommen von Nymphaion|Abkommens von Nymphaion]] mehrere Niederlassungen in der Schwarzmeerregion (in [[Trabzon|Trapezunt]], [[Amasra|Amastri]], Vicina im [[Donau]]delta, [[Kilija|Kilia]], [[Feodossija#Mittelalter|Kaffa]], [[Cetatea Albă]] und Tana an der [[Don (Asowsches Meer)|Donmündung]]) sowie [[Phokaia]] in der Ägäis. Diese ermöglichten ihnen den Handel mit [[China]] und [[Indien]] über das [[Mongolisches Reich|Mongolenreich]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;MP48&amp;quot;&amp;gt;Manfred Pittioni: &amp;#039;&amp;#039;Genua – die versteckte Weltmacht.&amp;#039;&amp;#039; 2011, S. 48–49.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Genuesen handelten unter anderem mit Sklaven, die man vom Mongolenreich erwarb.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Bernd Roeck |Titel=Der Morgen der Welt |Hrsg= |Auflage=1 |Verlag=C. H. Beck |Ort= |Datum=2017 |ISBN=978-3-406-69877-4 |Seiten=322}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 12. und 13. Jahrhundert stand Genua im Zenit seiner Macht. Als Pisa 1282 versuchte, die gesamte Verwaltung und die wirtschaftliche Ausbeutung Korsikas zu übernehmen, war dies der [[casus belli]] für die beiden Republiken. Genua rüstete 120 Galeeren aus und heuerte über 15.000 Soldaten an. Nach Gefechten bei Porto Torres und Sassari vor Sardinien konnte es Pisa in der [[Seeschlacht bei Meloria]] am 6. August 1284 endgültig besiegen. Der genuesische Sieg bedeutete das Ende Pisas als Flotten- und Kolonialmacht. Genua übernahm auch den Süden Korsikas und nahm nun großen Einfluss auf das westliche, aber auch auf das östliche Mittelmeer. 1290 unterstützte es zur See die [[Ilchane]] im Schwarzen Meer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bald kam es jedoch zu Konflikten mit der [[Republik Venedig]]. Am 8. September 1298 konnte Venedig in der [[Seeschlacht bei Curzola]] zunächst besiegt werden (vgl. [[Curzola-Krieg]]). Erneut in den Jahren 1349 bis 1352 kam es [[Bosporuskrieg|zum Krieg]]. Erst nach der Niederlage im [[Chioggia-Krieg]] 1381 schloss Genua dann mit Venedig Frieden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MP48&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen florierten die genuesischen Niederlassungen entlang der Schwarzmeerküste. Während ihrer langjährigen dortigen Anwesenheit gelangten Kaufleute tief ins Hinterland und in die Handelszentren. Sie drangen donauaufwärts bis zum [[Eisernes Tor|Eisernen Tor]] vor. Aus dem Jahr 1349 ist ein Dokument des ungarischen Königs [[Ludwig I. (Ungarn)|Ludwig des Großen]] überliefert, in dem genuesischen Kaufleuten freier Handel entlang der Donau bis nach [[Timișoara|Temesvár]] eingeräumt wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MP56&amp;quot;&amp;gt;Manfred Pittioni: &amp;#039;&amp;#039;Genua – die versteckte Weltmacht.&amp;#039;&amp;#039; 2011, S. 56–57.&amp;lt;/ref&amp;gt; Über ihre Stützpunkte im Schwarzmeerraum gelangten die genuesischen Kaufleute auch nach [[Kiew]], [[Täbris]], [[Bolgar]], [[Kasan]], [[Abchasien]], Tscherkessien im Kaukasus und nach 1315 nach [[Indien]]. Es wird berichtet, dass sie 1322 bis nach Zeitun in [[China]] und 1338 bis nach Kulam in Indien vorstießen. Bereits 1257 tauchte die erste chinesische Seide auf genuesischen Märkten auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MP69&amp;quot;&amp;gt;Manfred Pittioni: &amp;#039;&amp;#039;Genua – die versteckte Weltmacht.&amp;#039;&amp;#039; 2011, S. 69–72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Genova 1481 (copy 1597).jpg|mini|Genua um 1481]]&lt;br /&gt;
Neben dem Prestigeprodukt [[Seide]] waren es vor allem [[Sklavenhandel|Sklaven]] und [[Getreide]] aus dem Schwarzmeerraum, die nach Genua geliefert wurden. In diesen beiden Geschäftszweigen wurde das größte Handelsvolumen erzielt, und die genuesische Insel [[Chios]] in der Ägäis wurde zum größten Sklavenmarkt im Mittelmeer. Unter den Genuesen war der Schwarzmeerraum nach [[Nordafrika]] die wichtigste Quelle für den Sklavenhandel. Die gute Geschäftslage in der Schwarzmeerregion ermöglichte gar die Gründung von Banken. Notariatsakten aus den Jahren 1360 und 1361 berichten von drei Banken in der Hafenstadt Kilia.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MP69&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die andauernde Präsenz der Genuesen in der Ägäis und in Pera und ihre Nützlichkeit für die Osmanen führte zu engen wirtschaftlichen Kontakten mit den Sultanen. Im Jahr 1387 konnten die Genuesen mit Sultan [[Murad I.]] einen Handelsvertrag schließen, dessen Inhalt im Detail überliefert ist. Er enthielt Bestimmungen über die Handelsfreiheit der Genuesen, die Behandlung von entlaufenen Sklaven und die Steuern, die die Genuesen zu zahlen hatten. Zudem waren die Osmanen an der Zusammenarbeit mit den Genuesen interessiert, da sie sich mangels eigener Flotte bei Bedarf genuesischer Schiffe bedienten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MP56&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1396 übernahm der [[Königreich Frankreich (987–1792)|französische König]] zeitweilig die Herrschaft über Genua.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1435 gelang es Genua, das [[Krone Aragon|Königreich Aragon]] in einer Seeschlacht zu besiegen und dessen König [[Alfons V. (Aragón)|Alfons V.]] gefangen zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Andrea Doria.jpg|mini|hochkant|[[Andrea Doria]]]]&lt;br /&gt;
[[Andrea Doria]] reformierte den Staat 1528 und gab ihm eine neue Verfassung. Während die [[Liste der Dogen von Genua|Dogen von Genua]] seit 1339 auf Lebenszeit gewählt worden waren – ähnlich den Dogen von Venedig – sorgte Dorias Reform dafür, dass die jeweilige Amtszeit des gewählten Dogen nur zwei Jahre betrug und dieser nur noch rein repräsentative Aufgaben hatte. Außerdem stellte Doria die Republik unter den Schutz des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reichs]], womit er die Vorherrschaft Frankreichs und Spaniens in Genua brach. [[Giovanni Luigi de Fieschi]] versuchte jedoch 1547, den französischen Einfluss wiederherzustellen. [[Friedrich Schiller]] verarbeitete dieses Ereignis im Stück &amp;#039;&amp;#039;[[Die Verschwörung des Fiesco zu Genua]]&amp;#039;&amp;#039;. Dennoch führten die inneren Uneinigkeiten nach und nach zu einem Verlust vieler Kolonien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wickelte die Republik Genua die Bankgeschäfte der spanischen Monarchie ab und kontrollierte damit deren Finanzen. Daher traten viele Söhne aus einflussreichen Genueser Handels- und Bankiersfamilien in spanische Dienste, etwa der erfolgreiche Feldmarschall [[Ambrosio Spinola]]. 1684 kam es zu einem Beschuss Genuas durch französische Schiffe. 1743 besetzten die Österreicher die Stadt für kurze Zeit, wurden aber – angeblich durch einen Steinwurf des Jungen [[Giovan Battista Perasso]] – vertrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als letzte Kolonie Genuas wurde [[Korsika]], das seit dem Aufstand der Korsen unter [[Pascal Paoli]] 1755 faktisch unabhängig war, 1768 an Frankreich verkauft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1796 besetzte Napoleon Bonaparte Genua und gründete ein Jahr später die [[Ligurische Republik]]. Die Besetzung der Stadt durch britische Seestreitkräfte bot die Gelegenheit am 20. April 1814 die &amp;#039;&amp;#039;Republik Genua&amp;#039;&amp;#039; auszurufen, die dann aber wenig später durch den [[Wiener Kongress]] mit dem [[Königreich Sardinien]] vereinigt wurde. Die Genuesische Provisorische Regierung hatte sich mit Beschluss vom 26. Dezember 1814 zuvor selbst aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches System und dessen Wandel ==&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit der Republik Genua bestimmte der Adel, der über das größte Vermögen verfügte und militärisch dominierte, die politischen Geschehnisse. Ab dem 12. Jahrhundert wurde das Volk in sechs &amp;#039;&amp;#039;Kompanien&amp;#039;&amp;#039; eingeteilt und durfte nun die Heerführer, Beamten und Richter wählen. Weil adlige Stimmen jedoch mehr galten, bildete sich ein Beamtenadel. Das normale Volk wurde von Staatsgeschäften ausgeschlossen. Der Große Rat (consiglio) hatte fast nur Mitglieder adliger Herkunft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das höchste Staatsamt bekleidete zunächst ein Konsul. Später nannte man den Führenden des Staatswesens [[Podestà]]. Um 1260 war [[Guglielmo Boccanegra]] für einige Jahre als &amp;#039;&amp;#039;Capitano del Popolo&amp;#039;&amp;#039; der Anführer Genuas, bevor die Stadt wieder zum Podestà-System zurückkehrte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1339 wurde [[Simone Boccanegra]] Genuas erster [[Doge]]. Parallel zur Einführung des Dogenamtes wurde das politische System verändert. Die Dogen hatten gegenüber dem Adel meist nur eher eingeschränkte Machtbefugnisse. Allerdings wurden die bedeutenden Ämter zur Hälfte vom Volk vergeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1353 wurde der Erzbischof von Mailand, [[Giovanni Visconti (Erzbischof)|Giovanni Visconti]], Herrscher über Genua. Einige Jahre später ging das Dogenamt jedoch wieder an Boccanegra, der nun alle Ämter vom Volk vergeben ließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1396 wurde dem französischen König die Herrschaft angetragen. Es gab mehrere Versuche, die französische Oberhoheit zu stürzen, was schließlich 1409 gelang. Später übernahm Frankreich noch einmal kurz die Kontrolle über Genua. Nun wurde ein Rat aus Adel, Volk, Ghibellinen und Guelfen eingesetzt. Genua wurde später auch noch von weiteren Mächten kontrolliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedeutenden Einfluss in Genua hatte auch die [[Banco di San Giorgio]], die 1407 gegründet wurde. Sie war eng mit dem Staat verbunden und kontrollierte ebenfalls Teile der Kolonien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit [[Andrea Doria]]s Reformen um 1528 wurden der Große und der Kleine Rat sowie der Doge für jeweils zwei Jahre gewählt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.zeno.org/Brockhaus-1809/A/Andreas+Doria Andreas Doria im Brockhaus von 1809]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutende Familien und Bauwerke ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Palazzo Ducale Genoa.jpg|mini|[[Palazzo Ducale (Genua)]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bedeutendsten [[Patrizier]]familien stützten sich auf je eines der Länder Frankreich, Neapel, Mailand und Aragón/Spanien und nahmen auch Partei in den Konflikten zwischen dem römisch-deutschen Kaiser und dem Papst. Ursprünglich entstammten diese Familien überwiegend dem [[ministeriale]]n [[Lehen|Lehnsadel]], wenige auch alten [[edelfrei]]en Vize- oder Markgrafengeschlechtern (Negrone, Grillo, Pallavicini), andere dem kaufmännischen Bürgertum. Die vier mächtigsten Familien waren die Kaufmannsfamilien [[Doria]] und [[Spinola]] (unterstützten beide den Kaiser in Konflikten mit dem Papst), die [[Fieschi (Adelsgeschlecht)|Fieschi]] (ursprünglich ein altes Grafengeschlecht aus dem Umland, das viele Kardinäle und zwei Päpste stellte und sich auf die [[römische Kurie]] und das [[Königreich Neapel]] stützte) und die ebenfalls papsttreuen [[Grimaldi]], die 1297 die neapolitanische Festung [[Monaco]] eroberten (und dort bis heute regieren). Jedoch nahmen auch die im benachbarten Ligurien regierenden Grafenhäuser wie die [[Malaspina]] oder [[Ventimiglia (Adelsgeschlecht)|Ventimiglia]] auf die Politik der Republik Einfluss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Reihe der Patriziergeschlechter standen u.&amp;amp;nbsp;a. die Cattaneo, Centurione, Di Negro, [[Durazzo (Adelsgeschlecht)|Durazzo]], Giustiniani, Grillo, [[Imperiali (Adelsgeschlecht)|Imperiali]], [[Lercari (Adelsgeschlecht)|Lercari]], Negrone und [[Pallavicini (Adelsgeschlecht)|Pallavicini]]. Wie in anderen norditalienischen Städten auch scharten die Patrizierfamilien jeweils weniger bedeutende Familien als Anhängerschaft um sich und bildeten so ein &amp;#039;&amp;#039;[[Albergo dei Nobili|Albergo]]&amp;#039;&amp;#039;, einen kleinen Stadtteil, der aus mehreren Straßenzügen und Gassen bestand und von bis zu 40 Familien bewohnt wurde. Im Jahre 1528 existierten in Genua 28 &amp;#039;&amp;#039;Alberghi&amp;#039;&amp;#039;, die im Mittelalter durch eigene [[Geschlechterturm|Geschlechtertürme]] geschützt waren und ihre Bewohner auch durch gemeinsame wirtschaftliche Aktivitäten und soziale Hilfswerke verbanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der genuesischen Republik wurden zahlreiche Stadtpaläste errichtet, die Spitzengruppe bildeten die [[Palazzi dei Rolli]]. Ein Teil von ihnen bildet heute zusammen mit der [[Le Strade Nuove|Strade Nuove]] ein [[Welterbe]] der [[UNESCO]] (siehe auch: [[Liste der Palazzi des Welterbes Le Strade Nuove und die Palazzi dei Rolli in Genua]]). Ferner wurden in dieser Zeit auch der [[Leuchtturm von Genua]] errichtet und die [[Universität Genua]] gegründet. Der genuesische Seefahrer [[Christoph Kolumbus]] entdeckte in spanischen Diensten Amerika. Auch der Musiker und Komponist [[Niccolò Paganini]] wurde in Genua geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kolonien ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Genueser Kolonien}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Genuesische Kolonien.png|mini|400px|[[Genueser Kolonien|Kolonien der Republik Genua]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kolonien Genuas waren unter anderem Korsika, der Norden Sardiniens und Teile [[Zypern]]s. Am [[Schwarzes Meer|Schwarzen Meer]] und in der [[Ägäis]] gab es weitere. [[Monaco]] war zwischen Genua und der genuesischen Familie Grimaldi umstritten. Es fiel schließlich an die Grimaldis. Darüber hinaus gab es mehrere Stützpunkte, z.&amp;amp;nbsp;B. an der afrikanischen Küste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste der Dogen von Genua]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ross Balzaretti: &amp;#039;&amp;#039;Dark Age Liguria. Regional Identity and Local Power, c. 400–1050&amp;#039;&amp;#039;, Bloomsbury Academic, 2013.&lt;br /&gt;
* [[Marco Veronesi|Maro Veronesi]]: &amp;#039;&amp;#039;Oberdeutsche Kaufleute in Genua 1350 - 1490. Institutionen, Strategien, Kollektive&amp;#039;&amp;#039; (= Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, Reihe B, Bd. 199). Kohlhammer, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-17-026337-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Matthias Schnettger]]: &amp;#039;&amp;#039;„Principe sovrano“ oder „Civitas imperialis“? Die Republik Genua und das Alte Reich in der frühen Neuzeit. (1556–1797)&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen des Instituts für Europäische Geschichte, Mainz.&amp;#039;&amp;#039; Band 209 = &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Sozial- und Verfassungsgeschichte des Alten Reichs.&amp;#039;&amp;#039; Band 17). von Zabern, Mainz 2006, ISBN 3-8053-3588-1 (Zugleich: Frankfurt am Main, Universität, Habilitations-Schrift, 2005).&lt;br /&gt;
* Matthias Schnettger, Carlo Taviani (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Libertà e dominio. Il sistema politico genovese. Le relazioni esterne e il controllo del territorio&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Ricerche dell&amp;#039;Istituto Storico Germanico di Roma.&amp;#039;&amp;#039; Band 6). Viella, Rom 2011, ISBN 978-88-8334-477-0.&lt;br /&gt;
* Manfred Pittioni: &amp;#039;&amp;#039;Genua – die versteckte Weltmacht. 1000– 1700&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Expansion, Interaktion, Akkulturation.&amp;#039;&amp;#039; Band 19). Mandelbaum-Verlag, Wien 2011, ISBN 978-3-85476-349-9.&lt;br /&gt;
* Alessia Ceccarelli: &amp;#039;&amp;#039;Tra sovranità e imperialità. Genova nell’età delle congiure popolari barocche (1623–1637).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken]].&amp;#039;&amp;#039; 93, 2013, S. 251–282 ([http://www.perspectivia.net/publikationen/qfiab/93-2013/251-282 perspectivia.net]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Republik Genua.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Conversations-Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; (in sechs Bänden) Band 2: &amp;#039;&amp;#039;F–L.&amp;#039;&amp;#039; Brockhaus, Amsterdam 1809, S. 92–93 ([http://www.zeno.org/Brockhaus-1809/A/Die+Republik+Genua?hl=republik+genua zeno.org]) und S. 459–460 ([http://www.zeno.org/Brockhaus-1809/A/Genua+(Interims-Nachtrag) zeno.org]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Republik Genua.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Conversations-Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; (Nachträge, erster Band) Band 7: &amp;#039;&amp;#039;A–L.&amp;#039;&amp;#039; Brockhaus, Amsterdam 1809, S. 387–388 ([http://www.zeno.org/Brockhaus-1809/B/Die+Republik+Genua?hl=republik+genua zeno.org]).&lt;br /&gt;
* {{Meyers Online|7|119|spezialkapitel=Genua|kapiteltext=Genua (Geschichte)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Republic of Genoa|Republik Genua|audio=1|video=1}}&lt;br /&gt;
* [https://flaggenlexikon.de/fligurie.htm flaggenlexikon.de] mit tabellarisch aufgeführter Geschichte Genuas&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|VIAF=239517132}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Republik Genua| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historisches Territorium (Italien)|Genua]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historischer Staat in Europa|Genua]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historischer Staat (Mittelalter)|Genua]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historischer Staat (Neuzeit)|Genua]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatsgründung in den 950er Jahren|Genua]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aufgelöst 1797]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;TaxonKatBot</name></author>
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